April - Mai 2012

Auf dieser abwechslungsreichen Rundreise entdecken Sie nicht nur die Städte Los Angeles, San Diego, Las Vegas und San Francisco, sondern auch Monument Valley und die atemberaubenden Nationalparks Grand Canyon, Bryce Canyon, Sequoia, Zion und Yosemite.

Ihr Chronist

Guten Tag, liebe Leser,

mein Name ist Jens und ich möchte Sie als Chronist mitnehmen auf eine  Berge & Meer Rundreise in den amerikanischen Westen.

Zuvor möchte ich mich Ihnen jedoch vorstellen: Ich bin 55 Jahre alt, reise und lese gern und mich interessiert eigentlich alles, was neu und mir unbekannt ist. Ganz besonders natürlich – Sie ahnen es- alles, was einen eingefleischten Country – und Westernfan so interessiert!

Es hat alles mit einem Film begonnen: „Die Söhne der Großen Bärin“ mit Gojko Mitic in der Hauptrolle. Das war irgendwann in den 60ern. Ja, und dann folgte Karl May...

So entstand der lange unerfüllbare Wunsch, einmal selbst am Rand des Grand Canyon zu stehen, durch die Yuma-Wüste zu ziehen, meinen Stetson dort zu tragen, wo er herkommt, in einem Diner zu sitzen und einen „richtigen“ Burger zu essen, „richtige“ Indianer zu sehen und bei originalem Navajo-Schmuck die Qual der Wahl zu haben. Ja, und vielleicht kommen wir irgendwann einmal an einer Dance Hall vorbei, die zum Mitmachen beim Linedance einlädt, während draußen die Riesentrucks vorbeidonnern.

Seit Monaten bin ich mit meinem Reisefieber der Nervtöter der Familie, aber nun geht es endlich los! Wir, das sind meine Ehefrau Inge und ich, werden uns in den folgenden Tagen alle Mühe geben, Sie mit interessanten Erlebnisberichten und aufschlussreichen Bildern zu versorgen. Vielleicht springt der Funke dann auch auf Sie über!

So, und nun das Radio etwas lauter – es läuft Susan Ray’s „L.A. International Airport“. Das wird die erste Station auf unserer Reise sein. Bis dahin

Howdy, liebe Leser,
Ihr Jens

1. Tag: Die Anreise

Endlich angekommen! Und wie es sich für patriotische Amerikaner gehört, werden wir auch gleich mit dem Sternenbanner begrüßt – ausgerechnet vom Dach der Hauptverwaltung unserer Fluggesellschaft!

Nach gut 10 Stunden Flug haben wir das erste Mal unseren Fuß auf amerikanischen Boden gesetzt – während unserer Zwischenlandung in Atlanta, GA. Atlanta, das verbindet sich mit Delta Airlines, unserer Fluggesellschaft, die hier ihren Stammsitz hat, aber genauso mit Ansiedlungen großer Firmen wie Coca Cola und CNN und vor allem mit Dr. Martin Luther King, der hier in seiner berühmten Rede seinen schwarzen Landsleuten zurief: „Ich habe einen Traum...“.

Auch wir haben einen Traum, allerdings etwas anderer Art, den wir in den nächsten Tagen Wahrheit werden lassen wollen! So geht es also vom größten Flughafen der USA mit einer Jahres-Passagierbewegung von ca. 800 Mio. (!) weiter nach L.A., in schlappen 5 Stunden Flugzeit und zwei Zeitzonen zurück!

Kurz nach 19.00 Uhr Ortszeit kommen wir an und wie wir es von Atlanta schon kennen, ist auch hier in Los Angeles alles ein wenig größer, egal ob es der Flughafen, die Essensportionen oder auch die Preise sind – allerdings auch der Service und die Freundlichkeit der größtenteils farbigen Flughafenangestellten. Keine Frage, die nicht zuvorkommend mit einem freundlichen Lächeln beantwortet wird. Aber eben in Englisch, was frühere Bildungssünden hart straft!

Rita, unsere Reiseleiterin, holt uns am Gepäckband ab und bringt uns mit Grace, unserer Busfahrerin für die nächste Zeit, ins Hotel. Schönes Hotel, aber besonders schön sind die Betten, eben auch wieder amerikanisch...!

Das nicht umgestellte Handy zeigt nun eine (deutsche) Zeit von etwas um die 06.00 Uhr an und es wird wohl Zeit, nach 24 Stunden mal ins Bett zu gehen. Freuen wir uns also gemeinsam auf morgen, die Stadtrundfahrt und die Universal-Studios.

Bis dann also, die Nacht wird kurz!

Euer Jens

2. Tag: Die „Stadt der Engel“

„Good morning America, how are you?“ sang einst Arlo Guthrie und das sagen wir heute auch. Ein bisschen fürchten wir, dass wir eine andere Antwort als ein freundliches „Fine, thanks“ bekommen, denn der Himmel scheint wolkenverhangen. Ist er aber nicht, klärt uns Rita auf, das ist nur der marine layer, der vom Pazifik heranziehende Nebel.

Also geht es Punkt 8.00 Uhr putzmunter auf zur Stadtrundfahrt. Wir beginnen mit dem Autobahnstau! Trotzdem finden wir schnell – dank dem amerikanischen Verkehrssystem, dass eine eigene Spur für Fahrzeuge mit mehr als 2 Insassen vorsieht - in die Innenstadt von L.A. Wir kommen durch Beverly Hills, mit tollen Häusern, Wahnsinnsgeschäften mit noch wahnsinnigeren Preisen (ein Taschentuch kostet da schon mal 120 $!) und einem hübschen öffentlichen Park, in dem Obdachlose offiziell nächtigen dürfen. Schöne und Reiche haben wir im Vorbeifahren keine gesehen – oder bloß nicht erkannt?!

Anschließend geht es nach Hollywood. Den Sunset Boulevard, den „Strip“, müssen wir natürlich gesehen haben! Am Chinese Theatre gehalten, schnell einen günstigen Punkt genutzt, um den berühmten HOLLYWOOD-Schriftzug zu fotografieren (der übrigens inzwischen entnebelt, aber leider viel zu weit entfernt ist), das Kodak Centre bestaunt, aber keinen Oscar-Gewinner getroffen und dann auf den Strip, „Sterne gucken“. Natürlich sind das viel zu viele für 40 min Busstop und es reicht noch nicht mal für meinen Lieblingsstern, denn der von John Wayne befindet sich in der Vine Street, zu Fuß nicht zu erreichen. Dafür stolpern wir fast über den von John’s Kollegen Glenn Campell!

Weiter geht es nach Downtown, einen mexikanischen Markt und das Pueblo von ca. 1.840 besuchen. Sehr interessant und kostenlos, aber wieder im Eiltempo! Sehr schade, aber wir haben noch viel vor: Die Universal Filmstudios! Dazu teilt sich unsere Reisegruppe: die einen in die Studios und wer lieber an den Strand von Santa Monica fährt, tut dies. Wir haben unseren Besuch in den Studios jedenfalls nicht bereut.

Der Aufmacher ist eine Tour mit einer Bahn, die quer durchs Gelände fährt und auch tolle Effekte einschließt: nicht nur interessante Straßenkulissen, auch King Kong begrüßt uns in 3D wie auch seine Saurierkollegen aus Jurassic Park. Viel Effekt, viel Technik und ein bisschen Grusel – eben Hollywood! Der anschließende Rundgang mit Besuch verschiedener Attraktionen und Shows kommt wieder zu kurz, aber erstens kann man nicht überall sein, zweitens ist für jeden etwas dabei und drittens lohnt sich eine Bootsfahrt durch die Kulissen von Jurassic Park wirklich. Die Sachen trocknen dann am Körper! Geld gut angelegt.

Geschafft und müde treten wir die Rückfahrt ins Hotel an, mit leeren Akkus, vollen Speicherkarten und dem Gedanken an ein leckeres Abendessen, das wir im angrenzenden McDonald genießen. Na ja, zu uns nehmen. Dann ins Zimmer und die Ladegeräte raus – denn auch morgen soll wieder ein neuer Artikel fertig werden, es geht ja nach San Diego!

Also dann, liebe Leser – C U, wie man hier sagt (see you = wir sehen uns)!

P.S.
In den Universal Studios haben wir Marilyn Monroe gesehen, leider nur ein Double. Also nur eine Schöne und mit Sicherheit keine Reiche!

3. Tag: Von L. A. nach San Diego

„It Never Rains In Southern California“ – dachten wir und hatten recht, denn das nasse Pflaster am Morgen ist nur vom Nebel nass. Glück für uns!

Heute fahren wir von L. A. nach San Diego, der alten Kolonialstadt ca. 100 km südlich von Los Angeles. Das Wetter bleibt zwar bis Mittag neblig und sieht so gar nicht nach Reisewetter aus, aber Reiseleiterin Rita kann „hellsehen“, im doppelten Sinne! Und hat recht, es wird noch sonnig.

Wir haben eine staufreie Fahrt auf den Highway und so kommen wir relativ zeitig in San Diego Downtown an. Wir nutzen die Gelegenheit und besuchen einen mexikanischen Markt, der im Stil einer Ansiedlung aus den Gründerjahren der Stadt errichtet ist. Außer schlimmem Kitsch finden sich aber auch Läden mit einem guten und preiswerten Angebot und so lassen die ersten Shoppingerfolge nicht lange auf sich warten.

Wir machen San Diego weiter unsicher, was vor langer Zeit bereits Portugiesen, Spanier und Mexikaner getan haben. Also weiter in die City und ins Horton Plaza, eine so genannte Mall, in der man kaufen und essen kann, solange es geht.

