Februar 2010

Namasté und Herzlich Willkommen in Indien, einem Land voller Gegensätze! Erleben Sie mit unserem Chronisten eine Reise durch pulsierende Metropolen wie Delhi, Agra und Jaipur und bewundern Sie berühmte und prachtvolle Bauwerke!

Ihr Chronist

Morgen geht es los!

Am 09.02.2010 wird unsere Reise beginnen, mit dem Abflug vom Flugplatz Tegel.

Mal sehen, wie die Wetterverhältnisse in Deutschland sind?

Heute, am 02.02.2010 ist ein schlimmer Schneefalltag, grandiose Schneefälle und Verwehungen auf den Straßen.

Auf nach Indien,
Ihr Jörg

1. Tag: Die Anreise

Guten Tag !

Hier noch einige Bilder aus Berlin, die den vielen Schnee vor der Reise
Dokumentieren.

Ihr
Jörg

2. Tag: Herzlich Willkommen in Indien!

Vivek Vashistha, unser Reiseleiter, nach seinem Namen Mitglied der Kaste der Priester, zeigt uns fünf Stunden Delhi – wirklich eine Stadt der Superlative und Kontraste. Das wichtigste „Verkehrsmittel“ ist hier die Hupe.

Ein wild tönendes Hupkonzert weckt uns nach drei Stunden Schlaf und dann geht’s von unserem Hotel in Neu-Delhi zur Stadtrundfahrt mit Regierungsviertel und dem Palast des Präsidenten. Anschließend fahren wir weiter in die Altstadt. Vivek zeigt uns den Elektrokabelwald an den Hausgiebeln zwischen den engen Gassen. Er meint, es sei ein guter Vergleich mit der Indischen Bürokratie. Anschließend besichtigen wir das Grabmahl M.K. Gandhis, die größte Moschee Indiens (Jama Mashid), das India Gate, das Grab des Humayun, das Quatab Minarett und die älteste Tempelanlage Indiens mit ursprünglich 700 Einzeltempeln. Obwohl keine der Tempelanlagen in der Welt miteinander vergleichbar ist, überkommt einen doch das große ehrwürdige Gefühl, wie beim Karnak-Tempel in Luxor oder beim Ankorwatt in Kambodscha.

Falls wir in unserer Aufzählung etwas vergessen haben sollten, kommen Sie am Besten her und überzeugen sich selbst.

Interessant ist, dass einige der Bauten der Mogulkaiser z.T. von mehreren Herrschern über verschiedene Epochen errichtet wurden. Das sieht man heute noch am Baustil. Viele der mächtigen Mogulkaiser gehörten früher zum Stamm der Nomaden, einige Linien kreuzen sich sogar mit der von Schinkiskan.

Überall trifft man auf Schulklassen - die Jungen in weinroter Schuluniform, die Mädchen in blauer. Faszinierend sind das Interesse und die Begeisterung, mit der sie „Ihre“ Sehenswürdigkeiten bestaunen. Mit der gleichen Offenheit begegnen sie auch uns Touristen, winken uns zu und begrüßen uns mit Hello!

Ein Erlebnis für sich ist das Straßenbild in Delhi. Zur Weiterfahrt nach Agra steckten wir mitten drin in der Rush Hour. Die Stadt ist dann ein einiges Verkehrschaos. Vorfahrt hat, wer am lautesten hupt, sich traut und schnell seitlich in die kleinste Lücke prescht. Gelassen bleiben da die heiligen Kühe. Um die scheint das ganze Chaos einen großen Bogen zu machen.

Wir sind jetzt nach fünf ein halb Stunden für 290 Km in Agra angekommen und verarbeiten die Impressionen des heutigen Tages.

3. Tag: Agra - Die Stadt am heiligen Fluss

Taj Mahal – das Denkmal einer großen Liebe. Für die meisten einer der Höhepunkte, wenn man eine solche Reise plant. Egal, wo man schon in der Welt gewesen ist, von diesem architektonischen Gesamtkunstwerk geht eine Faszination aus, die man tief im Herzen mit nach Hause nimmt.

Uns fiel die Symbolik der Zahl 2 auf: Kaiser Shahjahas lernte seine Lieblingsfrau Mumtanz Mahal mit 22 Jahren auf dem Basar kennen, als sie ihm einen schönen Glaskristall als Koh-i-nor, anpreisen wollte. Nach ihrem Tod (1629) entstand in über 20 Jahre Bauzeit (1632-1655) dieser Traum aus weißem Marmor, gekrönt von 22 kleineren Moscheekuppeln, an dem mehr als 20.000 Arbeiter aus Zentralasien und die besten Baukünstler aus Italien arbeiteten.

Zu bewundern sind die filigrane Marmorschnitzerei der Steinmetze  und die fein gearbeiteten Intarsien aus Edelsteinen wie Malachit, Onyx, Jaspis und Perlmut. Es ist kaum zu glauben, dass die Engländer diese Kunstschätze 1863 abtragen wollten. Verhindert wurde dies nur, weil es zwischen Agra und Kalkutta keine Straße gab.

Das Rote Ford steht imposant auf 3,5 Km². Das Interessanteste in einer der größten Residenzen der Welt ist zweifellos das Schlafzimmer Shahjahas. Sein Vorgänger der 4. Mogulkaiser Akbar liebte dort vor allem Weib, Wein und Gesang mit 500 Dienern, um sich von seinen Kriegen zu erholen. Legendär ist seine steinerne Badewanne, in der er nur in Wasser aus dem Ganges gebadet haben soll. Als Festung wurde es letztmalig 1857 im Krieg gegen die Engländer genutzt.

Beim Mittagstop in einem kleinen indischen Restaurant konnten wir dann verschiedene einfache landestypische Gerichte wie Fladenbrot mit Knoblauch, Schtay (das ist ein schmackhafter Gewürztee, Gemüsereis mit  Hühnchen und Tomatensuppe probieren.

