Mai 2011

Unternehmen Sie mit uns einen Exkurs in eine 5.000-jährige Geschichte und erleben Sie eine beeindruckende Rundreise durch China: kaiserliche Bauwerke alter Dynastien, traumhafte Landschaften entlang des Yangtze und moderne Metropolen.

Ihr Chronist

Heute heisst es noch „Moin“ und bald schon „Ni Hao“

Nun ist es nicht mehr lange hin: Die lang ersehnte Reise nach China steht kurz bevor. Wir, Marlen (31) und René (29), wollen euch auf diese Reise mitnehmen.

Wir kommen aus dem wunderschönen Schleswig-Holstein und wohnen zwischen Marzipan, Marmelade und Hochprozentigem…

Unsere große Leidenschaft ist das Bereisen von fernen Ländern; diese hat uns unterer anderem schon nach Thailand, Indien und Südafrika geführt. Wie auf allen unseren Reisen freuen wir uns auf Land und Leute und wollen diesmal live unsere Erlebnisse mit euch teilen.

Viel Spaß beim Lesen wünschen
Marlen & René

1. Tag: Anreise nach Shanghai

Nun ist der lang ersehnte Tag da! Die Koffer sind gepackt und der Zug nach Frankfurt steht bereits in den Startlöchern. Die fünfstündige Fahrt haben wir bereits einen Tag vor Abflug hinter uns gebracht und konnten somit einen sonnigen ersten Reisetag in Frankfurt am Main verbringen. Um 19.20 Uhr ging dann unser Flug gen Shanghai.

Anscheinend hatten wir Rückenwind, denn…

2. Tag: Erst Eindrücke aus Shanghai

…unser Flieger landete bereits 30 Minuten vor dem eigentlichen Termin. Unsere Reisegruppe hat sich schnell gefunden, da wir alle auf der gleichen Suche waren: Wo ist Zhang Lei!? Ihm hat leider der chinesische Verkehr ein Problem bereitet, aber er hat uns gefunden. Mit dem Transrapid ging es dann in nur 7 Minuten 30 km vorwärts; bei 431 km/h kein Wunder. Die Kurvenlage war allerdings nichts für schwache Nerven.

Im Hotel hieß es dann erstmal Füße hoch. Die ersten typisch chinesischen Lebensmittel haben wir dann im „Supermarkt“ gefunden: Abgepackte Hühnerbeine. Sind aber mit unseren Einkäufen zunächst bei bekannten Dingen geblieben. Und die praktischen Dinge des Alltags wie der Motorroller sind hier auf die spezielle Art „gepimt“ (Foto).

Am späten Nachmittag sind wir zu einem gemeinsamen Essen aufgebrochen; es gab die uns bekannten chinesischen Spezialitäten, wie z. B. Rind, Tofu, Huhn, Nudeln und natürlich Reis. Alles kein Problem, nur für einige Reiseteilnehmer fehlte das nötige „Werkzeug“…Stäbchen sind halt nicht jedermanns Sache ;-)))

Trotz allem sind alle satt geworden und es ging zu einer Stadtrundfahrt der besonderen Art. Shanghai mit Beleuchtung. U. a. haben wir den Oriental Pearl TV Tower, die Shoppingstraße Nanjing Lu und die Altstadt von Shanghai besucht. Ein leuchtender Traum…

Darüber morgen mehr, dann stehen diese Orte bei Tag auf dem Programm inkl. der wohl über die Grenzen bekannte „Zickzackbrücke“ in der Altstadt Nanshi. Besonders freuen wir uns auf die am Abend anstehende Akrobatikshow.

So, nun genug für heute; der Tag war lang.

3. Tag: Tag in Shanghai

Unser Tag begann um 7.30 Uhr mit einem geglückten Weckruf per Telefon. Nach einem mehr asiatisch als europäischen Frühstück (hat uns nicht gestört), führte uns unser erster Stopp zum Jadebuddha-Tempel. Die Hauptattraktion, der ca. 2 m hohe weiße Jadebuddha darf leider nicht fotografiert werden, dafür aber alle anderen Buddhas, die mindestens genauso schön sind. Für schwache Mägen bzw. Köpfe war der Tempel leider nicht angenehm, denn es wurden ca. 30 Räucherstäbchen gleichzeitig pro chinesischen Tempelbesucher entzündet; und das sind am Wochenende nicht grad wenige…

Eine kurze Stippvisite in einer Perlenfabrik mit anschließenden Einkaufsmöglichkeiten darf natürlich in China nicht fehlen, uns wurde hier die Züchtung in einem kurzen Film erläutert und u. a. erwähnt, dass ca. 90% aller Perlen aus China stammen.