Gestärkt und über die Preise im Land in etwa im Bilde, fahren wir weiter in Richtung Hafen, über eine beeindruckende Brücke nach Coronado, eine vorgelagerte Insel, die der Wohntraum schlechthin ist. Und wir besichtigen auch - auf eigene Faust und ohne Führung, denn das ist verboten! - das historische „Hotel del Coronado“. Kennt keiner? Doch, zumindest jeder, der einmal den Film „Manche mögen’s heiß“ gesehen hat; dieser wurde hier gedreht.

Nun aber auf, wir haben noch eine Menge vor heute: zuerst geht es ins Seaport Village, eine künstliche Fischersiedlung, die zwar hübsch ist, jedoch dem amerikanischen Geschmack nach Unterhaltung stark folgt. Vorbei am „Star of India“, einem restaurierten historischen Segelschiff und der seit 2004 stillgelegten und zum nationalen Denkmal erklärten „USS Midway“, einen Flugzeugträger der US Navy, fahren wir in den Balboa Park, einem Kultur- und Kunstzentrum mit insgesamt 18 (!) Museen und schönen Parkanlagen. Leider beschränkt sich unser Aufenthalt auf einen längeren Fotostopp, der auch nötig war, denn aus dem Bus heraus ist das Fotografieren nun mal nicht das Wahre!

Ziemlich kaputt erreichen wir das Crown Plaza Hotel, ein nachgebautes tropisches Paradies, das sehr stark indonesisch geprägt ist und wir essen gut bis sehr gut und trinken noch besser (das Thema „Amerikanisches Bier kommt sicher noch in einem späteren Artikel!). Tolle Anlage, sehr schöner Innenhof mit tropischer Bepflanzung und ein hübscher Pool, nur leider kein kostenloses WLAN – aber wir haben ja Hunger!

Morgen wir es zeitig – um 5.30 Uhr Wecken und um 7.30 Uhr Abfahrt nach Phoenix/Arizona. Schöne lange Fahrt durch die Wüste, viel gucken, viel fotografieren, viel freuen. Am Abend dann Western-Essen; es gehen schon die Diskussionen um, wie medium das Steak denn sein darf!

Bis morgen also, aus einem neuen Bundesstaat!

Ihr, Euer Jens

4. Tag: Durch die Wüste

„500 Miles Away From Home“ sang Bobby Bare dereinst. Na gut, 804 km sind es nicht und nach Hause ist es weiter!

Trotzdem, ein ganz schönes Stück ist es schon von San Diego nach Phoenix. Allerdings kurzweilig dank unserer Reiseleiterin Rita und unserer Busfahrerin (jaaaaa, meine Herren!) Grace, die jeden Tag eine Ankunft auf die Minute hinbekommt – weiß der Himmel, wie sie das macht.

Wir fahren zwar lange und weit, aber Rita verkauft uns erstmal Ausflüge. Nun muss man ja nicht alles mitmachen, aber das Allermeiste lohnt sich wohl doch. Auch die organisierte Abendunterhaltung, denn die Hotels liegen nicht immer im Stadtzentrum und die Bespaßung an der Hotelbar – na ja. Wir vertrauen Rita!

Unterwegs weist sie uns auf besondere Pflanzen hin wie z.B. den Cholla-Kaktus, der sich klettenartig an alles in seiner Nähe heftet und empfindliche Reaktionen hervorruft. Wir halten an einem - wirklichen - Truck Stop, der den Fahrern Kneipe, Familie, „restroom“ und Schlafzimmer ist.

Wir versorgen uns mit allem Nötigen, wozu auch das obligatorische „brownbag“ gehört – eine Dose Bier, schamhaft in eine braune Tüte gesteckt, den öffentlicher Alkoholkonsum ist tabu. Die Preise sind normal, das Bier eiskalt (aber dünn) und das Shopangebot vielfältig. Außerdem sind die Trucker nett und lassen sich und ihre Brummis gern fotografieren.

Wir überqueren den Colorado River, der hier den Grenzfluss bildet und sind schon in Arizona, dem „Sunshine State“. Wie wahr – und damit auch warm! Uns freut das und wir nehmen gleich eine Nase Wüstenluft im Heber Desert kurz vor Yuma. Das sind hohe Sanddünen, die sich bei jedem Sandsturm an dieser Stelle im Tal neu verwirbeln – niemand weiß, warum gerade hier, sie tun es eben schon immer.

Immer wieder kommen wir an riesigen Snowbird Resorts vorbei, das sind Wohnmobil-Siedlungen betuchter Senioren aus dem Norden, denen es dort zu kalt wird. Sie überwintern wie die „Schneevögel“ im sonnigen Süden. Wir fragen uns nur, warum ausgerechnet hier, denn es ist weniger als nichts los. Man stelle sich mal einen Campingplatz auf dem platten Land vor, 300 Mobile und 20 Bäume, 30 km rundum Steine, Grasbüschel und Staub, eine Bahnlinie und einen Highway! Schön? Schön warm, vielleicht!

Endlich in Yuma, die Hälfte der Strecke ist um. Rein in einen In-Out-Burger, gut und preiswert so ähnlich wie bei McD. gegessen, nur um Längen besser. Weiter, wir müssen los!

Unterwegs sehen wir beregnete Rinder – ehrlich. Riesige Gehege voll zukünftiger Steaks und Burger, die per Beregnungsanlage die nur ca. 6 % Luftfeuchtigkeit besser ertragen sollen. Ventilatoren vernebeln das Wasser.

Ein extra langer Güterzug der Union Pacific (die gibt es tatsächlich noch) fährt eine Weile neben uns her und wir sehen das berühmte Gefängnis des noch berühmteren Sheriffs Joe in Phoenix – mit harter Hand gegen Ganoven jeder Couleur.

Am Abend geht es zum Western Dinner, ein Country- und Western-Rummelplatz, der aber gutes Essen, ein nettes Ambiente und gute Getränke bietet, außerdem handgemachte Countrymusic und einen Linedance Crashkurs, der zum Jux gerät.

Danach geht es ab ins Hotel – Vorfreude auf den Grand Canyon auskosten und am Blog für Berge & Meer schreiben! Mit dem Tag waren wir zufrieden, haben soviel gesehen, dass im Bus keiner geschlafen oder gelesen hat. Gut, oder?

Bis morgen dann, mit Berichten aus größerer Höhe!

Tschüß, Euer/ Ihr Jens

5. Tag: Fahrt zum Grand Canyon

„Arizona, Arizona, alles klar...“ meinen die Herren von Truck Stop und liegen damit goldrichtig!

Arizona nennt sich nicht umsonst „Sunshine State“ – bei 320 Sonnentagen im Jahr. Einen davon haben wir erwischt, zum Glück. Heute teilt sich unsere Gruppe: die einen wollen frühmorgens eine Ballonfahrt über die Wüste unternehmen, die anderen schlafen lieber zwei Stunden länger. Wir gehören zum zweiten Teil. Außerdem trauen wir der Sache nicht so ganz bzw. haben einfach Bammel!

Also frühstücken wir rustikal erst einmal Bisquits & Gravy, das alte Cowboyessen. Es schmeckt noch schlimmer, als es aussieht. Kommen wir lieber auf Rühreier mit Speck zurück... und fahren danach schnell unsere per Ballon Vorausgefahrenen einsammeln. Wir finden alle wohlbehalten und gesund wieder und los geht die Reise zum Grand Canyon, dem Riesen-Loch in der Wüste.

Unterwegs sehen wir die ersten Kakteen – ich meine, RICHTIGEN Kakteen. Saguaros, die mit ihren 5 oder sechs „Armen“ so rund 250 Jahre alt sind. Sie sind übrigens –so wie die Bluebonnets in Texas- die „Staatsblume“ von Arizona. Auf der Fahrt unterhält uns Rita mit viel Wissenswertem, auch von hinter den Kulissen der offiziellen Touristeninfos.

Die Hauptpunkte unserer Strecke sind heute Sedona und der Grand Canyon mit einem Höhepunkt, nämlich einem Rundflug über dem Canyon.

In Sedona bewundern wir die ersten Felsen aus rotem Sandstein, darunter The Bell, die Glocke, und machen einen ergiebigen Stadtspaziergang. Die Händler werden sich gefreut haben! Eine Riesenauswahl an Souvenirläden, die bei weitem nicht nur Kitsch anbieten, macht die Auswahl schwer. Das Künstlerstädtchen hat scheinbar für jeden Geschmack etwas bereit!

Durch den Oak Creek Canyon fahren wir weiter Richtung Flagstaff, eine Traumstrecke für Biker. Die Landschaft ändert sich zum wiederholten Male schlagartig, die Kakteen verschwinden und Wald macht sich breit, mit Fuchsschwanz-Kiefern und Pinien. Und immer wieder tolle Ausblicke – hoffentlich reichen unsere Speicherkarten und –sticks! Zum Schluss geht es ca. 50 Meilen über das Coconino-Plateau zum Canyon, über den man wohl keine Worte verlieren zu braucht.

Der Grand Canyon ist sicherlich einer der Punkte auf der Erde, die man gesehen haben muss, um sich über die Rolle von Mensch und Natur klar zu werden.

Wir setzen noch eins drauf und schauen uns die ganze Sache von oben an, per Helikopter-Rundflug über den Canyon und angrenzendes Gebiet. Berge & Meer hat dankenswerterweise vorgesorgt (wie bei so vielen Dingen übrigens – unaufdringlich im Hintergrund, aber äußerst exakt!) und uns zwei Alternativen angeboten:

Rundflug 25 min und 45 min. Klar, wir nehmen die 45!!! Und bereuen es nicht, er hätte auch gern 145 Minuten dauern können. Den geringen Aufpreis war es allemal wert. Und weil wir beim Geld sind: keiner dieser Flüge ist m. E. überbezahlt, das Erlebnis ist so einzigartig, das man es nicht beschreiben kann. Hinfahren, nachmachen, sage ich nur!

