Oktober - November 2012

Traumhafte Buchten und Küstenregionen, sattgrüne Hochländer und lebhafte Metropolen machen diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Entdecken Sie die Altstadt in Hanoi, das lebendige Ho-Chi-Minh-Stadt und erleben Sie die bizarre Halong-Bucht.

Ihr Chronist

Hallo liebe Blogleser,

mein Name ist René. Ich bin 30 Jahre alt und komme aus Schleswig-Holstein.

Wenn die Blätter von den Bäumen fallen und das Quecksilber im Thermometer anfängt niedrigere Temperaturen anzuzeigen, dann flüchte ich gern in wärmere Gefilde.

Diesen Herbst geht es nach Vietnam. Auf dieser Rundreise werde ich täglich in diesem Blog, von meinem Erlebten, berichten.

Dabei wünsche ich euch viel Spaß.

Euer René

Anreise

Es ist 6.30 Uhr und ich bin in Hanoi angekommen. Endlich!!!

Auf dem Fraport konnte ich die Zeit bis zum Abflug, mit einem wunderbaren Panoramablick bei Sonnenschein, kurzweilig ausfallen lassen. Der Flug mit Vietnam Airlines startete dann pünktlich um 13:55 Uhr, Richtung Hanoi.

Das Highlight während des Flugs, das Essen, fiel dann ernüchternd aus. In der Hoffnung auf einen positiven kulinarischen Vorgeschmack, wählte ich die vietnamesische Reissuppe mit Pilzen. Die bekam ich dann auch, leider schmeckte das ganze dann nichtssagend, fade und besonders appetitlich sah sie auch nicht aus. Ich hab euch mal ein Bild davon geschossen.

Ein paar Filme, ein paar Spiele und ein bisschen dösen später waren wir dann auch schon im Landeanflug. Auf den Koffer mussten die meisten Reisenden knapp eine Stunde warten, so dass man kurz vor 8 Uhr dann vor dem Flughafen stand. Und das als frischgebackener Millionär, denn für 37 Euro bekommt man derzeit knapp 1 Mio. Dong. Ein ganzer Rundreisetag wartet nun noch auf mich …

… Hanoi ich komme!!!

Erste Eindrücke von Hanoi

Um 8 Uhr sitzen so ziemlich alle Reiseteilnehmer im Bus und unser Reiseleiter „Son“ stellt sich vor. Zwei Reisende hatten Probleme mit ihren Visa und kamen nach. Wir sind eine recht große Gruppe mit 35 Reisenden, mal gucken wie das wird. Son wird uns die ersten sechs Tage auf unserer Rundreise in Nordvietnam begleiten.

Während der Busfahrt in die City von Hanoi, erzählt Son, dass Hanoi 2 Mio. Einwohner hat und 1,3 Mio. Mofas. So kann man sich das Straßenbild von Hanoi auch vorstellen.

Angekommen in Hanoi City, bekam jeder Reiseteilnehmer eine eigene Rikscha. Die 35-minütige Fahrt ging durch enge Gassen und Strassen der Altstadt. Mitten im dichten Gedränge von hupenden Mofas und Autos, vorbei an hunderten von Geschäftetreibenden und Garküchen. Während der Fahrt gab es wirklich vieles zu entdecken.

Von 12 bis 16 Uhr war dann Freizeit angesagt, nachdem jeder sein Hotelzimmer für die nächste Nacht bekommen hatte. Die Suche nach einem passenden Mittagessen gestaltete sich nicht so einfach. An Garküchen hat es definitiv nicht gemangelt, jedoch kam man mit vietnamesischen Speisekarten nicht so Recht an sein Ziel und mit Englisch kam man auch nicht viel weiter. Drum blieb der Margen dann erstmal leer.

Um 16 Uhr ging es dann zum Literaturtempel, das Hauptheiligtum Vietnams. Hier wurde im Gedenken an Konfuzius, die nationale Universität, auf dem Gelände des Literaturtempels gegründet.

Auf dem Fußweg durch die Stadt führte uns der Weg vorbei an dem Hoan-Kiem-See, er ist Hanois berühmtester See und trennt Alt-Hanoi vom einstigen französischen Kolonialviertel. Nach einer Sage ist die Schildkröte der Schutzgeist des Sees. Daher ließ ein König den dreistöckigen Schildkröten-Turm (Thap Rua) errichten, der bis heute das Wahrzeichen Hanois ist.

Unterwegs haben dutzende Paare Hochzeitsbilder gemacht. In Vietnam macht man diese Bilder zwei Monate vor der Hochzeit, weil am eigentlichen Hochzeitstag dafür keine Zeit ist.

Um 18:30 Uhr stand dann noch das Wasserpuppentheater auf der Tagesordnung. Da wir rechtzeitig dort waren, konnte in einer nahe gelegenen Garküche ein lecker anmutender Snack eingenommen werden. Platz genommen auf einem Kinderstuhl aus Plastik, auf dem Bürgersteig, gab es dann einen Papayasalat mit Trockenfleisch und Erdnüssen. Testurteil: Suuuuperlecker!!! Hab euch auch davon ein Bild gemacht.

Dann schnell zur Wasserpuppenshow … Toll und abwechslungsreich, mit schönem traditionellem Gesang begleitet, einfach eine tolle Show. Aber die Zeitumstellung und der Schlafmangel machten sich in der Dunkelheit bemerkt … die Augen wurden immer schwerer… eine Stunde Show war um! Durchgehalten und nicht eingeschlafen!!!

Nun geschwind zum Abendessen und aufs Hotelzimmer und diesen Bericht schreiben … und jetzt gehen meine Augen zu. Bis Morgen!

Xin chào Hanoi

Um sieben Uhr hieß es „Xin chào“ (Guten Morgen). Der Tag begann mit einem Frühstück im 12up unseres Hotels. Mit diesem Panoramablick schmeckte das Frühstück gleich besser.

Gestärkt für den Tag, fuhr uns der Bus, um kurz nach halb neun, zum Ho-Chi-Minh Mausoleum. Auf dem Weg dorthin sah man prall gefüllte Straßen und Garküchen. Son erklärte, dass die Vietnamesen gern Nudeln zum Frühstück essen. Da der Aufwand für ein bis zwei Personen zu groß sei, gehe man gern zum Frühstück in die Garküchen.