Und wenn man schon mal in Agra ist, besuchten wir am Nachmittag auf eigene Faust das sogenannte „BABY TAJ“, dass dem großen Taj Mahal mit seiner wunderschönen Wandmalerei und seinen Intarsien nicht nachsteht.

Den Abend rundeten wir auf Empfehlung unseres Reiseleiters ab, mit einer „Hollywoodschau“, die wie in einem Märchen aus tausend und einer Nacht die unsterbliche Liebesgeschichte um das Thaj Mahal nacherzählt. Karte 1.000 Rubien, sehr zu empfehlen. Die Miniaturausgabe des Taj Mahal, die man eigens dafür gefertigt hat, wiegt 8.000 kg.

Also rundum ein gelungener Tag !

4. Tag: Fatehpur Sikri - die verlassene Stadt

Auf unserer heutigen Fahrt nach Fatehpur Sikri sehen wir viele blumengeschmückte Tempel. Die Menschen  feiern den Geburtstag von Gott Shiwa.

Nach nur 40 km erreichen wir die verlassene Stadt. Ein weiteres UNESCO- Baudenkmal des Mogulkaisers Akbar.1572 fertig entwickelt sich die Stadt an der Seidenstraße schnell zu einem zentralen Handelsplatz für Rubine, Seide und Opium. Für sein Zentrum der Macht errichtet Kaiser Akbar die imposante private Audienzhalle Diwan-I-Khas, die mindestens 5.000 Könige fasst. Dies und die 700.000 Einwohner der Stadt wurden schnell zu einem Problem, welches Akbar nicht berücksichtigt hatte – das Wasser wurde knapp. Deshalb wurde der Sitz des Kaisers zunächst nach Pakistan und später wieder zurück nach Agra verlegt.

Da wir heute einen ruhigeren Reisetag und mehr Zeit haben, erfahren wir mehr Interessantes aus dem Leben Akbars: Beraten durch seine Minister hat er bereits mit sieben Jahren erste Kriege geführt. Mit dreizehn wurde er trotz eines Analphabetentums zum größten Mogulkaiser aller Zeiten gekrönt. Deshalb gehörte zum Palast auch ein Harem mit 500 Frauen. Seine Lieblingsfrau war indes die Prinzessin aus Amber. Die Rasputen als gefährlichste Krieger stützen seine Macht, die Eunuchen waren das „Ohr“ des Kaisers und in seinem Lieblingssport Elefantenreiten konnte er jeden Gegner schlagen. Wunderschönes Highlight im gesamten Palast sind auch hier die fein gemeißelten Palisaden und Fresken  aus rotem Sandstein und die Wandmalereien, die über vierhundert  Jahre überdauert haben.

Anschließend ging es in unser wunderschönes und individuelles Hotel „Udai Vilas Palace“. Die großzügigen Zimmer haben viel Flair. Zur Erholung gibt es einen kleinen Schwimmingpool und ein Spa-Center. Wir haben uns eine indische Massage gegönnt (60 Minuten rund 25 €) und fühlen uns nun richtig wie im Urlaub!

Um auch das Leben außerhalb der Paläste kennenzulernen, machten wir eine Jeepsafari und besuchten ein nahegelegenes Dorf. Die Generationen dort leben unter einfachsten Verhältnissen zusammen unter einem Dach von der Geburt bis zum Tod. Die Eindrücke haben wir in’s Netz gestellt.

5. Tag: Jaipur, Willkommen in Rajasthan

Unser Tagesziel ist Jaipur, die Pink City-Hauptstadt von Rajasthan und weltgrößter Marmorumschlagplatz Indiens. Die ganze Fahrt erzählt uns Vivek Vashistha Interessantes über die königlichen Dynastien, das Kastenwesen, die Selbstverbrennungszeremonien während der Invasionen der Moslems, das heutige Demokratie-Verständnis der Menschen und ihre Sitten und Gebräuche. Auf Nachfrage erfahren wir, dass es 40 verschiedene Arten von Turbanen gibt. Die Farbe symbolisiert die Rasse, Kaste und Religion. Der Stoff reicht von 9 bis 40 m. Letztere sind die Turbane der Kameltreiber, die brauchen 40 m feinsten Stoff als Seil für ihre Wassergefäße. Vivek scherzt, dass er als Reiseleiter zu den Dienstleistern und damit zur unteren Kaste der Arbeiter zählt. Wir halten dagegen, dass er uns als echter Rajasthani und promovierter Historiker viel Wissenswertes auf zugleich amüsante und kurzweilige Art näher bringt und deshalb wohl eher zur Kaste der Pramanen gehört.

Wie dem auch sei: So einen Reiseleiter, der zusätzlich zum normalen Ablauf der Rundreise aufmerksam auf die Wünsche der Gruppe eingeht und viel Fakultatives anbietet, bekommen wir jedenfalls nicht wieder. Deshalb machen wir am Vormittag auch einen kleinen Abstecher zum urältesten Teil Rajasthans, einer Tempelanlage mit dem größten erhaltenen Hamman aus dem 7. Jh. n.Chr. Wir besichtigen den Kat - den Treppenbrunnen - wie es sie heute noch am Ganges und in Varanasi gibt. Scharen von Männern schruppen die  steinernen Treppen. Daran sehen wir, dass es keine niedere Arbeit sein kann. Vor der Tempelanlage treffen wir auf einen Schulbus mit Kindern und zwei Milchbauern, die wir an ihren gelben Turbanen erkennen. Eine Familie der Dorbewohner lädt uns ein in ihre einfache Behausung. Solche Fotos findet man in keinem der Reiseführer!!

Zum Mittagsimbis probieren wir Pakoras - feine Gemüsebällchen mit Masala-Gewürzmischung in Maismehl gerollt und leicht frittiert. Zusammen mit dem indischen chai schmeckt es hervorragend.