Im Hotel angekommen, werden wir etwas zurückhaltend, aber überaus freundlich auf Deutsch bedient – unsere Kellnerin hat ein paar Brocken bei deutschen Gästen aufgeschnappt und freut sich königlich über unsere Komplimente.

Einen Wermutstropfen wollte uns Rita aber nicht ersparen: die Route 66 fällt für uns aus. War eigentlich auch so ein Traumziel von mir, aber was nun mal nicht ist... gegen den Canyon kommt nichts an. Und wir haben noch viel vor in den USA – morgen besuchen wir nochmal den Ostrand des Canyons ob seiner unwirklichen Schönheit und danach geht es ins Navajo-Reservat.

Unser Tagesziel wird Page am Lake Powell sein, wo (vielleicht) eine Überraschung auf mich und Inge, meine Frau, wartet. Wir sind gespannt – Ihr auch?!

Also dann – howdy, bis morgen!
Ihr/Euer Jens

6. Tag: Das Monument Valley

„Valley’s deep and the mountain’s so high...“ von Barclay James Harvest beschreibt die Gefühle nicht, die einen beim Besuch des Monument Valley befallen, aber dazu später.

Unser Tagesziel heißt Page, eine nette Stadt am Ufer des Lake Powell. Um sie zu erreichen, geht es heute Morgen (wieder!) zeitig los. Wir haben in einem netten Landhotel an der Einfahrt zum Grand Canyon übernachtet, für das sich unsere Reiseleiterin fast entschuldigt hat – warum bloß? Wir haben ein gutes Abendessen gehabt, gut geschlafen und zum Frühstück mal kein Büffet, sondern fertige „platters“, also Teller. Uns hat es gefallen, was Berge & Meer da organisiert hat!

Auf der Fahrt machen wir den ersten von vielen Japanischen Fotostops: trip, trip, trip raus aus dem Bus– KLICK – trap, trap, trap wieder rein! Kurz darauf sehen wir den ersten Streifenwagen, der einen Tempo-Sünder gefunden hat, unsere Fahrerin Grace hält die 55 Meilen aber zum Glück ein.

Wir schleichen also mit rund 100 Sachen durch die Bunte Wüste, ein besonderes Farbenspiel der Natur und sehen Silverbirds, Rentner, die eine besondere Form von Caravans bevorzugen: alt, unmodern, aber kultig und vom Typ Air Streamer. Sehen aus wie eine umgekippte Thermosflasche (kennt jemand Konny Reimann, der hatte so einen!).

Inzwischen befinden wir uns übrigens mitten im Navajo-Land, die Amerikaner nennen es den 51. Bundesstaat, denn der Navajo-Stamm lebt äußerst eigenständig mit eigener Regierung, der ein gewählter Chief vorsteht in einer eigenen Hauptstadt, Window Rock.

In Kayenta machen wir Snack-Halt und versehen uns im Supermarkt mit Essbarem. Auch das geht und wir haben ja Aussicht auf ein leckeres Dinner am Abend. Während der Fahrt weiß Rita wieder viel Interessantes zu erzählen.

Endlich kommen wir in die Nähe des Monument Valley – selbsterklärend, wenn man weiß, dass Valley „Tal“ bedeutet. Wir haben einen Ausflug ins Tal unter indianischer Führung gebucht – Navajo-Indianer machen hier sowieso alles selbst!

Zuerst finden wir uns aber vor dem Haus von John Wayne wieder, in dem er während seiner unzähligen Filmdrehs gewohnt hat. Sein berühmtester Film, der hier gedreht wurde, war übrigens „Die Postkutsche“.

Howard, unser Fahrer, verfrachtet uns auf eine Art Safari-Pickup, singt ein fröhliches Lied’l auf Navajo und los geht’s. Bandscheiben ade! Es ist kein Weg geteert (möge es auf immer so bleiben) und wir sehen bereits an den ersten malerischen Felsformationen aus wie fein paniert.

Unterwegs bleibt Zeit, echten und dafür auch preiswerten Silberschmuck zu erstehen, den die Indianer hier verkaufen. Trotzdem spielt der Kommerz mit: Foto auf Pferd = 2.00 $. Zum Vergleich: Foto in den Universalstudios vor irgendeiner Mickymaus = 20.00 $. Hoffentlich lernen die Navajos nicht so schnell dazu.

Die majestätischen Felsformationen sind jedenfalls ein Erlebnis erster Klasse und wo John Wayne einst geritten ist, waren wir nun auch. Wahnsinn! Eigentlich wollten wir gleich weiter nach Page, aber Berge & Meer hat noch einen zusätzlichen Flug angeboten und zwar von Kayenta nach Page, über den Lake Powell.

Wir setzen ein paar von uns am Flugplatz ab und fahren direkt ins Hotel, ein wiederum sehr schönes Haus im Ortszentrum. Wir duschen umgehend den Staub aus dem Monument Valley ab und klappern die örtlichen Kneipen ab – dachten wir, bleiben aber gleich im ersten, urigen Saloon hängen.

Grandiose Western Old Style Atmosphäre, Riesensteaks, guter Country und Rock’n Roll und ein Bierglas in Westernstiefel-Form zum Mitnehmen. Und Kellnermanieren, die wir zu gern nach Deutschland „einschleppen“ würden.

Heutiger Wermutstropfen: Aus der von mir gestern angekündigten Überraschung wird nichts! Inge und ich wollten uns mit zwei indianischen Navajo-Freunden treffen, aber Lene hatte keine Zeit und Jane sich allein wohl nicht getraut. Schade, das wäre die einzige Möglichkeit gewesen.

Also, noch ein einheimisches Bier aus dem geschenkten Glas und dann

Howdy, folks - bis morgen am Bryce Canyon!
Ihr/ Euer Jens

7. Tag: Lake Powell und der Bryce Canyon

„The shadow on the wall tells me, the sun is going down – oh Ruby, don’t take your love to town“ hat Kenny Rogers mal befürchtet. Keine Angst, macht sie nicht, sondern wartet im „RUBY’S INN“ heute Abend auf uns!

Unser Tag beginnt mit Ausschlafen bis 7.00 Uhr. Wie bitte, Urlaub?! Wir versammeln uns schon wieder im Steakhouse gegenüber dem Hotel, heute Morgen allerdings nur zum Frühstück. Herzhaft, lecker und in ausreichender Menge; nur Pech für den, der auf deutsches Frühstück pocht. Eier, Speck, Kartoffeln, Toast, ein wenig Marmelade und O-Saft und Kaffee, das ist meist der Standard und für uns gut.

Nachdem wir unseren Bus bestiegen haben, fahren wir nur fünf Minuten zum Lake Powell, den legendären Wasserspeicher in der Wüste, der Wasser bis L.A. liefert und zum größten Teil ein gefluteter Canyon ist. 3057 Km Küstenlinie sind doch allerhand, oder? Die Staumauer und die gewaltige Größe des Sees beeindrucken uns schon mächtig, aber wir freuen uns noch mehr auf unser heutiges Ziel, den Bryce Canyon N.P.

Ein paar Meilen gefahren und schon sind wir in Utah, dem „Mormonenstaat“. Natürlich hat Rita auch die Geschichte der Mormonen „drauf“ und gibt sie in interessanter Weise an uns weiter. Der tiefste Punkt Utahs liegt übrigens bei 1.500 m ü. M., trotzdem fahren wir durch idyllische Landschaften mit hübschen Dörfern, Siedlungen und immer wieder kleinen Ranchs und Farmen.

Pfiffige Gemeinden (besonders die mit endlos langen und gut ausgebauten Strassen durch den Ort) stellen Sherifffahrzeuge an den Straßenrand, bestückt mit Schaufensterpuppe und Blitzer. Elf Meilen zu schnell gibt es schon für 180 Dollar!

So ein hübscher Ort ist z. B. Kanab, wo man auf altes Western-Flair baut und die Touristen erfreut. Der Ex-Präsident Ronald Reagan hat hier mal einen Western gedreht und wird noch heute dafür geschätzt. Leider ist der anvisierte Western Wear-Laden rappelvoll und wir fahren schnell weiter, unser Bus hat „Durst“ und wir auch.

An der Tanke in Mount Carmel wartet dann der volle Rundum-Service: nicht nur unsere Fahrerin Grace ist zufrieden, sondern auch wir, denn – welch Zufall- es hängen alle Geschäfte an der Tankstelle dran, in denen wir unser Geld lassen können. Essen, Snacks und Getränke aller Art werden „gebunkert“ und ein Westernladen lässt auch keine Wünsche offen, yippi yeah! Gute Qualität in größter Auswahl zu volkstümlichen Preisen, da ist Kanab schnell vergessen.

Weiter fahren wir zu einem japanischen Fotostop (wir erinnern uns!) in den Red Canyon, dessen Felsen wirklich knallrot sind und sind wieder einmal begeistert von der ausgeklügelten Tourenplanung des Veranstalters. Die ganze Fahrt über hatten wir die unterschiedlichsten Landschaften vor Augen und dachten, dies ist jetzt der Höhepunkt, aber der wird jedes Mal noch getoppt! In unserem Fall heute vom Bryce Canyon.