Bei einem Bummel durch die Französische Konzession kann jeder, der schon das eher dünne chinesische Bier satt hat ein echtes bayrisches Paulaner im Hofbräuhaus genießen; muss allerdings 7 Euro für den halben Liter einplanen...

Nach einem wirklich tollen Mittagessen landeten wir, wie gestern schon erwähnt, in der Altstadt „Nanshi“. Dort haben wir einen ausgiebigen Rundgang durch die wunderschönen Yu-Gärten unternommen. Dieser Garten gilt als der schönste Chinas und wurde bereits im 16. Jahrhundert angelegt. Bei einer Freizeit konnten wir den am Wochenende in der Altstadt herrschenden Trubel von Einheimischen beobachten.

Ein kurzer Fotostopp an der bekannten Uferpromenade „The Bund“ brachte uns das lang ersehnte Foto; die weltberühmte Skyline von Shanghai.

Das Highlight des Tages ließ nun auch nicht mehr lange auf sich warten, ein Stopp zum Abendessen an der Nanjiing Lu und dann ging es auf dem direkten Weg zur Akrobatik-Show. Zum Glück mussten wir nicht wie in der Reiseberschreibung erwähnt an der Akrobatikshow teilnehmen, sondern durften zusehen ;-) Wir haben allerdings das Gefühl, nur vom Zusehen Muskelkater zu haben. Es ist einfach faszinierend, wie Menschen sich verbiegen können, was man alles mit einem Diablo machen kann und wie viele Motorräder fahrend in einen Metallkäfig passen.

Morgen haben wir eher wenig auf dem Zettel: Das Shanghai Museum, eine Seidenfabrik und die Zugfahrt nach Wuhan. Wir werden dann mal über ein paar chinesische Besonderheiten berichten.

4. Tag: Ein Tag im Zug

Heute hatten wir einen entspannten Tag. Nach dem Frühstück führte einige von uns der Weg zum sogenannten „Flaschenöffner“; die höchste Aussichtsplattform in Shanghai mit ca. 430 m. Unser erster Stopp war das Shanghai-Museum. Von Münzen über Möbel aus der Ming und Qing Dynastie bis hin zur klassischen Chinesischen Malerei und Bildhauerei findet sich dort viele interessante Dinge.

Die Seidenfabrik war der nächste Halt; hier wurden wir über den gesamten Prozess der Seidenherstellung informiert und hatten danach selbstverständlich genug Zeit zum Shoppen. Da heute kein Mittagessen auf dem Programm stand, sind wir auf einem einheimischen Markt gelandet, dort gab es viele Leckereien. Da wir die chinesischen Schriftzeichen immer noch nicht lesen können, war das Thema Essenssuche natürlich mit Überraschungen verbunden ;-).

Über die Zugfahrt von Shanghai nach Wuhan gibt’s nicht viel zu erzählen. Die circa 1.000 km haben wir in etwa fünf Stunden hinter uns gebracht. Der Zug kann mit deutschem Standard verglichen werden. Als Snack haben wir von Viktor scharf gewürzten Hühnermagen bekommen – lecker!

Am Bahnhof in Wuhan wartete schon unser neuer Busfahrer und brachte uns zum Abendessen, damit wir yin und yang in Einklang bringen konnten. Die chinesische Küche besteht aus yin (weich, kalt, dunkel, weiblich) und aus yang (stark, heiß, hell, männlich). Nur wenn die richtige Zusammensetzung gefunden ist, ist das Essen wirklich gesund. Beispielsweise sollte man im Frühling Schlangenhautsalat gegen unreine Haut essen (yin), Hundefleisch ist dagegen eher was für die Winterzeit und verkörpert yang. Wer nach dem Essen immer noch Probleme mit seinem yin-yang-Gleichgewicht hatte, hatte Gelegenheit in der Harmoniehalle alles in Ordnung bringen ;-)

Zum Abschluss fällt mir noch ein, dass wir gestern im Bankenviertel von Shanghai eine Bullenfigur (wie in Frankfurt an der Börse) gesehen haben. Weit und breit war der Bär aber nicht zu sehen. Auf Nachfrage wurde uns bestätigt, dass es keinen Bären gibt. Also liebe Börsianer, jetzt wisst ihr wo euer Geld investiert werden sollte. In Shanghai scheinen die Kurse nur nach oben zu laufen - ohne unsere Gewähr ;)

Morgen erwartet uns eine kurze Stadtrundfahrt und eine Busfahrt, die länger dauern soll als die heutige Zugfahrt. Ziel ist unser Yangzte-Kreuzfahrtschiff.

