Juni - Juli 2019

Reisebericht: Niederlande. Mit Rad & Schiff entlang der Hanseroute.

Per Schiff & Rad entlang der Hanseroute Hollands. Unsere Chronistin nimmt Sie mit auf diese Tour. Entdecken Sie Deventer, Kampen & Amsterdam.

Chronistin Karin mit dem Rad & Schiff in den Niederlanden unterwegs
Mein Tipp

Entlang der Hanseroute Hollands

Katrin, Berge & Meer Chronist

Ich heiße Karin, bin 57 Jahre alt, und radele mit meinem Mann per Boot & Bike die "Hanseroute Holland".

Nachdem wir schon sowohl die Nord- als auch die Südroute mit Boot und Fahrrad in Holland erlebt haben, freuen wir uns nun, diese für uns neue Tour zu entdecken.

Holland ist einfach super zum Radfahren - wir konnten davon auch meinen Bruder und seine Freundin überzeugen, sodass wir diesmal zu viert unterwegs sind!

Viel Spaß beim Lesen!

1. Tag

Anreise

So - endlich geht es los. Um kurz vor 10.00 Uhr starten wir von unserem Heimatort, um nach Amsterdam zu fahren. Wir haben die erste Nacht im Hotel in Volendam gebucht, damit wir den Urlaub ganz entspannt beginnen können. Ein weiterer Vorteil: hier ist das Parken für eine Woche inklusive, während das Parken in Amsterdam sehr teuer ist. Nach einer Fahrzeit von circa vier Stunden kommen wir gegen 14.00 Uhr an.

Wir checken ein und warten auf meinen Bruder und seine Freundin.

Als wir alle zusammen waren, haben wir uns auf die Räder geschwungen und sind zunächst nach Edam gefahren. Dort haben wir uns die Stadt etwas angesehen und sind dann weitergefahren nach Volendam. Hier haben wir in einem Restaurant abends gegessen und sind dann zurück zum Hotel gefahren. Es waren insgesamt ca 16 km die wir heute mit dem Fahrrad gefahren sind.

Nun gibt es noch einen Absacker im Hotel damit wir dann schön schlafen können.

2. Tag

Amsterdam - Wijk bij Duurstede

Wir haben bereits um 7.00 Uhr das leckere Frühstück zu uns genommen und sind dann mit dem Auto zum Anleger der De Nassau nach Amsterdam gefahren, wo wir netterweise unsere Koffer abstellen konnten. Dies hat insgesamt nur eine Stunde Zeit gekostet, so dass wir ganz in Ruhe von Volendam nach Amsterdam mit den Fahrrädern fahren konnten.

In der quirligen Stadt Amsterdam sind wir noch etwas herum gefahren, um einige Sehenswürdigkeiten anzusehen und waren dann pünktlich um 13.00 Uhr bei unserem schwimmenden Hotel, der De Nassau.

Unsere Kabine ist zwar renoviert, aber doch sehr klein. Eines der zwei Betten kann nur über das Fußende erreicht werden, da es mit der Längsseite ganz an der Außenwand steht. Anders, als wir es erwartet hatten.

Wir haben auf der Sonnenterrasse gesessen und Kaffee und Kuchen verzehrt, den es inklusive gab.

Pünktlich um 14.00 Uhr hat das Schiff abgelegt. Zeit, um die Koffer auszupacken, denn die Plätze auf dem Sonnendeck waren alle belegt - aufgrund des schönen Wetters haben alle den Schatten gesucht!!! Das Sonnendeck machte seinem Namen alle Ehre!

Um 17.00 Uhr wurden wir von unserer Reiseleiterin Iris begrüßt. Jeden Tag gibt es ein "Briefing" für den nächsten Tag - sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch. Hier wird die Route vorgestellt, die uns erwartet.

Abendessen gab es um 18.00 Uhr, eine Stunde später haben wir in Wijk bij Duurstede angelegt, Sehenswert waren hier das Schloss auf einer Schlossinsel inmitten eines Parks und die Mühle, die direkt am Anleger ist.

3. Tag

Wijk bij Durrstede - Wageningen - Arnheim (35 km bis 44 km)

Während des Frühstücks fährt das Schiff von Wijk bij Duurstede nach Wageningen.

Hier startet die erste, von Boat Bike Tours geplante Radtour. Unser Ziel ist heute Arnheim, wo es zwei Tourenvorschläge gibt: eine kurze mi 36 km und eine etwas längere mit 44 km.

Wir haben uns für die längere Tour entschieden und es nicht bereut. Es war brütende Hitze und unsere heutige Tour führte dankenswerter Weise viel durch Wälder, sodass es relativ schattig war.

