Januar 2011

Entdecken Sie die geheimnisvolle Magie zwischen Orient und Okzident. Imposante Bauwerke zeugen noch heute vom einstigen Reichtum dieser Region. Lassen Sie sich vom Charme Usbekistans und der Mischung aus europäischer und orientalischer Kultur verzaubern.

Ihr Chronist

Mein Name ist Norbert,

ich bin 60 Jahre und wohne in Niederbayern - und als Bayer natürlich an Kultur und Kunst interessiert.

Usbekistan war schon lange ein Wunsch von mir, ich möchte die geschichtsträchtige Seidenstraße erleben und die herrlichen Gebäude, die ich bisher nur von Fotos kenne, selber sehen. Ich freue mich auf Land und Leute und möchte allen, denen es so geht wie mir, meine Erfahrungen und Eindrücke vermitteln.

Also dann bis Freitag.

Herzliche Grüße

Norbert

1. - 2. Tag: Ankunft in Usbekistan - Taschkent - Samarkand

Hallo liebe Leser, zuerst ein herzliches „Grüss Gott“ und auf eine schöne Woche, von der wir (das sind Sie und wir hier vor Ort) ja alle was haben sollen. Ich finde es ganz schön, wenn man so direkte Nachrichten von unbeeinflussten Teilnehmern erhält. Da kann man sich zumindest sicher sein, dass nichts geschönt wird oder anderen Einflüssen ausgesetzt ist.

Zuerst die gute Nachricht wir sind unversehrt in Taschkent angekommen.

Aber, wie man schon merkt, es ging nicht alles glatt. Zuerst hatte das Flugzeug eine Stunde Verspätung, das lag wohl auch daran, dass die Tragflächen vereist waren und wir wurden zuerst freigesprüht. Der Flug selber verlief angenehm, der Service war hervorragend, wir wurden rundum bedient und landeten gegen 7 Uhr Ortszeit in Taschkent. Die 4 Stunden Zeitverschiebung machten sich aber bei allen bemerkbar.

Die geplante Weiterfahrt mit dem Zug geriet jäh ins Stocken – ein Koffer fehlte – davon aber später.

Wir erreichten den vorgesehenen Zug noch rechtzeitig und los ging die Reise von Taschkent nach Samarkand.

Unser absolut netter Reiseleiter, er heißt Azamat Azizof, hatte uns schon am Flughafen empfangen und verwandelte sich nun in einen Service-Mann – er teilte Lunchpakete aus, für die Gesundheit gab es Bananen und wir bekamen auch noch frischen Kaffee.

Nach dem wir Taschkent hinter uns gelassen hatten (eine Riesenstadt) führte uns der Weg durch die Hungersteppe, die hieß von 100 Jahren so, weil dort nichts gewachsen ist – aber die Gegend ist auch heute noch eine Hungersteppe für´s Auge – alles beige in beige. Sowohl Gegend als auch Häuser haben die gleiche eintönige Farbe. Wenn nicht ab und zu eine farbenprächtig gekleidete Usbekin auftauchen würde, wär´s ganz schön trostlos. Auffällig waren die vielen Rinder und Schafe in kleinen Herden, meistens von Kindern bewacht. Mir ist ein Rätsel, was die noch zum Fressen fanden. Und was noch auffälliger war – die ganzen 4 Stunden Fahrzeit haben wir keine einzig Moschee gesehen – war schon sehr merkwürdig.

Die usbekische Eisenbahn ist personell ganz anders ausgestattet wie die Bundesbahn. Die haben bestimmt 10 Mal soviel Leute beschäftigt wie unsere DB.

Am Ende unserer Zugfahrt stellte sich dann auch noch heraus, dass der besagte Koffer in München rumsteht – da kann sich jeder mal in die Lage versetzen, was er in diesem Falle machen würde – aber jetzt kommt unser Reiseleiter zum Einsatz. Nicht nur, dass er eine Unmenge von Telefonaten geführt hat – er geht auch noch mit der Geschädigten zum Einkaufen, damit erst gar keine Sprachprobleme auftauchen.

