Oktober 2018

Reisebericht: Namibia & Simbabwe – Unendliche Weite und unvergessliche Safari-Erlebnisse

Namibia fasziniert - auf ganz vielfältige Weise und mit vielen Superlativen: Die Wüste Namib ist die älteste Wüste der Welt. In Sossusvlei gibt es die höchsten Dünen der Welt. Die Region um Twyfelfontein beeindruckt mit der größten Ansammlung von Felsenmalereien in Afrika. Der Fish River Canyon ist der größte Canyon des Kontinents. Und wussten Sie, dass man die riesige Etosha-Salzpfanne sogar aus dem Weltall sieht? Verfolgen Sie die Erlebnisse unseres Chronisten während seiner Rundreise.

Chronist André in Namibia und Simbabwe
Mein Tipp

Unendliche Weiten in Namibia & Simbabwe entdecken

Hallo liebe Afrika-Fans,

ich bin André. 2016 habe ich schon von meiner Erlebnisreise nach Vietnam & Kambodscha berichtet. Im Oktober war ich zusammen mit meiner Frau Ramona mit Berge & Meer in Namibia unterwegs. Wir haben die Verlängerung nach Simbabwe gebucht, wo wir am meisten darauf gespannt waren, die Victoria Falls zu besuchen. Und natürlich freuten wir uns auf die Safaris im Etosha- und im Chobe-Nationalpark. Es gibt einfach kaum etwas Entspannteres als in die Weite zu schauen und sich immer wieder über neue Tierbeobachtungen zu freuen. Jede Kulisse, jede Versammlung von Tieren, jede Situation war unvergleichlich schön und beeindruckend zugleich.

Vielleicht haben Sie Lust, meine Reise in meinem Bericht mitzuerleben. Ich nehme Sie gerne mit.

1. Tag

Anreise

Wir hatten einen angenehmen Urlaubsstart am Frankfurter Flughafen. Es war viel Platz auf den Straßen. Und am Terminal waren relativ wenige Menschen. Vermutlich, weil heute in Deutschland Feiertag war (Tag der deutschen Einheit).

Nach einem 9.5-stündigen Flug, einigen Filmen und guter Verpflegung landeten wir gegen Morgen in Windhoek.

2. Tag

Windhoek - Kalahari (Namibia)

Wer jetzt glaubte, dass es ins Hotel ging um sich etwas frisch zu machen, hat noch nie eine Berge & Meer Rundreise gebucht. Wir wurden freundlich von unserem Reiseleiter Dijongo, der gut deutsch sprach, in Empfang genommen und zu unserem Reisebus mit Klimaanlage gebracht. Nachdem die Koffer verstaut waren ging es erstmal zum letzten Hotel unserer Namibia Rundreise, wo unser Guide seinen Wagen abstellte.

Heute sollte uns der Weg in die Kalahari führen, wo wir an einer Wüstenfahrt teilnehmen wollten, um die Faszination der Kalahari hautnah zu erleben. Leider wurde daraus nichts, da sich das Hotel, in dem wir hätten übernachten sollen, im Umbau befand und unsere neue Unterkunft zu weit von der Kalahari entfernt war. Stattdessen würden wir eine Nachmittag-Safari mit Sundowner in der Hammerstein Lodge machen. Unseren ersten kurzen Stopp legten wir am "Tropic of Capricorn" ein, dem südlichen Wendekreis des Steinbocks. Dort schossen alle die ersten Fotos mit dem bekannten Schild im Hintergrund. Bei mir kam es leider zu technischen Problemen, wie sich zurück im Bus beim Sichten der Bilder herausstellen sollte. Ich hatte vorher mit einigen Kameraeinstellungen experimentiert und meine Kamera nicht wieder auf Automatik eingestellt. Nun waren alle Bilder überbelichtet und es gab keines von uns vor diesem Schild. Shit happens. Nach einer etwa 3.5-stündigen Fahrt bezogen wir unser Ersatzhotel Hardap Resort, welches direkt an einem riesigen Stausee in der Nähe von Mariental lag. In Namibia wird häufig deutsch gesprochen, da das Land bis 1915 eine deutsche Kolonie des Kaiserreiches war.

Wir bezogen unseren Bungalow, der etwa 1.5 km von Restaurant und Rezeption entfernt war. Uns war’s recht. So konnten wir uns nach der langen Fahrtzeit ein wenig die Füße vertreten. Für den Nachmittag war kein Programm vorgesehen. Also gingen wir erstmal etwas essen und wollten anschießend in den schönen Pool springen. Beim Essen kam Dijongo auf uns zu und bot uns an, zu einem fairen Preis eine 4-stündige Fahrt auf dem Stausee zu unternehmen, um Tiere zu beobachten. Wir verwarfen das Schwimmen und sagten zu. Viele waren noch müde von der Anreise, so waren wir nur wenige Teilnehmer an Bord. Wir hatten einen guten Kapitän, der über das gesamte Gebiet hervorragend Bescheid wusste. Der Hardap-Damm ist mit 860 m Länge der größte in Namibia. Er staut den Fischfluss auf eine Länge von 30 km. Das Gebiet um den Stausee herum war ein Nationalpark, in dem die Tiere zum größten Teil geschützt sind. Wie sich im Laufe der Bootsfahrt herausstellte, hatten wir auf dem Weg zum Hardap Resort 2 von den 12 hier lebenden Giraffen gesehen. Die Boots-Safari war wirklich gut. Wir haben viel gesehen. Zum Fotografieren waren die Tiere allerdings zu weit weg. Auch wurden wir an Bord mit Getränken und Fingerfood bestens versorgt. Im Anschluss genossen wir noch einen fantastischen Sonnenuntergang.

Während des Essens lernten wir ein neues Getränk kennen: "Rock Shanty" - eine Mischung aus Sprite, Wasser und einem Spritzer Angostura. Sehr erfrischend. Auf dem Fußweg zurück zu unserem Bungalow haben wir den fantastischen Sternenhimmel mit dem legendären Kreuz des Südens betrachtet. Hier auf der Südhalbkugel sieht man außerdem auch die Milchstraße unheimlich gut. Einfach toll. Nach einem langen Tag mit vielen schönen Eindrücken fielen wir hundemüde ins Bett.

3. Tag

Kalahari - Keetmanshoop (Namibia)

Nach einem guten namibischen Frühstück fuhren wir heute weiter nach Keetmanshoop. Noch waren die Straßen geteert und gut zu befahren. Das sollte sich ab morgen ändern, ab dann ging es nur noch über Schotterpisten. Nach ungefähr 4 Stunden Fahrt kamen wir in der Region um Keetmanshoop an.

Dort besuchten wir den "Spielplatz der Riesen", wie man die Gegend nennt. Vor 170 Millionen Jahren entstanden Gesteinsblöcke aus Basalt, die vulkanischen Ursprungs waren und sich nach ihrer Verwitterung zu quadratförmigen Gesteinsblöcken aufgetürmt haben. Ein sehr imposantes Bild. Als ob wirklich Riesen dort Steine wie Spielzeug aufgestapelt haben. Dort absolvierten wir einen kleinen Rundkurs, auf dem wir zahlreiche Bilder machten.

Danach fuhren wir zu einem der ersten Highlights, dem Köcherbaumwald. Der Köcherbaum ist ein ca. 9 m hoher Baum, aus dem Einheimische ihre Köcher für die Jagd herstellten. Er hat eine harte Rinde und Blätter, die wie Agaven aussehen. Nachdem unser Guide uns viele botanische Fakten über die 200 - 300 Jahre alten Bäume erzählt hatte, blieb genügend Zeit zum Fotografieren. Wir streiften beeindruckt zwischen den hohen Köcherbäumen umher. In der Nähe des Eingangs schauten wir zum Abschluss noch in das Gehege, in dem zwei kleine Geparden im Schatten Siesta hielten.

