Juni 2013

Gehen Sie auf Entdeckungsreise durch China und erkunden Sie kaiserliche Bauwerke, traumhafte Landschaften und moderne Metropolen. Durch die individuelle An- und Abreise können Sie Ihre Rundreise nach Ihren Wünschen gestalten.

Ihr Chronist

Hallo, mein Name ist Jutta. Ich darf auch dieses Jahr wieder Chronist für „Berge und Meer“ sein.

Nach der positiven Erfahrung mit dieser Reisegesellschaft in Russland im letzten Jahr haben wir beschlossen, auch unsere China-Reise von „Berge und Meer“ organisieren zu lassen.

Die große Mauer zu sehen ist Pflichtprogramm. Aber auch Terracotta Armee, Yangtze Kreuzfahrt, Verbotene Stadt hören sich echt interessant an!!! Mal sehen, ob ich die Anzahl der Fotos vom letzten Jahr übertreffen kann.

Ich wünsche allen, die zu Hause bleiben müssen, viel Spaß beim Lesen meiner Berichte.

1. Tag: Anreise und erster Tag in Shanghai

Da wir dieses Mal nach der Rundreise noch Freunde in Korea besuchen, haben wir diese Rundreise ohne Flug gebucht. Wir sind daher heute schon um 7 Uhr China-Zeit in Shanghai eingetroffen.

Was ein langer Tag, da uns durch die Zeitverschiebung 6 Stunden fehlen, und richtig schlafen ist im Flugzeug sowieso nicht möglich. Die Flugroute hat mich vollkommen überrascht. Ab in den Norden ging unser Flug, über die Ostsee, das baltische Meer, Estland, nördliches Sibirien und die Mongolei.

Im neuen Airbus der China Eastern Airlines war es spannend, die Route am eigenen Monitor zu verfolgen, zumal wir parallel zur Strecke der Transsibirischen Eisenbahn flogen und daher viele Städtenamen wieder erkannten. Allerdings waren auf unserer Route abseits von der Eisenbahn kaum Ortschaften. Einem wunderschönen Sonnenuntergang folgte relativ schnell der Sonnenaufgang, richtig dunkel wurde es nie.

Passkontrolle und Zoll in Shanghai waren schnell erledigt. Die Frage war jetzt, wie wir zum Hotel kommen sollten. Wir haben uns auf Anraten einer sehr netten, englisch sprechenden chinesischen Dame für den Bus ins Zentrum entschieden, den Rest des Weges wollten wir uns mit dem Taxi fahren lassen. Pech nur, dass das der Taxifahrer das Hotel nicht kannte, was bei der Anzahl der Hotels in der Stadt kein Wunder ist.

Da ich mir die Lage vorher schon auf Google angesehen hatte, haben wir das Hotel mit ein bisschen Glück ohne Umwege gefunden. Unser Hotel liegt mitten im Stadtzentrum, ist umgeben von so vielen Hochhäusern, wie ich es noch nirgendwo gesehen habe. Sogar in den Außenbereichen gibt es unheimlich viele Hochhaussiedlungen mit 20 - 30 Etagen. Insgesamt soll Shanghai ca. 19 Mill. Einwohner haben. Selbst Moskau letztes Jahr war harmlos gegen die vielen Hochhäuser hier in Shanghai.

Alte Gebäude haben wir auf der Fahrt vom Flughafen wenige gesehen. Die Straßen werden in bis zu 4 Etagen geführt, um den Verkehr einigermaßen fließend durch die Stadt zu bekommen. Aber wahrscheinlich aus Platzgründen sind die Spuren der Schnellstraßen so eng wie unsere in einer Baustelle.

Da heißt es so manches Mal den Atem anhalten. Da der Rest der Gruppe erst um 3 Uhr am Flughafen eintrifft, sind wir von unserer Reiseleiterin informiert worden, dass wir uns erst um 5 Uhr treffen. Wird wohl nicht mehr viel Programm geben heute Abend.

Joe und ich sind daher im strömenden Regen, aber bei 27 Grad, schon durch die Umgebung getigert, haben etwas gegessen und auch schon einige Fotos geschossen. Morgen werde ich dann berichten, wie unser Treffen mit der Gruppe und der erste Sightseeing Tag verlaufen sind. Ich hoffe, dass wir dann vom Regen verschont bleiben. Regen scheint leider hier üblich zu sein. Zur Ausstattung des toll eingerichteten Hotelzimmers gehört ein Regenschirm!!!

