Januar 2018

Reisebericht: Ägypten - Auf den Pfaden der Pharaonen

Vor über 4.000 Jahren entwickelte sich an den Ufern des Nils die erste Hochkultur der Welt - unser Chronist nimmt Sie mit auf eine Reise durch die Vergangenheit. Jahrtausende alte Grabmale der Pharaonen, monumentale Bauwerke und fruchtbare Uferlandschaften - welches wird Ihr Highlight von Ägypten werden?

Chronist Alexander in Ägypten
Mein Tipp

Auf den Pfaden der Pharaonen

Alexander, Berge & Meer Chronist

Geboren in Sachsen Anhalt hat mich meine berufliche Laufbahn schon oft ins Ausland geführt. Auch wenn ich beruflich schon viele Länder gesehen habe, zieht es mich auch in meiner Freizeit in Ferne Gefilde. Dieses mal ist es Ägypten, das Land der Pharaonen.

Ich freue mich, Andere an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen und wünsche viel Spass beim Lesen meines Reiseberichtes.

أحلى صباح (Guten Tag)

Alexander

1. Tag

Auf dem Weg nach Hurghada, Ägypten

Auf geht's zu einer neuen Reise, ein neues Abenteuer. Leider wird Ägypten ja nicht mehr von AIDA angelaufen, also muss ich selber dahin, wenn ich dort etwas sehen will. Und dieser Urlaub verspricht mindestens ebenso aufregend zu werden, wie all die exotischen Ziele, die ich bisher sehen konnte. Es geht erstmal für einige Tage nach Hurghada zum Entspannen an den Strand. Dann folgt eine Woche Nil Kreuzfahrt und schließlich wird die Reise in Kairo beendet, wo natürlich noch die Pyramiden warten. Eine kleine Premiere ist es außerdem für mich, denn ich schreibe zum ersten Mal auch für unseren Reiseveranstalter Reiseberichte, die auch veröffentlicht werden. Also los geht's!

Um 5.00 Uhr früh klingelte der Wecker, denn ein langer, langer Tag steht mir bevor. Erstmal geht’s per ICE Sprinter mit 300 km/h nach München. Kaum drei Stunden später waren wir schon da. Weiter geht’s zum Flughafen, in den Flieger, der uns nach Kairo bringt. (Hier hängen wir gerade fest, bei drei Stunden Aufenthalt!) Und schließlich noch ein kleiner Inland Flug nach Hurghada. Mittlerweile ist es 20.00 Uhr, ehe wir am Hotel ankommen, wird es sicher Mitternacht sein. Aber in den nächsten Tagen haben wir ja nix weiter vor. Immerhin wurden wir schon hier in Kairo von einem Agenten erwartet, der uns das Visum aushändigte. Sehr unkompliziert, sehr gut soweit. Nun warten wir auf den Anschluss Flug und die weiteren Teilnehmer unserer Gruppe.

Hurghada scheint, soweit ich es jetzt schon beurteilen kann, nicht wirklich viel zu bieten. Zumal wir ja komplett außerhalb der Saison hinfahren. Jede Menge Hotels, aber hoffentlich wenige Touristen. Aber solange das Wetter einigermaßen warm ist, werden wir die Zeit schon totschlagen. Vielleicht lässt sich ja doch noch etwas unternehmen. Aber erstmal werden wir das Hotel checken. Wenn wir da heute noch ankommen…

P. S.: Ab morgen gibt’s dann sicher auch Fotos. Denn nun, im Hotel angekommen, ist es 2.00 Uhr nachts. Morgen mehr…

2. Tag

Hurghada

Völlig kaputt sind wir gestern Nacht ins Bett gefallen. Aber so richtig war es nix mit Ausschlafen, denn unser Agent hier wollte uns noch einige Dinge erklären, wie es hier im Hotel zugeht. Und natürlich noch einige Ausflüge verkaufen. Bei einem haben wir auch tatsächlich zugesagt. Im Roten Meer schwimmen und schnorcheln. Das hatten wir aber sowieso vor. Und somit ist das quasi nun schon fix und fest.

Dann erkundeten wir das Hotel, bzw. das ganze Areal. Die Hotelkomplexe sind ja riesig hier. Die meisten Hotels wurden vor etwa 20 Jahren gebaut. Allerdings wurde seit dem "arabischen Frühling" nix mehr hier investiert. Dementsprechend sieht zumindest unser Hotel auch aus.

Wie auf den Bewertungsplattformen im Internet bereits ausführlich berichtet, kann ich nun bestätigen, dass dieses Hotel hier wirklich abgewohnt ist. Ich hatte mir von einem Hilton Hotel eigentlich mehr erwartet. Aber sei es drum, wir sind nur wenige Tage hier und werden es überleben. Immerhin haben wir die weiträumige Poollandschaft erkundet, den Strand gefunden, der leer war und die Restaurants und Bars gefunden, die voll waren. Das Hotel ist riesig, über 900 Betten und derzeit fest ist russischer Hand. (Es sind wirklich ungewöhnlich viele Russen hier, alle mit Familie!).

Am Nachmittag fuhren wir per Taxi zur nächsten Shopping Mall. Einfach mal bummeln und entspannen. War gar nicht so leicht, denn die Araber sind viel zu nett! Man wird sie echt nur schwer wieder los! Einer hat mich dann auch erwischt und ich ließ mir Hibiskus Tee andrehen, aber den hätte ich sowieso gekauft. Eigentlich war der Tag soweit ganz okay, wenn nur der permanente kühle Wind nicht wäre. Stets und ständig pfeift der Wind hier um die Ecke, selbst im Hotel. An windgeschützten Ecken ist es herrlich und die Sonne wärmt richtig. Na, vielleicht wird’s ja noch was.

Was mich sehr gewundert hat ist, dass die Wüste wirklich so unglaublich nah ist. Nur ein schmaler Streifen Grün trennt hier die Wüste vom Roten Meer. Na, ich werde mal genau hinschauen, ob das wirklich so rot ist, wie behauptet.

