Dezember 2018

Reisebericht: Karibik. Kreuzfahrt an Bord der Mein Schiff 6.

Weiße Strände, türkisblaues, glasklares Wasser und Palmen - dafür ist die Karibik bekannt. Begleiten Sie unsere Chronistin an Bord der Mein Schiff 6 und starten Sie Ihren Traumurlaub im Paradies. Freuen Sie sich auf eine unvergessliche Reise entlang der berühmten Karbikinseln.

Chronistin über eine Kreuzfahrt auf der Mein Schiff 6
Mein Tipp

Weiße Strände, türkisblaues Wasser & Palmen

Berge & Meer Chronistin

Wohnhaft in Mönchengladbach 1 Tochter, verheiratet, mit Enkelin (1 ½ Jahre) in Berlin - auch immer eine Reise wert! Beruf: Leiterin Verkauf/Export von Ersatzteilen für Textilmaschinen weltweit Hobbies: Reisen, Sport, Lesen, Schreiben für das Niers-Magazin, Mönchengladbach

Schon immer bin ich gerne gereist, mal nah - mal etwas weiter weg. Seitdem ich nicht mehr auf die Schulferien angewiesen bin, stehen Fernreisen vermehrt auf meinem Programm.

Ich interessiere mich für Land und Leute, auch abseits der normalen Routen - eben das natürliche und wahre Leben mit Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Diese Eindrücke und Erlebnisse bleiben in Erinnerung, da ich inzwischen auch immer mein "Reise-Tagebuch" führe, zusätzlich recherchiere und für ein kleines Magazin meine Reiseberichte schreibe.

Nun freue ich mich, auch für Berge & Meer erneut als Chronistin berichten zu dürfen.

1. Tag

Anreise

Abflug morgens 8.45 Uhr ab Düsseldorf mit Condor. Nach knapp 10 Std. Ankunft in La Romana (Dominikanische Republik) und Check-in. Wir hatten Kabine 8030 auf Deck 8 "Muschel". Der Koffer war zeitig auf der Kabine. Abends die notwendige Seenotrettungsübung. Das Auslaufen des Schiffes wurde immer mit der Musik von Unheilig begleitet "Große Freiheit".

2. Tag

Seetag

Seetag Richtung Jamaika - Zeit, das Schiff zu erkunden.

3. Tag

Ochos Rios (Jamaika)

Die Insel Jamaika wurde 1492 von Kolumbus entdeckt und gehört zu den Großen Antillen. Es ist sehr gebirgig. Der Blue Mountains Peak ist über 2.200 Meter hoch. Spontan haben wir den Ausflug "Ein typischer jamaikanischer Sonntag" mit TUI gebucht. Unser chinesischer Tourguide spricht sehr gut deutsch. Die Fahrt geht über St. Ann’s, viel Trubel, Menschen, Autos auf den Straßen, Marktfeeling. Manche Männer sitzen am Straßenrand und hatten wohl einen "Keks" zuviel gegessen, sprich: eine Dosis Marihuana. Verboten ist es auf Jamaika, aber es werden nicht mehr alle direkt verhaftet sondern Strafen vereinbart. Wir kommen vorbei an den Dunn’s River Falls, die wir bewusst nicht besucht haben wegen der Menschenmengen. Fast jeder Ausflug führt letztendlich zu diesen - natürlich auch bekanntesten - Wasserfällen.

Genug Alternativen werden jedoch angeboten. Bei uns steht ein Museum auf dem Plan. Am Eingang werden wir von einer bunt gekleideten und maskierten Tanzgruppe empfangen. Nach einem Snack mit typischem Schweinefleisch und frischem Obst erhalten wir eine kleine Führung durchs Museum. Draußen in den Bäumen große und kleine bunte Schmetterlinge. Das Highlight des Tages ist jedoch der Besuch eine ev. Kirche mit Gospelgesang. Alle sind festlich gekleidet, die Frauen mit kleinen Hütchen, die Mädchen in Kleidern und die Jungen sogar im Anzug. Beim Gesang des Chores hält es kaum jemanden auf den Stühlen. Da geht "die Post ab"! Alle singen und tanzen mit dem dem Gospelchor. Ein tolles Erlebnis! Den Nachmittag verbringen wir auf dem Sonnendeck bzw. auf dem Spinningrad; denn Indoor-Cycling wurde angeboten.