Das Mausoleum hatte leider geschlossen, da sich der Leichnam, wie jedes Jahr um diese Zeit, einer chemischen Behandlung zur längeren Haltbarkeit unterziehen muss. Daher blieb es bei einer Außenbesichtigung. Allerdings wurde nicht nur der Leichnam einer Verjüngungskur unterzogen, sondern auch der Vorplatz. Die Soldaten der Armee hatten Putztag und säuberten in ihren Gummisandalen, mit Hilfe von Strahlrohren und Palmenblätterwedeln, den Vorplatz äußerst gründlich. Auch wir Touristen hatten beim Beobachten unsere wahre Freude und nutzten die Gelegenheit für ein paar Schnappschüsse.

Nach der Wachablösung vor dem Mausoleum, gingen wir dann zum Präsidentenpalast direkt um die Ecke. Ein Prachtbau, aus französischer Kolonialzeit, in strahlendem Gelb. Das Gelände rund um den Palast ist wunderschön angelegt und zeigt die für Museumszwecke erhaltenen Gebäude, die der einstige Herrscher Ho-Chi-Minh bewohnte und nutzte, wie Büro, Wohnhaus, Garage und Bunker.

Der Spaziergang ging weiter zur Einsäulenpagode. Nachdem Son den Frauen mit Kinderwunsch empfahl, Räucherstäbchen zu kaufen und im Tempel anzuzünden, hatten die Verkäuferinnen der Räucherstäbchen mächtig viel zu tun. Die Zukunft wird zeigen, ob die Gottheit ihren Wunsch erhört hat. Drücke dabei mal alle meine Daumen.

Auf dem Weg zum Ethnologischen Museum erzählte Son, dass wir bereits durch das neue Stadtviertel (Entwicklungsviertel) Hanoi´s fahren. Bis 1995 bauten Bauern hier noch Gemüse auf ihren Feldern an. Heute sind bereits viele Hochhäuser, Büro- und Wohnkomplexe entstanden und von Gemüsefeldern ist nichts mehr zu sehen. Trotzdem sieht man weiterhin Baustellen, wohin das Auge blickt. Das Museum bot einen vielfältigen Überblick zu Vietnam und seinen Bevölkerungsgruppen. Es war auf jeden Fall einen Besuch wert.

Am Nachmittag standen dann noch zwei Tempelbesuche und ein wenig Freizeit auf der Tagesordnung. Viel interessanter als die Tempel, waren allerdings die Dinge drum herum. Im Jadeberg Tempel, kam ich mit Studenten in Kontakt. Sie lernen Deutsch und hatten die Aufgabe den Touristen zuzuhören und unbekannte Vokabeln zu notieren. Einige von ihnen konnten wirklich gut Deutsch und so nutzte ich die Möglichkeit, ein paar Fragen zu stellen, um so noch mehr über Land und Leute zu erfahren.

Auch der Blick in die Garküchen macht mich regelmäßig neugierig. So konnte ich auch heute nicht widerstehen. Garnele im Teigmantel mit einem Gemüse und dazu bunter Salat mit süßsaurem Dressing. Ich hab es nicht bereut. Lecker!

Mit der Rushhour wurde der Straßenverkehr dann auch wieder zur Attraktion. Von den Massen an Mofas habe ich ja bereits berichtet, aber man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Das faszinierendste ist, dass man die Straße trotz jeglichem Verkehrsaufkommen jederzeit überqueren kann. Man muss nur sehr langsam über die Straße gehen … und es funktioniert. Das wäre daheim undenkbar, aber hier nimmt jeder auf jeden Rücksicht.

Nach dem Abendessen, die meisten gut angeheitert, ging es Richtung Bahnhof. Son bekam Verstärkung. Unser zweiter Reiseleiter heißt ab sofort „Mai“. Der Nachtzug nach Lao Cai fuhr um 20.35 Uhr ab. In den Abteilen sind jeweils vier Betten, in einem davon werde ich die Nacht verbringen. Während ich diesen Bericht schreibe, machen unsere beiden Guides einen Teil der Gruppe mit vietnamesischen Trinkgewohnheiten vertraut. Warme Kleidung ist bereits rausgelegt, denn morgen befinden wir uns im Bergland auf 1.500 Metern Höhe.

Nun mach ich auch Schluss für heute … freu mich schon riesig auf weitere neue Eindrücke und Erlebnisse. Bis Morgen!

Fahrt mit dem Nachtzug nach Lao Cai

Klopf, klopf, klopf!!! Die Schaffnerin beendete um 4:40 Uhr meinen Schlaf, auf der 180x65 cm kleinen Pritsche des Nachtzuges. Nun hieß es schnell fertig machen, denn der Zug fuhr um 5 Uhr in Lao Cai ein. Das Bad war leider schon verriegelt, so dass der morgendliche Badbesuch auf die nächste Gelegenheit verschoben werden musste.

Noch kurz zur Zugfahrt: Die Fahrt mit dem Zug war schon ein kleines Abenteuer. Die ersten Minuten fuhren wir mitten durch die Innenstadt von Hanoi. Die Häuser waren teilweise nur wenige Zentimeter entfernt. Ein Wahnsinn, wie eng dort alles gebaut ist. Während der Fahrt ruckelte es ab und zu stark beim Bremsen und Anfahren. Bei der Fahrt durch die Bahnhöfe leuchteten die Laternen das Abteil hell aus und die Klimaanlage stellte sibirische Temperaturen her. Mit Pullover und Schal, gut geschützt gegen die Kälte, konnte ich dann auch gut einschlafen.

Vor dem Bahnhof sammelte sich dann unsere Gruppe. Man sah in viele zerknitterte und schlaftrunkene Gesichter. Son und Mai teilten die Gruppe auf zwei Busse auf, welche uns den Berg hinauf nach „Sa Pa“ brachten. Mit langsam aufgehender Sonne, ein wenig getrübt vom starken Nebel, tauchten die ersten Reisterassen auf. Der Bus quälte sich weiter den Berg hoch und brachte uns ins Hotel, wo wir dann um 7:30 Uhr unser Frühstück einnehmen konnten.