3. Tag

Down Town Hurghada

So, nach dem Ausschlafen haben wir uns heute erstmal an den Strand gelegt. Die Sonne brannte schon ganz gut vom Himmel und im Windschatten war es wirklich sehr angenehm. Irgendwann fassten wir sogar den Mut und steckten Mal die Füße ins Rote Meer. Nun, rot ist es natürlich nicht, dafür aber sehr klar. Man kann ziemlich weit Unterwasser sehen. Da freu ich mich schon auf das Schnorcheln! Allerdings muss man es erst mal schaffen sich zu überwinden, denn das Wasser ist doch recht frisch. Ist man erstmal drin, ist alles gut. Aber vorher… Autsch!

Nach dem Mittag machten wir uns auf den Weg zum Hard Rock Café, mein obligatorisches T-Shirt kaufen. Ich glaube, mittlerweile ist es Nummer 37. Hat sich ganz gut zusammen gesammelt über die Zeit. Dort in der Gegend sind wir noch etwas herumgebummelt, machten uns aber alsbald wieder auf den Weg in die Altstadt. Ziemlich weit weg und es erforderte erst einiges Verhandlungsgeschick mit dem Taxifahrer. Allerdings war sein Englisch nicht sonderlich gut, sodass er sich zwischendurch noch verfahren hat. In der Altstadt besuchten wir erstmal eine Moschee, die recht groß und sehr eindrucksvoll war. Für die hiesigen Verhältnisse allerdings.

Weiter ging es zur einzigen koptischen Kirche in Hurghada. Allerdings auch mit gemischten Gefühlen und sehr vorsichtig. Auf eine solche Kirche wurde vor zwei Wochen in Kairo ein Anschlag verübt. Dementsprechend bewacht und gesichert wurde diese Kirche auch. Aber es war alles gut. Und letztendlich hat es sich durchaus gelohnt. Denn auf den ganzen Wegen, selbst per Taxi, sahen wir doch eine Menge von Hurghada.

Die Stadt selbst unterteilt sich in drei Bereiche. Altstadt, neue Stadt und Hotel oder Touristenviertel. Im Letzteren stehen natürlich all die großen Hotels alle am Strand. Im neuen Viertel sind einige Villen fertig oder noch im Bau. Und in der Altstadt sind viele, viele alte Häuser zu sehen. Leider alle nicht sonderlich sehenswert. Wie in vielen orientalischen Ländern oder Gegenden sind sie sehr heruntergekommen, halb verfallen und dreckig. Selbst einige Hotels erwecken keinen einladenden Eindruck mehr. So werden natürlich keine Touristen angezogen. Aber es wird halt auch nix investiert.

Aber gut, zurück ging es auch per Taxi. Diesmal sollte der Taxifahrer uns ganz ordentlich linken, aber nicht mit mir! Ich habe zuviel Erfahrung in zu vielen Ländern gesammelt, als das ich mich nun noch über den Tisch ziehen lassen! Auch nicht über einen orientalischen!

4. Tag

Down Town Hurghada

So, nach dem Ausschlafen haben wir uns heute erstmal an den Strand gelegt. Die Sonne brannte schon ganz gut vom Himmel und im Windschatten war es wirklich sehr angenehm. Irgendwann fassten wir sogar den Mut und steckten Mal die Füße ins Rote Meer. Nun, rot ist es natürlich nicht, dafür aber sehr klar. Man kann ziemlich weit Unterwasser sehen. Da freu ich mich schon auf das Schnorcheln! Allerdings muss man es erst mal schaffen sich zu überwinden, denn das Wasser ist doch recht frisch. Ist man erstmal drin, ist alles gut. Aber vorher… Autsch!

Nach dem Mittag machten wir uns auf den Weg zum Hard Rock Café, mein obligatorisches T-Shirt kaufen. Ich glaube, mittlerweile ist es Nummer 37. Hat sich ganz gut zusammen gesammelt über die Zeit. Dort in der Gegend sind wir noch etwas herumgebummelt, machten uns aber alsbald wieder auf den Weg in die Altstadt. Ziemlich weit weg und es erforderte erst einiges Verhandlungsgeschick mit dem Taxifahrer. Allerdings war sein Englisch nicht sonderlich gut, sodass er sich zwischendurch noch verfahren hat. In der Altstadt besuchten wir erstmal eine Moschee, die recht groß und sehr eindrucksvoll war. Für die hiesigen Verhältnisse allerdings.

Weiter ging es zur einzigen koptischen Kirche in Hurghada. Allerdings auch mit gemischten Gefühlen und sehr vorsichtig. Auf eine solche Kirche wurde vor zwei Wochen in Kairo ein Anschlag verübt. Dementsprechend bewacht und gesichert wurde diese Kirche auch. Aber es war alles gut. Und letztendlich hat es sich durchaus gelohnt. Denn auf den ganzen Wegen, selbst per Taxi, sahen wir doch eine Menge von Hurghada.

Die Stadt selbst unterteilt sich in drei Bereiche. Altstadt, neue Stadt und Hotel oder Touristenviertel. Im Letzteren stehen natürlich all die großen Hotels alle am Strand. Im neuen Viertel sind einige Villen fertig oder noch im Bau. Und in der Altstadt sind viele, viele alte Häuser zu sehen. Leider alle nicht sonderlich sehenswert. Wie in vielen orientalischen Ländern oder Gegenden sind sie sehr heruntergekommen, halb verfallen und dreckig. Selbst einige Hotels erwecken keinen einladenden Eindruck mehr. So werden natürlich keine Touristen angezogen. Aber es wird halt auch nix investiert.

Aber gut, zurück ging es auch per Taxi. Diesmal sollte der Taxifahrer uns ganz ordentlich linken, aber nicht mit mir! Ich habe zuviel Erfahrung in zu vielen Ländern gesammelt, als das ich mich nun noch über den Tisch ziehen lassen! Auch nicht über einen orientalischen!

