Mai - Juni 2018

Reisebericht: Peru, Bolivien, Argentinien & Brasilien - das Temperament Südamerikas

Vier Länder Südamerikas erwarten Sie und unseren Chronisten auf einer spannenden Rundreise. Bestaunen Sie das Weltwunder Machu Picchu in Peru oder lassen Sie sich vom brasilianischen Temperament in Rio de Janeiro anstecken. Ein Highlight jagt das nächste!

Chronist Thomas in Peru, Bolivien, Argentinien und Brasilien
Mein Tipp

Temperament Südamerikas erleben

Thomas, Berge & Meer Chronist

Mein Name ist Thomas und ich bin noch 39 Jahre alt. Ich wohne in Friedrichshafen am schönen Bodensee. Ich bin ein kleiner Reisefanatiker und verreise mehrmals jährlich. Seit 2006 habe ich ca. 40 Länder bereist, außer Südamerika und Australien.

Da, wie erwähnt Südamerika, bis jetzt fehlt habe ich mir zum 40. Geburtstag diese Reise selbst geschenkt. Mein Ziel ist jedes Land einmal zu bereisen. Vielleicht schaffe ich es.

1. Tag

Anreise

Einen Tag nach meinem 40.Geburtstag begann die Anreise zu den Höhepunkten in Südamerika. Diese Anreise gestaltete sich ungewöhnlich, da wir erst Lufthansa geflogen sind (bis Madrid) und ab dort dann mit Latam. Die Maschine der Lufthansa war komplett voll und hatte in Madrid ca. 35 min Verspätungen. Der Latam Flug begann pünktlich und endete auch so. Der Flug verlief ruhig und fast nur im Schlaf.

2. Tag

Ankunft in Lima und Stadtrundgang

Nach der Landung haben wir unseren Einreisestempel bekommen (in ca. 2 min) und danach unser Gepäck. Am Ausgang erwartete bereits unsere Reiseleiterin und wir erfuhren dass wir auf dem ersten Stück bis Cusco 12 Personen sind. Ab Cusco kommen weitere 10 Personen hinzu, die ihre Reise bereits am 14.05.2018 begonnen haben und einige Tage in Puerto Maldonado verbrachten.

Bereits um 8.00 Uhr begann unsere Stadtrundfahrt. Da noch nicht alles offen war begannen wir den Tag mit einem sehr guten Kaffee im Hotel Bolivar. Ein sehr altes aber innen wunderschönes Hotel. Danach besichtigten wir die Kathedrale, das Kloster San Fransisco, alte Stadt, neue Stadt und dem Park der Verliebten. Um 12.30 Uhr konnten wir im Hotel einchecken und der Rest des Tages war frei. Im Laufe des Nachmittages bin ich am den Strand spazieren gegangen (ca. 15 min.) und zum den Einkaufszentrum Lacomar. Dort habe ich dann den Tag ausklingen lassen.

3. Tag

Flug nach Cusco und Stadtrundgang

Nach einer erholsamen Nacht hieß es früh aufstehen, da unser Flug nach Cusco um 8.15 Uhr ging. Wir wurden um 4.00 Uhr geweckt und 30 min. später gab es Frühstück. Die Auswahl war sehr überschaubar. Um 5.00 Uhr fuhren wir dann zum Flughafen. Die Bordkarten für den Flug hatten wir schon in Madrid bekommen und dank einer sehr hilfsbereiten Mitarbeiterin am Flughafen wurden sehr schnell die Gepäck-Banderolen für unsere Koffer ausgedruckt und befestigt. Danach durch die Sicherheitsschleuse und dann warteten wir auf unseren Flug.

Um 8.30 Uhr setze sich unser Flieger in Bewegung und um 9.45 Uhr landeten wir auf dem kleinen Flughafen in Cusco. Nachdem unser Flieger zum Stehen gekommen war durften wir zum Terminal laufen. Dort bekamen wir unser Gepäck und wurden am Ausgang von unserem neuen Reiseleiter Cesar im Empfang genommen. In der anschließenden 15 min. Fahrt zum Hotel bekamen wir einen ersten Eindruck der Stadt. Beim Check-in wurde uns gesagt das wir uns um 14.00 Uhr treffen zur Stadtbesichtigung.

Punkt 14.00 Uhr waren alle da, inkl. der 10 Mitreisenden, die am Vortag aus Puerto Maldonado angereist waren. Der Stadtrundgang geschah per Fuß und begann am Sonnentempel. Nach einer ausführlichen Besichtigung des Tempels schlenderten wir in aller Ruhe durch die engen Gassen von Cusco. Dort bekamen wir auch eine Erklärung zum Unterschied von Kunststoff-Textilien und denen aus Alpaka Wolle. Am Plaza de Armas besichtigten wir die Kathedrale und die drin enthaltenen Statuen und Reliquien. Am Ende der Besichtigung war der Stadtrundgang abgeschlossen und wir hatten Freizeit. Eine kurze Info von Cesar wie wir zum Hotel kommen und schon zerstreute sich die Gruppe. Den Abend ließ ich in einem kleinen Restaurant neben dem Hotel ausklingen, wo ab ca. 19.00 Uhr Live Music mit einheimischen Künstlern stattfindet.

4. Tag

Auf ins Heilige Tal der Inkas

Nach unserer ersten Nacht in Cusco, auf 3.300 m Höhe, begann unser Ausflug ins heilige Tal um 9.00 Uhr. Einige Mitreisenden hatten mit der Höhe zu kämpfen, aber der Ausflug ging in tiefer gelegene Gebiete. Zuerst fuhren wir nach Chinchero um dort der landestypischen Herstellung von Textilien und deren Einfärbung beizuwohnen. Die Gewinnung der Farben war für alle eine Überraschung, da die Farben ausschließlich von Pflanzen aus der Region kommen. Keine Chemie kommt hier zu Einsatz und dennoch sind die Farben kräftig.