4. Tag

Montego Bay (Jamaika)

Ankunft in Montego Bay.

Das Reggae-Feeling und die Musik ist allgegenwärtig, zumal unser Guide für den heutigen Ausflug ein Glücksgriff ist. Stefan war ein ganz cooler, gelassener Typ, spricht auch sehr gut deutsch und unterhält uns mit Interessantem von der Insel Jamaika und macht mit seinen Liedern Bob Marley ernsthaft Konkurrenz. Er bezieht uns bei "No woman no cry" als Background-Chor ein. "Jamann, das war toll"! So geht die lange Fahrt über holprige und kurvige Wege durch die Berge, ganz schön hoch.

Der Blue Mountains Peak misst über 2.200 Meter. Viel Natur bietet die Insel: Trockenwald, Mangroven und den Regenwald. Mahagoni und Zedern gehören zu den einheimischen Bäumen und eine Vielzahl Vogelarten, z. B. Kolibris. Unser erstes Ziel sind die YS-Wasserfälle. Diese Wasserfälle sind bei weitem noch nicht so überlaufen. Wir steigen das letzte Stück auf einen Traktor mit Planwagen um, der uns zu den Wasserfällen bringt. Rundum ein herrlicher, großer Park, der auch nur für diese TUI-Gruppe geöffnet war. Wir klettern den Weg teilweise über Holztreppen hinauf. Das Wasser stürzt sich in vielen Kaskaden den Berg hinab und bildet Flussbecken, in denen auch schwimmen erlaubt ist. An einem Seil übers Wasser schwingen und reinfallen lassen testen auch einige aus unserer Gruppe. Eine angenehme Abkühlung bei ca. 30° Grad. Unabhängig davon gibt es auch Swimmingpools im unteren Bereich.

Anschießend geht es an den Strand zu einem jamaikanischen Mittagessen wie Suppe, Reis mit roten Bohnen, Jerk Chicken, Gemüse, Obst bevor es auf Bootsafari auf dem Black River geht. Der Name des Flusses kommt vom tiefschwarzen Flussbett, das Wasser ist jedoch glasklar. Die Ufer sind gesäumt von Schilf und Mangroven. Wir bekommen einige Krokodile zu sehen, die uns aber nicht verspeisen wollen. Zudem Fischreiher und viele Vogelarten mehr, die hier nisten. Mit weiteren Reggae-Songs wie "Island in the sun" und "Kingston Town" geht es im Dunkeln entspannt über die Berge zurück zum Schiff.

5. Tag

Seetag

Seetag!

Zeit an Bord für ein Sonnenbad bzw. einen Schattenplatz. Bei kühlen Cocktails und gutem Essen herrlich zu genießen. Zwischendurch können wir auch in Ruhe das Schiff erkunden, welches überall den Bezug auf Hamburg hat. Bars und Restaurants wie "Außenalster", "Anckelmannsplatz" und "Atlantik" finden wir und die Shopping-Meile "Neuer Wall", auf See immer geöffnet auch für den zollfreien Einkauf. Der Fitness- und SPA-Bereich mit seinen Sportangeboten und Wellness pur ist auch nicht zu verachten. Im Theater gibt es tagsüber Reisevorträge und vieles mehr und abends teilweise Unterhaltung mit der Showgruppe.

Auf dem Pooldeck abends Partys mit Show und "abtanzen", Früchtebuffet mit Schokobrunnen oder auch mal ein Weihnachtsmarkt mit Glühwein, der bei den Temperaturen aber kaum Abnehmer findet. Wir arrangieren noch ein Treffen mit den anderen Teilnehmern für unseren privaten Mexico-Ausflug. Insgesamt 6 Personen mit Santi-Tour. Abends haben wir mal im Gosch Sylt gegessen, was in unseren Augen sehr gut ist.

