April 2018

Reisebericht: Namibia - Eine Perle am Atlantik

Unzählige Mythen und Legenden umgeben das faszinierende Namibia. Möglich macht das die einzigartige Mischung aus afrikanischen und europäischen Einflüssen gepaart mit der kolonialen Geschichte. Gehen Sie mit unserem Chronisten auf eine spannende Reise durch Afrika.

Chronisten Nina & Axel in Namibia
Mein Tipp

Unzählige Mythen & Legenden in Namibia

Axel und Nina, Berge & Meer Chronisten

Hallo, ich heiße Axel, bin 65 Jahre alt und wohne in Berlin. Wir – meine Ehefrau Nina und ich – gehen sehr, sehr gerne auf Reisen. In den letzten 13 Jahren waren wir mit Berge & Meer auf allen 5 Kontinenten und sind aus gutem Grund vielfache „Wiederholungstäter“. Auch nach 16 Reisen mit Berge & Meer ist unsere Wunschliste immer noch lang. Bei unserer Rundreise durch Südafrika vor einigen Jahren entstand der Wunsch auch das Nachbarland zu erleben, jetzt ging es nach Namibia.

1. Tag

Anreise

Auch bei dieser Reise mussten wir - wie bei Langstreckenflügen üblich - ab Frankfurt/Main fliegen, was einerseits dank "Zug zum Flug" im Gesamtpaket enthalten ist, andererseits aber viel Vorlaufzeit bedeutet. Da empfohlen wird 3 - 3½ Stunden vor der Abflugzeit einzuchecken und die Zugfahrt aus Berlin 4½ Stunden dauert, hat man beim Abflug die ersten 10 Stunden seit Verlassen des Hauses bereits hinter sich.

Vielleicht ändert sich im nächsten Jahrzehnt darin etwas, falls der BER fertig werden sollte und man dann auch Langstreckenflüge aus der Hauptstadt durchführt. Der Flug über 10½ Stunden, mit der Air Namibia verlief, mit mehr oder weniger Schlaf im gut besetzten Airbus problemlos.

2. Tag

Windhoek - Kalahari

Nach den Einreiseformalitäten und Gepäckempfang am Hosea Kutako International Airport in Windhoek empfing uns unser Reiseleiter Udo, der nach und nach unsere Reisegruppe mit insgesamt 37 Personen sammelte.

Nach dem von ihm empfohlenen Geldumtausch bestiegen wir erstmalig unseren Bus mit unserem einheimischen Fahrer Levi. Der Einstieg war mühsam und hoch - die erste Stufe lag erst auf etwa 70 cm Höhe. Die Notwendigkeit des hohen "LKW-Fahrgestells" erklärte sich allerdings auf den "Straßen" in Namibia, die fast ausnahmslos Schotterpisten sind, sehr schnell von selbst.

Nun starteten wir etwas erschöpft unsere Reise Richtung Kalahari. Wir fuhren vom Flughafen, der in einer Ebene ostwärts der Hauptstadt liegt, zunächst Richtung Windhoek und dann auf einer endlos wirkenden Straße nach Süden. Links und rechts liegen Farmen, die auf sehr großen Flächen Tiere züchten. Sind die Zäune niedrig, so werden Rinder, Schafe oder Ziegen "gefarmt", bei 2½ - 3 m hohen Zäunen handelt sich um Wildtierzucht.

Unsere erste Pause machen wir in Rehoboth, einem 22.000 Einwohner Städtchen mit bunten Häusern, löchrigen Straßen und ohne Wasser.

Bei steigenden Temperaturen setzten wir unsere Fahrt fort und hielten zu einem Fotostopp am "Tropic of Capricorn", dem Wendekreis des Steinbocks, dem südlichen Wendekreis der Sonne. Es ist die südlichste Stelle unseres Planeten, an dem die Sonne zum Mittag im Zenit steht, was wir deutlich daran sehen können, das wir so gut wie keinen Schatten warfen. Nach einer zweiten Pause in Kalkrand, das nur aus ein paar Häusern besteht, erreichten wir am Nachmittag die Bitterwasser Lodge. Wir bezogen ein großzügiges, komfortables Rondavel, in dem es an nichts fehlte. Nach einer kurzen Ruhephase starteten wir dann zu einer Wüstentour im offenen Geländewagen in eine faszinierende Landschaft mit dem typischen roten Sand und dem niedrigen Bewuchs der Kalahari.

Die Fahrt war wunderschön, wir sahen Oryx, Springböcke und Zebras. Über längere Zeit folgten wir einer Gruppe von 9 Giraffen, die uns sehr nah tolerierten - eindrucksvoll - diese faszinierenden Tiere so nah zu erleben. Wir hielten außerdem an einer Akazie, in der sich riesige Webervögelnester befanden. Es ist kaum zu glauben, dass diese spatzengroßen Vögel solch riesige Nester bauen. Mit einem wunderschönen "sundowner" endete unsere Tour. Nach einem kurzen Heimweg und einem guten Abendessen fielen wir müde ins Bett, auf dass wir uns nach knapp 40 Stunden doch sehr freuten.

3. Tag

Kalahari - Keetmanshoop

Ausgeschlafen und nach einem ausgiebigen Frühstück verließen wir die sehr schöne Bitterwasser Lodge nach Süden auf der schon fast vertrauten Schotterpiste.