Danach fuhren wir zu den Salzminen von Cusco. Eine Idee einiger Mitreisender, die nicht im Programm ist. Ein absolut lohnenswerter Ausflug. Anschließend ging es weiter nach Urubamba um dort einiges an Kraftfutter (Obst) einzukaufen. Auf der Fahrt dorthin erzählte uns Cesar wieder sehr viel über die Gegend. Wir erfuhren, dass bis auf 4.200 m Kartoffeln angebaut werden und dass die Bäume bis 4.400 m Höhe wachsen. Schnee gibt es in den Anden erst ab 5.000 m. Für europäische Verhältnisse kaum nachzuvollziehen. Unterwegs machten wir einen Stopp auf knapp 2.800 m Höhe, um einen Blick ins heilige Tal zu erhaschen und Fotos zu machen.

Nachdem wir uns auf dem Markt in Urubamba gestärkt hatten, ging es weiter nach Ollantaytambo. Dort befindet sich eine alte Inka-Festung, die der in Machu Piccu kaum nachsteht. Der Weg auf die oberste Plattform ist sehr steil und anstrengend. Leider ist die Anlage total überlaufen. Der Blick von oben aber entschädigt. Nach etwas Freizeit ging es zurück nach Cusco, wo wir um 18.30 Uhr unser Hotel erreichten. Kurz vor dem Hotel erhielten wir die Information das es am nächsten Tag sehr früh losgeht, da Machu Piccu ansteht.

5. Tag

Maccu Pichu

Wie von Cesar angekündigt ging es um 5.20 Uhr los. Der Grund des frühen Aufbruchs ist, das wir um 7.45 Uhr den Zug nach Machu Piccu erwischen müssen. Falls wir diesen verpassen fällt der ganze Ausflug ins Wasser, da die Sitzplätze im Zug reglementiert sind und Wochen im Voraus bestellt wurden. Leider kam unser Busfahrer etwas zu spät, aber er holte die Zeit wieder auf. Einige Minuten vor Abfahrt erreichten wir den Bahnhof in Ollantaytambo und der Zug stand auch schon bereit. Wir erhielten unsere Tickets und wurden beim Einstieg mit Pass kontrolliert.

Der Zug war ein alter schön hergerichteter Panoramazug mit Fenstern im Dach. Dass er komplett ausgebucht war, erwähne ich nur am Rand. Die einfache Fahrt kostet übrigens 50 US-Dollar. Während der 90 min. Fahrt wurden Getränke gereicht und wir alle genossen die grandiose Landschaft.

In Machu Piccu Pueblo (Aguas Calientes) angekommen, ging es im Laufschritt zu den Shuttlebussen die uns zum Eingang von Machu Piccu bringen sollten. Diese Busse werden bis auf den letzten Platz vollgestopft und fahren in einem sehr zügigen Tempo die Serpentinen nach oben. Oben angekommen bekamen wir die Tickets und den Hinweis, dass es in der Anlage selbst keine Toiletten gibt. Also Obacht. Zuerst geht man einige steile Treppen aufwärts, bis man zu dem bekannten Aussichtspunkt kommt, von dem man die ganze Anlage überblicken kann. Ein überwältigendes Erlebnis und ein traumhafter Ausblick. Von da aus bekamen wir eine ausführliche, knapp 3 Stunden Führung von Cesar. Gegen 13.00 Uhr verließen wir die Anlage und wollten ins Tal.

Leider kamen mehrere Hunderte anderer Besucher auf die gleiche Idee und wie mussten uns am Ende einer nicht enden wollenden Schlange anstellen. Zum Glück waren wir nach knapp 35 min schon an Anfang und fuhren ins Tal. Dort angekommen nahmen wir alle erstmal etwas Nahrung zu uns und hatten anschließend knapp 30 min. zum Souvenir Shopping. Um 16.20 Uhr fuhr der Zug zurück nach Ollantaytambo, wo wir kurz nach 18.00 Uhr eintrafen. Anschließend in den Bus und gegen 21.00 Uhr waren wir wieder im Hotel. Ein Tag, den niemand vergessen wird lag hinter uns.

6. Tag

Fahrt nach Puno

Am heutigen Tag fand die Abfahrt um 7.00 Uhr statt. Auf dem Programm stand eine sehr lange Busfahrt. Cesar bemerkte gestern dass es ca. 10 - 11 Stunden gesamt werden. Wir wurden am Hotel von 2 kleinen Minibussen abgeholt und in Cusco zu einer Werkstatt gefahren, wo bereits ein großer Reisebus auf uns wartete. Im Bus hat es uns die Sprache verschlagen. Liegesitze aus schwarzem Leder, riesiger Fußraum, Platz ohne Ende und USB-Anschluss an der Sitzlehne. WLAN wäre auch noch möglich gewesen. So bequem bin ich noch nie gereist und auch die Mitreisenden konnten sich an solchen Luxus erinnern. Wie in der First Class im Flugzeug. Nur das jemand mit Getränken und Essen durch die Reihen kommt, hat noch gefehlt. Nach etwa 70 min. Fahrt erreichten wir unser erstes Ziel dieses Tages.

Die Kirche San Pedro in Andahuaylillas. Diese Kirche nennt man auch die Sixtinische Kapelle Südamerikas. Von außen wirkt die leicht unscheinbar, aber der Innenraum ist absolut überwältigend. Wunderschöne Gemälde und Gold bzw. Silber in Massen. Nachdem wir dieses Highlight genossen haben ging es weiter in Richtung der Ausgrabungen in Raqchi. Dort bewunderten wir eine alte Inka Siedlung. Diese wird zurzeit saniert/restauriert, zeigt aber die Größe der Anlage. Danach wurde es Zeit für ein Mittagessen. Dieses durften wir im Las Tunas Restaurant in Sicuani einnehmen Idyllisch gelegen an einem kleinen Gebirgsbach. Dort gab es ein großes, reichhaltiges und verdammt leckeres Buffet. Nachdem wir alle sehr satt und gestärkt aus dem Zwischenstopp heraus gingen wir weiter und erreichten einen Pass mit 4.335 m über Meeresspiegel den höchsten Punkt unserer Reise. Der Ausblick auf die umliegenden Berge war überwältigend und einige hatten durchaus mit der Höhe zu kämpfen.

