September 2018

Reisebericht: Sizilianische Lebensfreude und Sonne satt

Unsere Mitarbeiterin Ulla nimmt Sie mit auf Ihre Reise ins sonnige Sizilien. Entdecken Sie traumhafte Strände, verträumte Orte und pulsierende Städten. Erliegen auch Sie dem Charme dieser vielfältigen Insel.

Chronistin Ulla auf Sizilien
Mein Tipp

Sizilianische Lebensfreude erleben

Ulla und Peter, Berge & Meer Chronisten

Wir, das sind Peter und ich, haben uns für unseren diesjährigen Urlaub Sizilien ausgesucht. Wir freuen uns auf eine interessante Insel, sonnenverwöhnt und mit vielen Orten, die wir mit dem Mietwagen erkunden können.

Wir haben uns bewusst dazu entschieden unsere Umgebung auf eigene Faust zu erkunden, da wir selbst entscheiden möchten, was wir wann sehen, und auch mal spontan unsere Pläne ändern möchten, wenn wir ein Plätzchen finden, an dem wir einen Halt einlegen möchten.

Anreise

Da unser Flug erst um 18.40 Uhr von Köln-Bonn startet, haben wir genügend Zeit und müssen keine Hektik aufkommen lassen. Gegen Mittag erhalten wir von Eurowings die Nachricht, dass sich unser Flug leider auf 18.55 Uhr verzögert. Die Viertelstunde ist nicht tragisch und fällt kaum ins Gewicht.

Am frühen Nachmittag machen wir uns auf Richtung Flughafen Köln-Bonn. Die Sonne scheint, es ist warm, und wir möchten noch einen Kaffee und eine Kleinigkeit zu Essen genießen. Die Schlange beim Check-In ist lang, aber es geht schnell vorwärts. Nachdem die großen Koffer eingecheckt sind, machen wir es uns in einem der Cafés gemütlich, bis zum Boarding ist noch genügend Zeit.

Um 18.10 Uhr ist Boarding und um 18.55 Uhr startet der Flieger. Nach leicht turbulentem Flug landen wir in Catania. Im Flughafen wartet der Reiseleiter von Berge & Meer und schnell sind wir im Bus, der uns mit zwei Zwischenstopps an anderen Hotels zu unserem Ziel bringt.

Im Calabernardo Resort sind die Zimmer schnell verteilt. Trotz der späten Ankunft um 00.00 Uhr steht für uns ein fertig angerichteter Teller mit Antipasti und Fleisch sowie Weiß- & Rotwein und Wasser bereit, so dass wir uns noch ein wenig stärken können, bevor wir ins Bett fallen.

Calabernardo Resort

Das Resort ist sehr schön angelegt. Kleine, maximal zweistöckige Häuser mit viel Grün und einem gepflasterten, teilweise überdachten Weg. Der Pool ist für die Anlage großzügig bemessen und nachts unter Wasser mit farbigen LEDs beleuchtet. Die Pool-Zeit geht zwar nur bis 19.00 Uhr, allerdings war es an keinem Tag ein Problem, wenn man später noch ein paar Bahnen geschwommen ist. Das haben wir ausgiebig genutzt, bei nächtlichen 22 °Grad und sternenklarem Himmel einfach herrlich!

Unsere Junior-Suite besteht aus zwei Zimmern mit unabhängig einstellbarer Klimaanlage, einem geräumigen Bad, einem Mini-Balkon zur Landseite und einem riesigen Balkon mit Blick auf das Meer und die Berge. Die Klimageräte stehen auf dem Balkon und sind bei laufender Anlage recht laut. Allerdings sind sie bei geschlossener Tür nachts nicht mehr störend. Wenn wir uns auf dem Balkon aufgehalten haben, haben wir die Klimaanlage in den Zimmern abgestellt, so dass uns die Geräte auf dem riesigen Balkon in keinster Weise gestört haben. Der Balkon verfügt zudem über einem Tisch mit zwei Stühlen, zwei bequemen Liegen, einem großen Sonnenschirm und einem richtigen Sofa mit Lederbezug.

Die Zimmer sind freundlich ausgestattet, mit zwei Schränken, einem Doppelbett und noch mal zwei Einzelbetten und ein Schreibtisch mit Stühlen im zweiten Raum. Kühlschrank und ein kleiner Tresor gehören ebenso zur Ausstattung.

