April 2013

Unsere Mitarbeiterin Ramona ist für 7 Tage in Südafrika unterwegs und wird für Sie von den schönsten Orten Ihrer Reise berichten. Freuen Sie sich auf Impressionen aus Kapstadt, der Weinregion, von der Garden Route und aus dem privaten Reservat Kariega.

1. Tag: Kapstadt

Nach zehnstündigem Nachtflug erreichten wir heute Morgen um viertel vor sieben mehr oder weniger ausgeschlafen bei strahlendem Sonnenschein Johannesburg. Von dort aus flogen wir weiter nach Kapstadt, wo wir gegen viertel nach zwölf eintrafen - leider allerdings bei dichtem Nebel.

Nach einem kleinen Sektempfang im Capetonian Hotel hatten wir sportliche 30 Minuten Zeit, uns für die Stadtrundfahrt frisch zu machen. Die bekannte Long Street entlang fuhren wir zunächst auf den Signal Hill hinauf, in der Hoffnung, trotz des Nebels von dort aus einen Blick auf den Tafelberg werfen zu können, was uns jedoch nicht gegönnt war. Den Tafelberg konnten wir im dichten Nebel allenfalls erahnen.

Erst gestern hat unsere Reiseleiterin Eva bei sommerlichen Temperaturen um die 24 Grad eine Berge & Meer Gruppe auf die MSC Sinfonia verabschiedet und heute erwartet uns unerbittlich und grau der südafrikanische Winter, regnerisch und kühl.

Unseren ersten Fotostopp verschoben wir demnach auf das Malaiische Viertel, wo wir bei einem kleinen Rundgang die bunten, farbenfrohen Häuser fotografierten, deren Farben im tristen Grau umso fröhlicher zur Geltung kamen.

Es folgte ein Besuch der Company Gardens, den wir aufgrund des einsetzenden Regens verhältnismäßig schnell absolvierten. Den nächsten Stopp legten wir an der Waterfront ein, wo wir ca. eine Stunde Zeit beim gemütlichen Bummeln und einem gemeinsamen Kaffee verbrachten. Doch auch von hier aus war der Tafelberg nicht zu sehen.

Zum Abendessen besuchten wir das Drehrestaurant im 21. Stock des Ritz-Hotels und genossen ein fabelhaftes Menü bestehend aus einer Kürbiscremesuppe, gefolgt vom Hauptgang aus Springbock-Filet in Pfeffersoße mit Gemüse und Kartoffelgratin, abschließend mit einem Eisdessert mit Amarula-Soße. Dazu probierten wir uns durch die südafrikanische Weinkarte.

Auch, wenn das Wetter heute nicht mitgespielt hat, ist die Stimmung in unserer kleinen, harmonischen Gruppe bestens und wir ließen den anstrengenden Tag bei einem Absacker in der Marimba-Bar gegenüber unseres Hotels in geselliger Runde Revue passieren.

Der Insider des Tages – „Halb acht – schon so spät? Ja, es ist Winterzeit!“ war der „Running-Gag“ eines fröhlichen Abends mit einer tollen, bunt gemischten Gruppe, der der Regen absolut nichts anhaben kann.

Müde und zufrieden sinken wir jetzt in die Federn und hoffen darauf, dass die Wetterlage sich bis morgen entgegen der Vorhersage vielleicht noch ändert, so dass wir Kapstadts Wahrzeichen, den Tafelberg, doch noch zu Gesicht bekommen. Auch das morgige Programm ist straff durchorganisiert: Unser Weckruf erfolgt um halb sieben, Abfahrt Richtung Kap der Guten Hoffnung ist Punkt acht Uhr.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine erholsame, wenn auch kurze Nachtruhe.

Viele Grüße in die Heimat,
Ramona

2. Tag: Kapstadt

Ausgeschlafen wäre übertrieben, dennoch zumindest gut ausgeruht nach unserer ersten Übernachtung in Kapstadt nahmen wir heute Morgen unser erstes südafrikanisches Frühstück ein.

Um 8 Uhr fuhren wir los in Richtung Kap der Guten Hoffnung. Die Hoffnung auf gutes Wetter löste sich allerdings schnell in Luft auf. Die Wettervorhersage hielt, was sie versprach: Regen. Dennoch hätte das Timing nicht besser sein können. Es regnete in Strömen, bis wir den Parkplatz am Cape Point erreichten. Pünktlich zu unserem Stopp setzte der Regen aus, so dass wir tatsächlich den Fußweg bis zum alten Leuchtturm hinauf trockenen Fußes schafften und sogar einen Regenbogen beobachten konnten.