Unser Hotel ist super, das Personal freundlich und total hilfsbereit. Ansonsten haben wir noch nicht viel mit bekommen, weil am Nachmittag die erste Besichtigung von Samarkand anstand.

Unser Busfahrer ... brachte uns auch gleich zum Gur Emir (Grab des Gebieters), in dem sich Tamerlands (auch Timur genannt) Grab befindet. Die Anlage ist sowohl von außen als auch von innen beeindruckend. Die Anlage ist toll renoviert, schaut richtig original aus, den alten Zustand hat man an einigen Stellen zum Vergleich im alten Zustand belassen. Interessant und in keinem Reiseführer vermerkt: Die oberen Dekorationen so ab 3 Meter wurden aus einer Papiermasse hergestellt, dass dann vergoldet wurde. Nebenbei war die Temperatur so um die Null Grad und ein Schneeregen setzte ein.

Da war die Rückkehr in unseren Bus eine Wohltat. Aber der nächste „kalte Höhepunkt“ folgte schnell.

Der Registan – und – Überraschung pur: wir mussten keine Eintritt und keine Fotogebühren bezahlen. Der Registan sind drei ehemalige Koranschulen, die sehr aufwändig renoviert wurden. Die glasierten Ziegel leiden sehr unter der Witterung, wie wir selber leicht feststellen konnten – auch wir zerbröselten langsam angesichts der herrschenden Temperaturen. Man kommt sich ganz schön klein vor, wenn man vor diesen riesigen Bauten steht. Aber lassen Sie einfach mal die Bilder wirken.

Leid haben mir die vielen Händler getan, die ihre Geschäfte in den ehemaligen Zimmern der Koranschüler eingerichtet haben – es waren fast keine Touristen da (natürlich gut für uns) und die waren (auch wir) nicht in Kauflaune. In einer dieser Koranschulen befindet sich eine goldene Moschee, daneben ein kleines Museum mit Fotos, wie die ganze Anlage vor ungefähr 100 Jahren ausgesehen hat – stark verfallen und total heruntergekommen.

Was auch ganz lustig ist: Für die Usbeken sind wir Exoten aus dem Westen (wie umgekehrt auch) – und die fragen dann, ob sie uns fotografieren dürfen, am besten mit ihnen selber unter unsere Gruppe.

Beeindruckt von so viel Kultur kehrten wir ins Hotel zurück – die meisten gingen wohl bald ins Bett, da eine durchgemachte Nacht seine Spuren hinterlässt.

3. Tag: Samarkand - Grabmal, Markt, Sternwarte, Moschee, Familie

Ein kräftiges Frühstück – mit einigen unbekannten einheimischen Köstlichkeiten – eröffneten den heutigen „Kulturtag“.

Aus der Gegenwart kehrten wir ins Jahr 1404 zurück und standen vor der Bibi-Chanim-Moschee. Die größte Moschee in Zentralasien. Erbaut von Timur, den wir ja schon kennen als Volkshelden in Usbekistan. Die Moschee war nach einem Erdbeben zerstört, wurde aber 1974 von der Sowjetunion vorbildlich wieder aufgebaut. Wie an allen anderen Bauten nagt der Zahn der Zeit an den Ziegeln und den wunderschönen Glasuren. Es ist beeindruckend, welche Dimensionen dieses Gebäude hat. Es sollte zeigen, welche Macht der Herrscher hat. Im Innenhof konnte man dann nochmal feststellen, dass Ziegel ohne Oberflächenbehandlung nicht sehr langlebig sind. Dies war auch schon zur Zeit des Originales so, da nach einigen Jahren die ersten Stuckteile nach unten stürzten und sogar Todesfälle verursachten.