Über viele Kilometer "begleiteten" uns auf beiden Seiten wieder hohe Wildzäune. Unser Führer erläuterte uns die in Namibia praktizierten 3 Arten der Wildvermarktung:

- Fleischproduktion

- Fototourismus

- Trophäenjagd

Alle 3 Bereiche haben große Bedeutung in Namibia.

Nach knapp zwei Stunden machten wir die erste Pause im Örtchen Mariental - benannt nach Marie Brandt der Ehefrau des ersten deutschen Siedlers in der Region Hardap - Hermann Brandt. Es ging bis zur nächsten Pause immer weiter auf der Nationalstraße nach Süden, vorbei an kleinen Orten wie Ebeneerde und Falkenhorst bis nach Asab, einer kleinen Ansiedlung mit Tankstelle und geschlossenem Dorfladen.

Der dritte - etwas längere Abschnitt - führte uns dann bis Keetmanshoop, der Hauptstadt des Karasdistrikts. Trotz der ca. 20.000 Einwohner wirkt die Stadt sehr klein, ist ruhig und übersichtlich. Im Zentrum erreichten wir unsere Bleibe für die nächsten beiden Nächte, die Central Lodge - eigentlich ein einfaches Hotel.

Der Höhepunkt des Tages war unser abendlicher Besuch im 15 km nordöstlich von Keetmanshoop liegenden Köcherbaumwald. Aufgrund der außergewöhnlichen Dichte von 250 bis 300 Köcherbäumen an einem Ort hat Namibia den Köcherbaumwald 1955 zum nationalen Denkmal erklärt. Mit den aufgetürmten Doleritformationen ergeben die Köcherbäume ein beeindruckendes Gesamtbild, das nicht ohne Grund unter Naturschutz steht.

Der Besuch gegen Abend ermöglichte uns in diesem wunderbaren Ambiente auch noch einen beeindruckenden Sonnenuntergang zu erleben, einer der Höhepunkte der gesamten Reise.

Nach Rückkehr und einem guten Abendessen - wie üblich in Namibia mit viel Wild - waren wir gut auf unsere Nachtruhe vorbereitet.

4. Tag

Keetmanshoop - Fish River Canyon - Keetmanshoop

Bereits um 6.45 Uhr starteten wir zu unserem Tagesausflug über Schotter- und Sandpisten zum Fish River Canyon. Auf dem Weg dorthin pausierten wir am Nautedam, der in der Region Landwirtschaft ermöglicht und außerdem Keetmanshoop mit Wasser versorgt. Auf großen Flächen rund um den Stausee werden überwiegend rote Weintrauben angebaut, um den Europäern noch vor Weihnachten "seedless grapes" anbieten zu können. Besonders bekannt für ihre Obstbrände ist die "Naute-Kristall-Distillery".

Lustig anzuschauen waren außerdem die vielen Klippschliefer, die auf den Steinen herumtollten. Gegen Mittag erreichten wir den Haupteingang des Canyon Parks bei Hobas. Wir nutzten von dort aus die Chance, entlang des Canyonrands bis zur Besucherplattform oberhalb der Höllenkurve zu wandern. Tolle Einblicke entschädigten für den steinigen Weg in der Mittagssonne bei ca. 35 ºC im Schatten – den es allerdings nicht gab.

Der Höhepunkt des Tages war zweifellos der fantastische Blick in den Canyon oberhalb der Höllenkurve, dem Punkt, an dem der Hiking Trail beginnt. Dort kann man - nach Anmeldung - in den Canyon hinabsteigen und in Touren über viel Tage den Canyon an der Basis zu Fuß oder auf Maultieren reitend erleben.

Der Fish River Canyon, der mit etwa 160 km Länge und 27 km Breite der größte Canyon Afrikas ist und nach dem Grand Canyon in Arizona als zweitgrößte Schlucht der Welt gilt, ist nicht - wie andere Canyons - durch einen Flusslauf, sondern durch das Auseinanderdriften der Kongo- und Kalahariplatte entstanden.Danach bildete sich vor 350 Millionen Jahren ein erster Graben. Erst später vertieften Gletscher und Erosion das Flusstal, ein Prozess, der bis heute anhält, auch wenn man das dem kleinen Rinnsal nicht zutraut.

Auf dem Rückweg nach Keetmanshoop machten wir eine längere Pause am Canyon Road House, einer ungewöhnlichen Lodge 14 km östlich des Canyons, mit einem Oldtimer - Restaurant, in dem man kaum aufhören konnte zu fotografieren. Besonders gut gefallen hat uns ein Chevrolet mit einem Borussia Dortmund Schild am Kühlergrill. Müde, aber voller Eindrücke erreichten wir die Central Lodge für die zweite Übernachtung. Das Abendessen war leider deutlich schlechter als am Vortag.

5. Tag

Keetmanshoop - Region Namib Naukluft

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir Richtung Nordwesten. Nach ca. 50 Kilometern erreichten wir die Brücke über den Fish River Canyon, die wir - als willkommene Abwechslung zu den langen Busfahrten - zu Fuß überquerten. Die lange und massive Brücke macht deutlich, dass das schmale Flüsschen nicht das gesamte Jahr so bleibt. Der Straßenabschnitt von Keetmanshoop gut 100 Kilometer nach Westen ist asphaltiert, ein völlig ungewohntes Fahrgefühl. Unsere erste Pause machten wir in Bethanie, einem kleinen Dorf, das uns vor allem wegen einer wunderschönen Akazie in Erinnerung blieb.