Im vorderen Bereich der Anlage befindet sich das Haupthaus mit Rezeption, Speisesaal, Bar, gemütlichen Sitzecken im Außenbereich sowie der Freiluft-Bühne mit Bestuhlung, auf der die abendlichen Veranstaltungen stattfinden. Im Hotel kann ein Mietwagen gebucht werden. Dieser wird vom Verleiher direkt ans Hotel gebracht und der Schlüssel am Abgabetag einfach an der Rezeption abgegeben. Wir haben uns für den gesamten Aufenthalt einen Wagen gemietet, ein FIAT Panda mit Klimaanlage, der gerade mal 9.000 km auf dem Tacho hatte.

Für die Gäste, die keinen Wagen mieten möchten, fährt mehrmals am Tag ein kostenloser Shuttle-Bus vom Hotel zum Strand Lido de Noto. Im Hotel erhält man ein Kärtchen, mit dem man am Strand kostenfrei Liegen und Sonnenschirm bekommt. Klasse fanden wir die Möglichkeit, für einen kleinen Betrag ein Strandhandtuch im Hotel zu leihen.

Wer nach Noto möchte, der kann für 1 € den Bus nutzen, der zweimal täglich vom Hotel nach Noto und drei Stunden später wieder dorthin zurück fährt. Von Noto aus kann man mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiter fahren, wenn man auf eigene Faust die Umgebung erkunden will.

Avola

Avola liegt 27 km südwestlich von Syrakus und wurde bei dem Erdbeben 1693 vollständig zerstört. Acht Jahre später wurde der Ort 8 km vom alten (jetzt Avola Vecchia) in Form eines Sechsecks wieder aufgebaut.

In der näheren Umgebung befindet sich das Naturreservat Cavagrande del Cassibile, eine durch Erosion entstandene Schlucht, in der man viele Felsgäber aus der Zeit der Sikeler findet.

Besonders interessant fanden wir den Bereich rund um eine alte, halb verfallene Fabrik direkt am Meeresufer. Auch um Avola, wie auch auf vielen unserer Fahrten, stolpert man immer wieder über alte, mal gut mal kaum erhaltene Gebäude, die in ihrer Blütezeit sehr imposant gewesen sein müssen.

Catania

Mit 313.396 Einwohnern (Stand 2016) die zweitgrößte Stadt Siziliens und UNESCO-Welterbe. Wie in vielen Städten, so werden auch in Catania verschiedene Busse angeboten, die Touristen an die interessantesten Orte bringen. Empfehlenswert ist der "Katane Live". Mit dem Tagesticket für 5 € kann man den Bus den ganzen Tag nutzen und nach Belieben an einer der zehn Haltestellen aus- oder einsteigen. Da die Kopfhörer hier extra kosten, empfiehlt es sich, selbst einen (vielleicht von einer vorherigen Tour) mitzunehmen.

Catania ist eine pulsierende Stadt, die nach dem Erdbeben 1693 im Stil des römischen Barock wieder aufgebaut wurde und bietet von kleinen, verwinkelten Gassen über große und imposante Plätze bis hin zu archäologischen Sehenswürdigkeiten einiges fürs Auge. Besonders spannend fand ich den traditionellen Fischmarkt, der sich über mehrere Gassen und Plätze erstreckt. Es gibt einen Teil, in dem nur Fisch und Meeresfrüchte angeboten werden, in einem anderen Teil finden sich Unmengen an Gewürzen, Obst und Gemüse oder andere Lebensmittel und Dinge des täglichen Gebrauchs. Ein quirliges Durcheinander, das einen Besuch lohnt.

Etwas ruhiger geht es in der Fußgängerzone (zona pedonale) zu. Die Menschen stöbern in den vielen kleinen Geschäften oder unterhalten sich bei einem "caffè" in einer der unzähligen Gaststätten und Bars. Interessant ist es auf jeden Fall, sich abseits des Trubels die kleinen Gässchen anzuschauen. Die ca. 3 Kilometer lange Via Etnea, die Hauptstraße Catanias ist gesäumt mit vielen Geschäften und Plätzen und führt von der Piazza del Duomo Richtung Ätna.

Der Verkehr in der Stadt ist nichts für ungeübte Autofahrer. Regeln sind eher Nebensache, die Hupe ist des Autofahrers bester Freund und man findet kaum ein Auto, das keine Schrammen, Dellen oder einen abgefahrenen Außenspiegel aufweist.