Direkt neben der Moschee befindet sich ein Basar. Dieser ist – im Gegensatz zu vielen anderen Bazaren im Orient – überhaupt nicht auf Touristen ausgerichtet. Hier halten sich nur Einheimische auf, wir waren die Exoten. Man kann sich leicht nach dem Ausflug in die Vergangenheit vorstellen, wie vor 700 Jahren das Leben und der Handel in gleichen Formen ablief wie heute noch in unserer Gegenwart. Die vielen Gewürze, der Laden mit Fleisch, die Gemüsegeschäfte – alles ohne EU-Normen und Verpackungen. Was andere Leute wohl als unangenehmes Drücken und Schieben empfinden, ist hier Alltag und hat uns allen gezeigt, wie es früher auch auf unseren Märkten ausgesehen hat. Supermärkte und standardisierte Waren sind hier – noch – unbekannt. Aber man sieht schon die ersten Veränderungen: Handy-Läden, Bonbons, verpackte Süßigkeiten, Schokoriegel und und und – lauter Errungenschaften unserer Zivilisation. Aufgefallen sind bettelnde Zigeunerkinder, die nur schwer abzuschütteln waren.

Nachdem wir ausreichend Zeit hatten, um uns im Basar richtig umzusehen fuhren wir zu den Verstorbenen – die Nekropole Shohizinda. Ein äußerst bemerkenswerter Ort, der in unserem Programm eigentlich nicht vorgesehen war, den wir aber mit Hilfe unseres Reiseleiters besuchen konnten. Es ist eine Totenstadt mit beeindruckenden Grabmalen, deren Höhepunkt das Grab von Qussam ibn Abbos ist. Dieser war der Cousin von Mohammed und damit eine bedeutende Pilgerstätte – was man auch am Reichtum der Grabmale erkennen kann. Die ganze Anlage stammt aus dem 11. Jahrhundert, wurde im 13. Jahrhundert von Dschingis Chan völlig zerstört und wurde im 14./15. Jahrhundert wieder aufgebaut. Sie besteht aus 17 Gebäudekomplexen. Interessant ist, dass hier auch viele Frauen ein Grabmal erhielten.

Aus der Vergangenheit in die Zukunft führte uns der anschließende Besuch im Observatorium des Ulug´beks. Es stammt aus dem Jahre 1428 und war dann bis 1908 unbekannt. Der russische Archäologe Vjatkin fand die Sternwarte wieder und rekonstruierte sie. Ein neues in alten Stil errichtetes Museum stellt eindrucksvoll die ganze Anlage vor. Die Astronomen vor 600 Jahren konnten viele Berechungen über Himmelskörper durchführen, die noch heute gültig sind.

Die anschließenden Stunden waren zur freien Verfügung bis wir bei einer einheimischen Familie das Nationalgericht Plov zubereiten konnten bzw. dieses beobachten. In einem für unsere Verhältnisse riesigen Wohnzimmer (es war ein Wohnhaus vergleichbar mit einen Einfamilienhaus bei uns – Eltern und drei Kinder) war schon eingedeckt. In Usbekistan haben alle Häuser solch ein großes Wohnzimmer, damit bei den zahlreichen Festivitäten der großen Familien auch alle Platz haben. Es gab Vorspeisen, hier wird viel Joghurt gegessen, die Küche ähnelt der in der Türkei (die Usbeken und die Türken sind nah verwandt). Zuvor – es sollte ja authentisch sein – erzählte unser Reiseleiter einige Trinksprüche und dann, nach 1,5 Stunden kam das Plov auf den Tisch. Es ist so etwas ähnliches wie unser Reisfleisch, nur mit anderen Gewürzen und ohne Schweinefleisch. Nach dem Nachtisch und einem Gläschen Wein ging´s wieder zurück in unser Hotel.

Ich kann jetzt schon sagen, dass die Usbeken, besonders die Jugendlichen, sehr freundlich und auf Besucher aus dem Westen ganz neugierig sind. Zuerst halten sie einen manchmal für Russen – aber ein kleiner Sprachtest klärt alles. Wir Deutsche haben in diesem Land einen Bonus – die Usbeken meinen, in Deutschland wäre alles so gut wie unsere Autos und Maschinen – und bewundern uns deshalb.