Weiter ging es entlang des Konkiep Flusses nach Norden zur Mittagspause in Helmeringhausen. Die kleine Ansiedlung überrascht mit dem unerwartet großen Helmeringhausen Hotel, in dem wir gut gegessen haben und auch den vermeintlich besten "Apple Cake" in Namibia probiert haben - mh, wir hatten im Verlauf der Reise keine Vergleichsmöglichkeit. Ein "eyecatcher" waren die lustigen Strohpuppen vor dem Hotel, die auch gleich als Speisekarte dienten.

Die weitere Fahrt nach Norden bzw. Nordwesten war ziemlich gleichförmig, unterbrochen allerdings durch eine Kaffeepause bei Alfred - einem deutschen Auswanderer - der fast alles verkauft, was das Herz begehrt, z. B. lange Stachelschweinborsten. Am frühen Abend erreichten wir die Hammerstein Lodge - unsere Unterkunft für 2 Tage - und hatten vor dem köstlichen Abendbuffet noch Zeit, den Pool zu genießen.

6. Tag

Region Namib Naukluft - Sossusvlei - Region Namib Naukluft

Früh aufstehen war angesagt - wir starteten noch bei Dunkelheit um 6.00 Uhr, um 7.00 Uhr bei Öffnung des Namib-Naukluft- Parks dort zu sein. Wir stiegen nach einer kurzen Busfahrt auf Allradfahrzeuge um, die uns die letzten 5 Kilometer bis in den Bereich der Dünen brachten. Wir passierten den "Big Daddy", die mit ca. 300 m höchste Düne im Bereich Soussusvlei. Die roten Dünen, die ihre Farbe von der rostigen Eisenhülle haben, die die Sandkörner umgibt, schaffen eine grandiose Landschaft, die uns in ihren Bann gezogen hat.

Wir hatten anschließend Gelegenheit, eine der höheren Dünen - die Düne 45 - in der Nähe des "Dead Vlei", des "Toten Flusses" zu besteigen - jeder so weit, wie er es sich zutraute, um pünktlich nach drei Stunden zurück zu sein. Der Aufstieg im weichen Sand wurde bei 40 ºC im Schatten - den es allerdings nicht gab - zunehmend beschwerlicher, sodass sich unsere Reisegruppe sehr schnell auf den Dünen verteilte. Ich hatte mir einen mittelweiten Aufstieg vorgenommen, der die Gelegenheit bot auf die beeindruckende Dünenlandschaft zu schauen und zusätzlich den Reiz hatte von dort oben ins Dead Vlei absteigen zu können. Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig, denn es war eindrucksvoll diesen großen ausgetrockneten See mit seinen trockenen, völlig kahlen Bäumen, die bis zu 500 Jahre alt sind, zu betreten.

Der Rückweg war eben und gut zu bewältigen, ich war nach 2½ Stunden voller Eindrücke zurück, aber auch froh im Schatten unter einem Baum auf die Rückfahrt warten zu können. Auf unserer Rückfahrt hielten wir am Sesriem - Canyon, 5 Kilometer südlich des Parkeingangs zum Soussusvlei.

Der Tsauchab-River hat sich bis zu 30 m schmal eingegraben. Wenn man den etwas beschwerlichen Einstieg absolviert hat, öffnet sich der Canyon mit Steinformationen, bei denen deutlich wird, wie das Wasser über Millionen von Jahren geflossen ist. Der Sesriem-Canyon verdankt seinen Namen der Tatsache, dass man sechs aneinander geknotete Ochsenwagenriemen brauchte, um sich in die Schlucht abzuseilen.

Zurück in der Hammerstein Lodge nutzen wir die Gelegenheit an einer "Katzenführung" auf dem Gelände der Lodge teilzunehmen. Der Besitzer der Lodge hat immer wieder verlassene Wildkatzenkinder mit der Flasche großgezogen und sie in großen Gehegen auf der Lodge aufwachsen lassen. Sie sind so vertraut mit Menschen, dass man mit einem Pfleger die Gehege betreten kann und sich Karakal und Gepard nähern kann. Ein Karakal, der wegen seiner Ähnlichkeit mit Luchsen manchmal auch Wüstenluchs genannt wird - ließ sich sogar anfassen. Eine Leopardin kann man allerdings nur durch das Gitter betrachten, sie toleriert nur den Hausherrn in ihrem Gehege. Die Begegnung mit den Katzen war ungewöhnlich, sicherlich unrealistisch, aber dennoch spannend.

Zum Abend fuhren wir mit einem Geländewagen auf die große Nachbarlodge zur Tierbeobachtung. In einer wunderschönen Frühabendstimmung sahen wir Gnus, Kuhantilopen, Giraffen und Zebras. In einem abgetrennten Bereich erwarteten zwei Breitmaul-Nashörner schon die mitgebrachten Heuballen, sodass wir sie - wie im Zoo - aus der Nähe betrachten konnten. Spannend wurde es dann mit zwei Zebrahengsten, die uns wegen des Heus regelrecht angingen, als wir hielten. Der Wildhüter, der ihnen offensichtlich nicht genug Heu gab, wurde sogar gebissen. Um weitere Leckerbissen zu ergattern, versuchte der eine Hengst sogar ins Führerhaus zu klettern. Wir suchten das Weite und wurden von den beiden Zebras regelrecht verfolgt. Nur die Fotos können verhindern, dass ich eine lange Nase wie Pinocchio bekomme. Unser Ausflug endete mit einem wunderschönen "sundowner" mit Blick auf die Tsarisberge.

