August 2011

Schottland ist mehr als Whisky, Kilt, Dudelsack und einsames Hochland. Die schottische Naturlandschaft hat ihren ganz eigenen Charakter. Zwischen Bergen, Tälern und Seen erinnern viele Burgen und prähistorische Steinkreise an die Geschichten & Mythen.

Ihr Chronist

Latha math,
das ist gälisch und bedeutet "Guten Tag" :-)

Mein Name ist Regina und ich werde während der Schottland-Rundreise vom 13.-20. August 2011 Eure Chronistin sein.

Großbritannien, und vor allem Schottland, ist seit über 20 Jahren mein Traum. Ich lese gerne historische Romane aus der Zeit von König Artus bis hin zu Königin Elisabeth und Maria Stuart, aber auch z. B. die geniale Highlander-Saga um Jamie und Claire Fraser von Diana Gabaldon.

Wer kommt dabei nicht ins Schwärmen, diese rauhe Natur einmal live zu erleben? In die Fußstapfen von Robert the Bruce oder dem Highlander und sonstigen bekannten Rockträgern zu treten? In verfallenen Ruinen das vergangene Leben erahnen, auf Schlachtfeldern die Willenskraft und die Vaterlandsliebe spüren?

Mein Traum war immer: "Einmal in die Highlands!" Dieses Jahr erfülle ich mir diesen Traum! Und ich bin sehr gespannt. Gespannt auf Land und Leute und alles, was mich dort sonst noch erwartet.

Ich werde Euch täglich auf dem Laufenden halten und hoffe, Ihr werdet die Zeit dort genauso genießen wie ich!

Beannachd leat, auf Wiedersehen,
Eure Regina

1. Tag: Anreise nach Edinburgh

Soooo…. Heute war also der große Tag!

Zuerst ging es von Düsseldorf nach Frankfurt. Einchecken und Zeitvertreib während des Wartens bis zum Boarding kein Problem. Dann kam ein Aufruf der Lufthansa, dass unser Flug überbucht sei und sie nun 2 Freiwillige suchen, die bereit wären über London/Heathrow nach Edinburgh zu reisen. Dafür würden sie auch 250 € erhalten…. Sehr witzig… aber es fanden sich dann doch 2 Leute, die dieses Angebot annahmen.

Der Flug war gut und nach etwas mehr als 1.5 Stunden setzten wir zur Landung an. Endlich auf schottischem Boden!!! Herr Janssen, unser Reiseleiter nahm uns freundlich in Empfang und ab gings in unsere Unterkunft für die nächsten 3 Nächte.

Das „Premier Inn“, eine Art Businesshotel, liegt ungefähr 15-20 km von Edinburgh entfernt. Leider ist hier der Hund begraben, so dass man abends nichts unternehmen kann außer in das benachbarte Restaurant mit Bar einzukehren. Das ist echt schade. Aber dafür werden ja die Ausflüge an den Tagen aufregend und ereignisreich, so dass man abends dann wohl doch eher froh ist in seinem Zimmer (welches sehr schön ist) in dem gemütlichen Bett zu schlummern und von den Erlebnissen der nächsten Tage zu träumen.

Genau das werde ich jetzt auch tun. Es war ein anstrengender Tag, der sich langsam dem Ende neigt und morgen will Großes vollbracht werden! Morgen geht’s nach Edinburgh: Stadtrundfahrt, Burgbesichtigung, Bummeln, Shoppen… alles was einen Stadt-Tag so ausmacht. Ich freu mich drauf.

Good night Germany ;-)

2. Tag: Edinburgh

Heute früh um 9.00 Uhr ging es los nach Edinburgh. Auf der Fahrt dorthin lernten wir durch Herrn Janssen einiges über die schottische Tracht.

Zuerst besuchten wir den Palace of Holyroodhouse, wo „uns Queenie“ zeitweise weilt. Danach ging es weiter in die Stadt. Im August ist diese sehr gut besucht, da es verschiedene Events gibt, wie z. B. das „Military Tattoo“ oder „Fringe“.

Wir besuchten das „Edinburgh Castle“, welches sehr beeindruckend ist und einen guten Einblick in die schottische Geschichte gibt. Der Nachmittag stand uns zur freien Verfügung und so konnte jeder die Dinge tun und sehen, die ihn interessierten.

Ich verbrachte den Tag mit zwei sehr lieben Damen und wir haben uns recht viel angeschaut und einen schönen Tag verlebt. Wir waren in der St. Giles und am Scott Monument, sind die schönen Hauptstraßen und die kleinen Gässchen entlanggelaufen. Kurz vorm Einsteigen in den Bus haben wir noch einen Abstecher in das Luxus-Hotel „The Balmoral“ gemacht…. Ein wahrgewordener Traum!!