Cavagrande

In der Nähe von Avola liegt das Tal Cavagrande, ein Canyon von ca. 10 kmLänge, der über Jahrmillionen vom Fluss Cassibile in den Stein gegraben wurde. Dabei entstanden mehrere Wasserbecken (laghetti) und Wasserfälle (cascate) und Überläufe. Das Ufer besteht teilweise aus terrassenartigen Steinplatten und bietet eine gute Liegemöglichkeit und einfachen Zugang zum Wasser. Seit 1984 steht das 2.700 Hektar umfassende Gebiet unter Naturschutz, welches seit 1990 offizielles Naturreservat ist.

Wer in den Wasserbecken ein erfrischendes Bad nehmen möchte, sollte gut zu Fuß sein, denn es sind einige, recht steile Höhenmeter zu überwinden, die sich spätestens beim Aufstieg bemerkbar machen. Bei Temperaturen von 32 °Grad und wolkenlosem Himmel haben wir diese Anstrengung nicht auf uns genommen, sondern die Schönheit des Tals von oben bewundert.

Die Unzugänglichkeit des Tals bot Schutz für kleinere Ansiedlungen und Grabhöhlen, die man überall in den Felsen entdecken kann. Im Mittelalter flüchteten sich byzantinische Christen vor den Sarazenen in diese Höhlen und wandelten einen Teil der Grabhöhlen zu Wohnhöhlen um. Unter Anderem entstand zu der Zeit eine kleine Kapelle, die auch nach der Zeit der Besiedlung lange als solche genutzt wurde.

Marzamemmi

Marzamemmi gehört zu Pachino und liegt ca. 5 km entfernt. Es erhielt im 10. Jahrhundert seinen Namen "Marsà al-hamam" von den Arabern, der übersetzt Turteltaubenbucht bedeutet.

Hauptsächliche Einnahmequellen sind der Fischfang und der immer mehr zum Tragen kommende Tourismus. Klaus Maria Brandauer verfilmte hier 1994 die Novelle "Mario und der Zauberer" von Thomas Mann.

Am Tag eher etwas verschlafen und ruhig, erwacht Marzamemmi am Abend zum Leben. Im Juli wird oft ein internationales Filmfest veranstaltet, dabei werden die Filme direkt auf die Wände der Gebäude um die Piazza projiziert. Bei Einbruch der Nacht übernehmen Live-Bands und DJs die Piazza und sorgen für ein buntes Unterhaltungsprogramm.

Modica

Die UNESCO-Weltkulturerbestadt Modica liegt 20 km südöstlich von Ragusa an den Südhängen der Monti Iblei.

Bekannt ist Modica für seine Schokolade (Cioccolato modicano oder Cioccolato di Modica). Die Zuckerkristalle lösen sich beim Herstellungsverfahren nicht auf, die fertige Schokolade hat eine körnige, raue Konsistenz und krümelt beim Zerbrechen. Im Mund entfaltet die Schokolade ein intensives Kakao-Aroma. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Schokolade weder Milch noch Butter enthält und bei Hitze nicht schmilzt. In den meisten Geschäften kann man einige Sorten probieren. Wir haben das genutzt und unsere Lieblingssorten schnell gefunden.

Mit einem Touristen-Bähnchen konnten wir die Stadt bequem und ohne Schweiß treibendes Stufen steigen erkunden. Das ist vor allem in den heißen Sommermonaten zu empfehlen, da die Straßen teilweise sehr steil sind und ein Aufstieg sehr anstrengend ist. Auch Modica fiel dem großen Erdbeben von 1693 zum Opfer und wurde wieder neu aufgebaut.

In Modica findet man gut freie Parkplätze, wir mussten uns allerdings erst einmal mit dem etwas anderen Parksystem der Stadt auseinandersetzen, was nicht so einfach war, da die meisten Gefragten kein Englisch sprachen. Hier rettete uns die Übersetzer-App auf dem Handy. Irgendwann wussten wir dann, wie mit den an Rubbellose erinnernden Parktickets zu verfahren hatten. Tag, Stunde und Minute frei rubbeln und ins Auto legen - da muss man erst mal drauf kommen.

Noto

Noto gehört seit 2002 zu den Städten, die Teil des UNESCO-Welterbe sind. Mit ca. 24.074 Einwohnern ist die Stadt überschaubar.