5. Tag: Dr. Die

Endlich mal ausgeschlafen… Heute stand uns der Vormittag zur freien Verfügung. Wir haben einen kleinen Spaziergang in der Umgebung des Hotels unternommen und sind dort auf ein für uns eher ungewöhnliches Ereignis gestoßen, mehrere chinesische Familien sitzen auf Plastikstühlen und füttern, mit eigens an einem kleinen Stand erworbenen Futter, Tauben, welche sogar aus der Hand fraßen.

Auf einem kleinen Straßenmarkt klappte die Verständigung mit Händen und Füßen. Ein Händler war sogar so freundlich uns den Preis für sein Gut auf einer chinesischen Preistafel zu zeigen ;-)) hat leider nicht viel geholfen, alle Preise waren auf Mandarin geschrieben.

Auf unser 5-stündigen Busfahrt von Wuhan nach Yichang sind wir an den einzigen Sehenswürdigkeiten von Wuhan vorbei gefahren; der Kranichturm und die Yangzi-Brücke.

Nach der Einschiffung auf die „Century Star“ wurden uns bei kurzen Information die wichtigsten Personen an Bord vorgestellt. Hierzu gehört auch Dr. Die (engl. ausgesprochen), welcher für unser gesundheitliches Wohl zuständig ist. Am besten wir bleiben Gesund, wer will schon von einem Arzt mit diesem Namen behandelt werden ;-).

Die Zimmer sind klein, aber funktional eingerichtet. Wir haben sogar einen kleinen Balkon mit zwei Stühlen.

Morgen legen wir um 10.00 Uhr ab, wir erreichen die erste Schlucht und werden den „Drei Schluchten Staudamm“ besichtigen.

6. Tag: Drei Schluchten Staudamm

Nach einem reichhaltigen und sehr leckeren Frühstück haben wir den Tag auf der Sonnenliege begonnen; bei 34 Grad C und dem Panorama das Beste was man machen kann.

Am späten Vormittag passierten wir die erste der „Drei Schluchten“, die Xiling Schlucht, welche sich über eine Länge von 75 km erstreckt. Nach einem wiederum sehr tollen Mittagessen, ging es von Bord und mit dem Bus zum weltweit umstrittenen Bauwerk, dem „Drei Schluchten Staudamm“. Bereits seit 1944 sollten die Pläne entworfen werden, erst am 14.12.1993 wurde mit dem 185 m hohen Bauwerk begonnen. Bis heute ist es nicht komplett fertig gestellt.

Neben den Vorteilen Stromgewinnung, Schiffbarkeit des Flusses und Hochwasserkontrolle, gibt es natürlich negative Auswirkungen: ganze Städte die aufgrund des um ca. 70 m gestiegenen Wasserspiegels des Yangzi zwangsumgesiedelt werden mussten, Tiere die vom Aussterben bedroht sind und außerdem bietet ein solches Bauwerk in Zeiten von Unruhen eine empfindliche militärische Angriffsfläche.

Ungefähr 40 % der landwirtschaftlichen Erzeugnisse Chinas und eine eben so hohe Wirtschaftskraft besitzt die Auslauffläche des gestauten Yangzi, so unser Guide am Staudamm.

Auf dem Schiff wurden wir bestens animiert. Heute gab es einen kleinen Überblick über die chinesische Fingermalerei und eine Crew Show. Beides war unterhaltsam und nicht, wie es leider häufig in All inklusive Hotels ist, albern.

Gegen 20.00 Uhr sind wir dann in die erste der fünf Schleusen eingefahren. Einmal drin ging es rasend schnell. Das Manövrieren der Schiffe von einer Schleuse in die nächste hat am meisten Zeit in Anspruch genommen. Wahnsinn, was der Mensch erschaffen kann!!! Kurz vor Mitternacht hatten wir dann die fünfte Schleuse passiert und Fahrt zur nächsten Schlucht aufgenommen, welche uns gegen 7.45 Uhr erwarten soll. Es heißt also, früh aufstehen!

7. Tag: Drei kleine Schluchten

In einer Reisegruppe von 39 Personen trifft man auf die unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Auch auf den Typ „Mallorca-Handtuch-Liegenreservierer“, welcher am Frühstückstisch nur bestimmte Personen neben sich sitzen haben will und gefühlt ein drittel der Reisegruppe der Stühle verweist. Da heißt es nur, tief durchatmen, Lächeln auflegen und dem Mitreisenden seinen Platz lassen. Wenn man es sich recht überlegt, will man ja auch nicht neben ihm sitzen. ;-)

Aber zum Thema, das frühe Aufstehen (der Wecker ging um 6.30 Uhr) hat sich für diesen Anblick definitiv gelohnt oder was meint ihr!? Die Wu (Hexen) Schlucht misst nur 44 km und besticht durch ihre zwölf imposanten Gipfel. Kurz drauf hieß es „alle von Bord und umsteigen!“.