Kurz dahinter liegt der „Old Calton Cemetery“, ein kleiner alter Friedhof mit Grabstätten aus dem 19. Jh., sehr schön. Das Wetter spielte mit, die Sonne schien und es waren angenehme Temperaturen. Abends haben wir im benachbarten „Tobys“ gut zu Abend gegessen und noch das ein oder andere Kaltgetränk genossen ;-)

Da es morgen früh bereits um 7.15 Uhr Frühstück gibt und wir um 8.15 Uhr starten, ging der Abend entsprechend früh zu Ende. Morgen ist volles Programm mit der Seenregion Trossachs, Glasgow und Loch Lomond.

Bis morgen! ;-)

3. Tag: Glasgow

Heute früh um 8.15 Uhr ging es los Richtung Loch Lomond. Herr Janssen erklärte uns während der Fahrt einiges zur schottischen Geschichte, zur Politik und zur Wirtschaft des Landes. Das Wichtigste aber, was wir daraus lernen, ist: „Schottland ist das Land der Männer, hier gilt der Mann noch was!“ ;-) Na dann…

Am Loch Lomond angekommen, der 7 km breit und 30 km lang ist, betraten wir unser Boot zur 1-stündigen Fahrt. Der Loch Lomond ist das größte Binnengewässer Großbritanniens.

Danach ging es nach Glasgow, der größten Stadt Schottlands mit über 750.000 Einwohnern, zur Stadtrundfahrt. Wir machten Halt bei der Kathedrale von Glasgow, St. Mungo, welche aus dem 12. und 13. Jh. stammt und dem Gründer von Glasgow, dem St. Mungo, bzw. St. Kentigern gewidmet ist. Die Kathedrale ist ein sehr imposantes Gebäude. Im Hintergrund sieht man die Nekropolis, die wir leider nicht besichtigt haben.

Glasgow wurde im 17. und 18. Jh. interessant durch die Webereien, später durch den Tabakhandel mit Amerika und dann durch den Schiffsbau. Dieser bewirkte auch die extreme Bombardierung im 2. Weltkrieg. Mittlerweile werden viele Bereiche der Stadt neu gestaltet… diese Stadt ist noch im Wandel.

Zu besichtigen gab es auch einiges. Unter anderem das „Willows Tea House“, in dem es auch Artikel von Macintosh zu kaufen gab. Das Rathaus von Glasgow, „City Chambers“, welches aufgrund seiner Innenarchitektur und der verwendeten Materialien sehr sehenswert ist. Und nicht zu vergessen „George Square“, der leider größtenteils abgesperrt war, weil eine Filmproduktionsgesellschaft alles auf amerikanisch umbaut, um dort den neuen Film mit Brad Pitt zu drehen.

Zum Shoppen ist Glasgow sehr gut geeignet, aber auch Speiseliebhaber kommen hier auf ihre Kosten, nicht zuletzt durch „Jamie`s Italian“, eines der Restaurants von Jamie Oliver.

Danach ging es wieder in unser Hotel zurück, wo nebenan bei „Tobys“ wieder ein gutbürgerliches Buffet und ein kühles Bier auf uns wartete. Morgen verlassen wir diese Region und es geht endlich in die Highlands, der Grund warum ich hier bin! Ich freu mich sehr darauf und bin mehr als gespannt. Ich werde Euch morgen berichten.

Aber nun muss ich Kofferpacken und dann schlafen, denn um 7.00 Uhr ist Frühstück, 8.00 Uhr Abfahrt in den Norden.

Bis morgen, liebe Grüße in die Heimat,
Regina

P.S. Wir hatten zwar heute mal etwas Regen, aber ansonsten schien die Sonne und es war echt klasse Wetter!

4. Tag: Fahrt durch die Highlands

Um 8.00 Uhr ging es wieder weiter. Heute steht ein straffes Programm auf dem Plan: die Highlands! Endlich!

Zuerst haben wir die Brücken über den Forth besucht. Es handelt sich hierbei um die ehemals längste Hängebrücke Europas, sowie eine der längsten Eisenbahnbrücken. Sehr beeindruckend und schöne Konstruktion.