Wir hatten kein Problem einen Parkplatz zu finden. Neben den öffentlichen Parkplätzen an der Strasse, findet man geschlossene Parkplätze, die zwar etwas teurer sind, dafür steht das Auto auf einem gesicherten und abgeschlossenen Gelände.

Das Städtchen liegt ca. 35 km südwestlich von Syrakus und nur sieben Kilometer vom Calabernardo Resort entfernt. Von Noto aus kann man mit Bus und Bahn zu Erkundungen in die Umgebung aufbrechen. Wie viele Orte auf Sizilien, wurde auch Syrakus 1693 durch ein Erdbeben komplett zerstört und im Stil des sizilianischen Barocks wieder aufgebaut.

Neben den typischen engen Gässchen gibt es in Noto eine Menge Sehenswürdigkeiten, wie z. B. der Dom von Noto San Nicolò oder die Chiesa di Montevergine. Nahe der Stadt ist das Naturreservat Riserva Naturale Oasi faunistica di Vendicari gelegen, das auf jeden Fall ein Besuch wert ist.

Wir haben uns Noto am Tag angeschaut und entschieden, dass wir gerne hier einen Abend verbringen möchten. So fuhren wir am Abend nochmal die kurze Strecke und wurden mit einem leckeren und günstigen Abendessen und mit fröhlichen Menschen gefüllte Straßen belohnt. Da die meisten Gebäude beleuchtet werden, wirkt die Stadt im Dunkeln komplett anders als bei Tageslicht und es macht einfach Spaß, sich in eins der belebten Restaurants zu setzen (natürlich unter freiem Himmel) und dem lebendigen Treiben auf den Straßen und Plätzen zuzuschauen.

Nach unserer Rückkehr zum Hotel noch mal kurz einen Gute-Nacht-Drink an der Bar, noch mal ein paar Bahnen im Pool gezogen und ab ins gut gekühlte Hotelzimmer.

Pachino Strand

Reiner Strandurlaub ist uns zu langweilig. Daher haben wir uns nicht jeden Tag am Strand aufgehalten, sondern sind ein paar Mal am späten Nachmittag und am Abreisetag zu einem der vielen Strände gefahren. Besonders gut gefallen hat uns der Strand bei Pachino mit wundervollem Blick auf die Insel von Capo Passero. Der Strand ist flach abfallend, so dass man noch sehr weit im Wasser stehen kann.

Hier findet man fast ausschließlich Einheimische und teilweise waren wir fast alleine am Strand und konnten die Zeit in vollen Zügen genießen. Ein paar Meter entfernt liegt eine Strandbude an der man Getränke (auch einen wirklich sehr guten Cappuccino) und Snacks (Pizza, Pannini, Nudeln, Salat und eine kleine Auswahl an Gebäck) erstehen kann. Die Toilette ist sehr sauber und bietet genügend Platz zum Umziehen. Einen Parkplatz haben wir immer ohne Probleme gefunden und wer sich nach dem Baden Salz und Sand abwaschen möchte, der kann für 50 Cent eine Dusche nutzen.

Am letzten Tag haben wir uns dort Liegen mit Sonnenschirm geleistet. Die Preise schwanken je nach Monat zwischen 15 - 20 € pro Schirm mit zwei Liegen. Da der Strand nicht überfüllt ist, hatten wir die freie Auswahl.

Palazzolo

Eher zufällig landeten wir bei einem unserer Ausflüge in Palazzolo. Eigentlich hatten wir ein anderes Ziel ins Auge gefasst, waren jedoch von dem wunderschönen Städtchen so angetan, dass wir das Auto parkten und uns umgesehen haben.

Seit 2002 gehört Palazzolo vollkommen zu Recht zum UNESCO-Welterbe. Die, schon 664 v. Chr. gegründete Stadt wurde, wie die meisten Städte im Val di Noto 1693 durch das große Erdbeben zerstört und wieder neu aufgebaut. Wunderschöne Kirchen, verträumte Gassen und eine sehr schöne Fußgängerzone bezaubern den Besucher.