2. Tag: Shanghai

Unser Wunsch ist in Erfüllung gegangen, es regnet nicht mehr. Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet treffen sich um 9 Uhr die Gruppen in der Lobby. Es fehlt nur noch Frau Fang, unsere Reiseleiterin, und es kann losgehen. Für morgen haben wir beschlossen, sie zu wecken, damit sie rechtzeitig bei uns ist. Um das viele Hin- und Herfahren zu vermeiden und dadurch Zeit einzusparen, ändert Frau Fang den Ablauf des Programms, ohne jedoch etwas auszulassen.

Zuerst fahren wir zum Yu Yuan Garten, einem ca. 2 ha großen Garten in der Altstadt. Drei Versammlungshallen bieten wunderschöne Blicke auf Teiche, Bäume und Sträucher sowie Felsen, die von Wasser ausgewaschene Löcher haben und daher interessante Figuren abgeben. Je mehr natürliche Löcher, umso wertvoller der Fels. In den alten Häusern auf dem Weg zum Garten kann ich einen alten Chinesen beobachten, der seine Vogelkäfige auf dem kleinen Balkon aushängt. Eine Seltenheit im heutigen Shanghai!

Einem kurzen Halt im französischen Kommissionsgebiet, von dem nur noch wenige Gebäude stehen, folgt der Besuch einer Seidenfabrik. Hier wird uns die Aufzucht der Seidenraupe erklärt und das frühere Herstellen von Seidendecken gezeigt. Heutzutage wird natürlich alles maschinell gemacht. Tolle Stoffe entstehen dabei. Die Tücher, Schals und Kleidung, die hier verkauft werden, sind garantiert echt Seide. In den Läden in der Stadt bekommt man laut Frau Fang häufig Mischgewebe als Seide verkauft.

Vor dem Essen haben wir noch Zeit, über die Nanjing Road, eine große Fußgängerzone mit Massen von Leuten und vielen Geschäften zu schlendern. Dreimal Kentucky Fried Chicken auf 2 km, die sind hier wohl sehr beliebt. Auch Starbucks Coffee findet man hier oft. Während ich auf den Bus warte, sehe ich tatsächlich einen kleinen Buben, der im Schritt der Hose ein Loch hat. Praktisch, wenn die Kinder noch nicht sauber sind.

Auf dem Bund, der 1,5 km langen Uferpromenade, sehen wir uns die berühmte Skyline von Shanghai an. Leider ist es recht diesig, die Spitzen mancher Wolkenkratzer machen ihrem Namen Ehre. Abendessen wird auch heute wieder in einem typisch chinesischen Restaurant eingenommen. Bei Gruppen werden 8 bis 12 Personen an einen runden Tisch gesetzt, in dessen Mitte sich eine rotierende Platte befindet. Darauf werden verschiedene Platten mit dem Essen abgestellt, und jeder bedient sich davon, sozusagen ein „Büfett am Tisch“.

Chinesisches Bier (jeder Ort braut sein eigenes Bier, aber alle schmecken gleich) wird serviert. Gerstentee und Chrysanthementee schmecken auch nicht schlecht. Wir erfahren von Frau Fang, dass die chinesischen Männer im Winter Schnaps, im Sommer Bier trinken. Bei einer Hochzeit muss der Bräutigam sogar mit jedem Gast einen Schnaps trinken. Die Wirkung kann man sich denken.

Zum Abschluss des Tages geht es zu einer Akrobatikshow. Die Akrobaten Shanghais gehören zu den Besten in China, was diese Gruppe uns auch beweisen kann. Leider fängt es wieder an zu regnen, daher lohnt es sich nicht, die Skyline Shanghais bei Nacht zu betrachten.

5. Tag: Erster Tag Yangtze-Kreuzfahrt

Überraschung: Blauer Himmel, keine Wolke, und entgegen den gestrigen Ankündigungen bewegt sich unser Schiff.

Was eine tolle Landschaft, Berge rechts und links im Sonnenaufgang. Das Tai-Chi-Schattenboxen am Panoramadeck fällt leider aus, daher machen wir selber ein paar Bewegungsübungen. Unsere Fahrt führt uns durch die Xilingschlucht zur Anlegestelle vor dem Staudamm.

