Juni 2012

Entdecken Sie Islands atemberaubende Landschaft. Faszinierende Naturphänomene wie unzählige Geysire, Wasserfälle und der Nationalpark Thingvellir dürfen auf einer Reise nicht fehlen. Auch die Metropole Reykjavík & die Blaue Lagune werden Sie begeistern!

Ihr Chronist

Hallo,

mein Name ist Verena. Ich bin eine ausgeflippte, 23 jährige Hobby-Schreiberin und wohnhaft im schönen Rödermark in Hessen.

Zurzeit bin ich in einem histologischen Labor als Medizinisch Technische Laboratoriumsassistentin tätig. Als Ausgleich zum Alltag interessiere ich mich in meiner Freizeit für Literatur, Tiere, Musik und neuerdings auch Fotografie.

Literatur und Fotografie – zwei Dinge, die ich in meinen Reiseberichten zur Vulkaninsel Island gerne vereinen und verbessern möchte.

Ich freue mich sehr darauf, ein paar Leser auf diese Reise mitnehmen zu können.

1. Tag: Anreise nach Reykjavík/Hafnarfjördur

Anreisen sind unspektakulär. Das weiß jeder, nicht wahr? Menschen, die aus dem Flugzeug nach draußen in den unbekannten Flughafen strömen und hoffen, dass ihr Gepäck schnell auf dem Transportband erscheint, um dann, nach einem anstrengenden und aufregenden Anreisetag endlich ins Hotel zu kommen.

Aber wie steht es mit einem Land, dass seine neugierigen Besucher kurz nach Mitternacht mit Bildern begrüßt, die an Kulissen aus ‚Star Wars’ erinnern?

Die erste Berührung mit diesem fremden Land fand zehn Minuten vor der Landung statt, als das Flugzeug durch die Wolkendecke brach: Landeanflug auf Kevlavic.

Und Island zeigt sich von einer wilden, schönen Seite. Als wir aus dem Flieger stiegen schien der Himmel zu brennen, wie ein Inferno. Links von uns lag ein farbenprächtiger Sonnenuntergang, der gleichzeitig auch ein Sonnenaufgang sein mochte, denn dunkel wurde es in dieser Nacht nicht mehr.

Nach einem kurzen Transfer zum ersten Hotel strömten wir nachts um halb zwei in unsere Zimmer.

Ich bin sicher nicht die Einzige, die von den ersten Eindrücken des Landes so gefesselt war, dass in dieser Nacht nicht an Schlaf zu denken war.

2. Tag: Reykjavik - Thingvellir - Gullfoss - Hvolsvöllur

Wir starteten um neun Uhr mit einer Stadtrundfahrt durch die junge Stadt Reykjavik, in der 2/3 der Bevölkerung Islands leben.

‚Reykjavik’ bedeutet übersetzt ‚Rauchbucht’ und bietet ein vielschichtiges Stadtbild. Neben einer top modernen Konzerthalle aus Glas liegt der atmosphärische Hafen, in dem zur Zeit alle ausrangierten Walfangschiffe umgerüstet werden. Für jemanden, der aus der Nähe von Frankfurt stammt, scheint Reykjavik nur aus Grünflächen und Radfahrwegen zu bestehen. Diese ermöglichen es tüchtigen Radfahrern, die Stadt am Atlantik entlang, komplett zu umfahren.

Eines der Wahrzeichen der Stadt ist die 76-Meter hohe Kirche Hallgrímskirkja mit ihrem, einem Geysir nachempfundenen Anbau. Nicht weit hinter diesem imposanten Gebäude liegen, im direkten Gegensatz dazu, eine Vielzahl Häuser mit bunten, witterungsbeständigen Wellblechdächern, eigenartig konstruierte Universitätsgebäude, sowie die Stadtbücherei und ein kugelförmiges Gebilde, in dem sich Heißwassertanks zur Stadtversorgung befinden.

Beim Verlassen der Stadt begegneten uns seltsame blaue Blumen wieder, auf die wir in der vergangenen Nacht schon einmal einen Blick durch das Busfenster werfen durften. Reykjavik blüht blau unter einer Vielzahl von angepflanzten Lupinienfeldern, die sich immer weiter ausbreiten.