6. Tag

Cozumel (Mexiko)

5.00 Uhr Wecken, Ankunft Cozumel, Mexico. Wir müssen die erste öffentliche Fähre nach Yucatan erwischen, die bereits um 7.00 Uhr fährt. 10 Minuten vorher wird das Schiff erst freigegeben. Wir spurten zum nächsten Taxi und lassen uns zur Fähre bringen, die wir gerade noch erreichen. Nach ca. 30 Minuten kommen wir auf der Halbinsel Yucatan an und werden von Fidel in Empfang genommen. Mit seinem Kleinbus geht es zuerst nach Chichén Itzá ("Mund des Brunnen des Volkes"), dem damaligen größten Politik- und Handelszentrum der Mayas, mitten im Dschungel gelegen. Die Blütezeit der Stadt reichte von ca. 600 n. Chr. bis ins 13. Jahrhundert.

Da wir ganz früh vor allen anderen Gruppen unterwegs sind, haben wir die weltberühmte Ruinenstätte der Maya-Kultur noch fast für uns alleine. Ein zusätzlicher Guide für dieses Highlight wartet schon auf uns. Die hohe Pyramide hat insgesamt 365 äußere Stufen. Sie gilt als eines der 7 neuen Weltwunder und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es gibt außerdem das Observatorium, den Ballspielplatz, den Kriegertempel und noch viele weitere Gebäude aus der Zeit der Maya. Ein Phänomen sind die Echos, die hier entstehen und die unser Guide uns vorführt. Eine ausgeklügelte Geometrie der Anlage. Außerdem weist er auf die steinernen Schlangenköpfe hin. Das Volk der Maya war bekannt für seine einzigartige Kalenderkunst. Zweimal im Jahr (Beginn Frühling und Herbst) versinkt eine Seite der großen Pyramide fast ganz im Schatten, nur die Treppe wird angestrahlt. Es sieht aus, als ob sich eine Schlange die Pyramidenwand hinabwindet. War das Zufall, enorme Intelligenz der Maya, astromomisches Wissen? Über den Untergang der Maya gibt es auch heute noch viele Theorien und Fragen.

Der nächste Stop ist eine offene Cenote (Heilige Quelle). Hiervon gibt es Hunderte, in manchen mexikanischen Bundesstaaten auch Tausende. Viele Cenoten in Yucatan gehören zu einem zusammenhängenden Unterwasserhöhlensystem, von Tauchern sehr begehrt. Die Cenoten haben eine Tiefe von ca. 15 bis über 100 Meter. Auch hier sind wir die ersten Besucher, können über Treppen hinabsteigen und ganz in Ruhe ein kühles Bad nehmen. Es folgt ein köstliches mexikanisches Buffet und die Rückfahrt nach Yucatan. Durch die Shopping-Mall kommen wir zum Hafen und können die 17.00 Uhr Fähre nehmen. Inzwischen herrscht ziemlicher Seegang. In Cozumel angekommen, ankert auch die MSC Seaside neben Mein Schiff 6. Insgesamt lagen an diesem Tag sechs Kreuzfahrtschiffe mit ca. 22.000 Besuchern im Hafen.Wieder an Bord gibt es auch u. a. mexikanische Spezialitäten.

7. Tag

Belize

Die Uhr wird in der Nacht 1 Std. zurückgestellt, Differenz zu Deutschland jetzt 7 Std. Ankunft in Belize, der ehemaligen britischen Kolonie "Britisch Honduras". Belize ist das bevölkerungsärmste Land in Zentralamerika. Das Land überrascht mit einsamen Traumstränden, einer beeindruckenden Unterwasserwelt und Natur pur. Wir tendern.