Als alle Fotos gemacht wurden, ging es weiter über den Altiplano. Die nächsten Stunden fuhren wir weiter auf bzw. über 4000 m Höhe. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Julianca. Eine Großstadt im Altiplano aber wie ich finde, absolut hässlich. Diese Stadt nennt man auch Schmuggel-Hauptstadt der Region da viele Waren aus Bolivien hierher geschmuggelt werden und umgedreht. Einen Stopp legten wir dort nicht ein. Es gibt dort auch nichts zu sehen.

Gegen 19.00 Uhr erreichten wir endlich unser Hotel in Puno. Etwas abseits gelegen aber sehr schön und super Zimmer. Am Ende verabschiedeten wir uns noch von Cesar, da in Puno ein neuer Reiseleiter notwendig ist. Die Reiseleiter sind regional gebunden und Cesar durfte uns nicht weiter begleiten. Kurz bevor er wieder zurück nach Cusco fuhr, erhielten wir noch die Information, das es am nächsten Tag um 6.30 Uhr losgeht.

7. Tag

Goodbye Peru and Welcome Bolivien

Pünktlich um 6.30 Uhr stand die gesamte Truppe in der Hotel-Lobby und unser neuer Reiseleiter empfing uns. Unsere Koffer wurden verladen und schon ging es am Titicacasee entlang in Richtung der Grenze von Peru und Bolivien. Unterwegs legten wir einen kleinen Fotostopp ein, um den See in seiner Größe zu bewundern und unsere Fotos zu machen.

An der Grenze angekommen wurden unsere Koffer per Fahrrad-Rikscha auf die bolivianische Seite verladen, während wir die Ausreiseprozedur in Peru hinter uns brachten. Keine 15 min später hatten alle 22 Mitreisenden dies geschafft und unser peruanischer Reiseleiter verabschiedete sich und übergab uns alle an Manuela, unsere bolivianische Reiseleiterin. Netterweise hatte Sie bereits die Einreisezettel ausgefüllt, sodass wir nur noch unterschreiben mussten und zur Einreisebehörde mussten. Auch hier zeigte sich, es kann schnell gehen. Vielleicht 20 min später saßen alle im neuen Reisebus und es ging weiter in Richtung des Ortes Copacabana.

Auf dem Weg dorthin erzählte Manuela bereits etwas über sich und Bolivien. Nach 25 min Fahrt standen wir vor der Kirche Basilica de Nuestra Senora de Copacabana. Dies ist eine sehr bekannte Wallfahrtskirche in Südamerika. Eine wunderschöne in Weiß gehaltene Kirche. Innen wieder sehr umfangreich geschmückt. Direkt danach ging es zum Ufer des Titicacasee, wo unsere Katamaran wartete, der uns zur Sonneninsel bringen sollte. Auf der 60 min. Fahrt konnten wir die ersten Eindrücke des höchstgelegen Sees der Welt sammeln.

Auf der Insel angekommen besuchten wir erst die Ruinen einer Inkafestung. Die Aussicht von dort ist atemberaubend. Sehr beeindruckend. Danach durften wir einer Schamanen-Zeremonie beiwohnen, wo wir alle interessiert teilnahmen und am Ende der Schamane allen Glücken und Gesundheit wünschte. Anschließend fuhren wir in eine Bucht zu einem kleinen Ort, von dem aus 200 Stufen zur Quelle der Jugend führen. Einige Mitreisenden nahmen die Treppen in Anlauf, während ich verzichtete. Bei mir ist eh nichts mehr zu machen. Nach etwa 30 min. ging es zurück auf den Katamaran, wo bereits unser Mittagessen wartete. Die Fahrt von der Sonneninsel nach Cocotoni dauerte ca. 2 Stunden und wir konnten dabei ein reichhaltiges und leckeres Buffet genießen. Während der Fahrt kamen die Königskordillere immer näher und wir konnten die schneebedeckten Berggipfel bewundern. Die Gipfel dieser Bergkette sind über 6000 m hoch und gehen bis La Paz.

In Cocotoni angekommen, bekamen wir die Chance auf einem Binsenboot (Schilfboot) zu fahren. Diese Boote befuhren bereits zur Zeit der Inkas den See. Ein sehr schönes Erlebnis. Den Rest des Tages fuhren wir nach La Paz, wo wir unser Hotel gegen 19.45 Uhr erreichten. Auf der Fahrt dorthin bekamen wir von Manuela sehr viele Infos über Bolivien (Schulsystem, Mieten, Gesundheitssystem, Korruption, Geld, usw.). Das dortige Hotel liegt sehr zentral, ist aber qualitativ schlechter als die Hotels in Peru. Gesamt ist das Hotel gut, aber die in Peru waren doch besser. Direkt beim Einchecken gab uns Manuela noch die Info das es nächsten Tag erst um 9.00 Uhr losgeht. Alle waren begeistert, da wir die letzten Tag sehr früh raus mussten.

8. Tag

Stadtrundfahrt La Paz und Freizeit

Der heutige Tag begann für uns recht spät. Da wir die letzten Tage sehr früh aufstehen mussten, war die heutige Abfahrtszeit von 9.00 Uhr traumhaft. Endlich mal ausschlafen. Nachdem wir alle von Manuela begrüßt wurden, ging es schon los. Der Verkehr in La Paz ist für deutsche Verhältnisse ein Drama. Man steht fast nur im Stau, aber keiner hupt, gestikuliert oder ist wütend. Das ist die bekannte bolivianische Ruhe. Fahrt zum ersten Stopp führt am berühmten Gefängnis von San Pedro statt. Das liegt mitten in der Stadt und ist sehr bekannt. Ein deutsches Journalistenteam war vor einige Wochen da um über die Zustände zu berichten. Von außen sehr mächtig aber innen wohl die Hölle.