Zu unserer Linken, abgeschottet durch eine befahrene Straße und umgeben von Wasser, erscheint eine kleine Insel, die von den Isländern liebevoll ‚die Hundeinsel’ genannt wird. Nur hier dürfen Hunde ohne Leine ausgeführt werden, herumtollen und Artgenossen treffen.

Je weiter wir die dicht besiedelten Gegenden hinter uns lassen, desto besser scheint sich das Wetter zu halten. Die Isländer, so sagt man, leben frei nach dem Motto: „Glücklich ist, wer vergisst, was da nicht zu ändern ist“. Und so nehmen auch wir die Sonnenstrahlen mit und begeben uns auf die Fahrt durch karge Lavalandschaften und moosbewachsene Gesteinwüsten bis hin zu einer Aussichtsplattform über Thingvellir.

Von dort aus boten sich jedem eifrigen Fotografen ein paar fantastische Schnappschüsse vom Naturschutzgebiet Thingvellir, durch das wir kurze Zeit später einen kleinen Fußmarsch unternahmen. Rechts und links von dieser Aussichtsplattform aus, zogen sich, bedingt durch eine Verschiebung des atlantischen Rückens, breite Risse durch das Gestein. Eine Spalte, die erst vor wenigen Jahren in die Steine gerissen worden war und die Isländer vor eine neue Herausforderung stellte.

Im Naturschutzpark angenommen erwartete uns ein weitläufiges, sehr wasserreiches Gebiet, besiedelt von brütenden Graugänsen und umrahmt von großen Felsen und Geröllblöcken. Eine große, isländische Flagge weist auf die Bedeutung dieses Ortes hin: hier wurde 1944 die Republik Island ausgerufen!

Ein Tourist bemerkt hier schnell, dass dies ein besonderer Ort für Einheimische ist. Alle Seen und Flüsse glitzern voller Münzen wie Wunschbrunnen und selbst Kreditkarten lassen sich dort finden. Übrigens glauben die Isländer, dass die Existenz des Nationalparks an das Bestehen des "Steins des Anstoßes" geknüpft ist. Fällt der Stein herab, geht Thingvellir unter.

Die nächste Station der Reise war der größte, europäische Wasserfall, der bekannten Größen, wie den Niagara-Fällen in nichts nahe stehen. Wer hier, wie ich selbst, stand und nie zuvor einen Wasserfall dieser Größe sah, staunte nicht schlecht, denn der Gullfoss ("der goldene Wasserfall") liegt völlig hinter Wiesen verborgen und ist von Weitem lediglich an seinem Rauschen zu erkennen.

Im Anschluss führte uns unser Weg zu einem alten Veteranen Islands: der alte Geysir, der Namensgeber für andere Geysiere. Dank seines hohen Alters ist dieser leider nicht mehr aktiv, aber wer sich trotz des Regens hinaus gewagt hat, wurde mit vielen kleinen Ausbrüchen jüngerer Geysiere belohnt. Charakteristisch für einen aktiven Geysier, sowie auch für das Wasser in Duschen und aus dem Wasserhahn, ist der Geruch von Schwefel.

Als kleinen Leckerbissen erwartet uns bei der Abfahrt noch ein Motorradtreff zu unserer Rechten und ein kleines Oldtimertreffen zu unserer Linken. Abschließend, auf dem Weg ins Hotel und zu unserem wohlverdienten Abendessen, besuchten wir eine kleine Kirche, die für ihre besonders schöne und stimmige Akkustik und kleine Ausgrabungen bekannt ist.

Den Rest des Tages verbrachten wir im Hotel, aber wer glaubt, dass die Spannung hier endet, hat nie ein isländisches Buffet bewundert: neben einheimischen Fischsorten, sowie Lachs, erwarteten die mutigen Vorkoster auch kleine Besonderheiten wie Fohlen oder Papageientaucher.

Fazit:
In Island werden selbst die alltäglichsten Dinge, so wie Essen am Buffet, zum Abenteuer.

3. Tag: Skógafoss - Vík - Gletscherlagune

17 . Juni – Nationalfeiertag in Island. Heute werden überall, egal ob in der Stadt oder auf dem Lande, die Flaggen gehisst. Am 17. Juni 1944 wurde in Thingvellir, dem Naturschutzgebiet, in dem wir bereits am Vortag zu Gast waren, die Republik Island ausgerufen. Obwohl man uns von großen Feiern erzählte, starteten wir ruhig in den neuen Tag.