Vor dem Hotel machten wir dann auch Bekanntschaft mit den Hmong, einem einheimischen Bergvolk, welches sich in bunter Tracht präsentierte. Sie wollten farbenfroh bestickte Accessoires an die Touristen bringen. Der Standardsatz hieß: „Hello, you want to buy something?" In Scharen umlagerten sie uns.

Beim Spaziergang um 10 Uhr, durch die Pfade am Rande der Reisfelder, hat dann jeder Tourist seinen eigenen Hmong bekommen, der bis zum Ende der zweistündigen Wanderung nicht mehr von seiner Seite wich. Wobei einem niemand böse war, wenn man nichts gekauft hat. Son sagt, dass die Frauen aus den Dörfern kommen, um einfach mal spazieren zu gehen. Der Verkauf sei nicht so wichtig. Wer sich von den Hmongs nicht allzu sehr hat ablenken lassen, konnte auf der Tour viel entdecken. Wir sind durch die Ortschaften verschiedenstämmiger Völker gelaufen und wurden in zwei Häuser zur Besichtigung eingeladen. Ich fand es beeindruckend, wie die Völker dort leben und überleben. Der Anbau von Reis und Mais dient hauptsächlich der Eigenversorgung.

Nach dem Mittag hatten wir dann Freizeit, welche ich für weitere Erkundigungen und eine Massage investiert habe.

Morgen geht es nach dem Besuch eines Marktes wieder mit dem Nachtzug zurück nach Hanoi und anschließend zur berühmten Halong Bucht. Hier werden wir mit einer hölzernen Dschunke in See stechen. Also, bis Morgen!

Bunter Markt von Bac Ha

Heute begann der Tag, nach einer geruhsamen Nacht, bei einem Frühstück mit Blick auf die facettenreiche Berglandschaft. Leider bei morgendlichem Nebel, aber egal.

Um halb acht machten wir uns auf die dreistündige Busfahrt zum Markt von Bac Ha. Unterwegs war noch eine kurz Rast angesagt. Vor dem Tempel des inneren Friedens (Toilette) war ein Affe, in einem viel zu kleinen Käfig, eingesperrt. Ein Mitreisender forderte sein Glück heraus und verlor. Der Affe hat seine Hand blitzschnell durch den Maschendrahtzaun gesteckt und ihm einen Kratzer auf der Stirn verpasst. Zum Glück ist nicht mehr passiert.

Auf dem Markt angekommen, warteten hunderte Eindrücke auf uns. Ein kunterbuntes Treiben in allen Facetten. Die Hmong waren zahlreich in ihren Trachten vertreten, sowohl als Händler, wie auch als Kunden. Hier bekommt man einfach alles. Vom iPhone-Imitat, über einen neuen Haarschnitt, Fleisch, Obst, Gemüse, Schuster, Eisenwarenhändler, …, bis zum Ochsenhändler.

Für ein täuschend echtes iPhone sollte man knapp 200 Euro und für einen erwachsenen Ochsen knapp 1.500 Euro bezahlen. Ich entschied mich dann lieber dazu, in einer Garküche neue kulinarische Highlights auszuprobieren. Für 7.000 Dong (30 Eurocent) gab es dann … ja was gab es denn eigentlich? Einen Teig aus Kokosnussirgendetwas, welcher gedünstet und mit etwas Fleischigem belegt wurde. Dazu gab es Fischsauce und Kräuter. Ich durfte dann ins Hinterzimmer des Hauses, wo ich gemeinsam mit den anderen Hmongs mein Mahl zu mir nehmen konnte. Die Hmongs haben sich rührend um mich gekümmert und mir gezeigt in welcher Reihenfolge ich essen muss.

Die zwei Stunden auf dem Markt sind echt schnell verflogen … viel zu schnell!

Nach einer halben Stunde Busfahrt sind wir dann zu einem kurzen Trecking durch einige Dörfer aufgebrochen. Die Natur scheint, trotz dass Menschen hier leben, so gut wie unberührt. Die Tiere auf den Bauernhöfen laufen frei herum, die Bauern arbeiten auf den Feldern per Hand und die Menschen, denen man begegnet wirken glücklich, lächeln und winken einem zu.

Die einstündige Wanderung endete am Bootssteg der Langschwanzboote, mit denen wir dann 75 Minuten die Landschaft vom Wasser aus genießen konnten. Flussaufwärts hatte unser Boot dann ganz schön zu kämpfen. Entweder lag es am Motor oder an den Schwergewichten, die das Boot mit mir teilten. Jedenfalls wurden wir permanent von anderen Booten überholt, wir waren die Langsamsten.

Da wir abends wieder mit dem Nachtzug zurück nach Hanoi wollten, machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Ab 17 Uhr setzt zu dieser Jahreszeit die Dämmerung ein. Brandgeruch lag in der Luft. Die Bauern verbrennen ihr überflüssiges Reisstroh überall am Wegesrand.

Kurz vorm Bahnhof in Lao Cai machten wir Halt an der vietnamesisch-chinesischen Grenze, einer der wichtigsten Übergänge, was den Warenimport Vietnams angeht.

Und nun liege ich schon wieder in meinem Bett, im Schlafabteil des Wagens 9. Hab heute mein Bett für euch fotografiert. Es ähnelt der Prospektabbildung, welche ich euch gestern gezeigt habe.

Morgen früh um 4.30 Uhr kommt der Zug in Hanoi an und dann geht’s nach dem Frühstück zur Halong Bucht. Bis dann!

Tag in der Halong-Bucht

Heute ging der Wecker mal ein wenig früher, nämlich um 3.45 Uhr. So hatte ich noch genug Zeit, mich im Nachtzug frisch für den Tag zu machen. Noch ein wenig übernächtigt kamen wir dann um 4.30 Uhr mit dem Zug im Bahnhof von Hanoi an.