Die Temperatur lag bei 32° Grad - ohne Schatten. So freuten wir uns als wir am Nachmittag in der Central Lodge, unserem Hotel, eintrafen. Wir nutzten die freie Zeit für einen Stadtrundgang. Vieles erinnerte noch an die kaiserliche Kolonialzeit, besonders das "Kaiserliche Postamt". Im Anschluss stöberten wir durch den Supermarkt, wo wir auch einige Produkte fanden, die wir aus Deutschland kennen. Die Knorr-Suppe "Chakalaka" wiederum war typisch afrikanisch und wir nahmen ein Päckchen zur Erweiterung unseres Gewürzsortiments zu Hause mit. Zurück im Hotel testeten wir den Pool, der nur gefühlte 20° Grad hatte und für eine spürbare Abkühlung sorgte. Herrlich. Abends gab es ein leckeres 3-Gänge-Menü. Wir rundeten den schönen Abend mit einem guten Rotwein ab.

4. Tag

Keetmanshoop - Fish River Canyon - Keetmanshoop (Namibia)

Heute ging es zum "Fish River Canyon", dem zweitgrößten Canyon der Welt. Er ist etwa 160 km lang, 27 km breit und bis zu 550 m tief. Er wird vom Fischfluss, den wir schon vom ersten Tag her kannten, ausgewaschen. Unser Fahrer setzte uns an der oberen Aussichtsplattform ab. Von dort wanderten wir am Rand des Canyons entlang bis zur nächsten Aussichtsplattform, wo unser Bus schon auf uns wartete. Trotz der Hitze wehte immer ein Lüftchen. So war der Fußmarsch sehr angenehm. Eine schöne Echse haben wir auch gesehen und fotografieren können.

Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft in Keetmanshoop hielten wir zuerst am Canyon Roadhouse in Gondwana, wo wir etwas essen und trinken konnten. Die vielen alten, verrosteten Autos, die hier standen waren allein schon eine Sehenswürdigkeit und machten den Charme dieses Fleckchens aus.

Gut gestärkt fuhren wir auf der gepflegten Schotterpiste weiter Richtung Central Lodge und wurden bei zügigem Tempo ordentlich durchgerüttelt. Es folgte noch ein kurzer Halt an einer Stelle, an der zwei gefallene deutsche Soldaten begraben waren sowie ein Fotostopp an einem weiteren Staudamm.

Die Landschaft in Namibia ist sehr karg. Viel Sand, viele Steine und meist trockene Sträucher. Grün findet man ganz selten. Die Weiten sind riesig. Um Menschen zu treffen bzw. den nächsten Ort fährt man einige Zeit. Namibia hat die Größe von Frankreich und Deutschland zusammen, aber es leben hier nur 2,5 Millionen Menschen. ¾ sind Christen; Moslems und Juden machen noch nicht mal 1% aus.

Am Nachmittag entspannten wir wieder am Pool bevor wir morgen weiter in die Region Naukluft aufbrachen. Ab jetzt waren wir nur noch auf Schotterstraßen unterwegs und wurden jeden Tag durchgerüttelt. Zuvor gab es wieder ein tolles Abendessen und wir ließen den Abend draußen bei einem Glas Wein ausklingen.

5. Tag

Keetmanshoop - Region Namib Naukluft (Namibia)

Früh am Morgen ging es los. Koffer vors Zimmer stellen, frühstücken und ab in den Bus. Meistens starteten wir gegen 8.00 Uhr. Der Service war - so wie wir es von anderen Berge & Meer Reisen gewohnt waren - super. Wir mussten uns um nichts kümmern und die Koffer kamen immer im richtigen Zimmer an. Im Bus hatten wir die Flatrate gezahlt, zu der wir uns unbegrenzt am gekühlten Wasservorrat bedienen konnten. Der Preis war OK, für uns war’s bequem und unser Fahrer, der sich darum kümmerte, profitierte natürlich auch davon.

Von Windhoek waren wir bisher immer Richtung Süden unterwegs. Der Fish River Canyon war der südlichste Punkt unserer Reise. Von Keetmanshoop machten wir nun erst einen Schlenker gen Westen, dann änderte sich die Richtung in die Region Namib Naukluft gen Norden.

Wir waren den ganzen Vormittag unterwegs, hielten kurz in Bethanie, um uns die Beine zu vertreten und/oder die Toilette aufzusuchen. Unser Weg Richtung Norden führte uns durch das kleine Örtchen Helmeringhausen und am Schwarzrandgebirge vorbei. An der Maltahöhe fuhren wir Richtung Westen über den Tsaris-Pass zur Hammerstein Lodge, unserer Unterkunft für die nächsten beiden Nächte.

Wir bezogen unseren Bungalow und genossen Kaffee und Kuchen. Im Anschluss nahm uns ein Ranger auf einen kleinen "Catwalk2 zu den in der Lodge lebenden Wildkatzen mit (gegen einen geringen Kostenbeitrag). Einen Leoparden hatten wir in Afrika bisher in freier Wildbahn noch nicht gesehen. Es gab drei Gehege, in denen zwei Geparde, Karakale (Luchse) und ein Leopard untergebracht waren. Die Tiere wurden ursprünglich aufgrund von Verletzungen zum Gesundpflegen in die Hammerstein Lodge gebracht und können nicht mehr ausgewildert werden.

Als wir von dem kleinen Rundgang zurück kamen warteten schon die Jeeps für unsere erste Safari auf uns (der Ersatz für die ausgefallene Kalahari Wüstenfahrt). Auf jedem Geländewagen fanden 9 Personen Platz. Wir fuhren in ein Reservat und konnten aus der Ferne die ersten Tiere beobachten. An einem Gehege hielten wir an: 2 Nashörner und 2 Bergzebras warteten offensichtlich auf ihre Abend-Fütterung. Es war ein toller Moment, die Tiere aus nächster Nähe zu bewundern. Wir kreuzten noch ein wenig in der Dämmerung umher bis wir einen geeigneten Platz für unseren Sundowner gefunden hatten. Leider waren so viele Wolken am Himmel, dass es keinen Bilderbuch-Sonnenuntergang zu bestaunen gab. Die Stimmung war dennoch gut und wir genossen unser erstes Savannah, ein Cidre (Apfelschaumwein). Im Dunkeln kehrten wir zur Hammerstein Lodge zurück. Das Abendessen stand in Buffetform bereit und ließ keine Wünsche offen: Suppe, Rind, Huhn, Kudu, Zebra, Kartoffeln, Gemüse, Salat. Wir gingen früh ins Bett, denn morgen war um 4.00 Uhr Wecken angesagt.

6. Tag

Region Namib Naukluft - Sossusvlei - Region Namib Naukluft (Namibia)

Es war noch alles Dunkel als wir losfuhren. Zum Glück gab es noch ein kurzes Frühstück. Einen unserer Mitreisenden hatte über Nacht Montezumas Rache erwischt, so dass er lieber in der Lodge blieb. So etwas ist immer ärgerlich, aber eben manchmal nicht zu ändern. Wir versprachen ihm, ihn am Abend mit Fotos auszustatten. Während der Fahrt in die Namib spürte auch ich die ersten Magenkrämpfe, aber nun waren wir unterwegs. Für mich war der heutige Tag der Höhepunkt der Reise. Nachdem ich das "Dead Vlei" schon in einigen Reisereportagen gesehen hatte, wollte ich es unbedingt in natura erleben.