Gegen 15.30 Uhr treffen wir in Jaipur ein. Nach dem check-in machen wir eine Fahrrad-Rikschafahrt und besichtigen die Altstadt und den Basar. Die Rikschafahrt durch den Verkehrsdschungel übertrifft sogar noch die, die wir in Hanoi erleben durften. Aber unsere Fahrer sind Profis und wir kommen heil an.

Jaipur ist in der Tat eine einzige Kunstgalerie. Die Juweliere verarbeiten hier pro Tag ! 300 bis 800 Gold. Wir fahren durch die Gassen der Silberschmiede, Seidenhändler und Steinmetze. Wir bewundern die farbenprächtigen und gold verzierten Stoffe. Ein farbenprächtiger und gold verzierter Sari für eine Frau der mittleren Kaste kostet 2.000 und 3.000 Rupien.

Vivek gibt uns die Gelegenheit, an einer Gebetszeremonie in einem Vishnu-Tempel teilzunehmen. Sieben Zeremonien pro Tag finden statt - und jede ist anders. Wir waren ergriffen, mit welcher Hingabe und Inbrunst die Einheimischen dort beten. Aus Pietät haben wir keine Fotos gemacht.

6. Tag: Palast der Winde, Fort Amber & bemalte Elefanten

„Hawa Mahal“, der Palast der Winde ist das Wahrzeichen Jaipurs. Er wurde 1799 eigens für das TEEJ-Fest, dem farbenprächtigsten und beliebtesten Fest Rajasthans erbaut. In der Monsunzeit, wenn keine Kriege geführt werden konnten, kamen riesige Prozessionen mit bunt bemalten Elefanten in die Stadt. Paläste und Straßen schillerten im Feuer- und Lichterglanz. Damit die Maharanis „verschleiert“, d.h. ungesehen all dies mit erleben konnten, wurde eine Art Theaterkulisse errichtet, hinter deren luftigen Erkern und Gittern sich nur die Treppen und 953 Logen befinden.

Mit dem Geländewagen geht es noch vor der Mittagshitze zum malerisch gelegenen Fort Amber; gegründet im 11. Jh und  fertig gebaut von Maharaja Sawai Mansing II, der auch Jaipur errichtet hat. Er sah sich als Nachfolger der alten Mogulkaiser, bestieg den Thron von Amber im Alter von 12 Jahren von 1700 bis 1743. Empfangen werden wir von einer Heerschar von Straßenhändlern, die uns den steilen Weg bis zum Eingang nicht von der Seite weichen. Da hilft nur konsequentes „Nein“- Sagen!

In der Residenz sieht man dann den Reichtum: Die indigoblauen Freskenmalereien und die filigran gearbeiteten Kassettentüren aus Sandelholz sind alle noch im Original erhalten. Im Spiegelpalast glitzern meterhohe Stuckwände, in die zahlreiche Spiegelornamente eingelegt sind – einfach traumhaft. Von der Dachterrasse hat man einen herrlichen Blick auf das Jaigarh Fort; die Festungsmauer erinnert uns stark an die große Mauer in China.

Nachmittags im Stadtpalast von Jaipur, der Residenz von Maharaja Sawai Mansing II , zeugen echte Fotografien und Bilder vom weltweiten Ruhm Mansings als sog. „Polo-Kaiser“. Inzwischen wissen wir, dass nicht die Engländer, sondern die Inder diesen Sport erfunden haben. Die Hochzeitshalle beherbergt Gegenstände aus dem privaten Besitz der Königsfamilie. In der Audienzhalle kann man die größten silbernen Wassergefäße der Welt sehen. Im privaten Teil des Palastes lebt noch die Königsfamilie. Maharaja Sawai Mansing II  war als Krieger, Sportler und Universalgelehrter auch ein hervorragender Astronom und Mathematiker. Gleich neben dem Stadtpalast gehen wir zum 1728 erbauten Observatorium  „Jantar Mantar“, dessen 30 m hohe und weltgrößte Sonnenuhr auf 2 Sekunden genau geht.

Das schönste Erlebnis haben wir am Abend! Unser Reiseleiter lädt die ganze Gruppe zu sich nach Hause, zu seiner Familie ein. Wir werden vom Vater, der Ehefrau, der Schwester und vier quirligen Kindern empfangen. 23 Reisende nehmen „so ganz spontan“ Platz in der familiären Eingangshalle. Wir werden bekocht und verwöhnt mit kadhi pakora und masala chai, die einfach unübertrefflich sind. Wir erfahren eine Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Diesen Abend werden wir nie vergessen!

7. Tag: Jaipur, Nimaj-Palace

Heute liegen 220 km vor uns. Wir freuen uns schon auf die Ankunft in Nimaj (90 km vor Jodhpur). Denn dort übernachten wir das erste Mal in einem richtigen alten Maharaja-Palast, so wie man sich das von einer Indienreise erträumt.

Auf der Fahrt sehen wir gleich mehrere Hochzeitsumzüge. Die Saris sind so farbenprächtig und gold verziert und die jungen Inderinnen eine schöner als die andere. Wir halten an und fragen, ob wir ein Foto machen dürfen. Sofort sind wir willkommen! Die Menschen wenden sich uns lachend und winkend zu. Sie zeigen uns gleich auf der Straße einen ihrer Hochzeitstänze, damit wir sie dabei porträtieren können. Wir werden sogar eingeladen, mitzufeiern, denn in Indien sind Gäste ein Glückszeichen. Man behandelt sie deshalb wie einen Gott.

Das letzte Stück zu unserem Maharaja-Palast erreichen wir wegen der engen Gassen in dem kleinen Ort nur zu Fuß. Die Koffer werden per Tuck tuck hinterher gebracht. Plötzlich hören wir die Klänge von Musik. Im malerischen, palmengesäumten Innenhof des Nimaj-Palace empfängt man uns mit Gesang und feinem Flötenspiel. Eine Oase der Ruhe nach all dem Straßenlärm der zurückliegenden Tage. Zur Willkommenszeremonie kennzeichnen die Frauen unsere Stirn mit dem bekannten roten Punkt und Reiskörnern. Der rote Punkt steht für die positive Lebensenergie und den Schutz der Götter, die Reiskörner symbolisieren Gesundheit.