Unser Ausflug heißt: Kulturelles Lamanai und Bootsfahrt! Wir sind dieses Mal eine größere Gruppe. Der Bus fährt über unebene Wege. Am Ziel steigen wir auf Schnellboote um, die uns über den New River zu den Maya-Ruinen von Lamanai inmitten des tropischen Regenwaldes bringen. Der Name Lamanai bedeutet in der Maya-Sprache so viel wie "untergetauchtes Krokodil". Vor ca. 1.500 Jahren v. Chr. wurde Lamania gegründet und entwickelte sich aufgrund der guten Lage zu verschiedenen Handelsrouten sehr gut. Anfang des 15. Jahrhundert trafen die Spanier ein und fanden eine florierende Stadt vor, die sie einnahmen. 1640 wurde gegen die spanische Besatzung rebelliert und die Spanier aus der Stadt gejagt. Bis ins 18. Jahrhundert betrieben die Mayas ihre Stadt wieder bis eine tödliche Krankheit die Stadt ereilte und diese daraufhin verlassen wurde. Touristisch zugänglich sind über 20 bemerkenswerte Ruinen, teils mit Lianen bewachsen. Den Hohen Tempel (33 Meter) darf man heute noch besteigen. Die Aussicht von oben ist einfach überwältigend, bei ca. 30° Grad und 90 % Luftfeuchtigkeit jedoch eine Herausforderung. Ebenfalls beeindruckend der 9-stufige Jaguar Tempel mit Jaguar Stuck- Dekorationen. Wir wandern durch den Dschungel mit riesigen Bäumen, Farnen, sehen Nasenbären und Brüllaffen. Mit dem Boot geht es wieder zurück zur Mittagspause: Reis und rote Bohnen sowie Hähnchen. Wir kommen noch trocken an, hinter uns ein gewaltiger Regenschauer.

In Belize City steigen wir in die Tender-Boote zurück zum Schiff. Die Stadt Belize wurde in 1961 von der Flut getroffen und fast komplett zerstört. Trotzdem wurde sie an gleicher Stelle wiederaufgebaut, jetzt mit vielen Häusern auf Stelzen.

8. Tag

Roatan (Honduras)

Wir erreichen Roatan/Honduras und haben privat einen Ausflug gebucht mit einem deutschen Auswanderer-Ehepaar.

Am Hafen werden wir von Elke und Jörg abgeholt und sind auch nur 8 Personen. Natur, Tiere und Strand stehen auf dem Programm. Die Insel Roatan liegt nördlich vor der Küste Honduras, ein vollkommen überraschend schönes Land, faszinierend, rätselhaft und noch großflächig von unerforschtem Regenwald- und Felslandschaft bedeckt. Der größte Wirtschaftszweig waren die Bananen. Daher auch der Name "Bananenrepublik". Inzwischen ist auch hier der Tourismus auf dem Vormarsch. Vor allem Taucher und Schnorchler lieben die Korallenriffe um Roatan und die Fischevielfalt. Die Korallenrifflandschaft ist nach dem Great Barrier Reef vor Australien das zweitgrößte Korallenriff der Welt. Darüberhinaus gibt es herrliche weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser, kieferbewaldete Hügel und einen üppigen tropischen Regenwald. Wir sind überwältigt!

Zuerst besuchen wir einen kleinen Park mit Aufzuchtstation. Hier finden wir verschiedene Affenarten, Nasenbären, Papageien und sogar Faultiere. Ein kleines Faultier dürfen wir auf den Arm nehmen. Das Faultier schläft 15 bis 20 Stunden pro Tag. Da es nur ca. 40 Jahre alt wird, verschläft es also den größten Teil seines Lebens und bewegt sich auch recht langsam. Beeindruckend ist die Kopfdrehung: das Faultier hat zusätzliche Halswirbel und kann dadurch seinen Kopf bis zu 270 Grad drehen. Das heißt, Blätter/Nahrung kann aufgenommen werden, ohne sich viel zu bewegen.

Anschließend wandern wir durch den Botanischen Garten, echtes Dschungel-Feeling. Bäume mit Kakaobohnen, Limba mit Termitennestern. Die Termiten höhlen den Baum aus und dieser fällt dann irgendwann um. Wir tragen feste Schuhe und kraxeln einen Hügel hoch. Von oben kann man beide Inselseiten sehen. Auf der einen Inselseite kann es ganz ruhig sein, auf der anderen Seite Wind und hohe Wellen. Wir fahren am Haus unserer Tour-Guides vorbei, wo sie nun schon 11 Jahre leben. Von dort geht es nach West Bay mit traumhaftem Strand. Für ein Wassertaxi und schnorcheln ist es jedoch zu windig. Daher flanieren wir an kleinen, bunten Geschäften und Tauchstationen vorbei, finden das ein oder andere Mitbringsel und verbringen die restliche Zeit in einem Beachresort am Strand. Köstliche Empanadas (gefüllte Teigtaschen) und ein Salva Vida (Bier aus Honduras), Wind und Sonne - was will man mehr!