Auf der Weiterfahrt erklärte uns Herr Janssen einiges zum Thema Religion. Die Insel Iona gilt hier als Ursprung der katholischen Kirche. Im 16. Jahrhundert kam dann der Reformator Knox, durch den viele Gläubige von der katholischen Kirche abgesprungen sind und der evangelischen Kirche beigetreten. Die evangelische Kirche ist hier zu Lande die größte, danach komme die der Katholiken und dann die piskopale Kirche. Diese wurde von Heinrich VIII gegründet, da er sich mit dem Papst überworfen hatte. Der „Vorteil“ dieser Kirche war, dass er nicht Rom unterstand sondern dem König.

In den Highlands sieht man so viele verschiedene Grün-, Braun- und Lilatöne, das ist ein Traum. Die Hügel und Berge sind überzogen mit Bäumen, diversen Gräsern, Heide, Disteln und sonstigen Gewächsen. Nach jeder Kurve bietet sich einem ein neues Bild, denn auch die Hügellandschaften sind sehr abwechslungsreich. Leider hat es den ganzen Tag geregnet, im Sonnenschein wäre das alles sicherlich ein noch schöneres Erlebnis.

Warum ist die Distel das Nationalsymbol? Die Dänen wollten die Schotten überfallen. Ein Däne wollte nachts ein Schottenlager ausspähen und trat in eine Distel. Durch den Aufschrei verriet er sich und die Dänen wurden somit besiegt und als „Dank“ wurde die Distel zur Nationalblume. Nette Geschichte ;-)

Zum Thema Essen erfuhren wir, dass die schottische Küche sehr deftig und bodenständig ist. Es gibt immer Kartoffeln und 1-2 Gemüsesorten, dazu Fleisch und Sauce.

Der Aussichtspunkt „Queen`s View“ war einer unserer Haltepunkte. Ein atemberaubender Aussichtspunkt über dem Loch Tummel. Man kann sich vorstellen, dass die verschiedenen Queens hier gerne hochkamen. Weiter ging die Fahrt durch das Skigebiet Glenshee, in dem auch der höchste Pass Großbritanniens liegt. Wir kamen durch den Ort Braemar, der für seine Highland-Games bekannt ist. Die Highland-Games entstanden durch König Malcom, der durch solche Spiele seine Soldaten aussuchte.

Halt machten wir in Ballater. Es handelt sich dabei um einen kleinen netten Ort, der im Prinzip alles zu bieten hat. Weiter ging es zur Crathie Kirk, der Kirche, die auch die Queen während ihrer Sommerferien, die sie auf Balmoral verbringt, besucht. Wir fuhren an dem Gelände, welches zu Balmoral gehört, vorbei. Hin und wieder konnten wir einen Blick darauf erhaschen.

Danach ging es noch mal über 2 Stunden weiter bis nach Strathpeffer, zu unserem Hotel Ben Wyvis. Strathpeffer ist ein alter Badeort, heute ein kleiner Touristenort. Wir waren 10 Stunden unterwegs und freuten uns auf ein gutes Essen und ein schönes Bett. Außerdem sollte der nächste Morgen früh beginnen. 7.00 Uhr Frühstück, 7.30 Uhr Abfahrt zum Whiskey-Trinken! Hoch die Tassen! ;-)

Ich sage gute Nacht und bis morgen!
Liebe Grüße, Regina

P.S.: Leider spinnt meine Digitalkamera… bei Außenaufnahmen sind die Bilder völlig überbelichtet… ich krieg grad mal die Mega-Kriseeeeeeeeee!!!! Also nicht wegen der Qualität wundern :-(

5. Tag: Glenfiddich, Inverness, Loch Ness & Urquhart Castle

Nach einem Frühstücksbuffet mit Porridge und Haggis ging es schon ganz früh um 7.30 Uhr los.

Das Wetter war traumhaft schön und so war die Morgenmüdigkeit schnell verflogen. Unser Reiseleiter erzählte uns heute was zum Thema „Hausbau und den Eigenarten mancher Cottages und die Unterschiede zu deutschen Standards.

Unser erster Stopp galt der bekannten Whiskey-Destille „Glenfiddich“. Wir erhielten eine Führung durch die Produktionsstätten und durften verschiedene Whiskey-Sorten probieren. Es war sehr interessant dies mal zu sehen. Wer hätte gedacht, dass es so viel verschiedene Sorten und Geheimnisse in der Herstellung gibt?

Seinen jeweiligen Geschmack erhält der Whiskey durch die Länge der Lagerung und durch das Mischungsverhältnis von Whiskey aus Sherry-Fässern und dem aus Bourbon-Fässern. Diese beiden werden in der „Hochzeits-Tonne“ zusammengeführt und vermengt. Der Whiskey verdunstet teilweise bei der Lagerung. Dies nennt man „Angel`s share“ = Anteil der Engel. Slainte! (Prost!)