Leider müssen wir zum Frühstück ins Restaurant, aber die großen Panoramafenster ermöglichen einen tollen Blick auf die Landschaft. Das Frühstücksbüffet ist reichhaltig mit vielen warmen Speisen. Chinesen essen auch am Morgen schon warme Mahlzeiten mit Reis, Gemüse und Fleisch. Die bedienenden Mädels sind sehr aufmerksam und bemüht.

Danach geht es für den Vormittag zum Faulenzen entweder aufs Panoramadeck oder auf den eigenen Balkon. Beim Mittagessen zeigen sich schon einige mit stark geröteter Haut. Sonnenbrille ist ein absolutes Muss, und ein Sonnenhut, wie ihn die Chinesen oft auch hier auf dem Schiff tragen, wäre auch nicht schlecht. Nach dem wieder reichhaltigen und leckeren Mittagsbüffet werden wir mit Bussen zum größten Staudammprojekt der Welt gefahren.

Der Bau sollte 10 Jahre dauern, damit 2009 fertiggestellt werden, wird aber wohl erst 2014 fertiggestellt sein. Nach häufigem Wechsel der beteiligten Firmen ist Siemens jetzt dabei, die letzten Arbeiten zu beenden. Die Kosten betragen 20 Milliarden Euro, davon wurden 4 Mrd. für die Umsiedlung ausgegeben. Die Mengen an Wasser, die hier die 32 Turbinen für Energie antreiben und damit weite Teile Chinas mit Strom versorgen, sind enorm, 100TWH (das sind 100000 Megawatt/Stunde).

Der Staudamm selbst ist 2309,47 m lang, 185 m hoch. Das Reservoir fasst insgesamt 39,3 Billionen m³. Wir fahren mit den Bussen bis unter den höchsten Punkt zwischen Staudamm und Schleuse, nehmen dann lange Rolltreppen zur Spitze hinauf. Es wird sehr warm, erste Stimmen lästern über die Hitze. Kann denn Petrus es nie recht machen. Dabei sind wir doch alle froh, den Regen endlich losgeworden zu sein.

Die Sicht auf die 5-stufige Schleuse und den Damm ist fantastisch. Wie schon auf der Hinfahrt müssen wir auch zurück wieder auf Chinesen warten, deren Gruppe dieses Mal unseren Bus teilt. Ist so üblich, meint Frau Fang. Wir fahren dann durch die Schleuse. Unser Boot ist so groß, dass wir alleine durchgeschleust werden. Bei Tageslicht sind wir in die erste Stufe eingefahren, bei Nacht kommen wir aus der letzten Stufe. Die hell erleuchtete Schleuse zusammen mit dem gleichfalls beleuchteten Staudamm sehen toll aus.

6. Tag: Zweiter Tag Yangtze-Kreuzfahrt

Nach einem mit Tai-Chi-Schattenboxen gelungenen Start in den zweiten Tag geht es nach dem Frühstück gleich auf ein kleineres Tourboot, das alle Reisenden unseres Schiffes aufnehmen kann. Auf zwei Etagen sind Sitze wie im Bus aufgereiht, die beste Aussicht hat man oben auf dem Panoramadeck. (Wurde uns zumindest gesagt!)

Die unablässigen Erklärungen der verschiedensprachigen Reiseführer gehen bald auf die Nerven. Bilder ohne Leute sind nicht möglich. Alte Gräber, die eigentlich illegal sind, sogar ein im Fels hängender Sarg werden stolz gezeigt. Wer auf der richtigen Seite steht, bekommt Affen zu sehen. Schließlich gehe ich eine Etage tiefer, wo ich dann zwar über den Maschinen stehe, aber außer deren Lärm meine Ruhe und ungestörte Aussicht habe.

Um in die Mianzhu-Schlucht hineinzufahren, steigen wir zu jeweils 12 Personen in primitive Holzkanus um, die mit vier langen Holzpaddeln angetrieben werden. Hiermit kommen wir recht tief in die Schlucht und können die vom angestauten Wasser ausgewaschenen Felswände bewundern. Die schrägen Lagen der Felsenbänder ergeben den täuschenden Eindruck, dass wir bergab fahren.