Ein langer, anstrengender, aber großartiger Tag ging mit einem Glas Shiraz in der Hammerstein Lodge zu Ende.

7. Tag

Region Namib Naukluft - Swakopmund

Wir starteten unsere Tagestour nach Swakopmund relativ früh und genossen die Fahrt in einen wunderschönen Morgen. Auf der langen Strecke durch eine weite Ebene sahen wir zahlreiche Oryx, sehr viele Springböcke und einige Strauße. Ein Oryx entschloss sich kurz vor dem Bus die Straßenseite zu wechseln und nur die schnelle Reaktion unseres Fahrers Levi ersparte uns einen Zusammenstoß auf der tiefen Schotterpiste.

Unsere erste Pause machten wir in Solitaire, einer im Jahre 1848 gegründeten Kleinsiedlung mit knapp 100 Einwohnern, die gut auf pausierende Touristen eingestellt war. Neben einem gut sortierten kleinen Gemischtwarenladen gab es eine Bäckerei, in der - u. a. nach deutschen Rezepten hergestellte - tolle Backwaren angeboten wurden.

Der weitere Weg nach Nordosten führte uns zunächst über den Gaub Pass und danach über den Kuiseb Pass. Bei einem längeren Fotostopp mit Aufstieg zu einem Aussichtspunkt erfuhren wir die hochinteressante Geschichte zweier deutscher Geologen in diesem Gebiet.

Dr. Henno Martin und Dr. Hermann Korn hatten sich nach ihrer Zeit an der Uni Bonn entschlossen geologische Forschungen in Südwestafrika zu betreiben. Sie begannen mit ihrer langwierigen Arbeit ab 1935 im Naukluft Gebirge. Im September 1939 - nach dem Ausbruch des 2. Weltkriegs, erklärte Namibia seinen Kriegseintritt auf britischer Seite und begann alle Deutschen zu internieren, was ab April/Mai 1940 - wegen der britischen Niederlage in Norwegen und des deutschen Einmarsches in Belgien und Holland - verschärft wurde.

Am 25. Mai 1940 mussten Martin und Korn aus Windhoek fliehen. Sie hinterlassen gefälschte Spuren, die auf eine Flucht zum Brandberg hindeuten. Mit Umwegen über Okahandja, Karibib und das Swakoprivier erreichen sie den Kuisebcanyon. Ihre Robinsonade dauerte - teilweise unter abenteuerlichen Bedingungen - über 2 Jahre und musste wegen des lebensgefährlichen Vitaminmangels beendet werden.

Vor der anschließenden Gerichtsverhandlung gelang es ihnen sich mit den Zeugen abzustimmen. Nach einer kurzen Haftzeit und Verurteilung zu einer Geldstrafe durften sie ihre Forschungen unter Auflagen fortsetzen. Henno Martin hat diese spannende Geschichte in seinem Buch "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" veröffentlicht, auch im Andenken an seinen 1946 bei einem Unfall in Windhoek getöteten Freund Hermann Korn. Das Buch ist - mit Blick auf Namibia - wirklich lesenswert.

Den Nachmittag verbrachten wir im Bus auf einer geraden, sehr langen Schotterpiste bis Walvis Bay, wo wir den Atlantik erreichten. Kurz vorher sahen wir einen Zug, ein in Namibia sehr seltenes Schauspiel, da in vielen Regionen der Bahnverkehr eingestellt worden ist und auch auf der Küstenstrecke nur noch ein Zug pro Tag fährt.

Da Walvis Bay am nächsten Tag auf dem Programm stand, fuhren wir an der Küste entlang direkt nach Swakopmund. Bei einer kleinen Stadtrundfahrt vorbei an der Konditorei, am Autohaus, am Brückenhofmuseum, am königlichen Postamt wird schnell klar, dass wir im einst südlichsten "deutschen" Seebad angekommen waren. Die koloniale Vergangenheit ist in der 34.000 Einwohnerstadt überall präsent, dennoch wird bei vielen Gebäuden und der modernen Nutzung alter Einrichtungen der Wandel der Stadt deutlich. Swakopmund ist wegen des milden Seeklimas und seiner wunderschönen Strände auch bei Urlaubern sehr beliebt, wenn auch das Wasser wegen des Benguelastroms immer ziemlich kalt ist, was andererseits aber zu hohen Fischbeständen vor der Küste führt.

Unsere Fahrt endet am Hansa Hotel, einem deutsch geprägten 4½ Sterne Haus, das großen Wert auf die koloniale Vergangenheit legt. Es ist das älteste Hotel in Namibia (gegründet 1905) und mit seinem herrlichen Garten im Innenhof sowie seinem Gourmetrestaurant eine großartige Empfehlung. Die Begrüßung - mit Sekt - ließ sich der deutsche Geschäftsführer nicht nehmen. Alle Hinweise und Speisekarten sind in Deutsch und Englisch verfasst und das bekannteste Getränk des Hauses ist der Kolonialkaffee, ein am Tisch zubereiteter Kaffee, der mit drei Sorten Alkohol und reichlich Sahne verfeinert wird - alles bei Youtube zu sehen - köstlich!