Vorbei am großen und bedeutenden Schlachtfeld Culloden, auf dem 1746 die Highlander unter Bonnie Prince Charles gegen die Engländer unter dem Earl of Cumberland verloren, kamen wir nach Inverness, die Stadt auf die ich mich am meisten gefreut habe. Leider hatten wir nur sehr wenig Zeit und so war an eine Erkundung wie in den anderen Städten nicht zu denken. Aber ich weiß zumindest, dass es sich für mich lohnen wird, dort noch mal hinzukommen.

Weiter ging es am Loch Ness vorbei, 1.5 km breit, 36 km lang und 325 m tief. Loch Ness wurde bereits im 6. Jh. entdeckt und jagte den Menschen an den Ufern Angst und Schrecken ein. Leider ist es bis heute trotz aufwendiger Versuche nicht gelungen, Nessi zu sichten… Wir fuhren etwas weiter zu der aus dem 12. Jh. stammenden Ruine Urquhart Castle.

In Fort Augustus machten wir auch noch kurz Halt um dann nach Fort William, unserem heutigen Übernachtungsort, zu kommen. Es liegt am Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens mit 1344 Metern. Hier wurden unter anderem „Braveheart“ und „Rob Roy“ gedreht. Wenn das keine traumhafte Kulissen ist und zu wilden und aufregenden Träumen verleitet. ;-)

Ich werde mal schauen, ob es klappt. Wir haben jetzt gleich 24.00 Uhr, ich bin müde und morgen ist ausnahmsweise mal „Ausschlafen“ angesagt. Frühstück gibt es erst um 8.00 Uhr. Dafür haben wir aber auch den längsten Tag vor uns, wenn ich das aus der Beschreibung richtig entnehme, erwarten uns 450 km!

Bis morgen, gute Nacht!

P.S.: Das Problem mit meiner defekten Kamera hat sich 2-fach gelöst…. Zum einen hab ich eine gute Kamera in meinem Handy, hab da nur nicht dran gedacht, zum anderen hat ein lieber Herr aus unserer Gruppe mir seine Ersatz-Digicam bis Samstag zur Verfügung gestellt! Das nenn ich mal superlieb! Danke schön!!!!

6. Tag: Isle of Skye und Mallaig

Nachdem jeder mehr oder weniger die Tücken der schottischen Duschen herausgefunden hat (oder auch nicht) ging es heute früh weiter zu unserem Tagesausflug auf die Isle of Skye.

Auf der Fahrt dorthin hörten wir heute Ausführungen zu dem Thema „Schule, Jugendliche, Studium und Arbeit“. Man sieht, dass die Probleme hier ähnlich den unseren sind. Ist das jetzt beruhigend oder eher nicht? Man weiß es nicht...

Aber wir haben erfahren, dass Prinz Charles einen Fond errichtet hat, um benachteiligten Jugendlichen unter die Arme zu greifen und ihnen den Start in ein vernünftiges Leben ebnet. Das große Problem hier ist dass 64% der Jugendlichen hier keinerlei Qualifikation haben und somit Gewalt und Alkoholismus weit verbreitet sind.

Wir glitten durch die Landschaft und kamen durch wunderschöne Landschaften. Der Loch lag spiegelglatt zu Fuße der Munros und es waren fantastische Bilder. Es ist jeden Tag wieder aufs Neue faszinierend, was die Landschaft hier an Variationen zu bieten hat.

Unser erstes Ziel war dann Eilean Donan Castle. Kennt Ihr nicht? Dooooch! Bekannt aus dem „Highlander“ und auch aus einem James Bond. Es handelt sich unter anderem hierbei um das meist fotografierte Schloss. Und ich muss sagen. Es lohnt sich! Es ist einfach traumhaft schön und das Wetter spielte mit, so dass wir eine herrliche Kulisse hatten!

Dann fuhren wir über die Brücke auf die Isle of Skye. Man kommt sich vor als wäre man in einer fremden Welt…so was hab ich noch nie gesehen und man könnte jede Szene fotografieren. Einfach phänomenal. Die Isle of Skye ist die größte Insel der Inneren Hebriden, welche früher mal den Norwegern gehörte, was auch heute noch bemerkbar ist.

