November - Dezember 2013

Entdecken Sie auf dieser einzigartigen Rundreise zu Land und zu Wasser Thailand, das Land des Lächelns, die Perle Asiens, wie Vietnam ebenfalls genannt wird und Kambodscha mit dem UNESCO Weltkulturerbe Angkor Wat.

Ihr Chronist

Hallo Berge & Meer Freunde,

es ist wieder so weit, das Reisefieber hat uns gepackt. Es treibt uns (das sind Michaela und Michael aus dem schönen Nordrhein Westphalen) in das ferne Indochina.

Auf unserer Reise durch 4 Länder begegnen wir immer wieder einem Fluss der von der Quelle bis zur Mündung 7 Namen trägt. Bei uns ist dieser Fluss unter dem Namen „Mekong“ bekannt.

Begleitet uns doch auf dieser Reise und seit gespannt auf unsere Erlebnisse.

Michaela und Michael

1. Tag: Auf nach Asien

Das Gepäck ist eingecheckt und wir warten auf unseren Nachtflug nach Dubai. Wir sind schon gespannt auf unseren Anschlussflieger. In Dubai werden wir den riesigen Airbus 380 besteigen. (Vermutlich wird der A380 doch etwas grösser sein, als die von uns abgelichteten Flieger.)

Angeblich soll Dubai sein neues Terminal perfekt für den A380 angepasst haben. Wir hoffen, dass hiermit nicht nur eine noch größere Duty-Free Shopping Meile gemeint ist. Zur typisch deutschen gründlichen Vorbereitung für eine Rundreise gehören natürlich auch geographische Kenntnisse. Da unser Flieger Verspätung hat nutzen wir die Zeit um eine Übersichtskarte der Länder zu erstellen, die wir in den nächsten 3 Wochen erkunden wollen.

Endlich jetzt wird unser Flug aufgerufen. Wir schleichen an der First und Business Class vorbei in die Sardinenbüchsenabteilung. Nachdem wir uns gestapelt haben, wird es auch schon Zeit für das Abendbrot. Also auf ins nächste Abenteuer. Wie isst man sein Hühnchen in Champignonsoße ohne den Nachbarn zu erstechen oder die Kleidung mit einer Übersichtskarte der Mahlzeit zu versehen?

Naja, wir werden die nächsten 6 Stunden überleben und uns dann in der Shoppingmeile die Beine vertreten.

2. Tag: Im Luftbus

Nach einem 3-stündigen Zwischenstopp im riesigen Duty Free Bereich des Flughafens Dubai, setzten wir unsere Reise nach Thailand fort. Der Airbus 380 – 800 ist tatsächlich ein riesiger Bus mit einer akzeptablen Sardinenbüchsenabteilung und einer gut durchdachten Be- und Entladung der Passagiere.

Jetzt noch ein kurzer 6,5 stündiger Flug und wir landen am Abend in Bangkok. Die Schlange für die Passkontrolle ist schnell gefunden und erfordert etwas Geduld. Endlich, wir lieben dieses Geräusch, wenn der Stempel in den Pass geknallt wird, wir dürfen Thailand betreten. Die Reisetaschen sind schnell gefunden und das erste Geld gewechselt.

Jetzt wird es wieder spannend. Wer sind wohl die Mitreisenden und vor allem wie viele? Schnell stellt sich zur Freude aller Mitreisenden heraus, dass wir nur ein Dutzend sind.

Jetzt geht es schnell durch den abendlichen Stau zum Hotel, dort fallen wir erst mal total übermüdet ins Bett.

Morgen wird dann unsere Entdeckungstour im ersten der vier Länder beginnen. Diese Länder haben verschiedene Gemeinsamkeiten, 2en von diesen werden wir in den nächsten Wochen immer wieder begegnen: Alle Länder haben eine buddhistische Vergangenheit und der riesige Mekong durchfließt die Länder oder ist Grenzfluss.

3. Tag: Die große Stadt der Engel

Wir erkunden heute Krungthep Mahanakhon Bovorn Ratanakosin Mahintharayutthaya Mahadilokpop Noparatratchathani Burirom Usomratchanivetmahasathan Amornpiman Avatarnsathit Sakkathattiyavisnukarmprasit. Diese Stadt hat laut dem Guinness Buch der Rekorde den längsten Namen der Welt. Sie ist auch bekannt unter dem schlichten Begriff Bangkok.

Unsere Gruppe startet mit der klassischen Stadtrundfahrt und wir steigen schließlich an der königlichen Tempelanlage Wat Pho aus.

Nach der sehr erfrischenden Fahrt im Bus (warum Asiaten immer glauben, dass Europäer eisgekühlt werden müssen bleibt uns schleierhaft), erwartet uns eine echte Warmfront mit 31 Grad. Der Thermoskannen-Effekt schlägt sofort zu und die Hemden sind schweißgetränkt, aber was erträgt der kulturbegeisterte Reisende nicht alles.

Wat Pho liegt mitten in der Stadt. Die riesige Tempelanlage ist von hohen Mauern umgeben und nach Durchschreiten des Eingangstors vergessen wir die verstopften Straßen Bangkoks sowie die modernen Hochhäuser. Wir sind in eine exotische Welt wie vor 300 Jahren zurück versetzt und bewundern die kunstvoll gestalteten Pagoden, Hallen, Buddha-Statuen und Geisterwesen. 

In der weitläufigen Anlage findet man an den Tempelwänden das Wissen des 18. Jahrhunderts in Bildern dargestellt. König Rama III. wollte hiermit der schriftunkundigen Bevölkerung einen Zugang zum Allgemeinwissen jener Zeit ermöglichen. In einem eigenen Gebäude entdecken wir einen 45 Meter langen, vergoldeten „ruhenden Buddha“. Diese Statue symbolisiert Buddha bei seinem Eingang ins Nirvana.

Wir setzten unsere Besichtigungstour mit dem ebenso imposanten königlichen Palastes und seiner angeschlossenen Tempelanlage fort. Nach einem schmackhaften Mittagessen starten wir mit unserer Bootsfahrt durch die Khlongs.

Bangkok entstand einst aus Dörfern in Sumpfgebieten zu beiden Ufern des Flusses Chao Phraya. Im 18. Jahrhundert buddelte sich die Bevölkerung fleißig durch das Gelände, teils um das sumpfige Erdreich zu entwässern, teils um dem Schifffahrtsverkehr Abkürzungen im dahinschlängelnden Fluss einzurichten. Noch vor wenigen Jahren spielte sich beinahe das gesamte Leben in einigen Stadtvierteln auf diesen Khlongs ab. Tempel, Luxusvillen und Holzhütten teilten sich die Ufer.

Inzwischen verlagert sich das Leben in der Hauptstadt Thailands jedoch weg von den Kanälen, sie sind mittlerweile in erster Linie Touristenattraktion, so sind auch die legendären „Schwimmenden Märkte“ fast vollständig verschwunden. Dennoch ist eine Bootstour durch die Khlongs ein Ausflug in die Geschichte Bangkoks.

Nach diesem erlebnisreichen Tag geht es begleitet von einem heftigen Schauer zurück ins Hotel. Dieser Regen und die schwüle Hitze erleichtern uns den schnellen Abschied von Bangkok.

Morgen geht es schon weiter nach Chiang Mai.

4. Tag: Die Rose des Nordens

Heute verlassen wir früh unser Hotel und begeben uns in den morgendlichen Stau. Der Bewohner Bangkoks hat im Allgemeinen Fußprobleme und vermeidet Strecken länger als 500 Meter ohne motorisiertes Fahrzeug zurück zu legen. Die Straßen sind also den Großteil des Tages verstopft.

Wir erreichen im Stopp und Go-Modus den Flughafen um in die alte Königsstadt Chiang Mai zu fliegen. Nach der Ankunft fahren wir direkt zum auf 1650 Meter liegenden Tempel Doi Suthep, dem Wahrzeichen von Chiang Mai.

Um die Gründung des Wat Doi Suthep ranken sich Legenden. Eine besagt, dass im Jahr 1371 der Mönch Sumana aus Sukhothai eine Reliquie des Buddha mitbrachte, die im Wat Suan Dok verwahrt werden sollte. Jedoch teilte sich plötzlich die Reliquie. Es erschien nicht verheißungsvoll, nun beide Teile dort aufzubewahren. Also befestigte man den zweiten Teil auf dem Rücken eines Weißen Elefanten, der danach frei gelassen wurde. Der Elefant steuerte direkt den Berg Doi Suthep an, und nach einer dreitägigen Wanderung, auf der er dreimal Rast machte, gelangte er an einen Felsvorsprung. Dort trompetete der Elefant dreimal, kniete nieder und verendete. So gab es keinen Zweifel, dass hier der Platz sei, einen Tempel zu bauen, um die Reliquie zu verwahren.