Wieder zurück an Bord lassen wir den Sonnenuntergang bei einem Mojito auf uns wirken. Abends steigt an Deck noch eine Poolparty "White Night" mit leckeren Cocktails. Der schwankende Gang der Reisenden liegt jedoch natürlich am starken Seegang!

9. Tag

Seetag

Nach 3 Ländern und vielen Erlebnissen freuen wir uns über einen Seetag. Nach einem Glas Sekt faulenzen wir auf der Sonnenliege und genießen den Tag einfach mit den Annehmlichkeiten an Bord.

10. Tag

Puerto Limón (Costa Rica)

Ankunft Costa Rica. Auch heute machen wir einen ruhigen Tag an Bord des Schiffes. Wir hatten schon vor ein paar Jahren eine 14-tägige Reise speziell nach Costa Rica, Rundreise und anschließender Strandurlaub am Pazifik. Das war so einmalig, toll und beeindruckend, dass ein kurzer Ausflug das nicht hätte toppen können. Die meisten Urlauber haben Ausflüge gebucht, so dass wir das Schiff fast für uns haben, kleiner Fotorundgang, Postkarten schreiben, eine Tour für Santo Domingo buchen und etwas Sport treiben.

11. Tag

Colón (Panama)

Heiligabend in der Karibik! Das erste Mal bei diesen Temperaturen und nicht bei Kälte, Nieselregen oder Schnee. Wir erreichen Panama: "Oh wie schön ist Panama!" Auch hier hatten wir privat vorab eine Tour gebucht mit einem Deutschen, der bereits seit über 30 Jahren in Panama lebt. Wieder sind wir nur 8 Personen.

Um 6.45 Uhr werden wir am Hafen von Colón abgeholt und ab geht es im Kleinbus. Colón, das seinen Namen Christoph Kolumbus verdankt, ist ein heruntergekommenes Viertel. Die Leute hier sind arm, laut unserem Guide aber auch zu faul zum arbeiten. Sie stehlen lieber. Die Kriminalität ist daher sehr hoch im Gegensatz zu Panama-Stadt. Es geht zum Gatún-See, einem künstlichen See, der für den Bau des Kanals durch die Aufstauung des Rio Chagres geschaffen wurde. Er ist die Lebensader Panamas geworden, versorgt einen großen Teil der Bevölkerung mit Wasser sowie die Industrie und deckt den Wasserbedarf der Schleusen. Wir steigen in ein kleines Boot, umkreisen die riesigen Containerschiffe und fahren langsam an vielen kleinen Inseln vorbeit mit riesigen Pflanzen und Bäumen. Ganz nah am Ufer sehen wir 3 verschiedene Affenarten, manche sind so neugierig, dass sie auf das Boot kommen - alles gut festhalten! Leguane bewegen sich zwischen den Bäumen, Falken und Aras bekommen wir zu sehen sowie einen der größten Schmetterlinge, den Morphofalter. Er leuchtet in einem satten, metallischen Blau, wartet leider nicht fürs Foto.

Zurück an Land geht’s auf zur Regenwald-Wanderung, rauf und runter. Bei tropischem Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit schwitzen wir gewaltig. Viermal müssen wir einen kleine Fluss überqueren. Dieser ist zwar nur 10 bis 15 cm tief, reicht aber definitiv für nasse Füße, Socken und Schuhe; denn es hat nicht immer geklappt mit dem Sprung von Stein zu Stein, wir sind ja keine Bergziegen. Plötzlich ein Schrei, an einem Steg bewegt sich etwas Dunkles. Oh, es ist eine nicht ganz kleine Schlange, die sich dann auch aufrichtet, angeblich nicht giftig. Kleiner Schreck. Auf dem Boden bewegen sich viele schwarze Raupen, die natürlich nach der Verpuppung zu wunderschönen Schmetterlingen werden. An einem idyllischen Wasserfall nehmen wir unseren Imbiss ein und fahren dann weiter zum Panama-Kanal.