Nach dem Mittagessen durchfahren wir wieder mit unserem Kreuzfahrtschiff die 45 km lange Wu-Schlucht und die 8 km lange Qutang-Schlucht. Auch hier wieder beeindruckend die Felsformationen und die nackten Felsen, wo das Wasser bei größerer Stauung am großen Damm seine Spuren hinterlassen hat, vor allem, da wir doch eigentlich schon recht weit vom Staudamm entfernt sind. Bin mal gespannt, wie weit man den Rückstau noch erkennen kann.

Nachmittags bekomme ich die Gelegenheit, den Bordarzt bei einer Akupunkturbehandlung zu beobachten. Es ist toll, was damit erreicht werden kann, wenn es richtig gemacht wird. Nach dem Abendessen ist auf dem fünften Deck wieder Party-Time. Ich schaue mir lieber nochmal meine Fotos an.

7. Tag: Dritter Tag Yangtze-Kreuzfahrt

Mit Verspätung gehen wir heute von Bord, um uns die Geisterstadt Fengdu anzusehen. Solide bequeme Schuhe sind angesagt, da diese Stadt am Berg liegt, und wir sehr viele Treppen steigen müssen. Um zum Ufer zu gelangen, müssen wir durch unser Schwesterschiff, die Predident No. 7 und ein tolles chinesisches Schiff mit Drachenverkleidung.

Die erste lange Treppe bringt uns zu einem Parkplatz, von dem aus offene Kleinbusse uns zum ca. 1 km entfernten Dorf transportieren. Auf dem Weg wird noch schnell ein chinesischer Strohhut gekauft, da die Sonne unbarmherzig schon wieder auf uns herunterstrahlt. Viele Treppenstufen verbinden die verschiedenen Hallen den Berg hoch bis zur Hölle, die hier oben auf dem Berg liegt.

Leider ist die Anlage für Touristen neu aufgebaut, daher fehlt die echte religiöse Atmosphäre. Eine Touristengruppe nach der anderen quält sich in der Hitze den Berg hoch. Manche geben unterwegs schon auf. Unsere Gruppe hält für Erklärungen bis zur Hölle durch, und jeder kann dann selbständig zum Schiff zurückkehren. Der schattige Weg den Berg hinunter ist sehr willkommen, und noch mehr genießen wir dann das klimatisierte Boot. Nach dem Mittagessen geht es weiter nach Chongquing.

Frau Fang erzählt, dass die Kreuzfahrtschiffe nicht immer von Fengdu bis Chongquing durchfahren können, da der Fluss teilweise zu niedrig wird. Wir haben Glück, und brauchen nicht umsteigen. Am Nachmittag wir gefaulenzt!!!

9. Tag: Xi’an und die Terrakotta Armee

Heute haben wir mal Zeit auszuschlafen. Erst um 9.30 Uhr nach einem vielfältigen Frühstücksbüffet fahren wir zur großen Wildganspagode. Diese Pagode hat ihren Namen von der Geschichte, dass einst den Mönchen die Nahrung ausging. Während sie zu Buddha beteten, fielen Wildgänse vom Himmel herab. Damit war das Überleben gesichert.

Vor der Pagode gibt es wieder rechts einen Trommelturm, links einen Glockenturm. Die Glocken bedeuten, dass die Mönche morgens aufstehen müssen, die Trommeln geben die Zeit an, um ins Bett zu gehen. Die Trommeln werden zusammen mit dem Glockengeläut geschlagen für spezielle Anlässe, zum Beispiel früher die gleichzeitige Anwesenheit von Kaiser und Kaiserin in der Stadt.

In der Jadeschnitzerei wird uns der Unterschied zwischen weicher und harter und unechter Jade erklärt. Die harte Jade hat einen Härtegrad von ca. 7 (Diamanten - 10) und ist viel seltener zu finden als die weiche. Jade gibt es übrigens nicht nur in Grün, sondern auch in Weiß-, Gelb-, Blau- und Schwarztönen. Es gibt hier wunderschöne Stücke. Wir können recht günstig echte Jade kaufen.

Endlich geht es zur Fundstätte der Terrakotta Armee. Da es sehr heiß ist, hat es sich angeboten, diese Armee mittags zu besichtigen, denn die Ausstellungsstücke sind in vier angenehm kühle Hallen aufgeteilt. Diese Armee von Kaiser QinShihuang wurde durch Zufall beim Graben nach Wasser 1974 gefunden. 1979 wurde die Ausstellung erstmals geöffnet. Arbeiten laufen immer noch, um die vielen Bruchstücke wieder zusammen zu setzen.