Da das Frühstückshotel erst um 6 Uhr für uns bereit war, nutzten wir die Zeit, dem Treiben auf dem Blumenmarkt zu folgen. Auf dem Markt angekommen, sahen wir Massen an Blumen. Händler drapierten ihre Blumen zum Verkauf oder arbeiteten an Gestecken und Sträußen. Ein farbenfroher Anblick, der auch viele Fotografen anlockte. Ich fand es interessant, dass die Blüten der Rosen noch auf den Feldern mit Zeitungspapier zugeklebt werden, damit die Blüte sich nicht öffnet. Das musste ich unbedingt für Euch fotografieren. Für 40 Rosen, mit einer Stiellänge von etwa 70 cm, musste man als Käufer 75.000 Dong bezahlen (etwa 3 Euro).

Auf dem Weg zum Frühstück waren die Straßen übersäht von sporthungrigen Vietnamesen. Joggen, Gymnastik, Thai Chi, Gruppentanz, … wohin das Auge blickte.

Kurz nach sieben machten wir uns dann auf den Weg nach Halong. Unterwegs legten wir in einem Verkaufscenter für Souvenirs eine Pause ein. Einigen aus der Reisegruppe war eine einstündige Pause zu lang. Sie protestierten und das Ergebnis war eine Abfahrt nach bereits 30 Minuten, was wiederum anderen Einkaufshungrigen aus der Gruppe nicht gefiel. Mir war es gleich, denn warten mussten wir sowieso, entweder dort oder am Hafen in Halong. Mir tat Son ein wenig leid, weil alle ihr Leid bei im klagten und er es so manches Mal nicht einfach hat, mit so einer großen Gruppe.

Unsere Reisegruppe wurde auf zwei Dschunken aufgeteilt. Um 12 Uhr legte unsere Dschunke dann ab. Die Fahrt durch die Topographie, erschaffen durch jahrtausendelange Erosion, war einzigartig. Man konnte die Stimmung an Deck einfach nur genießen und abschalten.

Ein Ausflug zur Tropfsteinhöhle „Hang Sung Sot“ war auch ganz nett, allerdings habe ich bereits schönere und interessantere Höhlen gesehen. Aber auch dieser Besuch gehörte einfach dazu.

Zum späten Nachmittag hielt unsere Dschunke dann in einer Bucht und Son gab uns die Gelegenheit im Golf von Tonkin zu baden. Herrlich … das war eine willkommene Erfrischung.

Den Tag habe ich dann an Deck, beim Sonnenuntergang und einem 10 Gang-Menü zum Abendessen ausklingen lassen.

Urlaub ist was Schönes!!!

Jetzt übernachte ich erstmal auf der Dschunke. Morgen geht’s nach Zentralvietnam, nach Hue. Unter anderem werde ich wie die königliche Familie speisen und das in einer Tracht. Das wird bestimmt ein erlebnisreicher Tag. Bis bald!

Königlicher Tag

Der Tag startete wieder früh. Die Motoren der Dschunke auch, nämlich um 4.30 Uhr. Wir machten uns auf den Weg Richtung Hafen, denn gegen 11 Uhr ging unser Inlandsflug von Hanoi nach Hue. Das Frühstück auf der Dschunke fiel einfach aus. Das war aber vollkommen okay, schließlich war der Magen vom abendlichen Festmahl noch prall gefüllt.

Auf der Fahrt konnte man zahlreiche Bauern bei der Feldarbeit beobachten. Hier wird noch alles per Hand bewirtschaftet. Selbst die Bewässerung wurde mit Gießkannen vorgenommen. Ein Wahnsinn, wenn man bedenkt, wie viele Gießkannen gebraucht werden, bis das ganze Feld bewässert ist.

Um 13 Uhr nahm uns Thang, unser neuer Guide, am Hue-Airport in Empfang. Die Häuser hier werden, im Vergleich zu Hanoi, flacher gebaut. Grund hierfür sind regelmäßige Taifune. Gerade 10 Tage zuvor ist einer in Hue gewesen, was man stellenweise gut erkennen konnte.

Typisch asiatisch ist, dass nahezu jedes Haus auf der Straßenseite einen Laden hat. Da die Häuser sehr schmal sind, manchmal nur zwei Meter breit, wird der Bürgersteig gern als Ladenfläche genutzt. Man sieht hier wirklich alles. Autozubehör, Schuster, Mofawaschsalon, Garküche, Handyladen, Kiosk, Baustoffhandel, Metzger, … und das alles auf wenigen Quadratmetern Verkaufsfläche.

Um halb drei besichtigten wir dann den Königspalast. Ein riesiges Gelände aus vergangenen Tagen. Nach dem Krieg wurde viel restauriert. Man konnte sich richtig gut vorstellen, wie es früher hier zugegangen ist. Der Besuch hat sich wirklich gelohnt, auch wenn es bei 30 Grad etwas beschwerlich war.

Mit der Rikscha ging es dann quer durch die Stadt zurück zum Hotel. Man sieht hier nur sehr wenige Autos. Das liegt mit Sicherheit daran, dass bei der Zulassung eines Autos 100% Steuer anfällt.

Zum königlichen Abendmahl krönten und verkleideten wir einen König und eine Königin aus unserer Reisegruppe. Die übrigen Männer wurden zu Mandarinen und die Frauen zu Konkubinen. Die königlichen Musikanten sangen Lieder und begleiteten den Gesang auf traditionellen Instrumenten. Gereicht wurden typische vietnamesische Speisen. Ich fand es ganz nett, aber hätte ebenso gut in einer Garküche etwas zu mir nehmen können.

Morgen erkunden wir vormittags noch Hue und fahren dann über den Hai Van Pass nach Hoi An. Die Landschaft soll sehr reizvoll sein. Ich freue mich darauf. Bis Morgen!

Wolkenpass und erster Regen

Heute durften wir ausschlafen. Zum Frühstück, im 9ten Stock, gab es neben einem schönen Ausblick auf die Stadt, Passionsfrucht. Frische Maracuja mag ich so gern, drum räuberte ich das Buffet mehrere Male leer.