Auf der Busfahrt zum Skógafoss, was übersetzt „Waldwasserfall“ bedeutet, begegnen wir erstmals den Elfen, von denen wir zuvor schon so viel gehört haben. Hinter Häusern, die in Vulkan- und Naturkatastrophengebieten liegen, pflanzten die Isländer kleine Wäldchen an, in denen die Sagengestalten Zuhause sind, um auf diese Weise deren Gunst zu erlangen und gegen Unheil gewappnet zu sein.

Wer solche Geschichten hört, den wundert es sicher nicht, dass man sich hier erzählt, hinter dem Skógafoss liege ein Schatz verborgen, den der erste Siedler dort versteckt habe. Zur Information: der Skógafoss ist 60 m hoch und liegt in Skogar, 32 km von Vík entfernt.

Heute begegnete uns immer wieder der Aberglaube der isländischen Bevölkerung.

Der nächste Halt auf unserer Reise waren die Basaltsteinsäulen in Küstennähe. Auch hierzu eine kleine Geschichte: In Island erzählt man sich, dass Trolle gezwungen sind, den Tag und das Tageslicht zu meiden. Andernfalls würden sie zu Stein. In weiter Ferne, doch vom Strand aus gut zu sehen, trafen wir auf drei Trolle, die zu Stein wurden.

Über eine holperige Straße näherten wir uns der Stadt Vík, der südlichsten Stadt Islands, in der wir auf die ersten, wehenden Flaggen trafen. Die isländische Flagge trägt die Farben blau, weiß und rot. Blau steht für den Ozean, Weiß für die Gletscher und Rot als Vertreter für Feuer und Vulkane. Nach dem Mittags-Stopp in Vík passierten wir den Schwestern-Wasserfall, der seinen Namen einer weiteren Geschichte verdankt.

Demnach zog einst eine schmuckbesetzte Hand zwei Nonnen in die Tiefe und dort entstand der Wasserfall. Im Laufe der Weiterfahrt, bis hin zum Vatnajöküll, wurde die Landschaft karger. Die Lupinien, welche in der Nähe der Vulkane sowohl weiß, als auch blau blühten, wurden weniger und moosbewachsene Lavafelder beherrschten die Landschaft.

Später näherten wir uns einer Gletscherzunge, die von der Vulkanasche dunkel eingefärbt war und fuhren zu einer Gletscherlagune, die vielleicht am besten mit ‚Klein Grönland’ zu vergleichen ist. In einem Amphibienfahrzeug besichtigten wir den ‚See’, auf dem teils mächtige Eisberge, teils kleine Brocken Gletschereis trieben. Hier gab es die Möglichkeit, über 1.000 Jahre altes Eis zu kosten und – tatsächlich schmeckte es wirklich lecker!

Im Anschluss statteten wir dem schwarzen Sandstrand einen weiteren Besuch ab und fuhren am Atlantik entlang, zum nächsten Hotel. In einem ausgebauten Bauernhof, mit fantastischer Aussicht und Schafen vor dem Fenster, bekamen wir ein unschlagbares Buffet vorgesetzt, mit dem Tag drei zu Ende ging.

4. Tag: Höfn - Ostfjorde

Pünktlich nach einem sehr zufriedenstellenden Frühstück, einer kleinen Begrüßung durch die Hofhunde und einem kleinen Spaziergang über den Hotelhof wagten wir uns in Richtung Höfn vor. Höfn, was übersetzt nichts anderes als ‚Hafen’ bedeutet, ist eine ca. 1.700 Einwohner große Kleinstadt mit Charakter, in der 12% des isländischen Fischfangs aufbereitet werden. Hinter der Stadt besuchten wir die Nistplätze der Vögel an einem Denkmal für verstorbene Fischer.

Einige Mitreisende unserer Reisegruppe bekamen am eigenen Leib zu spüren, dass man sich diesen Tieren, auch wenn sie nicht sehr groß sind, in der Nistzeit nicht nähern sollte. Doch auch hierfür schaffen die Isländer Abhilfe, denn diese glauben, dass es Glück bringt, wenn man mit dem Abwurf der Tiere bekleckert wird. Auffällig war in Höfn der hohe Anteil auf der Straße arbeitender Jugendlicher, die sich in der Ferienzeit beim Straße fegen oder Rasen mähen steuerfrei etwas Taschengeld dazu verdienen dürfen.