Etwas außerhalb liegt das Ausgrabungsgebiet der antiken Stadt Akrai auf einer Fläche von ca. 36 Hektar. Besonders beeindruckend fanden wir den riesigen Friedhof von Palazzolo. Bei den Prachtbauten der verschiedenen Familiengräber ist es kein Wunder, dass der Friedhof sehr weitläufig ist. Da wir um die Mittagszeit vor Ort waren, konnten wir uns auf dem Gelände umsehen, ohne Angehörige zu stören.

Portopalo

Portopalo liegt an der südlichsten Spitze von Sizilien. Gegründet wurde der Ort zwischen 1778 und 1792 als Ansiedlung um die Tunfischfanlage (Tonnara) mit dem Namen Capo Pachino, aus dem später Portopalo wurde.

Bekannt ist Portopalo nicht zuletzt wegen der Badestrände in der Umgebung und den optimalen Bedingungen für Windsurfer. Sehenswert sind vor allem das schlossartige Anwesen des Castello Bruno di Belmonte und der Leuchtturm der Marina Militare mit einer meteorologischen Station.

Portopalo vorgelagert liegt die Isola di Capo Passero, die heute nur noch per Boot erreichbar ist, auf der sich die Ruine einer Kirche und die Burbonen-Festung aus dem 16. Jahrhundert befinden. Die zweite Insel (Isola delle Correnti) ist mit einer schmalen Landbrücke mit dem Festland verbunden und diente in früheren Jahren dem Leuchtturmwärter als Wohnsitz. Seit ca. 1987 befindet sich auf der Insel ein Zugvogelreservat.

Ragusa

Wie schon fast gewohnt, gehört auch Ragusa seit 2002 zum UNESCO-Welterbe und wurde, wie so viele Orte auf Sizilien 1693 beim Erdbeben fast vollständig zerstört.

Beim Wiederaufbau entstanden zwei, durch eine Schlucht getrennte Stadtteile, einer dort, wo die ursprüngliche Stadt lag und der zweite Stadtteil auf einem höher gelegenen Felsplateau. Sehenswert sind beide Stadtteile, die über drei Brücken miteinander verbunden sind. Die älteste Brücke, die Ponte dei Cappuccini ist 114 Meter lang und verläuft in einer Höhe von 40 Metern über einen alten Steinbruch.

Absolut sehenswert sind die Kirche San Giuseppe in Ragusa Ibla und die Kathedrale San Giovanni in Ragusa Superiore. Natürlich lohnt es sich auch in Ragusa einfach abseits der Touristen Punkte die Gassen zu durchstreifen. Es findet sich immer wieder ein lohnendes Fotomotiv.

Scicli

Scicli (ausgesprochen Schicklie) hat uns absolut begeistert. Findet man in den Straßen in und außerhalb der Orte oftmals die Hinterlassenschaften der Bewohner und Besucher, so empfanden wir Scicli als ausgesprochen sauber und gepflegt. Mit ca. 27.196 Einwohnern gehört die, nach dem Erdbeben 1693 im sizilianischen Barock wieder aufgebaute Stadt wie Noto und Catania zum UNESCO-Welterbe.

Mit der kleinen Touristen-Bahn kann man bequem für 5 Euro die Sehenswürdigkeiten der Stadt entdecken und nach der 40-minütigen Fahrt auf eigene Faust die Gassen und Plätze Sciclis erkunden. Das Wahrzeichen der Stadt ist die ehemalige Domkirche S. Matteo, aber auch San Bartolomeo und das Rathaus lohnen den Besuch. Berühmt ist Scicli auch durch die italienische Fernsehserie Commissario Montalbano, dessen Polizeiwache "Vigata" im Rathaus von Scicli angesiedelt ist.

Auf den Plätzen und in den Gassen findet man Cafes und Restaurants, in denen man sehr gut essen kann, vor allem die regionalen Gerichte sind sehr empfehlenswert. Zum Beispiel Granita (ein Sorbet, dass in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen angeboten wird) im Brioche (ein frisch gebackenes Tafelgebäck aus Hefeteig), ein typisch sizilianisches Frühstück.

Syrakus

Syrakus teilt sich in einen neueren Stadtteil und die Altstadt, die sich, eingerahmt von zwei Naturhäfen, auf der Insel Ortiga befindet. Im Porto grande fand 413 v. Chr. die erfolgreich geschlagene Seeschlacht gegen Athen statt, heute dient der Hafen als Anlegeplatz für Mittelmeerfähren und Frachtschiffe.