In Arnheim angekommen fahren wir erst einmal zum Schiff, um eine Tasse heißen Kaffee zu genießen. Dann sind wir noch einmal mit unseren Rädern in die Stadt gefahren um uns diese anzusehen und ein leckeres Eis zu verkosten.

4. Tag

Arnheim - Doesburg - Zutphen - Deventer (26 km bis 42 km)

Unser neuer Tag beginnt heute wieder mit einer Schiffsfahrt während des Frühstücks von Arnheim nach Doesburg. Während des Frühstücks können wir die vorbeifahrende Landschaft bewundern.

Auch heute gibt es wieder zwei verschiedene Touren, eine mit 58, die andere mit 46 Kilometern. Wir haben uns dazu entschlossen, eine Mischung von beiden zu machen so dass wir insgesamt knapp 52 km gefahren sind.

Heute fahren wir durch einige Orte, die wir uns gerne ansehen möchten.

Wir starten zunächst mit einer kleinen Besichtigung in Doesburg, wo sich das älteste Stadtbierhaus der Niederlande "De Waag" befindet.

Das nächste Etappenziel ist Bronkhorst. Bronkhorst hat nur einige hundert Einwohner, besitzt jedoch Stadtrecht.

Nach weiteren ca. 15 Kilometern erreichen wir Zutphen. Hier schauen wir uns einige historische Gebäude an wie zum Beispiel den Weinhausturm, die St. Walburgis-Kirche und die Brüderkirche. In letzterer befindet sich heute eine Bibliothek.

Auf Vorschlag eines Einheimischen fahren wir von hier aus direkt an der IJssel entlang bis nach Deventer. Hier hat uns der Wind voll von vorne erwischt.

Nach dem Abendessen war zunächst wieder das Briefing und um 20:30 Uhr wurde uns eine Stadtführung in Deventer angeboten.

5. Tag

Deventer - Zwolle - Kampen (44 km bis 56 km)

Und wieder fährt das Schiff am Morgen während des Frühstücks, diesmal von Deventer bis nach Weyhe. In Weyhe heißt es aufsatteln und los geht's.

Doch schon nach 500 Metern kommt der erste Stop, da wir mit der Fähre übersetzen müssen.

Aber dann geht's los - wir fahren durch kleine Ortschaften wie Heerde und Hattem, die sehr schön anzusehen sind.

Wir haben uns auch heute für die längere Route entschieden, da wir uns die Hansestadt Zwolle ansehen möchten. Der Abstecher hat sich gelohnt: es ist eine wunderschöne Stadt.

Nach insgesamt 58 km Fahrt kommen wir gegen 15.30 Uhr in Kampen an, wo die De Nassau liegt. Gerade rechtzeitig, um noch Kaffee und Kuchen zur bekommen.

Um 18.00 Uhr gibt es jeden Tag eine warme Mahlzeit an Bord. Es heißt zwar dass es ein Drei-Gänge-Menü geben soll, man kann es jedoch auch als 4-Gänge bezeichnen. Bisher gab es jeden Abend eine Vorspeise, eine Suppe, ein Hauptgericht sowie ein Dessert. Bei den Hauptgerichten kann man am Abend vorher zwischen zwei Gerichten für den nächsten Tag auswählen: für heute Abend entweder den Schweinebraten an Kümmelsoße oder gegrilltes Zanderfilet.

Das Abendessen wird an den Tischen serviert. Die Mahlzeiten sind sehr gut, wir würden jedoch noch mehr vertilgen können! ;-)

6. Tag

Kampen - Elburg - Harderwijk (48 km)

Gestern Abend hat unsere Reiseleiterin Iris noch einen Stadtrundgang in Kampen angeboten.

Heute starten wir direkt ab Kampen mit den Fahrrädern. Zunächst zieht direkt an unserem Schiff ein Motorradkonvoi vorbei, der von einer Polizeieskorte begleitet wird. Dieses Schauspiel haben wir uns nicht nehmen lassen.

Nach circa 20 km erreichten wir die Hansestadt Elburg. Hier fühlten wir uns in die Zeit des Mittelalters zurückversetzt.

Wir erlauben uns auch einen Abstecher, um die schönen Gärten von A. Vogel (Hersteller von Naturmedizin) zu besuchen. Wir hatten nicht damit gerechnet dass diese Gärten so groß angelegt sind, so dass wir es nicht geschafft haben, alles zu sehen.

Es ist nicht mehr so warm wie die ersten Tage, so dass man stellenweise eine Jacke brauchte. Der Wind war uns heute wohlgesonnen; er kam größtenteils aus nördlicher Richtung und wir fuhren Richtung Süden!

Wir sind heute wieder 58 km geradelt, und uns tut inzwischen allen der Popo etwas weh!