Um 8 Uhr fuhren wir mit dem Drachenboot eine halbe Stunde auf dem Parfümfluss. Ich fand die Fahrt nicht sehr berauschend. Früher wurden am Fluss Blumen gepflanzt. Der Wind trug dann den Blumenduft den Fluss entlang. Dadurch entstand der Name „Parfümfluss“.

Die Fahrt endete an der Thiem-Mu Pagode, die wir dann besichtigten. Anschließend ging die Tour weiter Richtung Grabmal des Kaisers Minh Mang.

Auf dem Weg hielten wir in einem kleinen Dorf. Hier wurden Räucherstäbchen hergestellt. Die ganze Strasse stand voll, mit zum Trocknen aufgestellter Stäbchen. Eine Dame zeigte uns dann auch, wie die Herstellung von Zimträucherstäbchen funktioniert. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick bekam ich dann eine Menge Stinkerstäbchen, für wenig Dong.

Gegen späten Mittag überquerten wir dann den Hai Van Pass, auch Wolkenpass genannt, weil der Pass die meiste Zeit im Jahr mit Wolken bedeckt ist. Auf der Spitze angekommen (496 Meter) fing es dann an zu regnen. Mein erster Regen in Vietnam. Für die Zentralregion, im Oktober und November, überhaupt nichts untypisches. Leider konnten wir die Bunkeranlagen, welche den Pass im Krieg gesichert haben, nur im Nebel sehen. Je weiter wir den Pass herab fuhren, lichtete sich das Wetter und wir bekamen einen schönen Ausblick auf Da Nang. Dort angekommen besuchten wir das Cham Museum, wo wir über die Religionen und ihre Geschichte noch mehr erfahren haben.

Da Nang unterscheidet sich zu Hanoi in einer besseren Verkehrsinfrastruktur und einem Bauboom der Hotels, wegen der direkten Küstenlage. Die Tops unter den Hotelketten sind hier vertreten. Wenn nicht, sind ihre Hotels im Bau. Auf der Fahrt zu unserem 30 Kilometer entfernten Hotel in Hoi An, sind wir an etlichen Hotelbaustellen vorbeigekommen. Auch Hoi An ist geprägt durch den Tourismus und wird es in einigen Jahren wohl noch stärker sein. Dass damit das Ursprüngliche zerstört wird finde ich schade, kann es aber wohl verstehen, denn der Tourismus bedeutet für die Menschen hier auch eine Chance.

Der späte Nachmittag und Abend war heute zur freien Verfügung. Der Fußweg in die 1,5 km entferne Stadt, musste nach der Hälfte unterbrochen werden. Drei junge Damen haben es geschafft, mich zu einer Massage zu überreden. Und weil Handeln Spaß macht, gab es 50% Discount. Für eine Stunde Massage habe ich dann 170.000 Dong (circa 7 Euro) bezahlt. Alle waren zufrieden und ich zutiefst relaxt.

Nach den letzten Metern in die Stadt, trieb mich dann der Hunger in eine Garküche. Wieder auf 20 Zentimeter hohen Hockern, in einer Seitengasse Platz genommen, gab es dann Cao Lai. Ein Gericht mit Nudeln, Sprossen, Schweinefleisch, Kräutern, Salat und Sauce. Dazu ein vietnamesisches Bier. Wieder einmal super lecker.

Zurück im Hotel, muss der Koffer noch für morgen gepackt werden. Denn es geht mittags mit dem Flieger nach Saigon, nachdem vormittags Hoi An erkundet wird. Gute Nacht, bis Morgen!

PS Vielen Dank an Rosemarie, für den netten Kommentar :)

Ein netter Abend mit Hot Pot und „Dien“

Die Nacht habe ich in einer wunderschönen Hotelanlage verbracht. Neben einem schön angelegten Garten und bunter Blumenpracht, konnte ich vor dem Frühstück bei der Reispapierherstellung zugucken.

Den Vormittag über erkundeten wir dann noch Hoi An. In der Altstadt schlenderten wir über den Markt. Ich mag das bunte Treiben hier. Von Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Souvenirs, … hier ist fast alles zu bekommen und immer wieder was Neues zu entdecken.

In der Stadt sahen wir dann die Japanische Brücke, Chinesischer Tempel und die Thiem Hau-Pagode. In der Pagode hängen Paare mit Kinderwunsch Weihrauchspiralen auf. Daran befestigt wird ein Zettel mit dem Namen, dem Alter, der Adresse und dem Wunsch. Die Weihrauchspiralen brennen dann ganze drei Wochen.

Anschließend besichtigten wir ein traditionelles vietnamesisches Haus.

Gegen Mittag ging unser Flug von Da Nang nach Ho-Chi-Minh-Stadt.

Tuan, heißt nun unser Guide für die nächsten Tage. Er zeigte uns am späten Nachmittag die Stadt. Palast der Wiedervereinigung, Notre Dame-Kathedrale, altes Postamt, Rathaus und Binh Tay Markt. Bei dem Spaziergang durch die Stadt gewinnt man schnell den Eindruck, dass diese Stadt kapitalistischen Einflüssen unterliegt. Große internationale Firmen sind hier vertreten, die Straßen im europäischen Stil ausgebaut und es scheint alles geordneter zuzugehen.

Gegen 18 Uhr haben wir unsere Hotelzimmer bezogen. Gelegen etwa 3 Kilometer von der City entfernt. Wer mit dem Taxi fährt, zahlt 10.000 Dong (40 Eurocent) für einen Kilometer. Das war aber gar nicht nötig, denn das Hotel lag mitten im Treiben von hunderten Läden und Garküchen. Hier war genug zu entdecken.

Am Abend landete ich, beim Schlendern durch die Straßen, wieder in einer Garküche. Nicht nur die Garküche selber, sondern auch die Auswahl an Speisen war riesig. Die Karte war leider nur in Vietnamesisch verfügbar. Aber ich machte Bekanntschaft mit Dien, einem vietnamesischen Hotelmanager. Er war so hilfsbereit und ging mit mir die ganze Karte durch. Hot Pot, Gerichte mit Muscheln, Shrimps, Tintenfisch, Innereien, angebrüteten Eiern, Schwein, Rind, Muschel, Fröschen, Fisch und noch ein paar Dingen die ich nicht richtig verstanden habe. Ich entschied mich dann für Hot Pot, zu vergleichen mit dem deutschen Fondue, eben nur mit asiatischem Gemüse, asiatisch-scharfer Brühe und in meinem Fall allerlei Seafood.