Wir bewundern die wunderschöne kleine Tempelanlage (amtlich: königlicher Tempel zweiten Ranges), um dann nach einer Orientierungsfahrt durch die Altstadt im Holiday Inn unser Nachtquartier aufzuschlagen.

Am Abend geht es mit dem Tuk Tuk zum Nachtmarkt. Auf die dargebotenen Köstlichkeiten verzichten wir aber mit Rücksicht auf unseren Magen und die feilgebotenen echten Fälschungen verführen uns auch nicht zum Kauf.

Mythologie: Nagas sind in den Tempeln ganz Südostasiens zu finden, wohin sie mit der Ausbreitung der hinduistischen Religion gelangt sind. Nagas sind als Wesen mit magischen Fähigkeiten bekannt und können jederzeit menschliche Gestalt annehmen. Gelegentlich sollen sie ihr Reich verlassen und sich unter die Menschen mischen. Sie gelten als Wächter von Übergängen, Schwellen und Türen, besonders auch im symbolischen Sinn. Erzfeind der Nagas ist Garuda, das Begleittier von Vishnu. Darstellungen des Riesenvogels zeigen diesen oft mit Nagas in seinen Klauen.

5. Tag: Elefanten hautnah

Am Morgen besuchen wir ein Elefantencamp. Einige Gruppenmitglieder wagen den Ritt auf einem Elefanten und im Anschluss noch die Fahrt auf einem aus Bambus zusammengezimmerten Floß. Die weniger Mutigen nutzen den Souvenirshop und die Kaffeebar als Wartezone.

Zum krönenden Abschluss führen die Elefanten noch eine kleine Show auf. Ob diese touristische Ausschlachtung der Elefanten richtig ist, sollte jeder für sich entscheiden. Jedenfalls sind wir sicher, dass es sich hier nicht nur um ehemalige thailändische Arbeitselefanten handelt (das wird nämlich immer behauptet).

Wir fahren weiter durch eine wunderschöne grüne Landschaft bis nach Doi Sakhet. Hier beziehen wir in unserem kleinen landschaftlich herrlich gelegenen Resort bereits am Mittag unseren Bungalow und genießen ein schmackhaftes Mittagessen.

Im Anschluss haben wir die Gelegenheit in heißen Quellen zu baden. Da unser Bungalow glücklicherweise eine Dusche hat, verzichten wir darauf und erkunden zu Fuß die Umgebung unseres Resorts. Es wird uns aber von der Gruppe berichtet, dass man im Wasser der heißen Quellen wunderbar entspannen kann.

Am Abend gibt es ein Barbecue und wir können nur sagen: EIN GROßES LOB AN DEN KOCH.

Leider ist die Nacht nicht ganz so schön. Wir vermuten, dass unter der Matratze eine Tür liegt, obwohl in unserem Zimmer doch keine fehlt. Die Betten sind nichts für süße Träume. Dieses subjektive Empfinden wird von unseren Mitreisenden am Morgen bestätigt.

Der heilige weiße Elefant: In Thailand heißen die weißen Elefanten Chang Phueak. Sie sind heilig und ein Symbol für königliche Macht. Weiße Elefanten werden dem König präsentiert. Je mehr weiße Elefanten der König hat, desto größer ist sein Ansehen. Der aktuelle König Bhumibol besitzt zehn.

Weiße Elefanten, werden in vier Kategorien eingeteilt und dann dem König angeboten. Manchmal werden Elefanten aus den niedrigen Kategorien zurückgewiesen. In der Vergangenheit wurden Elefanten, die schlecht abschnitten, als Geschenke an Freunde des Königs und Verbündete weitergegeben. Die Tiere brauchten sehr viel Pflege und weil sie heilig sind, durften sie nicht zur Arbeit benutzt werden. Deshalb waren sie eine hohe finanzielle Last für den Empfänger – nur der König und sehr vermögende Leute konnten es sich leisten.

Einer Geschichte zufolge wurden weiße Elefanten manchmal an Feinde (meistens niederer Adel, welcher beim König in Ungnade gefallen war) verschenkt. Der unglückliche Empfänger musste für den Unterhalt des Tieres aufkommen und konnte keinen Profit aus dem Tier erwirtschaften, weil es nicht arbeiten durfte. Durch die Pflicht, auf das Geschenk des Königs gut aufzupassen, erlitt der Empfänger schwere finanzielle Einbußen bis hin zum Bankrott.

6. Tag: Endlich auf dem Weg zum Mekong

Am Vormittag besichtigen wir die buddhistisch hinduistische Tempelanlage Wat Rong Khun. Der Tempel ist komplett weiß mit eingelegtem Spiegelglas, das in der Sonne herrlich funkelt. Weiß ist die Farbe der Trauer in Thailand, hier wird sie als Buddhas Reinheit interpretiert und das Spiegelglas als Buddhas Weisheit, die hell „über der Erde und dem Universum scheint".

Die Malereien im Inneren des Tempels zeigen Anspielungen auf die Versuchungen, die zu überwinden sind. Um uns in Versuchung zu führen machen wir auf dem Weg zum Mekong noch einen Zwischenstopp in der Grenzstadt Chiang Rai.

Im kleinen Grenzverkehr von Myanmar nach Thailand werden neben Spezialitäten des Landes auch echte Fälschungen aus China importiert. Wer kann schon zu einer Rolex für 10 Euro nein sagen und den Parker Kugelschreiber gibt es sogar für 2,50 Euro.

Chiang Rai ist das Tor zum sagenumwobenen Goldenen Dreieck, dem Dreiländereck von Thailand, Laos und Myanmar. Auf unserem Weg zur Grenzstadt Sie Mae Sai fahren wir an dichten Wäldern und mystisch mit Nebel verhangenen Bergen vorbei um in Sie Mae Sai unser Hotel direkt am Fluss zu beziehen.

Endlich sehen wir den Mekong „Die Mutter aller Wasser“, außerdem treffen hier Myanmar, Laos und Thailand aufeinander.

Das Timing der Reise ist perfekt. Es findet der wöchentliche Nachtmarkt statt. Auf dem Markt kosten wir die herrlich duftenden Grillen und jubeln den Thaiboxern zu.

Zum Schluss sehen wir uns ein Konzert der örtlichen Rockband an. Im interkulturellen Austausch mit unseren thailändischen Sitznachbarn geht es um die verschiedenen Musikstile und wir trinken zusammen ein Bier.

Wirklich ein wunderschöner Tag!

Die sieben verschiedenen Namen des Mekong:
* Tibetanisches Hochland – Zaqu (Wasser der Felsen)
* Yunnan – Lancangjiang (der Turbulente)
* Burma – Mekaung Myit (majestätischer Fluss)
* Laos und Thailand – Mae Nam Kong (Mutter aller Wasser)
* Kambodscha – Tonle Thom (großer Strom)
* Vietnam – Song Cuu Long (Fluss der neun Drachen)
* Im Rest der Welt heißt er einfach Mekong

Die Quelle des Mekong ist bislang nicht exakt festgelegt, da er aus mehreren Zusammenflüssen in teils schwer erreichbaren Gebieten des Hochlands von Tibet entsteht. Die Angaben zur Länge des Mekong variieren zwischen 4350 km und 4909 km. Womit er die Nr. 10 in der Liste der längsten Flüsse der Welt ist.

7. Tag: Über die Grenze mit dem falschen Pass

Heute heißt es Abschied nehmen von Thailand. Zum Abschluss geht es eine Stunde auf einer Marterstrecke bis zur Grenzstation. Wir fühlen uns sofort heimisch, da wir uns an den Zustand der Straßen in Deutschland erinnert fühlen.

An der Grenze heißt es Abschied nehmen von unserem Reiseführer Sanchai. Er hat uns in kurzer Zeit einen Einblick in die thailändische Kultur und Alltag gegeben. Wir können ihn als Führer wirklich weiter empfehlen. Auf Wiedersehen Sanchai!

Jetzt geht es mit dem Boot quer über den Mekong nach Laos. Bei den Einreiseformalitäten unterläuft uns ein kleiner Fehler. Aber auch der Grenzbeamte bemerkt nicht, dass im Pass ein Michael abgebildet ist und eine Michaela vor ihm steht. Nachdem wir mit dem 2. Pass auch keine Probleme haben, betreten wir laotischen Boden. Es ist also kinderleicht nach Laos einzureisen.

Wir werden von unserem laotischen Reiseführer zur Naga of Mekong begleitet und treten unsere Fahrt auf dem Mekong an. Die Landschaft mit ihren bewaldeten Hängen zieht begleitet von dicken Regenwolken an uns vorbei. Noch ein kurzer Halt in einem typischen laotischen Dorf und es geht weiter zu unserem Tagesziel Pakbeng.

Hier beziehen wir in einem Resort direkt über dem Fluss unsere Zimmer für die Nacht. Da es heute recht kühl ist, wärmen wir uns noch mit einigen aus Klebreis gebrannten Schnäpsen auf.