Morgen geht´s nach Buchara – 265 km in einem sehr komfortablen Bus, da jeder mehr als 2 Sitzplätze zur Verfügung hat und damit für alle Fensterplätze garantiert sind.

Bis Morgen
Norbert

4. - 5. Tag: Buchara (Altstadt)

Unser Hotel ist sehr gut, inzwischen sind auch die kleinen Probleme gelöst, jeder hat warmes Wasser und das Frühstück war ausgezeichnet. Wir trafen auf eine Gruppe Japaner, die hatten wir schon gestern gesehen. Dank der Nebensaison gab es kein Gedränge am Buffet.

Und los ging´s – die Scheiben der Autos waren mit Reif bedeckt, Mütze und Handschuhe sind obligatorisch – aber blauer Himmel. Erster Besichtigungspunkt ist der Labi Hauz. Ein – bei wärmerer Witterung – belebter Platz. Heute sehr übersichtlich. Die Devon-Begi-Medrese ist noch geschlossen und daher nur von außen zu besichtigen. Symbole zeigen die Macht des Herrschers. Der Platz hat ein schönes Wasserbecken mit dem Denkmal von Hodscha Nasredin, der Till Eulenspiegel des Orients.

Gegenüber steht die Chanka Devon Begi, die heute ein Souveniergeschäft ist. Die Moschee Magoki Attori, ein sehr altes Bauwerk aus dem 10. Jahrhundert, ist ganz in der Nähe. Sie war verschüttet und wurde erst im 20. Jahrhundert wieder entdeckt. Daher sind auch die unteren Teile im Original erhalten.

Im Gewölbe der Hutmacher bauten die Händler gerade ihre Stände auf. Um diese Zeit ist jeder Tourist für´s Geschäft wichtig – und wir wurden gleich belagert. Durch den Basar der Juweliere gelangten wir zu den Medresen Ulug`bek und Abdulasiz-Chan. Letztere hat ein herrlich gestaltetes Eingangsportal, das in leuchtenden Farben bemalt ist.

Wegen der Temperatur (- 3 Grad) gingen wir in eine Teestube. Dort gab´s Tee und Kaffee mit Gebäck zur flatrate – jeder konnte soviel trinken wie er wollte. Durch den Basar der Juweliere ging es zurück und weiter zur Miri-Arab-Medrese. Diese ist wieder in Betrieb und darf nicht besichtigt werden, da sich die Koranschüler sonst gestört fühlen.

Gegenüber befindet sich die Moschee Kalon. Hier sind die Galerien (ähnlich unseren Kreuzgängen in den Kirchen) weitgehend erhalten. Es ist die zweitgrößte in Mittelasien und bietet Platz für 10.000 Gläubige. Das daneben liegende Minarett Kalon ist ziemlich hoch, 46 Meter, und hatte in früheren Zeiten auch die Aufgabe eines Leuchtturmes für die Karavanen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden zum Tode Verurteilte vom obersten Stockwerk hinab geworfen.

Es war inzwischen gegen Mittag geworden, wir hatten den Nachmittag zur freien Verfügung. Die meisten besorgten sich Verpflegung und Getränke für die morgige lange Fahrt und schauten sich die schön renovierte und komplett erhaltene Stadt nochmal an.

Bis Morgen (eine lange Busfahrt ist angesagt)
Norbert

6. Tag: Buchara - Chiwa (Wüste pur)

Nach der vielen Kultur gestern steht heute Wüste an. Zuerst ging es noch an ein Kleinod in Buchara, die Moschee Chor Minor. Sie hat, eine Besonderheit, 4 Minarette und wurde 1807 erbaut. Dann fuhren wir durch die Vororte von Buchara bis wir in der Halbwüste ankamen. Hier sind noch relativ viele Pflanzen, die Landschaft wirkt gar nicht wie eine Wüste.