Alle 120 Gäste auf dem Schiff wurden mit einem Kleineren zum Daning Fluss gebracht, welcher die „Drei kleinen Schluchten“ beherbergt. Nach 90 Minuten Fahrt ging es in 30er Grüppchen auf Holzboote und tiefer in die noch höher wirkenden Schluchten, unbeschreiblich schön.

Zum Glück wurden wir nicht von Affen mit Steinen beworfen, das ist hier ein großes Hobby von denen. Die an der Route gebotene Animation (Musik und Gesang speziell für die Touristen) ist Geschmackssache … unserer war’s nicht!

Am frühen Nachmittag erreichten wir die Dritte und letzte Schlucht, die Qutang (Tiefer See) Schlucht mit nur 8 km Länge. An beiden Seiten des Ufers sind Höhlen zu sehen in denen Särge hängen. Ein alter Brauch, je höher, desto näher am Paradies… Nebenbei war natürlich wieder Entspannung auf der Sonnenliege angesagt.

Morgen verlassen wir das Tageslicht und begeben uns in kühlere Gefilde; die Schnee Jade Tropfsteinhöhle. Wir befürchten, dass wir ein ungewohntes Kleidungsstück mitnehmen müssen: einen Pulli…17 Grad C sind bei den gewohnten 36 Grad C nicht wirklich warm.

8. Tag: Ein paar Stunden Abkühlung

Das Bordprogramm war heute Vormittag wieder wie für uns gemacht. Neben der Möglichkeit einen echte chinesischen Drachen am Sonnedeck steigen zu lassen, gab es einen Kochkurs zum Thema „Hot Pod“. Dies ist in der Stadt Chongqing das Lieblingsessen aller. Es ist ähnlich unserem Fondue, aber richtig (!!!) scharf; werden wir sicherlich mal nachkochen.

Die Tropfsteinhöhle war unser nächster Tagespunkt. Bis wir da waren, mussten wir noch einige Treppen erklimmen. Die Beschreibung der Höhle in den Reiseführern verspricht nicht zu viel, es ist wunderschön im Inneren und der riesige Temperaturunterschied zu draußen ist bei dem Wetter eine willkommene Abkühlung.

Gern haben wir das Angebot einer Brückenbesichtigung von der deutschen Hotelmanagerin Nicole angenommen; dafür, dass das Schiff erst 2003 vom Stapel gelaufen ist, sah die Brücke aus als wären wir auf einem uralten Dampfer. Auch wenn die Brücke klein war, so war es doch mal interessant zu sehen.

Der letzte Abend auf dem Schiff wurde mit dem „Captains-Dinner“ eingeleitet. Heute gab es kein Buffet, sondern wir bekamen typisch chinesisch, auf der Drehplatte am großen runden Tisch, verschiedenste Gerichte serviert und durften uns nach Herzenslust bedienen. Die anschließende Abendshow fand keinen großen Anklang, „Fashion Show“ und Maskentanz stand auf dem Programm.

Morgen ist die Kreuzfahrt in den frühen Morgenstunden zu Ende. Unser Weg führt uns dann per Flugzeug nach Xi’an. Highlight in dieser Stadt ist die Terrakotta-Armee.

9. Tag: „Omadisco“

Heute hieß es Koffer packen und ab von Bord. Nach gefühlten hundert steilen Stufen erreichten wir unseren Reisebus. Anschließend unternahmen wir eine kleine Stadtrundfahrt durch die größte Stadt der Welt Chongqing mit offiziell 32 Millionen Einwohnern; allein in der Innenstadt leben 10 Mio. Menschen. An unserem ersten Fotostopp, der „Großen Halle des Volkes“, fanden wir wieder einmal für uns seltsame Bilder, ältere Damen in Formation, die nach der Ansage einer anderen Dame Pasodoble tanzten. Unser Reiseleiter nennt dies liebevoll „Omadisco“.

Eine Oase der Ruhe haben wir im Eiling Park gefunden, hier gibt es mitten in der Stadt ein paar schattige Plätzchen, Karaoke-Vorstellungen, Paartänzer, Angler usw.. Zur Freude der Männer liefen hier auch einige der schönen Frauen aus Chongqing rum: möglichst helle Haut, schlank und natürlich lange Beine. Nach einer typisch chinesischen Teezeremonie rief leider auch der Flughafen nach uns.