Französisch-Indochina war bis 1954 der Name der französischen Kolonialgebiete in Indochina auf dem Gebiet des heutigen Laos, Kambodscha und Vietnam. Der offizielle Name der Kolonie lautete Union Indochinoise („Indochinesische Union“).

Sie wurde 1887 gegründet und vereinte die drei vietnamesischen Landesteile Cochinchina, Annam und Tongking, das Königreich Khmer und ab 1893 auch Laos.

An der Spitze der Verwaltung stand ein Generalgouverneur mit Sitz in Hanoi, dem der Gouverneur von Cochinchina sowie die Oberresidenten von Tongking, Laos, Annam und Kambodscha unterstanden.

Nach mehreren Kriegen in Indochina erlitt die französische Kolonialarmee 1954 eine vernichtende und entscheidende Niederlage, worauf der französische Einfluss in der Region zurückging und Vietnams in einen Nord- und einen Südstaat geteilt wurde. Noch im selben Jahr wurde Französisch-Indochina aus der Französischen Union herausgelöst und am 20. Juli durch die Indochinakonferenz (auch Genfer Indochina-Konferenz) die volle Souverenität von Kambodscha, Laos und Vietnam bestätigt.

8. Tag: Ein Tag auf dem Mekong

Nach einer erholsamen Nacht in unserem kleinen Resort steht vor dem Frühstück um 6 Uhr früh ein Besuch des lokalen Marktes an. Da nur wenig Zeit zur Erkundung des Marktes zur Verfügung steht, verzichten wir auf diese schweißtreibende Wanderung und frühstücken in aller Ruhe mit herrlichem Blick auf den Mekong.

Gestärkt und neugierig was der Tag wohl bringen mag, besteigen wir unser Langboot um die Reise auf dem Mekong fortzusetzen. Heute blitzt zwar wieder der ein oder andere Sonnenstrahl durch die Wolkendecke, aber wir müssen uns alle trotzdem warm einpacken.

Unterwegs machen wir Halt an zwei Dörfern, die unterschiedlicher nicht sein können. Im ersten Dorf gibt es weder Strom noch eine Straßenanbindung; das zweite Dorf ist touristisch schon voll erschlossen und ein bescheidener Wohlstand ist eingekehrt.

In der kleinen Schnapsbrennerei des 2. Dorfes wird aus Klebreis ein recht starkes Gebräu hergestellt. Wir nehmen an einer Verkostung teil und der aktuelle Vorrat ist danach schnell an unsere Gruppe verkauft. Es ist ein echter Ratzeputz natürlich nur für medizinische Zwecke.

Unser nächstes Ziel sind die aus zwei Höhlentempeln bestehenden Pak Ou Höhlen. Die unzähligen Buddha-Statuen aus Holz, Eisen, Ton oder Bronze wurden von den Pilgern als Opfergaben mitgebracht. Die größten Statuen sind bis zu einem Meter hoch.

Während des Lao-Neujahrs im April versammeln sich unzählige Buddhisten, um die Buddha-Statuen traditionell zu waschen und zu reinigen. Die Heiligkeit der Stätte wird noch durch die Plätze unterstrichen, an denen man vor den größten Buddha-Abbildungen knien kann, viele der Gläubigen entzünden Kerzen oder Räucherwerk. Glücksstäbchen sagen die Zukunft voraus - leider nur in laotischer Sprache.

Natürlich gibt es auch hier die "Donation box", wo man etwas dazu beitragen kann, damit die Kunstschätze erhalten werden. Ganz auf Donation will man sich aber nicht mehr verlassen, sondern verlangt von allen, die über den Bootssteg kommen einen kleinen Obolus.

Wir genießen noch eine weitere Stunde die Fahrt auf dem Mekong und erreichen dann unser Ziel Luang Prabang.

9. Tag: Auf Entdeckungstour in der alten Königsstadt

„Am 25. Juli erreichte ich Luang Prabang, eine entzückende Stadt, nicht größer als eine Quadratmeile und mit nicht mehr als 7000 oder 8000 Einwohnern. Die Lage des Ortes ist außergewöhnlich schön. Berge […] säumen den Mekong und formen eine Art rundes Tal oder Amphitheater […]. Ein lieblicher Blick der mich an die Seenlandschaften von Como und Genf erinnert. Wäre da nicht die unaufhörlich sengende tropische Sonne […] wäre der Ort ein kleines Paradies.“

Mit diesen Worten schwärmte Henri Mouhot der Entdecker Angkors 1861 von Luang Prabang. Also die sengende Sonne können wir nicht bestätigen. Wir hatten in der Nacht nur 15 Grad und jetzt um 7 Uhr ist es auch nicht viel wärmer. Wir zittern uns beim Frühstück in unserem wunderschönen, direkt am Mekong gelegenen, Resort warm.

Dann geht es mit dem Boot auf die andere Flussseite um die UNESCO-Weltkulturerbe Stadt zu entdecken. Wir besuchen den ältesten bewohnten Tempel Wat Visoun. König Vixounarat ließ das nach ihm benannte Kloster 1513 erbauen. Es beherbergt eine ganze Reihe wertvoller antiker Buddha-Statuen.

Im Anschluss besuchen wir den Gemüsemarkt und bestaunen die Vielfalt der angebotenen Waren, viele Produkte sind uns fremd und wir müssen unseren laotischen Reiseleiter zu Rate ziehen.

Heute werden noch weitere Tempel und die zum Großteil bereits renovierten Häuschen aus der französischen Kolonialzeit besichtigt. Aber von keinem anderen Wat in Laos geht ein vergleichbarer Zauber aus wie von Wat Xieng, dem ältesten Tempel der Stadt. Er ist als einziger aus dem 16. Jh. erhalten geblieben und repräsentiert wie kein zweiter den Architekturstil Luang Prabangs.

Zum Abschluss besuchen wir noch die alte königliche Residenz in dem heute das Nationalmuseum untergebracht ist.

Wir besteigen danach wieder das kleine Boot um über den Fluss zu unserem Resort zu fahren. Bei einem laotischen Bier entspannen wir auf dem Balkon unseres Zimmers mit Blick auf den Mekong und lassen den Tag Revue passieren. Nach Sonnenuntergang flüchten wir in unser Zimmer, da es empfindlich kalt wird.

Morgen geht es nach Kambodscha und hoffentlich wieder in die Wärme.

10. Tag: ……und in der Luft

Wir sollten den Titel der Reise ändern in „Asien zu Lande und zu Wasser und in der Luft“. Heute überbrücken wir zum 2. Mal eine längere Strecke mit dem Flugzeug.

Wir verlassen das wunderschöne, am Mekong gelegene Resort um mit Lao Airlines nach Siem Reap zu fliegen. Nach 20 Minuten Fahrt erreichen wir den sehr überschaubaren aber neuen Flughafen und checken ein. Zur Ausreise legen wir diesmal lieber den jeweils eigenen Pass vor, dafür Durchlaufen wir den Sicherheitscheck einschließlich unserer gefüllten Wasserflaschen ohne Probleme (obwohl auch hier Schilder dieses untersagen).

In der kleinen Wartehalle suchen unsere Augen nach der orangenen Kutte eines buddhistischen Mönchs, dies würde einen sicheren Flug garantieren. Leider fliegen heute nur Touristen und ein paar Geschäftsleute mit. Jetzt wird unser Flug aufgerufen und wir eilen über das Rollfeld zu unserer Propellermaschine. Als wir in Siem Reap landen und das Flugzeug verlassen schlägt uns eine schwüle Wärme entgegen.

Unser Reiseleiter sammelt uns ein und es geht mit kurzem Zwischenstopp am Hotel direkt zur Besichtigung der Tempelanlage Angkor Thom. Das denken wir jedenfalls, aber erst schlägt noch die Bürokratie zu und wir erhalten einen Lichtbildausweis für die Tempelbesuche. Aber dann ist es endlich so weit, wir sehen unseren ersten kambodschanischen Tempel.

Während in Angkor Wat die hinduistischen Einflüsse überwiegen, dominieren in Angkor Thom und im Tempel Bayon die buddhistischen. Dieser besondere Umstand ist leicht zu erklären, denn im Gegensatz zu seinen Vorgängern war Jayavarman VII. buddhistischen Glaubens. Da der große Khmer-König aber keine religiöse Umwälzung im damaligen, stark vom Hinduismus geprägten Kambodscha vom Zaun brechen wollte, ließ er sich beim Bau von Angkor Thom auch von der indischen Kosmologie inspirieren. So repräsentiert der atemberaubende Tempel Bayon in der Mitte der heiligen Hauptstadt Angkor Thom den kosmischen Berg Meru, der in der hinduistischen Mythologie das Zentrum des Universums darstellt.