Wir erreichen das erwähnte „Ruby’s Inn“, vor knapp 100 Jahren eine kleine Ranch, heute ein BEST WESTERN HOTEL im Stil des alten Westens. Rita verteilt Schlüssel und Tipps, wo man was am besten isst und trinkt. Trinken ist leider nur „na ja“ (Bier hat max. 3.2 Vol. % - wir sind im offiziell abstinenten Mormonenstaat), aber es gibt wenigstens im Restaurant etwas – wenn auch keine Bar. Die Heiligen der letzten Tage verkaufen dafür Whisky etc. flaschenweise zu gut einem Liter an der Hotelrezeption!

Der Canyon an sich wirft uns alle wieder einmal um. Ganz anders, aber genauso schön wie der Grand Canyon, mit Felsformationen, die einem den Atem rauben können. Die Erosion hat Gebilde geschaffen, die nach jedem Meter Wanderweg anders aussehen und in anderen Farben leuchten.

Rita trennt die Gruppe: die Wandervögel dürfen in die Schlucht absteigen, der Rest geht oben spazieren. Punkt 18.00 Uhr sind alle wieder beisammen und es geht in die „Ponderosa-Lodge“. Die Cartwrights lassen grüßen!

Schnell noch zum „dinner“, danach ein Rundgang durch die Umgebung und dann frisch geduscht ins Körbchen – der Tag war staubig! Morgen gibt es wieder erst Natur und dann Action, wir fahren nach Vegas!

Gute Nacht also, liebe Blogfreunde,
Ihr/ Euer Jens

8. Tag: Der Zion Nationalpark und Las Vegas

„Hey Las Vegas, the devil gave us to you“ charmte Tony Christie vor mehr als zwanzig Jahren – Sie erinnern sich?

Der Teufel hat uns Las Vegas nicht gegeben, eher unser Veranstalter Berge & Meer. Tolle Idee, stürzen wir uns hinein ins Getümmel!

Aber vorher geht es noch - natürlich - auf den Freeway. Wir fahren heute nicht ganz so zeitig los, besuchen aber trotzdem noch den Zion-„Wander-Nationalpark“. Es herrscht beste Stimmung, denn mit einiger Verspätung haben wir uns ganz offiziell im Bus einander vorgestellt – mit dem schönen Nebeneffekt, dass alle Mitreisenden ihr Einverständnis erklärt haben, auf Bildern des Chronisten veröffentlicht zu werden.

Der Zion-Nationalpark ist ein ganz besonderer, für den man natürlich viel mehr Zeit haben müsste. Er ist ein Wanderziel für die Amerikaner, ein Campingplatz für Individualisten und wer es bequemer möchte, findet auch genügend Unterkünfte, beginnend mit familiären B&B’s.

Die Felsformationen sind natürlich auch „nur“ Stein, aber ganz anders als die anderen Canyons. Eigentlich ist der Park ein langes Tal mit spektakulären Ausblicken und Tieren – wir können nämlich sogar Adler beobachten!

Unsere Mittagspause halten wir in St. George ab – viele essen, der Rest geht shoppen. Das Wort Outlet hat hier eine ganz andere Bedeutung als zuhause: a) wird nicht mit minderwertiger Ware in heruntergekommenen Läden gehandelt und b) sind es ganz normale Geschäfte mit freundlichen Angestellten, die sich für den Einkauf bedanken(!). Der Unterschied: wir erstehen Dinge, die bis 70% und weniger kosten, Markenjeans z.B. die Hälfte. Die Kreditkarten bekommen erste Abnutzungsspuren.

Wieder auf dem Highway, sehen wir erste Joshua trees, palmenähnliche Bäumchen, in deren Schatten sich Taranteln besonders wohlfühlen. Wir verzichten und fahren weiter.

Am späten Nachmittag wird die richtige zur Steinwüste: mitten aus der Einöde tauchen erste Gewerbegebiete auf und nicht lange darauf haben wir die Skyline von Las Vegas vor uns. Übersetzt heißt die Stadt „Bewässertes Gartenland“ – erstaunlich, so mitten in der Wüste! Und doch wahr, denn kaum sind wir im Stadtgebiet, grünt und blüht es überall.

Unser Quartier für die nächsten zwei Nächte wird das Hotel Gold Coast sein, wie fast alle Hotels ein Spielertempel. Zuerst sind wir erschlagen von Größe, Glanz und Geräuschen – hunderte von Spielautomaten und –tischen schon in der Lobby und aus jedem Automaten dudelt ein anderer Song und nicht etwa leise!

Es klingeln keine Münzen mehr wasserfallartig, sondern Tickets, die in Bares eingelöst werden, aber ansonsten ist noch alles wie zu Zeiten von Frankieboy Sinatra. Es wird geraucht, getrunken und gespielt – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Diese Stadt schläft wirklich nie!

Über Las Vegas ist schon soviel geschrieben worden, dass ich mir weiteres spare, um Sie nicht zu langweilen. Unser Abendausflug (um den wir uns eigentlich erst drücken wollten) gerät dagegen zur Reise ins Wunderland. Rita kennt und weiß scheinbar alles und gibt das an uns weiter, zu unser aller Wohlbefinden. Essen, Attraktionen, Shows – Rita weiß Rat und die besten Plätze!

Wir bekommen einen Einblick ins Nachtleben und sogar die Regeln des Glücksspiels erklärt – begreifen allerdings nur die Hälfte. Trotzdem rollt zum Abschluss noch der Dollar und vermehrt sich wundersam. Erstmal, denn dann wendet sich das Blatt zu unseren Ungunsten, Casinos leben von den Spielern!

Morgen machen wir Pause vom Lärm und hoffen auf Stille im „Tal des Todes“. Warten wir’s ab!

Ihr/ Euer Jens

9. Tag: Im Tal des Todes

„Once Upon A Time In The West“ oder besser bekannt als „Spiel mir das Lied vom Tod“ - ein anderer passender Song als der von Ennio Morricone fällt mir heute wirklich nicht ein.

Wer den Film gesehen hat, weiß eigentlich schon, was ich heute berichte. Unser alternativer Tagesausflug (Plan B: In Vegas bleiben und auf eigene Faust die Stadt durchstreifen) führt und ins Death Valley, wir sind alle riesig gespannt, was uns dort erwartet. Den Namen hat das Tal nicht etwa von zig ausgeblichenen, abgenagten Skeletten, die dort dekorativ herumliegen, sondern der Legende nach von einer vor dem Verdursten geretteten Siedlerin. Sie soll bei ihrem Bericht erzählt haben, dass sie und andere Pioniere halbtot dem „Tal des Todes“ entronnen sind.

Wir können ihr nachfühlen, denn es ist erst Mai und wir haben schon 37°C max. bei 3 bis 6 % Luftfeuchte. Das ist ausgesprochen kühl, denn im Juli werden es schon mal knapp 60 und die Ranger werden nicht müde, die Besucher zu warnen, denn das Valley ist auch eine ganz trockene Ecke der Welt: im Jahr fallen im Schnitt 4,7 Zentimeter Niederschlag!

Das Tal liegt zum größten Teil in Kalifornien, Nevada hat nur einen Zipfel behalten. Der tiefste Punkt der westlichen Halbkugel, genannt Badwater nach dem fauligen Schwefelgeruch des Wassers dort, liegt hier mit minus, 86 Meter u. N. N.

Während der Fahrt durch die Wüste erzählt uns Rita wieder viel Interessantes über die Gegend und ihre Bewohner – nicht alles steht in Büchern oder im Internet! Oder haben Sie gewusst, dass Nevada jahrelang die Müllhalde der Nation war und den Müll anderer Staaten von der Ostküste aufgekauft und vergraben (!) hat???

Unterwegs kommen wir an einem Opernhaus mitten in der Einöde vorbei, der Amargosa-Oper. Eine Opernsängerin i. R. hat sich ihren Traum erfüllt und das Geschäft läuft sogar.

Wir stoppen am Zabriskie-Point, einer früheren Borax-Mine und machen einen Fotostopp. Fantastische Bilder, tolle Videosequenzen und trotzdem sind wir froh, wieder im Bus zu sitzen, den Grace –unsere Fahrerin- angenehm temperiert hält. Danke, American Ring Travel (die amerikanische Agentur von Berge & Meer), dass Ihr uns so einen angenehmen Bus zur Verfügung gestellt habt. Es ginge auch ganz anders – alles schon gehabt, aber nicht in USA!

Nächster Halt: der Golden Canyon, der wirklich golden schimmert. Oder macht uns die zunehmende Hitze schon etwas vor?!

Es geht weiter nach Badwater: ein must-do für jeden Touristen, entsprechend voll ist es auch. Gegenseitiges Fotografieren („Dort waren wir auch!“), ein kurzes Spaziergang auf dem Salzsee und nach zwanzig Minuten wieder verschwitzt in den Bus zurück. Unsere Fahrerin Grace wächst uns noch mehr ans Herz!

Also, auf und davon zur Furnace Creek Ranch - ist besser, als es klingt - und snacken... oder eben shoppen. Sind die Karten nun noch von gestern heiß oder von der heutigen Hitze? Egal, sie haben keine Zeit zum Abkühlen. Auf der Ranch gibt es alle Annehmlichkeiten, die wir brauchen...

Ein Steakhouse, einen General Store, einen Saloon (jaaaa, auch den!) und eine filmreife Westernveranda mit Schaukelstühlen, auf der die „Schaukler“ mittels Wassersprinklern gekühlt werden! Westernfans werden im Store fündig, Hungrige im Restaurant und der Rest im Saloon – der „restroom“ (WC) bietet das Alibi und da man ja direkt am Tresen vorbei kommt...!