Wie so viele andere Städte auf Sizilien, wurde auch Syrakus bei dem Erdbeben 1693 stark in Mitleidenschaft gezogen und wieder im Barockstil neu aufgebaut. Syrakus ist die viertgrößte Stadt Siziliens und bedeutendes Touristenzentrum.

2005 wurde Syrakus zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Es gibt viel zu sehen und selbst in der Altstadt findet man interessante Ausgrabungen wie z. B. der Apollontempel am Anfang der Fußgängerzone.

Im Parco Archeologico della Neapoli (Eintritt ca 10 €) befindet sich eines der größten griechischen Theater, von den 60 in den Fels geschlagenen Sitzreihen, die Platz für 15.000 Zuschauer boten, sind heute noch 42 erhalten. In den Sommermonaten werden dort regelmäßig Theateraufführungen und Konzerte abgehalten. Interessant ist, dass der Bühnenraum mit Wasser gefüllt und Seeschlachten nachgestellt werden konnten. Auch im Park gelegen ist der Opferaltar Hierons II., auf dem an Festtagen bis zu 450 Tiere geopfert wurden.

Neben dem Park findet man in der Altstadt eine Vielzahl an verträumten Gassen und wunderschöne, großzügig angelegte Plätze mit herrlichen Prachtbauten. Wir waren mehrfach in Syrakus und haben immer wieder neue Gassen entdeckt, die wir mit Staunen und Freude entlang geschlendert sind. Es gibt noch viele weitere Sehenswürdigkeiten, die aufzulisten den Rahmen dieses Berichtes sprengen würde. Obwohl wir mehrmals in Syrakus waren, konnten wir nicht alles anschauen.

Wassermühle “Cavallo d’Ispica”

Wie so oft bei unseren Touren, haben wir dieses schöne Plätzchen durch Zufall entdeckt. Ein unscheinbares, leicht verwittertes Schild wies uns den Weg.

Die Mühle stammt aus dem 18. Jahrhundert und befindet sich in der Nähe von Modica. Seit vielen Generationen ist die Mühle im Familienbesitz der Cerrutos und mahlt auch heute noch Korn. Die Mühle ist täglich geöffnet und für den Besucher steht eine Audioführung auch in Deutsch zur Verfügung. Bestandteil des Museums sind auch die in den Fels gehauenen Wohn- & Arbeitsräume sowie die Mühle. Man erhält Einblick, wie die Menschen damals in den Höhlen gelebt und gearbeitet haben. Das Leben im Fels ist für Sizilien durchaus nicht ungewöhnlich und wer auf seinen Ausflügen die Augen offen hält, entdeckt immer wieder große und kleine Höhlen in den Felswänden, die als Wohn- Arbeitsraum oder als Bestattungsort oder sogar für die Inhaftierung von Kriegsgefangenen genutzt wurden.

Interessant ist auch, die Mühle in Betrieb zu erleben. Das Wasser wird über einen Fall auf das Antriebsrad geleitet, welches den Mühlstein antreibt. Das Herz der Mühle besteht aus zwei Mühlsteinen. ein fest montierter Stein auf der Unterseite und ein drehender Mühlstein auf der Oberseite. Durch Änderung der Höhe des Mühlsteines kann die Feinheit des Mahlgutes eingestellt werden. Pfiffig ist die Vorrichtung mit der der Müller gewarnt wird, dass sein Getreidevorrat sich dem Ende neigt. Eine Glocke an einer Schnur senkt sich mit sinkendem Getreide Stand immer näher Richtung drehendem Mühlstein. Ist der Getreidevorrat aufgebraucht, fällt sie auf den Mühlstein und macht einen höllischen Lärm um dem Müller anzuzeigen, dass das Getreide aufgefüllt werden muss.

Ein gepflasterter Weg führt von der Mühle noch zu einer trockenen Grotte. Ganz nett, aber wenig spektakulär, zumal der unbeschattete Weg bei 33 °Grad im Schatten für jeden Kreislauf eine Herausforderung darstellt.