Ein Land - drei Währungen:

In Kambodscha sind drei Währungen in Gebrauch. Die einheimische Währung ist der Riel. Im ganzen Land ist auch der US-Dollar üblich. Dabei ist der Wechselkurs auf der Straße ein Dollar zu 4000 Riel. In den Wechselstuben bekommt man in der Regel einen besseren Kurs. Im weitläufigen Grenzgebiet zu Thailand wird ebenso der Thai-Baht benutzt. So kann es vorkommen, dass in einem Restaurant die Speisekarte in Dollar ausgewiesen ist, die Rechnung in Baht ausgestellt ist und dass man als Wechselgeld Riel herausbekommt. Aber immerhin sind alle Währungen problemlos verwendbar. Mit dem Euro kann man noch kaum bezahlen. Es ist aber möglich, ihn umzutauschen. Dabei ist 1 Euro ca. 5000 Riel wert. Kreditkarten kann man in allen besseren Hotels inzwischen nutzen. Allerdings wird die VISA-Card eindeutig öfter angenommen.

11. Tag: Auf den Spuren der alten Khmer

Unser Hotel ist zu 80% mit Chinesen belegt so sind die Warteschlangen am Buffet etwas länger und auf dem Hotelflur ist ein reger Betrieb zwischen den Hotelzimmern.

Überhaupt scheint Siem Reap von Touristen belagert die hautsächlich aus China, Japan und Korea kommen um die alten Tempelanlagen zu erobern. Hinzu kommen Touristen aus Europa, USA und dem schönen Rest der Welt, die alle zusammen dafür sorgen, dass die Tempelanlagen zu bestimmten Uhrzeiten total überfüllt sind. Aber wir dürfen uns nicht beschweren, es ist Hauptsaison und wir sind Teil dieser Massen.

Unser Besuch des vom Urwald überwucherten Tempels Ta Prohm ist trotzdem ein tolles Erlebnis. Der Tempel wurde der überwuchernden Vegetation überlassen, um den Besuchern den gleichen Anblick zu ermöglichen, den die ersten Entdecker dieses Heiligtums gehabt haben. So verschlingen gewaltige Wurzeln riesengroßer Würgefeigen allmählich die Mauern dieser besonderen Anlage.

Ein absolutes Muss ist der Tempel Ta Prohm für Fans des Kinostreifens “Lara Croft: Tomb Raider”. Das Heiligtum ist Drehort für einige Szenen dieses Films gewesen. Der mit exotischen Pflanzen und gewaltigen Bäumen verwachsene Dschungel-Tempel gab eine perfekte Kulisse für den Streifen ab und erhöhte auf diese Weise den Bekanntheitsgrad der sakralen Bauwerke des mächtigen Angkor-Reiches.

Wir fahren weiter um endlich Angkor Wat zu sehen. Die gewaltige Anlage ist sehr beeindruckend, weist aber zahlreiche Schäden auf. Witterungseinflüsse, die tropische Vegetation und menschliche Zerstörungskraft, wie Plünderungen haben der Anlage zugesetzt. Ein weiterer Grund für den Zerfall ist, dass sich die Khmer ab dem 13. Jahrhundert dem Buddhismus zuwandten, weshalb keine neuen Tempel mehr errichtet wurden. Hinzu kam die Abholzung sämtlicher Wälder durch die Khmer, sowie Missernten durch versiegendes Wasser und den damaligen Klimawandel. Die Anlage diente aber spätestens seit dem 16. Jahrhundert als buddhistisches Heiligtum, an dem zwischen 1546 und 1747 über 40 buddhistische Inschriften angebracht wurden.

Am Abend besuchen wir eine Veranstaltung in der uns die Tänze der Khmer vorgeführt werden. Das im Preis inbegriffene Essen führt uns in Form der Menschenschlangen am Buffet nochmal die riesige Touristenzahl vor Augen.

Wir fahren nach der Vorführung mit dem Tuk Tuk zurück zum Hotel und ruhen unsere müden Füße aus.

Khmerreich:
Wahrscheinlich im 3. Jahrhundert v. Chr. wanderten Proto-Mon-Khmer aus China nach Süden, doch entstand erst 802 das erste Reich der Khmer. Die Khmer errichteten 893 das erste Kultzentrum der Khmer-Monarchie in Angkor. Im 12. Jahrhundert übernahm König Jayavarman VII den Buddhismus. Ende des 12. Jahrhundert waren praktisch alle Khmer vom Hinduismus zum Buddhismus konvertiert. Mit der Eroberung von Angkor durch die Thai im 14. Jahrhundert endete die Geschichte des gleichnamigen Reiches. Die Hauptstadt wurde im Jahr darauf verlassen.

12. + 13. Tag: Zurück auf dem Mekong

„Aufgrund von Brückenbauarbeiten an der kambodschanisch – japanischen Freundschaftsbrücke (Chhroy Changva Bridge) in Phnom Penh ist Schiffen von mehr als 10 Metern Höhe die Durchfahrt ab sofort verboten.“ Diese staatliche Anweisung bereitet uns einige Unannehmlichkeiten. Wir können in Siem Reap nicht unser Mekong Schiff besteigen. Statt dessen werden wir als Sonderprogramm mit einer 5-stündigen Busfahrt inklusive seltsamem Lunchpaket beglückt.

Unser Schiff - die Mekong Prestige - erwartet uns auf dem Mekong bei der verschlafenen Provinzstadt Kampong Cham. Wir nehmen den Schlüssel in Empfang und beziehen unser Zimmer mit Balkonblick auf den Mekong.

Endlich, eine Woche lang keinen Koffer packen. Nur das mit dem früh Aufstehen ändert sich nicht. Es wird ein umfangreiches Ausflugsprogramm angeboten. Und das Essen …… Das Schiff gehört einer französischen Reederei und so gibt es auch französisch angehauchte Küche. Das ist leider nichts für die schlanke Linie.

Nach einer erholsamen Nacht und einem hervorragenden Frühstück besuchen wir Nokor Wat - ein Angkor-Tempel aus dem 11. Jahrhundert. Auf diesem Areal sind noch Zeugnisse der Khmer-Rouge-Herrschaft zu sehen. Dann geht es weiter zu den Zwillingshügel „Phnom Pros“ und „Phnom Srey“. Dies bedeutet: die „Hügel der Männer“ und „Hügel der Frauen“.

Wir eilen wieder zur Mekong Prestige um mit dem Schiff das nächste Ziel anzusteuern. Die Tempelanlage Wat Hanchey ist eines der bekanntesten kambodschanischen Klöster. Der Ursprung dieser Tempelanlage reicht bis ins 7.Jh. zurück. Über 303 steile Stufen erreichen wir die Anlage. Sie wirkt wie eine Mischung aus historischen Schätzen und Disneyland: kostbare Buddhas neben grellbunt bemalten Gipsfiguren und prachtvolle Tempel.

Von den Aussichtsplattformen eröffnet sich ein fantastischer Panoramablick über den Mekong In der Ferne sehen wir den Wald der im „Vietnamkrieg“ mit „Agent Orange“ entlaubt wurde. Die letzten 30 Jahre haben einen Teil dieser Wunden geheilt und den Wald zurück kehren lassen.

Die Legende der Zwillingshügel:
In sehr alter Zeit wählten sich nach dem Vorbild der Königin alle Frauen nur die schönsten Männer als Ehepartner, die weniger schönen Frauen gingen leer aus. Um dies zu ändern beschlossen die Frauen den Männern einen Wettstreit anzubieten. Laut Plan sollten nun Frauen und Männer je einen Berg aufschütten. Der Wettstreit begann am Abend und sollte bis zum Aufgang des Morgensterns dauern, wer dann den höheren Berg geschafft hatte sollte der Sieger sein und fortan sollten die Verlierer die Wünsche der Sieger erfüllen. So machten sich alle an die Arbeit, mit einer List besiegten die Frauen die Männer, am Morgen war ihr Berg zwar im Durchmesser kleiner, aber viel höher. Seit dieser Zeit werben die Männer bis zum heutigen Tag um die Frauen.

14. Tag: Auf dem Weg nach Phnom Penh

Jetzt geht es den Mekong abwärts nach Phnom Penh. Unterwegs besuchen wir Angkor Ban, das einzige Dorf, das während des Widerstandes der Roten Khmer nicht zerstört wurde. Im Kloster des Dorfes segnen uns die Mönche in einer auf Touristen abgestimmten Zeremonie und nehmen das Spendengeld gerne entgegen.

Wir machen noch einen Rundgang durch das fast menschenleere Dorf und kehren zum Schiff zurück. Hier erwartet uns ein köstliches Mittagsmahl. Nach einer kurzen Strecke legt das Schiff in dem Seidenweberdorf Koh Chong an um uns den Händlern auszuliefern. Wir besuchen von Tuchhändlern begleitet die örtliche Schule um uns über das Schulsystem zu informieren.