Nach diesem kleinen Ausflug machten wir uns via Bus auf den Weg nach Djupivogur, einem kleinen Fischerdorf, in dem ein kleines Fest gefeiert wurde. Jeder Stadtteil wurde aufwändig in verschiedenen Farben geschmückt. Vor dem kleinen Lokal, in dem wir unser Mittagessen einnahmen, lagen neben bizarren rosa Fabelwesen aus Autoreifen, ein rosa geschmücktes Rentier aus den Geweihen.

Wir bewegten uns weiter in Richtung Osten. Hier durchlief das Land eine gewaltige Veränderung. Nebel zog auf, die Landschaft wurde karger und die Temperaturen fielen merklich ab. Der Bus nahm Kurs auf eine Steilküste. Hier bot sich uns, neben dem auffallend dunklen Sand, noch ein weiterer seltsamer Anblick: Im Laufe der Jahre waren hier durch Erdbeben verschiedene, alte Gesteine freigelegt worden, die optisch an Mosaik erinnerten.

Die Weiterfahrt zog sich über verschiedene Fjorde dahin die, wie für Island üblich, natürlich alle einen Namen besitzen. Denn in Island besagt ein Sprichwort, was keinen Namen hat, das existiert auch nicht. So heißen einige Fjorde Schwanenfjord, Hammerfjord (hierbei handelt es sich wieder um eine Geschichte über Trolle und deren Hammer schwingende Natur) oder übersetzt auch ‚Kein Fjord ist so schön.’ Der Schwanenfjord verdankt seinen Namen jedoch nicht den Schwänen, denn diese begeben sich hauptsächlich in einen der anderen Fjorde.

Kurz vor Egilsstadir reihte sich ein Wasserfall an den nächsten und die Landschaft beginnt sich erneut zu verändern. Die karge Landschaft wird von kleinen und größeren Wäldern abgelöst, die aus Birken, Lerchen und Kiefern bestehen. Wobei die Lerche hier am besten wächst. Im Vorüberfahren wird uns berichtet, dass die Menschen aus Egilsstadir mit den Einwohnern aus Reykjavik jedes Jahr um den schöneren Weihnachtsbaum kämpfen. Und das ist noch nicht alles: Der Tannenbaum, der jedes Jahr in Islands Hauptstadt aufgestellt wird, stammt aus Hamburg!

Allmählich näherten wir uns dem Hotel; diesmal einem mehrteiligen Gebäude mit Ausblick auf die Wälder und einen See, in dem ein sagenumwobenes Monster leben soll. Doch dazu morgen mehr.

5. Tag: Námaskard - Mückensee - Godafoss

Der 5. Tag unserer Reise begann mit einer Geschichte. Mit der des Monsters, das ich gestern kurz erwähnt habe. Dieses stellt einen riesigen Seewurm dar, der im Lagarflút sein Unwesen treiben soll. Natürlich steht auch hinter dieser Behauptung eine Geschichte – oder besser gesagt, diesmal zwei.

Diesmal handelt es sich um die Legende, dass ein kleines Mädchen, das nicht mehr als einen Regenwurm als Freund besaß, einen Ring fand, woraufhin der Wurm immer größer und größer wurde, bis ihn das Mädchen nur noch in den See werfen konnte.

Für jeden, dem diese Version nicht gefallen hat, hier die zweite:

Eine Prinzessin bekam von einem Verehrer einen Wurm geschenkt und warf diesen fort. Auf Umwegen landete dieser Wurm in ihrem Schmuck und fraß sich durch diesen hindurch, bis er so groß war, dass man auf ihn aufmerksam wurde. Man nahm diesen Wurm und warf ihn in den See.

In der Realität glauben die Einwohner Egilsstadirs tatsächlich an die Existenz eines Monsters, denn bei diversen Versuchen, Wasser- oder Stromleitungen durch den See auf die andere Seite zu verlegen, wurden diese stets so verbissen, dass sie nach kürzester Zeit wieder geborgen werden mussten.

Auf der Fahrt ins Hochland wurde es deutlich kühler als in den Tagen zuvor. Bei 3°C kämpft sich unser Bus über extrem staubigen Straßen durchs Hochland. Die Landschaft hier zeigte sich überwiegend felsig und kahl. Vereinzelte Grünflächen zeugten von den Versuchen, Gras via Flugzeug auszusäen.