Zurück gönnten wir uns dann die Abfahrt mit der Bahn. Und kaum saßen wir wieder im Bus, setzte der Regen erneut ein. Am Kap der Guten Hoffnung stoppten wir deshalb nur für das obligatorische Foto des legendären „Cape of Good Hope“-Schildes, welches in keinem Fotoalbum fehlen darf.

Das Mittagessen nahmen wir auf dem Weingut Neethlingshof ein - selbstverständlich begleitet von den passenden Weinen und diversen südafrikanischen Gerichten. Bevor wir zum Hightlight des Tages gelangten - der Wein- und Schokoladenverkostung im Weingut Waterford Estate in Stellenbosch, hatten wir Gelegenheit, uns wahlweise das malerische Städtchen Stellenbosch oder aber das Dorfmuseum anzuschauen.

Die Frauenfraktion entschied sich ob des anhaltenden Regens zum Shoppen während der Großteil der männlichen Gruppenmitglieder sich zunächst dem kulturellen Teil im Museum widmete. Gewisse Klischees müssen eben einfach gewahrt werden.

Im Waterford Estate kamen wir in den Genuss der südafrikanischen Weine samt dazu passender Schokolade: Kevin Arnold Shiraz mit Masala Chai Dark Choclate Waterford Cabernet Sauvignon mit Rock Salt Dark Chocolate Heatherleigh Natural Sweet mit Ross Geranium Milk Chocolate.

Trotz Dauerregen ist die Stimmung in der Gruppe bestens, die Weinverkostung trug sicherlich ihr Übriges dazu bei. Fröhlich-heiter fuhren wir anschließend nach Kapstadt zurück, wo sich uns endlich auch der Tafelberg zumindest im Nebel zeigte. Den Abschluss eines gelungenen Tages bildete das Abendessen im Goldrestaurant, wo wir uns durch diverse afrikanische Gerichte probieren durften - begleitet von toller afrikanischer Live-Musik, bei der wir den Rhythmus Afrikas hautnah erleben durften. Dabei genossen wir das ein oder andere Gläschen Wein.

Dieser eindrucksvolle Abend beweist einmal mehr, dass wir oftmals sehr ernsten Deutschen uns vielleicht ab und an die Leichtigkeit und Fröhlichkeit der Südafrikaner zum Vorbild nehmen sollten. Während die Damen der Runde einen afrikanischen Look erhielten lautete der Insider des Tages „Olivier - shine on“.

Auf den Absacker im Hotel verzichteten heute die meisten, da es morgen früh bereits um viertel vor acht weiter geht. Und da wir auch das Hotel wechseln bedeutet dies, dass das Gepäck bereits um 7 Uhr vor der Türe stehen muss. Der morgige Tagesbeginn verspricht aufregend zu werden: 1.Es ist endlich Sonne angekündigt. 2.Wir werden in den einzigartigen Genuss eines Helikopterfluges über Kapstadt kommen.

Trotz des zweiten Regentages haben wir viele tolle Eindrücke mitgenommen - seien es die landschaftlichen Schönheiten oder die Kudu-Tasche - und die Harmonie – HARMONIE – in der Gruppe ist ungetrübt.

Auf ein fröhliches Wiedersehen morgen, am hoffentlich ersten sonnigen Tag unserer Rundreise!

Ramona

3. Tag: Oudtshoorn

Der Tag begann mit einem Highlight: Zum ersten Mal sahen wir morgens beim Frühstück die Sonnenstrahlen am Himmel. Ein gutes Omen.

Gegen viertel vor acht machten wir uns auf zum gestern bereits angekündigten Helikopterflug. Erneut hatten wir Glück mit dem Wetter: Keine Wolke trübte den Himmel. Der Helikopter umfasste jeweils 6 Plätze, so dass die erste Gruppe gegen viertel nach acht startete. Glück sei denjenigen, die stilecht ihre Pilotenbrille im Gepäck hatten - sehr cool.

Die Sicht auf Kapstadt und den Tafelberg war fantastisch und der Flug absolut ruhig, da nicht einmal ein Windhauch zu spüren war. Der Ausblick war sensationell und ein Helikopterflug ist definitiv zu empfehlen. Wann kommt man schon einmal zu einem solchen Highlight? Nachdem die zweite Gruppe wieder sicher am Boden gelandet war, traten wir die mit ca. 500 km weiteste Strecke unserer Tour zur Straußenfarm nach Oudtshoorn an.