Der Bau dieser Wasserstraße kostete mehr als 20.000 Menschen das Leben. Aufgrund des sumphigen und waldigen Gebietes starben sie an Malaria und Gelbfieber. Nach über 10 Jahren Bauzeit konnte der Kanal im Jahr 1914 eröffnet werden. Dadurch sparen die Schiffe den zeitraubenden Umweg um die Südspitze Südamerikas, was immerhin ca. 15.000 km Seeweg bedeutet. Beim Schiffsbau ist natürlich wichtig, dass die Containerriesen durch die Schleusen passen. Wir kommen zum Aussichtspunkt Agua-Clara-Schleuse, eröffnet 2016, und ein echter Hingucker. Es wurden vier Schleusen verbaut, die die Schiffe bis zu 26 m heben und senken. Wir haben Glück, ein großes Containerschiff befindet sich in der ersten Schleusenkammer, ein zweites Schiff fährt anschließend hinein. Den Schleusenvorgang können wir sehr gut beobachten, faszinierend für jeden Besucher, vor allem, wenn man im Berufsleben selbst viel mit Containerverladungen und Verschiffungen zu tun hat! Überhaupt sind wir von Panama überwältigt. Eingebettet zwischen zwei Ozeanen, der Kanal, diese traumhaften Landschaften, das grüne Landesinnere, herrliche Natur. Es gibt sogar noch das Volk der Embera-Indianer mitten im dichten Regenwald.

12. Tag

Cartagena (Kolumbien)

Ankunft in Cartagena, der Perle Kolumbiens, wahrscheinlich sogar eine der schönsten Kolonialstädte Südamerikas. Gegründet im Jahr 1533, gehört Cartagena seit 1984 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wir sehen die Skyline mit Hochhäusern, einen riesigen Containerhafen, den wir später vom Schiff aus noch beobachten. Cartagena hat mit Abstand den schönsten und saubersten Hafen der Reise. Durch ein Shopping-Center und anschließend einem fantastisch angelegten Garten mit Blumen und Tiergehegen (Flamingos, Pfauen und Papageien) verlassen wir das Kreuzfahrt-Terminal. Spontan nehmen wir zu Viert ein Taxi und fahren zur nahegelegenen historischen Altstadt (Hin 20 $ - zurück nur 15 $, Verhandlungssache), die von einer 11 km langen Stadtmauer umgeben ist. Bei gut 32° Grad und blauem Himmel unternehmen wir auf eigene Faust einen Spaziergang und genießen die sauberen, gut erhaltenen alten Häuser, liebevoll restauriert und die Fassaden in verschiedenen Farben angestrichen, die Balkone prachtvoll geschmückt mit bunten Blumen. Unser Rundgang beginnt am Uhrenturm - auch gut zur späteren Orientierung. Auf einem Platz gibt es Metallskulpturen, die Berufe darstellen bzw. Spieler. Kathedralen, Kirchen, Statuen, Museen - wunderschön anzusehen, dazu viele kleine Geschäfte mit Kunst und Souvenirs. Ein herrlicher Tag und soviel Schönheit haben wir absolut nicht erwartet. Auf der Rückfahrt zum Hafen sehen wir noch die Festung "Castillo San Felipe", die größte spanische Verteidigungsanlage außerhalb Europas.

Nach der Rückkehr auf Mein Schiff 6 gönnen wir uns bei diesen Temperaturen einen der köstlichen Cocktails auf der Sonnenliege. Mit dem Sonnenuntergang laufen wir aus, das riesige Lichtermeer der Stadt vor Augen und die Musik "Große Freiheit" im Ohr. Abends findet auf dem Pooldeck noch eine Party statt, Musik von ACDC bis Modern Talking. Trotz Windstärke 7 sehr gelungen und dauert bis Mitternacht.