Tipps

Noch ein paar Tipps, die für den Aufenthalt auf Sizilien hilfreich sein können:

Mietwagen

Wer gerne auf eigene Faust etwas von Land und Leuten sehen möchte, für den lohnt auf jeden Fall, sich für ein paar Tage einen Mietwagen zu leihen. Keine Sorge. Die Straßen die wir befahren haben sind vollkommen OK, Hin und wieder misstrauten wir dem Navi, da die Straße (oder besser das Sträßchen) nicht den Anschein machten, als käme man darauf zum gewünschten Ziel, aber wir sind in den 14 Tagen immer dort angekommen, wo wir auch hin wollten. Die sizilianischen Autofahrer sind besser als ihr Ruf. Einzig in den Städten, wie z. B. Catania war der Verkehr eine Herausforderung, die jedoch mit Gelassenheit und dem fröhlichen Einsatz der Hupe (gehört hier einfach zum guten Ton) zu bewältigen war. Immer im Blick haben sollte man die Zweiradfahrer, da diese jede noch so kleine Lücke nutzen um schneller voran zu kommen, da wird selbst auf ein Fahrzeug der Polizia oder Carabinieri keine Rücksicht genommen.

Wer einen Mietwagen bucht (auch vorab übers Internet) sollte genau auf die Versicherungsmodalitäten achten. Ist beim günstigen Angebot eine Vollkasko-Versicherung ausgeschrieben, bedeutet dies nicht unbedingt das, was wir unter Vollkasko verstehen. Die günstigste Variante umfasst gerade mal einen Diebstahlschutz. Wird über das Internet gebucht, sollten die Versicherungsbedingungen genau durchgelesen werden, um im Fall des Falles nicht die Kosten übernehmen zu müssen.

Tanken

Das Benzin ist in Sizilien ca 20 Cent teurer als bei uns. Die Tankstellen bieten Service, d. h. der Tankwart tankt und es wird die Windschutzscheibe geputzt. Vorsicht geboten ist in den Städten. Man sollte hier genau darauf achten, was auf den Preisschildern steht. In Catania haben wir dies gelernt. Verfügt die Tankstelle über einen Tankautomaten (akzeptieren in der Regel Geldscheine und Kreditkarten, sollte man diesen auch zum bezahlen nutzen. Tankt man selbst und geht dann in den Verkaufsraum zum zahlen, kostet der Liter Benzin ca. 20 Cent mehr. Zwei Sorten Treibstoff sind vorhanden, Super E5 mit 95 Oktan "Senza piombo" und Super Plus mit 98 Oktan "Benzina verde". Super E10 ist in Sizilien nicht verfügbar. Autogas oder Erdgas (GPL bzw. Metano) haben wir nur an wenigen Tankstellen gesehen, Adapter erhält man dafür an der Tankstelle.

Parken

Die Welt des Parkens ist in Sizilien sehr vielfältig und manchmal für den unwissenden Touristen schwer zu durchschauen. Wer nicht gerade einen Einkauf-Tripp plant, für den lohnt es sich um die Mittagszeit in die Städte zu fahren, da zwischen 13.00 Uhr und 15.30 Uhr das Parken frei ist. Auf jeden Fall sollte man sich die Markierungen der Parkplätze an den Straßen anschauen. Weiß bedeutet kostenfrei, blau heißt zahlungspflichtig, gelb bedeutet Parkverbot in dem nur Busse und Taxis halten dürfen und gelb-schwarze Markierung heißt absolutes Parkverbot mit empfindlich hohen Bußgeldern.

An vielen Orten wird einfach per Automat ein Ticket gezogen und ins Auto gelegt, so wie wir das von Deutschland auch kennen. In Syrakus gibt es zudem auch Parkhäuser, in denen bei der Einfahrt das Nummernschild fotografiert wird und man beim Bezahlen das Nummernschild seines Wagens eingibt. Bei der Ausfahrt wird das Nummernschild gescannt und die Schranke öffnet sich, sofern man bezahlt hat.

Kompliziert und für uns nur schwer herauszufinden war das Parken in Modica. Dort kauft man im nächsten Laden ein Ticket, das große Ähnlichkeit mit einem Rubbellos hat. Es gibt beschichtete Felder für Tag, Monat, Stunde und Minute, die entsprechend freigerubbelt werden (wir haben die ganze Zeit auf einen Joker gefiebert). Ein solches Ticket ist für eine, vier Stunden oder den ganzen Tag erhältlich. Die Parkgebühren waren an allen Orten moderat, mit geschickt gewählter Ankunftszeit haben wir es sogar einmal geschafft, im Parkhaus in Syrakus von Mittag bis ca. 16.00 Uhr gerade mal 50 Cent zu zahlen.