Während der Fahrt durch die Kleine Karoo zog sich die Wolkendecke leider wieder zu, so dass uns der Sonnenschein fortan nicht begleitete. Dennoch kam aufgrund der abwechslungsreichen Landschaft mit ihren zahlreichen Grünschattierungen keine Langeweile auf und die Stimmung ist nach wie vor ausgesprochen gut.

Später als erwartet erreichen wir gegen 15:30 Uhr endlich die Straußenfarm, wo wir zunächst das leckere, verspätete Mittagessen inklusive Straußensteak einnahmen. Auf Wunsch einer einzelnen Dame wurde der Gruppe zum anschließenden Kaffee ein leckerer Portwein gereicht. Alkohol ist eben doch eine Lösung und schließlich ist Südafrika bekannt für seine leckeren Weine, da wäre es doch eine Schande, nicht jede sich bietende Gelegenheit auszunutzen.

Nach einer Führung samt Erklärungen über die Straußenfarm folgte der nächste Höhepunkt. Nachdem Sebastian die Sitzposition auf dem stehenden Strauß getestet hatte, erklärte ich mich zu einem kleinen Rennen bereit - zwar unter sanftem Zwang, aber was tut man nicht alles? :) Es sollte sowohl für mich als auch für den Strauß eine Premiere sein.

Im Anschluss erklärte man mir, dass der Strauß beim Rennen nur deshalb so schnell war, weil er heute zum ersten Mal mit Begleitung unterwegs war. Na herzlichen Glückwunsch. Sehr charmant, aber kein Problem, mein Testament hatte ich schließlich schon vorher unterzeichnet und zum Wohle der Gruppe geht man doch gerne mal ein Risiko ein.

Sowohl der Wein als auch das Menü und die hervorragende Unterkunft im Knysna Hollow machten alles wieder wett. Und während die einen über popsy to popsy und die anderen über Austern zu Ostern diskutierten und nicht zuletzt Dobermann und Dackel zu Wort kamen, schloss die Bar viel zu früh gegen 23 Uhr, so dass wir nach dem letzten Drink quasi gezwungen waren, zu Bett zu gehen.

Dabei konnten wir doch morgen ausschlafen. Der Wake Up Call erfolgt schließlich erst um 7 Uhr! Ein gelungener Tag geht zu Ende und nach „interessanten“ - belassen wir es bei dieser Umschreibung – Themen aller Art hängt nun jeder seinen eigenen Träumen nach. Weiterhin auf der Hoffnung nach ein bisschen Sonne verbleiben wir mit lustigen Grüßen aus  Südafrika: Smile at Life und Gute Nacht.

Ramona

4. Tag: Knysna & Tsitsikamma

Ramona erlaubt mir heute, einen Gästeblog zu schreiben. Sie wird es bedauern. Als gebürtiger Franzose muss sie sich große Mühe geben, meine Rechtschreibung zu korrigieren.

Mit großer Ehre durfte ich mit Berge & Meer nach  Südafrika reisen, und als erstes Mal, dass ich mit Berge & Meer reise, stelle ich fest, dass der Name Berge & Meer nicht komplett ist. Eigentlich es sollte „Berge, Meer & Spaß“ sein. Liegt es an Berge & Meer oder an Südafrika? Gastfreundschaft? Sicherlich beides.

Heute hat der Tag für mich blöd angefangen. Ich war schon um 6:30 Uhr wach. Trotz der schon erwähnten Absacker - im Plural - von Ramonas Blog von gestern. Beim Frühstück habe ich mich sehr einsam gefühlt. Es war 7:15 Uhr - und die tatsächliche Abfahrt war für 8:45 Uhr geplant. Mein Schuld, ich sollte besser Eva zuhören.

Das Hotel war wunderschön. Das Zimmer war so groß, man hätte einen Billard-Tisch noch dazu stellen können, was zum Koffer auspacken noch geholfen hätte. Im Badezimmer sollte ich google earth benutzen, um die Toilette zu finden. Glücklicherweise war die wlan Verbindung kostenlos.

Zurück zum Frühstück. Als Franzose und Deutscher hat das Frühstück alle meine Wünsche erfüllt. Sogar die Croissants waren salonfähig. Ich empfehle den Rooibos Tee für die Kollegen, die lokal trinken möchten.