Dann geht es weiter zu den Seidenwebereien, natürlich begleitet von den Tuchhändlern, die uns ständig die Pracht ihrer Waren anpreisen. Kurz vor der Anlegestelle des Schiffs strecken wir die Waffen und erwerben einige Tücher.

Im Anschluss flüchten wir in unsere Kabine, bevor wir alle Vorräte der Händler aufkaufen müssen. Am Abend erreichen wir Phnom Penh und machen einen ersten Spaziergang bei dem wir viele Villen aus der französischen Kolonialzeit bewundern. Zum Abschluss gibt es noch einen Snack auf dem Nachtmarkt.

Für den Technikinteressierten die Schiffsdaten:
Länge: 68 m
Breite: 13 m
Tiefgang: 1.6 m
3 Passagierdecks: Haupt-, Ober- & Sonnendeck
Kabinen: 32 Doppelkabinen
Schiffscrew: 30
Flagge: Vietnam
Passagierzahl: 64
in Dienst gestellt: Jahr 2012
Bordwährung: USD

15. Tag: Phnom Penh - Stadt am Tonle Sap Fluss

Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh besitzt noch die von den Franzosen angelegten und von Bäumen gesäumten Boulevards. An vielen Orten sind stehen noch Villen aus der Kolonialzeit und verleihen der Stadt viel Charme.

Wir verlassen mit 50 Mitreisenden die Mekong Prestige und besuchen in 2 Gruppen den im Khmer-Stil errichteten königlichen Palast und die Silberpagode mit ihren 5329 silbernen Bodenfliesen. Als Besonderheit gibt es in der Anlage noch einen kleinen Pavillon mit einem Fußabdruck Buddhas.

Und weiter geht es zum sehenswerten Nationalmuseum mit einer reichen Sammlung aus Skulpturen, Reliquien und Kunstgegenständen. Am Nachmittag erhalten wir einen Einblick in die schwierige jüngere Geschichte Kambodschas.

Unser hervorragender Guide Heng begleitet uns zum Völkermordmuseum, das in dem ehemaligen Gefängnis S-21 untergebracht ist. Hier wurden bis zu 20 000 Menschen bestialisch gefoltert und ermordet. Die ausgestellten Folterwerkzeuge lassen uns erschauern. Die Rote Khmer dokumentierte penibel wer ihnen zum Opfer fiel.

In vielen Räumen hängen Schwarz-Weiß–Photos der Gefangenen, aus deren Augen die Angst, Hilflosigkeit und Gewissheit des nahen Todes blicken. Diese Bilder wecken auch nach so langer Zeit in jedem tiefe Emotionen. Kambodscha verlor durch gewaltsamen Tod von 1975 – 1979 eine ganze Generation. Es gibt eigentlich keine Familie, die nicht von diesem Massenmord betroffen ist. Am Ende steht die Frage WARUM ??? Dies können auch die Kambodschaner bis heute nicht erklären.

Heng hat uns auf der Mekong Prestige bis Phnom Penh begleitet und wusste all unsere Fragen zu beantworten. Insbesondere die schwierige Zeit der Roten Khmer hat er uns sehr persönlich nahe gebracht.

Danke Heng und Auf Wiedersehen.

Die Legende von Phnom Penh:
Die wohlhabende Witwe Daun Penh (Daun bedeutet Großmutter) spazierte 1372 den Fluss Tonle Sap entlang als sie den Stamm eines Kakibaumens fand. Darin entdeckte sie vier bronzene und eine steinerne Buddhastatue. Aus Ehrerbietung errichtete sie einen niedrigen Hügel in der Nähe ihres Hauses ein Heiligtum für die Statuen. Dieser Hügel Phnom Penh genannt sollte der Stadt später ihren Namen geben. Phnom Penhs erste Ära als Hauptstadt begann 1432, als Ponhea Yat der letzte Herrscher von Angkor einen Königspalast errichtete. Bedeutung: Daun Penh – Großmutter Penh, Phnom Penh – Hügel der Penh

16. Tag: Leben an Bord

Unser Schiff verlässt heute Phnom Penh, das am Zusammenfluss von Tonle Sap und Mekong liegt, um seine Fahrt Richtung Vietnam fortzusetzten. Es gibt keine Landgänge und wir dürfen entspannen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück relaxen wir bis zum Mittagessen auf dem Sonnendeck und lassen die Landschaft an uns vorbeiziehen. Hier sieht das Flussufer völlig anders aus als in Laos. Wir sahen dort bewaldete Hänge mit vereinzelten Dörfern, inzwischen nun folgt eine Ansiedlung auf die andere. Auch auf dem Fluss ist reger Betrieb, in Laos begegneten wir oft mehrere Stunden keinem anderen Schiff.

Nach einem wunderbaren Mittagsmahl tanken wir Sonne auf unserem Balkon und besichtigen am Nachmittag den Schiffsbauch der Mekong Prestige. Hier schlägt das kleine Herz. Es besteht aus zwei 650 PS Volvo Motoren. Die Wasseraufbereitung ist hier ebenfalls angesiedelt. Wir duschen mit Mekongwasser, das gefiltert und chemisch behandelt ist. Nach der Verwendung fließt es gefiltert wieder in den Mekong. Auf dem Dach des Schiffs sind Solarpanelle angebracht, die uns das Wasser aufwärmen. Die Schiffsbesatzung ist nicht wie auf anderen Schiffen ins Unterdeck verbannt. Die Kabinen befinden sich auf dem Hauptdeck.

Am Spätnachmittag erreichen wir die Grenze zwischen Kambodscha und Vietnam. Die Grenzformalitäten sind schnell erledigt. Bereits nach einer Stunde setzt die Mekong Prestige ihre Reise auf der vietnamesischer Seite des Flusses fort. Wir ankern am Abend vor dem kleinen Ort Tan Chau und genießen unser 4-Gänge-Menü.

Der Mekong:
Träge schiebt sich das gelb-braune Wasser voran. Je näher der riesige Fluss dem Meer kommt, desto langsamer fließt er in seinem Bett. In seinem Delta hat der Mekong neun Arme. Hier fließt er nach seiner langen Reise durch sechs Länder und unterschiedlichste Landschaften ins Südchinesische Meer. Der Mekong zählt zu den zehn längsten Flüssen der Welt, aber bis heute sind sich die Wissenschaftler nicht einig, wie lang der Mekong tatsächlich ist. Die Quelle liegt im tibetischen Hochland. Chinesische Forscher meinen: Der Mekong entspringt in der Nähe der Stadt Ganasongdou auf einer Höhe von etwa 5200 Metern. Eine französische Expedition legte dagegen den Ursprung des Flusses weiter westlich und tiefer gelegen fest. Demnach ist der Mekong zwischen 4300 und 4900 Kilometern lang. Den rund 90 Millionen Menschen der Region ist es sicher gleichgültig, wo ihr Fluss genau entspringt und wie lang er ist. Für sie ist der Mekong schlicht lebensnotwendig: Er ist ihre wichtigste Nahrungs- und Energiequelle.

17. Tag: Im Land von Onkel Ho

Unser Tag beginnt mit einem Ausflug nach Tau Chau. Wir werden vom Schiff mit Booten abgeholt, da es zu groß für den kleinen Hafen ist. Sicherheit geht hierbei über alles, deshalb müssen wir eine Schwimmweste anlegen. Leider ist nur die Einheitsgröße 6 verfügbar. Auf europäische Maße ist man nicht eingestellt. Wem die Weste nicht passt, der muss sie in der Hand mit aufs Boot nehmen. Sicherheit geht wie bereits erwähnt eben über alles.

Nach einem kurzen Stopp bei der örtlichen Fischzucht geht es weiter zur Mattenfabrik. Hier kann man neben Strandmatten natürlich auch sämtliche anderen typischen Souvenirs erwerben. Jetzt besteigen wir Fahrradrikschas um das nächste Ziel zu erreichen. Vorbei geht es an kleinen Lädchen und freundlich lächelnd winkenden Menschen. Seltsam in Deutschland würde einem nie jemand zu winken, wenn man mit einer Fahrradrikscha vorbei fährt.

Wir erreichen unser Ziel - eine Seidenweberei. Hier können wir maschinelle Webstühle bestaunen wie sie bei uns im 19. Jahrhundert üblich waren und natürlich Seidentücher, Seidenkleider oder andere typische Souvenirs einkaufen.

Nun geht es mit dem Boot und der Schwimmweste in der Hand (Sicherheit geht ja über alles) zurück zu unserem Schiff. Der Anker wird gelichtet und während wir uns am Mittagstisch von den Strapazen der Shoppingtour erholen nimmt das Schiff Kurs auf Sadec.