4. Tag

Hurghada am Strand

Also heute haben wir quasi mal gar nix gemacht. Wir waren den ganzen lieben langen Tag am Strand, bis die Sonne am Horizont versunken ist. Dann wurde es zu kühl. Der permanente Wind ist noch immer da und weht teilweise sehr kräftig. Also wir haben wirklich nichts gemacht, lagen einfach nur am Strand und ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Hurghada selbst haben wir ja gestern schon erkundet. Und wir haben festgestellt, es hat nichts zu bieten. Also nicht wirklich.

Eigentlich kann man das Wetter auch nur genießen, wenn es richtig warm ist. Momentan steigen die Temperaturen halt nur während der Mittagszeit in der Sonne. Sobald die Sonne weg ist, wird es sehr schnell sehr kühl. Morgen haben wir einen Schnorchelausflug gebucht. Bin gespannt wie frisch das wird. Hoffentlich haben wir keinen Wind, sonst wird es selbst im Wasser ungemütlich. Mal sehen…

Abends essen wir immer in einem der À-la-carte-Restaurants. Es schmeckt einfach besser, als das Buffet Essen. Und wir trinken einen ägyptischen Wein dazu. Ich wusste bisher gar nicht, dass hier Wein hergestellt wird! Auf die Rebsorte komme ich leider nicht. Aber der den wir trinken, ist sehr leicht und erinnert an einen Burgunder oder einen Pinot Noir. Nicht schlecht jedenfalls. Sicherlich eine Cuvée.

Da der Ausflug morgen sehr früh losgeht, geht’s heute auch recht früh ins Bett. Morgen wird der Bericht sicher wieder etwas länger…

5. Tag

Schnorcheln im Roten Meer

Heute war ein ziemlich anstrengender Tag, denn wir waren den ganzen Tag unterwegs. Und zwar draußen auf dem Meer schnorcheln! War das schön! War das kalt! War das schön kalt! Also es war wirklich ziemlich cool! Wir sind rechtzeitig abgeholt worden und mit mehreren Leuten anderer Hotels nach Hurghada zum Steg oder Pier gebracht worden. Dort ging es dann auch ziemlich schnell los und weg waren wir.

Nach einer guten Stunde waren wir dann endlich an der Stelle, wo die Delfine für gewöhnlich auftauchen. Es schien eine ganze Herde von mindestens 20 oder 25 Tieren gewesen zu sein. Alle wildlebend in freier Natur. Das an sich war schon sehr faszinierend. Hin und wieder sind sie aufgetaucht. Viele von unserem Boot sind ins Wasser und wollten mit ihnen schwimmen. Doch meistens sind sie dann schon wieder 100 Meter weiter gezogen. Es war ein Katz und Maus Spiel.

Andererseits taten mir die Tiere aber auch leid. Denn irgendwann waren es fünf Boote mit Touristen, die regelrecht Jagd auf die Tiere gemacht haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Delfine das noch als Spiel ansehen. Wenn stets Boote mit lauten Motoren und Menschen so nah herankommen. Aber schön war es trotzdem. Allerdings bin ich nicht ins Wasser. Vom Boot aus konnte ich sie sicherlich viel besser beobachten.

Schließlich ging es weiter zu einem der berühmten Korallenriffe. Es war wirklich ziemlich flaches Wasser, etwa sechs bis acht Meter tief. Und wir haben jede Menge gesehen. Natürlich nicht nur Korallen in hauptsächlich grünen und braunen Tönen, natürlich auch jede Menge Fische!

Wir besuchten noch ein weiteres Korallenriff, was sogar noch schöner war. Hier waren die Korallen sogar bis etwa einen halben Meter unter die Wasseroberfläche gewachsen. Und sie waren noch bunter! Und ganz viele Fische waren da. Manche wirklich gut getarnt. Aber das Wasser war immer noch sehr kalt! (21 °C) Hoffentlich sind wenigstens ein paar unserer Unterwasser-Aufnahmen etwas geworden!

Zum Schluss hatten wir noch die Möglichkeit, auf einem Banana-Boot zu reiten. Aber ich hatte nun endgültig genug vom kalten Wasser. Ziemlich kaputt und durchgefroren traten wir schließlich den Rückweg an. Und nun haben wir nur noch Hunger, sind müde und wollen ins Bett. Morgen geht’s schließlich weiter zum nächsten Abschnitt unserer Reise!

6. Tag

Karnak und Luxor

Heute war schon wieder ein äußerst anstrengender Tag. Es ging quasi schon vor dem Aufstehen los, um 7.00 Uhr nämlich. Da ging es gleich rein in den Bus und auf nach Luxor. Wir fuhren etwa 230 km erst Richtung Westen und dann am Nil entlang Richtung Süden.

Währenddessen hatten wir die Gelegenheit, ausgiebig die Landschaft zu bewundern. Wüste, Berge, Wüste, Hügel, Wüste. Alles in allem recht eintönig. Sand, Stein und Geröll in nur wenigen farbigen Schattierungen. Keine Wolke am Himmel, kein Lüftchen regte sich. Groß waren die Berge auch nicht wirklich. Der größte Berg Ägyptens ist nur 1.000 Meter hoch. Naturgemäß sahen wir auch nur wenig Grün.

Erst im Niltal änderte sich die Landschaft. Jede Menge Zuckerrohrfelder und einige Bananenplantagen zogen vorbei. Immer wieder sahen wir auch Wachposten und Patrouillen. Etwa an allen wichtigen Verbindungsstraßen. Und dann tauchten wir auch richtig in die Geschichte von Ägypten ein. Bisher war es ja nur Urlaub, vom Land selbst haben wir ja nicht viel mitbekommen. Aber heute dafür umso mehr.