Die Vietnamesen trinken gern Bier - Bier mit Eiswürfeln, das hab ich schon mal in Thailand gesehen, hier ist es nicht anders. Dien war mit seinen Freunden in der Garküche. Es entwickelte sich ein nettes Gespräch. Auf diese Weise liebe ich es, ein Land und seine Menschen kennenzulernen.

Mit genügender Bettschwere ging der Tag dann auch zu Ende.

Fahrt im Mekong-Delta

Um 8 Uhr saßen wir im Bus. Bevor wir abfahren konnten, nahm Tuan das Mikrofon und rief eine Zimmernummer auf. „Bitte bezahlen Sie Ihre Minibar!“ und ein paar Minuten später das gleiche Spiel. Diesmal waren es zwei Zimmernummern. „Auf den Zimmern fehlen Handtücher! Bitte bezahlen Sie 50.000 Dong oder geben Sie die Handtücher zurück!“ Wie peinlich, der ganze Bus lachte…

Nach knapp zwei Stunden Busfahrt besuchten wir den Tempel Dai Da. Vor dem Tempel versuchte mir eine Frau eine Kopfbedeckung, für einen Dollar, zu verkaufen. Bei den Versuchen, ihr auf Englisch zu sagen, dass ich nicht kaufen möchte, lachte sie nur. Sie verstand mich nicht! Eine typische Reaktion der Vietnamesen. Mit Zeichensprache verstand sie dann auch, dass ich keinen Kauf tätigen werde.

Hier im Süden Vietnams fällt auf, dass die Menschen teilweise größer und wohlgenährter sind. Gerade im Vergleich zum Norden ist der Unterschied markant.

Kurz nach dem Tempelbesuch, bestiegen wir unser Boot in Cai Be. Entlang schmaler Kanäle, Mangroven und Fruchtfeldern befuhren wir den Mekong nach Vinh Long. Unterwegs stiegen wir in kleinere Ruderboote um und machten Rast in einem kleinen Lokal. Auf der Fahrt machten wir einige Male Halt. In einem kleinen dörflichen Familienbetrieb gab es Gelegenheit, die Herstellung von Reispapier, Puffreis und Karamellbonbons zu beobachten. Alle Arbeitsschritte konnten wir beobachten, bis zur Verpackung. Es war nicht nur interessant, sondern auch besonders sättigend. Zuckerschock!!! Wenn ich an meinen Asia-Supermarkt in Deutschland denke, dann verstehe ich auch, warum jede Packung ein klein wenig anders aussieht. Unvorstellbar, dass die Industrialisierung hier noch nicht angekommen ist.

Nach dem Besuch einer Baumschule fuhren wir noch an einer Ziegelfabrik vorbei. Danach wurden wir ausgeschifft und fuhren nach Can Tho ins Hotel.

Heute Abend habe ich dann Freizeit. Mal gucken, wen ich heute noch kennenlerne … Morgen geht es nach dem Besuch der schwimmenden Märkte, zurück nach Saigon. Der Badeurlaub rückt immer näher … auf die Entspannung freu ich mich schon. Bis Morgen!

PS Heute dürft ihr Euch bei den Bildern meinen superleckeren Hot Pot von gestern angucken.

Markttag

Gestern Abend war ich auf einer Geburtstagsfeier. Jollibee hat eingeladen. Wer ist Jollibee? Das Maskottchen der gleichnamigen philippinischen Fast-Food-Kette. Circa 25 Kinder mit einigen Eltern feierten hier Geburtstag. Verschiedene Spiele und Tanz, gemeinsam mit Jollibee, standen bei lauter Musik auf dem Programm. Nachdem Jollibee eine Pause brauchte, scharten sich die Kinder um mich. In gutem Englisch stellten sie einige Fragen an mich. Die Langnase aus Europa war auf einmal eine größere Attraktion als Jollibee, der noch immer Pause machte.

Heute früh gingen wir durch die Stadt zum Boot, welches uns dann zu den schwimmenden Märkten von Cai Rang brachte. Am Ufer waren immer wieder Häuser zu sehen, die mit Mangrovenhölzern abgestützt wurden. Das Holz soll dem Wasser und der Witterung knapp 200 Jahre stand halten. Auf den schwimmenden Märkten wird so gut wie alles gehandelt. Obst, Gemüse, Haushaltswaren, Snacks und warme Speisen. Die kleinen Händlerboote hingen sich an unser Boot und verkauften über die Reling ihre Waren. Den großen Booten sahen wir beim Handeln und Feilschen zu.

Wieder am Bootssteg angekommen, kaufte ich bei zwei Mädchen drei Lotusblüten. Ich wusste, dass man sie essen kann, hatte sie aber noch nie probiert. Tuan zeigte mir, wie ich sie essen muss. Sie schmeckt nussig. Nun bin ich wieder um eine Erfahrung reicher!

Auf der Fahrt nach Saigon hielten wir kurz bei einem kambodschanischen Tempel. Er hat eine prunkvolle Fassade und zwei Stockwerke, ist im Inneren dafür aber einfacher gehalten.

Nach einer langen Fahrt mit Mittagspause, kamen wir in Saigon an und machten Halt im typisch chinesischen Distrikt Cholon. Hier besuchten wir den chinesischen Markt und eine chinesische Pagode. Auf dem Markt ist alles zu Spotpreisen zu bekommen. Für einen Rücksack hätte man beispielsweise 120.000 Dong (5 Euro) bezahlen sollen und das in guter Qualität und vorm Handeln. Man schlängelt sich durch enge Gänge und gerät mit den Einheimischen auf Tuchfühlung.

