Januar - Februar 2011

Erfüllen Sie sich Ihren Traum von einer Reise um die ganze Welt. Aufregende Metropolen wie New York und die Inselwelt der Südsee werden Sie verzaubern. An den Seetagen können Sie auf der luxuriösen Pacific Princess entspannen!

Ihr Chronist

Dr. Helmut

Hallo, ich bin Ihr Weltreise-Chronist und freue mich, Sie mit meinen bebilderten Berichten an meinen Reiseeindrücken teilhaben zu lassen. Nach einer erfolgreichen Karriere in der Privatwirtschaft fröne ich in jüngster Zeit wieder meiner schriftstellerischen Neigung. Und dies ausschließlich auf meinen gelegentlichen Reisen. In der Vergangenheit hinderte mich die berufliche Beanspruchung notgedrungen, dieser Neigung nachzugehen.

Mein erstes Bändchen „Aus dem Trapez geschrieben“ - Epigramme, Gereimtes und sonstig Gemeintes - ist Ende 2010 im Eigenverlag erschienen. Das zweite „In die Westentasche“ wird in Kürze auf den Markt kommen. Meine Bücher richten sich an anspruchsvolle Leser, die auch bereit sind, sich in die manchmal skurrilen und verrückten Gedankengänge hineinzubegeben.

Ihr Kreuzfahrtschiff - Pacific Princess

Ihr Luxusklasse-Schiff: Pacific Princess
Die Pacific Princess gehört zu den kleineren Hochsee-Kreuzfahrtschiffen und besticht durch ihre persönliche Atmosphäre. Das Schiff verbindet gemütliches Design mit einer großzügigen Ausstattung und bietet Ihnen den Luxus und Komfort, den Sie sich auf einer  Weltkreuzfahrt wünschen.

Die vielfältigen Aktivitäten an Bord lassen keine Langeweile aufkommen und versprechen einen abwechslungsreichen Aufenthalt. Verbringen Sie beispielsweise schöne Stunden am Hauptpool mit Whirlpool oder gönnen Sie sich eine Auszeit im Spa-Bereich mit Sporthalle und Fitnessraum. Weitere Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung stehen Ihnen mit Golfübungsbahn, Joggingbahn und Shuffleboard zur Verfügung. Nutzen Sie auch die Bibliothek, das Kartenspielzimmer und den 24 Stunden-Internetservice. Die Boutiquen und Duty-Free-Geschäfte an Bord lassen eine Shoppingtour zu einem besonderen Erlebnis werden.

Für abendliche Unterhaltung sorgen Theater, Casino sowie verschiedene Bars und Lounges. Lassen Sie sich begeistern von bravourösen Theater-Aufführungen mit professionellen Künstlern und verfolgen Sie aktuelle Kino-Premieren.

Auch kulinarisch setzt die Pacific Princess Maßstäbe auf den Weltmeeren. Das Angebot an Speisen, die von erstklassigen Köchen zubereitet werden, ist vielfältig und wechselt täglich. Während das Club Restaurant die eher traditionelle Küche verfolgt, können Sie im italienischen Spezialitätenrestaurant Sabatini’s sowie im Sterling Steakhouse (gegen Gebühr) ausgewählte Gerichte kosten.

AKTIVITÄTEN

Lotus SPA & Fitness
Ob Sie sich eine kurze Ruhepause gönnen oder Ihre Fitness trainieren möchten, das Lotus SPA bringt Geist und Seele wieder in Form. Es gibt eine Vielzahl von individuell abgestimmten Anwendungen und Behandlungen. Natürlich dürfen Schönheitsbehandlungen für Haut und Haare nicht fehlen ebenso wie Massagen und Aroma Therapien. Jedes Schiff verfügt über ein modernes Fitness Center mit Gewichten und Aerobic Equipment sowie Sauna, Solarium und Dampfbad.

Tauchen & Schnorcheln
Ein professioneller PADI Tauchlehrer steht auf allen  Karibik-Kreuzfahrten zur Verfügung. Sie können sogar ein Tauchzertifikat während Ihrer Kreuzfahrt ablegen. Reservieren Sie am besten Ihre Tauchausflüge im Cruise Personalizer vor.

Golf
Princess bringt Sie zu den besten Golfplätzen der Welt. Spielen Sie mit dem Simulator auf 35 der berühmtesten Golfplätzen der Welt. Ebenso bietet Princess Cruises ein Neun-Loch Putting Green auf ausgewählten Schiffen. Ob Sie Profigolfer oder Anfänger sind, der Golf Lehrer wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Fachkurse an Bord (Scholarship@sea)
Jetzt gibt es Fachkurse auf jedem Schiff der Princess Flotte. Sie haben eine Auswahl von bis zu 40 unterschiedlichen Kursen während Ihrer Kreuzfahrt von einer Weinprobe bis zu Webdesign. Lernen Sie verschiedene Computerprogramme kennen, Töpfern Sie oder lernen Sie Square Dance.

ENTERTAINMENT

Princess Musicals
Geniessen Sie eine Auswahl an aufregenden Shows, welche von Princess geschrieben und choreographiert wurden. Selbst die Kostüme wurden hierfür speziell entworfen und angefertigt. Die genauen Zeiten der Aufführungen finden Sie in Ihrer Bordzeitung.

Tanzvergnügen
Lernen Sie Square Dance oder Walzer und verfeinern Sie Ihre Tanzkünste bei zahlreichen Gelegenheiten. Mehrere Live Bands spielen auf zum Tanz. Im „Princess Pattern“ finden Sie täglich aktuelle Vorankündigungen.

Kinohighlights
Jede Kreuzfahrt bietet eine Auswahl an brandneuen Kinohighlights. Ausgewählte Schiffe bieten außerdem „Movies under the Stars“. Genießen Sie bei Popcorn und Eis die schönsten Filme auf Großleinwand unter Sternenhimmel.

Kasino
Die Kasinos bieten die ganze Vielfalt: Blackjack, Roulette, Poker sowie Slotmaschinen und regelmäßige Bingotourniere. Personen unter 21 Jahren ist der Aufenthalt im Kasino nicht gestattet.

Mottoabend
Bringen Sie Ihren Cowboyhut mit für die Country & Western Partys, ein Baströckchen für unsere Island Nights oder Ihren Petticoat für unsere 60iger Shows. Groß rauskommen können Sie mit unserer Princess Popstar Suche! Jeden Tag gibt es ein anderes Highlight.

Ihre Kabine
Alle Kabinen sind ausgestattet mit Dusche/WC, TV, Safe, Kühlschrank, Föhn und 2 unteren Betten, die zu einem Doppelbett zusammengestellt werden können.

Die Innenkabinen (ca. 14 m², min. 1 Vollzahler/max. 2 Vollzahler) befinden sich mindestens in der Kat. L.

Die Außenkabinen (ca. 13 - 15 m², min. 1 Vollzahler/max. 2 Vollzahler) besitzen zusätzlich ein Panoramafenster und befinden sich mindestens in der Kat. E.

Die Balkonkabinen (ca. 20 m², min. 1 Vollzahler/max. 2 Vollzahler) verfügen außerdem über einen privaten Balkon und befinden sich mindestens in der Kat. BD (inklusive Balkon).

Verpflegung an Bord
Frühstück, Vormittagssnack, Mittagessen, Nachmittagstee, Abendessen sowie zwischenzeitlich kleine Snacks, Pizzeria, Kaffee, Tee und Wasser im Selbstbedienungsbereich (im Restaurant sind Wasser, Tee, Kaffee und Eistee inklusive).

Die Princess-Chefköche sind wahre kulinarische Künstler, die darauf bedacht sind, die allerbeste Küche zu servieren. Die gesamte Princess Cruises Flotte wurde in die renommierte gastronomische Gesellschaft Chaîne de Rôtisseurs aufgenommen. Das Menü eines jeden Chefkochs ist kreativ, das Angebot ändert sich von Tag zu Tag, und hinzu kommt ein tadelloser Service – machen Sie eine unvergessliche Feinschmeckererfahrung.

TRADITIONELL

Dieses Schiff bietet mehrere für Kreuzfahrten typische Speisesäle mit traditionellen Speisen, die täglich zu bestimmten Zeiten während der gesamten Kreuzfahrt von Ihrem eigenen Kellner serviert werden.

Club Restaurant SPEZIALITÄTEN
Die Restaurants erfreuen sich stets großer Nachfrage, und auch auf diesem Schiff werden Ihnen vorzügliche lokale Spezialitäten und ausgewählte Gourmet-Gerichte serviert. Reservierungen werden empfohlen.

UNGEZWUNGEN

Wollen Sie mehr Zeit am Pool verbringen und Ihre Mahlzeiten verkürzen? Sie erhalten jederzeit einen kleinen und sättigenden Imbiss in einem unserer Casual-Dining-Restaurants, den Sie sich natürlich auch mit an den Pool nehmen und dort verzehren können.

1. Tag: New York

Nach 8-stündigem Turbulenzen freien Flug und garniert mit fernöstlichem Servicecharme der Crew, pünktlich in der Welt der unbegrenzten Möglichkeiten angekommen. Bei -6 Grad, eisigem Wind und strahlender Sonne ging es sofort auf die Stadtrundfahrt. Der Martin Luther Gedenktag ersparte uns lange Staus. Schneereste zeugten noch noch von dem Blizzard, der New York erst vor wenigen Tagen in ein Chaos gestürzt hatte und dadurch alle 3 Flughäfen geschlossen werden mussten.

Die Stadtbesichtigung glich, was die Namen bedeutender Einrichtungen angeht, dem Who is who. Der wechselvollen Geschichte mit Einwanderern aus fast allen Teilen der Welt, hat der als Schmelztiegel der Welt bekannten Stadt, einen nicht zu überbietenden kosmopolischen Charakter gegeben. Die vielfältigen Gesichter und Facetten spiegeln sich an vielen Orten wieder, auf die wir den Fuß setzten. Wenn man allein die Plätze, Stadtviertel, Museen, Gebäude, etc. hört, ahnt man, warum New York zu den pulsierendsten Städten der Welt zählt.

Das Empire State Building, das Chrysler Gebäude, das Uno Hauptquartier, das ehemalige Pan Am Gebäude, der Trump Tower, die großartigen Brücken, die immer wieder beeindruckende Skyline sind nur einige Zeugen architektonischer Meisterleistungen der Vergangenheit und Gegenwart. Hotels wie das legendäre Waldorf Astoria und das Plaza strahlen noch heute den Charme, Reichtum und das Flair der reichhaltigen Stadtgeschichte aus.

Unzählige grüne Lungen wie der Central Park, der Flushing Maddow Park und der Washington Sqare, laden die Einwohner zur Entspannung und Erholung vom Stress des Alltags ein. Kultur- und Kunsteinrichtungen bieten ein schier unerschöpfliches Füllhorn für ein Eintauchen in diese Welt und locken jährlich Millionen von Besuchern an. Das Metropolitan Theater, die Radio City Musical Hall, die unzähligen Musical Theater am Broadway und den Nebenstraßen, Das MOMA, das Metropolitan Museum der Kunst, die Frick Collection, das Jüdische Museum, die N.Y. Bibliothek, das Naturgeschichtliche Museum, die Neuen Gallerien, das Guggenheim Museum, das Coca Cola Museum bilden Anziehungspunkte für Kunst- und Kulturinteressierte.

Beim Anblick des Ground Zero läuft mir auch heute noch ein Schauder über den Rücken, als von Terroristen gesteuerte Flugzeuge der Stadt und dem Land eine schmerzliche Wunde beigefügt haben. Polizeipräsenz und Überwachungskameras sind Maßnahmen, die eine Wiederholung eines solchen Ereignisses verhindern sollen. Die beiden im Bau befindlichen Gedenkstätten und ein neuer Turm, der einmal der höchste der Stadt werden wird, zeugen von der Kraft und dem Willen der Stadt, mit Zuversicht und Entschlossenheit die Wunde heilen zu lassen.

Noch immer leuchtet die Stadt in der Dunkelheit in weihnachtlicher Pracht. Jung und Alt versuchen sich auf dem Eis im Rockefeller Center bei Pirouetten und sonstigen Eislaufkünsten allabendlich ein fröhliches Stelldichein zu geben und die Hektik des Alltags abzustreifen, die dieser an Dynamik schwer zu überbietenden Stadt eigen ist. Hier lautet die Devise: You have to run not to be overran!

Exklusive Geschäfte großer Modezaren laden zu ausgiebigen Einkaufsbummeln ein. Ein wahres Eldorado für das weibliche Geschlecht. Die Stadt pulsiert als habe es keine Finanzkrise gegeben. Ehemals problematische Stadtviertel sind zu begehrten Wohnlagen geworden. Die Wasserfront erlebt ein Aufwachen mit Freizeitangeboten verschiedenster Art.

Gern hätte auch ich meine Joggingschuhe angezogen und mich in den Schwarm laufender Menschen eingereiht. Aber die Zeit reicht nicht, geschweige denn New York an einem Tag zu erobern. Grund für ein Wiederkommen!

2. Tag: New York

Der Wettergott ist für seinen Wankelmut bekannt. Gestern noch strahlender Sonnenschein, heute Nacht Schneegraupel und Eisregen sowie Wind und Dauerregen tagsüber. Schulen und zahlreiche Einrichtungen wurden deshalb teilweise geschlossen. Dem unwirtlichen Wetter fiel der geplante Besuch der Freiheitsstatue zum Opfer. Dafür blieb umso mehr Zeit für Ellis Island.

Doch bevor wir den Fuß auf diesen geschichtsträchtigen Fleck Erde setzen konnten, mussten wir vor dem Betreten der Fähre einen Sicherheitstest über uns ergehen lassen, der so manchen an den Flughäfen in den Schatten stellt.

Die Insel ist ein Monument für alle, die seinerzeit Amerika als ihre neue Heimat auserkoren hatten. Hier begegnet auf höchst eindrucksvolle Weise die Neue der Alten Welt. Schätzungsweise 12 Mio. Menschen wanderten in immer neuen Migrationswellen seit Ende des 19. Jh. durch dieses Eingangstor. Die Gründe waren höchst unterschiedlich.

Die einen fühlten sich religiös verfolgt, andere wollten der Arbeitslosigkeit entfliehen, wieder andere führten familiäre Verbindungen zusammen, aber auch Abenteurer sehnten sich nach einer neuen Herausforderung. Auch das politische Umfeld bewegte einige ihrer Heimat den Rücken zu kehren. Die ausgestellten Fotos dokumentieren eindrücklich die Sorgen und auch die Hoffnung, die viele mit ihrem Schritt in eine ungewisse Zukunft verbanden.