In der Nacht hatte es in der Gegend stark geregnet und gewittert. Auch am Morgen war der Himmel wolkenverhangen. Für tolle Fotos brauchten wir natürlich Sonne. Dijongo machte uns keine Hoffnung auf Bilderbuchfotos. Am Eingang des Parks angekommen war das Wetter schon etwas besser, mein Magen leider nicht. Nach den letzten 50 km per Bus stiegen wir um auf Jeeps, die uns die letzten 5 km zum Hang der berühmten Dünen brachten. Unser Bus wäre hoffnungslos im feinen Sand versunken. Jetzt waren wir in der ältesten Wüste der Welt. Sie existiert schon aus der Zeit, als alle Kontinente noch eins waren. Heute wird die Wüste vom Sand des Oranje Flusses gespeist. Dieser Sand fliest mit dem Benguela Strom an der Küste Richtung Norden und setzt sich dort ab. Durch die Westwinde wird dieser Sand bis 30 km ins Landesinnere geweht. So entsteht eine der höchsten Dünen der Welt. Die höchste, "Big Daddy" genannt, ist weit über 300 m hoch.

Viele bahnen sich bei Temperaturen von über 37° Grad in der prallen Sonne durch den Sand ihren Weg nach oben. Und auch wir hatten Glück: Der Himmel riss rechtzeitig zum Start unserer Wüstenwanderung auf und belohnte uns mit strahlendem Sonnenschein. Unser Guide wählte eine weniger touristische Route zum "Dead Vlei" und nutzte die Zeit unterwegs, um uns die Entstehungsgeschichte der Namib zu erzählen. Er kannte sich auch mit der Wüstenzeitung aus und zeigte uns einige Spuren. Dabei kam auch das ein oder andere Tier aus seinem Versteck unter dem Sand hervor. Bei der sengenden Hitze bewegten wir uns sehr langsam. Dijongo hatte dafür gesorgt, dass alle mindestens 1 l Wasser mitnahmen. Immer wieder pausierten wir kurz, um einen Schluck zu trinken. Nach einer Stunde erreichten wir unser Ziel. Das "Dead Vlei" lag vor uns. Wir sahen es genauso wie zuvor auf vielen Bildern - und waren beeindruckt. Die schwarzen, abgestorbenen Bäume, die aus dem weißen, lehmigen Boden emporragten und im Hintergrund die hohen roten Dünen bei strahlend blauem Himmel. Unser Reiseführer rief die Challenge aus: 1 Bild mit Boden, Baum, Düne und Himmel - ein Klassiker sozusagen, vermutlich schon Millionen Mal fotografiert. Ich war froh, dass ich meinem Magen zum Trotz den anstrengenden Weg auf mich genommen hatte. Denn das wollte ich sehen und es war wirklich fantastisch. Zurück zollte mein Magen Tribut. Zu viert wählten wir den direkten Weg zum Treffpunkt während Ramona mit dem Rest der Gruppe über den Dünenkamm zurück wanderte.

Wieder im Bus, focht nun auch meine Frau innere Kämpfe aus und war froh, als wir endlich am Sesriem Canyon hielten. Der nächste Busch gehörte ihr. Ich blieb sitzen. Den kleinen Abstieg in den Canyon verpassten wir beide.

Die Rückfahrt war gefühlt elend lang, zumindest länger als sie tatsächlich war. Während es Ramona wieder besser ging, verlangte die Schotterpiste mir den letzten Rest meiner Contenance ab. Auf der Lodge angekommen sprintete ich sofort aus dem Bus. Offenbar hatten zwischenzeitlich einige weitere Personen das gleiche Problem. Den Nachmittag verbrachten wir statt am Pool im Zimmer - mit Iberogast und Tannacomp. Wir ruhten uns aus und verschliefen den Rest des Nachmittags. Beim Abendessen erfuhren wir, dass insgesamt 9 Mitreisende unser Schicksal teilten. Wir schauten etwas wehleidig aufs Buffet, hielten uns mit dem Essen aber etwas zurück. An diesem Abend lagen wir zeitig im Bett und erholten uns über Nacht. Immerhin konnten wir bis 6 Uhr ausschlafen, da wir mit 8 Uhr am anderen Tag eine relativ späte Abfahrt hatten.

7. Tag

Region Namib Naukluft - Swakopmund (Namibia)

Ab heute waren Sonne und Hitze vorübergehend Geschichte. Wir steuerten die Küstenstadt Swakopmund an. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Zwischenstopp in Solitaire, wo Ramona sich ein Stück des besten Apfelkuchens Namibias gönnte - das Blech kam gerade frisch aus dem Ofen. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Wir passierten heute erneut den südlichen Wendekreis - meine Chance, das Missgeschick vom ersten Tag wett zu machen. Wir hielten für einen schnellen Foto-Stopp. Das Schild vom "Tropic of Capricorn" war an dieser Stelle sogar noch schöner. Es war um den Schriftzug herum komplett mit Aufklebern versehen. Der Stopp hatte sich gelohnt und ich stieg zufrieden wieder in den Bus ein.

Unsere Route führte uns über zwei Pässe, den Gaub Pass und den Kuiseb Pass. Im Kuiseb Canyon hatten sich im zweiten Weltkrieg 1940 zwei deutsche Geologen (Henno Martin und Hermann Korn mit ihrem Hund Otto) vor Einheimischen und Polizei versteckt. 2.5 Jahre harrten sie in dem kargen Canyon aus. Zu dieser Zeit schrieb Henno Martin später sein Buch "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste". Wir waren recht beeindruckt während wir den Pass durchquerten. Ringsum gab es, wo man auch hinschaute, nur Gestein. Wie konnte man dort leben? In der deutschen Buchhandlung in Swakopmund kauften wir am Nachmittag das Buch.

Nachdem wir den ganzen Vormittag Sand, Steine und Weite gesehen hatten, war die Küste eine willkommene Abwechslung. Über Walvis Bay kamen wir in Swakopmund an. Wir machten eine kleine Orientierungsfahrt. Die Stadt war recht klein, so dass man sie gut zu Fuß erkunden konnte. Den Nachmittag bummelten wir durchs Städtchen. Wir entdeckten einen kleinen Biltong-Laden (getrocknetes Fleisch), der viele verschiedene Sorten anbot, und deckten uns für die Weiterfahrt ein. Viele Gebäude sind gut erhalten und erinnern an Deutschland zur Kaiserzeit. Es gibt z. B. auch eine Bismarck-Straße. Der rot-weiße Leuchtturm war ein Hingucker. Er stand direkt vor unserem Hotel Schweizerhaus. Das Meer war nur 300 m entfernt, bei 12° Grad Wassertemperatur aber definitiv zu kalt. Viele deutsche Rentner wandern nach Swakopmund aus, um dort ihren Ruhestand zu genießen. Ein nicht unerheblicher Aspekt ist sicherlich, dass in Swakopmund häufig deutsch gesprochen wird. Namibia ist übrigens eines von 5 Ländern auf der Welt, dessen Amtssprache deutsch ist.

Besonders zu erwähnen ist die schöne Seebrücke "Jetty", wo einst die Deutschen ihre Waren an Land gebracht haben. Dort wurden wir von einem Schnitzkünstler angesprochen, dem wir zwei Macadamia-Nüsse mit unserem Namen, afrikanischen Tieren und der Jahreszahl abkauften. Der Preis war unangemessen teuer, wie sich später herausstellte. Wir verbuchten die Souvenirs unter dem Motto, jeden Tag eine gute Tat. Da in Swakopmund kein Abendessen inkludiert war, machte Dijongo einen Restaurantvorschlag, den die meisten annahmen. Wir gingen ins Steakhaus "The Royal Bull". Namibia ist unter anderem bekannt für gutes Fleisch und BBQ. Und dass zu kleinen Preisen. Es war schlicht … yummy. Unser Busfahrer bestellte sich ein 500 g T-Bone Steak. Wir staunten nicht schlecht über das riesige Fleisch-Stück auf seinem Teller.