Den freien Abend verbrachten wir mit einem ausführlichen Spaziergang durch die sehr übersichtliche Innenstadt und endete an der Jetty, einer über 300 m langen Seebrücke, die in ihrer ursprünglichen Holzversion nahezu die gesamte Versorgung der Kolonie Deutsch-Südwestafrika ermöglichte. Der "Steg" ist später durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt worden, die 2005 renoviert wurde.

Nach dem eindrucksvollen Sonnenuntergang folgten wir der Empfehlung zum Fischessen im "Tug" direkt an der Jetty. Mit Blick auf den Sonnenuntergang genossen wir grandiosen Lobster in großen Portionen, der für deutsche Verhältnisse nicht teuer war. Ein Spaziergang mit Umweg zum alten Leuchtturm brachte uns in unser nobles Hotelzimmer, in dem es "natürlich" mehrere deutsche Fernsehprogramme gab.

8. Tag

Swakopmund

Nach einem wunderbaren Frühstück fuhren wir nach Walvis Bay, um eine - im Ausflugspaket enthaltene - 3½ Stunden Bootstour zum Pelican Point zu erleben. Mit unserer deutschstämmigen Skipperin Christel hatten wir riesiges Glück. Sie "brannte" für ihre 12 Gäste an Bord, erläuterte uns jede Kleinigkeit und versorgte uns großartig. Wir begleiteten ganz nah eine Gruppe Tümmler und zahlreiche Robben, die sich allerdings bei der Jagd nach Nahrung gegenseitig nicht so gerne mögen.

Dann gelang es unserer Skipperin einen Mola Mola - einen Mondfisch - zu entdecken, der als der größte Knochenfisch der Welt gilt. Er kann über 3m lang und über 2 Tonnen schwer werden. Ein riesiger "Klotz" schwamm neben uns und ließ sich längere Zeit von unserem Boot begleiten.

Wir passierten danach große Austernbänke, die hier im kalten Atlantik besonders ertragreich sind, danach einige Schiffswracks, die längst zu Kormorankolonien geworden waren, aber auch moderne Fracht- und Hubschiffe. Nach dem Überflug von mehreren Pelikanen hatten wir den Pelican Point erreicht, eine Halbinsel - ca. 40km westlich von Walvis Bay - mit einem Leuchtturm und riesigen Robbenkolonien.

Dort stoppten wir und unsere Skipperin, die uns schon vorher mit Getränken versorgt hatte, wurde zur Zauberfee. Sie zauberte aus den Boxen unter unseren Sitzen zunächst Gläser und im Seewasser gekühlten Champagner hervor, dann folgten Platten mit Snacks und als absoluter Höhepunkt - frische Austern.

Gekonnt öffnete sie die am selben Morgen frisch geernteten Schalentiere und wir konnten nach Herzenslust schlemmen - wunderbar in diesem großartigen Ambiente so versorgt zu werden. Leider neigte sich diese tolle Tour nach einer Hochgeschwindigkeitsrückfahrt viel zu schnell dem Ende zu, eine Überraschung hatte Christel aber noch. Schon in Hafennähe verlangsamte sie die Fahrt und suchte gezielt nach einer kleinen Gruppe von Robben, bei der sie stoppte. Eine der Robben ließ sich von frischem Fisch über einen flachen Zugang am Heck an Bord locken. Die Erläuterungen unserer Skipperin waren beim Blick aus nächster Nähe besonders interessant. Die Robben haben offensichtlich einen "Vertrag" mit den Skippern.

Anschließend ging es in den Hafen und die "Besatzung" bedankte sich herzlich bei der grandiosen Skipperin. Mit unserem Bus fuhren wir nach Swakopmund zurück und nutzten den freien Nachmittag und Abend zu einer ausführlichen Tour an der Küste, durch die Stadt und zum ausgiebigen Shopping, für das wir African Leather Creations, Art Africa, See Africa Safari Shop und die Swakopmunder Buchhandlung besonders empfehlen können.

Zu Abend aßen wir im Hansa Hotel und waren vom Gourmet Fischteller und dem gegrillten Kingklip Filet schwer begeistert. Ein in jeder Beziehung großartiges Hotel.

9. Tag

Swakopmund - Twyfelfontein - Khorixas

Nach einem ausgiebigen, exzellentem Frühstück brachen wir zu einem langen Tag - zeitlich wie räumlich - nach Norden entlang der Atlantikküste auf.

In Henties Bay - einem beliebten Ferienort - machten wir unseren ersten Stopp. Bei einem kurzen Spaziergang an die Küste kamen wir dem gestrandeten Fishtrawler "Zeila" relativ nah, der zur Kormorankolonie geworden ist. In den seichten Gewässern der Skelettküste liegen viel Schiffswracks, allerdings nicht so nah am Ufer.

Plakativ erkennt man in Henties Bay die krassen Gegensätze innerhalb der Bevölkerung. Moderne Villen liegen neben den - im staatlichen Bauprogramm erstellten - Einzimmer-Häuschen und großen Townships. Aber auch diese Gegensätze verhindern nicht, dass die Einwohnerzahl von Henties Bay sich in der Urlaubszeit verdreifacht.

Für die nächsten 1½ Stunden ging es landeinwärts bis zu einer Himba-Siedlung im Khorixas District. Wir hatten uns - wie auch für den nächsten Stopp - mit Lebensmitteln eingedeckt, da diese wirklich den Familien zugutekommen. Wenn man Geld spendet, besteht die Gefahr, dass alles vom Stammesoberhaupt behalten wird. Die Himba-Frauen - alle mit kleinen Kindern - verkauften allerlei selbstgemachte Souvenirs.