Den ersten Stopp legen wir am Plaza Mayor ein. Dort bewunderten wir die Kathedrale und den Präsidentensitz. Der Platz selbst ist sehr schön, von den Bausünden und dem Verkehr mal abgesehen. Leider verschandelt das Hochhaus, was der neue Präsidentensitz wird das Panorama des Platzes. An zwei Ecken das Platzen sind zusätzlich einige Gebäude teilweise eingefallen. Das wirkt sich negativ aus, finde ich. Manuela informierte uns zusätzlich zu der normalen Information, das auch das Parlament an diesem Platz ein Hochhaus bekommen soll. Dem Platz wird es nicht förderlich sein. Danach ging es weiter auf dem Hexenmarkt, wo wir in die Mystik des Landes eingewiesen wurden. Dort bekamen wir auch Lama-Föten zu Gesicht. Etwas abschreckend für uns. Anschließend kam das Highlight des heutigen Tages.

Die Fahrt mit 5 Seilbahnen in La Paz. Manuela besorgte die Tickets und schon ging es los. Man schwebt mehrere Meter über dem Boden und hat einen fantastischen Überblick über die Stadt. Von den Seilbahnen erkennt man wunderbar den Talkessel, in dem La Paz liegt. Nach über 1 Stunde gingen wir Fahrten leider zu Ende. Wir alle wären gern noch weiter gefahren. Von einer der Endstationen der Seilbahn ging es zu den Mondbergen. Diese liegen etwas oberhalb von La Paz und sehen sehr unnatürlich aus. Eine abstrakte Landschaft die stark an den Mond erinnert, wie einmal Neil Armstrong feststellte, als er La Paz besuchten.

Gegen 14.00 Uhr waren wir im Hotel zurück und danach hatten wir Freizeit. Kurz bevor wir das Hotel erreichten, informierte uns Manuela das wir am nächsten Tag um 3.30 Uhr geweckt werden und um 5.00 Uhr zum Flughafen abfahren. Den Nachmittag verbrachten die meisten Teilnehmer damit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Ich selbst besuchte den San Francisco Platz mit der San Francisco Kirche, um danach von dort zum Plaza Avaroa zu gehen. An sich nur 2 km Wegstrecke aber da man nur bergauf bzw. bergab läuft und das in einer Höhe von ca. 3.500 m, doch sehr anstrengend. Den Tag habe ich mit einigen Mitreisenden im Alexander Coffee am Plaza Avaroa ausklingen lassen, bei einem kleinen Abendessen.

9. Tag

Abschied von La Paz und Flug nach Buenos Aires

Wie von Manuela angekündigt klingelte bei allen um 3.30 Uhr das Telefon um geweckt zu werden. Nach dem dürftigen Frühstück stiegen wir um 5.00 Uhr in den Bus zum Flughafen. Die Fahrt durch La Paz um diese Uhrzeit war spannend. Kaum Autos unterwegs und fast keine Menschen. Die Fahrt zum Flughafen dauerte nicht lange und um ca. 5.30 Uhr erreichten wir den Flughafen El Alto. Dieser liegt auf ca. 4.100 m über dem Meer. Einige hatten damit zu kämpfen. Nachdem wir den Check-in geschafft haben verabschiedeten wir uns alle ausgiebig von Manuela. Eine super Reiseleiterin, die viel persönliche Erfahrungen bei der Tagesgestaltung einbringt und die bisher die beste Reiseleiterin auf dieser Reise war. Sie wird uns allen fehlen.

Der Flug nach Buenos Aires verläuft in 2 Etappen. Der erste Flug geht von La Paz nach Santa Cruz de la Sierra und dauerte 55 Minuten. Der Zweite von Santa Cruz de la Sierra nach Buenos Aires und dauerte 2 Stunden und 45 Minuten. Beide Flüge wurden von Boliviana de Aviacion, einer bolivianischen Fluglinie. Beide Flugzeuge waren sehr voll, aber nicht komplett. Zu unser aller Überraschung bekamen wir auf beiden Flüge eine Kleinigkeit zu essen und etwas zu trinken. Daran wäre bei europäischen Fluglinien nicht zu denken. Wir landeten, etwas verspätet, um 14.00 Uhr auf dem internationalen Flughafen von Buenos Aires. Als Nächstes mussten wir die Einreiseprozedur hinter uns bringen und uns unsere Koffer schnappen. Die Einreise nach Argentinien verlief etwas anders als bisher in Peru und Bolivien, aber es war dennoch schnell. Kaum hatten wir unsere Koffer, wurden wir schon von Ursula, unserer einheimischen Reiseleiterin begrüßt.

Da wir an einem Samstag landeten und auch noch direkt nach dem Unabhängigkeitstag, schlug Sie vor direkt am Flughafen Geld zu tauschen, da in der Stadt alle Geschäfte geschlossen waren. Diesen Rat befolgten wir alle, was leider zu Schlagen und Wartezeit an der Bank führte. Die Kollegen bei der Bank taten ihr Übriges, um uns die Wartezeit zu verlängern. Gegen 15.00 Uhr verließen wir alle den Flughafen und fuhren in die Stadt zu unserem Hotel. Auf der Fahrt zum Hotel informierte uns Ursula über allgemeine Themen wie z. B. Landesinfo, Einwohner Stadt und Land, Währung, Geschichte, usw. Ebenfalls informierte Sie uns über fakultative Ausflüge die wir am Montag, unseren freien Tag, unternehmen könnten. Insgesamt gibt es drei mögliche Ausflüge. Einen Tangoabend (85 € pro Person), einen Ranch Besuch (178 € pro Person) oder einen Ausflug ins Delta des Rio de la Plata (80 € pro Person) unternehmen. Mir persönlich und auch den meistern Mitreisenden sind diese Preise zu hoch und überteuert. Daher werden wir auf eigene Faust die Stadt erkunden gehen. Zusätzlich zu den Infos bekamen wir von Ursula noch den Tipp, dass es direkt am Hotel ein sehr gutes Steakhaus gibt. Das 1234 an der Av. Santa Fe. Dort verbrachten wir alle den Abend und die meisten genossen ihr argentinisches Rindersteak. Es hat sehr gut geschmeckt, muss ich gestehen.