Wir freuen uns schon auf die altindische Musik und das Feuerwerk, mit denen man uns am Abend unterhält.

Bis es soweit ist, machen wir am Nachmittag eine Geländewagen-safari in eines der umliegenden Dörfer. Auch diese ist interessant und ganz anders als die vorhergehende. Die Dörfer hier sind sauberer; die Häuser gepflegter und die Kinder ganz artig !  Das  Leben der Farmer ist durch die trockenere Vegetation bestimmt. Man betreibt Schafzucht und wir schauen einem Farmer zu, wie er Kamelhaar spinnt. Zwei ältere Männer hocken in der typischen indischen Pose am Boden und rauchen Opium.

Anschließend erfolgt ein Stopp am Margamendi Mata-Tempel aus dem 9. Jh., der südindische Einfluss aufweist.

8. Tag: Jodhpur

Von der „Pink City“ Jaipur wechseln wir heute in die „blaue Stadt“. Da für die meisten „Indieneinsteiger“ Fort Amber der Inbegriff einer typischen Festung ist, waren wir aufs Neue beeindruckt: Denn schon von Weitem sieht man die uneinnehmbare Festung, die auf einer Felsklippe über der ehemaligen Kaiserstadt thront. Riesige Bastionen und 125 m hohe Mauern schützen die Burgfeste. Von der Kanonenterasse genießen wir zuerst den herrlichen Ausblick auf die Stadt mit ihren indigoblauen Kalksteinhäusern. Das Hauptproblem, die Wasserversorgung am Rande der Wüste wurde mit riesigen Wasserrädern und Leitungen aus Lehm gelöst. Als Opfergabe wurde in die Fundamente der Festung ein lebender Krieger eingemauert.

1456 gegründet von Rao Jodhajis Falsa, Oberhaupt der Rathore-Rajputen, einer besonders kriegerischen Sippe, gingen von hier besonders viele Konflikte aus, die vor allem das Verhältnis zu den Mongolen verschlechterten, das Kaiser Akbar zuvor aufgebaut hatte. Ein weiterer Krieg tobte zwischen den Dynastien Jaipur und Jodphur um eine schöne Prinzessin: So wie Kaiser Akbar seine Frauen aus Jaipur in seine Residenz Agra (Rotes Fort) holte, so brachte Mansing seine Frauen aus Jodphur in seine Residenz Fort Amber. Da die beiden Kaiser die gleiche Frau liebten, mussten 100.000 Krieger fallen, weil das Mehrangarh Fort zu keiner Zeit besiegt werden konnte. Die Prinzessin hat sich letztendlich das Leben genommen.

Der Palast befindet sich, wie auch die anderen zuvor, noch heute im Privatbesitz des Maharaja. Im Blumenpalast, im Perlenpalast (Schlafzimmer) und im Frauenpalast sieht man farbenprächtige, ornamentverzierte Glasfenster und gold geschmückte blaue Decken-malereien mit Glaskugeln, wie aus tausend und einer Nacht. In einem weiteren Teilen des Palastes sind eine Waffenausstellung, die  Senfen der Maharajas und eine Ausstellung mit Babywiegen der damaligen Zeit zu sehen.

Nördlich des Forts besichtigen wir anschließend die königliche Verbrennungsstätte, das Jaswanth Thada.

Nach dem check in und einer zweistündigen Verschnaufpause im Hotel bummeln wir durch die Altstadt Jodphurs und besichtigen den Basar. Wir sehen das Zollhaus aus dem 16. Jh., in dem die Karawanen, die auf der Seidenstraße durch die Stadt kamen, ihre Waren registrieren lassen und ihre Abgaben entrichten mussten. Man bekommt einen Eindruck, dass dies der größte Handels-umschlagplatz im 16 Jh. Gewesen sein muss, denn der davor in Fatehpur Sikri existierte ja nur rund zwanzig Jahre. Noch ein Geheimtipp: In der Altstadt befindet sich das größte Welthandels-kontor für indische Stoffe. Hier bekommen Sie Designerware aus Seide und Kaschmir, die in Indien im Auftrag von Hermes, Armani und anderen großen internationalen Modelabels hergestellt wird,  zu einem Preis, der mehr als günstig ist und Sie unterstützen damit vor allem die einheimischen Familien, die z. B. an einer Designerdecke für eine Ledercouch 12 bis 24 Monaten arbeiten.

9. Tag: Ranakpur

Als wir vom Hotel in Jodphur nach Ranakpur aufbrechen (180 km), spüren wir die Euphorie und Freude der indischen Hotelgäste und erfahren bald darauf den Grund: Die Cricket - Nationalmannschaft hat am Vortag das Qualifikationsspiel für die internationalen Meisterschaften gewonnen. Cricket ist in Indien d e r identitäts-stiftende Nationalsport wie Fußball in Deutschland.

Nach mehren Zwischenstopps erreichen wir am frühen Nachmittag den Jaintempel in Ranakpur, den wohl schönsten Jaintempel Indiens. Wir haben bei der Planung unserer Reise extra darauf geachtet, dass er mit in den Reiseverlauf integriert ist. Wir sehen tausende filigrane Skulpturen – Hindugötter, erotische Tempeltänzerinnen und elegant schwebende Musikanten zieren, weiße Marmorsäulen und Wandreliefs.