Bei unserer weiteren Fahrt passierten wir die "Elefantenpassage", an der die Wüstenelefanten mehrfach im Jahr den teilweise wasserführenden Ugab, aber eben auch die Straße passieren.

Nunmehr im Damaraland - erreichten wir nach kurzer Fahrt eine Herrerosiedlung. Der Stamm, der durch seinen Aufstand gegen die deutschen Kolonialherren und dessen Niederschlagung durch das deutsche Expeditionskorps 1904 bekannt ist, hat sich in Namibia weitgehend adaptiert. Die Siedlung, die wir besuchten, ist primär für die Touristen gedacht, weniger Wohn- oder Arbeitsplatz. Die Herrerofrauen - ebenfalls mit vielen Kindern - unterscheiden sich durch ihre Bekleidung deutlich von anderen Stämmen. Beeinflusst durch Missionare tragen sie traditionell koloniale Kleidung, ergänzt durch einen typischen - besonders eindrucksvollen - Kopfschmuck.

Weiter ging es zum Highlight des Tages, nach Twyfelfontein. Die berühmte Felsenkunstfundstelle gehört seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Den Namen "Zweifelquelle" erhielt der Ort von den ab 1947 dort siedelnden weißen Farmern, die die zeitweise versiegende Quelle nicht zuverlässig fanden. 1964 wurde das "Farmen" endgültig aufgegeben, die Ruine des Farmhauses ist noch vorhanden. Seitdem wird der Name Twyfelfontein für das gesamte Tal verwendet. Eine Führerin, die uns in Deutsch und in Damara, ihrer Muttersprache mit Knick- und Schnalzlauten begrüßte, führte uns in das Felsengebiet mit über 2.000 Gravuren. Schnell wurde klar, warum die Formation von den Damara ursprünglich /Ui//aes "Ort der aufeinander gepackten Steine" genannt wurde.

Auf den Felsen befinden sich vorwiegend Tierabbildungen, aber auch geometrische Karten. Neben den Gravuren gibt es auch Felsmalereien was eine weitere Besonderheit bedeutet. Der Weg durch die Formationen sollte unbedingt mit festem Schuhwerk und ausreichend Wasser absolviert werden, der Vorschlag unserer Führerin sollte befolgt werden: "jeder klettert auf dem schwieriger werdenden Weg so weit, wie er sich persönlich den Rückweg zutraut!". Die Felsgravuren waren wirklich beeindruckend und in ihrer Vielfalt kaum aufzunehmen. Die bekannteste Gravur, der "Löwe mit dem abgeknickten Schwanz" war auch für unsere Gruppe das beliebteste Fotomotiv.

Die Reisegruppe sammelte sich im Informationszentrum, in dem man sehr schöne Holzfiguren kaufen konnte - wir entschieden uns für einen Leoparden und eine Giraffe.

Weiter ging es 10 km Richtung Osten bis zum Damara Living Museum. Die Damara, die neben den Buschleuten als die Ureinwohner Namibias gelten, versuchen mit diesem "lebenden Museum" ihre eigentlich verloren gegangene Kultur wieder zum Leben zu erwecken. Eine Damara-Frau mit guten Deutschkenntnissen brachte uns die Geschichte und Entwicklung der Damara näher und stellte uns die handelnden Personen vor. An verschiedenen Stationen zeigten sie uns wie sie mit einfachen Mitteln Feuer machen, Messer schmieden oder natürliche Arzneimittel herstellen. Zum Abschluss gab es den obligatorischen Tanz - selbst die Kleinsten beteiligten sich - und die Möglichkeit zum Kauf ihrer Produkte.

Die letzte Etappe brachte uns zur Damara Mopane Lodge. Kurz vor Eintreffen begann überraschend ein Starkregen, der die Umgebung verdunkelte und auch unseren Fahrer zu Schritttempo zwang. Der Vorplatz der Lodge war völlig überflutet und wir wurden auf dem kurzen Weg bis unter das Vordach völlig durchnässt. Auch solches Wetter gibt es in Namibia. Das leckere Abendessen, guter Wein und die nett eingerichteten kleinen Häuschen, die wir bezogen, versöhnten uns schnell wieder. Ein langer, aber sehr ereignisreicher Tag war zu Ende.

10. Tag

Khorixas - Outjo

Ausnahmsweise starteten wir erst um 10.00 Uhr. Unsere erste Pause machten wir bereits nach ca. 50 Kilometern an der Abzweigung zum Vingerklip - auch Rock Finger genannt, um Termitenhügel zu fotografieren. Die Termitenhügel sind an dieser Stelle besonders imposant. Sie sind bis zu 4 m hoch, gehen um ein Vielfaches in die Erde und existieren bis zu 30 Jahre. Die Königin wird bis zu 20 Jahre alt, legt täglich 20.000 Eier (also ca. alle 4 Sekunden eins!) und sorgt damit für eine unvorstellbare Reproduktionsrate.

Sehr gerne hätten wir anschließend den Abstecher von 18 Kilometern zum sehr bekannten Vingerklip - eine 35 m hohe Klippe - gemacht, aber der Besuch war nicht vorgesehen, Zeit hätten wir reichlich gehabt. Der nächste Abschnitt bis Outjo war nur ca. 80 Kilometer lang und wir passierten unsere Lodge, konnten allerdings unsere Unterkünfte noch nicht beziehen, da wir zu früh waren. Wir fuhren ein kleines Stück weiter bis in den Ortskern Outjo und hatten eine Stunde Pause. Anschließend ging es zurück zur Etotongwe Lodge in der wir zwei Nächte blieben. Ein kurzer und sehr ruhiger Vormittag.