Wo Licht ist, ist immer auch Schatten. Die Portionen waren mehr als reichlich. Unsere Reste ließen wir in Doggy Bags einpacken. Unser Guide verteilte die Päckchen an das Security-Personal, dass in der Kälte der Nacht die Hotels und Parkplätze bewacht und sich dankbar über das gute Essen freut.

8. Tag

Swakopmund - Walvis Bay - Swakopmund (Namibia)

Am Morgen war eine Bootsfahrt in Walvis Bay zum Pelican Point geplant. Das Wetter war mit 15° Grad kälter als die letzten Tage. Zudem war der Himmel bedeckt und am, aber erst recht auf dem Meer wehte immer eine steife Brise. Zeit, die warmen Klamotten aus dem Koffer hervorzukramen. Außer für mich. Ich hatte wie immer bei Reisen in warme Länder nur kurze Sachen dabei und trotzte als echter Westerwälder den kühleren Temperaturen.

An der Anlegestelle wurden wir auf 3 Boote verteilt und kaum nachdem wir Platz genommen hatten von Niklas, unserer ersten Robbe, begrüßt. Die Skipper kümmern sich um verletzte Robben. Sie pflegen die Tiere gesund, wenn sie beispielsweise in die Schiffschraube eines Fischerbootes geraten sind. Mit einigen dieser Robben "arbeiten" sie und werden mit deren Treue belohnt, die sich u. a. bei den Besuchen der Bootstouren zeigt. Als wir ein Stück herausgefahren waren, landete auch noch ein Pelikan auf unserem Heck. Wusstet ihr, dass die Knochen dieses großen Vogels gerade mal 3 kg wiegen? Sie sind so leicht, weil sie innen hohl sind. Interessant, oder? Auf dem Meer fuhren wir an vielen hundert bunten Fässer vorbei, die zur Austernzucht dort befestigt sind. Unser Highlight folgte: Wie aus dem Nichts tummelten sich um unser Boot herum auf einmal ganze Schwärme von Delfinen, sogar ein weißer war darunter. Unsere Skipperin war ganz aus dem Häuschen und rief immer wieder begeistert: "Welcome to my office." Auf den Bootsausflügen in den letzten 3 Tagen hatte sie außer Robben keine Tiere gesehen. Es war ein tolles Spektakel und wir freuten uns über so viel Glück. Für sie ist das Meer der schönste Arbeitsplatz der Welt. Und nach heute können wir das absolut verstehen. Am Pelican Point staunten wir über die riesige Robbenkolonie. Die Robben haben dort keine natürlichen Feinde, weshalb sie sich ungehindert vermehren. Die Rückfahrt unseres Turns genossen wir mit einem Gläschen Champagner und Snacks. Wir probierten auch die Austern und Weißbrot mit Pelikaneiern. Es war ein gelungener Start in den Tag.

Leider schafften wir es nicht mehr zu den Flamingos. Dijongo hatte uns einen Abstecher in die Bucht versprochen. 5 von uns hatten jedoch einen Rundflug über Swakopmund gebucht und mussten um 1.00 Uhr am Treffpunkt sein. Schade, wir hätten gerne gesehen wie die rosa-pinken Vögel auf einem Bein im Wasser stehen. Zurück in Swakopmund nutzen wir den Rest des Tages für einen weiteren Bummel durch die Stadt. Wir sammelten ein Fläschchen Sand vom Strand ein und besuchten das Kristallmuseum, in dem der größte je gefundene Quarzkristall steht. Die Dimension war schon faszinierend. Für die Frauen war die Schmuckausstellung mit wirklich schönen Stücken natürlich noch viel interessanter. Ich kaufte mir für die nächsten Tage einen stilechten Lederhut, mit dem ich für die anstehenden Safaris gut ausgerüstet war. Außerdem fanden wir den Angostura Kräuterschnaps für den Rock Shanty, der witzigerweise in Erding hergestellt wird. In Deutschland ist er uns bisher allerdings nicht untergekommen. Für eine kleine Pause fanden wir eine tolle Location, das Village Café. Die Einrichtung war afrikanisch bunt und versprühte schon beim Betreten Gute Laune. Es gab viele lokale Kaffeespezialitäten und selbst gebackenen Kuchen. Ich entschied mich für einen Kampkoffie (Kaffee mit Amarula) und ein Stück Lemon Meringue. Einfach lecker.

Für den Abend hatte unser Reiseführer einen Tisch im Restaurant Lighthouse, direkt am Meer, reserviert. Wir folgten seiner Empfehlung. Auf der Karte standen Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Burger und Salat. Unser Busfahrer hatte noch eine Steigerung zum Vorabend parat und bestellte ein 700 g schweres Rumpsteak. Wahnsinn! Wir verbrachten einen schönen Abend bei gutem Essen.

9. Tag

Swakopmund - Twyfelfontein - Khorixas (Namibia)

Wir setzten heute unsere Reise entlang der Küste bis nach Henties Bay fort. Dort machten wir eine kurze Rast. Diesen Küstenabschnitt, der bis hoch zur Grenze nach Angola geht, nennt man die "Skelettküste". Hintergrund des Namens sind hunderte von Schiffswracks, die in Ufernähe und am Strand liegen. Die Schiffbrüchigen, die sich noch von den an der Küste zerschellten oder gestrandeten Wracks retten konnten, hatten in der unbesiedelten, extrem trockenen Küstenwüste keine Überlebenschance. Sie verdursteten.

Weiter ging es in Richtung Osten ins Landesinnere. Links von uns lag der höchste Berg Namibias, der Brandberg, mit 2.574 m im Gebiet der White Lady. Dann bogen wir Richtung Norden ab und gelangten ins Damaraland. Als White Lady (die weiße Dame) wird eine Felsmalerei in der Tsisab-Schlucht des Brandbergmassivs bezeichnet.

Unser erstes Ziel war die Gegend um Twyfelfontein. Als 1947 weiße Farmer dort siedelten, fanden sie die Quelle nicht zuverlässig, da sie immer wieder versiegte. Daher nannten sie sie auf afrikaans "Twyfelfontein" (zweifelhafte Quelle). 1964 wurden die Farmen wieder aufgegeben. Heute wird der Name Twyfelfontein für das gesamte Tal verwendet. In dieser Umgebung fand man über 2.500 Bilder auf über 200 Felsplatten. Diese Felsengravuren wurden auf verschiedene Weise erstellt. Die ältesten Felsbilder werden auf bis zu 24.000 vor unserer Zeit geschätzt. Die jüngsten Sgraffiti fallen in unsere Zeit.

Im Anschluss an diesen eindrucksvollen Spaziergang besuchten wir ein in der Nähe liegendes Damaradorf. Nach den kühlen Tagen in Swakopmund kletterten die Temperaturen nun wieder auf 37 ° Grad. Die Damara nennen sich selbst "Nukhoek", (schwarzer Mensch). In Namibia nehmen sie einen Bevölkerungsanteil von etwa 8% ein. Ihre besondere Sprache, die durch Klicklaute gekennzeichnet ist, ist wohl eine ursprüngliche Mischung der San und Nama. Das Dorf war künstlich angelegt. Die Darsteller verdienen mit der Vorstellung der damaligen Lebensweise ihren Unterhalt. Außerdem halten sie ihre alte Kultur und ihre Werte lebendig. Nach der Darbietung von Feuermachen, Tänzen, Erklärungen zu Berufsgruppen und der heilsamen Wirkung von Pflanzen konnte ihre Handwerkskunst bestaunt und natürlich auch gekauft werden. Wir fanden es fair, ihnen so unseren Respekt zu erweisen und kauften ein schönes Armband.