Der Jainismus, begründet von Mahavira, entstand im selben Zusammenhang wie der Buddhismus: Er ist über 7.000 Jahre alt und soll nach Auffassung der Gelehrten sogar älter sein, als der Buddhismus. Anders als der Buddhismus glaubt er indes an die Existenz einer unsterblichen Seele, die durch die vollständige Achtsamkeit auf die Gegenwart (im richtigen Glauben, Denken und Handeln) Vollkommenheit erlangt und dadurch im großen Universum aufgeht. Es gibt zwei Sekten: die Sewtamber und die Digmber. Letztere leben in vollkommener Askese und werden deshalb in den Tempeln als Nacktasketen in Meditationshaltung dargestellt. Der Schutz allen Lebens steht bei ihnen als oberstes Gebot. Sie  betreten den Boden deshalb erst dann mit ihren Füßen, wenn sie ihn vorher mit dem Besen gereinigt haben, damit kein Insekt verletzt wird.

Da sie als Tirthankaras, die den Gläubigen auf ihrem Weg helfen, nie länger als 3 bis 4 Monate an einem Ort bleiben durften, wurden sie als Nacktasketen auch auf den Straßen hoch verehrt. Um Schutz während der Monsunzeit zu finden, schufen sie vom 6. Jh. v. Chr. bis zum 7. Jh. n. Chr. die Höhlentempel. Ein besonderes Ritual, das heute verboten ist, war das Totenmahl, wo die Verstorbenen 12 Tage aufgebahrt blieben und ihnen zu Ehren ein gemeinsames Festessen gehalten wurde.

Je nach Reiseführer liest man, dass 0,5% bis 1 % der Bevölkerung Jainas sind. Viel wichtiger als die Zahl (bei 1,1 Mrd. Bevölkerung immerhin rund 10 Mio.) ist ihre gesellschaftliche Bedeutung, da sie inzwischen in die einflussreiche Kaste der Händler aufgerückt sind und von dort viel Einfluss ausüben können.

So erfahren wir z. B., dass die Inhaber der Marmorschleifrei bei Agra sowie die Teppichweberei und des Juweliergeschäft in Jaipur, die wir alle besucht haben, Jainas sind.

Heute übernachten wir unweit des Tempels im „Ranakpur Hill Ressort“. Nach dem wenig ansprechenden Hotel in Jodphur, befindet sich diese grüne Oase mitten in einem Natur- und Tierschutzreservat. Die Suiten sind einfach ein Traum. Wir haben die Bilder ins Netz gestellt.

10. Tag: Udaipur, das „Venedig des Ostens“ am Fuße des bizarren Aravalli-Gebirges

Mogulkaiser Akbar folgt uns auch bis nach Udaipur: Nachdem er 1567 die alte Hauptstadt erobert hatte, gründete der hiesige König Maharana Udai Sing II die Stadt. Die für den Wüstenstaat Rajasthan ungewöhnliche Seenlandschaft ist die „Seele“ Udaipurs. Umsäumt vom Aravalli-Gebirge zeichnet sich eine bizarre, romantische Kulisse.

Der Wasserstand auf dem Pichola-See ist momentan indes sehr niedrig. Glaubt man der Sage, befindet sich der See gerade wieder im 5. Jahr seines Fluches: Als ein Maharaja eine „Niedriggeborene“ - eine Seiltänzerin- heiraten wollte, forderten seine Minister, dass diese auf einem Seil den ganzen Pichola-See überqueren müsse. Als sie sodann sahen, dass die Tänzerin dies schaffen würde, schnitt einer der Minister das Seil durch. Die Schönheit verfluchte daraufhin die Stadt kurz vor ihrem Ertrinken auf ewige Dürre. Ein Guru milderte diesen Fluch auf eine Trocken- und Regenzeit von abwechselnd 5 Jahren.

Genau wegen dieser Sage und der zauberhaften Kulisse der Stadt finden die meisten und teuersten Hochzeiten in Rajasthan hier in Udaipur statt.

Im Palast des Maharana, den dieser auch heute noch bewohnt, werden auf den weltbekannten Miniaturmalereien Udaipurs  Hochzeitsprozessionen, Siegeszüge und Jagdmotive dargestellt. Die Maltechnik ist so filigran, dass man dazu Pinsel aus den Härchen des Streifenhörnchens nimmt, dass hier (ähnlich wie die Eichhörnchen bei uns) auf den Bäumen herumgrabbelt. Ebenso sehenswert im Palast ist der Pfauensaal, eine mit Mosaik besetzte Spiegelhalle.

Tritt man in der 5. Etage des Palastes auf die Terrasse, hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt und den Jagdish-Tempel, den wir morgen an unserem „Tempeltag“ besuchen – ebenso wie den mit Fontänen geschmückten Garten der Frauen.

In unserem Hotel „Rajputana Ressort“  erwartet uns im Garten bei Lagerfeuer ein Abendprogramm mit Folkloretänzen und Musik. Wir sind herzlich eingeladen mitzutanzen, wie man auf den Bildern sieht.

11. Tag: Uidapur, Doppeltempel Nagda Eklinji und Bootsfahrt auf dem Pichola See

Heute erleben wir mehr, als im Reiseablauf geplant ist: Wir fahren raus in die Aravalli-Berge und besichtigen die Ruinen der ersten Hauptstadt Mewar (8.Jh., zerstört im 13. Jh.) und vor allem den  Doppeltempel Nagda Eklinji. Der ist normalerweise nur als Alternative vorgesehen, wenn der Wasserstand auf dem Pichola See zu niedrig ist. Die örtliche Reisagentur „LE – PASSAGE TO INDIA“ – die größte in Indien, macht dies trotz des harten Wettbewerbs und Preisdrucks in der Tourismusbranche für uns möglich.

Der Nagda Tempel (oder lt. Reiseführer auch Sas Bahu-Tempel genannt) wurde den Göttern Shiva und Vishnu geweiht. Er stammt aus der letzten großen Hindudynastie und steht als neuer Baustil zur Ablösung der Höhlentempel (bis 7. Jh.), da man diese nur in Basaltgestein bauen konnte. Die wunderbar erhaltenen Wandreliefs und Skulpturen spiegeln das ganze damalige Leben, die Erlösung im Weltenkreislauf und den Weg der spirituellen Erkenntnis dorthin. Mich hat dieser Tempel tief berührt.