Eine Stunde später erreichten wir Xi’an und standen im wahrsten Sinne des Wortes im Regen… 17 Grad und es tropfte aus allen Wolken :-(. Zu einem kurzen Aufstieg auf die 14 km lange Stadtmauer haben wir uns hinreißen lassen, waren aber froh als wir nach dem Abendessen im Hotel waren.

Die ersten Eindrücke vom Straßenverkehr zeigten uns, dass die Infrastruktur für die Massen an Autos nicht gemacht ist. Hier gilt das Recht des Stärkeren. Gehupe und Gedrängel!!! Unser Reiseleiter versprach, dass wir in dieser Stadt mindestens zwei Unfälle sehen würden – er sollte Recht behalten.

Wir hoffen morgen auf besseres Wetter, denn da stehen die „Große Wildganspagode“, der Stelenwald und ein absolutes Muss, die Terrakotta-Armee auf dem Plan. Drückt uns die Daumen!

10. Tag: Die Terrakotta-Armee

Heute wurden wir von zwei Germanistik-Studentinnen begleitet. Sie lernen gerade Deutsch und wollen nach dem Studium Reiseleiter werden. Viktor hat sie uns als unsere Bodyguards vorgestellt, da es die Stadt Xi’an bei Gruppen ab 30 Personen vorschreibt ;-)… uns ist nichts passiert!

Der Morgen hat uns leider wieder mit Regen die ersten Fotos vermiest, zum Glück ist ein großer Teil des Stelenwaldes in den Räumen des ehemaligen Konfuzius Tempels untergebracht. Die Stelen sind aus Stein, voll mit Schriftzeichen und somit für die Ewigkeit gemacht.

Nachdem der Regen sich verabschiedet hatte, haben wir die Große Wildganspagode erreicht. Diese war ursprünglich ein „Büro“ für den Mönch Xuanzang, welcher von seinen Indienreisen sutras (buddhistische Schriften) mitbrachte, die er hier übersetzte. Später wurden in der speziell gebauten Pagode die Schriften gelagert. Eine Besichtigung von Innen ist gegen Gebühr möglich. Es gibt außer aus dem Fenster zu schauen nichts zu sehen. Des Weiteren ist sie mittlerweile der Schiefe Turm von Xi’an und zu viele Besucher sind nicht gut.

So, eine Fabrik fehlte nur noch: Die Jadeschnitzerei. Die Auswahl war groß, viele aus unserer Gruppe waren aber eher an den hübschen Stoffen am Ausgang interessiert und an einem möglichst schnellen Aufbruch zur Armee.

Dort angekommen, fanden wir eine Menschenmasse vor, wie man es kaum beschreiben kann; allerdings kaum Langnasen. Die Hallen in denen sich die in mühsamer Kleinarbeit wieder zusammen gesetzten Kerlchen befinden waren für unser Empfinden auch viel zu voll. Mit etwas Geduld hat man aber auch einen guten Fotoplatz bekommen. Insgesamt haben wir uns in dem Areal ca. 3 Stunden aufgehalten, unserer Meinung nach genau richtig.

So, nun geht’s schlafen, der Wecker geht schließlich um 4.40 Uhr. Der Weg führt uns mit dem Flieger nach Beijing und dort in den Sommerpalast.

11. Tag: Der Sommerpalast

Auch wenn das Aufstehen heute um 4.40 Uhr echt fürchterlich war, hat es sich gelohnt. In Beijing erwartete uns wieder Sonnenschein und knappe 30 Grad – den Regen und kalte Temperaturen in Xi’an lassen wir damit hinter uns :-).

Eine kleine Rückblende auf gestern Abend muss allerdings noch sein: Abendessen musste auf eigene Faust geplant werden. Gern sind wir in der Umgebung des Hotels auf die Suche gegangen. Die Blicke in die Restaurants waren vielversprechend. Doch es gab eine Hürde zu überwinden! Alle Karten waren in chinesischen Schriftzeichen geschrieben und weder bebildert noch in Englisch übersetzt. Nach dem dritten Lokal entschlossen wir uns hineinzugehen. Wir wurden herzlich empfangen – gleich 4 Kellnerinnen kümmerten sich um uns. Leider kamen wir mit Englisch nicht weiter. Ein Gast vom Nachbartisch rief mit seinem Handy eine englischsprachige Freundin an, welche uns das Angebot übersetzte und die Bestellung letztendlich für uns aufgab. Auf dem Tisch stand schließlich Ente. Neben einem leckeren Salat und Melone gab es Entenschenkel und Entenkopf im Hot Pod. Das Abendessen hat uns nicht nur geschmeckt, es war auch ein Erlebnis.