Zurück im Hotel, verrät uns unsere Reiseleiterin noch einiges zum Zocken im Casino; wer will und kann, der tut’s und der Rest schwärmt in die Stadt aus, der Strip ist nicht weit und morgen ein neuer Tag, der uns mit verminderter Mannschaftstärke weiterbringt, denn fünf Mitreisende fliegen weiter nach Hawaii – aloha!

Für heute „Good luck“, denn ein „Good night“ gibt es nicht in Las Vegas, die Stadt schläft wirklich nie – oder haben Sie schon mal um 5.30 Uhr am Spielautomaten gesessen!?

Ihr/ Euer Jens

10. Tag: Ein Transport-Tag

“On The Road Again“ war Willie Nelson 1979 in dem Film Honeysuckle Rose. Wir sind es heute auch, von Las Vegas in Nevada nach Lemoore in Kalifornien. Kurioserweise von Spielerstadt zu Spielerstadt, obwohl in beiden Staaten das Glücksspiel verboten ist! Die Casinos stehen allerdings auf Indianerland und dieses gehört nicht zu den Bundesstaaten...

Der Tag beginnt mit einer Überraschung: die Farbe unseres Busses hat über Nacht von Weiß zu Blau gewechselt. Er wurde ausgetauscht, denn in unserem guten, weißen, neuen, schönen, amerikanischen Bus hat sich der Turbolader verabschiedet und wir bekommen einen anderen, deutschen Bus. Schade drum, denn heute liegen 573 km vor uns. Wenigstens ist uns unsere Grace als Fahrerin geblieben, wir mögen sie alle.

Auf der Strecke erhaschen wir einen Blick auf die Interstate 40, die frühere Route 66, also die amerikanische „Mutter der Straßen“. An Calico Ghost Town, der alten Geisterstadt aus der Silberminenzeit, fahren wir vorbei.

Der Tag verläuft unaufgeregt und obwohl im Bus niemand liest und alle aus dem Fenster schauen (es gibt auch nach einer Woche noch sooo viel Neues zu sehen!), ist es doch ein wenig anstrengend. Unterwegs sehen wir eine sich immerzu verwandelnde Landschaft, von Stadt- zu Steinwüste, Joshua trees und Schwarzeichen, Bougainvillien und Kalifornischen Mohn, hier „Poppy“ genannt und auch die Staatsblume.

Wir durchfahren Bakersfield, die Countrymetropole im San Joaquin-Tal. Dies ist rund 800 km lang und erstreckt sich im Norden bis an Sacramento, die Hauptstadt Kaliforniens, heran. Alles, was Rang und Namen hat in der Country- und Westernszene, gibt sich in Bakersfield die Klinke in die Hand. Merle Haggard wurde übrigens hier am 06.04.1937 geboren, nach ihm ist eine der größten Straßen benannt worden.

Ganz in der Nähe steht eine der größten kalifornischen Ranches mit 120.000 (!) Stück Vieh, in  Amerika ist - wie wir inzwischen wissen - alles etwas größer, höher oder mehr. Es wird also noch ganze eine Weile die gefragten Steaks der Harris-Rinder geben!

Wir sehen auch Weinstöcke und weil wir inzwischen schon viel gelernt haben, denken wir „Aha, kalifornischer Wein!“ Falsch gedacht, hier gedeihen lediglich die Trauben für die berühmten Kalifornia-Rosinen!

Endlich kommen wir im Hotel an - wie Rita feststellt, „in the middle of nowhere“, der Mitte von Nirgendwo. Dafür ist das Haus wirklich toll, ziemlich neu und einem Casino angehängt - Indianerland! Es besitzt einen ziemlich annehmlichen Pool, der sofort von uns begeistert besetzt wird, draußen ist es kochend heiß.

Das Nichts um das Hotel herum lockt uns nicht, die Automaten ebenso wenig, also werfen wir uns in Schale und ins Dinner-Restaurant. Kreischende Begeisterung, als jeder, aber auch wirklich JEDER, der nach einen dünnen amerikanischen Bier verlangt, nach seinem Pass gefragt wird! Auch wir „Angegrauten“, denen man beim besten Willen keine 21 Jahre mehr unterstellen kann (Ein Bier für die passlose Gemahlin mitbestellen, ist übrigens auch nicht – das Personal passt genau auf!).

Essen darf man auch ohne Pass, aber wir hoffen, dass sich wenigstens das Wappentier des Hotels nicht im Essen wiederfindet – „TACHI“ heißt in der Sprache der Indianer „Heulender Coyote“!

Wir freuen uns auf morgen – Natur pur mit Picknick unter Sequoia-Bäumen. Seid Ihr auch schon neugierig?

Bis dahin also,
Ihr/ Euer Jens

11. Tag: Durch den Sequoia Nationalpark nach Fresno

„Tie a yellow ribbon ’round the old oak tree“ – Bind’ ein gelbes Band um die alte Eiche...

Eichen sind es nicht, die uns heute in den Sequoia Nationalpark ziehen, aber uralte Bäume schon. Wir fahren nach einem kontinentalen Frühstück (Brötchen, Wurst, Käse, ...!) aus dem hübschen Indianer-Hotel-Casino weiter, um den oben erwähnten Park zu besuchen. Und keine Eier mit Bacon? Nein, nicht mal ohne!

Übrigens nicht unbedingt das Standardprogramm, da fast alle Veranstalter gleich weiterziehen in den Yosemite N. P. Danke, Berge & Meer, für dieses einzigartige Erlebnis – wir hätten etwas verpasst!

Also, wir starten und gleich große Freude: Unser schöner, bequemer Ami-Bus ist wieder da, repariert und startklar. Und Grace freut sich – „I like my bus baby!“ Wir freuen uns mit.

Nach einem Halt am Supermarkt geht es weiter in Richtung Sierra Nevada, dort liegt auf den Gipfeln noch Schnee. Am Beginn des ehemaligen Goldlandes Kaliforniens sehen wir am Bear Mountain, im Squaw Valley, eine alte Westernsiedlung – schade, ohne Fotostop! Wir nähern uns dem Sequoia Nationalpark und fragen uns, woher der Name kommt. Rita klärt uns auf, dass es nicht etwa der Name dieser Art von Rotholzbäumen ist, sondern einer alten Indianerlegende entstammt:

Der Cherokee-Indianer namens „Sequoia“ gab seiner Nation eine Schriftsprache, bislang wurde die Geschichte seines Volkes nur mündlich weitergetragen. Zum Dank wurden diese uralten, mächtigen Bäume, die der Legende nach die Zeiten überdauern, nach Sequoia benannt. Ein schönes Denkmal!

Im Park angekommen hoffen wir, nicht dem Ursus americanus zu begegnen – obwohl die Fotografen unter uns nicht böse wären... aber der Amerikanische Schwarzbär hat wohl schon gefrühstückt. Wir sind trotzdem überwältigt von der natürlichen Macht und Schönheit dieser Bäume, mehr als 80 m hoch und (wir testen es) 19 Leute können einen dieser Riesen gerade umfassen!

Gern wären wir länger geblieben, aber der Park ist einfach zu groß für uns und der Hunger ruft ebenfalls. Also auf in den Bus und zum nächsten Picknickplatz – besetzt! Aber der übernächste ist frei und wir stillen in lustiger Runde unseren inzwischen gewachsenen Hunger.

Auf der Weiterfahrt blicken wir noch einmal zurück auf die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada (übrigens die jüngste Bergkette hier) und sind gespannt auf unser Quartier in Fresno, einer sympathischen Stadt, deren Hauptgeschäft neben der technischen Unterstützung der Landwirtschaft im weitesten Sinne die Verarbeitung von Weintrauben zu Rosinen ist. Hausfrauen aufgepasst, was im nächsten Kuchen landet – vielleicht ein Urlaubssouvenir?!

Im Hotel angekommen, gibt es für uns nur eines – Sachen runter und in den Pool! Arme Grace, sie sie planscht auch – aber mit dem Waschwasser für unseren Bus. Wir haben ein etwas schlechtes Gewissen, trotzdem rüsten wir uns zum Dinner. Es soll da so einen Mexikaner geben, der suuuuuuper Margaritas braut...

Cheerio, liebe Leser, bis morgen!
Ihr/ Euer Jens

12. Tag: Vom Yosemite N. P. nach San Francisco

„If you’re going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair...“ - (Wenn du nach San Francisco gehst, trage unbedingt ein paar Blumen im Haar...)

Okay, erstens ist diese Zeit längst vorüber und auch bei mir halten die Blüten schon lange nicht mehr von selbst im schütteren Haar. Ja, wenn man Scott McKenzie wäre, so um 1967...!

Wir reisen lieber weiter durch dieses Riesen-Land, das so ganz anders ist, als man uns zuhause glauben machen will. Heute z.B. in den Yosemite Nationalpark, den ersten der Staaten überhaupt. Er besteht seit 1864 auf Grundlage des damaligen kalifornischen Rechts, während in Deutschland gerade mal die Raufasertapete (!) erfunden wurde.

Es geht frühmorgens los, um 7.30 Uhr sitzen alle gespannt im Bus und freuen sich auf den Tag. Gestern Abend gab es noch eine Pool-Party (der Pool hatte - oh Wunder - bis 0.00 Uhr geöffnet!) und wem nicht danach war, der hatte zumindest in einem original amerikanischen Diner zu Abend gegessen. Irgendwo macht sich der reduzierte Nachtschlaf auf den langen Busstrecken allmählich bemerkbar und so nickt der eine oder andere doch schnell mal ein.

Wie immer versorgt uns Rita ständig mit neuen Informationen und Wissenswertem, so dass wir am Ziel immer bestens informiert sind. Zwischendurch machen wir öfter eine Kaffee-Restroom-Sandwich-Einkaufspause und bestaunen die Einkaufskultur der Amerikaner.