Unweit des Tempels besichtigen wir gleich am Morgen Eklinji - den wichtigsten Pilgerort der Region. Im dortigen Tempel  reihen wir uns ein in die Schlange der Menschen. Sie beten mit einer Hingabe und Inbrunst, die uns hier in Europa fremd ist. Manche Einheimische kommen täglich hierher und gehen anschließend zur Arbeit. Fotografieren, Schuhe und Strümpfe sind aus gutem Grund verboten.

12. Tag: Pushkar, die Gott Brahma geweihte heilige Stadt

Pushkar, der kleine Wallfahrtstort, ist ein idyllisches Städtchen mit einem kilometerlangen Basar in den verwinkelten Gassen. Wer indische Musik mit nach Hause nehmen will, kann bei „KINGS“ bei einem guten indischen Tee die besten CD’ s kaufen.

Wir besichtigen den einzigen Brahma-Tempel in Indien. Glaubt man den Postkarten, die man im Ort kaufen kann, wäre es sogar der einzige in der Welt. Der ganze Ort ist heilig geweiht und fotografieren im Tempel verboten. Brahma wird als Schöpfergott von den Indern hoch verehrt. Das sieht man den Gläubigen an, wenn sie hier mit ihren Opfergaben vor dem Allerheiligsten knien. Sarswati, die Frau von Brahma, ist als Göttin der Wissenschaft, Kunst und Musik Teil der Weltschöpfung und wird von den Indern deshalb ebenso verehrt. Das Tierzeichen von Brahma (eine Gans als Zeichen der Reinheit und Wahrhaftigkeit) und von Sarswati (ein Pfau als Zeichen der Schönheit und Kreativität) sind über dem Eingang des Tempels angebracht.

Zum Pushkar-Fest zum Vollmond im Oktober/November ist der  stille Wallfahrtsort in ganz Indien sehr beliebt. Denn dann kommen tausende Gläubige, Brahmanen und Touristen hierher. Sie baden alle gemeinsam im heiligen See und beten beim Blumenritual für Kindersegen und die Gesundheit ihrer Angehörigen. Zugleich findet dann hier der größte Kamelmarkt in Asien statt; über 15.000 Kamele sollen es sein. Es wird ausgiebig gefeiert, wobei man indes keinen Alkohol trinkt. Ich bekomme beim Schlendern durch die Gassen von einem Einheimischen eine Blume „gratis“ geschenkt und werde mit einem charmanten Lächeln zum Ritual im heiligen See eingeladen. Ich empfinde dies als eine sehr herzliche Geste und freue mich darüber.

Unser Hotel, das „Jagat Palace“, lebt die Tradition der heiligen Stadt: Es gibt hier rein vegetarische Kost, die im Vergleich zu den anderen Hotels aber so schmackhaft ist, dass sie keine Wünsche offen läst, auch wenn man kein Vegetarier ist. Alkohol wird nicht ausgeschenkt, das respektieren wir. Unser Reiseleiter lädt uns dafür zu einem kleinen Feuerwerk in der Wüstendüne außerhalb der Stadt unter dem herrlichen Sternenhimmel ein. Eine wunderbare Idee!

Das Hotel selbst ist mit Abstand das Beste, das wir auf unserer ganzen Rundreise erlebt haben: Nachgebaut im Stil eines großen Fürstenpalastes mit wunderschönen Wandmalereien und eingerichtet mit Antiquitäten und Kunstreliquien, die der Besitzer selbst gesammelt hat. Ein paar Eindrücke haben wir ins Internet gestellt.

13. Tag: Shekhawati/Manesar

Auf der sehr langen Rückfahrt nach Delhi (heutiges Etappenziel 260 km, 7 Stunden, d. h. ein ganzer Tag Urlaub im Bus !) erfahren wir auf Nachfrage, dass mit Shekhawati nicht die Stadt nahe Bikaner gemeint ist, sondern die ganze hiesige Region.

Interessant ist, dass aus der Region viele Leute kommen, die später im Leben sehr erfolgreich geworden sind. So erfahren wir, dass über 60 % der Kaufleute in Bombay und rund 90 % der Kaufleute in Kalkutta aus der Region stammen. Am bekanntesten und reichsten ist die Familie Birla, welche die maßgeblichen Wirtschaftszweige Indiens beherrscht. Das sind die modernen Wirtschaftsdynastien.

„Entschädigt“ werden wir auf der Fahrt durch die Bilder auf den Straßen: Wir erleben eine Prozession zum Khatu-Shyam Tempel zu Beginn des Holi-Festes. Zum Frühlingsanfang im März erinnert das Fest an das Liebesspiel des Gottes Krishna, der einst ausgelassen seine Hirtinnen mit Farbe bespritzt haben soll. Das ist heute noch Brauch. Wer nicht mit Farbe bespritzt werden will, bleibt besser zu hause oder im Hotel.

Ich fotografiere den bunten Straßenzug. Die Wegstrecke für die Prozession ist 80 km lang und dauert (mit Pausen) rund drei Tage. Die Menschen tragen bunte Fahnen. Sie laufen fast alle barfuss !

Essen und Getränke gibt es am Wegrand in blumengeschmückten Zelten und Pavillons. Das Ganze ist kostenfrei für die Menschen und wird von den ansässigen Geschäftsleuten der Region gesponsert. Manche machen am Wegrand ein kurzes Schläfchen um sich für die nächsten Kilometer etwas auszuruhen. Schön, dass wir auch diese Zufallsbilder auf unserer Reise einfangen konnten.

14. Tag: Shekhawati/Manesar: prächtige Havelies

Zum Abschluss unserer Reise besuchen wir den wohl schönsten Ort  mit den am besten erhalten Havelies (prächtige Gutsherrenhöfe) in der Region Shekhawati. Da wir keine allzu hohe Erwartungshaltung hatten, sind wir von den alten Gemäuern mit den herrlichen Malereien aus Pflanzenfarben angenehm überrascht.