Am Nachmittag sehen wir uns die Brücke an. Neben dem Tiefenmesser um Sandbänke rechtzeitig zu erkennen, ist der Hausaltar der wichtigste Gegenstand auf der Brücke. So wird eine sichere Reise gewährleistet. Abends begrüßt uns das Restaurantpersonal in vietnamesischer Tracht zu einem Mahl mit Speisen des Landes. Und zum Abschluss wird ein französischer Film mit englischen Untertiteln gezeigt. Die Organisation des Schiffes ist anscheinend auf deutsche Gäste noch nicht eingestellt. Es sind ja auch nur 28 Deutsche an Bord.

Hồ Chí Minh:
Er wurde als Nguyen Sinh Cung vermutlich am 19. Mai 1890 in dem kleinen Dorf Kim Lien in der mittelvietnamesischen Provinz Nghe An geboren. Ho Chi Minh war nur einer seiner zahlreichen Decknamen den er schließlich dauerhaft behielt. Nach dem er in Europa und Moskau lebtet, zog er nach Hongkong und gründete 1930 die Kommunistische Partei Indochinas.1941 kehrte Ho nach Vietnam zurück. Er leitete die leitete Augustrevolution die in der Ausrufung der Unabhängigkeit Vietnams von Frankreich 1945 endete. Die Franzosen wollten mit Waffengewalt Ihre Kolonialherrschaft behalten und der landesweite Kampf gegen die französische Kolonialherrschaft nahm seinen Anfang. 1954 wurde er Präsident der Demokratischen Republik Nordvietnam. Bis zu seinem Tod 1969 führte er den Kampf Nord – und Südvietnam wieder zu vereinigen. Dabei wurde von ihm der sogenannte Ho-Chi-Minh-Pfad für den heimlichen Materialtransport von Nord- nach Südvietnam eingerichtet.

Hồ Chí Minh erlangte mit seinem Einsatz für die Befreiung Vietnams von kolonialer Herrschaft einen weltweiten Bekanntheitsgrad. Zusammen mit Mao Zedong und Che Guevara gilt er bis heute als einer der bedeutendsten Praktiker des modernen Gurillakampfes. Für die aufständischen Studenten der westlichen Industriegesellschaften Mitte bis Ende der 1960er Jahre galt er als revolutionäres Vorbild. Die US-Zeitschrift  Time Magazin zählte ihn 1998 zu den 100 einflussreichsten Menschen des 20. Jahrhunderts.

18. Tag: Ein Tag im Mekongdelta

Sa Dec liegt im Südwesten von Ho-Chi-Minh-Stadt, gehört zum Mekong-Delta und zählte zur Kolonialzeit zu den größten Städten dieser Region. Auch nach heutigen Maßstäben kann Sa Dec als Großstadt bezeichnet werden, hat mehrere Industriegebiete und ist von der im ehemaligen Saigon geborenen Marguerite Duras in „Der Liebhaber“ verewigt worden, die um 1930 hier lebte. Es gibt in Sa Dec noch viele französische Kolonialvillen.

Wir besteigen am Morgen wieder kleine Boote und fahren auf dem Mekong nach Sa Dec zum Cao Dai Tempel. Dieser Tempel ist sehr plüschig und erinnert an Disneyland in Miniaturform.

Im Anschluss geht es noch zur Phuoc Huong Tu Pagode einem Konfuzius Tempel, der früher als chinesisches Gemeinschaftshaus genutzt wurde. Die Besichtigung des Elternhauses vom „Liebhaber“ sparen wir uns und erkunden lieber den Markt direkt am Fluss mit seinen exotischen Früchten, wunderbaren Gerüchen und freundlich lächelnden Verkäuferinnen und Verkäufern.

Dann holen uns die Boote wieder ab damit wir das Mittagessen nicht verpassen. Am Nachmittag bringen uns die Boote nach Cai Be. Wir kommen am schwimmenden Markt vorbei, dessen Größe leider nur noch einen Bruchteil des früheren Ausmaßes besitzt. Auch Vietnamesen bevorzugen heute den Supermarkt.

Jetzt besuchen wir noch eine der seltenen Kirchen im Lande und danach erklärt man uns die Reispapierherstellung und Kokosbonbonproduktion. Und wer noch nichts an überflüssigen Mitbringseln gefunden hat, kann im angeschlossenen Souvenirshop nochmal zuschlagen. Besonderes Interesse erregen hier die eigelegten Schlangen und Skorpione.

Am Abend heißt es langsam Abschiednehmen von der Mekong Prestige und seiner fantastischen Mannschaft. Morgen müssen wir leider von Bord gehen.

Cao Daismus:
Beim Caodaismus handelt es sich um eine »Universalreligion«, die Elemente aus Buddhismus, Konfuzianismus, Katholizismus und Taoismus sowie Spiritismus vereint. Die Cao Dai-Anhänger glauben an eine Seele sowie an eine höchste Gottheit. Ähnlich der Katholischen Kirche gibt es bei ihnen eine Hierarchie, an deren Spitze ihr »Pabst« steht. Dieser »Heilige Stuhl« ist allerdings seit 1933 unbesetzt. In der Hierarchie folgen Zensor-Kardinal, Kardinal, Erzbisch, Priester, Laienpriester, so genannte »Subdignitaries« und die »Followers«.

Verehrt werden neben dem einen Gott, der durch das »göttliche Auge« symbolisiert wird, außerdem Sakyamuni, der Buddha repräsentiert, Lao Tse (Taoismus), Jesus Christus (Christentum), Konfuzius (Konfuzianismus) und Khuong Thai Cong (Geniismus).

Dann gibt es drei »Lords of the Earth« (Li Tai Pe, Qan Am Bo Tat und Quan Thanh De Quan). Hinzu kommen Geisteswesen wie etwa Jeanne d’Arc, Victor Hugo und Lenin.

Gegründet wurde der Caodaismus 1919 von dem vietnamesischen Mystiker Ngo Minh Cieu. Der lebte auf der Insel Phu Quoc im Golf von Thailand und soll eine Reihe von Erscheinungen gehabt haben.

Die Cao Dai-Anhänger wurden während der kommunistischen Ära verfolgt und waren Repressalien ausgesetzt. Und obwohl sich in jener Zeit ihre Zahl stark dezimierte, überstand ihre Religion.

Heute gehen die Angaben über die Zahl ihrer Anhängerschaft weit auseinander. Von rund zwei Millionen bis sieben Millionen Menschen reicht dabei die Spanne.

19. Tag: Abschied von der Mekong Prestige

Um 04:00 Uhr früh schrecken wir auf, geweckt von einem fürchterlichen Lärm. Nein, das Schiff ist nicht aufgelaufen. Die Mekong Prestige lichtet nur die Anker um nach My Tho zu schippern.

Um 06:00 Uhr werden wir erneut aus dem Schlaf gerissen. Der Weckruf macht uns klar, dass unsere Mekongreise nun unwiederbringlich zu Ende geht. Wir werfen schnell die letzten Kleidungsstücke in die Reisetasche um das letzte Frühstück einzunehmen und uns von der hervorragenden Mannschaft zu verabschieden.

Dann besteigen wir den Bus der uns nach Ho-Shi-Min-Stadt, dem alten Saigon, bringt. Bevor wir in unser zentral gelegenes Hotel einchecken, besuchen wir den chinesischen Markt in Chinatown im Schnelldurchgang. Die engen Gassen abzugehen, in denen uns ständig schwerbepackte Händler entgegenkommen, gleicht einem Slalomlauf, den wir erfolgreich bewältigen.

Dann geht es noch zu einer Lackfabrik um etwas über die Herstellungstechnik zu erfahren und natürlich kann man die Produkte dort auch erwerben.

Endlich fahren wir weiter zum Hotel und brechen sofort auf um am Saigon River im Majestic Hotel einen Kaffee zu trinken. Die Lieblingsherberge von Somerset Maughams wurde im französischen Kolonialstil erbaut und 1925 eröffnet. Im 2. Weltkrieg diente es den Japanern als Militärbaracke und während des Vietnamkriegs war es ein Stützpunkt für Korrespondenten und Geheimdienstagenten aus aller Welt.

Wir bummeln durch das Geschäftsviertel und entdecken so manches Gebäude aus der Kolonialzeit, wie das 1900 eröffnete Stadttheater.

Jetzt stellt sich die Frage was und wo wollen wir essen. Nachdem wir eine Woche mit Köstlichkeiten verwöhnt wurden, fällt es schwer das richtige Lokal auszuwählen. Da wir nicht im von Touristen überlaufenen Lokal speisen, aber auch keine Experimente auf dem Nachtmarkt eingehen wollen, entscheiden wir uns für die Gartenstadt. Dieses Lokal bietet eine Art deutsche Küche mit deutschem Bier und wird gern von Einheimischen besucht. Ok, die Kombination von Rotkohl mit Bratkartoffeln ist uns auch neu. Ähnlich muss sich ein Chinese fühlen, der in Deutschland ein angeblich chinesisches Lokal besucht.