In der ersten und größten Halle sind 6000 Soldaten zu sehen, die Hauptgruppe der Armee. Interessant, dass keine zwei Soldaten gleich sind. In der zweiten Halle sind noch nicht viele Figuren wiederhergestellt: Man vermutet, dass hier die Streitwagen, Bogenschützen, Kavallerie und Infanterie sind.

Die dritte kleinste Halle beherbergt das Hauptquartier der Streitmacht. In der vierten Halle sind die beiden angemalten bronzenen Streitwagen, die 1980 in kleinste Stücke zerbrochen gefunden wurden, und in acht Jahren mühsamer Puzzle-Arbeit wieder zusammengesetzt wurden. Faszinierend, was die Chinesen da vor ca. 2200 Jahren schon geschaffen haben und in den letzten Jahren wieder restauriert haben.

Abends nehmen noch einige an einer zusätzlichen Lichterfahrt durch Xi’an teil. Insgesamt halten wir dreimal für Fotos. Das dritte Mal ist definitiv am schönsten. Vor der Wildganspagode wird auf die Länge von 200 m eine Wasserorgel in verschiedenen Farben, Formen und Höhen nach klassischer Musik gespielt. Ein gelungener Abschluss in Xi’an. Morgen geht es nach Peking!

10. Tag: Xi’an-Peking

Nach einem 2-stündigen Flug landen wir im verregneten Peking. Angeblich ist Peking aber sehr trocken. Haben wir mal wieder Pech gehabt. Zumindest bleibt es nachmittags dann wieder trocken.

Einziger Programmpunkt heute ist der Sommerpalast der Kaiserin Cixi (wird Sissi ausgesprochen). Die Dame war so von sich eingenommen, dass sie sich nicht in einem Mercedes hätte chauffieren lassen, da sie hinter dem Fahrer hätte sitzen müssen. Die Gebäude unterscheiden sich nicht von denen, die wir schon in anderen Gärten gesehen haben, sind nur größer.

Ins Innere kommt man nicht mehr. Durch die verschmutzten Fensterscheiben sieht man nicht viel. Das einzig Neue ist ein „Wandelgang“ entlang eines künstlich angelegten Sees. Viele Maler bemalten jedes Stück des hölzernen Dachs. Das steinerne Schiff ist leider zwecks Renovierung verhangen. Da es noch diesig ist, ersparen wir uns den Weg über den mit Erde vom See aufgeschütteten Hügel und nehmen ein Drachenboot zurück zum Ausgang.

Beim Gang durch eine typisch chinesische Straße mit kleinen Restaurants und Essensständen zeigt sich die wahre Esskultur der Chinesen. Alles, was nicht gegessen wird, landet auf dem Boden. Man muss aufpassen, wo man hintritt. Bin mal gespannt, ob der Dreck morgen früh weggefegt ist.

11. Tag: Umgebung von Peking

Heute ist es endlich soweit. Die große Mauer steht auf dem Programm. Um dem Morgenbetrieb an der Großen Mauer auszuweichen, besuchen wir erst die Ming-Grabanlagen 50 km nördlich von Peking. Hier wurden von 1368 bis 1644 dreizehn Ming-Kaiser begraben. Die Geisterallee, gesäumt von Statuen, davon zwölf Tierpaare, zwei Paare Generäle und vier Paare Beamte, führt zum größten Mausoleum, dem des dritten Ming-Kaisers. Alle Kaiser danach bekamen jeweils kleinere Grabstätten im Umkreis. Noch sind nicht alle Grabstätten für Touristen zugänglich.

Die Fahrt nach Badaling, der Ortschaft, wo die längste erhaltene Strecke der Mauer zu besichtigen ist, dauert nochmals eine halbe Stunde. Schon bei der Anfahrt kann in den Bergen ein Teil der Mauer erkannt werden. Was ein tolles Gefühl, als wir dann endlich auf der Mauer stehen. Der absolute Höhepunkt dieser Reise. Darauf hat jeder gewartet. Unvorstellbar, wie viel Arbeit in diesem Bauwerk steckt.