Zu Beginn der Kolonialzeit bereisten viele der reichen Gutsherren Europa. Das was sie dort an technischem Fortschritt gesehen haben (wie z.Bsp. die ersten Lokomotiven in England) und das Leben der damaligen Zeit sind in den Wandmalereien dargestellt.

Wir fragen, warum der Ort nicht zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, denn es ist ein Jammer zu sehen, wie das Mauerwerk zerfällt. Die Häuser sind alle noch im Privatbesitz – auch wenn die Eigentümer inzwischen als Geschäftsleute in Kalkutta, Bombay oder im Ausland leben. Einige Häuser sind noch bewohnt. Trotzdem dürfen wir in die großen prächtigen Zimmer treten, in denen die Gutsherren seinerzeit ihre Gäste empfingen.
In den Innenhöfen der Havelies ranken Blüten, stehen alte Kassettentüren aus schwerem Holz, die bestimmt ihre Liebhaber finden oder es „grast“ vor einem breiten Holzbett eine heilige Kuh. Das Ganze hat den Charme eines alten Museumsdorfes. Die Besichtigung lohnt auf jeden Fall.

Damit wären wir am Ende unserer Reise angekommen. Alles hat seine Zeit. Auf jeden Fall war die  Indienreise eine der facettenreichsten und eindrucksvollsten, die wir erleben durften. Wir haben neben China, Vietnam, Sri-Lanka, Mexiko, Südafrika und Ägypten bereits viele andere Länder bereist. Indien hat in mir den Wunsch geweckt, noch mehr von diesem Land, seiner Schönheit, aber auch seinen Gegensätzen zu entdecken. Die nächste Reise nach Süd-Indien ist schon geplant.

Ein herzlicher Dank geht an LE PASSAGE TO INDIA und Berge & Meer! Trotz des Streiks der Lufthansa, der bis zum 24.02.2010, um Null-Uhr dauern soll, fliegen wir pünktlich zurück.

Unter dem Datum 23.02.2010 geben wir von Deutschland aus einige Hinweise, die aus unserer Sicht hilfreich sein können, wenn man eine solche Reise von zu hause aus als „Indieneinsteiger“ plant.

Wir verabschieden uns als Ihre Chronisten und hoffen, unser persönlicher Bericht hat Ihnen einen kleinen Einblick verschafft.

Ihre Chronisten
Dr. Inis B. und Jörg B.

15. Tag: Heimflug - Die nächste Reise gern wieder mit Berge & Meer !

Nach acht Stunden Flug, fünf Stunden Zeitverschiebung und zwei Anschlussflügen ab München bis Berlin (wegen des Streiks der Lufthansa) sind wir gut in Berlin angekommen. Der Manager von „le passage to india“ war am Abend vor Abflug extra in unser Hotel in Delhi gekommen, um uns mitzuteilen, dass unsere Maschine die einzig mögliche nach Deutschland sein würde. Ich habe mich gefreut, seine Bekanntschaft zu machen und wurde eingeladen, eine der nächsten Indienreportagen zu machen, was ich gern tue.

Denn Berge & Meer ist mit seinem Projekt Help & Fly ein Reiseanbieter, der sich neben dem üblichen Tourismusgeschäft dem sozialen Engagement für Bildung in der dritten Welt verpflichtet. Mir hat die ganze Sache allein deswegen sehr viel Spaß gemacht. Trotz des Urlaubsstresses, der aufgrund der z. T. sehr unterschiedlichen Internetverbindungen nicht ausbleibt, habe ich mich gern auf dieses Projekt eingelassen. Es ist eben eine andere Art von Urlaub, die – wie ich hörte - gewiss nicht jedem zusagt. Mit dem Chronisten-Team von Berge & Meer waren wir nach anfänglichen Startschwierigkeiten immer up to date. Wenn ich heute die Gesamtreportage über unsere Indienreise im Internet lese, ist die nächste Reise innerlich schon fest geplant.

Nach unseren Erfahrungen mit Berge & Meer u.a. während unserer Chinareise 2007 bekommt man hier interessante, nicht alltägliche „Bildungs“-Reisen, die von Inhalt und Reiseverlauf denen anderer Studienreisen in Nichts nachstehen, zu einem konkurrenzlosen Preis-Leistungsverhältnis. Sehr ansprechend finde ich die gegenwärtig ausgeschriebenen Reisen nach Japan und Syrien/ Jordanien. Auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin werde ich mir weitere Anregungen holen und freue mich schon darauf, die Vertreter von la passage to india dort wieder zu treffen.

Tipps

Zum Schluss unserer Indienreise ein paar Tipps für die Planung Ihrer Reise zu Hause

Die Mitglieder unserer Reisegruppe haben verschiedene Erfahrungen gemacht, die für die Vorbereitung Ihrer Indienreise hilfreich sein können und die wir deshalb gern weitergeben möchten:

  • Es lohnt auf jeden Fall, nach dem langen Flug und der 8-tägigen Reise durch das „Goldene Dreieck“ die Verlängerung nach Rajasthan mitzubuchen. Die Eindrücke sind zwar bereits in der ersten Woche so vielfältig und unvergänglich, aber dann verpassen Sie die Schönheiten Rajasthans. Die bildhübschen Inderinnen mit den farben-prächtigen, wunderbar gold verzierten Saris und Nasenringen sowie jeden Tag einen  neuen Hochzeitsumzug auf den Straßen finden Sie nur hier. Die Maharaja - Paläste Jodphur und Udaipur vermitteln wirklich den Zauber von Reichtum, Liebe und Kunst, den man von einer Indienreise erträumt. Nicht umsonst gaben sie die Filmkulisse für weltbekannte Kinohits, wie „Octopussy“ und „Der Tiger von Eshnapur“.