Um 8:45 Uhr sind wir aufgebrochen Richtung Knysna. André, unser Busfahrer, hat eindeutig eine Ausbildung bei Michael Schumacher gemacht inklusive Anhänger. Sehr schnell waren wir am Ziel in Knysna Yachthafen. André hat nur drei Giraffe und zwei Antiloppen überfahren (die waren nicht schnell genug).

Da hat uns eine wunderschöne weiße Katamaran ungeduldig auf uns gewartet. Auf dem Katamaran sollte man das Gewicht vernünftig verteilen. Aus dem Grund wurde ich auf die Mitte des Katamarans hingewiesen. Kein Problem, da war die Lenkrad.

Es war eine wunderschöne türkisblaue Himmel, die Sonne schien auf die Erde und in unseren Herzen nieder. Die weiße Segel der Katamaran hat mit der weiße Feder der Möwe sich perfekt eingestimmt (diese Satz habe ich von Göthe geklaut, sorry). Der See war still. Es herrschte eine angenehme Ruhe. Es war einfach wunderschön.

Das warmes Willkommen von Gerry und die stets gute Stimmung von der Mannschaft hat das Tag einfach perfekt gemacht. Nach einer Jungfernfahrt zu das andere Teil der Lagun sollte ich zweimal meine Sonnenbrille putzen, weil es so schön war. Die Natur und die Stimmung waren atemberaubend. Zum Glück hatte ich eine Sauerstoffflasche dabei.

Auf der anderen Seite der See war ein ebenerdiges Baumhaus als Restaurant. Das war der Startpunkt und die Ende eines India Jones Junior vergleichbaren Wanderung nur ohne die Schlangen. Wir hatten ein einzigartiges Blick über den Eingang diese Passage in die Indische Ozean. Der Blick war so schön, dass die Gruppe umgerechnet 1.145 Fotos geschossen hat. Ich empfehle eine SD-Karte mit 32 GB, wenn Sie dieses Ausflug machen möchten.

Das tolle Mittagessen mit Muscheln, Calamares und Elefant-Rüssels-Carpaccio (oder vielleicht doch nicht) konnte Paul Bocuse eifersüchtig machen. Nach dem Rückkehr zu dem Bus haben ein paar Kollegen sich entschlossen auf dem Katamaran Bier zu trinken (Bocuse wäre dagegen - und ich auch).

Dann haben wir die Stadtmitte besucht. Nach einer bescheidenen Shopping Tour in der Stadtmitte - wo Männer Stoffe gekauft hatten und Frauen es nicht verraten wollten - sind wir Richtung Tsitsikamma Nationalpark gefahren. Tsitsikamma klingt zwar japansich, sieht eher australisch aus (Zitat Michael).

Dieses Camping-Location (in hochdeutsch ausgedrückt) hatte eine wunderschöne Spazierweg der Küste entlang, wo man - es ist vielleicht ein Paradox - ein Regenwald Gefühl hatte. Auf die sehr trittsichere, hängende Brücken haben wir durch Schaukeln drei Asiaten etwas geschreckt, hat jedoch zu sehr schönen Fotos geführt. Der Clou: Wir haben uns von dem Ort mit Oysterns - frische Oysterns - mit Zitrone und der perfekte salzige Butter und einem Sauvignon Blanc würdevoll verabschiedet.

Der Fahrt nach Port Elizabeth hat ungefähr zwei Stunden gedauert. Um die Kollegen von dem potentiellen Langweile rauszureissen, haben wir Denksport gemacht. Da wir Port Elizabeth in Dunkelheit erreicht haben, können wir über dem Stadt sehr wenig sagen außer dass es eine 1,5 Mio. Großstadt ist und die Bars schon um 23 Uhr schließen und dass, das Personal sehr hilfsbereit ist (mein Koffer ist immer noch vollständig da).

Wegen der schon traditionellen Absacker, ist der Bar extra für uns noch länger offen geblieben. Eine neue Wein haben wir entdeckt (Kaffee Kultur), die jeder anders interpretiert (schmeckt nach Schokolade …) und jeder toll geschmeckt hat (außer meiner linken Nachbarin). Es ist jetzt 1 Uhr morgens und der Barkeeper schläft schon tief und fest - Gefühlt Ramona auch.

Wir sind jeder auf der morgigen Tag sehr gespannt und Ramona hat sich schon freiwillig erklärt, ein Zebra zu reiten. Wenn sie in diesem Block der Stil von Schiller erkennen, war es ein reiner Zufall.

Olivier mit der Hilfe von Ramona

P. S.: Die enthaltenen Rechtschreibfehler sind voll beabsichtigt und geben den französichen Akzent des Autors, Olivier Andrès wieder.