Die Mauer ist nach neuesten Erkenntnissen ca. 8000 km (16000 Li) lang. Wir bekommen zwei Stunden Zeit, um die Mauer zu erklettern. Viele Touristen kehren früher um. Zusammen mit einem weiteren Ehepaar aus der Gruppe klettere ich bis zum Ende dieses Mauerstücks. Warum tut man sich so etwas nur an? Stufen bis zu 40 cm hoch, ausgetreten, insgesamt ca. 1600 nach oben , brüllende Hitze!!!

Je höher wir kommen, umso weniger Touristen begleiten uns. Doch der Ausblick von oben lohnt die Mühe. Aber es ist ganz schön hart. Der Weg nach oben dauert ca. eine Stunde, der Rückweg geht dann trotz unserer Befürchtungen, dass die Knie nachgeben, erstaunlich schnell. Schon nach einer halben Stunde sind wir nass geschwitzt und mit zitternden Beinen wieder am Parkplatz. Das gibt bestimmt Muskelkater in den Oberschenkeln. Eine Chinesin macht übrigens ihren Rückweg im Sitzen, da die Stufen für sie zu steil sind, die Tour ist halt kein Spaziergang.

12. Tag: Peking City

Heute ist unser letzter Tag. Bei Temperaturen wiederum über 30 Grad besuchen wir die Sehenswürdigkeiten Pekings. Der Himmel über uns ist zwar blau, aber in der Ferne kann man die Dunstglocke sehen.

Ständen die Chinesen nicht dauernd im Stau, würden auch nicht so viele Abgase in die Luft gepustet. Man hat schon angefangen, den Verkehr zu regulieren, indem an jedem Tag zwei Endnummern nicht in die Stadt fahren dürfen, außer natürlich Taxis und Busse. Trotzdem tragen vor allem Polizisten und Reinigungskräfte Mundschutz.

Wir fahren im Stadtzentrum zuerst zum Tian’anmen Platz, dem „Platz des Himmelfriedens“. Dieser Platz ist 800 m lang und 550 m breit, damit der größte innerstädtische Platz der Welt. Wir haben Glück. Wahrscheinlich wegen der Hitze sind nicht allzu viele Touristen auf dem Platz.

Auf dem Weg zur verbotenen Stadt sehen wir rechts das Nationalmuseum Chinas, links die riesige Volkskongresshalle. Über den Studentenaufstand 1989 darf hier keiner reden. Polizei kontrolliert stark die Zugänge und den Platz selber. Am Eingang zur verbotenen Stadt ist außer der chinesischen Flagge auch ein großes Porträt von Mao am Tor.

In dieser Stadt gibt es ca. 8000 Räume. Mehrere Hallen und Gebäude sind zwar für Touristen geöffnet, aber man kann nur hineinsehen, Eintreten ist nicht erlaubt. So können wir die Hallen mit den Thronsesseln nur von der Tür und die Wohngebäude nur durch recht verschmutzte Fenster einsehen. Schön finde ich die Räume nicht, recht duster.

Da die Busse nicht in unmittelbarer Umgebung halten dürfen, laufen wir ca. 20 min zu einer Klinik. Hier bekommen wir neben einer kurzen Erklärung der traditionellen chinesischen Medizin eine Fußmassage, und zwar alle gleichzeitig. Wer möchte, kann sich Puls und Zunge vom TCM-Arzt analysieren lassen und Kräuter in der Apotheke kaufen. Hiernach fahren wir noch zum Himmelstempel, endlich mal etwas anderes, da er rund ist.

Wir beschließen, dass wir uns nur den Haupttempel ansehen und die Nebenhallen auslassen. Wir haben so viele fast identische Hallen gesehen, dass wir jetzt Fotos schießen, weil die Dächer mal eine andere Farbe haben.

In einem Einkaufszentrum kann man ganz viele Markenartikel kaufen, leider aber nachgemachte, die der deutsche Zoll gerne konfisziert. Also werden nur Souvenirs gekauft. Zum Abschluss unserer Reise gibt es abends Peking Ente. Die Ente wird vor unseren Augen aufgeschnitten und dann serviert. Wie bei früheren Mahlzeiten sind auch hier die Meinungen wieder geteilt. Einigen schmeckt es richtig gut, andere wie auch ich sehen nichts Besonderes daran.