Wir lernten was über die Schafe und die Border Collies und welche Nutztiere es hier sonst noch gibt, z.B. Alpakas, Angus-Rinder, Galloway-Rinder und Aberdeen Black Angus. Wir werden morgen Hemish kennenlernen, einen beeindruckenden Hochland-Bullen Ich bin gespannt. ;-)

Auf Skye fuhren wir durch die Munros, eine Ansammlung von Bergen, die höher als 900 m sind, ein toller Anblick. Wir kamen in die Hauptstadt Portree, in der wir unsere Mittagspause machten. Es handelt sich hierbei um ein kleines Hafenstädtchen, welches bei Touristen wohl recht beliebt ist. Nach der kurzen Pause ging es zur Fähre und nach 30 Minuten waren wir wieder auf dem Festland in Mallaig angekommen.

Dort befindet sich auch unser Hotel für diese Nacht. Heute wurden wir arg verwöhnt! Nicht nur dass wir ausschlafen konnten, durch eine bezaubernde Landschaft gefahren sind, eine Schifffahrt mitmachten… nein, wir hatten heute auch Strand und einen atemberaubenden Sonnenuntergang auf der Terrasse! Wenn ich auf meinem Bett liege und aus dem Fenster schaue, sehe ich aufs Meer…heute ist richtig Urlaub! ;-)

Wir nutzen die freie Zeit vorm Abendessen zum ausgiebigen Strandspaziergang und genossen die Sonne. Nach 1 Woche Busfahren und Besichtigungen ist das genau der richtige Abschluss! Morgen geht es dann zu Hemish, nach Fort William, nach Stirling und wieder in unser erstes Hotel für die letzte Übernachtung.

Wie schnell doch so eine Woche vorbei ist und wie sehr doch die Gruppe zusammenwächst. Ich könnte noch ein paar Tage weitermachen. :-)

So, mal wieder ist es spät und morgen beginnt der Tag wieder früh. Ich wünsche Euch eine gute Nacht und schöne Träume.

7. Tag: Stirling

Als erstes muss ich unbedingt noch ein Bild vom gestrigen Sonnenuntergang nachschicken, das hatte ich gestern Abend leider noch nicht auf dem Rechner. Also bitte: Bild Nr. 1 ist der wunderschöne Sonnenuntergang in Morar!

Überhaupt war das ein sehr schöner Ort und ein sehr schönes Hotel. Nach einem lieblichen Sonnenaufgang und einem ausgiebigen, sehr guten Frühstück ging es wieder „on the road“. Der Plan war durch das Glencoe zu fahren, dann den Hochlandbullen Hamish zu besuchen und dann nach Stirling auf das Schloss und in die Stadt.

Abermals kamen wir durch wahnsinnig schöne Landschaften und machten den ein und anderen Fotostopp, denn wenn man so was nicht gesehen hat kann man es sich nicht vorstellen, wie wunderschön es hier ist.

Das heutige Thema war „Soziales und Gesundheit“. Wir erfuhren, dass es eine einheitliche Staatsrente in Höhe von 132,60 Pfund pro alleinstehende Person pro Woche gibt. Auch gibt es Mindestlöhne, die nach Alter gestaffelt sind. Aber wirklich viel verdienen die Schotten nicht, deswegen wechseln sie auch oft ihren Lebensraum, um mehr Geld zu verdienen.

Die Schotten werden ja gerne als geizig belächelt, aber sie sind halt einfach nur sparsam, weil sie im Laufe der Geschichte nie wirklich zu Wohlstand gekommen sind. Also ist dies ein Vorurteil. Auch hier ist das Thema private Altersvorsorge wichtiger denn je. Nur wer denkt in jungen Jahren schon an so was? Ist bei uns ja auch nicht wirklich anders.

Auch in Bezug auf Mutterschutz, Erziehungsurlaub, Urlaub, Krankheitsfall sind hier harte Regelungen. Man bekommt einen minimalen Betrag und muss alles andere mehr oder weniger selber finanzieren. Deswegen gehen die Mütter auch nach den 6 Wochen nach Geburt wieder arbeiten. Eigentlich schade…

Gestern haben wir in Morar die Dampflok gesehen, die in dem Harry-Potter-Film vorkommt. Heute kamen wir an der Brücke vorbei, die in dem Film zu sehen ist, als Harry und seine Freunde nach Hogwarts fahren. Dieses Land hier war für so viele Filme Schauplatz, das ist echt beeindruckend. Wir fuhren durch Glencoe, dem „Tal der Tränen“ und hörten die traurige Geschichte dazu:

1691 sollten alle Clans William von Oranjen einen Treueeid leisten. Sie hatten dafür bis Ende des Jahres Zeit. Der Clanchiefs der MacDonalds hatte diesen Eid erst im Januar geleistet und somit sollte dieser Clan bestraft werden. William engagierte den Clan der Campbells.