Umfangreiche Tests ließen so manchen Traum von einem besseren Leben schon auf Ellis Island platzen. Sie bestanden einfach nicht die zahlreichen Tests hinsichtlich Gesundheit, Intelligenz, Vermögensverhältnisse etc. Die abgelehnten Bewerber erhielten zwar die Chance vor einem Tribunal, ihren Antrag noch einmal prüfen zu lassen, doch man schätzt, dass nahezu 10% die Einwanderung verweigert wurde. Man kann sich die herbe Enttäuschung nach der häufig strapaziösen Atlantiküberquerung und nach tränenreichen Abschieden zu Hause vorstellen.

Die Freiheitsstatue erahnten wir in den tief liegenden Wolken nur schemenhaft. Als kleinen Ausgleich gab's zusätzlich einen Gang durch den Chelsea Markt in einer ehemaligen Fabrikhalle. Auch dies ist ein Beweis dafür, wie die Stadt übrig gewordene Fazilitäten in attraktive pulsierende Einrichtungen umwidmet.

3. Tag: Fort Lauderdale

Um 4.00 Uhr in der Frühe zu fast unchristlicher Zeit Weckruf. Gerne springe ich aus dem Bett, um dem nasskalten, ungemütlichen und windigen New York zu entfliehen und in das angenehme subtropische Klima Floridas einzutauchen. Bei der Ankunft hat sich bereits der morgendliche Nebel gelichtet. Herrlicher Sonnenschein ließ mein Herz höher schlagen bei der Rundfahrt durch Fort Lauderdale. Ein Ort mit nur 185.000 Einwohnern im Stadtkern, aber 5 Mio im Großraum.

Wegen der zahlreichen Kanäle nennt man sie überschwänglich auch das „Venedig Floridas“. Trotz seiner 266 km langen Wasserwege fehlt der Stadt indes das majestätische und morbide Flair des weltbekannten und einzigartigen Originals in Italien. Luxeriöse Yachten veredeln die Kanäle. Nicht ganz zu Unrecht spricht man von einem Eldorado von Yachten.

Der ausgeprägte Tierschutzgedanke spiegelt sich u. a. wider im Dimmen der öffentlichen Straßenbeleuchtung, wenn die Schildkröten (bis zu 1.5 m Länge) ihre Eier gelegt haben, damit sie ungeblendet wieder ins Wasser zurückfinden. Riesige Palmen zieren die Strandpromenade. In der brütenden Sommerhitze eignen sie sich vermutlich nur wenig als Schattenspender. Strandbesucher grillen schon am späten Nachmittag auf Picknick-Plätzen ihre Fleischstücke. In das im Winter offenbar doch noch reichlich kühle Wasser wagen sich nur die Hartgesottenen.

Fort Lauderdale erfreut sich in den Wintern der nördlichen Staaten des Besuchs der „Snow Birds“. Sie entfliehen der Kälte Nordamerikas in die Arme des Sonnenstates Floridas und kehren gleich den Zugvögeln in der fast unerträglichen Hitze in den Sommermonaten wieder in ihre nördliche Heimat zurück.

In Fort Lauderdale muss ich mich nicht scheuen, von der Straße zu essen. So sauber ist die Stadt. Sie strahlt im Vergleich zu New York eine fast gespenstische Ruhe aus. Keine hektisch rennende Menschen, keine hupenden Autos. Hier schlendern die Menschen noch in großzügig angelegten Straßen und Alleen mit noblen Geschäften, exklusiven Wohnanlagen und vornehmen Hotels ohne Hast.

Das angeblich größte Autokino der Welt mit 13 Leinwenden lädt unter tropischem Sternenhimmel zu genussreichen Filmstunden ein. 184 Kirchen dienen den 29 Konfessionen ihrer religiösen Überzeugung nachzugehen. Alt ehrwürdige Häuser im englischen Stil und die zahlreichen parallel verlaufenden Kanäle , der Charme der Langsamkeit und die Offenheit der Leute geben diesem ehemaligen Handelsplatz ein facettenreiches Gesicht, ohne mit touristischen Sehenswürdigkeiten groß protzen zu können.

Der Versuch der Stadt die „River Front“ in ein pulsierendes Stadtviertel zu verwandeln, gilt bislang für gescheitert. Das Konzept mit Geschäften, Restaurants, Bars, Wohnhäusern etc. ist zumindest bisher von der Bevölkerung nicht angenommen worden und es wird als mehr als fraglich hingestellt, ob sich daran in Zukunft etwas ändern wird. Nach dem Stopp-over in New York übermannte mich inzwischen der Kreuzfahrthunger. Wie gewohnt ging es auch hier nicht ganz ohne Warteschlangen. Doch endlich betrete ich voller Spannung die Pacific Cruises und das zum ersten Mal.

Mit seiner knapp 700 Passagier-Kapazität ein noch überschaubares Schiff, wenn auch eine anfängliche Orientierungslosigkeit nicht ganz zu verkennen ist. Nach der obligatorischen Seenotrettungsübung bei reichlich Champagner und tropischen Melodien begehe ich das „Sailaway“ zu einer Reise um die Welt, die sicherlich noch so manche Überraschung bei hoffentlich immer eine Handvoll Wasser unter dem Kiel bereithalten wird. Schiff ahoi...

4. Tag: Auf See

Der 1. Tag an Board gilt dem sich zurechtfinden. Auch in der Frühe des 1. Tages irre ich noch ziemlich orientierungslos umher. Doch die überaus freundliche Crew befreit mich rasch aus diesem Zustand, vorausgesetzt man ist der englischen Sprache einigermaßen mächtig.

Auch der Kreuzfahrt-Direktor gibt sich redlich Mühe, die Orientierungslosigkeit schnellst möglich zu überwinden. Mit bewundernswerter Dynamik erklärt er alles Wissens- und Beherzigungswerte. Er stellt all jene Personen vor, die dafür sorgen sollen, dass kein Passagier auf der langen Reise in Langeweile erstarrt. Wie aus einer Wundertüte zaubert er all die Personen hervor, die dazu beitragen sollen.

Bridge, Tanzen, Golfschwung, Bingo, Spa, Casino, Kunstauktionen, Lektorenvorträge, Kaufanimationen, IT-Hilfen, Shopping, Fitnessprogramme, etc.,etc. sind nur einige wenige Beispiele aus dem reichhaltigen Angebot, aus dem ich wählen kann, um meine schlaffreie Zeit zu füllen. Die Qual der Wahl wird mich sicherlich bis zur Ausschiffung begleiten und mich klar werden lassen, wie stressig auch Seetage sein können.

Bei der Gelegenheit lüftete er auch das Geheimnis des jüngsten und ältesten Passagiers. Mit 6 Jahren wagt sich ein Junge schon auf eine 107-tägige Weltreise. Der älteste wird in den nächsten Tagen mit dem 101. einen Geburtstag feiern, der ihm bei der Einschiffung offenbar große Schwierigkeiten bereitete. Das Programm der Einreisebehörde sieht nur 2-ziffrige Alter vor. Aber irgendwie gelang es ihm unter Ausschaltung computertechnischer Beschränkungen doch noch aufs Schiff zu kommen. Spricht für die Beweglichkeit der Einschiffungsverantwortlichen und dafür, wie  Kreuzfahrten augenscheinlich fit halten können.

5. Tag: Grand Cayman

Schon am Tag zuvor werde ich und das Groß Kaufinteressierten Passagiere bei einer Verkaufsschau auf die angeblich einmaligen Gelegenheiten dieses Einkaufsparadieses eingestimmt. Diamanten, Edelsteine, Uhren, Schmuck, Modeartikel usw. usw. werden in der tat in noblen Geschäften feilgeboten von hübschen Verkäuferinnen und smarten Händlern. Gutscheine, ungewöhnliche Rabatte, Aufmerksamkeiten, Best Price-Garantie versprechen echte Schnäppchen.

Beim flüchtigen Blick in die Geschäfte stelle ich nur geringe Geschäftigkeit fest. Das Verkaufspersonal scheint sich in erster Linie mit sich selbst zu beschäftigen Die Besucher scheinen sich mehr für Land und Leute zu interessieren wie auch ich. Kilometerlange Sandstrände, Korallenriffe, Schiffswracks, Fischreichtum machen die Insel zu einem begehrten Platz für Wassersportler, Taucher, Schnorchler und was man sonst noch im und auf dem Wasser treiben kann.

Der Entdecker Kolumbus soll angeblich keine Ureinwohner entdeckt haben. Wenn das zutrifft, dass er die Inseln nur vom Meer aus gesehen hat und seien Fuß nicht auf sie gesetzt hat, auch kein Wunder. Andererseits sollen ihn die zahlreichen Schildkröten bewegt haben, die Insel „Las Tortugas“ zu taufen. Am Ende setzte sich der karibische indische Name „Caimanas“ durch. Den Engländern klang er zu spanisch in den Ohren. Sie „anglizierten“ ihn folglich.

Alle 4 Jahre ernennt die englische Königin den Gouverneur. Den für die Karibik vergleichsweise hohen Lebensstandard verdanken die Cayman Inseln dem Finanzsektor und dem blühenden Tourismus. Mit viel Einfallsreichtum und karibischem Charme kurbeln sie letzteren geschickt an mit Sehenswürdigkeiten wie der „Hölle“, übrig gebliebenes Lehmgestein aus der Zeit als die Inseln noch unter Wasser lagen. Auch mich trieb die Neugierde an diesen mystischen Ort. Mit Überredungskunst und gegen Zahlung von Lösegeld gelang es mir jedoch, ihr wieder zu entkommen.

Die Tiere, die Kolumbus schon beeindruckt haben sollen, werden heute in Farmen gezüchtet. Die Schildkröten gehen teilweise auch in den Export. Schon fiebere ich einem der Höhepunkte der Kreuzfahrt entgegen, der Fahrt durch den Panama Kanal. Doch bis dahin muss der Schiffsbug noch Wasser verdrängen.

6. Tag: Auf See

Wie befürchtet, ist die Stimmung der amerikanischen Passagiere nach dem NFL Halbfinale gespalten. Dort strahlende Gesichter, bei den Chicago-Anhängern in die Länge gezogene. Für mich eine hervorragende Gelegenheit, mein grob körniges Fingerspitzengefühl bei beiden Anhängern zur Geltung zu bringen.

Nach der gestrigen aufregenden Fahrt durch den Panamakanal – man kann nie wissen, ob die Schleusentore beim Öffnen bzw. Schließen nicht doch einmal klemmen – ist heute Entspannung angesagt. Die Notwendigkeit das nächste Loch meines Hosengürtels zu nutzen, signalisiert mir, entweder mir mehr Zurückhaltung bei den köstlichen Mahlzeiten aufzuerlegen oder endlich mit der beabsichtigten körperlichen Betätigung loszulegen. Bei der Enge des Programms ein nicht leichtes Unterfangen.

Ich ringe mich durch – zumindest für heute – zu Letzterem und drehe mit anderen Gleichgesinnten mehrere Runden auf der Laufbahn auf dem Oberen Deck. Heute erst einmal gehend, später will ich über die Trab- zur Hochgeschwindigkeit vorstoßen. Sofern mir nach einigen Tagen noch der Sinn dafür steht. Der bewölkte Himmel erleichtert mir den Einstieg in mein sportliches Programm.

Beim Vortrag über Vulkane lerne ich die ganze Bandbreite der Bedeutung des Wortes „soon“ (bald) kennen. Bei den sog. „Hot Spots“ kann das heißen, Ausbruch in den nächsten Minuten, Stunden, Tagen, Monaten, Jahren oder in 100, 1.000 oder Millionen Jahren. Ist Mutter Natur am Werk, kann sich in diesem Sinne alles bald ereignen. So die auch von mir nachvollziehbare Botschaft des Lektors.

Inseln versinken in den Fluten des Ozeans, neue entstehen, andere Meeresvulkane wachsen und erscheinen eines Tages an der Wasseroberfläche und bieten dem Menschen neuen Lebensraum. Die große Zahl noch nicht erloschener Vulkane macht mir bewusst, auf welchem Pulverfass die Menschen sitzen, die in unmittelbarer Nähe eines „Hot Spots“ leben. Offenbar nehmen sie das Risiko, eines Tages von Vulkanasche zugedeckt zu werden, bewusst in Kauf oder ihre Unbeweglichkeit hindert sie daran, sich aus der Gefahrenzone zu begeben.

Der Vortrag über Equador stimmt mich auf das ein, was mich morgen erwartet. Ein schmales Land mit rd. 14 Mio. Einwohnern und einer wechselhaften Geschichte, die in letzter Zeit wegen der Ölvorkommen immer wieder zu Spannungen mit dem Nachbarland Peru geführt hat.

Die Bridge-Lehrerin ermutigt mich heute früh, doch an ihrem Bridge-Kurs teilzunehmen. Da einige aus meinem Bekanntenkreis dieses Kartenspiel mit großem Engagement und Ehrgeiz betreiben, könnten mir Kenntnisse der Grundregeln nicht schaden, um bei Gesprächen wenigsten den Schein erwecken zu können, dass ich von dieser Materie auch etwas verstehe und ich folglich ein durchaus „kompetenter“ Gesprächspartner sein könne. Doch schon nach der ersten Stunde muss ich zu meinem Leidwesen gestehen, ich fühle mich überfordert. Das ist bei mir zwar eine gängige Erfahrung, doch dieses Mal trifft es mich schon. Warum kapieren die anderen das Geheimnis dieses Spiels. Sie mögen zwar einen höheren Intelligenzquotienten haben, aber daran allein kann es doch nicht liegen.

Ich tröste mich damit, dass es vielleicht meine begrenzten Englisch-Kenntnisse sind, um die Fachausdrücke verstehen zu können. Würde ich die ganze Weltreise bis Rom (107 Tage) machen, gäbe ich heute noch nicht auf. Aber in den knapp 30 bis Sydney noch vor mir liegenden Tagen, möchte ich mich auch noch anderen Dingen - auf und außerhalb des Schiffes - widmen können und nicht die ganze Zeit über den geheimnisvollen Regeln des Bridgespiels brüten. Das überlasse ich gerne den anderen.

7. Tag: Manta

Für die Passagiere, die Cuzco und Machu Picchu sehen wollen, heißt es früh aus den Federn. Mit Flugzeug und Zug geht es zu den Ruinen und ins 0llantaytambo Tal, der ältesten ständig bewohnten Inka-Siedlung in Amerika. Auch die Ausflügler nach Quito, der über 3.000 m hochgelegenen Hauptstadt des Landes genießen nur eine äußerst kurze Nacht, bevor sie zum Flug zu diesem UNESCO-Weltkulturerbe aufbrechen.