Unsere erste Haltestelle ist ein kleines Café im Hochland, das von außen eher wie das Auenland aus ‚Herr der Ringe’ anmutet. Moos- und grasbewachsene Häuser, viel grün und Schafe. Auf einem kleinen Hügel gab es die Möglichkeit, eine kleine, vom Bauern selbst gebaute Kapelle zu besichtigen, in deren Garten ein kleiner Familienfriedhof angelegt war.

Auf der Fahrt nach Námaskard, drang der Staub der Straßen langsam bis in den Bus hinein. Während wir fuhren, tauchte neben der Straße ein großes, steinernes Gebilde auf, das die ‚Pferdeburg’ genannt wird, weil selbstverständlich einst die Pferde der Götter dort lebten.

In Námaskard unternahmen wir eine 1 ½ stündige Wanderung zu einer Vulkanspalte, die stellvertretend für den Vulkan Krafla 1975 – 1984 Feuer und Lava spuckte. Hier, in diesem Hochgeothermalgebiet, rauchte und brodelte die Erde. Wer es wagte, vom Weg abzuweichen, der wurde mit heißen Füßen und qualmenden Schuhsohlen überrascht, denn selbst nachdem der letzte Ausbruch beinahe 30 Jahre zurück liegt, liegt die Temperatur des Grundes hier an manchen Stellen noch bei 60-100°C.

Hier, auf dem Weg zur Vulkanspalte, begegneten wir einem alten Bekannten wieder: dem schwefeligen Geruch, den wir schon aus den Wasserleitungen der Hotels kannten. Die Lava, die in vielen, vielen Ausbrüchen stets den Weg des geringsten Widerstandes nahm, verteilte sich über ein breites Feld und bildete rauchende, dampfende und bizarre Formen. Nicht weit entfernt von diesem Ort warteten bereits die heißen Schlammquellen auf uns und allmählich dämmerte uns Reisenden, dass uns der Geruch des Schwefels wohl diesen Tag begleiten würde.

So schlimm wurde es letztendlich doch nicht, denn am ‚Mückensee’ angekommen, lösten ganze Schwärme von Mücken den Schwefelgeruch ab und drangen den einen oder anderen dazu, die Besichtigung der Pseudokrater abzubrechen und lieber wieder in den Bus zu steigen. Diejenigen, die trotz der kleinen Plage weiter liefen, erwarteten große, grasbewachsene Krater, die ursprünglich von Magma-Aufwerfungen stammten.

Die letzte Etappe des Tages, war der Wasserfall ‚Godafoss’. Godafoss bedeutet so etwas wie ‚Wasserfall der Götter.’ Hinter diesem Namen birgt sich kleine mythologische Geschichte. Zur Zeit der Verbreitung des Christentums, als alle Heiden zum Christentum bekehrt wurden, warf ein ansässiger Bauer seine Skulpturen nordischer Götter in diesen Wasserfall und dieser Vorgang brachte ihm seinen Namen ein.

In Akureyri erwartete uns schließlich unser Hotel, aber für die Hälfte der Reisegruppe war hier noch nicht Schluss. Diese wurden nach dem Abendessen von einem kleinen Bus abgeholt und zu einem Hof gefahren, vor dem bereits 10 gesattelte Islandpferde standen. Im Anschluss an eine kleine Instruktion, ritten wir ins Gelände hinaus uns wiegten uns eine Stunde lang auf den Rücken der Pferde in das verdiente Tagesende.

Übrigens: Der Lieblingsgott der Isländer war Thor.

6. Tag: Akureyri - Glanni - Hafnarfjördur

Nach dem Frühstück starteten wir in Richtung Akureyri und hatten Glück, denn wir konnten vom Hotel aus ein Kreuzfahrtschiff im Fjord beobachten, bis es in Akureyri am Hafen anlegte. Akureyri selbst wird auch als ‚Perle des Nordens’ bezeichnet und ist ein Fischer-Ort, wie so viele in Island. Auch hier leben die Einwohner hauptsächlich vom Fischfang und dem Tourismus.