10. Tag

Stadtrundfahrt Buenos Aires und Freizeit

Da der heutige Tag erst um 9.00 Uhr beginnt, haben viele Mitreisende die Zeit genutzt, um auszuschlafen bzw. Schlaf nachzuholen. Das Frühstück im Hotel Cyan de las Americas war eine Offenbarung, im Vergleich zum letzten Hotel. Eine reichhaltige Auswahl an Speisen und Getränken ließen den Tag schon sehr gut beginnen. Punkt 9.00 Uhr waren alle im Bus und Ursula begrüßte uns.

Als ersten Programmpunkt standen die Stadtteile Palermo und Recoleta an und wir bewunderten die wunderschönen Häuser und großen Parkanlagen. Palermo, das alte Italiener Viertel trotz nur vor wunderschönen alten Bauten. Daran kann ich mich nicht satt sehen. Der erste Stopp war der berühmte Friedhof im Stadtteil Recoleta. Dort liegt Eva Peron (Evita) begraben. Der ganze Friedhof besteht aus Gruften, die meist recht hübsch sind. Einige wenige sind zerfallen bzw. dem Verfall preisgegeben. Dort liegt eine Gruft nach der anderen. Die Gruft von Evita Peron liegt mittendrin und ist ohne Lagekenntnis nur sehr schwer zu finden. Anschließend ging es mit dem Bus zum Plaza de Mayo, wo wir die Kathedrale von außen und innen besichtigten sowie einen Blick auf das Rathaus, Stadtparlament und das argentinische Parlament werfen konnten. Leider wird der Plaza de Mayo gerade verschönert und man darf den Platz nicht betreten. Für die Fotografen leider ein unschöner Anblick. Danach fuhren wir durch die Altstadt zum Stadtteil La Boca. In diesem Stadtteil machten wir Halt und hatten 30 min. Zeit um die berühmten bunten Wellblechgebäude zu bewundern. In diesem Gebiet gibt es unzählige davon und viele Restaurants die mit Tangopaaren zum Verweilen einladen.

Nach unserer Rückkehr um 13.00 Uhr im Hotel hatten wir den Rest des Tages frei. Alle nutzen die Chance und besuchten den Trödel- und Antiquitätenmarkt auf der Av. Defensa. Danach bin ich noch zur Galeria Pacifico und zum Park Costanera Sur, einem Schutzgebiet für Vögel direkt am Fährhafen von Buenos Aires gelaufen.

11. Tag

Buenos Aires auf eigene Faust

Heute hatten wir den ganzen Tag frei und konnten Buenos Aires auf eigene Faust erkunden. Die meisten nutzten die Gelegenheit und schliefen erst mal richtig aus. Ich selbst ging erst um 9 Uhr zum Frühstück und war überrascht, dass doch einige Mitreisende auch erst so spät erschienen. Dort besprach man, was man heute unternehmen wollte und ich erfuhr, dass es bis jetzt zwei Kranke gab. Leider war ich selbst darunter. Bei mir ist es eine Erkältung und die zweite Person hat Probleme mit dem Hals. Daher versuchten wir zwei so wenig wie möglich uns anzustrengen, um die Tage im Iguazu und Rio noch zu genießen.

Ich selbst besuchte am Vormittag die Buchhandlung El Ateneo Grand Splendid und die Kirche San Nicolas Virgin, welche nicht weit vom Hotel entfernt liegen. Die Buchhandlung ist der Wahnsinn. Ein altes Theater wird als Buchhandlung benutzt. Überall Regale mit Büchern. Selbst in den Logen oberhalb der Bühne. Die Bühne selbst fungiert als Café, wo man etwas trinken und essen kann. Ein Muss für Buenos Aires, finde ich.

Andere Mitreisende besuchten die Oper bzw. fuhren per Zug in den Ort Tigre, um von dort aus das Delta des Rio de la Plata zu erkunden. Es sei noch erwähnt, dass es am Vormittag einen kräftigen Regenschauer gab. Am Nachmittag bin ich zu Fuß zum Park von General San Martin gelaufen, einem Helden des Unabhängigkeitskrieges. Dort habe ich das geschäftigte Treiben im bzw. um den Park beobachtet und bin dann zum Tagesausklang die Av. Florida etwas gelaufen, um letzte Souveniers aus Argentinien zu besorgen.

12. Tag

Flug nach Iguazu zu den Wasserfällen

Am heutigen Tag wurden wir erst gegen 10.40 Uhr am Hotel von Ursula abgeholt. Pünktlich wie wir Deutschen nun einmal sind, standen wir alle schon einige Minuten vorher in der Lobby. Der Weg zum Regional-Flughafen von Buenos Aires war kurz und das Einchecken ging sehr flott. Leider hatten wir beim Start etwa 20 Minuten Verspätung, die wir nur minimal aufholen konnten. Auf nur 1300 km Flugstrecke ist das aber auch verdammt schwer. Auf dem argentinischen Flughafen von Iguazu angekommen bemerkten wir zuerst die Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit. Da mit dem Gepäck alles klappte und wir es schnell bekamen gingen wir zum Ausgang, wo uns Max erwartet. Wenn man es nicht wüsste, denkt man Max ist ein Deutscher, der nach Brasilien ausgewandert ist. Er ist aber Brasilianer und seine Großeltern waren die Auswanderer. Er spricht aber sehr gutes Deutsch.

Auf dem Weg zum Nationalpark Iguazu, auf der argentinische Seite, erklärte er uns, dass wir leider nur einen Teil des geplanten Programmes machten könnten, da wir sehr spät abgeflogen sind (Landung erst um 14.45 Uhr). Das ist leider ein Kritikpunkt. Hier sollte Berge & Meer schauen, ob es nicht einen oder zwei Flüge früher möglich wären. So sind wir im Eiltempo vom Eingang zum Bahnhof der Bummelbahn gelaufen und eingestiegen. Auf der 5 km Fahrt zur Teufelsschlucht sahen wir schon Nasenbären, unzählige Schmetterlinge, einen Tukan sowie einen Blaukappenraben. Als der Zug hielt, ging es wieder schnell über die unzähligen Brücken zur Teufelsschlucht. Der Weg vom Bahnhof zur Schlucht ist 1,2 km lang und man benötigt ca. 20 Minuten bis dorthin. Wir mussten aber um 17.30 Uhr den letzten Zug zum Eingang erwischen, sonst hätten wir im Park übernachten müssen.