Gratis WLAN-Stationen sind normal, heute haben wir sogar eine komplett eingerichtete gesehen, mit 6 (!) Laptops und Drucker. Es gibt nicht nur extra breite Gänge, gekühlte Getränke und ein riesiges Warenangebot, sondern scheinbar für jeden Kunden einen eigenen sauberen, freundlichen und kompetenten Verkäufer. Man bedankt sich für den Einkauf einer Flasche Cola! Eventuelles Heimweh ist schlagartig behoben.

Wir kommen im Yosemite Nationalpark an, nachdem wir das Land des Goldrausches durchfahren haben. Kleine Orte sind sehr aktiv in der Pflege ihrer Geschichte und erinnern sich in vielerlei Hinsicht an die alten Zeiten. Gebäude werden im alten Stil erhalten bzw. restauriert und die Bevölkerung ist ebenfalls sehr traditionsbewusst. Man spürt sogar als Fremder das Gemeinschaftsgefühl.

Der Park ist wunderschön, ein langes V-förmiges Tal eigentlich. Wasserfälle, Granitgestein mit riesigen Felsformationen und ein rasch dahin gleitender Schmelzwasserfluss inmitten frühsommerlicher Natur – toll! Und eine perfekte Infrastruktur mit rollstuhlgerechten Wegen, vandalismusfreier Beschilderung und stressloser Gastronomie, dazu an jeder Ecke ein freundlicher Ranger.

Wir sind begeistert und scheinbar auch die eigentlichen Bewohner des Parks, die Tiere. Einige von uns haben einen Luchs beobachtet, der sich quer durch die Spaziergänger an einen Bach bequemt hat, um zu trinken. Leider wurde er aber von einem Wapiti-Hirsch verjagt!

Wir machen das heiß ersehnt Gruppenfoto und manch einer ist wohl froh, sich selbst einmal im Internet zu sehen. Nach einem ausgedehnten Picknick nehmen wir Abschied und steuern die nächste Metropole des Westens, San Francisco, an.

Die Fahrt dauert länger, als wir gedacht haben und als wir endlich durch den abendlichen Feierabendverkehr die Golden Gate Bridge sehen, sind wir alle aus dem Häuschen. Hier gehen wohl manch geheime Träume in Erfüllung.

Die alte Goldsucher- und Hippiestadt zeigt ein freundliches Gesicht, angenehm kühle Temperaturen nach der drückenden Hitze im Landesinneren und ein schickes Hotel in Downtown.

Rita weiß auch gleich eine Kneipe „um die Ecke“, eigentlich eine angeschmuddelte Höhle, die aber schmackhaftes und billiges Essen bereithält, zig Biersorten und ein interessantes Barsortiment. Bezeichnender Name: „Tommy’s Joint“. Passt prima zu den Typen, die dort (neben normalen Gästen) abhängen!

Ich sitze jetzt um 23.00 Uhr an meinem Hotelfenster, schreibe am Blog und genieße die Aussicht aus dem 11. Stockwerk auf das nächtliche San Francisco. Die Geräusche dazu sind wie aus einem Film: pausenlos Sirenen, nie endender Verkehrslärm und man erwartet augenblicklich einen Officer des S.F.P.D. in der Tür!

Das übliche T.G.I.F. für „Thanks God, It’s Friday“ wird mir morgen bestimmt nicht gelingen, denn das Ende unserer Reise ist schon absehbar. Aber bis dahin gibt es ja noch so vieles Neues zu erleben!

Gut Nacht also, bis morgen!
Ihr/ Euer Jens

13. Tag: Stadtrundfahrt und Alcatraz, San Francisco am Abend

Die „Bridge Over Troubled Water...“ haben wir heute gesehen. Für manchen von uns ist heute ein Traum wahr geworden – einmal über die Golden Gate Bridge gehen!

Wir haben heute ein Hotel für drei Nächte: das Holiday Inn Golden Gateway. Tolles Hotel und auch ein tolles Programm, das Berge & Meer für uns heute bereithält! In den Tag steigen wir ein mit einer Stadtrundfahrt, auf der wir vieles sehen, was wir später am Tag noch besuchen – wenn denn Zeit dafür bleibt. Natürlich ist es ja eine FAHRT, kein Spaziergang, und haben wir nur einen kurzen Anriss von allem.

Wir sehen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, machen Fotostops am Rathaus und am schönsten Aussichtspunkt der Stadt mit Blick über ganz San Francisco, stehen vor der Golden Gate Bridge und machen eine sehr interessante Bootstour.

Unsere Reiseleiterin Rita schüttet uns mit guten Tipps und Ratschlägen zu, organisiert alles Mögliche, gibt bekannt und korrigiert Änderungen und hat für 46 Gäste „den Hut auf“ – und jeder hat noch „seine“ Frage! Nicht immer ist das ganz einfach, aber wer von uns bringt es besser?!

Die Bootstour bringt uns (mit elektronischem Sprachguide ausgerüstet) von Fisherman’s Wharf unter die Golden Gate und um Alcatraz herum – eines der bekanntesten Gefängnisse der Welt, in dem auch Al Capone zu Zeiten der Prohibition eine Strafe verbüßte. Interessant und Werbung für den Film „The Rock“, ehrlich!

So, das war das gewählte bzw. erworbene „Pflichtprogramm“ und nach einem Crab Cake, einer typischen Speise aus Fisherman’s Warf, erkunden wir die Stadt auf eigene Faust. Es gibt da sooo viel zu sehen! Der erste Weg führt uns nach Chinatown, der größten chinesischen Ansiedlung in den Staaten. Man fühlt sich wirklich in eine andere Welt versetzt.

An alle Daheimgebliebenen: Man stelle sich eine chinesische Stadt mit überdurchschnittlich vielen Langnasen, also Weißen, vor – fertig! Chinesische Läden, Lokale, Musiker, Leute, einfach alles. Und alle sind sehr freundlich! Und geschäftstüchtig.

Wir laufen weiter Richtung Hotel und dank der reichlich im Hotel ausliegenden Stadtpläne auf Deutsch kommen wir auch alle gut an – möchte ja auch sein, denn die pragmatischen Amerikaner haben ja ihre Städte, wo es ging, im Rastersystem gebaut, von oben wie ein Gitternetz. Also alles rechtwinklig und mit ein wenig Bemühen schafft man es aus fast jeder Ecke der Stadt wieder ins eigene Bett!

Angekommen, wird schnell geduscht und „stadtfein“ gemacht – der Abendausflug ruft uns. Grace holt uns am Hotel ab, fährt mit uns eine Mini-Stadtrundfahrt und lädt uns am Pier 39 aus, dem Vergnügungsviertel am Hafen. Es strotzt vor Kitsch und Menschen, trotzdem schauen wir uns gern und gut um und nehmen Kurs auf unser gebuchtes Lokal.

Es erwartet uns ein leckeres Dinner, Fisch vom Feinsten zubereitet und äußerst schmackhaft – wo wir doch inzwischen an Hamburger, French fries und Sandwiches gewöhnt sind! Es schmeckt uns allen (und auch hier schafft Rita wieder Abhilfe bei Misslichkeiten!) und gemäß der amerikanischen Art zu speisen (Motto: Ich esse, um satt zu werden und sitze nicht lang rum!) verschwinden wir recht zügig. Als „Dessert“ haben Grace und Rita noch eine Überraschung für die Reisegruppe:

Obwohl schon spät und stockdunkel, fahren wir in die entgegen gesetzte Richtung wie erwartet, nämlich über die Oakland Bridge nach Treasure Island. Wir können dank unserer beiden Damen und des wunderschönen Wetters eine traumhafte Skyline bewundern, wie für uns illuminiert und von seltener Schönheit. Begeisterung ausnahmslos!

Wenn der morgige Tag genauso wird – vielleicht werden wir auch noch Aussteiger?

Also – schau’ mer moa!
Ihr/ Euer Jens

14. Tag: Ein Tag in San Francisco

„I Left My Heart In San Francisco“ – mit diesen Worten verlor Tony Bennett sein Herz an San Francisco und wir sind nahe dran, es ihm gleichzutun.

Morgens um halb fünf sieht es erstmal gar nicht danach aus, denn dicker Nebel hüllt alles, aber auch alles ein. Ob sich das noch bessert? Aber natürlich, zum Frühstück ist es schon viel besser. Ergo stehen wir pünktlich am Bus und Grace fährt uns schnurstracks zur Golden Gate Bridge, die sich noch immer leicht „benebelt“ zeigt. Wie gut, dass wir gestern bei schönstem Wetter unsere Fotos gemacht haben!

Also machen wir uns auf den Weg und laufen die 2,7 km über die Brücke – wer hätte gedacht, dass ich das irgendwann einmal täte! Die Radfahrer, die sich mit uns den Überweg teilen, sind wie alle Radfahrer auf der Welt: schnell und unberechenbar. Trotzdem verläuft der Weg ohne Bein- oder Speichenbruch und wir genießen die Aussicht und vor allem das Gefühl!

Ganz nebenbei stellen wir fest, dass das „Welt-Orange“ einfaches Rostschutz-Braun ist, die Farbe kommt auf den gekauften Postkarten eben besser zur Geltung. Fotos machen, zur Seite springen, wenn Radler kommen, Jogger bemitleiden und ständig die Uhr im Blick, damit wir den Treffpunkt nicht verpassen – viel zu schnell ist die Zeit um und wir sitzen wieder im Bus. Natürlich kommt jetzt die Sonne raus!