Diese kamen als „Gäste“ zu den MacDonald und in einer Nacht- und Nebelaktion wurden alle Mitglieder des MacDonald-Clans die jünger als 70 waren umgebracht. Da die Gastfreundschaft für die Schotten schon immer eine Ehrensache war, war dies ein Verrat ohne gleichen. Auch heute noch liest man an Pubs eine Aufschrift „Jeder ist herzlichst willkommen solange er nicht Campbell heißt“.

Weiter ging es durch die Trossachs, eine Seenregion, in der Rob Roy, das schottische Pendant zu Robin Hood, lebte. Wir kamen dann bei Hamish, dem Hochlandbullen, und seiner Familie an. Diese besteht aus seiner Freundin Heather und dem kleinen Nachwuchs Honey. Hamish ist bereits 18 Jahre alt, und dass wo diese doch höchstens 15 Jahre alt werden. Naja, seine Freundin Heather scheint da wohl sein Jungbrunnen zu sein ;-) Diese Hochlandrinder sind beeindruckende Tiere mit zotteligem Fell und riesigen Hörnern. Diese Rinderart wird heute nur noch als Hobby gehalten.

Dann erreichten wir Stirling, was auch „Das Tor zu den Highlands“ genannt wird, und besuchten als erstes das Schloss, auf dem auch Maria Stuart aufgewachsen und im Alter von 9 Monaten zur Königin gekrönt worden ist. Vor dem Eingang steht eine Statue von Robert the Bruce und rechts im Wald auf einem Hügel steht das William-Wallace-Monument, in dem das 2 m lange Schwert aufbewahrt wird. Somit hat man die 2 bedeutendsten Männer Schottlands auf einen Blick!

Das Schloss selber ist sehr schön hergerichtet und vermittelt einen guten Einblick in das damalige Leben. 1314 gab es eine große und bedeutende Schlacht. Die Schlacht von Bannockburn. Die Schotten gewannen diese Schlacht und wurden somit von England unabhängig. Nach diesen tollen Eindrücken setzten wir unsere Fahrt weiter und kamen wieder nach Livingston-Bathgate in unser erstes Hotel. Es war wie eine Art Nachhausekommen ;-)

Heute Abend wird noch lecker gespeist und morgen gibt es dann einen letzten Ausflug. Dieser geht nach St. Andrews, Schottlands ältester Universitätsstadt. Meinen Bericht vom morgigen Tag werde ich erst am Montag einstellen, da wir nach dem Ausflug zum Flughafen fahren und am frühen Abend Richtung Deutschland starten und ich erst gegen Mitternacht zuhause sein werde. Das wird noch mal ein langer Tag.

Ich mache mir jetzt noch einen schönen letzten Abend mit meinen Mitreisenden. Bis Montag ;-)

8. Tag: St. Andrews und Rückreise

Nach unserer letzten Nacht in dem schönen Hotel „Premier Inn“ machen wir uns auf den Weg zu unserem letzten Ausflug, der uns an der Küste entlang nach St. Andrews führt. Es ist die Halbinsel Fife, die wir befahren. Hier hat Daniel Dafoe „Robinson Crusoe“ geschrieben.

Die Region legt vom Getreideanbau und der Weichfrüchteindustrie. Kohle ist hier reichlich vorhanden, welche man im Tagebau fördern könnte, wird aber nicht gemacht. Man bezieht die Kohle aus Columbien. Außerdem ist hier der Sitz einer bekannten Wodka-Marke: Smirnoff. Ich dachte immer das wäre ein russischer Wodka… wer wäre auf schottisch gekommen? Wieder was gelernt ;-)

Vorbei an den Getreidefeldern fällt der verbreitete strahlendrote Klatschmohn auf. Hier nennt man ihn Poppies. Auch er hat wie alles hier im Lande eine eigene Geschichte. Im 1. Weltkrieg traf ein Kommandeur eine Entscheidung, die über 60.000 Menschen das Leben gekostet hat. Er war darüber so betrübt, dass er Kunststoff-Poppies entwickelte und diese verkauft hat. Man sieht Klatschmohn hier eigentlich überall, in Gestecken, Kränzen und sonstigen Dekorationen. Das Geld aus den Verkäufen dieser Blumen geht auch heute noch an die Hinterbliebenen der Kriege. Tolle Sache.