Zum Thema Straße: Wir regen uns über jedes Schlagloch auf – die Leute, die am lautesten schreien, sollten mal hier mit dem Auto fahren. Unser Bus – der Fahrer ist echt Klasse – versuchte zwar durch Slalomfahren die meisten Löcher zu umgehen – meist gelang es aber nicht oder er hatte nur die größeren vermieden. Der Bus vibrierte und eine Unterhaltung oder Lesen war nicht möglich. Natürlich ist auch Schlafen nur für Profis drin.

Blieb die Landschaft. Zunehmend wurde es wüstenhafter und – für mich ungewohnt – verschneiter. Sieht schon komisch aus, Sand und Schnee in Kombination. Die Straße forderte zwischendrin Opfer, das Gaspedal unseres Busses funktionierte nicht mehr so richtig und wir machten einen kleinen Zwischenstopp. Die Gelegenheit, ein wenig in der Wüste spazieren zu gehen, wurde von allen genutzt. Man möchte nicht glauben, wie viel Leben auch zu dieser Jahreszeit vorhanden ist. Überall Spuren von Tieren.

Nachdem der Bus wieder einigermaßen funktionierte, passierten wir im weiteren Verlauf eine Ansiedelung von Prospektoren, die nach Erdgas und Erdöl suchen und zum Teil auch schon fördern. Neue Trassen für Gasrohre begleiteten uns einige Kilometer. Ein Zwischenstopp am Amudarja zeigte die Größe dieses Flusses – zumindest in gefrorenem Zustand. Es war ziemlich kalt.

Dann trafen wir auf eine Eisenbahnlinie und überquerten eine Brücke, die für beide Verkehrsmittel (Zug und Straße) auf der gleichen Spur gebaut wurde. Wir fuhren also kurzzeitig auf den Bahngleisen (oder umgekehrt). Ein Bewässerungskanal für Chiwa begleitete uns über einige Kilometer. Ohne die Bewässerung wäre hier alles Wüste, wie in früheren Jahren.

Am Hotel angekommen trafen wir wieder auf die japanische Reisegruppe. Übrigens - der Koffer ist wieder da, und die Besitzerin strahlt. Leider klappt es seit einigen Tagen nicht mit dem Internet-Anschluss – aber es ist ja eine Abenteuerreise und kein AI-Urlaub.

Bis bald Norbert

8. Tag: Taschkent & Abschied

Von Chiwa aus ging es mit dem Flugzeug nach Taschkent. Zuerst hatten wir am Flughafen angenommen, wir würden ziemlich alleine im Flieger sitzen, aber er füllte sich bis auf den letzten Platz mit Einheimischen. Die sind alle ziemlich gleich gekleidet, nur Männer und fast alle mit schwarzer Pelzmütze.

Am Flughafen darf man nicht fotografieren, das kann ziemlichen Ärger geben, denn überall sind Polizisten – vielleicht eine Reaktion auf das Attentat in Moskau.

Nach einer Stunde waren wir in Taschkent, die Temperatur war angenehm, so um die 10 Grad (diesmal +) und Sonnenschein. Erstmals konnten wir die herrliche Umgebung sehen, Taschkent ist von Bergen eingerahmt, die schneebedeckt sind.

Nachdem wir Quartier im Hotel genommen hatten, ging´s die Besichtigungstour los.

Das Museum für angewandte Kunst bestach durch seine Teppiche und Bekleidungsstücke, Schmuck, alte Korane und die gesamte Einrichtung. Es war das Wohnhaus eines russischen Offiziers, das sehr schön renoviert wurde.

Die Altstadt von Taschkent wurde 1966 durch ein Erdbeben weitgehend zerstört. Die Bauwerke, die Heute vorhanden sind, wurden alle nach diesem Zeitpunkt errichtet. Der Medrese Barak chan sieht man nicht an, dass sie relativ neu ist – sie wirkt wie 300 Jahre alt – wirklich toll restauriert. Gleiches trifft für alle anderen Sakralbauten im Zentrum zu.

Nach der Unabhängigkeit wurden moderne Bauten errichtet, sieht alles aus wie bei uns, viel Glas und Beton.