Zum Mittag waren wir an unserem Nil Kreuzfahrtschiff. Kurz die Kabine bezogen und dann ging’s gleich los nach Karnak, dem ersten Tempel und Ausgrabungsstätte. Unser Reiseführer ist wirklich gut und hat uns ausgiebig von den Pharaos, den Königen und Präsidenten des Landes erzählt.

Aber dann wirklich und wahrhaftig vor den Zeugnissen der alten Pharaonen zu stehen, das ist schon was ganz besonderes! Riesige Statuen, noch größere Tempelkomplexe, Sphingen, Tempel für Aton, Re, Bastet, Amin, Ptah und all die anderen Götter Ägyptens. Hieroglyphen wohin das Auge reicht. Kolossalstatuen von 10, 15 Metern Höhe säumen die breiten Prachtalleen! Es ist unglaublich, dass all dies vor 3.000, 4.000 Jahren entstanden ist und heute noch besteht! Teilweise sind sogar die Farben von damals noch erhalten geblieben!

Ebenso beeindruckend war der Tempel von Luxor, zu dem wir während der Dämmerung gefahren sind. Das Bild der beleuchteten Statuen und Säulen war einfach überwältigend! Unser Reiseleiter übersetzte und erklärte uns ausgiebig die Hieroglyphen und erzählte so viel von den Dynastien der damaligen Zeit. Die Säulenhalle und die Königsallee mit den Sphingen im Abendlicht war phänomenal!

Fix und fertig kamen wir zurück zum Schiff. Heute waren wir im Reich der Lebenden, der Ostseite des Nils, wo die Sonne aufgeht. Morgen geht’s ins Reich der Toten, auf das Westufer, wo die Sonne unter geht, ins Tal der Könige.

7. Tag

Theben, Stadt der Toten

Heute stand uns nochmals ein langes Programm bevor. Zum Sonnenaufgang startete unser Ausflug nach Theben zur Stadt der Toten. Genauer gesagt fuhren wir zum Tal der Könige.

Dort erklärte uns unser Reiseleiter, der selbst an vielen Ausgrabungen beteiligt war, ausführlich die Gräber, deren Könige und sogar teilweise über die Auffindungsumstände. Alles wirklich hoch interessant. In drei Grabkammern konnten wir wirklich tatsächlich rein, unter anderem das von Ramses IV., deren Wandmalereien noch ausgezeichnet erhalten geblieben sind.

Auch einen Doppeltempel bzw. eine Grabkammer haben wir besichtigen können. Es war schon ein merkwürdiges Gefühl, den steinigen Schotterweg entlang zu gehen, denen Jahrtausende zuvor lange Prozessionen gefolgt sind. Der Weg an sich ist schon recht beeindruckend, auch wenn es im Grunde nur Hügelgräber sind. Die Könige von Oberägypten bevorzugten keine Pyramiden. Das waren die Könige von Unterägypten. Grabbeigaben gab es natürlich nicht mehr zu sehen. Soweit diese restauriert sind, liegen sie nun im ägyptischen Museum in Kairo oder Alexandria.

Jedenfalls ging es danach weiter zum Totentempel von Hatschepsut, einer Königin, die ganze 23 Jahre regierte. Für die damalige Zeit sehr lang. Sie ließ den einzigen Terrassen-Tempel bauen, der heute noch steht. Die lange Treppe zu den drei Ebenen und die weite Fläche davor mit dem Nil im Hintergrund ist einfach atemberaubend! Auch hier sind noch viele Farben im Original erhalten geblieben. (Ich komme mir ein bisschen vor, als hätte ich den Armreif des Anubis aus "Die Mumie 2" um und er führte mich durch ganz Ägypten! Was für eine Vorstellung!)

Schließlich fuhren wir zum letzten Highlight des Tages, den Kolossalstatuen von Memnon, die beiden noch erhaltenen Memnon Kolosse. Der dazu gehörige Tempel wurde leider bei einem Erdbeben zerstört. Beeindruckend sind sie trotzdem, wohl wegen der 25 Meter Höhe! Leider sind sie tatsächlich schon sehr verfallen.

Zwischendurch besuchten wir noch eine Alabaster Werkstatt. Alabaster ist der Marmor Ägyptens. Ein halbdurchsichtiger, leichter marmorierter Stein. Sehr schick, sofern etwas Besonderes daraus entsteht. Die Präsentation der Handwerker dort war jedenfalls schon mal genial! Sehr lustig, informativ und witzig stellten sie ihre Arbeiten vor. Götter, Pyramiden, Obeliske, Tiere, Mumien usw. Übrigens gibt es mehr als 800 Werkstätten, alle als Familienbetrieb.

Schließlich machten wir uns auf den Rückweg zum Schiff, vorbei an Bananenplantagen und jeder Menge Zuckerrohrfelder, wo wir nun endlich in See stechen. (Nennt man das eigentlich auch auf einem Fluss so?) Eine Seenotrettungsübung gab’s jedenfalls nicht.

Aber der Nachmittag auf dem Oberdeck in der Sonne, Tea Time gab’s auch, war auf jeden Fall traumhaft. Genauso, wie man sich eine Nil Kreuzfahrt vorstellt. Die Sonne strahlt, Palmen am Ufer, hier und da grasende Esel oder Rinder und schreiende Kinder. Und der Sonnenuntergang… Ein Traum!

Nun sind wir auf dem Weg nach Edfu, wo wir morgen einen weiteren Tempel, einen Doppeltempel besichtigen. Sofern wir die Schleuse heute überwinden… Es gilt 7 Meter Höhenunterschied zu überwinden!