Da ich morgen früh vor der Gruppe weiter fliege, heißt es für mich schon heute Abend im Bus Abschied nehmen. Insgesamt war es wieder eine gelungene Reise. Die meisten stimmen überein, dass der Besuch der Großen Mauer und die Kreuzfahrt auf jeden Fall die Höhepunkte der Reise waren. Tempel und Wolkenkratzer haben wir erst mal genügend gesehen.

13. Tag: Abreisetag

Gleich nach dem Frühstück geht es mit der Metro und dem Flughafenexpress zum Flughafen. Wir haben uns wegen des Arbeiterverkehrs gegen den Bus entschieden, und brauchen auch tatsächlich nur ca. eine Stunde. Die Fahrt kostet nur 27 RMB, das sind ca. 4 €. Da alles am Flughafen in Englisch beschriftet ist, ist es einfach, den Weg zum Abflugschalter zu finden. Mit deutsch kommt man allerdings noch nicht durch.

Hier sind noch ein paar Sachen, die ich gerne schon vor der Reise gewusst hätte:

  • Wenn man sich selbständig in China bewegen möchte, sollte man auf jeden Fall Basiskenntnisse in Englisch haben. Aber auch die helfen nicht überall. Das Hotelpersonal kann in den meisten Fällen nur sehr wenig Englisch. Die Informationen im Zimmer sind nur in Englisch.

  • Geld tauschen am Flughafen kostet Gebühr, in den Banken oder Hotels bekommt man bessere Raten. Wer eigenständig nach China fliegt, sollte eine geringe Summe tauschen, um für den Weg ins Hotel bezahlen zu können. Ca. 60€ sollten fürs Taxi reichen, Bus und Metro sind billiger. Taxifahrer können auch selten englisch sprechen und benutzen kein Navi-System. In der Metro und an Bushaltestellen helfen einem gerne Chinesen, die richtige Fahrkarte zu kaufen.

  • Auf der Tour wird erwartet, dass man Busfahrern, Hotelpersonal und Reiseleiter Trinkgeld gibt. Die Löhne sind hier so niedrig, dass sie erst mit Trinkgeld auf ein angemessenes Niveau kommen. Auf dem Kreuzfahrtschiff arbeiten Studenten im Sommer für 65€ im Monat. Wenn die Kellnerinnen keinen Wein zusätzlich verkaufen, müssen sie am nächsten Tag in der Küche arbeiten. Man sollte sich auf mindestens 60 bis 80 € Trinkgeld pro Person für die 12 Tage einstellen. Die Fußmassage war laut Reiseleiterin im Preis inbegriffen. Erst nachdem alle ihre Füße in Eimern hatten zum Einweichen, wurde uns gesagt, dass erwartet wird, dass die Masseure 20 RMB (ca. 3€) bekommen sollen. Ich bin mir sicher, dass das deren gesamter Lohn ist, finde aber die Art und Weise, wie das gehandhabt wird, nicht ok.

  • Internet in den Hotels ist nicht überall umsonst, WLAN nicht verfügbar, sondern nur Kabelverbindung. Die Kabel werden aber zur Verfügung gestellt. Auch Steckdosenadapter können in den Hotels ausgeliehen werden. Fernreisestecker mit den dicken runden Polen und auch mit den drei flachen Polen funktionieren überall. Verbindung mit Mobiltelefonen ist hier sehr gut.

  • Wenn man einmal Interesse bei einem der vielen Straßenverkäufer zeigt, wird man die nicht mehr los. Je länger man sich weigert, etwas zu kaufen, umso geringer werden die Preise. Wenn man tatsächlich echte Jade, Seide oder Perlen kaufen möchte, bekommt man auf jeden Fall faire und niedrigere Preise bei den Fabrikbesichtigungen. Hier sind die Verkäufer auch nicht so aufdringlich wie auf der Straße.

  • Beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst. Wir hatten jetzt schon regelmäßig Temperaturen über 30 Grad, im Juli und August wird es noch heißer und drückender. Im Winter ist der Smog noch unerträglicher als jetzt. Damit beende ich meinen Bericht für diese Reise. Ich hoffe, dass Ihnen das Lesen ein wenig Spaß und Appetit auf diese Reise gemacht hat.