Übrigens wohnen wir wirklich in Sai Gon. Die Stadt ist in 17 Distrikte unterteilt. Der Distrikt Nummer 1, die Innenstadt, heißt offiziell immer noch Sai Gon (Saigon – stammt aus der französischen Kolonialzeit).

Ho-Chi-Minh-Stadt ist die größte Stadt Vietnams. Der Ort wurde vermutlich zwischen dem 1. und 6. Jahrhundert als Fischerdorf von einem Khmer-Volk gegründet. Der vietnamesische Adelige Nguyen Phuc Chu wurde 1698 in die Region entsandt, um Verwaltungsstrukturen aufzubauen. Mit den vietnamesischen Herrschern kam auch der Name, Saigon, der vermutlich von dem vietnamesischen Wort für den Kapokbaum abgeleitet ist.

Die heutige Ho-Chi-Minh-Stadt verdankt ihr Erscheinungsbild und ihren Charakter vor allem den französischen Kolonisten, die Saigon 1859 einnahmen. Somerset Maughams verglich sie mit einer französischen Provinzstadt in Südfrankreich und Peter Scholl-Latour beschrieb Saigon in seinem Buch „Der Tod im Reisfeld: 30 Jahre Krieg in Indochina“ als die eleganteste und kultivierteste Stadt Asiens in jener Ära.

Vom Indochinakrieg gegen die Franzosen blieb Saigon weitgehend verschont. Nach der Teilung Vietnams in Nord- und Südvietnam war Saigon Hauptstadt des südlichen Teils. Nach dem Vietnamkrieg wurden Nord- und Südvietnam am 2. Juli 1976 wiedervereint und Saigon nach dem früheren Präsidenten Nordvietnams in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt.

20. Tag: Paris des Ostens

Fast ein Dutzend Städte weltweit schmücken sich mit der klangvollen Metapher „Paris des Ostens“. Ho-Chi-Minh-Stadt ist eine davon und wurde von den Franzosen während der Kolonialzeit höchstpersönlich zu ihrem „Paris des Ostens“ ausgebaut.

Noch heute lockt die vietnamesische Metropole Saigon, die 1976 umbenannt wurde, mit einer Vielzahl von Museen, Theatern, Cafés und natürlich mit jeder Menge französischer Architektur. Während eines Bummels über die Boulevards erkennt man in keiner Sekunde, dass man sich in einem kommunistischen Land befindet.

Unseren letzten Tag in Indochina beginnen wir mit einem mäßigen Frühstück, aber nach einer Woche Essen auf der Mekong Prestige sind wir wohl etwas wählerisch geworden.

Im Anschluss wird unsere kleine Gruppe zur Stadtbesichtigung abgeholt. Auf dem Programm steht Chua Ngoc Hoang – die Pagode des Jadekaisers. Das Heiligtum ist eines der wichtigsten der Stadt. In der Haupthalle befindet sich die Statue des Jadekaisers. Er ist die oberste Gottheit des Volksdaoismus. 1909 wurde diese Pagode mit seiner einzigartigen Dachverzierung von in Saigon lebenden Kanton-Chinesen erbaut. Sie zeigt das Leben von der Geburt bis in den Tod mit allen seinen Facetten.

Danach geht es weiter zum Kriegsrelikt-Museum. Der frühere Name „Museum der amerikanischen und chinesischen Kriegsverbrechen“ beschreibt klar um welche Art von ausgestellten Exponaten es sich handelt. Da dieser alte Name viele Besucher abschreckte, wurde er 1994 geändert. Leider wird in diesem sehenswerten Museum ausgespart, dass es auf vietnamesischer Seite auch Gewalttaten gab.

Wir besuchen noch die Hauptpost, dessen Stahlkonstruktion vom französischen Ingenieur Gustaf Eiffel entworfen wurde. Von einem riesigen Gemälde in der Halle aus wacht Ho Chi Minh über die Arbeit der Postangestellten. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite steht die neoromanische Kathedrale Notre Dame.

Zum Abschluss spazieren wir durch die Gänge des Hauptmarktes Ben Thanh. Hier bekommt man alles vom getrockneten Seepferdchen für die vietnamesische Küche bis zum unbedingt benötigten Souvenir für den Touristen. Uns versucht eine freundliche Verkäuferin verzweifelt ein 2 Nummern zu kleines Shirt einzureden, da es in der benötigten Größe nicht vorrätig ist. Wir lassen uns aber nicht zu diesem nur einseitig nützlichen Geschäft überreden.

Am Nachmittag entspannen wir beim Kaffee im Café Vuang Kieng direkt am Saigon Fluss und lassen die Erlebnisse der letzten Wochen Revue passieren.

Aber so viel Nichts tun macht Hunger und wir besuchen das Vietnam House um noch einmal die gute vietnamesische Küche zu genießen.

Vietnamesisches Omelette:
Zubereitungszeit ca. 20 Min., für 4 Personen benötigt man:

6 Eier
2 EL Nuoc Mam (Fischsoße)
2 EL Öl
4 EL getrocknete Garnelen oder 15 frische Garnelen
1 EL frisch gehackte Minze
1 El frisch gehackter Koriander

Die Eier mit der Fischsauce in einer Schüssel verrühren und das Öl in der Pfanne erhitzen. Die Eimasse in die Pfanne gießen. Nach 2 Minuten die Garnelen und die Minze unterheben und die Masse stocken lassen. Das Omelette unter den heißen Grill stellen und 5 Min. überbacken. Mit Koriander bestreuen und das Omelette vor dem Servieren einmal zusammenfalten.

Nuoc Mam: ist für Vietnamesen, was Sojasauce für Chinesen oder Ketchup für Amerikaner ist – ohne sie läuft in der vietnamesischen Küche praktisch nichts. Die Köche benutzen sie wie Salz.

21. Tag: Ende einer wunderschönen Reise

Um 00:40 (ICT) ist der Flieger gestartet. Jetzt sitzen wir wieder in der Sardinenbüchsenabteilung und haben viel Zeit um über die letzten Wochen nachzudenken.

Auf unserer Reise durch 4 Länder haben wir den Mekong unterschiedlich kennengelernt. Mal wild und ungestüm, an manchen Stellen von Hindernissen gespickt, schnell dahin fließend, gemächlich die Windungen des Flussbetts nehmend und träge und breit sich vorwärts wälzend.

Genauso unterschiedlich wie den Fluss haben wir die Menschen erlebt, denen wir begegnet sind.

Ein asiatisches Sprichwort sagt: „Die Vietnamesen pflanzen den Reis, die Khmer schauen zu, und die Laoten lauschen, wie er wächst".

Und für den interessierten Weltenbummler hier ein paar Tipps für die Reise im Kopf oder als Vorbereitung für Asien:

  • "Abenteuer Mekong" Andreas Pröve, Malik - ISBN 978-89029-423-0

  • Multivisionsschau "Abenteuer Mekong -  von Vietnam nach Tibet",  www.proeve.com

  • Workshop Reiseaquarelle,  www.jenshuebner.de

  • "Reisemomente skizzieren, aquarellieren und collagieren: Aus dem Erfahrungsschatz eines Weltreisenden", Edition Fischer Verlag - ISBN 978-386-355-1254

  • Reiseführer "Südostasien, Die Mekong Region", Stefan Loose, Dumont Reiseverlag - ISBN 978-3770167180

  • Travel Atlas "Thailand, Vietnam, Laos, Cambodia", International Travel Maps - www.itmb.com - ISBN 978-155341-0676

  • DVD-Set " Mekong – Leben am großen Fluss" , Animal Planet - 4006448760861 

  • "Weltküche Vietnam", Verlag Komet - ISBN 978-3-89836-664-9

  • "Abenteuer Mekong – Eine Flussreise von China nach Vietnam", ISBN 978-3-8003-4609-7