Am Nachmittag ging es - im Rahmen des Ausflugspakets - mit dem offenen Geländewagen zu einer 4-Stunden-Tour in den Etosha Nationalpark. Der 1907 gegründete Park ist mit 22.912 km² der größte Nationalpark in Namibia und einer der größten in Afrika. Bei strahlendem Sonnenschein sahen wir häufig große Gruppen von Springböcken, die im Park sehr stark vertreten sind und viele Oryx. Das Wappentier Namibias strahlt eine ganz besondere Eleganz aus. Wir konnten Riesentrappen, Kuhantilopen - mit dem schönen englischen Namen "Red hartebeest" - viele Giraffen, Gackeltrappen und Gnus aus nächster Nähe beobachten.

In Okaukuejo - zentral im Süden des Parks am Rand der Etoshapfanne - legten wir eine Pause ein, die wir zur Besichtigung des bekannten beleuchteten Wasserlochs nutzen, das aber verwaist war. Auf dem Rückweg sahen wir Strauße, Paradieskraniche und erneut Trappen. Kurz vor dem Verlassen des Parks - der zum Sonnenuntergang geschlossen wird - verabschiedeten uns zwei Schabrackenschakale. Nach einer knappen Stunde Busfahrt erreichten wir unsere Lodge und ließen den Tag nach dem Abendessen bei einem Glas Wein ausklingen.

11. Tag

Outjo - Etosha Nationalpark - Outjo

Früh gestartet fuhren wir durch mehrere kräftige Regenschauer und von der aufgehenden Sonne "begleitet" mit dem Bus Richtung Etosha Nationalpark, um einen möglichst langen Tag zwischen Sonnenauf- und Untergang dort verbringen zu können. Die Tiere des Vortags "wiederholten" sich, allerdings bei Springböcken und Gnus in hoher Anzahl. Es war beeindruckend hunderte dieser Tiere auf freien Flächen äsen zu sehen. Neu waren für uns ein Raubadler und mehrere Buschhasen. Nach der Mittagspause - erneut in Oukakuejo - fuhren wir am Rand der Etoshapfanne entlang bis nach Okondeka und konnten so einen guten Eindruck des "großen weißen Platzes" - wie die Pfanne in der Ovambo-Sprache heißt - gewinnen.

Die 4.760 km² große Etoshapfanne liegt etwa 1.000 m über dem Meeresspiegel und gehört zur Kalahari-Senke, die sich über weite Teile Botswanas und Ost- und Nordnamibias erstreckt. Die Etoshapfanne ist eine Lehmpfanne mit Salzgehalt - der Boden eines ehemaligen Sees - und weißt deshalb diese charakteristische weiße und grünliche Oberfläche auf.

Der Rückweg führte uns von Okondeka nach Westen. Wir sahen mehrere Herden von Steppenzebras und Gnus aus nächster Nähe, auf etwas größere Entfernung viele Strauße und eine große Gruppe von Giraffen, die majestätisch an uns vorüberzogen. Und dann sahen wir plötzlich - allerdings auf sehr große Entfernung - einen Vertreter der "Big Five" - ein Nashorn.

Die "Big Five" von denen es im Etosha Nationalpark ohnehin nur 4 gibt (Wasserbüffel kommen nicht vor), sind in dieser Jahreszeit - insbesondere bei dem vielen Regen der vergangenen Tage - kaum zu beobachten. Sie sind nicht - wie in der Trockenzeit - gezwungen, sich zum Trinken und zur Jagd an den Wasserlöchern aufzuhalten, da es überall relativ viel Wasser gibt.

Auf dem letzten Stück zum Tor konnten wir - außer den ständig präsenten Springböcken - auch noch eine Herde Impalas ganz nah betrachten. Nach einem Stopp am Tor des Parks - mit dem obligatorischen Verkaufsstand der Eingeborenen - erreichten wir nach einer weiteren Stunde die Etotongwe Lodge.

Ein milder Abend mit einem wunderschönen Sonnenuntergang und einer kurzen Wanderung nach dem Abendessen, um das Kreuz des Südens zu sehen, beschloss diesen ereignisreichen Tag am Etosha Nationalpark.

12. Tag

Outjo - Windhoek

Mit dem schon gewohnten Vorlauf starteten wir um 9.00 Uhr zu unserem letzten Teilstück nach Windhoek. Unsere erste Pause machten wir in Otjiwarongo, einem Städtchen mit 28.000 Einwohnern, der Hauptstadt der Region Otjozondjupa-– wunderbare Namen!

Auf einer überraschenderweise asphaltierten Straße kamen wir schnell nach Süden voran und hielten nach etwa 1½ Stunden an einem Termitenhügel, der sicherlich 4½m hoch war. Mittagspause machten wir in Okahandja, an der Schnittstelle der Nationalstraßen B1 und B2. Hier besuchten wir zwei Friedhöfe. Auf der einen Straßenseite der der Häuptlinge verschiedener Stämme, auf der anderen Seite - neben einer kleinen Kirche - ein deutscher Soldatenfriedhof, auf dem Gefallene des Kolonialkriegs von 1904 - 1908 liegen. Der Prominenteste der dort bestatteten ist Werner Freiherr Schenk von Stauffenberg, ein naher Verwandter des Widerstandskämpfers und Hitlerattentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Anschließend ging es zügig weiter nach Windhoek.