Ich ziehe es heute vor, das nahe gelegene Dorf Montecristi zu besuchen. Dieser Ort rühmt sich, der Geburtsort des Panama-Hutes zu sein. Aber bekanntlich haben schöne Kinder mehrere Väter.

Künstler schnitzen dort Figuren und Schmuck aus „Taguera“, einer Elfenbein ähnlichen Palmnuss. Der Ansturm auf diese kleinen Kunstwerke ist groß. Auch ich schaffe es im Menschengedränge noch, für meine kleinen Enkelkinder einige hübschen Stücke zu erhaschen. Natürlich in der Hoffnung, dass sie sich darüber auch freuen werden. Aber auch die Kleinen entwickeln schon im Kindesalter ihren eigen für mich nicht immer nachvollziehbaren Geschmack, sodass ich nie ganz sicher sein kann, ob meine Mitbringsel auch tatsächlich bei ihnen ankommen.

Nach dem gestrigen missglückten Versuch, hinter die Geheimnisse des Bridgespiels zu schauen, wage ich mich heute zur Abwechslung an die Tischtennisplatte. Zu meiner Verwunderung erweist sich das Spielgerät häufig als viel zu kurz oder das Netz als viel zu hoch. Ich muss ernüchtert erkennen, dass auch bei diesem Spiel mit der weißen Plastikkugel die beste Zeit augenscheinlich schon lange hinter mir liegt.

Aber meine Stunde wird noch kommen bei dem reichhaltigen Angebot an geistigen und körperlichen Betätigungsmöglichkeiten an Board des Schiffes. Ein kleiner Hoffnungsschimmer leuchtet bei der Siesta auf, als es mir gelingt, einige weitere – wie ich meine gelungene – Epigramme, Gereimtes und sonstig Gemeintes für mein nächstes Büchlein zu Papier zu bringen.

8. Tag: Auf See

Der heutige Seetag gibt mir Gelegenheit, einige der Informationen noch einmal Revue passieren zu lassen, die uns der lokale Reiseführer beim gestrigen Ausflug gegeben hat. Über die Wichtigkeit mag man durchaus geteilter Meinung sein, doch hielt sie zumindest selber für wichtig genug, uns damit zu beglücken.

Manta verfügt über einen Tiefseehafen, der es auch großen Containerschiffen gestattet, ihre Ladung dort zu löschen. Die Stadt verfügt über eine Werft, allerdings nur für kleinere Schiffe. Manta ist ein Zentrum der Tunfisch-Fischerei. 25 Fabriken verarbeiten die Fänge. Angeblich geht nichts verloren. Sogar der Kopf wird dem Verzehr zugeführt. Vorher wird er wie der allseits bekannte amerikanische Truthahn ausgestopft.

Neben Tunfisch werden auch Haie gefangen. Deren Flossen gehen in Fernöstliche Ländern, wo ihnen eine spezifische Wirkung zugeschrieben wird. Für diese vermeintliche Wirkung greift der Asiate gern tief in die Tasche.

Bis 2009 war Manta für viele Jahre ein US Luftwaffenstützpunkt. Er wurde vor kurzem geschlossen als die USA beschlossen haben, neue Stützpunkte in Kolumbien einzurichten. Bislang exportiert Ecuador sein Rohöl nach Venezuela und lässt es dort verarbeiten. Jetzt ist der Bau einer Raffinerie in Planung. Mit 1,80 $/Fass ist der staatlich subventionierte Benzinpreis enorm preiswert. An der Mitnahme einiger Gallonen hindert mich Gewichtsbeschränkung beim Fluggepäck.

Der in Ecuador wachsende Kapoc Baum liefert natürliches Material für alles, was weich gefüllt werden muss. Aus der Algarve gewinnt man Jute, die u. a. bei der Sackherstellung verwendet wird, zugleich auch bei der Herstellung der weltbekannten Panama Hüte.

Vormals führte die ausufernde Vielparteien-Landschaft dazu, dass fast jährlich ein neuer Präsident an die Macht kam. Der gegenwärtige Präsident genießt offenbar einen großen Rückhalt bei der Bevölkerung. Das kostenfrei Schulsystem, einige ehrgeizige Infrasturprojekte wie der Bau einer Straßenverbindung von Manta nach Manaos (geplante Fertigstellung 2016), Abschaffung der Visumpflicht in benachbarte Staaten usw. haben angeblich zu seiner Popularität beigetragen.

Aus der Kokosnuss werden u. a. elfenbeinähnliche Figuren geschnitzt und andere kunsthandwerkliche Produkte hergestellt. Auch Naturknöpfe, die im Schwerpunkt nach China ausgeführt werden. Mit Ostern nicht mehr so ganz fern, habe ich in kluger Voraussicht mit einer Schar kleiner, hübscher Häschen eingedeckt.

2 Seetage liegen vor mir, endlich Gelegenheit die Seele baumeln zu lassen.

9. Tag: Lagebericht

Soeben den Äquator überquert. Was mich dies lehrt? Allein der Gang durchs Tor ist’s wert, wenn sich nord- in südlich der Erdkugel kehrt und umgekehrt.

10. Tag: Auf See

Musste ich doch erst an der Küste Equadors entlang „kreuzen“, um mit Hilfe eines Magiers einen Blick hinter die Kulissen der Schwarzen Kunst machen zu können. Karten-, Seil-, Entfesslungstricks, schwebende Kugel, Erraten von Telefonnummern usw. sind seit heute für mich keine Magie mehr. Geschicklichkeit, Ablenkung, Material, etc. sind einige der Ingredienzien dieser Kunst. Natürlich alles unter dem Siegel der Verschwiegenheit.

Die Überquerung des Pazifiks von den Anfängen bis zur Gegenwart ist von beeindruckenden abenteuerlichen Mythen und Legenden gekennzeichnet sowohl auf dem Wasser als auch in der Luft. Einige der Schifffahrts- und Fluggesellschaften, die zu den Pionieren gehörten, existieren heute nicht mehr oder fahren bzw. fliegen unter einer anderen Flagge. Schiffe wurden ausgemustert oder fahren teilweise unter einem anderen Namen munter weiter.

Bewundernswert der Mut, der Erfindungs- und Pioniergeist, die es ermöglichten, einen riesigen Ozean wie den Pazifik schon Ende des 19. Jh. zu überqueren. Die geringe Reichweite der damaligen Fluggeräte zwangen die Piloten zu zahlreichen Zwischenstopps zum Auftanken. Vergleiche ich die früheren Versuche mit den heutigen Möglichkeiten, wird mir klar, warum seitdem die Welt enger zusammengewachsen ist.

Mein Traum von einem Picasso, Chagall, Dali und anderen „Größen“ der Kunstwelt löst sich heute in Schaum auf. Was als „einmalige Gelegenheit“ schon seit Tagen angepriesen wird, erweist sich als ein mein Reisebudget sprengendes Unterfangen. Zu viele - offenbar zahlungskräftigere - Passagiere schnappen mir die Kunstwerke weg, von denen ich hoffte, sie würden künftig meine Wände zieren. Doch weitere Auktionen lassen bei mir die Hoffnung keimen, vielleicht doch noch zuschlagen zu können.

Kurzweilig die Anecktoden des ehemaligen NFL-Schiedsrichters über seine Zeit als „Commissioner“ für die Fernsehreihe „Dealing with the Superstars“ solcher Anstalten wie ABC, NFC, ESPN mit sportlichen Größen aus der ganzen Welt als Akteure. Wie sehr doch manchmal umstrittene Entscheidungen die Emotionen dieser Stars in Wallung bringen und Verhaltensweisen auslösen können, die man als Nichtleistungssportler nur schwer nachvollziehen kann. Vielleicht beflügelt der dem einen oder anderen eigene besonders große Ehrgeiz sie zu manch sonderbaren Reaktionen.

Beim Treffen aller deutschsprachigen Gäste füge ich dem ohnehin schon großen Kreis von bekannten Gesichtern einige neue hinzu. Dieses Mal ohne die Englisch-Sprachhürde überspringen zu müssen. Wozu hat man eine Muttersprache?

In Lima (Callao), der Hauptstadt Perus, erwarten mich sicherlich wieder aufregende neue Eindrücke an Land.

11. - 12. Tag: Lima (Callao)

Peru, Anfang des 16. Jh. von Francisco Pizarro gegründet, erlangte 1825 seine Unabhängigkeit von der spanischen Krone. Es besteht aus 24 Bundesstaaten. Den Präsidenten wählt das Volk alle 5 Jahre (Wahlpflicht). Bei der letzten Wahl konnte sich eine laut Reiseführerin äußerst populäre weibliche Kandidatin nicht durchsetzen. Sie soll am männlichen Machoverständnis gescheitert sein, das eine Frau an der Spitze des Landes (noch) nicht zulasse. Da sind wir deutschen Männer wesentlich konzilianter und fortgeschrittener „entmachtet“.

Von den rd. 29 Mio. Einwohnern leben knapp 9 Mio. im Großraum Lima (Finanzzentrum, 7.000 Firmen, Landeshauptstadt). Der überwiegende Teil der Bevölkerung sind Katholiken (ca. 90%). Im Unterschied zu uns werden die Gottesdienste an den Feiertagen rege von den Einheimischen besucht und nicht nur von Touristen wie mancherorts. Über die Hälfte des Landes sind von Regenwald bedeckt und mehr als ein Drittel liegt im Andengebirge. Die Einwohner Limas kennen im Unterschied zu anderen Landesteilen keinen Regen. Die Stadt wird mit Wasser aus regenreichen Gebieten versorgt. Lastwagen befördern das Nass zur Bewässerung zu den Grünanlagen.

Peru verfügt über große Erdgasvorkommen. Exporte sind u. a. nach Mexico geplant. In Abständen von ca. 40 Jahren – so die Reiseführerin – wird Peru von Erdbeben heimgesucht. Seit dem letzten seien erst 10 Jahre verstrichen, was meine Furcht vor einem „Erdwackler“ während meines 2-tägigen Aufenthaltes hier dämpft.

Der historische Stadtkern Limas (spanische Barockarchitektur) mit vielen balkon- bestückten schmucken Gebäuden wurde 1991 UNESCO-Weltkulturerbe. Eines der ältesten Gebäude ist das „Casa de Odor“. Mit dem Bau der Kathedrale wurde 1535 begonnen, eine großartige Demonstration kolonialer Kirchenbaukunst. Im Kloster San Francisco legte eines der letzten Erdbeben im Wandelgang gut erhaltene mittelalterliche Wandgemälde frei. Beim Gang durch das riesige Katakomben-Labyrinth ist mein Kopf mehrmals ernsthaft gefährdet, zumal mich der Anblick unzähliger Knochen und Totenköpfe in meiner Aufmerksamkeit hinsichtlich dieser Gefahr ablenkt. Vielleicht ist es aber auch die vergebliche Suche nach den Seelen, die meine Unachtsamkeit heraufbeschwört.

Die Stadtrundfahrt führt an zahlreichen imposanten Plätzen und Gebäuden vorbei: Gold- und Archälogisches Museum, Präsidenten-, Erzbischhöflicher- und Justizpalast, St. Martinplatz mit Demonstranten, Plaza de Mayo 2, Bahnhof (stillgelegt), Fußball-Stadion (60.000 Besucher-Kapazität), Liebespark etc, etc.. Die Stadt ist z. Zt. dabei, eine „Costa Verde“ anzulegen, indem sie einen begrünten Strandstreifen schafft.

Im vornehmen Stadtviertel Miraflores Besuch der „Casa Garcia“, ein 1912 gebautes Herrenhaus mit Innenhof und teilweise wertvollen Skulpturen, Bildern, Möbeln und Kachelbildern. Ich genieße dort peruanische Spezialitäten wie Pisco Sour, Chica Morada und schmackhafte Häppchen. Ein Mitglied der Familie führt persönlich durch die Villa und gibt Einblick in Herkunft, Bewandtnis und Bezug zu manschen Schmuckstücken. Von einer jungen Künstlerin erwerbe ich ein herrlich ziseliertes Kürbisei. Mit Stolz zeigt sie mir in einem Kunstkatalog ein Foto mit ihrer Großmutter und ihrem Vater bei ihrem künstlerischen Schaffen. Schon in der 3. Generation (sie eingeschlossen) geht ihre Familie diesem Kunsthandwerk nach.

Beim Stadtrundgang begegne ich dem „Pintor de Lima“. Auch er zeigt mir mit Stolz geschwellter Brust Zeitungsartikel, die ihn abbilden und über ihn berichten. Gern hätte ich ihm zuliebe ihm eines seiner Werke abgekauft. Doch dann erinnere ich mich an die bei der gestrigen Auktion noch nicht an einen Käufer gebrachten Picasso, Chagall, Dali usw in der Hoffnung bei der nächsten Versteigerungsrunde auf nicht so viele potente Mitbieter zu stoßen.

Das in einem Vortrag angekündigte Mehrfunktions-Lama ist mir nicht über den Weg gelaufen. Pech oder Glück! Aber so bleibt mir eine zusätzliche Dusche wegen der allseits bekannten Unsitte dieses Tieres erspart.

Die Folklore Darbietung an Bord lässt den großen Stolz der Peruaner auf ihr Land auf wunderbare Weise erkennen. Er kommt in den Liedern und Rhythmen in farbenprächtigen Kostümen beeindruckend zum Ausdruck. Außergewöhnlich hübsche und anmutige Tänzerinnen und gut aussehende Tänzer entfachen ein Feuerwerk landestypischer Choreographien begleitet von berauschenden Melodien. Die Rhythmen sind so dynamisch, dass ich sie nur als verschwommene „Kunstwerke“ auf Fotos bannen kann.

Die wenigen Vormittagsstunden nutze ich noch für einen Gang über den „Indian Market“, unmittelbar für die Passagiere auf dem Pier aufgebaut. Ich entdecke farbenprächtige Karten mit handgestickten landestypischen Motiven. Meine kleinen Enkelkindern werden beim Anblick dieser Handwerkskunst sicherlich die Augen überlaufen.

Schon heißt es Abschied nehmen von Callao, dem angeblich größten Hafen-Drehkreuz an der Ostküste Südamerikas. Was ich so an Kränen, Containern und sonstigen Hafeneinrichtungen entdecken konnte, zweifele ich daran auch nicht.

Als das Schiff ausläuft überkommt mich ein Hauch unbeschreibbarer „Beklemmung“. Eine Riesenstrecke nur auf dem Wasser liegt bis zu den Osterinseln vor mir. Wohin an den nächsten 4 Tagen sich mein Blick nach Außen auch richten wird: Wasser, Wasser, Wasser und das monotone Rauschen der Wellen des Pazifiks. Eine in diesem Ausmaß für mich neue Erfahrung.