Nach dem Abendessen und dem anschließenden Briefing sind wir noch einmal an den Strandboulevard von Harderwijk gegangen und haben dort ein Getränk verkostet.

7. Tag

Harderwijk - Spakenburg - Huizen (45 km bis 56 km)

Auch heute haben wir uns wieder für die längere Route entschieden, da sie durch schöne Landschaften gehen soll.

Doch zunächst möchte ich vom Frühstück berichten. Am Buffet gibt es verschiedene Sorten Brot und Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade, gekochte Eier und Rührei sowie Müsli, Joghurt und frisches Obst. Eine Kaffeekanne steht auf dem Tisch, Tee und Säfte nimmt man sich.

Man stellt sich sein Lunchpaket selber zusammen, es gibt Brottüten, aber es ist praktischer, wenn man sich Behälter mitgenommen hat, um den Proviant zu verstauen. Am ersten Tag hat die jeder Passagier eine Plastikflasche erhalten, in die man sich Wasser abfüllen kann. Das Leitungswasser ist trinkbar.

Unsere heutige Tour führte uns tatsächlich durch eine wunderschöne Landschaft. Wir sind durch die Orte Putten und Bunschoten-Spakenburg bis nach Huizen gefahren.

Kurz vor Huizen kommt man an einem Teehaus vorbei, das es wirklich lohnt, sich anzuschauen.

Im Hafen von Huizen hatte die De Nassau einen wunderschönen Liegeplatz, wobei die Stadt selbst nicht so attraktiv ist.

Abends genießen wir noch einen leckeren Drink im Salon.

8. Tag

Huizen - Naarden - Muiden - Amsterdam (35 km)

Heute ist der letzte Tag der offiziellen Tour. Es gibt eine Route von Huizen nach Amsterdam mit einer Länge von 32 km. Einige Gäste haben sich entschieden, diese Tour mit dem Schiff zu fahren, da sie sich in Ruhe Amsterdam ansehen möchten. Es waren insgesamt 65 Gäste an Bord, die von der ganzen Welt kamen: Neben Deutschen waren u. a. auch Belgier, Niederländer, Schweizer, Südafrikaner und ein Ehepaar aus St. Michigan (US-Bundesstaat).

Wir schwingen uns aus Fahrrad und fahren über Naarden und Muiden nach Amsterdam. Ein Stück geht es direkt am Ijsselmeer entlang, bevor wir um ca. 12:30 Uhr, zeitgleich mit der De Nassau, Amsterdam erreichen.

Noch einmal wagen wir uns mit unseren Rädern in die Metropole Amsterdam, um einige Sehenswürdigkeiten anzusehen. Wir sind die ganzen Tage ohne einen Regentropfen gefahren sind - insgesamt hatten wir super Glück mit dem Wetter. Um 18.00 Uhr gab es das Abschieds-Abendessen - die Crew (insgesamt 11 Personen) hat sich bedankt und verabschiedet. Und dann hieß es für uns: Koffer packen!

9. Tag

Amsterdam - Abreise

Die Kabinen müssen bis 9.00 Uhr geräumt sein, um 9.30 Uhr müssen wir das Schiff verlassen. Wir können unsere Koffer bis 12.00 Uhr an Bord lassen und fahren mit den Fahrrädern nach Volendam, um unser Auto zu holen.

Gleich neben der De Nassau fährt eine kostenlose Fähre, die uns auf die andere Seite des Flusses bringt. Sobald man die Fähre verlässt, fährt man immer geradeaus, bis man den Knotenpunkt 36 erreicht. Über die Knotenpunkte 37 - 38 - 01 - 57 - 54 - 55 - 56 - dann Richtung 99 (zwischen Knotenpunkt 56 und 99 direkt an der Mühle links abbiegen) erreicht man das Hotel van der Valk in Volendam (ca. 27 km). Dies ist zum Abschied noch einmal eine schöne Strecke u. a. durch den Ort Monnickendam. In Katwoude haben wir auch die Gelegenheit genutzt, eine Käsefarm zu besichtigen. Uns wurde erklärt, wie der Käse hier hergestellt wird, den man anschließend auch probieren konnte.

Nachdem wir unsere Fahrräder auf dem Auto verstaut hatten, sind wir zum Schiff gefahren, um unsere Koffer zu holen. Dies hat nicht so gut geklappt, da wir vor einigen Straßensperrungen standen, die uns zu Umwegen zwangen. Letztendlich haben wir um 12.15 Uhr unsere Koffer von Bord geholt, uns noch einmal herzlich von der Bedienung Monika aus der Tschechien verabschiedet. Wir traten dann unsere Heimfahrt an und sind ca. 17.30 Uhr zu Hause gewesen.

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