So, zum Sommerpalast. Heute ist Sonntag und ca. 1 % der Pekinger (ca. 19 Mio. Einwohner) hat diesen wirklich schönen Tag zu einem Ausflug in die riesige Gartenanlage (290 ha) genutzt. Neben unterschiedlichen Gärten, einem künstlich angelegtem See und mehreren Wohnhäusern finden sich ein überdachter Wandelgang mit tollen Wandmalereien und ein Boot, welches vollständig aus Marmor gefertigt wurde. Als Highlight gab es in einem der Gebäude Mittagessen.

Ein kleiner Tipp noch: Achtung bei den fliegenden Händlern, hier bekamen Mitreisende russische Rubel als Wechselgeld zurück!

Nach einer durchaus benötigten Freizeit und einem Einkaufsbummel in einem chinesischen „Aldi“ (die Geräuschkulisse war der Hammer) ging es zu einem fakultativen Ausflug: Die Geschichte des Kung Fu. War wirklich sehenswert, tolles Bühnenbild und viel Aktion auf der Bühne.

Morgen heißt es festes Schuhwerk. Eins der neuen Weltwunder steht an. Die Große Mauer.

12. Tag: Die Große Mauer

Der helle Wahnsinn! Nach 90 km kamen wir endlich in Badaling an, der wohl berühmteste Aufstiegspunkt auf die Mauer. Auch hier wieder Menschen über Menschen, allerdings kaum „Langnasen“. Wir waren schon fast beliebter als Fotoobjekt, an jeder Ecke wurden wir angehalten oder heimlich fotografiert; in China ist der inländische Tourismus größer als der ausländische. Wie auf den Bildern zu sehen, geht es ziemlich steil bergauf bergab, die ca. 6.300 km lange Mauer wurde fast ausschließlich auf den Kämmen der Berge gebaut. Die Stufen sind besonders tückisch, mal für Riesen, mal für Zwerge gemacht. Aber lasst euch sagen, der Aufstieg lohnt sich und der Abstieg ist viel anstrengender...

Weiter ging es zu dem berühmtesten der Ming-Gräber, dem Grab von Yongle (1360-1424). Zu dem Areal gehören insgesamt 13 Gräber, der Ort wurde streng nach Feng-shui ausgewählt. Wie in anderen Kulturen, handelt es sich bei diesen Gräbern nicht um die uns bekannten, sondern um riesige Grabstätten an deren Ende sich der eigentlichen Grabhügel inkl. Stein befindet. Als Zufahrtsstraße zu diesen Gräbern gibt es die sogenannte Geisterstraße, eine Allee, die von 36 Steinstatuen gesäumt ist. Sie ist leicht geschwungen gebaut, damit die bösen Geister sie nicht passieren können (können nur geradeaus gehen… ).

Unsere Reise führte uns dann weiter zur TCM (Traditionell chinesische Medizin). Nach einer kurzen Einführung in diese Art der Heilkunst bekamen wir eine angenehme Überraschung, eine sehr wirksame Fußreflexzonenmassage, kostenlose Analyse nach der TCM und natürlich gleichzeitiger Empfehlung der besten Mittel gegen die entdeckte Krankheit …

Am Abend wurde es für die Hälfte der Gruppe noch mal richtig bunt: Die Peking Oper. Wir empfanden es als befremdlich, man sollte es sich aber angucken (gehört einfach dazu) und seine eigene Meinung drüber bilden.

Morgen ist leider unser letzter Tag der Rundreise, aber ein tolles Programm steht an. Die Verbotene Stadt, der Himmelstempel und natürlich der Platz des Himmlischen Friedens.

13. Tag: Sightseeing in Beijing

Heute gab es noch mal viel zu sehen. Unser erster Stopp führte uns zum Himmelstempel, eine der größten Tempelanlagen in China. Bei den Chinesen ist er morgens eher ein Freizeitpark; die Alten tanzen hier, spielen Karten, Stricken, Kalligraphieren oder unterhalten sich einfach nur. Tolle Lebenseinstellung! Bekannt ist hier eigentlich nur der Ernteturm, welcher das Wahrzeichen Pekings ist. Der auch dort zu findende Himmelsaltar wurde von einem Kaiser als Mittelpunkt des Kosmos bezeichnet; heute existiert dieser Glaube allerdings nicht mehr.