Nun war es nur noch ein kurzer Weg bis zum Khorixas Rest Camp, unserer heutigen Unterkunft. Wir bezogen unseren kleinen Bungalow und hüpften vor dem Abendessen noch schnell in den Pool. Bislang war es während der Reise unsere spärlichste Unterkunft. Der kleine Raum war mit den beiden Betten ausgefüllt. Verlaufen konnten wir uns nicht. Aber es war sauber und für nur eine Nacht hatten wir alles, was wir brauchten. Wir freuten uns, dass es endlich auch mal BBQ gab und wir draußen zu Abend aßen. Ein paar Mal fiel der Strom aus, was aber mit afrikanischer Gelassenheit gut gelöst wurde. Hier draußen in Khorixas konnten wir erneut den fantastischen Sternenhimmel betrachten. Ich experimentierte noch ein wenig mit meiner Kamera herum und konnte ein paar ganz passable Fotos von der Milchstraße aufnehmen.

10. Tag

Khorixas - Outjo (Namibia)

Nach einer kurzen Anreise am Vingersklip Rock vorbei, den wir jedoch leider nicht gesehen haben, kamen wir am frühen Vormittag in Outjo an. Wir stärkten uns erst mal an einer kleinen Bäckerei und hatten Gelegenheit, im Supermarkt einzukaufen bevor wir die "Etotongwe Lodge" erreichten - unsere Bleibe für die nächsten beiden Nächte. Die Lodge war liebevoll eingerichtet und gefiel uns auf Anhieb; eine der besten Unterkünfte unserer Rundreise. Da wir unsere Bungalows noch nicht beziehen konnten, überbrückten wir die 1.5 Stunden bis zur Abfahrt in den Etosha Nationalpark mit kühlen Getränken und dem kostenlosen WLAN. Wir hatten Nachholbedarf, gestern gab’s kein Netz. Das kommt in Namibia häufiger vor und ist an sich sogar ganz entspannt.

Viele Sehenswürdigkeiten lagen hinter uns. Darunter auch schon ein paar Tiere. Aber ab jetzt war Safari-Zeit angesagt. Die nächsten Tage unserer Reise waren für Tierbeobachtungen reserviert. Unser Bus brachte uns nach Ombika, dem Eingangstor des Etosha Nationalpark. Wir stiegen um auf die schon bereitstehenden Jeeps und düsten los Richtung Okaukuejo, einem zentralen Anlaufpunkt im Etosha Nationalpark. Zwischendurch hielten wir geschwind an unserem ersten Wasserloch, wo Springböcke, Zebras, Strauße und Giraffen friedlich nebeneinander tranken.

Im Okaukuejo Camp mussten wir kurz warten bis die Fahrer den Parkeintritt bezahlt hatten. Wir verbrachten die Zeit an einem nahegelegenen Wasserloch, an dem gerade auch drei Elefanten ihren Durst stillten. Wie schön. Der Ranger bat uns einzusteigen und die 4-stündige Safari-Fahrt durch den Park begann. Lediglich das Dach des Geländewagens schützte uns vor der Sonne. Es waren an die 40° Grad, der Fahrtwind war trocken und heiß. Kühles Wasser war an Bord vorhanden und wir tranken reichlich.

Während dieses Nachmittags begegneten uns Herden von Springböcken und Zebras. Bei den kleineren Tieren dauerte es schon mal ein Weilchen bis man sie entdeckte: ein heller Singhabicht im Baum, eine Weißflügeltrappe und sogar ein Kap-Borstenhörnchen. Imposant waren natürlich die grauen Riesen. Wir beobachteten 4 Elefanten-Bullen bei ihren Rangeleien. Eine Giraffe hatte sich unter einem der wenigen Bäume im Schatten niedergelassen. Gegen Ende unserer Safari fanden wir noch ein Breitmaulnashorn. Zum Schutz gegen Wilderei, was in den Nationalparks noch immer ein großes Problem ist, hatte man ihm sein Horn abgesägt.

Wir schätzen uns glücklich, dass wir schon bei der ersten Safari so tolle Eindrücke gewonnen hatten. Finden und Beobachten von Tieren ist immer Glücksache, das wussten wir schon von unseren Safaris in Südafrika. Zu unserer Reisezeit Ende Oktober befanden wir uns in Namibia am Ende der Dürrezeit. An den Wasserlöchern, die im Laufe des Tages über Solar nachgefüllt wurden, herrschte den ganzen Tag über Hochbetrieb. Es war ein Kommen und Gehen. Aber auch die Farben beeindruckten uns: eine Kulisse aus weißen Steinen, klarer blauer Himmel, immer ein wenig Staub, dürre Sträucher, hier und da ein grüner Zweig. Obwohl wir den ganzen Nachmittag durchgerüttelt wurden, war der Blick in diese unglaubliche Weite ungemein entspannend.

Beim Abendessen und dem anschließenden Absacker in der Bar ließen wir den Tag Revue passieren. Dazu war ein doppelter Amarula auf Eis durchaus angemessen.

11. Tag

Outjo - Etosha Nationalpark - Outjo (Namibia)

Unser zweiter Safari-Tag begann sehr früh. Wir mussten bei Sonnenaufgang am Eingangstor des Parks sein. Inkludiert war die Safari im Bus, auf Wunsch konnten wir aber auch gegen einen Aufpreis auf einen Geländewagen upgraden. 9 Personen, darunter auch wir, buchten den kompletten Tag mit dem Jeep für umgerechnet etwa 51 €. Einige buchten den halben Tag im offenen Fahrzeug für etwa 38 €. Einige fuhren mit dem Bus und ein paar nutzten den Tag dazu, in unserer Lodge zu entspannen. Wir wollten so viel Safari-Abenteuer wie möglich und hatten auch in Südafrika die Erfahrung gemacht, dass die Safari im Geländewagen einfach schöner ist.

Als wir pünktlich zum Sonnenaufgang das Eingangstor erreichten war es noch angenehm kühl. Wir stiegen in unsere Jeeps und fuhren wie auch gestern nach Okaukuejo, um den Eintritt zu zahlen. Auf dem Weg dorthin haben wir unser erstes Highlight gesehen: eine Fleckenhyäne. Der Tag fing vielversprechend an.

Nachdem der Eintritt bezahlt war startete das Abenteuer Etosha Nationalpark. Insgesamt umfasst der Park eine Fläche von 22.275 m². Am ersten Wasserloch tranken Zebras, Springböcke, Kudus, Strauße und Oryx-Antilopen. Was für eine friedliche Idylle. Da alle Jeeps mit dem Buschfunk ausgestattet sind, funken sich die Fahrer an, wenn einer etwas Tolles sichtet. So wurden wir zu einer weiteren Fleckenhyäne gelotst. Plötzlich gab es große Aufregung und unser Ranger raste in einem Affentempo von dannen und wir wurden vermutlich nur noch als riesige Staubwolke wahrgenommen. Was war denn jetzt los? Wir hörten etwas von "lion" und uns dämmerte, dass wir wohl in Kürze einer großen Raubkatze begegneten. Wir fuhren zum gleichen Wasserloch, an dem wir eben noch gehalten hatten. Und tatsächlich, dort verzehrte gerade eine Löwin einen kleinen Springbock, den sie sich zum Frühstück gerissen hatte. Alle anderen Tiere waren vom Wasser zurückgewichen und beobachteten ähnlich wie wir ebenfalls gebannt die Löwin. Die Rangordnung war klar. Es war faszinierend zu sehen, wie viel Respekt sie vor dem König aller Tiere hatten. Als die Löwin ihr Mahl beendete, startete unser Fahrer ein rasantes Wendemanöver und fuhr zur nahegelegenen Brücke. Er wusste, dass die Löwin den Unterschlupf unter der Brücke aufsuchen würde, um nun satt und zufrieden ein Schläfchen zu halten. Er signalisierte uns, die Kameras bereitzuhalten. Wir sahen die Löwin lässig auf uns zukommen, dann verschwand sie unter der Brücke. Dieses Schauspiel aus nächster Nähe zu erleben war ziemlich aufregend.