Ihr Reiseverlauf

1. Tag – Flug nach Bangkok
2. Tag – Bangkok: Ankunft am Flughafen, Begrüßung durch die örtliche deutschsprechende Reiseleitung. Transfer zum Hotel und Empfang mit einem Welcome-Drink.
3. Tag – Bangkok – Königspalast und Liegender Buddha: Nach dem Frühstück Besichtigung der gewaltigen Tempelanlage Wat Phra Keo und des angrenzenden Großen Königspalastes. Eine riesige Halle wurde eigens für das Nationalheiligtum errichtet, den nur 60 Zentimeter hohen Smaragd-Buddha. Er gilt als Beschützer des Landes und wird hoch verehrt. Anschließend besuchen Sie den Wat Po mit seinem gigantischen liegenden Buddha. Die Anlage ist die größte und wohl schönste in Bangkok. Nach dem Mittagessen in einem lokalen Restaurant am Fluss unternehmen Sie eine Bootsfahrt durch die Klongs, die Kanäle Bangkoks, nach Thonburi, im westlichen Teil der Hauptstadt gelegen. Die zahlreichen Kanäle gaben Bangkok ursprünglich den Namen „Venedig des Ostens“. Unterwegs Besichtigung der Tempelanlage Wat Arun. Die verschieden hohen Türme des Tempels sind mit chinesischem Porzellan bedeckt und symbolisieren das buddhistische Universum.
4. Tag – Bangkok –Chiang Mai: Morgens Transfer zum Flughafen und kurzer Flug in die Rose des Nordens – wie Chiang Mai auch liebevoll von seinen Einwohnern genannt wird. Sie unternehmen eine kleine Orientierungstour in der Altstadt und sehen dann den Höhepunkt der Region: Das Bergkloster Wat Phra That Doi Suthep, einer außergewöhnlich schönen Tempelanlage in über 1000 m Höhe mit herrlichem Ausblick auf das breite, fruchtbare Tal und die Umgebung von Chiang Mai. Abends bleibt noch Zeit auf eigene Faust über den bekannten Nachtmarkt zu schlendern.
5. Tag - Chiang Mai – Doi Sakhet ca. 35 km: Morgens Besuch eines Elefantencamps außerhalb von Chiang Mai. Danach Weiterfahrt nach Doi Sakhet in ihr Hotel. Nachmittags haben Sie Gelegenheit, die lokalen heißen Quellen zu besuchen und auszuprobieren. Abends laden wir Sie dann zum Dinner ein.
6. Tag – Doi Sakhet – Chiang Rai – Goldenes Dreieck ca. 250 km: Vormittag Fahrt nach Chiang Rai. Kurz vor Chiang Rai besuchen Sie den Wat Rong Khun, einen außergewöhnlich strahlend weißen buddhistischen Tempel, der 1998 vom eigenwilligen thailändischen Künstler Chaloemchai Kositpipat gestaltet wurde. Über Chiang Rai erreichen Sie Mae Sai – Thailands nördlichstem Ort und Grenzort zu Burma. Weiterfahrt in das Goldene Dreieck.
7. Tag – Goldenes Dreieck – Pakbeng: Frühmorgens Fahrt nach Huay Xai (Grenze Laos/Thailand). An Bord der Naga of Mekong fahren Sie von Huay Xai nach Pakbeng.
8. Tag – Pakbeng – Luang Prabang: Morgens findet ein Besuch des nahegelegenen lokalen Marktes. Danach Rückkehr zum Hotel für das Frühstück. An Bord der Naga of Mekong von Pakbeng stromabwärts nach Luang Prabang. Kurz bevor wir in Luang Prabang um circa 16.00 Uhr ankommen, wird ein weiterer Halt an den Tham Pak Ou Höhlen eingelegt.
9. Tag – Luang Prabang: Luang Prabang, zwischen dem Nam Khan und dem Mekong Fluss gelegen, ist eine bezaubernde Stadt, berühmt für ihre historischen Tempelanlagen und Gebäude aus der Kolonialzeit. 1995 wurde sie zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Beginnen Sie den Tag am Wat Visoun. Der älteste bewohnte Tempel in Luang Prabang, Wat Visoun, stammt aus dem Jahr 1513 und beherbergt eine Sammlung von antiken hölzernen Buddhas. Besuchen Sie den nahe gelegenen Wat Aham bevor es weiter geht zu Wat Xieng Thon, dem Kronjuwel aller Klöster und Tempel in der Stadt. Von dort aus gehen Sie die Hauptstraße Luang Prabangs entlang mit Halt an einigen der vielen Tempel. Weiter geht es zum Nationalmuseum (Königlicher Palast), einem einfachen aber ansprechenden Gebäude, welches die traditionell laotische und französische Kunst kombiniert. Diese königliche Residenz der Jahrhundertwende wurde nach der letzten königlichen Familie so erhalten, wie sie war und beitet einen einzigartigen Einblick in die Geschichte Laos. Anschließend Besuch von Wat Mai.
10. Tag – Luang Prabang – Siem Reap: Transfer zum Flughafen und Flug von Luang Prabang nach Siem Reap. Nach der Ankunft in Siem Reap, Transfer zu Hotel und Besichtigung der Tempel in Angkor. Die Königsstadt Angkor Thom bedeckt eine Fläche von 10 km² und wurde während der Regierungszeit von König Jayavarman VII von 1181 bis 1201 erbaut. Umgeben von einer langen Mauer und einem tiefen Graben, beinhaltet diese Stadt Angkors beliebtesten Besichtigungspunkt. Der Flussweg des Südtors ist von beiden Seiten mit Statuen von Göttern und Dämonen gezäumt, welche jeweils eine riesige Naga tragen, und gewährt Eintritt in Angkor Thom. Im Zentrum Angkor Thoms befinden sich die wichtigsten Tempelanlagen wie der Bayon, Baphuon, die Elefantenterrasse, Terrasse des Leprakönigs, Phimeanakas und der ehemalige Königspalast. Beobachten Sie den Sonnenuntergang über der Landschaft Kambodschas von der obersten Terrasse eines altertümlichen Angkor Tempels.
11. Tag – Siem Reap/Angkor: Besichtigung der Tempel in Angkor: Angkor Wat – König Suryavarman II weihte diesen Tempel dem hinduistischen Gott Vishnu. Sein Bau dauert über 30 Jahre und zeigt heute einige der schönsten Beispiele für die Kunst der Khmer und Hindus. Am Angkor Wat befinden sich die längsten zusammenhängenden Flachreliefs der Welt, die äußere Galerie auf ihrer gesamten Länge schmücken und Einblick in die Geschichte der hinduistischen Mythologie gewähren. Ta Prohm – dieser Tempel gehört zu den Hauptattraktionen von Angkor, da er naturbelassen, vom Urwald überwuchert ist und somit heute noch fast so aussieht, wie damals die gesamten Tempelanlagen als sie von den europäischen Forschern entdeckt wurden.
12. Tag - Siem Reap – Einschiffung
13. Tag – Kampong Chhnang – Kampong Tralach – Oudong: Ankunft in Kampong Chhnang. Umstieg in lokale Boote um das authentische schwimmende Dorf zu Besuchen. Das Leben der gesamten Bevölkerung ist mit dem Fluss verbunden und der ganze Ort ist mit einem Kanalnetz durchzogen. Während des Mittagessens Navigation Richtung Kampong Tralach. Von dort aus Besuch der Vihara des Wat Kampong Leu Pagode, die aus dem letzten Jahrhundert stammt und mit schönen Wandmalereien geschmückt ist. Rückkehr zum Schiff auf Ochsenkarrren und dann Ausflug nach Oudong. Oudong war zwischen 1618 und 1866 Hauptstadt von Kambodscha.
14. Tag – Koh Chong – Phnom Penh: Ankunft in Koh Chong. Besuch einer Pagoda gefolgt von einem treffen mit einem Lehrer in einer Grundschule. Rückkehr zum Schiff und Mittagessen an Bord. In Phnom Penh besichtigen Sie Wat Phnom und erleben eine traditionelle Khmer Tanz-Show an Bord.
15. Tag – Phnon Penh: Nach dem Frühstück Besichtigung der kambodschanischen Hauptstadt mit französischen, kolonialem Charme. Besuchen Sie den beeindruckenden königlichen Palast und die Silber-Pagode. Anschließend geht es weiter zum Nationalmuseum, mit einer bedeutenden Sammlung der Khmer-Kunst. Am Nachmittag setzten Sie die Stadtbesichtigung mit dem Besuch des „S21“, dem ehemaligen Inhaftierungs- und Folter Zentrum des kambodschanischen Bürgerkrieges, dem ehemaligen Gefangenenlager der Choeung Ek, besser bekannt unterm dem namen „Killing Fields“ und einem Bummel über den russischen Markt fort.
16. Tag – Phnom Penh – Grenzüberfahrt: Sie fahren an den kleinen scheinbar zeitlosen Dörfern am Ufer des Mekong vorbei und beobachten die Fischer vor Ort. Passieren der Grenze zu Vietnam.
17. Tag – Tan Chau: Ankunft in Tan Chau und Transfer mit keinen Booten zur Fischereifarm. An Land Besuch einer Matten-Erzeugung und Seidenweberei. Mit einer Rikscha geht es zurück zum Schiff.
18. Tag – Sa Dec – Cai Be: Ankunft in Sa Dec, während der Kolonialzeit „Garten der Cochinchine“ genannt. Besuch des lokalen Marktes, der gotischen Kathedrale, einer Reispapier-Manufaktur und Kokosnuss-Fabrik.
19. Tag – My Tho – Ho-Chi-Minh-Stadt: Ankunft in My Tho und Transfer nach Ho-Chi-Minh-Stadt.
20. Tag – Ho-Chi-Minh-Stadt: Tranfer zum Flughafen und Rückflug an Deutschland.
21. Tag - Ankunft in Deutschland.