In der Stadt angekommen, konnte jeder der Lust dazu hatte, einen kurzen Fußmarsch durch den Botanischen Garten auf sich nehmen. Neben einer Vielzahl wunderschöner Blumen, begegneten wir hier wieder den Jugendlichen, die in ihren Ferien kleine Arbeiten in den Beeten verrichten durften, um steuerfrei ein wenig Geld zu verdienen. Obwohl sehr viele Blumen bereits blühten, werden einige hier erst in voller Blüte stehen, nachdem in Deutschland schon das meiste verblüht ist.

Direkt im Anschluss fuhren wir ins Zentrum der Stadt und schlenderten ein paar Minuten durch die Innenstadt oder in das eine oder andere Souvenir-Geschäft. Übrigens, in Akureyri findet man das rote Licht an einigen Ampeln in Herzform vor. Eine sehr herzliche Stadt. Im Vorbeifahren ließ sich erkennen, dass die Einwohner hier bemüht sind, das Stadtbild zu erhalten. Viele Häuser stehen unter Denkmalschutz und dürfen restauriert, aber optisch nicht verändert werden, was dazu führt, dass einige Gebäude stark wie Puppenhäuser aussehen.

Unser nächster Stopp war ein kleines Freilichtmuseum in gut erhaltenen Torfhäusern. Wer wollte, konnte gegen ein wenig Kleingeld das Innere der authentisch eingerichteten Hütten bewundern. Wer wenig Interesse daran hatte, genoss die schöne Landschaft und staunte über das kleine Café auf dem Gelände, das von innen einer Puppenstube gleich kam. Die Torfhäuser hier stammten aus dem 18. Jahrhundert und dienten den Menschen damals ausgezeichnet als Schutz vor der gnadenlosen Kälte Islands.

Für die nächsten Stunden stand nun die Weiterfahrt an. An diesem Tage mussten mehr als 400 km zurückgelegt werden, um wieder zurück nach Hafnarfjördur zu gelangen, einen Vorort der Hauptstadt. Dennoch hielt uns die lange Fahrt nicht davon ab, einen letzten Wasserfall zu besichtigen.

Glanni, was so viel wie der ‚Angeberwasserfall’ bedeutet, ist ein wunderschöner Wasserfall mit einer Lachs-Treppe. Leider sahen wir nur vereinzelt ein paar Lachse. Durch den Tunnel des Walfjordes kehrten wir allmählich nach Reykjavik zurück und zogen am frühen Abend erneut in Hafnarfjördur in unser Hotel vom Anreisetag.

Allmählich neigt sich diese Reise dem Ende entgegen und so mussten wir heute Abschied von unserer lieben Reiseleiterin Renata nehmen, der Frau mit dem unglaublich großen Wissen über ihr Heimatland und verabschiedeten uns auch von unserem äußerst geschickten Busfahrer Daniel. Ohne euch wäre diese Reise nicht die Selbe gewesen. Wir danken euch.

7. Tag: Ein Tag in Reykjavik - mit Walen und Regen!

Der letzte Tag in Island begann mit gemischten Gefühlen, denn eigentlich hatten meine Eltern und ich und ein paar Andere aus unserer Reisegruppe für diesen Tag einen Ausflug nach Grönland geplant, den wir leider nicht antreten konnten, weil wir nicht gewusst hatten, dass es nicht möglich ist, diesen vor Ort zu planen. Schade. Also machten wir das Beste daraus und beschlossen, um neun Uhr auf Walbeobachtung zu gehen.

Obwohl man uns gewarnt hatte und wir reichlich wenig Hoffnung hatten, tatsächlich auf Wale zu treffen, belohnte man unsere Geduld. Nach und nach kreuzten mehrere Wale unseren Weg. Einige waren in großer Entfernung lediglich an ihrer herausragenden Rückenflosse zu erkennen, andere wagten sich bis auf wenige Meter an das Schiff heran. Insgesamt kreuzten 6-10 Wale unseren Weg. Die Tour dauerte ca. 3 Stunden.

Die Wale, denen wir begegneten, waren ausschließlich Zwerg- und Schweinswale. Aber wer glaubt, dass Zwergwale winzig sind, der irrt. Die sanften Riesen, die übrigens zur Gattung der Zahnwale gehören und in diesem Gebiet auf Fischfang waren, erreichen stolze zehn Meter und gehören damit nicht zu den kleineren Gattungen. Die Schweinswale hingegen werden zwischen 1,5 und 2 Meter und sind somit kleinere Meeressäuger.