In regelmäßigen Abständen kamen einem Händler mit gekauften Waren auf Sackkarren und Ziehwagen entgegen. Die Luft war stickig, aber trotzdem war die Neugier und das Interesse größer und führte mich durch immer mehr Gänge. Da Weihnachten vor der Tür steht, wird an vielen Ständen bereits Weihnachtsschmuck verkauft. Tuan verrät, dass die Vietnamesen Weihnachten lieben und die Städte bunt geschmückt und beleuchtet werden. Familien kommen dann gemeinsam in die Stadt und machen Erinnerungsfotos.

Der späte Nachmittag stand wieder zur freien Verfügung. Nachdem ich mich kurz ausgeruht und frisch gemacht hatte, ging es durch die Straßenzüge der Umgebung. Die Glocken der Bahnschranken läuteten und zwei Frauen standen an den Bahnschranken, um sie herunter zu lassen. Der Verkehr fuhr und fuhr immer weiter. Als der Zug in Sichtweite kam, ließen die beiden Frauen die Schranke langsam runter und selbst dann sausten dutzende Mofafahrer mit geducktem Kopf unter den Schranken hindurch. Wahnsinn!

Nachdem ich ein Restaurant gefunden und mich gestärkt hatte, ging es durch eine Querstraße zurück Richtung Hotel. Die Straße hat zwei Straßenzüge miteinander verbunden. Eine enge Gasse zu den Hintereingängen der Häuser, welche sich auf gut 100 Meter erstreckte. Durch geöffnete Fenster und Türen, mit Gittern gesichert, konnte ich Einblicke in die Lebensweise der Vietnamesen bekommen. Einen Fernseher haben sie alle, viele Familien leben generationsübergreifend in einem Haus und viele sitzen beim Spielen, Essen, Fernsehen auf dem Boden. Am Ende der Gasse war ein kleines Lokal, abgeschieden von der Hauptstrasse und dem Mofalärm. Ich entschied, hier noch was zu trinken und lernte den 56 jährigen Vietnamesen Hue kennen. Er sprach leider nicht so viel Englisch, es war aber trotzdem eine nette Bekanntschaft und damit auch ein netter Tagesabschluss.

Morgen ist der letzte Rundreisetag. Vormittags fahren wir nach Cu Chi und besichtigen das Tunnelsystem, das dem Vietcong in den Indochina-Kriegen als unterirdisches Operationsgebiet diente. Das wird bestimmt spannend. Gute Nacht!

Tunnelsystem und Zusammenfassung

Da Tuan ein guter Guide ist, wollte er uns vor den Besuchermassen im Tunnelsystem bewahren. Die Konsequenz war, dass der Wecker um 5.15 Uhr ging.

Dank des frühen Aufstehens, waren wir dann bereits kurz nach 8 Uhr auf dem Parkplatz der Attraktion angekommen. Und wir waren der erste Touristenbus. Dass wir damit alles richtig gemacht haben, sahen wir nach unserem 2,5-stündigen Besuch, denn da stürmten die Besuchermassen erst aufs Gelände. Super gemacht, Tuan!

Ich muss sagen, dass mir der Besuch des Tunnelsystems ausgesprochen gut gefallen hat. Ob aus Filmen, Geschichtsbüchern oder Reiseführer, über den Krieg habe ich schon viel erfahren. Doch hier konnte ich meine Vorstellung vom Krieg noch weiter schärfen. Zu Beginn zeigte man uns einen Film über den Vietnamkrieg und ein Modell des Tunnelsystems. Anschließend sahen wir Fallen, welche gegen die Amerikaner gebaut worden sind, Eingänge ins Tunnelsystem, Belüftungslöcher, Modell einer Küche, Lazarett, Waffenwerkstatt und schließlich konnten wir auch selbst noch mal durch das Tunnelsystem kriechen. Dazu muss man sagen, dass der 1 Meter hohe und 40 Zentimeter breite Tunnel, für die Touristen vergrößert worden ist. Ein toller Ausflug.

Um 13 Uhr fuhren wir dann vom Hotel in Saigon nach Mui Ne, zu unserem Badehotel. Die Fahrt dauerte 6 Stunden, entlohnte uns dann aber mit einem traumhaften Hotel.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir die Rundreise sehr gut gefallen hat. Das Ursprüngliche der Bergvölker und Bauern, die kulinarischen Highlights, das Wetter, die Menschen und Bekanntschaften, die Unterschiede von Nord, Zentral und Südvietnam, die Geschichte und noch vieles mehr, machen das Land zu einem ausgezeichneten und interessanten Reiseziel. Ich nehme viele neue Eindrücke und Erfahrungen mit nach Hause und viel zu viele Fotos. Einzig die Größe der Reisegruppe, von 35 Personen, muss ich als Nachteil erwähnen. Dadurch konnte nicht immer jeder unseren Guide verstehen und man musste sich entscheiden, schnell zu spurten und an ihm zu kleben oder in der letzten Reihe zu stehen und kaum was mitzubekommen. Unsere Gruppe war dafür aber sehr diszipliniert und so konnten wir zu den festgelegten Zeiten meist pünktlich abfahren.

Jetzt warten noch fünf erholsame und sonnige Tage im Badehotel auf mich :) Ich beende damit den Blog und hoffe das der ein oder andere ihn interessiert gelesen hat.

Bye bye
Euer Blogger René

Ihr Reiseverlauf

Verlockendes Vietnam - Entdecken Sie die geschäftige Altstadt in Hanoi, das lebendige Ho-Chi-Minh-Stadt und erleben Sie die bizarren Kalksteinfelsen in der Halong-Bucht. Lassen Sie sich vom Charme Vietnams, einem der exotischsten und gastfreundlichsten Länder Südostasiens, verzaubern.