P. S. S.: Der Elefant-Witz beim Absacker schaffte es nicht in den Blog.

5. Tag: Port Elizabeth & Kariega Game Reserve

Auch, wenn Oliviers Blog von gestern nur schwer zu toppen ist, übernehme ich heute wieder das Ruder. Nachdem wir gestern in Knysna zum ersten Mal seit unserer Ankunft mit strahlendem Sonnenschein verwöhnt wurden, freuten wir uns bereits darauf, dass sich das Wetter ab jetzt halten würde – schließlich stand heute das „wirkliche“ Afrika in Form der ersten Geländewagen-Fahrt auf dem Programm.

Beim ersten morgendlichen Blick aus dem Fenster stellten wir jedoch fest, dass über Nacht der Regen zurückgekehrt war. OK, ändert sich vielleicht bis nachmittags noch. Erstmal frühstücken … .

Die Besichtigung von Port Elizabeth – in Südafrika kurz P.E. – fand größtenteils im Bus statt. An der Donkin-Pyramide vor der Nelson Mandela Voting Line – einer Skulptur, die die Regenbogen-Nation Südafrikas darstellt - machten wir das obligatorische Gruppen-Foto – natürlich inklusive legendärem Nelson Mandela Gruß.

Nach ca. zwei Stunden Fahrt erreichten wir unser heutiges Tagesziel, das Kariega Game Reserve. Wir waren in der Main Lodge untergebracht, die aus geräumigen Chalets mit gemeinsamem Wohnbereich inklusive offenem Kamin, zwei Schlafzimmern mit jeweils eigenem Bad und Balkon besteht, der von allen Zimmern aus erreicht werden kann. Von dort bot sich ein grandioser Ausblick auf die satt-grüne Landschaft. Alles sehr beeindruckend. Wir waren hin und weg.

Tim mit seinem Teleobjektiv hatte schon vor dem Mittagessen die ersten Bilder von Giraffen und Nashörnern, die in der Ebene grasten und mit bloßem Auge nicht zu sehen waren, im Kasten. Die Chancen, sie auf der Geländewagen-Fahrt von Nahem zu sehen standen also gut. Einziger Wermutstropfen: Es regnete immer noch. Das hieß möglichst wetterfeste Kleidung und es kann losgehen.

Wir wurden vor unserer Lodge abgeholt und NEIN, der Wagen war NICHT überdacht. „It’s raining man, Hallelujah“! Ausgestattet mit Sitzdecken und Regenponchos sahen wir aus wie eine Delegation des Kuklux-Clan. Durch den anhaltenden Regen waren die Wege sehr schlammig und entsprechend rutschig.

Wir schlitterten nicht nur einmal ziemlich hin und her und mussten auch dem einen oder anderen Ast ausweichen. Aber unsere Rangerin hatte alles im Griff und steuerte uns sicher durch’s Reservat. Wenn das mal nicht Abenteuer-Charakter hat. Reine Natur, rauhes Wetter, Freiheit, Weite und Wildlife – und wir mittendrin. Was kann uns da schon ein bisschen (mehr) Regen anhaben?

Das erste Highlight war eine kleine Elefantengruppe mit Jungtieren. Zwei der grauen Riesen konnten wir beim Spielen mit einem Termitenhügel beobachten. Im Anschluss kamen wir an einer friedlich grasenden Nashorn-Familie vorbei. Und auch bei Regen ist die Landschaft wirklich beeindruckend.

Einen kurzen Zwischenstopp zum Aufwärmen legten wir auf „The Homestead“ ein. Dies ist eine private Lodge bestehend aus fünf komfortablen Doppelzimmern, Swimmingpool, Bar und Wohnbereich mit allem erdenklichen Luxus bis hin zum eigenen Ranger, der sich während des Aufenthaltes um die Gäste kümmert.

Gestärkt mit Snacks und Getränken ging es zurück in den Regen zum zweiten Teil unserer Fahrt. Einziger Farbtupfer war Detlevs leuchtend gelbe Regenjacke, die wir schon aus weiter Ferne orten konnten.

Wir kehrten im Dunklen zurück und konnten gleich zum Abendessen übergehen. Eigentlich war ein traditionelles Boma im Freien geplant, was – wir konnten es gar nicht verstehen – aus Wettergründen nach drinnen verlegt wurde.

Im gemütlichen Restaurant brannte schon das Feuer im Kamin. Das Barbecue schmeckte ausgezeichnet und nach dem Essen überraschte uns das Küchenteam mit traditionellem afrikanischem Gesang zur Trommel, so dass trotzdem noch Boma-Feeling aufkam.