Da Wale zu den Säugetieren gehören, müssen sie regelmäßig auftauchen, um nach Luft zu schnappen. Diese Augenblicke dauern oftmals nur Sekunden und es war nicht immer einfach, diese kurzen Momente auf Bild zu bannen. Und dennoch konnten einige schnelle Urlauber ein paar tolle Bilder schießen.

Nach diesem kleinen Ausflug in die Welt der Wale und Papageientaucher, deren Insel wir aus der Ferne erkennen konnten, verließen wir zu Fuß den Hafen und machten uns in Reykjavik auf die Suche nach etwas Essbarem und wegen des schlechten Wetters auch auf die Suche nach einem Zeitvertreib.

Nicht alle Teilnehmer unserer Reisegruppe haben sich mit uns auf die Suche nach Walen begeben. Manche entschieden sich für eine fünfstündige Reittour in der Nähe der Hauptstadt, andere beschlossen, gänzlich zu Fuß die Gegend unsicher zu machen.

Meine Eltern und mich verschlug es zunächst in die leider recht enttäuschende Nationalgalerie Islands und anschließend in eine Einkaufs-Mall. Im Anschluss suchten wir die nächste Bushaltestelle auf und fuhren mit dem Stadtbus zurück ins Hotel. Und dort endete der Tag in Reykjavik. Was die Anderen erlebt haben, das bleibt wohl deren Geheimnis.

8. Tag: Heimreise

Der letzte Tag. Nach der 8. Nacht ohne Dunkelheit wurde es Zeit, Island allmählich zu verlassen. In dem Hotel, in dem wir am ersten Tage unser erstes Frühstück zu uns genommen hatten, nahmen wir nun auch das letzte ein.

Gegen elf lud uns ein neuer Busfahrer ein und fuhr uns zur Blauen Lagune, einem salzhaltigen Thermalbad, dem gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden. Ein Traum!

Eine Schlammmaske und knapp vierzig Minuten angenehm warmes Badevergnügen später, wurde es Zeit, erneut in den Bus zu steigen und zum Flughafen zu fahren.

Hier endet meine Reise nach Island, auf die Insel der Vulkane. Aber ich bin sicher, es wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

Ihr Reiseverlauf

Atemberaubendes Island! Landschaftliche Abwechslung mit Gletschern und Flüssen und traditionsreiche Kultur erwarten Sie auf der Insel aus Feuer und Eis! Entdecken Sie die Höhepunkte der nordischen Vulkaninsel, wie z. B. die vielen Geysire und Gletscher sowie den Nationalpark Thingvellir oder gewaltige Wasserfälle.

1. Tag - Anreise
Nach der Landung in Keflavik Empfang durch die örtliche Reiseleitung und Fahrt zum Thermalbad Blaue Lagune, wo Sie Gelegenheit zu einem einmaligen Badeerlebnis haben. Das durch geothermische Energie auf ca. 40° C geheizte Wasser ist reich an Kieselerde, Salz und anderen Grundstoffen und sehr wohltuend für die Haut. Anschließend Weiterfahrt zu Ihrem Hotel in Reykjavik/Hafnarfjördur.

2. Tag - Reykjavík/Hafnarfjördur - Thingvellir - Gullfoss - Hvolsvöllur (ca. 270 km)
Fahrt zum Nationalpark Thingvellir, wo 1944 die Republik Island ausgerufen wurde. In einer Talsenke können Sie sehen, wie sehr sich die eurasische und amerikanische Kontinentalplatte bisher auseinander bewegt haben. Danach geht es zum Wasserfall Gullfoss, auch „der goldene Wasserfall” genannt, der stufenförmig in die Schlucht des Flusses Hvítá hinabstürzt. In der Nähe befindet sich das bekannte Geysirgebiet im Tal Haukadalur, wo der “Alte Geysir”, der Namensgeber aller Springquellen der Welt, zwar meist ruht, aber die kleinere Springquelle Strokkur regelmäßig eine heiße Wasserfontäne in den Himmel schießt. Fahrt zur Südküste und Übernachtung in der Region Hvolsvöllur.