13. Tag: Auf See

Die Ausflügler nach Machu Picchu und den Galapagos Inseln sind wieder zurück an Board. Wenn jemand eine Reise tut, … Zumindest die, die den mehrtägigen Abstecher nach Machu Picchu gemacht haben, können etwas erzählen.

Von Manta nach Quito läuft noch alles nach Plan. Dort verweigern die Einwanderungsbehörden ihnen den Weiterflug nach Lima. Irgendetwas hat angeblich mit ihren Papieren nicht gestimmt. Ihr mutmaßlicher Status als „Illegal Aliens“ lässt sie den gebuchten Flug verpassen. Die Maschine, die ohne sie abgeflogen ist, landet nach kurzer Zeit wieder in Quito. Sie musste wegen eines Kabelbrandes zurückkehren und wird mit Spray-Gas „entraucht“. Dann dürfen auch unsere Machu Picchu einsteigen. Den einen oder anderen befällt ein mulmiges Gefühl. Aber das ist an diesem Tag der letzte Flug. Kein Risiko, kein Machu Picchu!

Die Maschine rollt auf die Startbahn, die Triebwerke heulen auf, das Flugzeug nimmt Geschwindigkeit auf und bremst wieder ab. Eine nicht zu beruhigende Peruanerin aus den letzten Reihen will wieder aussteigen. Schreit wild herum, bis der Startvorgang abgebrochen wird. Sie steigt aus und schon geht’s auf nach Lima. Mit oder ohne ihr Gepäck? Auch ein potentieller Ansatz für Bösgesinnte.

Nach ungeplanten Zwischenübernachtungen geht’s mit dem Bus ins Heilige Tal und mit dem Zug nach Machu Picchu. Auf Serpentinen das letzte Stück zu dem UNESCO Weltkulturerbe (seit 1983) mit Minibussen. Die Unsrigen drängeln sich mit einer großen Schar anderer Besucher (fast 1 Mio/J) durch die Ruinenfelder, genießen den großartigen Blick auf die nahe gelegenen Berge und begeben sich nach angemessener Bewunderung der Ruinen auf den Weg nach Lima, wo das Schiff auf sie wartet.

Trotz aller Widrigkeiten, niemand von ihnen möchte diese erfüllt aufregenden Ausflugstage missen. Der Blick auf das Tagesprogramm nährt bei mir erste Zweifel, der heutige Seetag könne ein erholsamer werden. Vorträge wie „Erbeben und Tsunamis“, „Pearl Harbor Child“, „Easter Island“, die zahlreichen sonstigen Angebote, mit denen ich mich „beschäftigen“ sollte, könnte, müsste, machen mir bewusst, auch ein Seetag müsste länger als nur einen Tag dauern.

14. Tag: Auf See

Die üblichen Abwechslungen wie Morgengottesdienst, Einkäufe (neue Ware), Chorsingen, Tanzunterricht (heute Samba), Golf Putting, Keramikmalerei, Ping Pong, Sticken, Kartenspiele, Jackpot Bingo, Small Talk etc. etc. sorgen für geschäftige Unterhaltung.

Der Vortrag über die „Mutter Natur bei der Arbeit“ ruft erschreckende Bilder in Erinnerung von der Ohnmacht des Menschen gegenüber der Gewalt der Natur. Erbeben, Tsunamis, Tornados, Hurrikans, Taifune, Zyklone, usw. suchen die Menschen oft unangekündigt immer wieder heim und richten unermesslichen Schaden an. Von der erdbebengefährdeten Region an der Küste Südamerikas bin ich inzwischen hoffentlich weit genug entfernt, dass keine akute Gefahr mehr besteht. Der wohlgemeinte Hinweis des Lektors auf Sibirien als das erdbebensicherste Gebiet der Welt lädt mich nicht unbedingt zu einer Veränderung meines Domizils ein. Die geschilderten gefürchteten Zyklone im Indischen Ozean bereiten mir auch keine Kopfschmerzen. Meine Schiffsreise endet bekanntlich bereits in Australien.

Wie mächtig doch die Frauenorganisationen der USA sind, belegt das 1997 eingeführte Rotationsprinzip bei der Namensgebung von Hurrikans. Wurden sie seit 1953 ausschließlich mit Frauennamen „stigmatisiert“, setzte die Organisation durch, dass auch Männern diese Ehre zuteil wird und auch sie als „Bösewichte“ für etwaige Verwüstungen und sonstige Schaden namentlich verantwortlich sind.

Bei der Weinprobe in einem erlauchten Kreis und eleganten Ambiente werden auserlesene Weine aus verschiedenen Weinanbaugebieten der Welt kredenzt. Darunter einige edle Tropfen, die mir die allabendliche Auswahl des Tischgetränkes von nun an sicherlich erleichtern werden.

Meine Erwartung, endlich von einem Anlageexperten zu erfahren, wie ich auch ohne Arbeit mit Optionsgeschäften reich werde. erfüllt sich leider nicht. Vielleicht liegt es an der Komplexität dieser Transaktionen, vielleicht aber auch an meiner mangelnden Risikobereitschaft, sonst wäre ich vermutlich schon selber darauf gekommen. Angesichts der Reaktion anderer Zuhörer kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass nach dem Vortrag auch alle anderen weiterhin auf der Suche nach der Erfolgsformel sind. Zwar behauptet der Referent vollmundig, bislang noch nie Geld bei Optionsgeschäften verloren zu haben. Später räumt er jedoch kleinlaut ein, anfangs auch Lehrgeld bezahlt zu haben.

Schuster bleib bei deinem Leisten!

15. Tag: Auf See

Je weiter das Schiff in den Pazifik eindringt, desto mehr nähere ich mich dem Gebiet, wo sich für die USA und sicherlich für die gesamte Region eines der wichtigsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts abspielte. Der Angriff Japans auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941.

Ich gehe hier nicht auf den Hintergrund und die Ursachen der kriegerischen Auseinandersetzung ein, die von verschiedenen Lektoren dargelegt werden. Ich möchte jedoch mit Einverständnis der Lektorin zumindest einen bildlichen Eindruck von dem vermitteln, wie ein damals 6-jähriges Pearl Harbor-Mädchen diesen geschichtsträchtigen Tag erlebte.

Dorinda Nicholson schildert in bewegenden Worten und eindrucksvollen Fotos ihre Erfahrung, die sie auch Schülern und Schülerinnen in den USA in ihren Vorträgen als warnende Botschaft näherbringen möchte: „War is Hell“!

Einige Zuhörer, von denen der eine oder andere direkt oder indirekt am 2. Weltkrieg im Pazifik beteiligt war, kämpfen mit den Tränen als sie schildert, wie ein US Marinesoldat und ein japanischer Tiefflieger-Pilot Jahre nach Kriegsende Freunde wurden und im Rahmen der „Two Roses Ceremony“ der Überwindung des anfänglich tiefen Hasses und der Feindschaft gedenken.

Die Bilder sprechen für sich.

16. Tag: Galapagos

Bevor ich meinen Fuß auf den Boden der Osterinseln setze, finde ich am 4. Tag auf See in Folge Zeit und Muße – trotz vieler Vorträge und sonstiger Unterhaltung – die Galapagos Inseln Revue passieren zu lassen.

Dabei beschränke ich mich auf die optischen Eindrücke. Die Fotos von dem Natur-Kleinod sind selbstredend und bedürfen m. E. keiner weiteren verbalen Ausmalung.

Viel Spaß!

17. Tag: Osterinseln

Schon vor Sonnenaufgang ankert das Schiff vor der Osterinsel, fast 2.000 Meilen entfernt von Südamerika und Tahiti. Sie ist eine der isoliertesten, gleichwohl bewohnten (ca. 3.400 Einwohner) Inseln der Welt. Drei Vulkane recken sich aus der Inselhochebene gen Himmel.

Ein Regenschleier umgibt sie in den frühen Morgenstunden. Während des Tages wird er sich auflösen, aber von Zeit zu Zeit von heftigen Regengüssen wieder zugezogen. Mit bloßem Auge entdecke ich schon vom Ankerplatz aus einige nahe dem Ufer gelegene monolithische Menschenfiguren von über 800 auf der ganzen Insel. Seit ihrer Entdeckung durch den holländischen Seefahrer Roggeven 1722 faszinieren und verwirren sie die Menschen, die die Insel besuchen.

Viele Anthropologen glauben, dass dieses nun chilenische Territorium im Zuge der großen polynesischen Einwanderungswelle besiedelt wurde, seit die ersten Bewohner zwischen 400-700 AC ankamen.

Die Figuren aus vulkanischem Tuff-Gestein (bis 10 m hoch) wurden bei kriegerischen Auseinandersetzungen umgeworfen und teilweise stark beschädigt. Heute sind sie wieder aufgestellt und restauriert und stellen die touristische Attraktion dieses entlegenen von Menschenhand geschaffenen Menschenfigurenwunders dar. Die herausgerissenen Augen aus Korallen sind nur bei wenigen Figuren wieder eingesetzt worden. Die Transporttheorien überschlagen sich vor Einfallsreichtum.

Mythen und Legenden umweben dieses Kleinod im Pazifik. Auch ich bewundere fassungslos die bis zu 14 to. schweren Kolosse und bin versucht, der Faszination und dem Puzzle mit meiner unmaßgeblichen Deutung ein weiteres Rätsel hinzuzufügen. Doch der Reichtum an Mystifizierung verbietet es mir.

18. Tag: Auf See

Seit dem Eintreffen in New York wird erstmals die Nacht um eine weitere Stunde länger. Nach all den „stressigen“ Seetagen ein willkommenes Zeitgeschenk. Ich weiß es zu schätzen, auch wenn es mir demnächst wieder abgenommen wird.

Das Erweiterungspotential der Gürtellänge ist heute nun endgültig ausgeschöpft und noch nicht einmal die Hälfte der Reise liegt hinter mir. Endlich kommen die Jogging-Schuhe zum Einsatz. Ich hatte schon befürchtet, sie ungenutzt wieder mit nach Hause nehmen zu müssen. Auf der Lauf- besser gesagt Gehbahn, treffe ich andere gourmetgeschädigte Passagiere an. Ich reihe mich anfänglich brav in den Konvoi ein. Mit dem Rundenzähler halte ich jede zurückgelegte Runde beweissicher fest. Das Tempo der Mehrheit liegt erheblich unter dem meinigen, so dass ich vornehmlich meine Runden auf der Überholbahn drehe. Natürlich achte ich peinlich genau darauf, dabei keinen in seinem verhaltenen Trab zu stören. Mit 30 Runden gebe ich mich fürs erste zufrieden. Ich muss mich an den nächsten Tagen ja auch noch steigern können.

Ansonsten sind neckische Spielchen am Pool angesagt Für so etwas kann ich mich weniger begeistern und ziehe es vor, weiter an meinem Buch zu schreiben. Der Vortrag über die Geschichte und die verschiedenen Verfilmungen der „Meuterei auf der Bounty“ belegt, wie filmverliebt doch die Amerikaner sind, zumindest die an Board des Schiffes. Die meisten von ihnen kennen die Namen der Filmschauspieler, die die Hauptrollen in den zahlreichen Verfilmungen gespielt haben. Auf dem Gebiet scheine ich noch erheblichen Nachholbedarf zu haben. Vielleicht im nächsten Leben!

Das heutige Kapitänsessen und das anschließende Violinkonzert lassen den heutigen Seetag stil- und genussreich ausklingen. Auch für morgen steht intensives „Wassergucken“ auf dem Programm.

19. Tag: Auf See

Das Schiff segelt weiterhin auf westlichem Kurs in Richtung Pitcairn, wo es Sonntag-Vormittag ankommen wird.

Um den sich in den Gewässern des Pazifik abgespielten 2. Weltkrieg zwischen Japan und den USA und ihren Alliierten kreisen weiterhin einige der Vorträge. Verständlich angesichts des Löwenanteils amerikanischer Passagiere.

Unter dem Titel „Island Hopping“ erfahre ich von den verlustreichen Kämpfen auf beiden Seiten. Namen wie Saipan, Iwo Cima, Truk, Peleliu, Yap, Guam, Zuikaku, Okinawa stehen stellvertretend für die vielen Inseln, die unter Einsatz von Millionen Menschenleben zurück erkämpft wurden. Die Wunden der meisten der damaligen Kriegsschauplätze hat zwischenzeitlich die Natur zurück erobert und die Narben geheilt. Häufig zeugen nur noch Erinnerungsstätten an das Geschehen.

Ein amerikanischer Lektor schildert die von ihm und seiner Frau angestellten Überlegungen als es darum ging, einen Wohnort zu finden, der den veränderten Bedingungen am besten gerecht werden könnte. Sie gaben ihre Heimat Kalifornien auf und wohnen nun schon seit mehr als 30 Jahren in Panama. Sie folgten der schlichten Erkenntnis „ Wir leben in einer sich ständig verändernden Welt. Wer daran zweifelt, schaue in den Spiegel.“ So einfach und ernüchternd lassen sich Allgemeinheiten auf einen Punkt bringen und als Entscheidungsauslöser einsetzen.

Der Besuch auf der Brücke und ein längeres persönliches Gespräch mit dem Kapitän geben mir einen ersten Einblick in die Navigationstechnik. Nicht, dass ich alles verstanden hätte. Muss ich als Passagier auch nicht, der ich ja nur die Bequemlichkeit einer Kreuzfahrt genießen möchte und davon gibt es bislang beileibe genug.

20. Tag: Pitcairn

Als das Schiff Kurs nimmt auf Pitcairn, nähere ich mich einer der entferntesten bewohnten Inseln der Welt auf halber Höhe zwischen Neuseeland und Amerika. 4.800 km offener Ozean trennen mich von ihnen. Auf Pitcairn lebt eine einzigartige Gemeinschaft anglo-tahitischer Nachfahren, die die Meuterei auf der Bounty in eine gefeierte Romanze verwandelt haben. Noch heute wird einmal im Jahr ein Nachbau dieses Schiffes feierlich verbrannt.

Man weiß nicht genau, wer als erster diese kleine Vulkaninsel (9.6 x 4 km) besiedelte. 1767 von Europäern entdeckt, ist Pitcairn mit weniger als 50 Einwohnern die kleinste Demokratie der Welt. 43 von ihnen sind heute an Bord meines Schiffes. Auf einem Langboot bringen sie Kunsthandwerksgegenstände wie Holzschnitzereien, geflochtene Körbchen, Honig, Muschelprodukte, T-Shirts und viele andere kunstvoll gearbeitete Produkte mit aufs Schiff. Der Andrang der Passagiere erinnert mich an die alten Schlussverkaufszeiten, als sich die Menschen in Scharen durch die Geschäftstüren bei der Eröffnung drängten.