  • Planen Sie genug Bargeld ein, um entspannt reisen zu können. Geldautomaten sind hier auch in den größeren Städten nicht an jeder Ecke vorhanden. Für den „täglichen Bedarf“  in den kleinen Raststätten kommt man mit bis zu 500 Rupien (rund 8 Euro) gut aus (Mittagsimbiss mit Getränken für zwei Personen). Ansonsten können Sie überall bequem mit Kreditkarte zahlen.

  • Falls Sie als Kunstliebhaber an Marmorintarsien, Skulpturen oder klassischer indischer Miniaturmalerei interessiert sind, finden Sie echte Stücke in der Marmorschleiferei in Agra bzw. in der Malschule in Udaipur. Die renommierte Malschule ist nicht im Programm; ein Besuch wird nur für wirklich Kunstinteressierte angeboten.

  • In Jodphur können Sie Designerstoffe aus Seide und paschminas aus Kaschmir kaufen. Sie werden für internationale Modelabels wie Armani, Hermes u. a. hergestellt. Die Preise vor Ort sind ohne horrende Handelsspanne und deshalb kein Vergleich zu denen, die Sie in Europa zahlen würden. Sie reichen von 40 bis 180 €.

  • Erwarten Sie vom Frühstücks- und Abendbuffet insbesondere in den ländlicheren Gegenden (Nimaj, Ranakpur) nicht zuviel. Opulente Buffets mit Arrangements von internationalen Spezialitäten und Früchten finden Sie hier nicht. Dafür ist die einheimische Kost sehr bekömmlich und entschlackt.

  • In fast jedem Hotel gibt es einen kleinen Wellnessbereich mit Swimmingpool. Ich habe mir drei Ayurveda-Massagen gegönnt und so den Tag auf genussvolle Weise ausklingen lassen (Preise von 25 bis max. 30 € für 60 min Ganzkörpermassage).

Indien - Rundreise ans Goldene Dreieck

Reiseverlauf
1. Tag - Anreise: Linienflug nach Delhi.

2. Tag - Delhi - Agra (ca. 200 km): Ankunft in Delhi kurz nach Mitternacht. Empfang und Begrüßung durch Ihre deutschsprachige Reiseleitung und Transfer zum Hotel. Die Zimmer sind bereits für diese Nacht vorreserviert. Nach dem Frühstück gewinnen Sie erste Eindrücke während einer Stadtrundfahrt durch Delhi. Sie sehen das Rote Fort (von außen), die Gedenkstätte Mahatma Gandhis, die größte Moschee Indiens – Jama Masjid - und das India Gate. Zudem Besichtigung des Quatab Minaretts und des zum UNESCO Weltkulturerbe gehörenden Grabes des Humayun, ein prächtiger quadratischer Sandsteinbau mit einer Doppelkuppel aus Marmor. Am Nachmittag Weiterfahrt nach Agra, der Residenz früherer Mogulkaiser.

3. Tag - Agra: Am Vormittag besuchen Sie das legendäre Grabmal Taj Mahal, das 1560 vom Mogulkaiser Shah Jahan zur Erinnerung an seine Gemahlin Mumtaz Mahal errichtet wurde. Ein Pferdewagen (Tonga) bringt Sie zum Eingang. Die in weißem Marmor eingebetteten Halbedelsteine des Mausoleums fangen das Licht des Mondes in der Nacht und die Strahlen der Sonne am Tag ein und lassen es wie ein funkelndes Juwel erstrahlen. Das Rote Fort in Agra ist mit seinen majestätischen Toren, prachtvollen Türmen und Bastionen eine der größten Befestigungsanlagen der Welt. 20 m hohe Doppelmauern werfen ihre schützenden Schatten und lassen die Machtstellung des 3. Mughal Eroberers erahnen.

4. Tag - Agra - Fatehpur Sikri - Bharatpur (ca. 60 km): Auf dem Weg nach Bharatpur Zwischenstopp in Fatehpur Sikri, der sandsteinroten Stadt mit weißen Marmorpalästen in der Hochebene westlich von Agra. Anschließend Weiterfahrt nach Bharatpur. Am Abend findet eine Geländewagensafari zu den nahe gelegenen Dörfern statt, bei der Sie die Farmer bei der Arbeit beobachten können und während eines Tees in einem indischen Haus nähere Informationen über das Leben der Dorfbewohner erfragen können.

5. Tag - Bharatpur - Jaipur (ca. 190 km): Tagesziel ist Jaipur, die Pink City und Hauptstadt Rajasthans, die bekannt ist für ihr Kunsthandwerk und insbesondere für ihre bunt lackierten Armreifen aus Emaille.

6. Tag - Jaipur: Fahrt mit dem Geländewagen zum Amber Fort, zwischendurch erfolgt ein Fotostopp am Palast der Winde. Im Innern des klassisch romantischen Forts bestaunen Sie gemalte Szenen en miniature – z.B. von Festen, Kriegen und der Jagd sowie viele kleine Spiegel an Wänden und der Decke der Siegeshalle (Jag Mandir). Am Nachmittag sehen Sie die Stadt, den Stadtpalast des Maharadschas, das Waffenmuseum und die ehemalige Königsresidenz, die fast ein Siebtel der Fläche Jaipurs einnimmt! Besuch des Observatoriums (Jantar Mantar) - aus Stein und Marmor erbaut, ist es eins der größten der Welt. Zum Abschluss des Tages Fahrrad-Rikschafahrt über den farbenprächtigen Basar von Jaipur.

7. Tag - Jaipur – Delhi/Manesar (ca. 260 km): Vormittag zur freien Verfügung. Am Nachmittag Rückfahrt Richtung Delhi/Manesar und Check – in im Hotel.

8. Tag - Abreise: Transfer zum Flughafen, Rückflug mit Zwischenstopp nach Deutschland und Ankunft am gleichen Tag.

Hallo, ich bin Ihr Reiseleiter!

Hallo!

Mein Name ist Vivek Vashistha. Ich werde Sie auf Ihrer  Rundreise durch Indien begleiten!

Ich freue mich schon sehr auf Sie!

Ihr Vivek Vashistha