Unsere Reise führte uns nun zum Platz des Himmlischen Friedens. Mit seinen 40 ha und den typisch kommunistischen Bauten ist dieser Platz nicht wirklich schön, aber definitiv ein Erlebnis und gehört zu Peking einfach dazu. Bald sind wir durch das rote Tor mit dem einzigen öffentlichen Bild von Mao Zedong gegangen, von hier hat er am 01.10.1949 die Volksrepublik China ausgerufen.

Nun standen wir auch schon direkt vor dem ersten Teil der Verbotenen Stadt. Nach drei Eingangstoren erreichten wir endlich die Halle der Höchsten Harmonie, dem damals wichtigsten Gebäude im gesamten Palast. Wer einmal im Palast war, durfte nicht mehr raus, damit nichts nach außen drang, was hier passierte. Daher war er für alle, die nie darin waren, als Verbotene Stadt bekannt. Wir hätten nicht gedacht, dass dieses Areal so groß ist, wir haben nur einen Bruchteil gesehen und waren 3 Stunden hier …

Nach kurzem Überreden unseres Guides haben wir noch einen Ausflug zur „Seidenstraße“ unternommen, ein absolutes Shoppingmekka … Klamotten, Taschen, Stoffe, Andenken, Uhren, Elektronik … alles was das Herz begehrt; für Shoppingfans ein absolutes Muss. Aber Achtung, es gibt hier nicht nur Langnasen, sondern auch Langfinger!!!

Tja, nun ist der Urlaub fast rum. Morgen können wir ausschlafen und dann geht’s ab zum Flughafen.

14. Tag: Heimreise

Unsere letzte Nacht in Peking ist nun vorüber. Nach einem entspannten und leckeren Frühstück ging der Bus Richtung Flughafen. Um 13.55 Uhr startete unsere Air China Boeing 747-400 gen Heimat. Neun Stunden später konnten wir, trotz des in Island ausgebrochenen Vulkan, in Frankfurt landen. In Norddeutschland wurden immerhin schon zwei Flughäfen gesperrt.

 Das Reiseland China hat sich mit tollen Landschaften (speziell auf der Yangzi-Kreuzfahrt), imposanten Städten mit Millioneneinwohnern, Massen an Hochhäusern und Wolkenkratzern, fünfstöckigen Strassen, eindrucksvoller Beleuchtung bei Nacht, einer Verkehrsinfrastruktur kurz vorm Kollapszustand (in Xi’an), einer kaum bis nicht englischsprachigen Bevölkerung, … präsentiert. Viele Eindrücke!

Und zum Abschluss noch eine wahre Geschichte aus China: Deutsche Prostituierte können auch Chinesisch… und zwar genau ein Wort – so sagt unser Guide – „Quittung“. Hintergrund: Hohe chinesische Beamte erhalten ein geringes Gehalt. Eins ihrer Privilegien ist, dass sämtliche Quittungen abgerechnet werden können. U. a. auch die für den Besuch von Freudenhäusern. Ein übliches Bild hinter der Supermarktkasse sind die Kassenbonsammler. Diese verkaufen die Bons für einen Bruchteil der Rechnungssumme an hohe Beamte. Unglaublich!

So, dass waren unsere letzten Zeilen zu der Rundreise. Vielleicht hat ja der ein oder andere Fernweh bekommen.

Marlen & René

Ihr Reiseleiter


 

Hallo, ich heiße Zhang Lei, mein deutscher Name ist Viktor.

Ich habe in Peking 4 Jahre Germanistik studiert. Als Reiseleiter arbeite ich schon seit 7 Jahren bei TUI China.

Ich werde Ihre Chinareise in den nächsten Tagen begleiten und hoffe, dass ich Ihnen viele Informationen und Tipps geben kann. Ich freue mich, Sie bald im Reich der Mitte willkommen heißen zu dürfen.

Ihr Viktor

Ihr Reiseverlauf

Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise durch  China und erleben Sie kaiserliche Bauwerke, traumhafte Landschaften und moderne Metropolen - kaum ein anderes asiatisches Land bietet Ihnen so eine Vielfalt. Erleben Sie Shanghai, Xian und Peking. Höhepunkte der Reise sind der Besuch der Hauptstadt Peking sowie die einmalige Flusskreuzfahrt auf dem Yangtze.