In der Hauptstadt angekommen, fuhren wir in den nordwestlich gelegenen Stadtteil Katutura, entstanden in den 1950er Jahren im Rahmen der südafrikanischen Apartheidspolitik als Wohngebiet zur Rassentrennung. Die damals gebauten kleinen 45 m²-Häuschen sind durch lange Reihen mit relativ komfortablen Wohnblöcken, aber auch durch eine sehr große Zahl von Hütten erweitert worden. Im Gesamtbild ist eine Township entstanden, die in dem - über 65.000 Einwohner umfassenden Wohngebiet – einen großen Teil einnimmt. Erfreulicherweise hat sich die Wohnqualität durch verbesserte Strom- und Wasserversorgung, Müllentsorgung, Bau zahlreicher Schulen und Straßen inzwischen deutlich verbessert.

Anschließend besuchten wir einen "Wellblechkindergarten", in dem eine Erzieherin sich um Vorschulkinder kümmert. Es werden Kinder aufgenommen, deren Eltern einen geringen Kostenbeitrag leisten können, andere Kinder bleiben ausgeschlossen. In der Hoffnung "die Richtigen zu treffen", spendete unsere Reisegesellschaft großzügig.

Aus dem Nordwesten ging es zum Hauptbahnhof, der 1912 im wilhelminischen Stil - mit Jugendstilelementen - eingeweiht worden ist, verdient heute diesen Namen nicht mehr. Nur wenige Züge pro Tag halten hier, der pulsierende Zugverkehr zur Kolonialzeit, an den auch die Schmalspurlokomotive "Old Joe" erinnert, ist kontinuierlich "eingeschlafen".

Der nächste Programmpunkt war eine kurze Stadtrundfahrt im Zentrum der Hauptstadt, die mit 350.000 Einwohnern zwar die größte Stadt Namibias ist, aber dennoch ein wenig kleinstädtisch wirkt. Im unmittelbaren Zentrum sehenswert ist die Christuskirche, die 1910 als Geschenk Kaiser Wilhelm II fertiggestellt wurde und in der noch jeden Sonntag deutsch gepredigt wird. Dahinter liegt das schlichte Parlamentsgebäude, wegen der bürokratischen Prozesse schon seit der Kolonialzeit ‚Tintenpalast’ genannt.

Am gleichen Platz liegt auch das Independence Memorial Museum, in dem der Unabhängigkeitskampf Namibias gegen die deutschen Kolonialherren, vor allem aber gegen Südafrika dargestellt wird. Das früher an dieser Stelle stehende Reiterdenkmal aus der Kolonialzeit ist durch eine Statue des ersten Präsidenten des freien Namibias - Sam Nujoma - ersetzt worden.

Am späteren Nachmittag ging es dann zum Safari Court Hotel, dem letzten Hotel unserer Reise. Den Rest des Tages verbrachten wir - nach kurzer Ruhephase in unserem Zimmer - im sehr schönen Park und bei einem sehr, sehr guten Abendbuffet im Hotel.

Wer sich alternativ am letzten Abend in Namibia zum Abschied etwas ganz Besonderes gönnen möchte, der sollte ‚Leo’s at the Castle’ besuchen, ein großartiges Gourmetrestaurant im Hotel Heinitzburg, in dem man in dem 1914 erbauten Originaltrakt speist. Abends wird - auch für den Besuch auf dem "Luxushügel" mit seinen drei Schlössern - aus Sicherheitsgründen ein Taxi empfohlen.

13. Tag

Windhoek - Abreise

Der Tag stand zur freien Verfügung, empfohlen wurde ein Innenstadtbesuch mit Einkaufsbummel. Dafür stellte das Hotel stündlich einen kostenlosen Shuttleservice ins Zentrum zur Verfügung. Empfehlenswert ist die Post St. Mall, eine Fußgängerzone im unmittelbaren Zentrum, die eine Fülle von Geschäften und Restaurants bietet.

Um 18.00 Uhr startete unser Bus zum Flughafen, an dem wir mit sehr viel Vorlauf ankamen, und ohne Probleme um 21.35 Uhr unseren Rückflug nach Frankfurt antraten.

14. Tag

Ankunft in Deutschland

Nach 10½ Stunden Flug erreichten wir - mehr oder minder ausgeschlafen - planmäßig Frankfurt, wo uns das kühle deutsche Wetter wieder hatte.

Unsere Namibia - Rundreise war hochinteressant, allerdings auch anstrengend. Wir sind mit unserem Bus in den (netto) 12 Tagen Rundreise über 4400 km auf größtenteils Schotterpisten gefahren und an einigen Tagen über 12 Stunden unterwegs gewesen. Dies war allerdings nicht zu vermeiden, um in diesem großen Land möglichst viel - einschließlich des Fish River Canyons im Süden und des Etosha Nationalparks im Norden - zu sehen.

Die Einwohner waren außerordentlich freundlich, die Tierwelt interessant und die vielfältige Natur faszinierend. Die Unterbringung in Lodges/Hotels war ordentlich bis sehr, sehr gut. Insgesamt eine wirklich empfehlenswerte Reise.

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