Am nächsten Wasserloch des Morgens lag im Hintergrund unter einem Baum auch ein männlicher Löwe samt Familie. Noch beeindruckender waren die vielen Elefanten, die sich mit ihren Jungen hier versammelt an. Es war eine große Herde. Wir beobachteten das Treiben bis sie schließlich von der Leitkuh angeführt aus der Kulisse zogen. An ihrer Stelle kamen nun zahlreiche Impalas zum Wasser. Es war einfach traumhaft, soviel Glück zu haben. Der Vormittag verflog ihm Nu‘. Wir sahen noch einen Schakal, einen weiblichen Sekretaris Vogel, eine Herde Elenantilopen sowie Gnus und Zebras, die häufig im Verband zusammen umherziehen. Die "Big Five" kennt jeder. Wussten Sie, dass Gnus zu den "Ugly Five", den fünf hässlichsten Tierarten, gehören? Die anderen vier sind Warzenschwein, Marabu, Hyäne und Geier.

Unsere Mittagspause verbrachten wir im Okaukuejo Camp. Da sich vor dem Imbiss schon eine lange Schlage gebildet hatte, kauften wir Obst, Cracker und Getränke am Kiosk und machten uns auf den Weg zum nahegelegenen Wasserloch. Dort suchten wir uns eine Bank im Schatten. Wir genossen die Ruhe und den Anblick der vielen Springböcke und Zebras, die zur Mittagszeit das Wasserloch besuchten. Nach etwa einer Stunde bestiegen wir unseren Geländewagen zum Nachmittag-Teil der Safari. Unser Fahrer hatte gerade die Nachricht erhalten, dass an genau dem Wasserloch, dass wir gerade vor 10 Minuten verlassen hatten, nun ein Breitmaulnashorn badete. Wir steuerten das Wasserloch erneut an. Und richtig, dort stand es, mitten im Wasser. Etwa 10 Minuten später trottete es gemächlich davon und auch wir setzten unseren Weg fort.

Unsere Route ging Richtung Etosha-Pfanne. Die Etosha-Pfanne ist ein ehemaliger See im Norden Namibias, der 4.760 km² groß ist und aus einem weißen salzigen Boden besteht. Daher leitet sich auch der Name Etosha ab. Er stammt aus der Ovambo-Sprache und bedeutet so viel wie "großer weißer Platz". Unterwegs sahen wir viele weitere Tiere. Darunter einen männlichen Sekretaris. Der Vogel ist in der Lage, durch starkes Aufstampfen mit seinen Beinen eine Schlange (Schlangen sind seine Lieblingsnahrung) zu töten. Unglaublich! Direkt am Wegesrand ruhte sich ein Schakal in seinem Bau aus. Als schließlich die endlose Salzfläche der Etosha-Pfanne vor uns lag, waren wir erneut sehr beeindruckt. Für Gäste ist es strengstens verboten, auszusteigen. Den Rangern ist es auf eigene Gefahr gestattet. Auch, wenn in der Weite vermeintlich keine Tiere sichtbar sind, ist die Gefahr zu groß und der Park möchte verständlicherweise kein Risiko eingehen. So holte unser Fahrer jedem von uns etwas Salz, dass zum Kochen geeignet ist. Ich war vorbereitet und hatte ein 100 ml Fläschchen im Rucksack, dass ich eigentlich für Sand mitgenommen hatte. Salz geht natürlich auch und ich erhielt mein Fläschchen bis oben hin gefüllt zurück. Das ist auf jeden Fall eine besondere Erinnerung.

Nach dem Besuch der Etosha-Pfanne neigte sich der Nachmittag so langsam dem Ende entgegen. Unsere Rücktour ging deshalb schon in Richtung unseres Treffpunktes am Eingang des Parks. Zwischendurch machten wir noch ein paar Stopps, um weitere Tiere zu beobachten. Mehrere Giraffen, auch wieder eine sitzende im Nickerchen-Modus, waren tolle Abschiedsmotive. Zum Schluss kamen noch zahlreiche Perlhühner hinzu. Unser Bus nahm uns in Empfang und brachte uns zur Lodge zurück. In Etotongwe angekommen, konnten wir uns noch eine ¼ Stunde im Pool abkühlen bevor es Abendessen-Zeit war. Wir ließen den Abend in geselliger Runde in der Bar ausklingen.

12. Tag

Outjo - Windhoek (Namibia)

Am heutigen Morgen ging es nach Windhoek. Für die meisten Mitreisenden war es der vorletzte Tag in Namibia bevor sie morgen zurück nach Frankfurt flogen. Wir hatten verlängert. Uns erwarteten spannende Tage im Chobe Nationalpark, Botswana, und den Viktoria Fällen, Zimbabwe.

Auf dem Weg nach Windhoek ließen wir den "Groot Waterberg" links liegen. Unseren ersten Halt machten wir in Otjiwarongo, wo es neben den obligatorischen Toiletten eine Bäckerei, einen Souvenir- und einen Biltong-Laden gab. Dort füllten wir unsere Vorräte auf noch einmal auf. Außerdem bestand die Möglichkeit, den auf der anderen Straßenseite liegenden Holzmarkt zu besuchen. Den zweiten Stopp legten wir an einem riesigen Termitenhügel ein. Wir lernten von Dijongo, dass diese Bauten sich immer Richtung Sonne neigen. Deshalb waren die also so schief, interessant.

Schon seit einigen Tagen hielt sich das Gerücht, dass die Verlängerung auf wackeligen Füßen stand, da ein Flugzeug von Air Namibia in Victoria Falls beschlagnahmt wurde. Dies‘ hatten einige den Nachrichten entnommen. Dijongo bestätigte uns jedoch immer, dass alles gut werden würde und wir in jedem Fall dorthin kämen. Im Gegensatz zu uns eher misstrauischen Deutschen sind in Afrika stets Gelassenheit und Gottvertrauen an der Tagesordnung. Häufig hört man den Spruch: "Afrika hat die Zeit, die Deutschen haben die Uhr." Und tatsächlich liegt sehr viel Wahres darin.

In Windhoek fuhren wir zunächst durch den Stadtteil "Katutura". Seit 2012 gibt es ein Wohnungsbauprogramm. Man zahlt ein bisschen ein und baut nach und nach ein kleines Steingebäude. Inzwischen gibt es dort fast keine Blechhütten mehr. Nahezu alle Bewohner gehen einer Beschäftigung nach oder machen selbst ein kleines Geschäft auf. Sauber ist es außerdem. Denn die Verwaltung zahlt einen kleinen Betrag, wenn man eingesammelten Müll dort abgibt.