Die Infrastruktur der Insel (Britisches Übersee Territorium) bietet eine Schule (10 Kinder), ein Hospital, einen Tante Emma Laden (geöffnet 3 x wöchentlich für je 3 Stunden), generatorerzeugten Strom ( 5 Stunden vormittags und 5 Stunden bis 22.00 Uhr ), 2 Tennisplätze, ein Museum, ein Postamt und andere lebenswichtige Einrichtungen im kleinen Rahmen.

Alle 3 Monate wird die Bevölkerung von einem neuseeländischen Verpflegungsschiff mit dem Notwendigsten versorgt. Großer Fischreichtum, praktisch alle exotischen Früchte, Gemüseanbau, Zuckerrohr, Honig, usw. gewähren eine begrenzte Selbstversorgung. Natürlich wächst hier auch der Brotfruchtbaum, den die Besatzung der Bounty u. a. hier gesucht und auch gefunden hatte.

Nach nur wenigen Stunden an Bord heißt es für die Pitcairner wieder die Sachen packen, die keinen Käufer gefunden haben. Nach den Gesichtern zu urteilen, sind sie mit dem Geschäft zufrieden. In Holzkisten und Taschen gehen die übrig geblieben Erzeugnisse zurück aufs Langboot. „Große“ Mengen unseres Vorrats an Lebensmittel wechseln ebenfalls ihren Standort. Zwischenzeitlich mache ich mir schon Sorgen, ob der an Bord meines Schiffes verbliebene Proviant noch bis zum nächsten „Catering“-Hafen langen wird.

Schauen wir mal!

21. Tag: Auf See

Die wahre Dimension des Gewässers, das ich nun schon seit Tagen durchkreuze, beginne ich so langsam zu begreifen. Auch wenn ich bisher erst einen kleinen Teil des Wassers bewundern konnte.

Der heutige Seetag beschert mir etwas mehr Muße nach dem gestrigen Besuch der Pitcairner an Board des Schiffes. Mikronesien wird mir heute in einem Vortrag etwas näher gebracht. Doch mit den vielen Namen der kurz vorgestellten Inseln will ich das Gedächtnis von niemandem belasten, auch nicht das meinige. Ich muss ja schließlich nicht alles wissen. Lücken haben auch ihren Reiz.

Die Weinprobe verwöhnt meinen Gaumen beim Degustieren einiger edler Tropfen aus erlesenen Weinanbaugebieten. Heute nun schon als Wiederholung. Die Stimmung unter den Amerikanern scheint mir heute leicht getrübt. Hat doch die Mannschaft der kleinsten Stadt der NFL-Liga die Fußball-Meisterschaft gewonnen. Und aus Green Bay gibt es nach meiner Blitzumfrage offensichtlich keinen Passagier, der wirklich Grund zur Fußballfreude haben und jubeln könnte.

Der vergleichsweise ruhige Tag lädt zu verstärkter Small Talkerei ein, die unbestrittene Lieblingsbeschäftigung an einem Seetag. Und die Amerikaner sind für ihr „easy going“ ja bekannt, sofern man offen auf sie zugeht.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, Machu Picchu wenigstens bildlich kurz vorstellen. Das Fotomaterial hat mir freundlicherweise der Fotoshop auf dem Schiff zur Verfügung gestellt. Ich selbst war an den Tagen des Ausflugs dorthin bei einem anderen Ausflug dabei. Das beigefügte Bildmaterial soll wenigstens einen ersten Eindruck von einem der bekanntesten UNESCO-Weltkulturerben vermitteln.

22. Tag: Auf See

Heute bietet mir die Natur nicht nur Wasser von unten, vorne, hinten und seitwärts, sondern auch von oben. Deshalb fällt es mir auch nicht schwer, mir die Vorträge über Mikronesien (Teil 2), James Cook und seine Seereisen, China, Börse etc. anzuhören und auf mein Sonnenbad auf Deck 10 großzügig zu verzichten. Möchte ohnehin nicht nach der Rückkehr mit Bürgern aus Sonnenregionen verwechselt werden. Bei einigen der Passagiere habe ich den Eindruck, sie wollen das „hautfarblich“ provozieren.

Am Nachmittag haben wir das Regengebiet weitgehend durchfahren. Erste Sonnenstrahlen lugen zaghaft durch winzige Wolkenlöcher. Dieser Seetag gibt mir Zeit und Muße, mir noch einmal anhand von Fotos das Naturschauspiel vor Augen zu führen, das ich gestern bewundern durfte.

Eine Windhose zog sich unmittelbar vor mir aus dem Ozean gen Himmel. Es reichte noch für einige Schnappschüsse, bevor der Spuk nach wenigen Minuten schon wieder vorbei war. Hin und wieder ist der Mensch auch einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Zwar eine seltene Erfahrung, aber man sollte immer das Unerwartete erwarten. Mitten im „No where“ des riesigen Pazifiks solch ein Naturschauspiel auch noch auf dem Kamera-Speicherchip festhalten zu können, ist für mich schon ein Glücksfall. Normalerweise ist die Kamera nicht greifbar, wenn mir die Natur so etwas bietet.

Ein Konzert unterm Sternenhimmel sollte den Tag musikalisch ausklingen lassen. Ich hatte mich schon den ganzen Tag auf diesen romantischen Genuss gefreut. Wenn die Nacht hereinbricht, die Dunkelheit den Ozean mit ihrem Schleier überzieht, Melodien mit den Meereswellen in der Weite des Meeres verklingen, die Sterne am Firmament auf den Wellen funkeln und tanzen und gedankenversunken an der Reling stehend mein Blick in die Ferne schweift, dann wäre der Tag mit einem Hauch von Romantik ausgeklungen.

Doch wie heißt es einschränkend im Tagesprogramm: „Wheather permitting“.

23. Tag: Papeete

Noch ist der Himmel wolkenverhangen, als das Schiff frühmorgens an der Pier anlegt. Wettermäßig hatte ich eigentlich schon eine trockenere Begrüßung auf Französisch Polynesien erwartet. Aber nicht ohne Grund ist die Insel mit tief grünen Hängen belegt.

Papeete (178.000 Einwohner) ist die Hauptstadt der größten Insel dieses semi-französischen Territoriums dieser Region. Als ich gut beschirmt durch die Straßen schlendere, ist die hohe Arbeitslosigkeit (13%) nicht zu übersehen. Gleichwohl stoße ich auf zufrieden scheinende, strahlende Gesichter und lustige Musikanten, die offenkundig das letzte aus ihren Stimmen und Instrumenten herausholen wollen.

1767 setzte der erste Europäer seinen Fuß auf tahitischen Boden. Kapitän Cook zwei Jahre später. Schwarze Perlen sind eine der Attraktionen in den Geschäften. Für diese Schmuckfarbe kann ich mich jedoch nicht begeistern und entscheide mich für die Gegenfarbe.

Paul Gauguin (1848-1903) kam 1891 auf Tahiti an, nachdem seinen Kunstwerken in Europa nur ein mehr als bescheidener Erfolg vergönnt war. Er legte auf Haiti die Wurzeln für die Primitive Kunst. Das Gauguin Museum ist für mich eine große Enttäuschung. Außer einigen Repliken unbedeutender Werke ist m. E. nichts zu bewundern. Über die Architektur des Museum mag man geteilter Meinung sein. Wenn man weiß, welche Bedeutung heute die Werke von Gauguin haben, kann man nachvollziehen, dass sie nur in den großen Museen diese Erde als Originale ausgestellt werden. Auf Tahiti fehlen ganz einfach die finanziellen und sicherheitstechnischen Voraussetzungen, um solche Werke beherbergen zu können.

Das Arahoho-Wasserloch war zumindest während meiner Anwesenheit dort beim 2. Vesper. Nichts zu sehen von den angeblich fontänengleich in die Höhe schießenden Wassermassen. Ein jeder muss einmal pausieren. Aber muss es gerade dann sein, wenn ich tausende von Kilometern durch den Pazifik gekreuzt bin, um dieses Naturschauspiel bewundern zu können?

Die Vaipali-Wasserfälle werden ihrem Namen nach den morgendlichen Regenschauern im Grundsatz zwar gerecht. Wasser stürzte schon den Hang hinunter. Gleichwohl habe ich in meinem Leben Wasser schon erheblich spektakulärer fallen sehen.

Dem Co-Autor der „Meuterei auf der Bounty“, James Norman Hall, der länger als 30 Jahre auf Tahiti wohnte, hat man ein Museum in Form eines Nachbaus seines Hauses gewidmet. Die ausgestellten Exponate geben einen eher bescheidenen Einblick in seine Arbeit. Auch Charles Darwin hat seine Spuren auf dieser Insel hinterlassen, die am Tropf von Frankreich hängt und im wesentlichen vom Tourismus lebt.

Heute Nacht will ein Teil der Crew das haitische Nachtleben aufmischen. Darunter auch meine Tischstewardess. Hoffentlich ist sie wieder rechtzeitig an Bord, wenn um 4.00 Uhr in der Frühe das Schiff Kurs auf Moorea nehmen wird. Zum Glück liegt diese Insel nur einen Katzensprung entfernt und es gibt auch einen Hubschrauber Service, den die Nachtschwärmer notfalls in Anspruch nehmen könnten.

Die Folklore Show einer lokalen Tanzgruppe wiegt mich in den wohlverdienten Kurzschlaf. Denn in aller Herrgottsfrühe wird mich der Lärm des Ablegemanövers aus meinem 2. Tiefschlaf reißen. Doch das nehme ich gerne in Kauf, erwartet mich mit Moorea doch eine der schönsten Inseln dieser Gegend.

24. Tag: Moorea

Ich atme heute früh erleichtert auf, als ich meine Tischstewardess beim Frühstück erblicke. Nach der langen Disco-Nacht leuchten ihre Augen zwar ein bisschen weniger strahlend wie sonst. Aber das nehme ich selbstverständlich gerne in Kauf, wenn ich auf der restlichen Strecke der Seereise weiterhin von ihr im Restaurant charmant bedient werde.

Moorea begrüßt mich in der ganzen Pracht einer paradiesischen Insel, umschlossen von einem Korallenriff-Ring. Nur 11 Kanäle gestatten die Durchfahrt zur Insel, überall dort, wo das Süßwasser der Bäche und Flüsse in den Ozean mündet. Korallen gedeihen bekanntlich nur in Salzwasser.

Moorea – so der lokale Führer – ist vor über 1 Mio Jahren bei einem Vulkanausbruch aus dem Meer gewachsen. Die üppige Vegetation und die bergige Topographie geben der Insel einen besonderen optischen Charme. Die ersten Einwanderer kamen aus Taiwan. Thomas Cook erreichte die Insel 1777.

Mit 17.000 Einwohnern ist Moorea ein Übersee Departement Frankreichs. Neben dem Tourismus sind Fischfang und Obstanbau wichtige Wirtschaftszweige. Vor allem wachsen auf großen Plantagen Ananas-Früchte, die als Saft auch ein wichtiges Ausfuhrerzeugnis sind. Zum Schutz gegen Ratten werden die Stämme der Kokospalmen mit Metallringen umgeben, die diese Plagegeister nicht überwinden können.

In den Gewässern um die Insel tummeln sich zahlreiche Fischarten. Darunter auch Haifische. Nach Einschätzung des Reiseführers sind sie für Menschen ungefährlich. Einige der Passagiere, die sich mutig zwischen sie gestürzt haben, bestätigen dies. Alle sind ohne Gewichtsverlust auf’s Schiff zurückgekehrt. Angeblich ist der helmlose Aufenthalt unter einer Kokospalme als Schattenspender gefährlicher als eine Begegnung mit einem Hai. Auf diese Art von Mutprobe verzichte ich gern zu Gunsten Anderer. Lieber streichele ich die Delphine, die sich hier in großen Scharen in einigen Buchten der Insel versammeln.

Seit einiger Zeit können auch die Golfspieler ihre Bälle in die Landschaft schlagen. Den Worten des Reiseführers entnehme ich die heimliche Sorge, dass bei solchen Einrichtungen vielleicht zu großzügig mit Wasser umgegangen wird, um sie zu pflegen. Wenn gleichzeitig Süßwasser auf der Insel ein kostbares Gut ist. Mit einer gewissen Schadenfreude lässt er wissen, dass der Golfplatz an manchen Tagen nicht ein einziges Gesicht zu sehen bekommt.

Die jüngste Geschichte Mooreas wurde durch die Atomversuche belastet, die Frankreich hier durchgeführt hat (1966-1996). Der letzte Test fand 1997 statt. Doch immer noch spricht man von Langzeitschäden, die aber sehr „diplomatisch“ behandelt werden.

Die Zucht schwarzer Perlen spielt auch auf Moorea wie auf zahlreichen anderen Inseln dieses Gebietes eine durchaus wichtige Rolle. Bis zur kommerziellen Verwertung in der Schmuckindustrie braucht eine Perle mindestens 5 Jahre.

Moorea ist ein schwach besiedeltes Stück Erde mit begrünten Bergen, die Künstler entworfen haben könnten, tropischen Wäldern, Schildkröten-Lagunen, weiten Fruchtplantagen und feinsandigen Stränden. Kein Wunder, dass Teile des Films „South Pacific“ auf dieser Insel gedreht wurden. Der Blick vom „Belvedere“ stellt zweifellos eines der spektakulärsten Panoramen auf dem Globus dar. Allein dieser ist einen Besuch dieser Insel wert. Die pastellfarbige Färbung des Meereswassers mit wunderbaren Farbnuancen, Schatten spendende Palmen, deren Wedel sanft im Winde wehen, kristallklares Wasser und eine erfrischende Brise, die meine Lippen kühlt, lassen den Augenblick zur Ewigkeit werden.

Doch auch heute heißt es wieder Abschied nehmen von einem kleinen Paradies auf Erden. Die vorletzte Etappe der Seereise nach Auckland mit 5 Seetagen liegt vor mir. Zeit zum Sinnieren und Kontemplieren und was man sonst noch bei der Begutachtung von Meereswasser alles anstellen kann, vorausgesetzt Poseidon ist mir weiterhin wohl gesonnen wie zum bisher. Bis morgen!

25. Tag: Auf See

Ein in Papeete an Bord gekommener Astronom gibt einen ersten Überblick über das, was auf dem Weg nach Sydney der Sternenhimmel noch an Überraschungen bereit halten wird. Als jemand, der sich bisher mit der Himmelskunde nur im schulischen Erdkundeunterricht etwas vertraut machen konnte, fraglos eine günstige Gelegenheit, einen Teil meiner Zeit an den bevorstehenden Seetagen dieser Wissenschaft zu widmen.