Wir kamen nach Anstruther, einem Ort, der früher für den Heringsfang bekannt war. Heute ist es ein Sporthafen. Weiter ging es durch Crail und schließlich kamen wir in St. Andrews an. St. Andrews zeichnet sich durch einige Dinge aus. 1754 wurde hier der älteste Golfclub gegründet (The Old Course) und auch heute noch ist es DER Golfort schlechthin. Jeder bekannte Golfer hat hier gespielt und es gibt zahlreiche Turniere.

Des Weiteren befindet sich hier die älteste Universität Schottlands, gegründet 1412, in der ca. 7.000 Studenten eingeschrieben sind. Studiert wird hier Geistes- und Naturwissenschaften sowie Theologie. Hier hat auch Prinz William studiert und seine Kate kennengelernt. Das Café, in dem sie sich getroffen haben, macht durch ein entsprechendes Banner im Fenster darauf aufmerksam.

Die Kirchengeschichte hatte hier auch einige Höhepunkte. Im 4. Jh. soll der Heilige Regulus mit den Gebeinen von St. Andreas hier gelandet sein und im Laufe der Zeit wurde St. Andrews zum Zentrum religiöser und geistiger Macht. Die Kathedrale war einst Schottland größtes Gotteshaus, zu dessen Weihung Robert the Bruce erschien.

Nach unserer Erkundungstour genossen wir vor einem Pub die strahlende Sonne, die uns einen schönen letzten Tag bescherte. Dann ging es nach Edinburgh zum Flughafen. Die Gefühle sind gemischt, denke ich. Auf der einen Seite ist man traurig, dass es schon vorbei ist, auf der anderen Seite ist man aber auch froh. Denn trotz aller tollen Erlebnisse und mannigfaltigen Eindrücke ist es eine anstrengende Woche gewesen.

Der Wecker ging meist gegen 6.00 Uhr und man saß in der Regel um 8.00 Uhr im Bus und war meist ca. 8-10 Stunden unterwegs. Jeden Tag ein anderes Hotel und jeden Tag die Frage: „Wie funktioniert hier die Dusche? Wie bekomme ich warmes Wasser? Wie bekomme ich Strom?“ ;-)

Ich denke, es hätte auch nicht länger gehen können, da man irgendwann nicht mehr aufnahmefähig ist. Es war eine wunderschöne Woche, wir sind uns da alle einig gewesen. Man hat sehr viel gesehen und viel an Informationen erhalten. Das Gute war, dass unser Reiseleiter selber seit 20 Jahren hier lebt und man somit nicht nur die „Eckdaten“ des Landes bekommt, sondern auch jede Menge Interna.

Man kann hinter die Kulissen dieses atemberaubend schönen Landes schauen und stellt mit Schrecken fest, was für ein armes Land Schottland eigentlich ist. Wir haben viel gelernt und werden uns sicherlich gerne und mit einem Lächeln im Gesicht an das Ein oder Andere erinnern.

Zum Beispiel der Begriff „Spiegelsäle“, welcher eine nette Umschreibung für Toiletten war. Das Wort Midgies, kleine Beiss-Mücken in der Heide. Die konkreten Zeitangaben für Foto-Stopps oder Pipi-Pausen: „Sie haben genau 3 Minuten 47!“. Oder so liebgewonnene Aussagen wie „8.00 Uhr ist 8.00 Uhr und nicht viertel vor oder viertel nach!“, „Das ist nun mal so!“, „Das muss man mögen!“.

Alles in Allem nehme ich sehr viel von dieser Reise mit. Es war meine erste Rundreise und es war das erste Mal, dass ich alleine in Urlaub war. Aber wir hatten eine so tolle Gruppe, dass man da wirklich gut zurecht kam. Ich möchte mich bei allen bedanken, dass wir einen so schönen Urlaub hatten! Das Wetter hat ja auch super mitgespielt. Wenn es geregnet hat, dann entweder nachts oder wenn wir grad im Bus waren. Ich hab meinen Schirm und meine Regenjacke nicht gebraucht.

Ich werde auf jeden Fall noch mal wiederkommen, denn nun weiß ich ja, wo was ist und was ich gerne mal genauer erkunden möchte. Die Landschaft ist einfach faszinierend und die Städte Edinburgh, Stirling und St. Andrews sowie die Isle of Skye haben mich sehr beeindruckt, so dass ich hier gerne mal was länger bleiben möchte.

Ich verabschiede mich nun von Euch und bedanke mich für das Lesen und „Dabeisein“. Ich hoffe, Ihr hattet ein wenig Spaß an meinem Blog und vielleicht hat der Ein oder Andere ja Geschmack dran gefunden, dieses Land selber mal zu erleben oder vielleicht hat auch der Ein oder Andere meiner Mitreisenden hier mal rumgestöbert um die Woche noch mal Revue passieren zu lassen.