In der Innenstadt stiegen wir für kurze Foto-Stopps am "Hauptbahnhof", dem Regierungssitz und der Lutherischen Christuskirche aus. Kurz vor der Ankunft im Hotel verkündete Dijongo, dass er für abends einen Tisch in "Joes Beerhouse" reserviert hatte. Ich war begeistert. Ich hatte zu Hause schon von dieser beliebten Trend-Location gelesen und sie mir für einen Besuch vorgemerkt. Nach der Zuteilung der Zimmer mussten wir uns von Dijongo verabschieden. Da er am nächsten Tag gleich eine neue Gruppe übernahm, übergab er uns an seine Kollegin Anke. Wir hatten ihn liebgewonnen und fanden seine Art sehr angenehm. Er war ein toller Guide, der geduldig und gut alle Fragen beantwortete, uns aber auch nicht mit Daten und Fakten überhäuft hat. Übrigens ist er der Original-Reiseleiter "Bahé" aus Tommy Jauds Buch Hummeldumm. Das hatte er uns in Swakopmund nicht ohne Stolz verraten. Zu Recht. Er war der Guide auf dessen Namibia Rundreise. Ein Jahr später hatte Tommy Jaud die Idee zu seinem Buch und engagierte kurzerhand Dijongo, der ihm viele Einblicke und Anekdoten aus seiner Arbeit als Reiseleiter (und der seiner Kollegen) erzählte. Seine eigenen Erfahrungen, Dijongos Erlebnisse und ein bisschen Fantasie kombinierte er in seiner Komödie Hummeldumm. Das Buch ist definitiv lesenswert für alle, die entweder Namibia auf ihrer Reiseliste stehen haben oder eine Gruppenreise in Erwägung ziehen.

Wir verbrachten den ganzen Nachmittag am Pool und wussten abends, warum Windhoek Windhoek hieß. Der Name kommt aus dem Afrikaans und leitet sich von "Windecke" oder "windige Ecke" ab. Es wehte die ganze Zeit eine luftige Brise. Wir genossen es.

Der Abend in Joes Beerhouse startete mit Komplikationen. Offenbar war kein Tisch reserviert, zumindest war kein Platz frei. Als wir murrend wieder auf dem Weg nach draußen waren, rief uns eine Kellnerin zurück. Die Stimmung stieg wieder und wir verbrachten einen schönen Abend in außergewöhnlicher Atmosphäre. Das Ambiente ist einzigartig: eine Mischung aus afrikanischer und deutscher Kultur, witzig dekoriert. Man konnte sich an den vielen Konservendosen, Jägermeister-Flaschen, Bildern, nachgebildeten Tierköpfen und vielerlei weiterer Dinge gar nicht satt sehen. Bei uns wäre ein solches Lokal schon alleine wegen der Brandschutzverordnung undenkbar. Insgesamt finden 500 Menschen in Joes Beerhouse Platz. Jeder bestellte á la carte. Wir entschieden uns für einen Eisbeinburger mit Sauerkraut, Senf und zartem Fleisch vom Eisbein. Lecker war’s.

13. Tag

Windhoek (Namibia) - Victoria Falls (Zimbabwe)

Der erste Teil unserer Rundreise durch Namibia war nun vorbei. Auf einer Strecke von ca. 3.800 km haben wir viel erlebt. Heute flogen wir weiter nach Zimbabwe.

Anke, unsere neue Reiseleitung, brachte uns zum Flughafen Windhoek. Es stand fest, dass wir nicht nach Victoria Falls in Zimbabwe sondern nach Livingstone in Sambia flogen. Es war allerdings nicht klar, wie es in Sambia am Flughafen weiterging. Aber: Es wird schon alles gut gehen. Auch wir Deutschen sollten ein bisschen Vertrauen haben und erstmal optimistisch bleiben. Alleine der Flug mit er kleinen Embraer von Air Namibia, die nur 37 Sitze hat, war ein Erlebnis. Auf den knapp 1.5 Stunden gab es sogar noch einen kleinen Snack und Getränke. Von oben konnten wir schön das Okavango-Delta sehen. Der Okavango fließt hier in die Kalahari und versickert im Sand.

In Livingston angekommen, zahlten wir für das Visum und wurden von Douglas, einem Mitarbeiter von Air Namibia, in Empfang genommen. Der Bus brachte uns über die sambische Grenze nach Zimbabwe. Sambia und Zimbabwe trennt eine tiefe Schlucht, über die eine Brücke führt. Douglas kümmerte sich für uns um die Formalitäten an der Grenze. Wir waren in guten Händen und Air Namibia hatte den Transfer bestens organisiert. Alle Aufregung war völlig umsonst. Denn es wurde tatsächlich alles gut.

Das Rainbow Hotel in Victoria Falls war unsere Unterkunft für die letzten zwei Tage. Tandee von Bush Tracks Africa nahm uns in Empfang und informierte uns über alles Notwendige für die Ausflüge der nächsten beiden Tage. Bush Tracks Africa ist die Agentur, die alle Aktivitäten vor Ort organisiert. Im Gegensatz zu Namibia ist Zimbabwe vergleichsweise teuer. Die Preise hatten sich in etwa verdoppelt. Am Abend aßen wir à la carte und gingen gut gesättigt zeitig ins Bett. Zum einen hatten uns die Strapazen der Weiterreise müde gemacht, zum anderen starteten wir am folgenden Morgen sehr früh zu unserer Safari im Chobe Nationalpark, Botswana.

14. Tag

Victoria Falls (Zimbabwe) - Chobe Nationalpark (Botswana)

Früh aufstehen waren wir mittlerweile gewohnt. Nach einem kurzen aber guten Frühstück fuhren wir los nach Botswana. Nach etwa 1 Stunde überquerten wir die Grenze von Zimbabwe nach Botswana. Hinter der Grenze empfing uns unser Ranger. Wir stiegen auf Geländewagen um. Unser erstes Ziel war ein Hotel in der Nähe. Es war unser Startpunkt für die Bootsfahrt auf dem Chobe-Fluss sowie die Mittagspause danach.

Zur Hitze kam in Botswana noch hohe Luftfeuchtigkeit hinzu. Also: trinken, trinken, trinken - Wasser. Genügend Erfrischungsgetränke waren in jedem Fall an Bord. Im Laufe der Fahrt erhielten wir sehr viele gute Erklärungen, allerdings auf Englisch. Für die wenigen, die kaum englisch sprachen, übersetzte Ramona das wichtigste. Zum ersten Mal während der bisherigen Safaris sahen wir heute auch jede Menge Flusspferde. Sie trollten sich zum Abkühlen im Wasser herum, wo sie immer wieder auf- und abtauchten. Wir sahen etliche Vögel: den Fischadler, den Schlangenhalsvogel, den Storch Nimmersatt, das Blatthühnchen, den Silberreiher, den heiligen Ibis und den riesigen Marabu Storch. Mit letzterem hatten wir jetzt alle Vertreter der "Ugly Five" gesehen. Dann folgte ein trauriger Anblick: Ein toter Elefant, an dem eine ganze Meute Krokodile fraß. Auch das ist Natur. Der Kadaver dient den Krokodilen, Geiern und weiteren Aasfressern für 5 - 6 Tage als Nahrungsquelle.

Im weiteren Verlauf der Flussfahrt sahen wir schon von Weitem die riesige Herde Kaffernbüffel. Diese wiederum komplettierten nach Löwen, Leoparden (wenn auch nur im Gehege der Hammerstein Lodge), Elefanten und Nashörnern die "Big Five" unserer Reise. Und ein wenig später eine große Elefantenherde, die sich am Wasser nass spritzten und tranken. Hinzu kamen außerdem Elands, Impalas und Wasserböcke. Ihre weiße Zeichnung am Hinterteil sieht aus wie der Sitz einer Toilette.

Auf der Rückfahrt trieb ein zweiter toter Elefant im Wasser, der ebenfalls von Krokodilen verspeist wurde. Unser Bootsführer erklärte uns, dass die Tiere an einer neuen Form von Anthrax (Milzbrand) gestorben sind. Für Tiere mit einem hoch komplexen Immunsystem wie Krokodile und Löwen stecken sich durch das Fressen von verseuchtem Fleisch jedoch nicht mit dem Bakterium an.

Mittags zurück im Hotel konnten wir uns am reichlichen Büfett bedienen. Es war wie immer sehr lecker und abwechslungsreich. In den Bäumen um das Hotel herum tobten einige Affen, denen wir während des Essens zusahen.