Unser Reiseleiter führte uns in Richtung Basar, vorbei an Denkmälern und der Medrese Kukeldash. Wir konnten auch eine Medrese besichtigen, die voll in Betrieb ist – die Schüler dort erkennt man an den Kopfbedeckungen, die alle tragen müssen.

Der Basar ist eine Geschichte für sich. Ich habe noch nie einen Basar mit solchen Dimensionen gesehen. Eine überwältigende Vielfalt und ein Warenangebot mit vielen bunten Marktständen rundete das Bild ab. Hier gibt es auch Dinge, die wir bei uns gar nicht kennen, zum Beispiel Baumwollhonig und Baumwollöl.

Jeder hatte ausreichend Zeit, diesen Basar auf sich wirken . Mit der U-Bahn (auch Fotografierverbot) ging es von der Kosmonautenstation zurück in unser Hotel.

Jeder hatte nun Zeit, seine Sachen zusammen zu packen, denn um 4 Uhr ist Wecken. Ich bin noch ein wenig in die Stadt gegangen, wir haben einen netten „Biergarten“ gefunden, es war in der Sonne angenehm warm und wir ließen einen erlebnisreichen Urlaub ausklingen.

Am Abend fuhren wir mit dem Bus in ein Restaurant, dein tolles Abschiedsessen wurde vom Veranstalter angeboten – und alle waren ein wenig traurig, dass die Zeit so schnell vergangen ist.

Der Flug nach München war angenehm, wir wurden von der Lufthansa wie immer verwöhnt und landeten sicher – allerdings bei bedecktem Himmel und – 7 Grad – da war´s in Usbekistan schon angenehmer.

Wenn jemand Lust hat auf eine wenig Abenteuer, das aber trotzdem nicht in Stress ausartet – hier ist er richtig. Die Leute sind durchgehend freundlich, die Kinder höflich – und unser Reiseveranstalter/Reiseleiter hat alles getan, um uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Euer Norbert

Ihr Reiseleiter

Hallo, ich bin Ihr Reiseleiter Azamat Azizov und es freut mich, Sie während der Rundreise durch mein Land als Reiseleiter begleiten zu dürfen.

Ich habe Germanistik an der Hochschule für Fremdsprachen studiert und danach  meine Reiseleiterausbildung erfolgreich mit einem Zertifikat des Usbektourism (Ministerium für Tourismus) abgeschlossen. Zusätzlich nehme ich an jährlichen Fortbildungsseminaren teil.

Seit  4 Jahren arbeite ich als Reiseleitung in Usbekistan.

Ihr Reiseverlauf

Imposante Bauwerke in den Städten des “Goldenen Rings“ Samarkand, Buchara und Chiwa, zeugen noch heute vom einstigen Reichtum dieses Landes und der Macht dieser Region. Lassen Sie sich vom Charme Usbekistans und der interessanten Mischung europäischer, orientalischer und asiatischer Einflüsse verzaubern. Seit 2.000 Jahren verbindet die Große Seidenstraße Orient und Okzident. Endlose Karawanen zogen mit Ihren Gütern über 12.000 km von China nach Venedig. Entdecken Sie die geheimnisvolle Magie der alten Seidenstraße. Auch die bunte Bevölkerung mit Ihrem Gemisch aus Europa, Orient und Asien trägt zu einem erlebnisreichen Aufenthalt bei dieser Rundreise bei.

1. Tag - Anreise
Linienflug nach Taschkent.

2. Tag - Taschkent - Samarkand
Ankunft in Taschkent und Empfang durch Ihre deutschsprachige Reiseleitung. Transfer zum Bahnhof und Zugfahrt in die mehr als 3.000 Jahre alte Stadt Samarkand, die Perle der Seidenstraße (Frühstück im Zug). Nach Ankunft Transfer zum Hotel. Am Nachmittag Besichtigung des Shah-i-Sinde und des Gur Emir Mausoleums, Meisterwerke islamischer Architektur aus dem 14./15. Jh. sowie des Observatoriums des Ulugbeg mit dem größten Sextant des Orients.