Da die Bar schon um 20:30 Uhr schloss, wir aber gerade an unserem letzten Abend auch einen oder mehrere Absacker eingeplant hatten, wurde kurzerhand improvisiert und man stellte uns eine entsprechende Getränkeauswahl zur Selbstbedienung bereit.

Vor dem Kaminfeuer ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und gingen nicht allzu spät ins Bett, denn am nächsten Morgen stand noch vor dem Frühstück unsere zweite Geländewagen-Fahrt an.

Ramona

6. Tag: Kariega Game Reserve

Aufstehen 6:30 Uhr, Kaffee und Obst um 7:00 Uhr und: blauer Himmel weiterhin nicht in Sicht, aber immerhin trocken. Wir werden bescheiden.

Los ging’s zunächst in Richtung Wasserstelle, wo die Flusspferde anzutreffen sind. Unterwegs sahen wir verschiedene Antilopenarten, einen ziemlich zerrupften Strauß und schließlich eine kleine Büffel-Herde, der wir beim Frühstück zuschauten. Nach den Elefanten und Nashörnern von gestern war das unsere dritte Big-Five-Begegnung. Wir setzten einen Haken auf unserer Liste.

An der Wasserstelle fanden wir mehrere Flusspferde vor und konnten sie beim Unter- und Auftauchen beobachten – zwei Jungtiere waren auch dabei. Eine schöne Idylle. Auf unserem weiteren Weg durch’s Reservat entdeckten wir als nächstes – „une girafe“. Allerdings nicht nur eine, sondern an die zehn, auch diese wieder mit Kleinen.

Wir setzten unseren Weg fort zu den Löwen, die in einem anderen Teil des Reservats untergebracht sind. Diese hatten allerdings in der Nacht ein Festmahl – für die kleinen wie uns die Rangerin erzählte wohl der erste große Fang. Und wenn Löwen richtig gesättigt sind, ruhen sie erst einmal zwei Tage und bewegen sich nicht. Und nicht heißt nicht. So fanden wir die Wildkatzen auf dem Rücken liegend vor und konnten durch die Büsche nur ihr helles Fell erkennen. Unsere zweite Gruppe traf ein wenig vorher ein und hatte das Glück, den König bzw. die Könige der Tiere noch stehend zu erwischen.

Auf dem Rückweg flogen uns zum Abschied noch einmal ein paar Regentropfen ins Gesicht. Wir blieben unserem inzwischen zum Standard gewordenen Ausspruch „Sonne kann ja jeder“ treu und freuten uns, dass der Regen uns die fantastischen Eindrücke nicht vermiesen kann. Und überhaupt mussten wir wieder einmal feststellen – ich zitiere Wenke: „Ein schönes Fleckchen Erde!“

Bevor wir zu unseren Chalets zurückkehrten schauten wir uns noch die Ukhozi Lodge an, die aus zehn Suiten mit jeweils eigenem kleinem Pool auf der Terrasse ausgestattet und ideal für Familien sind. Und dann holte uns die Realität ein: Koffer packen, spätes Frühstück und Aufbruch zum Flughafen nach P. E.. NEIN, doch nicht jetzt schon.

Wir würden gerne noch bleiben. Die Zeit ist viel zu schnell vergangen, aber unser letzter Tag in Südafrika ist da - jetzt. Und während unserer Fahrt zurück nach P.E. bekamen wir auch die Sonne noch einmal zu Gesicht. Zeit, sich von unserer Reiseleiterin Eva und unserem Fahrer André zu verabschieden, die uns die letzten Tage zuverlässig begleitet und viele Wünsche erfüllt haben. Dafür beiden an dieser Stelle noch einmal ein herzliches DANKESCHÖN.

Bis zum Abflug nutzten wir die Zeit mal wieder zum Shopping und kauften die letzten Souvenirs ein. Der Ausdruck „ich konnte meinen Rand nicht halten“ (O-Ton Michael) bekam heute eine ganz neue Bedeutung.

Inzwischen sitzen wir im Flugzeug zurück nach Frankfurt und hängen unseren Erinnerungen an eine tolle Schnupper-Rundreise nach. Und ich bin mir sicher, dass einige, wenn nicht sogar alle bestimmt irgendwann noch einmal nach Südafrika zurück kommen.

Bis dahin verabschieden wir uns stilgerecht mit einem stolzen südafrikanischen „totsiens“.

Ramona