1. Tag - Anreise. Linienflug von Frankfurt nach Hanoi.
2. Tag - Hanoi. Ankunft in Hanoi, Empfang durch Ihre deutschsprachige Reiseleitung und Transfer in die Innenstadt. Sie sehen Vietnams erste Universität, den tausend Jahre alten Literaturtempel. Danach Check-in im Hotel. Am Nachmittag erwartet Sie eine einstündige Fahrt mit einer Fahrradrikscha durch das traditionelle Viertel der “36 Gassen und Geschäfte“ und vorbei am sagenumwobenen Hoan Kiem-See. Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, im Rahmen des Ausflugspaketes eine Wasserpuppenshow zu besuchen (inkl. Abendessen).
3. Tag - Hanoi - Lao Cai. Heute sehen Sie das Ho Chi Minh-Mausoleum (von aussen), ein traditionelles Pfahlhaus und die Einsäulenpagode. Außerdem Besichtigung zweier typisch vietnamesischer Gotteshäuser, des Quan Thanh-Tempels sowie der Tran Quoc-Pagode. Am Nachmittag Besuch des Ethnologie-Museums, bevor Sie den Tag am Ngoc Son-Tempel auf einer Insel inmitten des Hoan Kiem-Sees ausklingen lassen. Im Anschluss Fahrt zum Bahnhof und Zugfahrt über Nacht nach Lao Cai.
4. Tag - Lao Cai - Sa Pa (ca. 170 km). Am frühen Morgen Ankunft in Lao Cai. Transfer zum Frühstücksrestaurant und im Anschluss Besuch eines lokalen, farbenfrohen Marktes. Am Nachmittag Weiterfahrt nach Sa Pa.
5. Tag - Sa Pa - Lao Cai - Hanoi (ca. 60 km). Entdecken Sie heute die Umgebung Sa Pas, die sich durch saftiggrüne Berglandschaften und Reisterrassen auszeichnet. Spaziergang durch Ta Van mit einem Picknick unterwegs, bevor es zurück nach Sa Pa geht. Der Rest des Tages steht zur freien Verfügung. Anschließend Transfer zum Bahnhof von Lao Cai und Fahrt mit dem Nachtzug nach Hanoi.
6. Tag - Hanoi - Halong (ca. 160 km). Am frühen Morgen Ankunft in Hanoi und Transfer zum Frühstücksrestaurant. Im Anschluss Fahrt nach Halong an weitläufigen Reisfeldern vorbei, die im Roten-Fluss-Delta angelegt sind. Einschiffung auf einer hölzernen Dschunke und Fahrt durch die wunderschöne Halong-Bucht.
7. Tag - Halong - Hanoi - Hue (ca. 190 km). Nach einem Frühstück an Bord Transfer zum Flughafen Hanoi und Flug nach Hue. Begrüßung durch Ihre Reiseleitung und Transfer zum Hotel. Nachmittags Besuch der kaiserlichen Zitadelle und Tour auf einer Fahrradrikscha durch die historische Stadt. Anschließend Besuch des Dong Ba Marktes, bevor es zurück zum Hotel geht. Im Rahmen des Ausflugspakets nehmen Sie an einem besonderen Abendessen in einem typisch vietnamesischen Restaurant teil. Sie speisen wie die königliche Familie in Trachten und mit musikalischer Untermalung.
8. Tag - Hue - Da Nang - Hoi An (ca. 140 km). Morgens Bootsfahrt auf dem Parfüm-Fluss zur Thien-Mu-Pagode, dem Wahrzeichen Hues. Außerdem Besuch des Grabmals des Kaisers Minh Mang. Am Nachmittag Fahrt über den landschaftlich reizvollen Hai Van Pass nach Hoi An, wo Sie die schönsten Panoramaausblicke entlang der Küste Vietnams erleben können. Unterwegs Zwischenstopp in Da Nang und Besuch des Cham Museums.
9. Tag - Hoi An - Ho-Chi-Minh-Stadt. Vormittags Besichtigung der Altstadt Hoi Ans, die unter dem Schutz der UNESCO steht. Sie sehen die Japanische Brücke, den Chinesischen Tempel und das Phung Hung Haus. Transfer zum Flughafen und Flug von Da Nang nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Empfang und Transfer in die Stadt. Stadtrundfahrt mit einem Spaziergang durch den typisch chinesischen District Cholon und Besuch des Binh Tay Marktes und der Thien Hau Pagode.
10. Tag - Ho-Chi-Minh-Stadt - Cai Be - Vinh Long - Can Tho (ca. 230 km). Am Morgen Fahrt nach Cai Be, wo bereits ein Boot zum Ablegen bereit ist. Fahrt entlang schmaler Kanäle, Fruchtfelder, Mangroven und der einzigartigen Szenerie des Mekongs nach Vinh Long. Anschließend Transfer nach Can Tho und Check-in im Hotel.
11. Tag - Can Tho - Ho-Chi-Minh-Stadt (ca. 190 km). Am frühen Morgen Ausflug zum schwimmenden Markt von Cai Rang. Fahren Sie in Ihrem Boot durch den Markt, beobachten Sie die Einheimischen, wie sie handeln und feilschen und nutzen Sie die Gelegenheit, selbst ein paar Früchte zu kosten. Anschließend Rückfahrt nach Ho-Chi-Minh-Stadt.
12. Tag - Ho-Chi-Minh-Stadt - Cu Chi - Ho-Chi-Minh-Stadt - Abreise (fakultativ, ca. 120 km). Der Tag steht Ihnen zur freien Verfügung. Auf Wunsch optionaler Ausflug nach Cu Chi. Dort Besuch des berühmten Tunnelsystems, das dem Vietcong in den Indochina-Kriegen als unterirdisches Operationsgebiet diente. Abends Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.
13. Tag - Ankunft in Deutschland.

Oder verlängern Sie Ihre Reise um 5 Nächte in Mui Ne. In diesem Fall ist Ihr Reiseverlauf ab Tag 12 wie folgt:
12. Tag - Ho-Chi-Minh-Stadt - Mui Ne (ca. 230 km). Am Vormittag haben Sie noch die Möglichkeit am optionalen Ausflug nach Cu Chi teilzunehmen. Danach erfolgt der Transfer nach Mui Ne.
13. - 16. Tag - Mui Ne. Verbringen Sie entspannte Tage am Strand von Mui Ne und genießen Sie die Annehmlichkeiten Ihres Hotels.
17. Tag - Mui Ne - Abreise. Transfer zum Flughafen nach Ho-Chi-Minh-Stadt und Rückflug nach Deutschland.
18. Tag - Ankunft in Deutschland.