Nachdem wir gut gestärkt waren folgte der zweite Teil unserer Safari auf dem Landweg. Wir nahmen wieder Platz in unseren Jeeps und passierten den Eingang des Parks, wo der Ranger die Eintrittsgebühr entrichtete. Das Gelände war uneben und durch den sandigen Boden schwerer befahrbar. Unsere Fahrt war entsprechend langsamer. Zuerst trafen wir an einem Monkey Brotfruchtbaum ein einsames Perlhuhn. Die weiß gepunkteten kugelförmigen Vögel gefallen mir einfach. Unser Weg führte uns zum Strand, wo wir an Elenfanten und Kaffernbüffel vorbeikamen, die sich im Dreck suhlten und ihr Schlammbad sichtlich genossen. Wir stellten immer wieder aufs Neue fest, dass jede Szene ihren eigenen unverwechselbaren Charme hat. Eine Herde Impalas zog ihrer Wege und im Wasser erblickten wir einen Schmalschnabellöffler, der seinen Namen seinem platten Schnabel verdankt. Links am Ufer tollte ziemlich turbulent eine Großfamilie Chacma Baboons (Bärenpaviane) herum.

Aus der Ferne sahen wir vor uns einen ganzen Pulk Geländewagen. Das verhieß, dass es offensichtlich etwas Interessantes zu sehen gab. Als wir näher kamen sahen wir zunächst den mächtigen Elefantenkadaver. Der dritte für heute. Definitiv zu viele für einen Tag. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Das galt eben auch in der Natur. Und Freude und Leid liegen oft nah beieinander: Vor dem toten Elefanten wachte aufmerksam eine Löwin. Aber auch die Geier, Marabus und Nimmersatt-Störche warteten im Hintergrund in Scharen auf ihren Anteil. Wir beobachteten einmal mehr die Rangordnung. Als ein Geier den Vorstoß wagte und sich auf dem Elefanten niederließ, setzte die Löwin sofort zum Sprung an und stellte sich mit den Vorderpfoten besitzergreifend auf den Kadaver. Ein kurzer Blick zum Geier genügte, um diesem zu zeigen, wer das Vorrecht hat. Die Situation war geklärt. Diese Szene spielte sich rechts von unserem Jeep ab. Links davon lagen in etwa 10 m Entfernung unter einem Baum zwei weitere Löwinnen mit ihrem Nachwuchs. Wir waren von so vielen Eindrücken einfach beeindruckt.

Auf der Rückfahrt zum Parkeingang sahen wir weitere Affen, Elefanten und ein Kudu. Auf dem Rücken des Kudus hatten drei Rotschnabel-Madenhacker ihren Platz gefunden. Ist das nicht eine praktische Symbiose? Futter für die Vögel und Fellpflege für das Kudu. Zum Abschluss sahen wir noch drei Giraffen im Dickicht. Eine tolle Safari neigte sich dem Ende entgegen. Es war ein interessanter Kontrast zu Etosha, denn im Chobe war vieles ganz anders: durch die Lage am Chobe Fluss waren die Farben satter, die Bäume grüner, der Boden roter, es gab Gras statt Steinen. Unser Ranger brachte uns wieder über die Grenze nach Zimbabwe, wo unser Bus zur Rückfahrt ins Hotel bereitstand.

Heute war unser letzter Abend in Afrika, den wir bei gutem Essen, Amarula und netter Gesellschaft genossen.

15. Tag

Victoria Falls (Zimbabwe) - Windhoek (Namibia) - Abreise

Ein letztes Mal früh aufstehen. Wir hatten uns am Abend zuvor darauf geeinigt, ohne Frühstück aufzubrechen und dieses nach unserem Date mit dem Sambesi einzunehmen. Nach Nil, Niger und Kongo ist der Sambesi der viertlängste Fluss der Welt. Er entspringt in Sambia und mündet in Mozambique in den Indischen Ozean. Wir fuhren ein kleines Teilstück von ca. 4 km bevor der Sambesi an den Viktoriafällen 90 m nach unten fällt und kamen bis auf ca. 500 m in die Nähe der Fälle. Von weitem sahen wir ihren feinen Sprühnebel aufsteigen. Während der Fahrt ging die Sonne auf. Alles war still, Flora und Fauna erwachten erst. Im Wasser sahen wir wieder Flusspferde und Krokodile. Auf den Steinen saßen Kormorane, die nach dem Fang ihre Flügel zum Trocknen aufspannten. Weiter hinten trotteten zwei Elefanten zum Flussufer. Es gab Kaffee (wichtig), kalte Getränke und kleine Snacks. Was will man in solcher Kulisse mehr?

Nachdem wir angelegt hatten freuten wir uns auf unser spätes Frühstück im Hotel. Am Vorabend buchten bereits einige einen Helikopter-Rundflug über die Viktoriafälle (10 Minuten, 260 US$). Zurück von der Bootsfahrt, entschieden sich noch einige weitere dazu. Schlussendlich hoben 13 von 18 Mitreisenden ab. Wir anderen 5 überbrückten die Zeit am Pool.

Mittags brachen wir zum letzten Highlight unserer Rundreise auf: die „Victoria Falls“. Sie gehören übrigens auch zum Unesco Weltkulturerbe. Unser Bus setzte uns am Eingang des Rundweges ab. Dieser war in 18 Stationen unterteilt, die jeweils eine gute Aussicht auf die gigantischen Fälle boten. Wir gingen zuerst zum Danger Point und dann entlang der Wasserfälle zum Devils Cataract. Bei der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit war selbst der kurze Weg anstrengend. Einige Male wurden wir von der Gischt ein bisschen nass gespritzt, eher erfrischt. Jetzt im Oktober, am Ende der Trockenzeit, führen die Fälle am wenigsten Wasser. Wir brauchten kein Regencape. Zu anderen Jahreszeiten wird man selbst mit Regencamp vollständig durchnässt. Die wenigen Tropfen, die wir abbekamen, trockneten schnell. Natürlich fingen wir auch einen Schnappschuss der obligatorischen Regenbogen ein. Die Victoria Falls erstrecken sich auf eine Länge von 830 m. Von ihrer Kante stürzen auf der gesamte Länge Wasserfälle bis zu 90 m in die Tiefe. Das war ein fantastisches Naturschauspiel und der krönende Abschluss einer tollen Reise.

Im Hotel standen uns zwei Zimmer zur Verfügung, in denen wir uns für die Abreise vorbereiten konnten. Douglas von Air Namibia sammelte uns mit dem Bus ein und begleitete uns über die Grenze bis zum Flughafen nach Livingstone. Unsere ungeplant lange Wartezeit an der Grenze hatte den Vorteil, dass wir nach dem Aufgeben des Gepäcks direkt in den Flieger einsteigen konnten. Wir hoben ab als gerade die Sonne unterging - was ein Timing. In Windhoek wartete man bereits auf unseren verspäteten Flug. Die Visa-Formalitäten wurden zügig erledigt. Es war bereits sichergestellt, dass wir unseren Weiterflug nach Frankfurt in jedem Fall bekommen würden. Es wurde von Air Namibia erneut alles hervorragend gemanaged. Bis zum Boarding blieb uns eine knappe Stunde Zeit, die wir für einen letzten Drink nutzten.

16. Tag

Ankunft in Frankfurt

Der Flug verlief reibungslos. Wir konnten uns in den Reihen ausbreiten und ein wenig schlafen. Unser Auto im Parkhaus hatten wir schnell wiedergefunden. Nicht bedacht hatten wir die Rush Hour des Berufsverkehrs. So standen wir auf der A3 schon bald im Stau und uns wurde bewusst, wie schön ruhig und einsam es in Namibia war.

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