13. Tag

Seetag

Seetag. Wir schauen uns an Bord um, ruhen uns aus und lassen das Erlebte der letzten Tage noch einmal Revue passieren. Es ist immer noch sehr windig. Ein Highlight am Abend ist die "Show der Crew", einige Talente stehen auf der Theaterbühne und haben sich den großen Applaus verdient.

Zum Abschluss des 2. Weihnachtstages haben wir noch mit dem Shanty-Chor gesungen.

14. Tag

Santo Domingo (Dom. Rep.)

Der letzte Urlaubstag, Ankunft Dominikanische Republik. Der heutige Ausflug mit TUI geht zuerst zu den Höhlen Tres Ojos. Hierbei handelt es sich um offene Tropfsteinhöhlen, genauer gesagt um drei Seen mit tiefblauem Wasser, die Grotten der "Drei Augen" in einem Höhlensystem. Man kann ca. 300 Stufen hinabsteigen. Wir sehen Mahagoni- und Mammutbäume. Auch hier bauen Termiten manchmal ein Nest und höhen den Baum aus, so dass er stirbt.

Anschließend halten wir an einem kreuzartigen Monumentalbau, dem Faro a Colón. Dieses Denkmal wurde im Jahr 1992 eingeweiht, 500 Jahre nach der Entdeckung Amerikas. Angeblich sollen die Gebeine von Kolumbus hier sein. Überall stoßen wir auf Christoph Kolumbus, dem italienischen Seefahrer, der für die spanischen Könige arbeitete. Insgesamt unternahm er vier Entdeckungsreisen - während der ersten, die eigentlich nach Indien führen sollte, entdeckte er im Jahre 1492 Amerika. Er war der erste Seefahrer, der neue Gebiete kolonialisierte - nicht nur zum Wohl der Urbevölkerung… Seit Jahren sind sich Spanien und die Dominikanische Republik jedoch nicht einig, wo Christoph Kolumbus nun beerdigt ist. In beiden Ländern existiert ein Grab mit den angeblich sterblichen Überresten. Wo die letzte Ruhestätte des echten Kolumbus liegt, ist immer noch unklar. Vor dem Faro a Colón steht das "Papamobil", das an den Besuch von Papst Johannes Paul II im Jahr 1992 erinnert.

Weiter geht es in die Hauptstadt Santo Domingo zur Ozama-Festung, der ältesten Festung Amerikas über der Flussmündung des Ozama mit Resten der Stadtmauer und alten Kanonen, gerichtet auf den Hafen. Wir besuchen den Palast Alcazar de Colón, besichtigen das Museum u. a. mit Einrichtungen aus der Zeit um 1510 und einem Bild von Kolumbus mit seinem Sohn. Kolumbus starb bereits mit ca. 55 Jahren, angeblich uneherenhaft, er konnte sein Ansehen nicht wiederherstellen und starb als verbitterter Mann.

Wir gehen durch die Altstadt "Zona Colonial", bewundern den zentralen Platz "Parque Colon" mit der Statue des Kolumbus, machen einen Abstecher in die Kathedrale von Santo Domingo. Sie ist die älteste Kathedrale Amerikas (Grundsteinlegung 1521, geweiht 1540). Die Besichtigung einer Zigarrenmanufaktur ist der nächste Punkt, bevor wir abschließend durch die Einkaufsstraße schlendern. Zurück geht es durch den Neuteil der Stadt und Stop am Palast. Drum herum ist viel Müll und heruntergekommene Häuser. Bei Rückkehr zum Schiff kommt der große Regen, gerade noch Glück gehabt. Noch ein letztes Abendessen an Bord, Koffer packen und ins Bett.

15. Tag

Abreise

Tag der Abreise. Morgens noch entspannt frühstücken, sogar noch einen Snack zum Mittag und dann werden wir zum Flughafen abgeholt. Beim Boarding regnet es in Strömen, so dass jeder sogar mit einem Regenschirm ins Flugzeug geleitet wird - wohl "die Tränen zum Abschied". Nach einer tollen Reise geht es nun wieder nach Hause.

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