8. Tag

Horus Tempel in Edfu

Gemächlich fahren wir seit Mittag auf den braun grünen Wassern des Nils stromaufwärts Richtung Assuan. Palmen ziehen vorbei. Die Sonne brennt vom Himmel. Und hin und wieder tuckert ein Dieselmotor am Ufer, um das Wasser auf die höher gelegenen Felder zu pumpen. Der Nil führt derzeit sehr wenig Wasser. Ab und zu fahren wir an Sandbänken vorbei, auf denen aber keine Krokodile mehr faul in der Sonne liegen. Alle Wildtiere sind nur noch, wenn überhaupt, südlich der Stausees zu finden. Dann versinkt auch langsam die Sonne hinter Palmenwäldern. Und der Tag neigt sich dem Ende. Der Sonnengott Re hat seine Fahrt beendet und stirbt, um morgen früh wiedergeboren zu werden und erneut über den Himmel zu ziehen. Und das seit tausenden von Jahren. Ich genieße die Fahrt wirklich sehr. Endlich mal keinen Dienst auf dem Schiff, sondern Mal auf der anderen Seite stehen. Oder liegen… Kein Zeitdruck, keine Verantwortung, keine Verpflichtung. Einfach nur entspannen…

Fast zur gleichen Zeit, als Re seine Fahrt heute begann, besuchten auch wir heute einen weiteren Tempel. In Edfu steht der zweitgrößte noch erhaltene Tempel, dem falkenköpfigen Horus geweiht. Ebenfalls ein ganzer Tempelkomplex ist dem Sohn der Isis und des Osiris gewidmet. Ein immens großer Pylon, das Eingangstor, und eine mächtige Säulenhalle mit tausenden Hieroglyphen sind hier noch zu sehen. Jahrhunderte bedeckte Nilschlamm einen guten Teil des Heiligtums, sodass noch viel erhalten ist. Selbst manche Farben sind noch gut zu erkennen. Die Darstellungen der Götter an den Wänden sind gut und gerne 8 bis 10 Meter hoch. Die Tempelmauern, 15 Meter hoch und 30 Meter lang, sind komplett mit der Lebensgeschichte des Gottes als Hieroglyphen aufgeschrieben. Und über all dem ging langsam die Sonne auf. Ein überwältigendes Schauspiel!

Doch nun ist der Tag ja schon wieder vorbei. Gestern Abend passierten wir noch eine Schleuse, was wirklich Millimeter Arbeit war. Die Schleuse war 15 Meter breit, das Schiff ist 14 Meter breit. Allein das Zuschauen war schon ein Erlebnis! Mit welcher Vorsicht hier manövriert wurde. Okay, ganz hat es nicht geklappt, die Mauer zu beiden Seiten haben wir hin und wieder gestreift, aber durch den Aufprall Schutz wurde es sehr gedämpft. Glücklicherweise waren diesmal keine Händler mehr unterwegs. Die hätten glatt über die Bordwand hinweg noch versucht, uns etwas aufzuschwatzen. Die Händler hier sind übrigens wirklich sehr hartnäckig. Wer schon mal in Indien war, kennt das. Hier fühlt es sich noch schlimmer an. Man kann kaum vor ihnen fliehen. Zeigt man auch nur einen Funken Interesse an einem Mitbringsel oder Souvenir, ist man verloren. Dann hilft nur noch Handeln und Feilschen, was das Zeug hält. Sonst wird man gnadenlos über den Tisch gezogen! Mindestens soweit, bis man bei einem Drittel des ersten Preises angelangt ist!

So, heute steht eigentlich nix mehr auf dem Programm. Nur noch eine Art Folklore Abend mit ägyptischer Musik und Bauchtanz. Ich weiß noch nicht, ob ich mir das antun werde.

9. Tag

Assuan

Es wurde ein sehr entspannter Tag heute. Wir hatten kein großes Programm und jede Menge Zeit. Erst um 8.30 Uhr fuhren wir zur Hauptsehenswürdigkeit, dem unvollendetem Obelisk. Vor einigen tausend Jahren wurde dieser Obelisk im Granitsteinbruch hier in Assuan in Angriff genommen. Man sieht deutlich die Bearbeitungsspuren von damals. Bis auf die Unterseite war er schon fast aus dem Stein gemeißelt. Allerdings wurden dann urplötzlich die Arbeiten eingestellt. Ein tiefer Riss zieht sich heute durch den Stein. Unklar ist, ob dies schon damals passierte und man deshalb aufhörte oder ob dies später passierte. Monumental gewaltig ist er trotzdem noch. Basalt ist nun mal ein sehr hartes und schweres Gestein. Und all dies ohne moderne Technik, nur mit einfachsten Arbeitsmitteln und primitiven Geräten. Beeindruckend! Weiter ging es zum weltberühmten Assuan Staudamm. 110 Meter hoch und 3.6 km lang hält er das Wasser zurück. Heute ist er der drittgrößte Stausee der Welt. Einerseits versenkte man damals vor knapp 50 Jahren unter anderem 27 Tempel aus der Pharaonenzeit und unzählige Dörfer, tausende Menschen mussten umgesiedelt werden, andererseits reicht das Wasser für mindestens 7 Jahre und mit der gewonnenen Energie ist endlich eine flächendeckende Stromversorgung gewährleistet, selbst bis nach Kairo! Ebenfalls sehr interessant.

Unser Dritter und letzter Punkt auf unserer heutigen Liste war eine Parfümerie. Die Ägypter sind ja ebenso wie die Franzosen für ihre Parfüms bekannt. Und tatsächlich wird ein guter Teil der hier hergestellten Essenzen nach Frankreich exportiert. Uns wurden etliche Düfte vorgestellt und zum probieren gereicht. Einige wurde als Parfum genutzt, eine nur als Medizin zum auftragen auf die Haut und einige auch zur inneren Anwendung. Das Öl des Kreuzkümmel zum Beispiel hilft gegen viele Beschwerden. Aber alle waren ziemlich teuer.

Am Nachmittag hatten wir frei. Das heißt, es gab einen zusätzlichen Ausflug, eine Stadtrundfahrt, doch wir bummelten auf eigene Faust über den Basar oder Souk. Dabei lief uns einer unserer Köche über den Weg, der uns prompt in einen Gewürz Laden schleppte, wo wir zwar äußerst nett bewirtet wurden, doch ohne einen Kauf kamen wir da nicht mehr raus. Ob wir wollten oder nicht. Eigentlich wollten wir nicht. Aber was soll’s.