Es gibt dort keine Übernachtungsmöglichkeiten. An der Teufelsschlucht angekommen bot sich uns allen ein grandioser Bild und die Gischt weichte sich etwas ein. Die Massen an Wasser, die dort im ersten Fall 30 Meter und im zweiten 40 Meter in die Tiefe rauschen, sind atemberaubend. Wir konnten uns kaum los reißen, aber wir mussten. Da Max uns erzählte, dass es auch Pumas im Nationalpark gibt, hatte keiner vor, dort zu bleiben. Verständlich wie ich finde. Alle erreichten den Zug und kurz vor 18 Uhr erreichten wir den Ausgang. Dort lief uns noch eine Tarantel über den Weg und ließ sich bereitwillig fotografieren.

Dann ging es in der Dunkelheit an die Grenze von Argentinien und Brasilien, wo Max alle Formalitäten schnell klären konnte. Auf dem Weg in unsere Hotels informierte er uns, dass es die Möglichkeit gibt typisch Brasilianisch zu essen. Einige nahmen das Angebot an und der Rest bediente sich am Hotelbuffet. Es ist zu erwähnen, dass es ca. 800 m entfernt vom Hotel eine Shopping-Mall gibt, in der sich eine kleine Wechselstube befindet.

13. Tag

Iguazu Wasserfälle auf brasilianischer Seite und Flug nach Rio

Der heutige Tag begann für alle überschwänglich. Abfahrt um 11.30 Uhr. Das nutzen alle aus, um genüsslich am reichhaltigen Frühstücksbüffet zu essen und etwas Zeit am Hotelpool zu verbringen. Pünktlich ging es los und zuerst hielten wir an einer Wechselstube neben der Tankstelle. Nach kurzer Zeit ging es weiter zum Eingang des Iguazu Nationalparks, aber diesmal auf der brasilianischen Seite. Von dort hat man einen super Blick über alle 275 Wasserfälle. Der Eintritt in dieses Naturwunder kostet 50 € und war im Reisepreis nicht inkludiert.

Danach ging es per Bus 11 km zu einem Hotel, das seit Jahrzehnten berühmt ist, weil es direkt an den Fällen steht und in rosa gehalten ist. Auf dieser Fahrt sahen wir auch den Kara Kara Vogel. Dort stiegen wir aus und wir hatten schon den ersten super Ausblick über einen Teil der Wasserfälle. Danach einigten wir uns mit Max, dass wir uns alle um 14.30 Uhr auf der Aussichtsplattform direkt an den Fällen treffen und jeder bis dahin machen kann, was er möchte. Danach lief jeder den Weg zu dieser Plattform in seinem Tempo und macht dort, wo er/sie dachte, einen Fotostopp. Dieser Weg ist doch recht lang und man hat sehr, sehr viele Gelegenheiten die Fälle zu bestaunen und zu fotografieren. Unterhalb der Aussichtsplattform gibt es einen Betonsteg, der sehr nahe an eine der Kanten eines Wasserfalles heranreicht. Um aber dahin zu kommen, muss man aber auch an einem sehr großen Wasserfall vorbei. Sprich, man wird durchaus nass. Nicht stark aber schon etwas. Ein Regencape wäre hier hilfreich, das man aber auch vor Ort kaufen kann.

Um 14.30 Uhr starteten sechs Teilnehmer zu einer kleinen Bootsfahrt in die Teufelsschlucht. Es gibt zwei Touren. Eine trockene und eine nasse. Die Kollegen entschieden sich für die trockene, immerhin mussten wir danach noch ins Flugzeug, um nach Rio zu gelangen. Um 16.45 Uhr starteten wir zum Flughafen. Diesmal aber der brasilianische Flughafen von Iguazu. Dieser Flughafen hat ein großes Gebäude mit vielen Shops und mit einer Wahnsinnszahl von drei Abfluggates. Man kann sich vorstellen, dass die Wartehalle dementsprechend voll ist. Pünktlich um 19.03 Uhr hob unser Flugzeug ab, das nur mäßig gefüllt war. Der Flug durch die Nacht verlief unspektakulär, nur der Anblick von Rio bei Nacht war schön. Die Landung erfolgte um 20.50 Uhr und die Koffer waren fast schon da. Einige zumindest. Die restlichen kamen nach ca. 15 Minuten warten.

Am Ausgang erwartete uns Ralf, unser neuer Reiseleiter. Auf dem Weg zum Hotel informierte er uns über allgemeine Infos zu Rio (Größe, Einwohner, Geld, Sicherheit, Taschendiebstahl, Essen, usw.). Außerdem informierte er uns über Zusatzausflüge wie z.B. eine Fahrt durch die Bucht, Besuch des Nationalparks, eine brasilianische Show und über die Möglichkeit, einen Van mit max. 10 Personen zu mieten, indem uns Ralf Zusatzziele zeigt, die wir gern ansteuern möchten.

14. Tag

Stadtrundfahrt Rio und Freizeit

Die heutige Stadtrundfahrt begann um 8.30 Uhr und ich hatte mich fast verspätet, da die Kassiererinnen im Supermarkt in Rio offenbar alles Beamte sind. In Deutschland sind selbst Beamte schneller, als diese Damen. Sorry, aber so ist es. Das erste Ziel war gleichzeitig das Highlight. Der Zuckerhut. Auf der Fahrt dorthin bekamen wir noch die Erklärung, wie der Zuckerhut zu seinem Namen kam und, dass dort die erste Stadt Rio de Janeiro gegründet wurde.

Anschließend ging es per Seilbahn in die Mittelstation, wo man bereits einen guten Überblick über die Stadt erhalten konnte. Dort bekamen wir eine ausführliche Geschichtsstunde zur Seilbahn. Danach ging es weiter auf den Gipfel des Zuckerhutes. Der Ausblick von dort ist grandios. Man kann von der Copacabana bis in die Bucht von Rio inklusive Internationalen Flughafen schauen, sofern der Nebel es zulässt und man kann gut die Christusstatue auf dem Corcovado erkennen. Nach etwa 1-1,5 Stunden ging es weiter in die Innenstadt, vorbei an einigen Kirchen, alten Gebäuden und Hochhäusern bis zum Stopp am Stadttheater. Da heute Fronleichnam ist, war die Innenstadt sehr leer. Das kommt den Fotografen sehr entgegen. Anschließend fuhren wir zum berühmten Sambodrom. Berühmt ja, schön nein. Ein Betonbau, der nur seinen Zweck erfüllt. Mehr nicht.