Wir fahren weiter nach Sausalito, einer kleinen Ortschaft auf der anderen Seite der Bucht, die vornehmlich von Künstlern und Aussteigern der gehobenen Vermögenslage bevölkert wird. Zauberhafte kleine Läden, Boutiquen, Cafés locken uns und wir machen einen Stadtbummel – der mit diversen Einkaufsbeutelchen endet! Nicht nur das, es gibt dank des schönen Wetters tolle Fotos von der Brücke und von Alcatraz, dem Hafen, der Flaniermeile... und eine schöne Rückfahrt auf „unsere“ Seite der Bucht, sozusagen „Brücke umgekehrt“!

Es geht in die Innenstadt, wo Rita uns eine der steilsten Strassen der Stadt (ja, genau die Lombard, wo die Polizeiwagen beim Aufschlagen immer so schön Funken sprühen!!!) hinauf scheucht. Außer Atem - das kann nicht nur am fast food der letzten Tage liegen - stehen wir oben und müssen... wieder hinunter!

Wir treffen uns am Haltepunkt der Cable Car, die Sitz- und Stehplätze anbietet, ganz offiziell sogar 12 Stück auf den Trittbrettern. Im sicherheits- und regulierungsvernarrten Deutschland undenkbar! Hauptsache, man hält sich fest, egal wie und womit und bezahlt 6 Dollar.

Am Endpunkt Market Street steigen wir aus bzw. ab und verteilen uns in der Innenstadt, jeder nach seinem Gusto. Nach etwas vorgetäuschtem Interesse für taiwanesische Kulturgruppen auf dem Union Square verziehen wir uns erstmal ins „Gold Dust“, eine Bar aus dem frühen 20. Jahrhundert und genießen eine Margarita. Sollte man besucht haben, dieses Haus – eine der letzten Bars mit Original-Flair.

Tausend Leute drin und die (eine!) Kellnerin strahlt jeden Gast über das ganze Gesicht an. Wir lernen eine nette Australierin kennen, die uns ganz ungeniert ihre Einkäufe präsentiert, aber wir wollen weiter, die Market runter, quer durch den Finanzdistrict und beim Sitz der Levi Strauß Co. raus. Leider schon zu, es ist Samstag, 17.30 Uhr und Öffnungszeiten rund um die Uhr sind ein Märchen für Touristen.

Noch kurz am Coith-Tower in Form eines Feuerwehr-Strahlrohres vorbei, den eine reiche Feuerwehrmanns-Witwe zum Andenken an ihren Ehemann gestiftet hat. Nette Geste, nicht wahr?

Ach ja, die Landungsbrücke der Alcatrazboote ist auch noch zu besichtigen, ein Modell der Insel, kurze Abrisse zur Historie ebenfalls und zurück in Richtung Cable Car, denn die Sonne ist dem Nebel gewichen und es wird empfindlich kühl.

Halt, den kenne ich doch?! Präsident Obama will mir die Hand reichen: na klar, Mr President, how are you? Keine Antwort – er ist aus Wachs und wir bei Mdme Tussaud. Er steht da so rum, ebenso wie Angelina Jolie neben dem Pabst – hübsches Pärchen übrigens!

Uns wird mächtig kalt und wir erwischen die Cable Car, ich ganz vorn und außen auf dem Trittbrett, ha! Kurz vor dem Hotel noch schnell eine Riesenpizza und ein Bier und dann auf’s Zimmer – morgen geht es wieder zeitig los. Aber wir wissen dass wir hier auf keiner Erholungsreise sind, sondern etwas sehen und erleben wollen.

Blog schreiben und Augen zu, der Tag hat uns heute doch ganz schön geschlaucht!

Bis dahin also, liebe Leser,
Ihr/ Euer Jens

15. Tag: Von Frisco über Monterey nach Santa Maria

„On The Road Again...“ könnte man mit Willie Nelson heute schon wieder singen, denn vor uns liegen rund 420 km Busfahrt, es wird die drittlängste Strecke auf unserer Reise.

Heute verlasen wir San Francisco und fahren entlang der Küste über die Städte Monterey und Carmel nach Santa Maria, einem historischen Ort mit einem noch historischeren Hotel für uns. So stehen wir halt zeitig auf, um möglichst viel zu sehen, denn die Zeit bis zu unserem verdrängten Urlaubsende wird knapp!

Unterwegs wird es - wie immer nicht langweilig, denn obwohl wir schon soviel gesehen haben, gibt es ständig Neues zu entdecken. Allmählich macht sich auch die Anstrengung der Reise bemerkbar, denn der eine oder andere macht auf längeren Strecken mal ein Nickerchen; bloß gut, dass unsere Reiseleiterin immer die Verbindung „coffee/ restrooms“ im Blick behält.“

Kurz vor Mittag kommen wir in Monterey an, einem sehr hübschen Städtchen am Highway No. 1, den jeder USA-Tourist einfach gesehen haben muss. Es soll die schönste Straße in den Staaten sein und - obwohl die „Geschmäcker“ ja verschieden sind - die Ausblicke auf den Pazifischen Ozean sind wirklich fantastisch.

Wir sehen uns auch das Innere des Ozeans an und besuchen das Aquarium: atemberaubend! Der Knüller ist eine Sonderausstellung mit Quallen aus aller Welt, aber eigentlich ist jedes Thema ein Hit für sich – oder haben Sie schon mal einen Streichelzoo für Unterwassertiere erlebt?! Seelöwenbabies, Seeotter beim Putzen, die Magie der tanzenden Seepferdchen oder das Leben im Kelp, einer besonderen Algenart, die eine zukünftige Nahrungsquelle für uns Menschen darstellen könnte?

Im Anschluss an soviel Biologie meldet sich auch die eigene: Rita hat für uns (nach demokratischer Mitsprache für den Ablauf!) Plätze im Restaurant „Buppas Gump“ reserviert, einem Lokal, das einen engen Bezug zu dem Film „Forrest Gump“ mit Tom Hanks aufweist.

Ein sehr originelles Lokal und das Essen + Getränke sind wieder einmal „great“, aber ob wir bei diesem Geräuschpegel unsere Mütter hierher ausführen würden, fragen wir uns schon, denn man versteht sein eigenes Wort kaum (heute ist nämlich Muttertag und in Ermangelung vieler Feiertage machen sich die Leute selbst einen und führen Mutter’n zum Essen aus – laut und bunt, wie sie es halt lieben!).

Wieder einmal merken wir, dass in Amerika alles etwas größer ist und so auch die Portionen: Fish & Chips reichen locker für zwei, aber es gibt noch ein großes Getränk und Eiscreme obendrauf – das Ergebnis ist jederzeit und überall aufschlussreich zu bewundern!

Wir schleppen uns in den Bus und Grace bringt uns entlang der Zentralküste durch das Weinbaugebiet hinunter nach Santa Maria, einem hübschen Ort mit einen reizenden Hotel in historischem Ambiente. Unterwegs sehen wir vieles – und wenn es auch „nur“ Landschaft ist und davon reichlich, es ist jederzeit toll, aus dem Fenster zu schauen. Wir halten in Carmel noch mal für die restrooms – aber das lohnt sich nicht wirklich, eine Mall für besserbetuchte Gutbetuchte! Gucken, laufen, fahren.

Wir erreichen das Hotel und sind einfach nur baff – jedenfalls ich erstmal. Den Stern von John Wayne in Hollywood verpasst, im Laden für Western Boots zu viele Leute und darum weitergefahren, und was sehe ich hier?

In diesem Hotel aus den Gründerjahren mit weitgehend originaler Ausstattung haben John Wayne (natürlich!), Gary Cooper, Marilyn Monroe und weitere Filmidole einer vergangenen Hollywood-Ära genächtigt und jeder der Stars hat seinen Stern an das von ihm bewohnt Zimmer bekommen! Nun kann ich daheim erzählen, ich hätte bei John Wayne geschlafen – wow, yiiiipppiiiieeeaaah!

Der Abend klingt in einem kleinen Restaurant in der Nachbarschaft aus, mit billigem, gutem Essen im Diner-Stil; schade (oder auch zum Glück!!) bekommen wir mit dem zweiten Bier die Rechnung serviert – man setzt sich hier, isst und verschwindet, eigentlich schade, aber Landessitte.

Also:
ab ins Hotel, noch mal Western-Flair schnuppern und auf morgen freuen, denn wir fahren die Küste entlang in Richtung Los Angeles. Meine Stimmung sinkt allmählich, es riecht schon ein bisschen nach Heimreise.

Howdy, liebe Leser,
Ihr/ Euer Jens

16. Tag: Von Santa Maria nach Los Angeles

„California Dreamin’ “ von den Beach Boys klingt mir in den Ohren, wenn ich an unser heutiges Tagesprogramm denke: von Santa Maria immer an der Küste entlang nach L.A, teilweise im Hinterland, weil es die US-amerikanischen Vorschriften für Reisebusse so wollen, aber mal ehrlich: was sind ein paar Meilen bei der Ausdehnung dieses riesigen Landes?!

Am Morgen mache ich schnell noch ein paar Fotos im Hotel (die John Wayne-Suite zu fotografieren, habe ich mich gestern doch nicht mehr getraut - es war Licht im Zimmer und der Duke wird es nicht gewesen sein!!!), wir bekommen ein gutes Frühstück - jaaa!, Eier mit Speck, Hashbrownies und Bratwürstchen ähnlich unseren Nürnbergern (alles sehr lecker, muss mich zuhause wieder umstellen!). Obendrauf reichlich Tabasco, bitte!

Um 7.30 a,m. starten wir unbarmherzig, aber pünktlich in Richtung Highway 1 und machen dort auch prompt einen Fotostop – keinen chinesischen! Der Pazifik im Morgenlicht ist einzigartig und die ersten verrückten Surfer schon unterwegs im kalten Wasser – sag’ ich doch: „Surf in the USA...“ Ebenfalls Beach Boys!