3. Tag - Samarkand
Die Geburtsstätte der Märchen aus 1.001 Nacht war unter Amir Temur Hauptstadt des Landes. Eine Vielzahl berühmter Bauwerke zeugt von einer reichen Geschichte. Sie besuchen die Ruinen der Großen Bibi Chanim Moschee, die am Anfang des 15. Jh. errichtet wurde und zu einem der größten Bauwerke der islamischen Welt zählte sowie den angrenzenden farbenfrohen Basar, der Einkaufsmöglichkeiten für jeden Geschmack bietet. Anschließend sehen Sie das bekannteste Wahrzeichen Usbekistans, den Registan Platz mit seinen drei Medressen. Der Rest des Tages steht Ihnen zur freien Verfügung. Am Abend Plov kochen (usbekisches Nationalgericht) bei einer usbekischen Familie.

4. Tag - Samarkand - Buchara (ca. 265 km)
Nach dem Frühstück Fahrt in die Oasenstadt Buchara. Unterwegs Stopp an der Karawanserei Rabat-e Malik. Nach Ankunft besuchen Sie die Zitadelle Ark, die ehemalige Residenz der Bucharamonarchen. Mit Ihrem Fundament aus dem 3. Jh. v. Chr. ist sie die älteste Sehenswürdigkeit Bucharas. Lassen Sie den Zauber und die Geister alter Zeiten auf sich wirken, die noch heute in den engen Gassen der Altstadt zu spüren sind. Sie besichtigen das außerhalb der Altstadt gelegene Samaniden Mausoleum aus der Regierungszeit von Ismail Samani.

5. Tag - Buchara
Während der Stadtbesichtung besuchen Sie den Labi-Hauz Komplex, die Marktkuppelbauten mit den Basaren Togi-Zargaron, Togi-Tilpak Furuschon und Togi-Sarrafon sowie den Poi-Kaljan Komplex. Ebenso besichtigen Sie eine der ältesten Moscheen in Buchara, die Medresse Ulugbek und die Medresse Abdulazizchan. Der Nachmittag steht Ihnen für eigene Erkundungen zur Verfügung.

6. Tag - Buchara - Chiwa (ca. 450 km)
Endlich steht das Abenteuer Wüste an. Wie einst die berühmten Karawanen reisen Sie, allerdings bequem im klimatisierten Bus, auf der Seidenstraße. Die Tour führt Sie durch die Wüste Kizilkum und streckenweise entlang des berühmten Flusses Amudarja (Fotostopp) nach Chiwa.

7. Tag - Chiwa
Die Altstadt Chiwas, Ichan-Kala ist von einer nahezu vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben. Mit ihren Lehmstraßen und noch heute zum Straßenbild gehörenden Arbas, zweirädrigen Eselskarren, vermitteln Ihnen eine Vorstellung über die unveränderte Lebensweise seit dem Mittelalter. Sie besuchen die Kunya Ark Festung, einst Residenz des Chans von Chiwa, und die Juma Moschee – 213 mit kunstvollen Schnitzereien verzierte Säulen tragen die Holzbalkendecke der Halle. Auf Ihrem Programm stehen weiterhin das Pahlavon Mohammed Mausoleum, das Islam Khoja Minarett und der Tash Hauli Palast.

8. Tag - Chiwa - Urgench - Taschkent
Transfer zum Flughafen Urgench, Flug nach Taschkent und Hoteltransfer. In der modernen Hauptstadt besuchen Sie die Medresse Barak-Khan mit der Bibliothek sowie die Medresse Kukeldasch. Im Museum für angewandte Kunst sehen Sie 7.000 Exponate traditioneller Volkskunst aus der ersten Hälfte des 19. Jh. bis zu unserer Zeit. Sie unternehmen eine Fahrt mit der Metro und haben ein gemeinsames Abschiedsabendessen in einem lokalen Restaurant.

9. Tag - Abreise
Am frühen Morgen Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland. Ankunft am gleichen Tag.