Danach über den Gouverneurspalast und den alten Hafen zurück ins Hotel. Dieser erreichten wir um 12.30 Uhr. Das anvisierte Ziel, unsere Sitzplätze für den Rückflug nach Deutschland schon zu reservieren ging leider schief, da wir zeitlich gesehen zu früh waren. Wir werden es heute Abend in Eigenregie oder morgen nach dem Ausflug mit Ralf erneut probieren. Den Nachmittag hatten wir frei und alle, soweit fit, gingen an den Strand der Copacabana. Da heute ja auch in Brasilien Feiertag ist (Fronleichnam), ist dieser echt voll. Menschen über Menschen - beim Sonnen oder Baden im Meer und noch mehr Menschen, die über die Strandpromenade flanieren.

Der ganze Strand ist ein wunderschöner Anblick und es macht wirklich Spaß dort entlang zu laufen. Entweder auf der Promende oder an der Brandung. Es sei aber angemerkt, dass Baden recht gefährlich sein kann. Dort ist eine starke Brandung. Heute waren durchaus hohe Wellen. Den Abend verbachten die einen in einem Restaurant an der Copacabana oder der Umgebung, die anderen im Hotel.

15. Tag

Ausflug zum Corcovado

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Corcovado und seiner Christus Statue. Um Punkt 8 Uhr fanden sich alle im Bus ein und Ralf startet mit dem heutigen Ausflugsprogramm. Es ging durch die Stadt zum Beginn der Zahnradbahn auf den Corcovado. Auf dem Weg dorthin bekamen wir wieder sehr viele Infos zu diesem Berg und seinem Highlight. Auch die Geschichte der Zahnradbahn wurde uns sehr gut und ausführlich näher gebracht. Kaum angekommen bekamen wir unsere Tickets und wir schlossen uns den bereits wartenden Menschen an. Es dauerte nicht lange und los ging es.

Wer auf der Fahrt aufwärts einige schöne Blicke auf die Stadt haben möchte, sollte sich auf die Seite mit den 2 Sitzen setzen. Dort fährt man zwar bergauf, rückwärts, aber man kann an einigen Stellen einen wunderschönen Blick bekommen. Die andere Seite, mit 3 Sitzen, sieht nur den Hang - schön grün zwar, aber trotzdem. Oben angekommen gab es noch eine Vereinbarung, wann und wo wir uns wieder treffen und jeder ging alleine los. Von der Bergstation zur Statue hinauf gibt es zwei Wege -Fahrstuhl und Rolltreppe, oder Treppen zu Fuß. Aufwärts sind der Fahrstuhl und die Rolltreppen zu empfehlen. Ober erwarteten uns bereits Menschenmassen die aus allen möglichen Blickwinkeln sich bzw. die Christus Statue fotografieren wollen. Mir ist aufgefallen, dass der Boden vor der Statue sehr sauber ist. Es dauerte nicht lange und ich bin hinter das Geheimnis gekommen. Einige legen sich vor der Statue mit dem Rücken auf den Boden, um zu fotografieren. Dadurch glänzt der Boden.

Um 10.45 Uhr trafen wir alle an der Talstation wieder ein und weiter ging es. Wir umrundeten die Lagune von Rio und fuhren in die Stadtteile Ipanema und Leblon. Beides sind sehr schöne und saubere Stadtteile. Sind aber auch einige der teuersten von Rio. Am Sheraton Hotel machten wir eine Wende und einen kleinen Fotostopp. Neben dem Sheraton Hotel hat man eine schöne Stelle zum Fotografieren. Nach Westen hin kann man das Hotel, einen Teil des Strandes und die dahinterliegende Favela fotografieren, während man nach Osten hin den Strand von Leblon gut überblicken kann. Beides sind sehr schöne Motive. Die Rundfahrt endete mit einer Fahrt an den Stränden von Leblon, Ipanema und Copacabana entlang. Es war trotz eines Freitages und vormittags am Strand schon sehr viel los. Um 12 Uhr wurden wir wieder am Hotel abgesetzt und informiert, dass wir am darauffolgenden Tag um 15.45 Uhr abgeholt und zum Flughafen gebracht werden. Unser Rückflug steht ja an.

Den Nachmittag verbrachte jeder nach eigenen Wünschen und Vorstellungen. Auf den beiden Ausflügen, gestern und heute, erzählte Ralf vom Fort der Copacabana. Daher dachte ich mir, nichts wie hin. Das gute an diesem Fort ist, dass es genau zwischen den Stränden Copacabana und Ipanema liegt. Zum Strand nach Ipanema wollte ich sowieso. Der kleine Fußmarsch von knapp 2 km ging schnell von statten und nachdem ich 6 Rs Eintritt zahlen durfte, war ich schon drin. Das Fort ist übrigens eine aktiv genutzte Kaserne. Im Fort selbst gibt es zwei Cafés und 2 Militärmuseen. Die Cafés liegen idyllisch an der Mauer des Forts, von wo man den Strand der Copacabana wundervoll überblicken kann. In einem der beiden Museen kann man ein altes, 305 mm Zwillings-Küstengeschütz bestaunen. Echt beeindruckend. Das andere Museum beinhaltet die allgemeine Geschichte des Forts.