Falls Himmel und Wetter es erlauben, ist für die nächsten Tage Sternensuche unter fachmännischer Anleitung angesagt. Aufgrund der wenigen Lichtquellen – abgesehen von der Schiffsbeleuchtung – in diesem entlegenen Gebiet sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Erforschung des Sternenhimmels zumindest hinsichtlich der Dunkelheit fast ideal.

Ob die Reaktionszeit meiner Augen ausreichen wird, um den selten zu beobachtenden „Green Flash“ zu erhaschen, wird sich zeigen. Da ich es bislang nicht geschafft habe, bin ich gedämpft optimistisch.

Das „Kreuz des Südens“ sollte ich unter Experten-Anleitung bestimmt zu sehen bekommen. Angesagt sind 5 Planeten und 21 der hellsten Sterne sowie sonstige am Himmel kreisende Objekte aus der Raumfahrt etc.. Schau’n wir mal.

Ein anderer Vortrag ruft bei mir Erinnerungen wach an einige der wunderbaren Geschichten, die der in Schottland geborene R. L. Stevenson im und über den Südpazifik geschrieben hat. Seine meisterlichen Erzählungen sind es u. a., die mich neugierig gemacht haben, diese entlegene Region der Erdkugel auch einmal persönlich zu bereisen.

Noch liegt eine mehrtägige Reise im Pazifik vor mir. Doch schon jetzt kann ich sagen: ein- oder zweimal paradiesische Inseln berührt zu haben.

26. Tag: Auf See

Heute lerne ich den Passagier kennen, der mit fast 1.500 Tagen Princess Cruises Schiffen die längste Zeit auf Kreuzfahrten mit dieser Schifffahrtsgesellschaft verbracht hat. Dieses ist seine 6. Weltreise von Ft. Lauderdale nach Rom (107 Tage). 76 Reisen hat er insgesamt mit dieser Reederei gemacht. Zuvor hatte er mit anderen Schiffen die Weltmeere durchkreuzt, bevor seine Liebe für Princess Cruises entflammte. Im Jahr ist er 9-10 Monate auf Reisen, vorwiegend auf dem Wasser. Bevorzugte Reiseziele sind Regionen, die noch einen exotischen Charme ausstrahlen und etwas anbieten, was er daheim nicht antrifft.

Er schätzt das „Zuhausgefühl“ auf dem Schiff, das ihn immer wieder zu Seereisen einlädt, um fremde Länder, Kulturen und Menschen kennenzulernen. Nach soviel Reisen kennt er die wichtigsten Mitglieder der Schiffsbesatzung und sie kennen ihn und begrüßen ihn bei jeder neuen Reise als alten Bekannten. Er bewertet aus seiner Sicht Kreuzfahrten als eine bequeme und preiswerte Art, die Schönheiten der Welt zu erkunden, auch wenn die kurzen Aufenthalte in manchen Häfen nur ein hineinschnuppern gestatten.

Sicherlich tragen zu seinem Wohlfühlen auch die mannigfaltigen Privilegien bei, ich als Erstreisender natürlich noch nicht genieße. Den „Elite“-Status erhält ein Passagier nach 150 Tagen oder 15 Teilstrecken auf einem Schiff aus der Princess Cruises Flotte. VIP-Aufenthaltsräume bei der Ein- und Ausschiffung, freie Wäsche (bei 107 Tagen um die Welt!), freie Internetminuten (ansonsten sauteuer!), keine Wartezeiten beim Tendern usw. usw.. Übrigens sollen sich 160 „Eliten“ auf dem Schiff befinden (von 620 Passagieren insgesamt). 40 der meist Gereisten werden während der Weltreise zum Kapitän’s Essen eingeladen (4 x).

Wenn mein Blick über das Pool-Deck schweift, wundere ich mich, wie der Vielreisende es schafft, die bei vielen nicht zu übersehenden Körperschwellungen zu vermeiden. Sein Geheimnis: täglich auf die Laufbahn. Nicht nur eine Runde, sondern mindesten 50 an der Zahl. Wie auf seinem Trikot erkennbar, hat er bereits vor Antritt dieser Reise mehr als 6.000 Meilen auf einem Princess Schiff joggend zurückgelegt. Bis Sydney werde ich es nicht mehr schaffen, diesen Rekord einzustellen.

Auf die Frage, wie er denn dieses nicht so ganz billige Hobby finanziere, verweist er auf die Optionsgeschäfte, die er offenbar erfolgreich tätigen muss, ansonsten könnte er sich diesen Spaß nicht leisten. An Bord gibt er dann und wann in seinen Vorträgen auch den einen oder anderen Hinweis. So ganz bin ich hinter das Geheimnis der wunderbaren Geldvermehrung durch Optionshandel nicht gekommen und tröste mich mit dem englischen Sprichwort: „You can’t teach an old dog new tricks!“

In seinem 1. Vortrag berichtet der ehemalige Astronaut Col. Walt Cunningham über seine Weltraum-Reise mit der Apollo. Faszinierende Fotos zeigen einen großartigen Blick auf die Erde. Sicherlich werden heutzutage eindrucksvollere Fotos von den Weltraumstationen aus gemacht als zu Beginn der Raumfahrt. Auch wenn die seinerzeitigen nicht immer die heutige Schärfe haben, sind es wichtige Zeitdokumente von den Anfängen, als der Mensch sich aufmachte, den Weltraum zu erkunden.

27. Tag: Auf See

Der heutige Tag steht ganz im Zeichen von Valentin. Die überwiegend amerikanischen Passagiere scheinen diesem Tag eine wesentlich größere Bedeutung beizumessen als ich es von zu Hause kenne. Man grüßt sich mit „Happy Valentine“, wenn man sich begegnet. Princess stilisiert diesen Tag sogar zu einem „Princess Nationalfeiertag“ hoch. Im Rahmen einer Erneuerungszeremonie werden Heiratsurkunden ausgestellt, die den Tag des Eheversprechens aktualisieren. Na ja, am Papier soll’s nicht scheitern.

So ein Schiff ist in der Tat ein Biotop. Robyn und Marc aus Vancouver frönen auf der Kreuzfahrt ihrem Reit-Hobby. Auf Grand Cayman haben sie einen Strandritt genossen, inklusiv schwimmen im Pazifik. Außerhalb der Stadt Lima sind sie einige Stunden über Land geritten. Auf Moorea ging es auf dem Pferderücken durch Kaffee-, Bananen-, Ananas- und Kokosnussplantagen. Selbstverständlich mit Helm. Ich erinnere mich an die Warnung des lokalen Reiseführers. Er schätzt die Gefahr, von einem mit Milch gefüllten Fruchtgeschoss getroffen zu werden, höher ein als die, von einem Haifisch gebissen zu werden.

In Auckland soll es auf eine Ranch zum reiten gehen. Im Sommer geht es auf eine Reitsafari in Botswana. Buchbar sind die Ausritte über Spezialanbieter. Die wichtigsten Reitutensilien nehmen sie von zu Hause auf die Reise mit (Helm, Stiefel, Reithose etc.) Bisher kannte ich nur Spezial-Kreuzfahrtreisen für Golf, Gourmets, Oper, Kunst, Kultur, Musik und einige andere „Spezialitäten“. Dass jemand sich auf ein Schiff im Pazifischen Ozean begibt, um auf dem Rücken eines Pferdes die Region zu erkunden, ist für mich ein bemerkenswertes Novum.

Aber was sind schon Valentinstag und Reiten an entlegenen Orten verglichen mit dem, was mir heute widerfahren ist. Mit Sonntag, den 13. Februar 2011, ist völlig unerwartet ein ganzer Tag abhanden gekommen und wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahre, wird er sich in diesem Jahr auch nicht mehr blicken lassen allen Hoffnungen zum Trotz. Er wird mir sehr fehlen!

Unfreundlicher Grenzakt
Tagelang nun schon stampft das Schiff,
haushoch die Wellen, Vulkankegel, Korallenriff,
Kurs Richtung Westen.
Taifundurchschüttelt, Poseidon-Molesten.
Kein Mann über Board.
Über Nacht, unwiederbringlich fort,
buchstäblich ins Wasser ein Tag ist gefallen,
hatte versäumt sich anzuschnallen.

28. Tag: Auf See

Eines der spannendsten Projekte der 60- und 70-er Jahre des vorigen Jahrhunderts war zweifellos der Aufbruch ins Weltall und das Wettrennen zum Mond zwischen den USA und der damaligen UDSSR.

Ein ehemaliger Astronaut schildert in einem atemberaubenden Vortrag seinen ersten bemannten Flug des Apollo Programms zum Mond und wie ein US-Bürger als erster in der Menschheitsgeschichte seinen Fuß auf diesen Planeten setzte.

Der damalige Präsident Kennedy hatte die NASA vor diese große Herausforderung gestellt, an deren Bewältigung auch deutsche Wissenschaftler maßgeblich beteiligt waren. Auch wenn es immer wieder Rückschläge gab, wurde in einem mehrjährigen Testprogramm das Vorhaben – wie wir wissen -erfolgreich abgeschlossen. Es war eine Frage des nationalen Stolzes, das Wettrennen zum Mond mit der EX-Sowjetunion zu gewinnen.

Dieser Stolz durchdringt auch den Vortrag des ehemaligen Astronauten. Er lässt dabei auch Gefühle erkennen, die ich bei einem Mann nicht vermutet hatte, der zu einem der größten Abenteuer der Weltraumfahrt bereit war. „Auch wir Astronauten sind nur Menschen“, lässt er einmal bescheiden durchblicken, bevor der Stolz auf seine Leistung für seine Nation wieder durchbricht.

Interessant der Gedanke, der ihm beim Anblick der Bilder von der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking durch den Kopf schoss. China werde in einigen Jahren über die Technologie und die finanziellen Ressourcen verfügen, um als 1. Land einen Menschen auf den Mars zu schicken, sofern die politische Führung solch ein Vorhaben als vorrangiges strategisches Weltraumziel ausgeben sollte. Ein bisschen Wehmut glaube ich nicht überhören zu können.

Mein Versuch, beim Pferderennen meine klamme Reisekasse wieder etwas auffüllen zu können, ist kläglich gescheitert. Was kann ich von diesen Holzkreaturen denn schon anderes erwarten als solch ein Material hergibt. Letzte Hoffnung ist ein erneuter Casino-Besuch. Aber nach der ersten Erfahrung mit den einarmigen Banditen und den Spieltischen sollte ich nicht zu optimistisch sein. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich nicht immer zuerst.

29. Tag: Auckland

Nach 5 Tagen nur Wasser unter mir, erstmal wieder festen Boden unter den Füßen. Auf der Fahrt hierher hatte der Kapitän zwar eine holprige Strecke gewählt, die einigen Passagieren einen blassen Schleier über ihr Gesicht gelegt und mit der er ihnen einen strikten Kabinen- oder Reeling-Aufenthaltszwang verordnet hatte. Diese Passagiere sehnten das Betreten können von Festland mit besonderer Intensität herbei.

Meine Sehnsucht wurde überlagert von der Sorge, dass mich in Neuseeland die Tektonik mit dem Aufeinandertreffen zweier Erdplatten überraschen könnte. Noch hat die Erde nicht gewackelt. Ich hoffe, dass sich bis zum Auslaufen des Schiffes daran auch nichts ändern wird. In einigen Stunden wird das Schiff ablegen, sobald die Maori-Tänzer das Schiff verlassen haben.

Neuseeland ist die größte Staat Polynesiens. Von den rd. 4.4 Mio. Bewohnern lebt etwa ein Drittel in Auckland. 70 % sind Europäer. Der starke Zuzug besonders von Menschen aus dem asiatischen Raum wird diesen Anteil demnächst verringern. 80 % der Bevölkerung sind Christen. Mit durchschnittlich 37 Jahren ist das Alter der Bevölkerung vergleichsweise niedrig. Auf jeden Bürger entfallen rd. 10 Schafe, statistisch gesehen. Obstanbau, Weinerzeugung, Schafzucht sind wichtige Säulen der Landwirtschaft. Die neuseeländischen Weine genießen inzwischen einen herausragenden Ruf auf dem Weltweinmarkt. Ich schätze besonders den Savignon Blanc.

Die Briten kauften den Maori das Land, auf dem heute Auckland, steht für $110 ab. Großzügig legten sie noch ein paar Dinge drauf, die sich für die Einheimischen als im Grunde wertlos erwiesen.

Auckland zählt sich zu den Top-Städten der Welt mit dem höchsten Lebensstil bzw. der höchsten Lebensqualität. Dazu trägt u. a. auch die Lage am Wasser bei. Die Stadt wird wegen der vielen Schiffe und Boote auch die „City of Sails“ genannt. Als Multikulti-Stadt macht sie auf mich einen geschäftlich-friedlichen und äußerst sauberen Eindruck. Auckland war mal Hauptstadt (1842 – 1865), bevor Wellington diese Rolle übernahm. Auckland ist zweifellos auch das industrielle und kommerzielle Zentrum des Landes. Die Antarktis- und Unterwasserwelt, der Rosengarten mit prämierten Züchtungen, das Historische Museum, die Dreifaltigkeitskirche, das Stadttheater, der „Sky Tower“ sind einige der touristischen Sehenswürdigkeiten, die Auckland als Stadt zu bieten hat. Zum Banjo Springen von da oben konnte ich mich nicht durchringen. Man weiß ja nie, ob nicht die Gewichtszunahme während Reise ein zusätzliches Risiko auslöst. Man muss ja auch nicht jede Verrücktheit mit anderen teilen.

Erschrocken bin ich, als ich das erste Mal die Straße überqueren wollte. Nicht weil hier Linksverkehr herrscht. Nein, hier überqueren die Fußgänger eine Straßenkreuzung nicht nur wie bei uns üblich, sondern zusätzlich auch noch diagonal. Dank meiner noch einigermaßen intakten Reflexe konnte ich größeren Zusammenstoßschaden von anderen und von mir abwenden.

Parnell Village beeindruckt mit einigen Gebäuden im Viktorianischen Stil, mit eleganten Restaurants, Cafes, Boutiquen, Galerien, Antiquitätengeschäften und schick anzusehen Menschen. Dort lerne ich auch das Steinhaus (erbaut 1857) von John Kinder kennen. Er war 1. Schulleiter der British Grammer School und hatte sich einen Namen gemacht als Maler, Zeichner, Fotograph und Philosoph. Sein Wohnhaus gibt einen interessanten Einblick in sein Wirken.

Dass nicht nur in den USA die verlängerten Limousinen ihren Platz haben, zeigt eine Hochzeitsfeier in der Kapelle der Dreifaltigkeitskirche, die mir zufällig über den Weg lief. Manchmal kann es offenbar auch etwas mehr bzw. größer sein.