Heute Abend liegen wir weiter in Assuan, denn morgen gibt’s noch Ausflüge. Also gibt’s auch noch ein Programm. Bauchtanz und Tanzende Derwische. (Der Folklore Abend gestern war wirklich nicht meins!) Morgen aber muss ich so richtig richtig früh aufstehen, denn ich fahre nach Abu Simbel! (Ein Ausflug, den man ebenfalls zusätzlich buchen kann.) Das ist natürlich eines der Wahrzeichen Ägyptens und für mich ein absolutes Highlight! Erbaut von Ramses II., leider wegen dem Staudamm versetzt, und ein Heiligtum für seine Hauptfrau Nefertari, was Ägypten und Nubien miteinander verbinden sollte.

10. Tag

Abu Simbel

Endlos erstreckt sich die Wüste bei zum Horizont. Gelber, feiner Sand weht in Wolken über Dünen, kleine Hügel und Fläche Täler. Die Sonne scheint so grell, das man die Augen schließen muss. Und doch scheint in relativer Nähe ein See zu sein. Dunkel erhebt sich eine Insel aus fast schwarzem Basalt aus den vermeintlichen Fluten. Und doch ist es nur ein Trugbild, eine Fata Morgana, die wir sehen. So erlebte ich das Naturphänomen heute zur Mittagszeit. Faszinierend, aber auch in der Vergangenheit oft genug tödlich. Heutzutage jedoch, wo wir nicht mehr mit Kamelen die Wüste durchqueren, sondern mit den Auto oder Bus sehr schnell sehr große Distanzen überwinden, ist dies nur noch eine kleine Gefahr. Trotzdem nicht zu unterschätzen. Mindestens genauso beeindruckend war aber der eigentliche Grund unseres Ausfluges.

Eigentlich in der Wüste gelegen und doch am Ufer des Nasser Sees, besuchten wir heute das größte und imposanteste Bauwerk von Ramses II.. Die beiden Tempel von Abu Simbel. In einem wurde er selbst als Gott verehrt, in seinem Gegenstück seine Hauptfrau Nefertari. Der Haupttempel mit seinen vier 20 Meter hohen Sitzstatuen am Eingang ist total beeindruckend. Aber man kommt kaum aus dem Staunen heraus, wenn man den Tempel betritt. Denn in der ersten Säulenhalle sind weitere acht aus dem Fels gehauene Statuen. Dazu kommen etliche Nischen, Gänge und Kammern. Nahezu sämtliche Wände sind mit bemalten Reliefs versehen, deren Farben noch deutlich erkennbar sind. Und wir sprechen hier von gut 10 - 12 Meter hohen Wänden allein im ersten Saal. Faszinierend ist ebenfalls, das nur zweimal im Jahr, zur Sonnenwende, die ersten Sonnenstrahlen 47 Meter tief in den Fels scheinen, um das Heiligtum ganz am Ende zu erleuchten. Absolute Präzisionsarbeit!

Kleiner, aber nicht weniger beeindruckend ist der Tempel der Nefertari nur wenige Meter weiter. Allerdings stehen hier 6 Statuen am Eingang, nur vier sind in der Säulenhalle und der Tempel ist nicht ganz so tief. Aber ebenso geschmückt und verziert bzw behauen und bemalt. Steht man vor beiden Tempeln, ist man völlig geplättet! Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, würde der ganze Tempelkomplex in den 1960er Jahren komplett versetzt. Man hat quasi einen ganzen Berg versetzt! Mit Hieroglyphen im Fels, Statuen und allem drum und dran. Ansonsten wäre der ganze Tempelkomplex in den Fluten des Nasser Sees komplett versunken. Glücklicherweise wurde er gerettet und blieb erhalten.

Anstrengend war der Tag schon, denn es ging ja bereits um 4.30 Uhr los. Sonnenaufgang in der Wüste auf der Hinfahrt (es ist übrigens tatsächlich ein Teil der Sahara!), Abu Simbel und Fata Morgana auf der Rückfahrt. Zum Mittag waren wir zurück und konnten eine kleine Siesta halten. Am Nachmittag aber genossen wir noch ganz entspannt eine kleine Fahrt per ägyptischen Segelboot auf dem Nil. Das war wirklich sehr schön und äußerst entspannend. Da könnten wir endlich die Felsengräber auf der anderen Uferseite richtig sehen. Wir ankern nämlich fast direkt gegenüber. Auf der anderen Seite kommt die Wüste tatsächlich bis ganz an den Nil heran. Bis zum Ufer! Völlig verrückt! Mal gibt es breite Uferstreifen, auf denen Zuckerrohr und Bananen wachsen, mal sieht man kaum eine grüne Uferböschung. So, morgen geht’s wieder stromabwärts mit Kurs auf Kom Ombo.

11. Tag

Kom Ombo

So langsam ist man gesättigt von all diesen Eindrücken der ägyptischen Kultur. Obwohl es natürlich hoch interessant ist, und man am liebsten noch tiefer in die Details eintauchen möchte. Aber es ist auch anstrengend. Nicht nur das frühe Aufstehen jeden Tag, sondern auch weil er so voll gepackt ist. Natürlich versucht uns unser Reiseleiter so viel wie möglich von der Kultur zu vermitteln, und man möchte das ja auch. Aber man braucht natürlich auch Zeit, all diese Eindrücke zu verarbeiten. Glücklicherweise haben wir morgen fast einen Seetag, denn wir sind nun auf dem Weg von Kom Ombo nach Luxor. Da ist bis zum späten Nachmittag Gelegenheit genug, sich zu entspannen und alles mal sacken zu lassen, bevor es dann noch einmal richtig anstrengend wird und wir nach Kairo fliegen…