Strände

Es gibt viele schöne Strände mit bezahlten Liegen. Meist sind direkt daneben freie Liegemöglichkeiten, mit denen man sich die Kosten für eine Liege (ca. 15 - 25 €/Tag) sparen kann. Ein Sonnenschirm ist sinnvoll, zumindest bei uns hatten wir über die gesamten 14 Tage herrlichen Sonnenschein, der bei dem ein oder anderen Mitreisenden zu ebenso herrlichem Sonnenbrand geführt hat, da dieser die Sonneneinstrahlung total unterschätzt hat.

Die Strandbuden sind für einen guten Cappuccino und auch für eine kleine Mahlzeit absolut empfehlenswert und preisgünstig. Der Cappuccino kostet zwischen 2 Euro und 2.80 €, kleinere Mahlzeiten bekommt man ab ca. 4 €. Meist haben wir einen der freien Strände aufgesucht, von denen es unzählige auf Sizilien gibt. Besonders toll fanden wir den Strand bei Pachino mit wundervollem Blick auf die Insel von Capo Passero.

Wer einen kostenpflichtigen Strand mit Liegen und Schirm bevorzugt ist am Lido de Noto gut aufgehoben. Die für das Hotel reservierten und mit Karte von der Rezeption kostenfreien Schirme liegen in dritter und vierter Reihe. Da die Strandverkäufer (von denen es einige gibt) nicht in die Bereiche hinein dürfen, hat man in den hinteren Reihen seine Ruhe.

Essen & Trinken

Essen und Getränke sind in Sizilien sehr günstig. Wir haben meist Restaurants in Nebenstraßen gewählt, die eher von Einheimischen bevölkert waren und sind damit bestens gefahren. Als eingefleischte Kaffeetrinker sind wir sehr schnell vom gewohnten Latte macchiato abgekommen, nachdem wir bei der ersten Bestellung schön geschäumte Milch mit einem Hauch von Kaffee (es können nur ein oder zwei Tropfen gewesen sein) serviert bekamen. Ab diesem Zeitpunkt lautete unsere Bestellung grundsätzlich "due cappuccini per favore".

Wenn wir keine Lust auf das Essen im Hotel hatten (was nicht am Geschmack lag), haben wir uns ins Abenteuer sizilianischer Speisekarten gestürzt. Mit einem Übersetzer auf dem Handy bewaffnet, erschließt sich auch dem Nicht-Sizilianer die Beschreibung der Gerichte. Wir haben vieles probiert und haben nichts gefunden, was nicht geschmeckt hätte. Besonders lecker war es in Catania in der "Trattoria del Cavaliere" in der Via Paternò. Fleisch und Fisch sucht man sich direkt an der Theke aus und erhält diese dann frisch vom Grill auf den Teller. Pasta und Muscheln haben ebenso vorzüglich geschmeckt und für Vorspeise, Hauptgericht, Getränke und obligatorischen Cappuccino als Abschluss haben wir gerade mal 22 € gezahlt.

Sizilien

Die Italiener sind lebenslustig und machen gerne Urlaub im eigenen Land. Wen wundert es, bei solch einem Angebot an herrlichen Fleckchen. Wer nach Sizilien reist sollte wissen, dass die Italiener Animation mögen und es auch gerne mal ein bisschen lauter sein darf. An abendlichen Veranstaltungen wird rege und mit viel Freude und Elan teilgenommen und der Musiker in der Bar auch mal mit lautstarkem Gesang unterstützt.

Wir haben die Einwohner Siziliens als freundlich und hilfsbereit kennen gelernt. Besondere Freude konnten wir bereiten, wenn wir mit mehr oder weniger Erfolg versucht haben, ein paar Brocken italienisch zu sprechen. Dank Übersetzer-App auf dem Handy konnte die ein oder andere Sprachbarriere überwunden werden, auch wenn unsere Aussprache ab und an ein Schmunzeln in die Gesichter unseres Gegenübers gezaubert hat.

In Sizilien ist es in den Sommermonaten heiß und über die Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht, kehrt überall Ruhe ein.Zwischen 13.00 und 15.00 Uhr sind viele Geschäfte geschlossen, einzig in den Restaurants und Cafés herrscht reger Betrieb. Nach 15.00 Uhr erwachen die Städte aus ihrem Dornröschen-Schlaf und man kann bis in den späten Abend reges Treiben auf den Straßen beobachten.

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