30. Tag: Auf See

Richtung Norden die Westküste Neuseelands hoch, vorbei an den Dreikönigsinseln nimmt das Schiff inzwischen westlichen Kurs Richtung Sydney.

Ein Albatros hat sich auf unsere Fährte gemacht. Doch in einer Entfernung, dass nur die mit einem Fernglas ausgerüsteten Passagiere ihn bewundern können. Ich leihe mir eins aus und sehe trotzdem nichts.

Was füllt an einem weiteren Seetag die Passagiere aus, nachdem diesem schon eine ganze Reihe vorausgegangen sind? Fantastische Wolkengebilde, Wasserkapriolen oder wie man sie auch immer nennen mag, und das übliche Bord-Leben mit Small Talk, Chorsingen, Getränke mixen, Powerpoint, Line Dance, Bridge, Bauchtanz für die Taille ( sofern noch formbar), Casino, Bingo, Sternegucken usw. usw..

An einem solchen Tag werden an Bord gemachte Beobachtungen zu kleinen Höhepunkten zum Schmunzeln oder auch nicht. Eine US-Bürgerin möchte - bereits mit US-Briefmarken versehene - Postkarten über den Hafenagenten in Australien in ihre Heimat schicken lassen. Freundlich macht die Dame an der Rezeption sie darauf aufmerksam, dass die auf die Karten geklebten US-Briefmarken in Australien nicht gültig seien. Konsterniert gibt die Passagierin zu verstehen, US-Briefmarken seien doch wohl auf der ganzen Welt verwendbar. Sie sähe nicht ein, „doppelt“ Porto zu bezahlen. Auch ich kann sie nicht eines Besseren belehren. Beleidigt flüchtet sie in ihre Kabine.

Ich fürchte, sie wird früher in ihrer Heimat zurück sein als ihre Postkarten dort eintreffen, sofern sie überhaupt über den Teich geflogen werden. Ich kann mir vorstellen, sie nimmt ihre Post persönlich mit und wirft sie zu hause in den Briefkasten. Unstrittig die sicherste Transportart unter diesen Umständen. Davon ausgehend, dass ich nicht zu den Adressaten gehöre, werde ich über den Ausgang dieser Geschichte nichts Weiteres berichten können.

31. Tag: Auf See

Einer der wenigen deutschen „Offiziellen“ an Bord des Schiffes ist der Schiffsarzt Dr. Nikolas Hoffmann. Als Internist betrieb er nach dem Medizin-Studium eine Praxis in Schweinfurt bis er sich mit Ende 40 für einen neuen Lebensentwurf entschied, zusammen mit seiner Frau, die ihn auch auf den Schiffsreisen regelmäßig begleitet.

Er spielte Golf, was so manche beginnen, wenn sie zuviel Zeit haben, engagierte sich u. a. in der Kommunalpolitik. Doch all das konnte keine Reise- und Abenteuerlust nicht befriedigen, die ihn schon in seiner Kindheit befallen hatte. Nach seinem Wehrdienst bei der Marine als Schiffsarzt auf einem Zerstörer, Mitarbeit auf einer evangelischen Missionsstation in Simbabwe, Baustellenarzt bei Bilfinger & Berger in Nigeria (5 Jahre für die medizinische Betreuung von 30.000 Mitarbeitern verantwortlich) und zahlreichen Reisen zog es ihn aufs Wasser zurück.

Seit 7 Jahren ist er nun schon auf verschiedenen Schiffen von P&O, Cunard, Seaborn, Princess, die alle zu Carnival Cruises gehören, als Schiffsarzt tätig. Alle 56 Schiffe haben die gleiche Ausrüstung, die gleiche Administration, die gleich Soft- und Hardware, so dass ein Wechsel auf ein anderes Schiff der Reederei ohne größere Einarbeit möglich ist. Die medizinische Versorgung ist laut Dr. Hoffmann auf einem hohen Niveau. ISO-zertifiziert und genügt hohen Standards.

4 Monate kümmert er sich mit seiner Mannschaft um das gesundheitliche Wohl der Passagiere, wozu auch eine Zwangsquarantäne gehören kann, wenn der medizinische Befund dies für unverzichtbar ausweist. Dieses Mal dauert sein Einsatz bis Rom, der letzten Station der ganzen Weltreise. Ich muss ja schon in Sydney von Bord als „kleiner" Weltreisender.

Nach 2-montiger Unterbrechung wird Dr. Hoffmann, getrieben von seinem unruhigen Geist, seiner Reise- und Abenteuerlust, sicherlich dem nächsten Einsatz auf einem der Schiffe der Carnival Cruises Gruppe entgegenfiebern. Doch vorher müssen die Rosen in seinem Garten geschnitten werden und all das muss aufgearbeitet werden, was während seines Einsatzes als Schiffsarzt zu Hause liegen geblieben ist und nicht unterwegs erledigt werden konnte. Hätte ich früher gewusst, wie spannend und interessant der Arzt-Beruf sein kann, hätte ich mich vielleicht – oder auch vielleicht nicht – für eine andere Ausbildung entschieden. Poseidon zeigt gelegentlich auch sein grimmiges Gesicht. Für den Schiffsarzt jedoch nicht ganz unwillkommen, denke ich als Laie.

32. Tag: Auf See

Nachdem mich das Verschicken meines Berichtes am 19. Februar sage und schreibe einen halben Abend gekostet hat und letztlich doch nur Fragmente versendet wurden, beschließe ich, auf diese Form der Kommunikation vom Schiff aus fortan zu verzichten.

Wenn man beim Versenden einer e-mail stundenlang gebannt auf den Bildschirm „glotz“ und mit ansehen muss, dass sich minutenlang gar nichts tut, stellt das für mich eine Vergeudung kostbarer Reisezeit dar, vom verschwendeten Geld ganz zu schweigen. Nur zur Information: 1 Minute im Internet kostet 0,75 $ Cent, wählt man die Option „pay as you go“. Im Paket ist es zwar etwas günstiger, doch weiß man im voraus nicht, wie viel Zeit man tatsächlich benötigen wird, abhängig von der unbekannten Übertragungsgeschwindigkeit. Bis man auf seiner Web-Seite angelangt ist, vergehen i. d. R. bis zu 10 Minuten oder unter Umständen auch mehr.

Der „Upload“ von Fotos (Auflösung 640x480 Pixel mit 72 dpi) geht manchmal in einem Tempo vor sich, um das man nicht einmal eine Schnecke beneiden würde. Bei meiner Beschwerde beruft sich die Internet Cafe Managerin auf das Internet, auf das man nun einmal keinen Einfluss habe. Der Kapitän reagiert erst gar nicht!

In der Hoffnung, dass sich der Internet-Service an Land wieder normalisieren wird, unterbreche ich die Berichterstattung vom Schiff aus. Sie kostet nur Nerven und Geld. Mir ist die Zeit des Wartens auf etwas, was vielleicht geschieht oder auch nicht, ganz einfach zu schade und zu kostbar. Da gibt es auch an Seetagen Interessanteres zu tun, z. B. ein weiters Epigramm-Bändchen fertig zustellen. Was mir auch weitestgehend gelungen ist.

Schau’n wir mal, ob und wie es weiter gehen wird, wenn ich wieder festen Boden unter den Füßen habe. Ansonsten bedanke ich mich schon jetzt für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse.

33. Tag: Ankunft in Sydney (letzter Tag an Bord)

Heute ist der letzte Tag an Bord des Schiffes. Es heißt Abschied nehmen von den vielen Freunden, die man auf der Kreuzfahrt gewonnen hat und die die Reise fortsetzen werden. Visitenkarten werden ausgetauscht und schon wieder muss ich feststellen, dass ich - wie schon so häufig zuvor - zu wenige eingesteckt habe. Man verspricht sich, in Verbindung zu bleiben. Die Erfahrung lehrt, manche Kontakte verflüchtigen sich rasch. Andere wiederum halten eine Ewigkeit und bereichern auch noch lange nach dem Abschied den Alltag.

Die Einreiseformalitäten erledige ich schon heute, obgleich die offizielle Ausschiffung erst am 22. Februar erfolgen wird. Das gibt mir Gelegenheit, schon heute die Stadt etwas auf eigene Faust zu erkunden, bevor mir morgen aus berufenem Munde auf der geplanten Stadtrundfahrt Sydney näher gebracht wird.

Deshalb will ich hier auch nichts vorwegnehmen, was ich morgen sicherlich noch einmal sehen werde, bis auf ein paar optische Eindrücke, die ich während meines Schlenderns durch die äußerst lebendige Stadt gewonnen habe. Ansonsten würde es sicherlich zu unnötigen Duplikationen kommen.

34. Tag: Sydney

Nach tagelangem „Wasserbewundern“ endlich wieder festen Boden unter den Füßen.

Bei der Stadtrundfahrt unmittelbar nach der Ausschiffung erfahre ich viel Neues. Einiges aus dem Erd- und Geschichtskundeunterricht, das noch schemenhaft in Erinnerung geblieben ist, wird wieder ins Gedächtnis zurückgerufen. Nach den auf der Stadtrundfahrt gewonnen Eindrücken wundere ich mich nicht, dass Sydney auf Rang 10 der Städte-Bestenliste steht, gemessen an der Lebensqualität. Voller Leben und Dynamik, Geschäftstätigkeit im Zentrum gibt es aber auch Oasen der Erholung an den zahlreichen Stränden, in den gepflegten Parkanlagen, Kultur- und Kunsteinrichtungen, Cafés, Clubs und an zahlreichen anderen Plätzen, wo der Bürger die Seele baumeln lassen kann.

Als erster entdeckte der Holländer W. Janzoon diesen entfernten Fleck der Erde, bevor Captain Cook und Tasmann sich hier blicken ließen. Auf der riesigen Fläche Australiens tummeln sich nicht einmal ein Drittel der Einwohner der Bundesrepublik. Von den Ureinwohnern, den Aborigines, sind weniger als 1% übrig geblieben. Dem einen oder anderen begegne ich auf der Rundfahrt.

1788 wurde hier die Fahne Großbritanniens gehisst, als eine Gruppe von Siedlern, Abenteurern und Strafgefangenen unter der Leitung von Kapitän A. Phillip hier eintraf, nachdem die Gefängnisse in der Heimat aus allen Nähten platzten und man nach sicheren „Unterkünften“ Ausschau hielt.

In Sydney (knapp 1.4 Mio Einwohner) schlägt das kommerzielle und wirtschaftliche Herz des Landes. Die Stadt bietet eine Palette an Sehenswertem, das ich bei der Stadtrundfahrt natürlich nur „anschnuppern“ kann. An der Spitze das weltberühmte Opernhaus. Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1959 dauerte es sage und schreibe fast anderthalb Jahrzehnte, bis es eröffnet werden konnte. Differenzen mit dem dänischen Architekten, Statik- und finanzielle Probleme ließen den Bau zeitweise in Stocken geraten. Die mit ursprünglich 7 Mio A$ veranschlagten Kosten liefen völlig aus dem Ruder. Am Ende standen 102 A$ auf dem „Speisezettel“, von dem ein erheblicher Teil über eine eigens für dieses Projekt ins Leben gerufene Lotterie verspeist wurde. Was sind da schon die vergleichsweise moderaten Kostensteigerungen bei der Hamburger Elbphilharmonie und die bei Stuttgart 21 zu erwartenden bzw. bereits eingetreten Budgetabweichungen.

Von der Topographie her ist Sydney eine „Bergauf-, Bergabstadt“ mit vorwiegend im Reihenhausstil gebauten Wohngebäuden aus Sandstein. Ehemalige Hafen-Lagerhallen wurden zu schicken Wohnungen umgebaut. Hohen Wert legt die Stadtverwaltung auf den Denkmalschutz. Selbstverständlich lässt sie sich auch immer wieder etwas „Revolutionäres“ einfallen, wie die Einrichtung von grün gefärbten Radwegen. Eine Zählung soll ergeben haben, dass immerhin 5-7 Radfahrer in einer Stunde auf ihnen in die Pedale getreten haben.

Neben dem Opernhaus zählt sicherlich die Harbour Bridge zu den großen Attraktionen der Stadt. Die 1932 eröffnete Spannbrücke ist von Wagemutigen auch zu besteigen, aber nur angeseilt. Bei dem hier herrschenden Wind und meinem Körpergewicht bin ich nicht ganz sicher, ob die Seile das aushalten würden und bewundere lieber die Brücke bei einer Bootsfahrt von unten.

Das restliche Stadtrundfahrtprogramm ist so reichhaltig, dass ich auf Einzelheiten verzichten möchte: Darling Harbour, das Meeresmuseum, der Botanische Garten, die Kunstgalerie, die Rocks mit Häusern aus der Frühphase der Besiedlung, die Nationalbibliothek, St. Marys Kathedrale, Woolloomooloo, Bondi Beach, die Hafeneinfahrt, der exklusive Stadtteil Double Bay, Kings Cross, die Einschienenbahn, mit der ich 3x durch die Stadt kurve, der Fischmarkt, China Town,, die über 200 Golfplätze, die Flora und Fauna mit den Koalabären als Langschläfer (16-18 Stunden/Tag), den Kängeruhs ( max. Geschwindigkeit 60 km), da hilft keine Flucht zu Fuß, wenn man ihre Sympathie aufs Spiel gesetzt hat. Nicht zu vergessen die mehr als 1 Mio Kamele, die insbesondere bei länger anhaltenden Trockenperioden ein Ärgernis darstellen. Mit rd. 30% ist der Anteil der öffentlichen Schulen vergleichsweise gering. Die als Ganztagsschulen geführte privaten Ausbildungseinrichtungen kosten 20. – 25.000 A$ jährlich!

Das alles stürmt heute im Rahmen der Stadtrundfahrt an Informationen und Eindrücken auf mich ein. Nur gut, dass der morgige Tag zur freien Verfügung steht, um das eine andere oder andere zu vertiefen oder auch schnell wieder zu vergessen. Mir brummt der Schädel. Deshalb Schluss für heute!

35. Tag: Sydney

Nach der gestrigen Erkundung der Stadt im Schnelldurchlauf, gilt der heutige Tag der Vertiefung des einen oder anderen Eindrucks.

Die Rocks ist eines der Stadtviertel, in dem das historische Sydney teilweise noch am stärksten pulsiert. Die Marina Kirche, in der Segler und Soldaten vor der Ausfahrt sich noch den Segen geben ließen in der Hoffnung auf eine glückliche Heimkehr. So manche Hoffnung erwies sich später als trügerisch.