Den Tag heute jedenfalls begann wir relativ ruhig mit einer Fahrt auf dem Nil zu einem nubischen Dorf. In alter Zeit hieß der Süden Ägyptens Nubien, bewohnt von dem Volk der Nubier, die es auch heute noch gibt. Dadurch, dass Sie nur untereinander heiraten, konnten sie viele Sitten und Bräuche bis in die heutige Zeit bewahren. Auf dem Weg dahin genossen wir ausgiebig die Fahrt und bewunderten und bestaunten die Landschaft, die am Ufer langsam dahin zog. Graureiher, Nilgänse, Kormorane, sogar Eisvögel und viele, viele mehr bevölkerten den Grünstreifen am Wasser. Manches mal kam allerdings die Wüste sehr nahe. Das sind dann die Punkte, von wo aus Kameltouren in die Wüste gestartet werden. Unter anderem kamen wir auch an der Insel Elephantine vorbei, die in alter Zeit sehr bedeutend war. Aufgrund seiner Lage im Nil gab es hier nicht nur Tempel, sondern war im Altertum auch Ausgangspunkt von Expeditionen und des Militärs. Seinen Namen verdankt die Insel übrigens drei Felsformationen, die die Natur wie Elefanten geformt hat.

Im nubischen Dorf wurden wir dann in einem privaten Haus bewirtet, und uns wurde viel Interessantes über deren Kultur erzählt. Ein sonderbarer, aber vielleicht auch der traditionellste Teil der Kultur ist, das jede Familie ein Krokodil als Haustier hat! Sie werden oberhalb des Stausees gefangen, wenn sie noch klein und jung sind und bleiben dann bis zu sechs Jahre im Haus der Familie. Wir konnten das Krokodil sogar mal auf den Arm nehmen. Ich habe allerdings darauf verzichtet. Ich hatte in Florida schon mal das Vergnügen.

Zur Mittagszeit legten wir ab und fuhren etwa vier Stunden stromabwärts bis Kom Ombo. Dieser Ort ist wegen seines Tempels sehr berühmt. Denn hier steht der einzige Doppeltempel, dem Gott Sobek, mit dem Krokodilskopf, und dem falkenköpfigen Gott Horus geweiht. Leider ist der Tempel schon sehr zerstört, doch das Eingangstor und einige Teile des Heiligtums stehen noch heute. Faszinierend sind die unglaublich detailreichen Darstellungen und Hieroglyphen an den Säulen und Wänden. Gerne wäre ich hier noch länger geblieben und hätte die Reliefs noch weiter studiert. Aber das Schiff legte ja ab, und wir mussten an Bord…

12. Tag

Zurück in Luxor

Heute war unser Seetag. Wir sind nun zurück in Luxor und liegen diesmal genau vor dem Luxor Tempel, der bis um 21.00 Uhr wunderbar beleuchtet war. Den ganzen Tag über war es recht windig auf dem Sonnendeck. Wir versuchten uns zwar so gut es ging einzupacken, aber es hat nicht viel genützt. Ansonsten haben wir lediglich die vorbeiziehende Landschaft beobachtet und versucht, uns vor dem Wind zu schützen. Schilf, Zuckerrohr, Palmen und Bananen, hin und wieder Wüste mit Bergen und Dünen, ab und zu auch mal kleine Berge und Hügel prägten das Bild.

Vielleicht an dieser Stelle mal ein paar Worte zum Schiff. Es ist 120 Meter lang und 14 Meter breit. Es hat eine Besatzung von 60 Mann und eine Kapazität von maximal 120 Gästen. Es gibt eine Bar und ein Restaurant und in der Lobby sind zwei Geschäfte, wo man Souvenirs kaufen kann. Die Zimmer sind alle mit französischem Balkon ausgestattet. Allgemein wirkt das Schiff schon ganz gut in die Jahre gekommen, aber dafür sollen die Kabinen die größten der Flotte sein. Und groß sind sie schon, das muß man zugeben. Der Service ist ganz okay, das Essen könnte heißer und qualitativ auch etwas besser sein, aber es ist akzeptabel. Fast die ganze Crew spricht etwas deutsch oder wenigstens englisch. Ansonsten gibt es für den deutschen Durchschnittstouristen leider an Bord nicht viele Beschäftigungsmöglichkeiten.

Allerdings ist man die meiste Zeit sowieso nur zum Essen oder schlafen an Bord. Das Ausflugsprogramm ist sehr umfangreich. Sehr gut, sehr kompetent und informativ sind die Reiseleiter Ahmed und Moshen, beides gebürtige Ägypter, die aber beide gut deutsch sprechen. Auch die abendliche Unterhaltung ist okay, denn es wurden oft Themenabende angeboten, wenn auch dafür vermutlich nur Laien angeheuert wurden. Zumindest wirkten sie selten professionell. Leider, je nach Standort, fällt auch hin und wieder das Internet aus. Vielleicht ist das hier noch nicht so flächendeckend ausgebaut?

Ansonsten bin ich zufrieden mit der Reise. Vom kulturellem Aspekt her bin ich mehr als zufrieden, denn ich habe so viel gesehen und über den ägyptische Geschichte erfahren, das ich davon sehr begeistert bin. Und zwei ganze Tage in Kairo stehen ja noch aus! Und da gibt’s die Pyramiden, auf die ich mich schon sehr, sehr freu!

13. Tag

Pyramiden in Kairo

Sehr früh, also richtig früh ging es heute los zum Flughafen in Luxor. Wir mussten bereits um 4.30 Uhr aufstehen, um den Flieger nach Kairo zu erwischen. Aber alles ging gut, wir sind sicher und pünktlich angekommen, und es ging auch direkt zum Highlight. Zu den Pyramiden von Gizeh.