3. Tag - Hvolsvöllur - Skaftafell - Höfn (ca. 350 km)
Heute geht es in Richtung Osten, zunächst nach Skógar, wo einer der bekanntesten Wasserfälle Islands, der Skógafoss, zu bewundern ist. Weiterfahrt zur Landspitze von Dyrholaey, wo Tausende von Seevögeln ihre Nistplätze haben. In der Brutzeit und bei schlechten Straßen- und Wetterverhältnissen ist dieser Abschnitt gesperrt. Alternativ wird dann der Küstenabschnitt Reynisfjara besucht. Weiter geht es zum Nationalpark Skaftafell am Fuße von Europas größtem Gletscher, dem Vatnajökull. Wanderung durch den Park zum Wasserfall Svartifoss
(ca. 1,5 Stunden), der aus schwarzen Basaltsäulen besteht, die ihm ein bizarres Aussehen verleihen. Der krönende Abschluss dieses erlebnisreichen Tages ist Jökulsárlón, eine überwältigend schöne Gletscherlagune mit unzähligen treibenden Eisbergen. Dort haben Sie die Möglichkeit an einer unvergesslichen Bootsfahrt teilzunehmen (ca. € 25.-, vor Ort buchbar). Übernachtung in der Region Höfn.

4. Tag - Höfn - Djúpivogur - Egilsstadir (ca. 200 km)
Besuch des kleinen Fischerdorfes Höfn. Wer möchte, kann die Gletscherausstellung besuchen (Eintritt ca. € 7.-), in der Sie alles über das Wesen der Gletscher und deren Einfluss auf die Umgebung und die Menschen Islands erfahren. Anschließend geht es weiter entlang der Ostfjorde bis zum Dorf Djúpivogur. Übernachtung in der Region Egilsstadir.

5. Tag - Egilsstadir - Mývatngebiet - Akureyri (ca. 200 km)
Heute geht es weiter Richtung Norden zum See Mývatn, der für das einzigartige Vogelleben und die erstaunlich vielfältige Vegetation bekannt ist. Besichtigt werden u.a. die Pseudokrater in Skútustadir, das Lavalabyrinth in Dimmuborgir sowie die brodelnden Schlammquellen und Solfataren im farbenprächtigen Hochtemperaturgebiet Námaskard. Anschließend geht es weiter nach Akureyri mit Zwischenstopp beim sagenumwobenen Wasserfall Godafoss. Übernachtung in der Region Akureyri.

6. Tag - Akureyri - Skagafjördur - Reykjavík - Hafnarfjördur
(ca. 440 km)

Über die Hochebene Öxnadalsheidi wird Islands bekanntestes Pferdezuchtgebiet Skagafjördur erreicht. Weiterfahrt durch die Region Húnavatnssýsla, über die Hochebene Holtavörduheidi, in das Borgarfjördurgebiet. Bei schönem Wetter wird der erloschene Krater Grábrók bestiegen. Durch den Walfjord Tunnel erreichen Sie am späten Nachmittag Reykjavík. Kurze Stadtrundfahrt in der Hauptstadt und Weiterfahrt in die Stadt der Elfen und Trolle, nach Hafnarfjördur, wo die Übernachtung erfolgt.

7. Tag - Region Reykjavík/Hafnarfjördur
Tag zur freien Verfügung. Sie haben die Möglichkeit an einer faszinierenden Walbeobachtung teilzunehmen (ca. € 55.-, vor Ort buchbar). Wer von Island aus die größte Insel der Welt kennenlernen möchte, sollte die einmalige Gelegenheit zu einem Tagesausflug an die Ostküste Grönlands nutzen (optional buchbar). Die Insel besteht fast ausschließlich aus Eisbergen und Gletscherzungen, wovon Sie bei schönem Wetter bereits während des Hinfluges einen ersten Eindruck bekommen. Zunächst steht ein Rundflug über dem Ammassalikfjord auf dem Programm, bevor Sie auf der kleinen Insel Kulusuk landen. Dort machen Sie eine Wanderung (ca. 40 Min.) zum Dorf Kap Dan, wo Sie einen Einblick in den Alltag und die Traditionen der Inuits bekommen (evtl. kurze Kayak –und Tanzshow, wetterabhängig). Sie haben die Möglichkeit, mit einheimischen Fischerbooten zurück zum Flughafen zu fahren.

8. Tag - Abreise
Transfer zum Flughafen Keflavik und Rückflug nach Deutschland.