Liebe Grüße und alles Gute,
Eure Regina ;-)

Ihr Reiseverlauf

Die Reise führt Sie in die atemberaubende Natur Schottlands. Die grandiose Bergkulisse und die vielen Lochs (Seen) verleihen der Landschaft ihren ganz eigenen Charakter. Tauchen Sie ein in die von Mythen gespickte Geschichte Schottlands. Unzählige Burgen und Schlösser sowie Relikte der keltischen Kultur helfen Ihnen dabei.

1. Tag - Anreise
Flug nach Edinburgh. Begrüßung durch die deutschsprachige Reiseleitung und Transfer zum Hotel in der Region Edinburgh.

2. Tag - Edinburgh
Sie starten Ihre Rundreise mit einer Rundfahrt durch die einmalige Stadt Edinburgh. In der „new Town“ bilden breite Alleen und elegante Plätze aus dem 18. Jh. einen Kontrast zu den engen Gassen der „old Town“ aus dem 17. Jh.. Genießen Sie den Blick auf das Edinburgh Castle - das alles überragende Schloss auf dem schroffen Felsen, das der Stadt eine unverwechselbare Silhouette verleiht. Der Nachmittag steht Ihnen für eigene Erkundungen zur freien Verfügung.

3. Tag - Edinburgh - Glasgow - Edinburgh (ca. 150 km)
Heute Fahrt durch die einmalige Seenregion Trossachs, dessen einmalige Landschaften Sie begeistern werden. Lernen Sie die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Universitätsstadt wie den George Square, die City Chambers und die St. Mungo’s Cathedral (Besuch inkl.) mit dem Grab des Glasgower Schutzpatronen St. Mungo kennen. Übernachtung in der Region Edinburgh.

4. Tag - Glasgow - Pitlochry - Royal Deeside - Region Grantown
(ca. 300 km)

Der heutige Tag führt Sie zunächst in die Nähe von Pitlochry. Hier besuchen Sie den Aussichtspunkt „Queens View“, von dem Sie einen herrlichen Ausblick auf den Loch Tummel haben. Anschließend geht es weiter in die Region Deeside. Hier besuchen Sie die Crathie Kirk, die Kirche, die auch die Königin während ihrer Aufenthalte in Balmoral Castle aufsucht. Weiter durch die wunderschönen Cairngorm Mountains führt Sie die Route in die Region Grantown, wo auch die Übernachtung erfolgt.

5. Tag - Region Grantown - Loch Ness - Region Fort William
(ca. 165 km)

Am Morgen besuchen Sie eine der bekannten Whisky Distillerien der Region, wo Sie alles über die Herstellung des edlen Tropfens erfahren und sogar eine kleine Kostprobe genießen können. Anschließend erwartet Sie der wohl berühmteste und sagenumwobenste See der Welt, Loch Ness. Fahrt entlang des Sees und Besuch der Burgruine Urquhart Castle. Im Anschluss Weiterfahrt zum beliebten Urlaubsort Fort William am Fuße des größten Berges Schottlands, Ben Nevis, gelegen, mit Gelegenheit zum Bummeln und Einkaufen. Übernachtung in der Region Fort William.

6. Tag - Ganztagesausflug Isle of Skye (ca. 450 km)
Über die Skye Bridge erreichen Sie die größte Insel der Inneren Hebriden. Die Insel verfügt über eine Landschaft voller Gegensätze. Sanfte Hügel wechseln sich mit grünen Wiesen und blütenreichen Tälern ab. Gegen Mittag Stopp in der Inselhauptstadt Portree, die traumhaft an einer von hübschen bunten Cottages gesäumten Hafenfront gelegen ist. Anschließend setzen Sie die Fahrt über die Insel fort. Gegen Nachmittag Rückfahrt zum Hotel in der Region Fort William.

7. Tag - Region Fort William - Glen Coe - Stirling - Region Edinburgh (ca. 220 km)
Auf dem Weg zurück nach Edinburgh fahren Sie zunächst durch das wunderschöne Tal Glen Coe, das durch das tragische Blutbad des MacDonalds Clans im Jahr 1692 berühmt wurde. Zwischenstopp in der Stadt Stirling, die an der Grenze zu den Highlands liegt und als Tor des schottischen Seengebietes bezeichnet wird. Übernachtung in der Region Edinburgh.

8. Tag - Abreise
Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.