Ihr Reiseverlauf

1. Tag - Individuelle Anreise nach Shanghai. Bei einer Orientierungsfahrt werden Sie am Nachmittag erste Eindrücke der Stadt erhalten. Sie sehen den alten und neuen Bund sowie die Einkaufsstraße Nanjing Road. Anschließend Besuch einer Seidenfabrik inklusive Präsentation, Beratung und Einkaufsmöglichkeit.
2. Tag - Shanghai (ca. 50 km). Besichtigung des bekannten Jade-Buddha-Tempels mit der fast lebensgroßen Buddha-Statue aus weißer Jade. Anschließend Weiterfahrt zu dem aus der Ming-Zeit stammenden Yu-Garten inmitten der quirligen Altstadt. Am Nachmittag lernen Sie in der ehemaligen französischen Konzession das europäische Gesicht Shanghais kennen. Am Abend nehmen Sie an einer Akrobatik-Show teil.
3. Tag - Shanghai. Heute unternehmen Sie einen Ausflug zum Wasserdorf Zhujiajiao, das auch als das “Venedig von Shanghai“ bekannt ist. Zahlreiche Wasserstraßen durchziehen das Dorf. Während Ihres Besuchs haben Sie die Möglichkeit, das bunte Treiben der Einheimischen kennenzulernen.
4. Tag - Shanghai - Yichang. Nach dem Frühstück Transfer zum Bahnhof und Fahrt mit dem Schnellzug nach Yichang. Nach der Ankunft werden Sie zum Hafen gebracht, wo die Einschiffung auf Ihr Kreuzfahrtschiff erfolgt.
5. - 7. Tag - Yangtze-Flusskreuzfahrt (ca. 700 km). Während der Flusskreuzfahrt sehen Sie die berühmten 3 Schluchten (beispielsweise die Qutang Schlucht) und fahren vorbei an den 12 hohen Gipfeln der Wu-Schlucht. Außerdem unternehmen Sie einen Ausflug zur Baustelle des Drei Schluchten Damms, des größten Wasserkraftwerks der Welt. Die kleineren Buchten am Daning-Fluss mit ihren bizarren Felswänden werden mit kleinen Booten angefahren. Außerdem besuchen Sie die Schnee-Jade-Höhle in der Geisterstadt Fengdu.
8. Tag - Chongqing - Xian. Die Kreuzfahrt endet in Chongqing, wo die Ausschiffung erfolgt. Je nach Abflugzeit nach Xian unternehmen Sie eine kurze Stadtrundfahrt durch Chongqing. Anschließend Transfer zum Flughafen und Flug nach Xian. Nach Ankunft in Xian Besichtigung der Stadtmauer aus der Ming-Dynastie und Fotostopp am Glocken- und Trommelturm.
9. Tag - Xian (ca. 90 km). Ausflug zur einzigartigen Terrakotta-Armee des ersten Kaisers von China. In mehreren Hallen befinden sich überlebensgroße tönerne Soldaten. Auf der Rückfahrt Besuch der Großen Wildganspagode und der Großen Moschee. Im Anschluss Besuch einer Jadeschnitzerei inklusive Präsentation, Beratung und Einkaufsmöglichkeit.
10. Tag - Xian - Peking. Am frühen Morgen Transfer zum Flughafen und Flug nach Peking. Besichtigung des Sommerpalastes. Diese weitläufige Anlage mit herrlichen Gebäuden wird Sie begeistern.
11. Tag - Peking (ca. 180 km). Fahrt zur über 6.000 km langen Großen Mauer. Auf dem Weg Besuch einer Süßwasser-Perlenzucht inklusive Präsentation, Beratung und Einkaufsmöglichkeit. Danach Weiterfahrt zu den Ming-Gräbern mit dem eindrucksvollen Weg der Seelen. Zum Abschluss des Tages besteht die Möglichkeit, auf Wunsch eine Aufführung in der Oper von Peking zu besuchen (buchbar vor Ort, ca. € 20.- p. P.).
12. Tag - Peking (ca. 40 km). Ganztagsausflug zum Platz des Himmlischen Friedens und des im Zeichen von Yin und Yang erbauten Kaiserpalastes. Anschließend Besichtigung des Himmelstempels, das Wahrzeichen Pekings. Beim Abschiedsabendessen können Sie neben weiteren chinesischen Spezialitäten auch die berühmte Peking-Ente genießen.
13. Tag - Individuelle Abreise. Nach dem Frühstück individuelle Ab- oder Weiterreise.