1. Tag - Anreise
Linienflug von Frankfurt nach Shanghai.

2. Tag - Shanghai
Ankunft in Shanghai gegen Mittag und Empfang durch Ihre deutschsprachige Reiseleitung. Fahrt mit dem Transrapid zum Hotel. Bei einer Orientierungsfahrt werden Sie am Nachmittag erste Eindrücke der Stadt erhalten. Sie sehen den alten und neuen Bund sowie die Einkaufsstraße Nanjing Road. Besuch einer Seidenfabrik mit Einkaufsmöglichkeit. (Abendessen)

3. Tag - Shanghai (ca. 50 km)
Besichtigung des bekannten Jade-Buddha-Tempels mit der fast lebensgroßen Buddha-Statue aus weißer Jade. Anschließend Weiterfahrt zu dem aus der Ming-Zeit stammenden Yu-Garten inmitten der quirligen Altstadt. Am Nachmittag lernen Sie in der ehemaligen französischen Konzession das europäische Gesicht Shanghais kennen. Am Abend nehmen Sie an einer Akrobatik-Show teil. (Frühstück, Mittagessen)

4. Tag - Shanghai - Wuhan (ca. 850 km) Der Vormittag steht Ihnen zur freien Verfügung. Nach dem Mittagessen Transfer zum Bahnhof und Fahrt mit dem Tageszug nach Wuhan. Im Anschluss Transfer zum Hotel. (Frühstück, Mittagessen)

5. Tag - Wuhan - Yichang (ca. 350 km)
Am Morgen kurze Stadtrundfahrt durch Wuhan mit Besichtigung der Yangtze-Brücke und des Provinzmuseums mit seinen eindrucksvollen Grabbeigaben. Anschließend Transfer nach Yichang. Am Abend erfolgt die Einschiffung auf Ihr Kreuzfahrtschiff. (Frühstück, Abendessen)

6. - 8. Tag - Yangtze-Flusskreuzfahrt (ca. 700 km)
Während der Flusskreuzfahrt sehen Sie die berühmten 3 Schluchten (beispielsweise die Qutang Schlucht) und fahren vorbei an den 12 hohen Gipfeln der Wu-Schlucht. Außerdem unternehmen Sie einen Ausflug zur Baustelle des Drei Schluchten Damms, des größten Wasserkraftwerks der Welt. Die kleineren Buchten am Daning-Fluss mit ihren bizarren Felswänden werden mit kleinen Booten angefahren. Außerdem besuchen Sie die Schnee-Jade-Höhle in der Geisterstadt Fengdu. (Frühstück, Mittag- und Abendessen)

9. Tag - Chongqing - Xian
Die Kreuzfahrt endet in Chongqing. Ausschiffung, je nach Abflugzeit nach Xian erfolgt eine kurze Stadtrundfahrt durch Chongqing. Anschließend Transfer zum Flughafen und Flug nach Xian. Nach Ankunft in Xian Besichtigung der Stadtmauer aus der Ming-Dynastie und Fotostopp am Glocken- und Trommelturm. (Frühstück, Abendessen)

10. Tag - Xian (ca. 90 km)
Ausflug zur einzigartigen Terrakotta-Armee des ersten Kaisers von China. In mehreren Hallen befinden sich überlebensgroße tönerne Soldaten. Auf der Rückfahrt Besuch der Großen Wildganspagode und des Stelenwaldes im ehemaligen Konfuziustempel. Im Anschluss Besuch einer Jadeschnitzerei. (Frühstück, Mittagessen)

11. Tag - Xian - Peking
Am frühen Morgen Transfer zum Flughafen und Flug nach Peking. Besichtigung des Sommerpalastes. Diese weitläufige Anlage mit herrlichen Gebäuden wird Sie begeistern. (Frühstück, Mittagessen)

12. Tag - Peking (ca. 180 km)
Fahrt zur über 6.000 km langen Großen Mauer, auf dem Weg Besuch einer Süßwasser-Perlenzucht. Danach Weiterfahrt zu den Ming-Gräbern. Zum Abschluss des Tages besteht die Möglichkeit auf Wunsch eine Aufführung in der Oper von Peking zu besuchen (ca. 20 € p. P., vor Ort buchbar). (Frühstück, Mittagessen)

13. Tag - Peking
Ganztagsausflug zum Platz des Himmlischen Friedens und des im Zeichen von Yin und Yang erbauten Kaiserpalastes. Anschließend Besichtigung des Himmelstempels, das Wahrzeichen Pekings. Beim Abschiedsabendessen können Sie neben weiteren chinesischen Spezialitäten auch die berühmte Peking-Ente genießen (Frühstück, Abendessen).

14. Tag - Abreise
Tag zur freien Verfügung. Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland. Ankunft am gleichen Tag. (Frühstück)