Anschließend ging es weiter zum Strand nach Ipanema. Das erste was dort auffällt ist, dass die Bikinis noch kleiner sind als an der Copacabana. Das Publikum selbst, also sprich die Badenden, sind auch jünger als am Nachbarstrand. Dafür ist der Strand selbst nicht so breit. Etwa nur halb so breit. Aber die Stimmung ist an beiden sehr gut und man kann dort einige Stunden zubringen. Ob als Badegast oder nicht. Als die Dämmerung einbrach bin ich zurück zur Copacabana und habe gesehen, was für riesige Flutlichtanlagen installiert sind, um den Strand nachts zu beleuchten. In heißen Rionächten gehen die Einwohner auch gern mal um 2 Uhr oder 3 Uhr baden, um sich zu kühlen. Nachdem ich eine Kleinigkeit gegessen habe, bin ich zurück ins Hotel, um meine Koffer schon mal vorab zu packen, damit ich am nächsten Tag nicht den Stress habe.

16. Tag

Abreise und Fazit

Heute steht die Abreise an und alle sind sehr wehmütig. Ralf nannte uns am Vortag, 15.45 Uhr als Abreisezeitpunkt am Hotel. Bis dahin hatten wir alle frei. Die meisten nutzten die Zeit, um nochmals auszuschlafen. Nach dem Frühstück habe ich die Zeit genutzt, um noch einmal die Copacabana aufzusuchen und die letzten Einkäufe für die Lieben zu Hause zu erledigen. Um Punkt 12 Uhr stand ich in der Lobby und meine Koffer wurden eingelagert bis zur Abholung. Bis ca. 13 Uhr hatten die anderen ihre Zimmer geräumt und eine Vielzahl nutzte die Zeit danach, um etwas essen zu gehen.

Um 14.30 Uhr erschien Ralf in der Lobby und gegen 15.15 Uhr waren alle anwesend. So konnten wir um 15.30 Uhr schon zum Flughafen starten. Es gab auf dem Weg dorthin noch einige Infos zur Stadt bzw. Gebäuden, an denen wir entlang fuhren. Am Flughafen angekommen checkten wir ein und verabschiedeten uns von Ralf. Der Abflug nach Sao Paulo erfolgte pünktlich um 19 Uhr. Keine 50 min. Später erfolgte auch schon die Landung dort. Nachdem wir die Ausreiseprozedur hinter uns gebracht hatten, haben wir uns alle am Gate getroffen. Die Abflugzeit rückte näher aber von unserem Flieger nach Frankfurt war nichts zu sehen. Gerüchten zufolge hat die Maschine einen technischen Defekt. Weitere bzw. nähere Infos haben wir weder von der Fluggesellschaft oder vom Flughafen erfahren.

Netterweise habe ich am Abfluggate noch einen ehemaligen Mitreisenden der Moldawienreise getroffen von 2017. War eine sehr nette Überraschung. Mit zwei stündiger Verspätung, um Mitternacht, ging dann der Flug los. Der Flieger war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Flug verlief problemlos und meiner Meinung nach recht schnell. Dank dem Piloten hatten wir in Frankfurt nur eine Stunde Verspätung und landeten um 16 Uhr. Kaum die Einreise hinter uns und die Koffer in der Hand, wartete gleich die nächste Überraschung auf uns. Bahnchaos.

Alle Züge voll oder mit riesiger Verspätung. Naja wir sind wieder in Deutschland. Also warum sollte bei der Deutschen Bahn mal was klappen. Die Gründe für die vollen bzw. verspäteten Züge an diesem Tag kenne ich nicht, aber wir alle müssen das Beste draus machen. Um 22.30 Uhr bin ich am Bahnhof in Friedrichshafen angekommen und 15 Minuten später in meiner Wohnung.

Fazit: Zwei Wochen Südamerika bereisen waren durchaus stressig und an einigen Tagen mit wenig Schlaf auch anstrengend. In dieser Zeit sind wir 28200 km gereist und der höchste Punkt war 4374 m über dem Meeresspiegel. Davon 26500 km per Flugzeug und der Rest per Bus, Boot oder zu Fuß. Die Hotels waren viel besser als erwartet, außer das Rey Palace in La Paz. Dieses Hotel ist stark abgewohnt und die technischen Geräte wie Lampen, TV, usw. haben in keinem Zimmer fehlerfrei funktioniert. Immer wieder Ausfälle. Auch die Verpflegung war in jedem Hotel, bis auf Lima und La Paz, sehr gut und reichhaltig. Die Ausflüge vor Ort waren gut organisiert und die Reiseleiter sehr gut. Am besten haben mir Manuela in Bolivien und Max in Iguazu gefallen. Diese beiden sind mit Leib und Seele Reiseleiter und das merkt man sehr deutlich. Hat uns allen sehr gut gefallen. Ein weiterer Punkt der negativ war, abgesehen vom Hotel und Frühstück, waren die Ausflugspreise in Buenos Aires und die Flugzeiten nach Iguazu.

Es ist schwer nachvollziehbar, dass man für einen Ausflug in Buenos Aires in das Delta des Rio de la Plata 80 € für 4 Stunden zahlen soll, wenn das normale Zugticket etwa 1,20 € kostet. Reiseleiter und Bus inkl. Fahrer müssen auch bezahlt werden, aber dennoch sollte man hier überlegen, ob man nicht etwas am Preis ändert bzw. andere Ausflüge anbietet. Am negativsten für alle war die späte Flugzeit nach Iguazu. Dadurch konnten wir nur einen kleinen Bruchteil des Ausflugsprogrammes auf der argentinischen Seite der Wasserfälle machen. Entweder man fliegt 1-2 Maschinen früher dorthin oder, was ich persönlich besser finde, man knappst ½ Tag von Buenos Aires ab und fliegt am Vorabend nach Iguazu. So hat man auf jeder Seite der Wasserfälle einen kompletten Tag.

Schlussendlich kann ich sagen, dass für mich als Alleinreisender die Reise durchaus teuer war, aber mit den Flügen, Ausflügen, Hotels, usw. war es die Reise auf jeden Fall wert. Man bekam einen kurzen und intensiven Einblick in einige Höhepunkte von Südamerika und ich kann diese Reise nur jedem ans Herz legen, der sich für Südamerika interessiert. Aber bedenkt bitte, dass man durchaus fit sein sollte. Die Höhe macht einem mehr zu schaffen, als man denkt. Ich hoffe, dass der Reisebericht nicht zu langatmig war und ich freue mich schon auf die nächste Reise im September.

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