Die „blinden“ Fenster in einigen Häusern dokumentieren den Einfallsreichtum der damaligen Bürger, der schon seinerzeit herrschenden Gier des Staates ein Schnippchen zu schlagen. Die Anzahl der Fenster war eine der Steuerbemessungsgrundlagen.

Beim Schlendern durch den Botanischen Garten uralte Bäume von einmalig schöner Gestalt und Einmaligkeit. spätsommerliche Blütenpracht, Flugfüchse (-hunde) kurven bedrohlich nah mit ihren weiten Schwingen über mein Haupt. Die vermeintliche Wunderwirkung ihrer Fallerzeugnisse auf die Haarpracht ist nach einem Tag noch nicht zu erkennen. Aber nur Geduld. Die Hoffnung stirbt manchmal zu erst. Na ja!

Höhepunkt des Tages ist der Opern-Besuch. Hatten wir die Reise bisher ohne Schwund hinter uns gebracht, erwischt es uns in der Person der „Madam Butterfly“ am Ende doch noch. Zum Glück nur indirekt auf der Bühne. Aber dafür singend theatralisch.

Morgen heißt es Abschied nehmen von einer Stadt voller Lebensfreude und Begeisterung. Nach meiner höchst persönlichen Einschätzung auch von einer Stadt des Savoire Vivre. Soviel essende und trinkende Menschen habe ich bislang in noch keiner Großstadt erlebt. Ich habe den Eindruck, die Sydneyer verbringen große Teile des Tages in Restaurants, Cafés, Pups und Clubs oder vergleichbaren Einrichtungen.

Ein Australier räumt ein, dass die Aussis dem leiblichen Wohl durchaus zugetan sind. Er deutet jedoch im gleichen Atemzug auf die zahlreichen Riesenkreuzfahrtschiffe hin, die täglich mehrere tausend Passagiere ausspucken. Er könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Fahrgäste an Bord an Hunger oder Durst leiden und König Schmalhans auf den Schiffen regiere. Sobald ein Schiff frei gegeben ist, schwärmen die Passagiere eiligen Schrittes in die umliegenden Restaurants, Pups, Cafés und was es sonst noch gibt an Durst- und Hunger stillenden Etablissements.

Die Stadtbewohner sehen diesen Ansturm mit einem lachenden und weinenden Auge. Die Gastronomie freut sich und der frustrierte einheimische Gast hält vergeblich nach einem freien Tisch Ausschau. Augen zwinkernd erklärt er mir, dass sich dies nach dem Willen der Stadtväter ändern solle. Mindest 10% der Tische müssen demnächst für die Bürger der Stadt frei gehalten werden. Ansonsten drohen drakonische Strafen. Ausweisen muss man sich nicht. Man erkennt sich am Akzent, eine veredelte Form der englischen Sprache.

Um der mühsamen Suche eines freien Platzes bei meinem nächsten Sydney-Besuch vorzubeugen, werde ich versuchen, den typischen Akzent vorher einzuüben. Dieser Mühe werde ich mich aber erst dann unterziehen, wenn die umstrittene Verordnung in Kraft getreten ist. Einige Stadtväter sehen darin einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, andere sogar die Gefahr, dass Sydney auf die „Schwarze Liste“ gesetzt und künftig großräumig umfahren wird von den Kreuzfahrtschiffen.

Die Nacht ist kurz. Der A380 wartet auf mich.

36. Tag: Von Sydney nach Singapore

Heute geht es schon früh aus den Federn. Abflug 9.15 Uhr nach Singapore, der letzten Station der Weltreise.

Der Flug verläuft ganz schön holprig. Mehrere Male erschüttern heftige Turbulenzen den Riesenvogel und mich mit. Immer wieder muss der Board-Service unterbrochen werden. Brav angeschnallt - damit man mit dem Kopf nicht irgendwo landet, wo eine schmerzhafte horizontale Quetschung ausgelöst werden könnte - hoffe ich, dass der „Spuk“ bald vorüber ist.

Dieses ist mein 1. Flug mit dem A380, einem mächtigen Fluggerät. Wäre die Flugstraße nicht voller Schlaglöcher gewesen, wäre der Flug auch durchaus angenehm gewesen. Schließlich nach nur 7- stündigem Flug wegen starken Rückenwinds landet die Maschine problemlos auf einem der modernsten Flughäfen der Welt.

Trotz vieler Passagiere extrem zügige Abfertigung durch die Einwanderungsbehörde. Keine Schlangen! Anscheinend lässt sich mit einer effizienten Organisation auch eine große Anzahl von ankommenden Passagieren in kürzester Zeit abfertigen. Daran könnte sich so mancher Flughafen ein Beispiel nehmen, wo die Einreiseformalitäten fast so lange wie der ganze Flug dauern.

Am Nachmittag noch ein kurzes Hineinschnuppern in eine Stadt voller Vitalität und Lebendigkeit. Das Menschengewusel in der Orchard RD. ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die auf morgen verschobene Stadtrundfahrt wird mir die Stadt sicherlich ein wenig näherbringen. Dann mehr!

37. - 38. Tag: Singapore

Singapore, ein kleiner Stadtstaat (gut 4 Mio. Einwohner auf rd. 700 km²), war bis 1963 Englische Kronkolonie. 1965 wurde Singapore unabhängig. Die Stadt war 1942-1945 von Japan besetzt und ist zum Kriegsende auch heftig bombadiert worden. Deshalb ist das historische Altstadtgebiet auch relativ klein. Viele Gebäude, die den Krieg überstanden hatten, sind im Zuge des Ausbaus und der Modernisierung der Stadt der Abrissbirne zum Opfer gefallen.

Der Stadtstaat legt besonderen Wert auf Ausbildung seiner Bürger. Das Schulsystem ist weitgehend dem des englischen Cambridge angelehnt. Englisch ist auch die Unterrichtssprache. Daneben gibt es 4 offizielle Landessprachen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Neben 3 nationalen können die Studenten zwischen 20 internationalen Universitäten wählen. Den überwiegenden Anteil an der Bevölkerung stellen die Chinesen (76%), gefolgt von den Malayen (14%) und den Indern.

Singapore ist es offensichtlich gelungen, mit Hilfe einer klugen und weitsichtigen Ordnungspolitik Harmonie in der Bevölkerung herzustellen. Die verschiedenen Rassen leben Tür an Tür (keine Ghettos), womit das Zusammenleben und –wachsen gefördert wird. Die verschiedenen Glaubensgemeinschaften zeugen von der Religionsfreiheit in diesem Stadtstaat. Die Arbeitslosenquote liegt unter 2%. Hierfür sorgt eine gezielte Zuwanderungspolitik. Der Gastarbeiter erhält zunächst eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung für 4 Jahre. Muss dann das Land für mindestens ½ Jahr verlassen, bevor er für weitere 4 Jahre arbeiten darf. Eine weitere Verlängerung ist offiziell nicht möglich, um auch anderen eine Chance zu geben, sich zu bewerben.

Dass Singapore eine der saubersten Städte Südostasiens ist, ist auf den ersten Blick erkennbar. Drakonische Strafen drohen jedem Bürger, der gegen die Gesetze, Verordnungen und Bestimmungen verstößt. Sogar Straßenkehren soll dazu gehören, wenn notorische Sünder keine Einsicht zeigen. Bei vergleichbaren Regeln könnten die Schwaben vielleicht auf die obligatorische Kehrwoche verzichten.

Auf den Straßen der Stadt fahren fast nur neuwertige Autos. Nach 10 Jahren muss ein Auto verschrottet werden bzw. verliert seine Zulassung (Taxis bereits nach 7 Jahren). Die Zulassung (CEO) muss ersteigert werden und kostet einiges (40.000 S$ z.Zt.).

Mit der PRP ist seit der Unabhängigkeit immer die gleiche Partei an der Macht. Dank einer weitsichtigen, teils aber auch rigiden Politik ist es der Regierung gelungen, Singapore zu einem der erfolgreichsten Länder im asiatischen Raum zu entwickeln. An 1. Stelle des Einnahmeaufkommens steht das Hafengeschäft, gefolgt von Finanzgeschäften und dem Tourismus. Staatliche Förderprogramme unterstützen die Bewohner, Wohneigentum zu erwerben. Nach wie vor gibt es die Prügel- und Todesstrafe.

Der Gang durch den Botanischen Garten (450.000 Orchideen) taucht mich in eine Blütenpracht von einmaliger Schönheit. Im Indischen Viertel duftet mir das ganze Aroma der asiatischen Gewürze und Speisen entgegen wie auch in China Town. Auf einem der 16 Championship-Plätze kämpfen in diesen Tagen die Golfdamen um Prämien und Ehre. Ich halte mich vorsichtshalber in sicherer Entfernung von der Anlage auf, wann weiß ja nie, wohin sich so ein Querschläger einmal ungewollt schmerzhaft verirren kann.

Der Abend klingt aus bei einem Singapore Sling in der Long Bar des Raffles Hotels und einem thailändischen Essen am Singapore Fluß, wo sich Restaurants und Pups wie an einer Kette aneinanderreihen. Nach dem wolkenbruchartigen Regenschauer am Nachmittag ein wunderschöner Abschied von einem ereignisreichen Tag.

39. Tag: Singapore & Abschied

Heute geht es mit einer Dschunke auf die Kusu Insel. Bei der Fahrt durch den Hafen gaffen mich ganze Breitseiten von Kränen an. Spaßvögel nennen die über der ganzen Stadt kreisenden Baukräne schon den „Nationalvogel“ Singapores. Optisch ist die Ähnlichkeit frappierend. Im Hafen liegen täglich im Schnitt 800 Schiffe auf Reede und warten auf Ladung. Mit einer Tiefe von rd. 65 m bietet sich der Tiefseehafen auch für große Fracht- und Containerschiffe als Verladehafen an. Er liegt geschützt zwischen Indonesien auf der einen Seite und Malaysia auf der anderen Seite und ist somit ohne Beeinträchtigungen durch Naturereignisse immer nutzbar.

Auf Kusu Island (Schildkröten Insel) vertrete ich mir eine halbe Stunde lang die Füße. Außer der Besichtigung einer Tempelanlage kann ich dort auch nicht viel anderes unternehmen. Sammle ein paar Muscheln – übrigens das preiswerteste Reisemitbringsel mit Garantie, dass es spätestens nach der Heimkehr in der Mülltonne landet. Aber wozu schleppt man sonst schon etwas aus der Fremde mit nach Hause.

Alle meine übrig gebliebenen Münzen versenke ich auf der Schildkröten Insel im Wunschbrunnen. Regelmäßig treffe ich auch eine der kleinen Glocken. Wirkung kann ich bis jetzt noch keine feststellen. Die Reiseführerin vertröstet mich auf die Langzeitwirkung des Münzenwerfens und mahnt zur Geduld an. Bei anderen Besuchern seien die im voraus bezahlten Wünsche auch erst nach Jahrzehnten in Erfüllung gegangen. Das sei nun einmal das Schicksal all derer, die blauäugig wie ich in Vorlage treten.

Das Ende der Weltreise mit vielen unvergesslichen und vergessbaren Eindrücken rückt unaufschiebbar näher. Morgen um diese Zeit wird mir der eisige Wind des Winters wieder um die Ohren fegen. Ich werde zurückdenken an aufregende und weniger aufregende Augenblicke. An eine Zeit, in der ich die Seele baumeln lassen konnte und die Langsamkeit wieder Einkehr hielt.

Manche Flecke der Erde bedürfen vieler Besuche, um ihnen auf die Spur zu kommen. Ganz verstehen wird man ihre Eigenheiten und Besonderheiten jedoch nie. Und das ist das Geheimnis der Faszination, die sie auf einen Besucher ausstrahlen. Nichts geht über die eigenen Erfahrungen, die ich an all den Plätzen sammeln konnte an Exotik, Düften, Gerüchten, Farben, Lauten, Klängen und Menschen, die an von uns weit entfernten Stellen des Globus ihren Platz fürs Leben gefunden haben. Überall wird gelacht, geredet, gestikuliert und lamentiert. Lautstärke und wilde Gebärden gehören gelegentlich dazu.

Ich war dann mal weg. Habe gesucht nach dem Fremden in mir und es nicht gefunden.

Ihr Reiseverlauf

Erleben Sie eine einmalige Reise um die Welt.

Von New York, über Fort Lauderdale, den Südpazifik und Sydney nach Singapur. Gehen Sie mit uns auf große Fahrt und erleben Sie eine Traumkreuzfahrt. Auf der Schiffsroute erwarten Sie Kultur und Natur sowie Erholung und Entspannung in einer ausgewogenen Zusammenstellung durch den Südpazifik. An den Seetagen können Sie auf der luxuriösen Pacific Princess entspannen und an vielen Bordaktivitäten teilnehmen.

1 .Tag - Anreise
Flug von Deutschland nach New York (USA), Stadtrundfahrt, Transfer zum Hotel, Rest des Tages zur freien Verfügung.

2. Tag - New York (USA)
Ausflug zur Freiheitsstatue, Rest des Tages zur freien Verfügung.

3. Tag - New York (USA)
Transfer zum Flughafen, Flug nach Ft. Lauderdale (USA), Stadtrundfahrt, Transfer zum Hafen, Einschiffung.

4. Tag - Erholung auf See

5. Tag - Grand Cayman (Kaimaninseln)

6. Tag - Erholung auf See

7. Tag - Panama Kanal

8. Tag - Erholung auf See

9. Tag - Manta (Ecuador)

10. Tag - Erholung auf See

11. - 12. Tag - Callao (Peru)

13 - 16. Tag - Erholung auf See

17. Tag - Osterinseln (Chile)

18. - 19. Tag - Erholung auf See

20. Tag - Pitcairn (Pitcairninseln)

21. - 22. Tag - Erholung auf See

23 .Tag - Papeete (Franz. Polynesien)

24. Tag - Moorea (Franz. Polynesien)

25. - 26. Tag - Erholung auf See

27. Tag - Internationale Datumsgrenze (Seetag)

28. Tag - Erholung auf See

29. Tag - Auckland (Neuseeland)

30. - 32. Tag - Erholung auf See

33. Tag - Sydney (Australien)

34. Tag - Sydney (Australien)
Ausschiffung, Stadtrundfahrt, Transfer zum Hotel, Rest des Tages zur freien Verfügung.

35. Tag - Sydney (Australien)
Tag zur freien Verfügung.

36. Tag - Sydney (Australien)
Transfer zum Flughafen, Flug nach Singapur, Stadrundfahrt, Transfer zum Hotel.

37. - 38. Tag - Singapur
Tage zur freien Verfügung

39. Tag - Singapur
Transfer zum Flughafen, Rückflug nach Deutschland

40. Tag - Ankunft in Deutschland