Was soll ich sagen? Es war atemberaubend! Da stand ich nun endlich vor den 3.600 Jahren Geschichte, dem einzigen noch existierenden Weltwunder der Antike, und ich war sprachlos! Sie sind so riesig, von Menschenhand geschaffen, mit einfachsten Mitteln vor unendlich langer Zeit! Wir hatten glücklicherweise genügend Zeit, ausgiebig Fotos zu machen und sogar eine Runde um die wichtigste Pyramide, die des Cheops, zu drehen. Leider musste ich feststellen, das viele der jüngeren Besucher einfach den Respekt und die Erfurcht vor diesen Meisterwerken vermissen ließen und verbotener Weise versuchten, an der Pyramide hoch zu klettern. Das hat mich sehr entsetzt! Doch konnte ich nix machen. Also genoss ich einfach die Zeit dort. Natürlich besuchten wir auch die Sphinx, die zum Glück weiträumig abgesperrt war und somit nicht entweiht werden könnte. Aber es war so geil! So cool! Mein absolutes Highlight in diesem Urlaub, auf dieser Fahrt! Allein deswegen hat sich das alles gelohnt!

Eigentlich wollten wir dann noch den Basar besuchen, doch der war so überfüllt, das wir nur einen kurzen Blick wagten und uns nach 15 Minuten schon wieder aus dem Wüstenstaub machten. Er war riesig, hunderte kleiner Laden und Lädchen, Teehäuser und einige Moscheen. Aber die Läden allesamt nur mit Ramsch und Staubfängern bestückt. Also keine besonderen Souvenirs! Vielfach wirkten sie alt, verstaubt, verdreckt, verwinkelt, halt typisch orientalisch. Ich dachte eigentlich, die asiatischen Märkte seien schlimm, aber die orientalischen sind schlimmer!

Fix und fertig kamen wir endlich im Hotel Hilton an und bezogen unsere Zimmer. Leider habe ich nur eines im vierten Stock. Andere unserer Gruppe sind auf Etage 12, 15 oder gar 20. Da hat man natürlich einen phänomenalen Ausblick über Kairo. Aber egal. Morgen steht noch eine Stadtrundfahrt an, da sehe ich sicher auch genug. Zum Abschluss wollte ich auch noch mal hier ins Hard Rock Café, aber das hat leider geschlossen. Das war’s halt nix mit dem T-Shirt. Aber wenigstens hab ich eines von Hurghada. Das reicht auch!

14. Tag

Ägyptisches Museum in Kairo

Kairo ist eine riesige Stadt, eine Metropole, eine Millionen Stadt. Es ist dreckig, es ist laut, stets und ständig hängt eine Smog Glocke über der Stadt, es ist chaotisch, es wird streng bewacht, es gibt keine Verkehrsregeln und keinerlei Umweltbewusstsein. Aber all das Trift offensichtlich auf so ziemlich jede Stadt in Ägypten zu. Wir haben Hurghada gesehen, wir haben Luxor gesehen, wir haben Assuan gesehen, gestern Gizeh und heute Kairo. Es gibt keinen Unterschied. Es macht mich traurig, wie mit der Zukunft der Menschheit umgegangen wird (Umweltverschmutzung), und es macht mich froh, das so viel Wert auf die Vergangenheit der Menschheit gelegt wird (Erhaltung der archäologischen Funde). Aber es gibt noch so viel zu tun und zu entdecken! Und Ägypten selbst scheint nicht in der Lage, mit all dem fertig zu werden.

Unser Reiseleiter zeigte uns heute die wichtigsten Moscheen von Kairo. Auf der Zitadelle von Saladin die Alabaster Moschee und die älteste des Landes, die Ibn-Tulun-Moschee, vor rund 1.200 Jahre alt. Beeindruckend sind sie schon, besonders die Alabaster Moschee. Sie ist nicht aus Alabaster, aber immerhin damit verkleidet. Leider wirkte auch sehr schmutzig und verstaubt, als ob sich der Smog darauf seit Jahren abgesetzt hat. Es sieht schlimm aus. Und die Zitadelle, die leider unter anderem mit der Kalkstein Verkleidung der Pyramiden errichtet wurde.

Der Saladin hat uns damit mal so gar keinen Gefallen getan! Doch wenigstens würden wir im ägyptischen Museum dafür weitgehend entschädigt. Es erinnert sehr stark an das britische Museum oder das Victoria und Albert Museum in London. Sehr große Säle mit tausenden Exponaten. Allerdings nicht sehr gut präsentiert. Fast alle sind einzeln in alten Vitrinen ausgestellt, deren Glas verstaubt war. Zwischendrin immer mal wieder Baugerüste, vielfach schlechtes Licht und mit wenig liebe dargestellt. Nur der Shop, der war höchst umfangreich und der Buchbestand in verschiedenen Sprachen. Natürlich sind die Fundstücke des Tutenchamun das Highlight und die Königsmaske die absolute Krönung! Wirklich eine Augenweide! Allein die Maske besteht aus 11.5 kg reinem Gold! Im gesamten Grab fand man Grabbeigaben mit einem Gewicht von 300 kg purem Gold! Und es war noch nicht einmal ein sehr wichtiger Herrscher. Er wurde nur 18 Jahre alt. Aber man bestattete ihn mit ca. 3.000 Einzelstücken. Schier unglaublich!

Apropos Bestatten. Hier in Kairo gibt es auch den weltweit größten Friedhof, fast ein eigenes Stadtviertel, und mindestens 20 km lang. Sehr alt und sehr beeindruckend!

Unser Mittagessen nahmen wir dann heute noch einmal auf einem stillgelegtem Schiff auf die Nil ein. Sehr lecker mit herrlicher Aussicht! Und heute Abend, es ist bald soweit, toppen wir alles noch mit der Licht und laser Show bei den Pyramiden von Gizeh! Einmalig genial! Morgen geht’s dafür dann wieder in aller Herrgottsfrühe zum Flughafen und ab zurück nach Hause. Es war anstrengend, aber toll! Viel gesehen, viel erfahren, viel erlebt!

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