Begleitet von mehr oder weniger berührten Aaahh’s und Ooooooh’s kutschiert uns Grace durch das weinbaugeprägte Santa Ynez-Gebirge nach Santa Barbara, einem spanisch beeinflussten Nobelort aus der Kolonialzeit. Wir besichtigen die sehr kommerzialisierte Missionskirche, einen Rummel für Touristen – nein, das muss nicht sein!

Schade, wir würden uns gern nach ein paar Villen umsehen – aber Michael Douglas, Kevin Costner, John Travolta haben schon die besten Plätze belegt, ebenso Oprah Winfrey und Rob Lowe.

Dafür begegnet uns der reale American Way Of Life: Am nahezu weltberühmten Santa Barbara County Courthouse - also dem Bezirksgericht - wird ein Angeklagter in Hand- und Fußfesseln quer über die Straße ins Gericht geführt. Wir müssen extra für ihn und den Sheriff Platz machen. Überhaupt imponiert uns die amerikanische Polizei sehr:

Gestandene Leute mit einer Rifle und einer Pumpgun am Fahrersitz, die allein (!) und etwas martialisch Streife fahren, die nicht lange fackeln und kurzen Prozess machen, um ihre anständigen Bürger zu schützen; „Save and protect“ steht auf den Streifenwagen. Keiner lächelt über sie. Und mir fällt schon wieder Deutschland ein.

Da sich ein Blick auf’s Konto erübrigt, bleibt es bei der Besichtigung dieses schönen Ortes und wir fahren weiter. Santa Monica ist das nächste Ziel, ähnliches Promi-Zuhause, aber in einem ganz anderen Stil: mondän, stinkreich könnte man sagen, und lebt vom Ruf seines Vorortes Malibu. Baywatch lässt grüßen.

David Hasselhoff war nicht zu sehen (na ja, nicht schlimm, wir werden alle älter!) und Pamela Anderson auch nicht – obwohl... sie scheint eine Menge jüngere Schwestern zu haben!

Mel Gibson musste wohl arbeiten, Barbara Streisand einkaufen und Britney – ach was. Wir haben geguckt, geknipst und gestaunt und sind weitergefahren, der Strand war schöner als ein geliftetes Lächeln. Hinein nach Santa Barbara!

Hm. Sind wir schon verwöhnt, sind unsere schönen Träume geplatzt oder wir schon an das Land der Unmöglichkeiten gewöhnt? Nett, der Ort – würde unsere Rita jetzt sagen, aber auch nicht mehr. Uns ist eigentlich egal, wer hier welche Villa bewohnt, am Strand ist nichts los, die Jagd nach einem Hot Dog läuft ins Leere und wir wieder in den Bus. Dort säuselt uns Rita schon seit gestern etwas von unserer Heimreise vor. Lass das bitte, liebe Reiseleiterin!!!

Ich bewundere unsere Fahrerin Grace: sie „riecht“ jeden Stau, sie kennt jeden Schleichweg und manövriert uns sicher und gefühlvoll durch jede rush hour. Noch immer das Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Grace kommt aus Guatemala. Habe mir vorgenommen, nie wieder einen Zusammenhang zwischen „Frau am Steuer...“ und „...wird teuer“ herzustellen.

Der Tag strengt alle irgendwie an, die Heimreise verbindet jeder mit anderen Gedanken (ich mit „äks“!) und die Zeit drängt, denn heute Abend findet ein fakultatives Essen statt:

Fast alle kommen um 16.15 p.m. im Holiday Inn Hotel in Los Angeles an und 17.30 p.m. warten Rita und Grace im Bus – wir fahren zum allerletzten Male STEAK essen!

Bitte medium rare: Außen schön gegrillt (nix mit 1000 Watt-Elektrogrill für das Reihenhaus-Balkönchen: FEUER kommt darunter, und zwar offenes!), innen hellrosa Fleisch und in der Mitte ein kleiner Streifen in schinkenähnlicher Konsistenz, die beim Anschneiden den Fleischsaft (KEIN Blut, das ist eine gastronomische Lüge!) austropfen lässt und den Geschmack gibt – das Paradies auf Erden.

Dazu kredenzen nette Mexikanerinnen (?) kalifornischen Rotwein, der schnell zu guter Stimmung verhilft. “Unsere“ Kellnerin lacht verschmitzt und nickt schüchtern, als ich sie frage, ob die Deutschen besonders gern viel Rotwein trinken!

Wir verabschieden uns, fahren noch zu einer Lichterfahrt durch das nächtliche L.A., machen einen Fotostop am Observatorium (und ein paar von uns finden zum James Dean Denkmal, denn an diesem Ort wurden etliche Szenen aus seinem Kultfilm „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ gedreht) und denken mit Grausen an den morgigen Tag:

Der Abfahrtstag beginnt mit dem Weckruf um 2.30 a.m. – das ist halb drei in der Früh!!! Wir werden den ganzen Tag unterwegs sein und ich komme zu keinem Blog – aber hoffe, dass mir Berge & Meer die Möglichkeit gibt, auch den Heimreistag zu beschreiben.

Also, bis dann, in 3 Stunden klingelt mein Wecker!

Gute Nacht, liebe Leser,
Ihr/ Euer Jens

17. Tag: Letzter Tag und Gedanken auf dem Flug nach Hause

„Bye bye Miss American Pie,
Drove my Chevy to the levee but the levee was dry
Them good ol' boys were drinkin whiskey and rye
Singing "This'll be the day that I die,
This'll be the day that I die.“

So sang Don McLean 1971 für uns und bis heute wird an der Aufklärung der textlichen Bedeutung gerätselt. Ich glaube, das passt zu Amerika, denn nach 18 Tagen, 5.476 Buskilometern, fast 21.100 Flugkilometern, x Hamburgern, ungezählten „scrambled eggs“, -zig Flaschen Cola, einigen Riesen-Steaks, rund 5.000 unsortierten Fotos, 10 Video-Kassetten und einem erfüllten Traum, dem Blick in den Grand Canyon, ist dieses Land noch immer ein großes Rätsel für uns.

Was soll ich Euch noch berichten? Es ist unwichtig, dass wir um 2.30 Uhr aufstehen und mit einem „breakfest in the box“ auf den Flughafen fahren, wo uns Rita den Luftfahrtbeamten übergibt. Der Abschied ist herzlich, genau wie der von Grace. Wir sehen zu, dass wir schnell davonkommen, denn die beiden haben endlich ihren verdienten Feierabend – nach 2 ½ Wochen. Mir fällt wieder „L.A. International Airport“ ein, hört Euch den Song mal an und googelt nach einer guten Übersetzung, wenn nötig!

Der Flug nach Atlanta ist lang, gut 3.000 Kilometer. Umstieg nach Frankfurt und endlich etwas schlafen, ein die Nacht hindurch schreiendes Kind hinter uns gibt sich redlich Mühe, das zu verhindern. Schafft es auch. Landung in Frankfurt ist butterweich, wir rein ins „Starbucks“. Toll, ich bekomme mein Croissant, aber der Kaffee wird vergessen. Keine Entschuldigung, aber eine Erklärung: „Wir haben hier den ganzen Tag Stress!“ Bei 3 Leuten in der Schlange, aber 5 Mitarbeitern. Ich lache mich fast tot, noch kann ich. Bin aber satt, in jeder Hinsicht. Der Tisch ist übrigens dreckig und der Abfall türmt sich.

Auf den Bahnsteig zum ICE nach Dresden und die Katastrophe beginnt. Dreißig Minuten Verspätung bei einem hier eingesetzten Zug (!), Verspätung bis Dresden eisern durchgehalten, Anschluss natürlich verpasst, nächsten Zug genommen, Durchsage: „Aufgrund eines Schadens an der Lok verzögert sich die Abfahrt auf unbestimmte Zeit“. Ebenfalls ein hier eingesetzter Zug! Die Bahn ist ein Staatsbetrieb. Und wieder denke ich an einen passenden Country-Song: „Hallo, guten Morgen, Deutschland...“ Hoffentlich schläfst Du mal aus.

An vieles hier werde ich mich nicht mehr gewöhnen, denn wir haben gesehen, wie es auch anders geht. Die USA, das sind nicht mehr einfach „die Staaten“ und gleich gar nicht Amerika, das ist ab jetzt eine Erfahrung, ein Erlebnis, das bleibt.

Berge & Meer hat uns dabei sehr geholfen, auch die amerikanische Partnerfirma. Mehr noch die Menschen, denen wir begegnet sind: freundliche, aufgeschlossene Leute, die so ganz unaufgeregter und viel gelöster sind als hier. Arbeitsame Menschen, die mit wenigen Feiertagen und ein, zwei Wochen Urlaub auskommen müssen, aber dann dafür als Silverbirds durch ihr Land ziehen, um es endlich kennenzulernen. Hilfsbereitschaft an jeder Ecke, man hat schon jemanden zur Hand, wenn man den Stadtplan nur in die richtige Richtung dreht: „Can I help you?“

Jugendliche, die wenig vertrauenerweckend scheinen, schaffen dem Fotofreund auf der Straße freies „Schussfeld“. Freundlichkeit und Höflichkeit überall, nicht nur in den Geschäften. Man lacht öfter als hier, viel öfter. Typen, die im Bademantel und Schlappen in der Großstadt über die Straße nach einer Zeitung latschen, guckt keiner komisch an – außer uns. Eigentlich tut jeder seins und der andere akzeptiert das. Inklusive Äußerungen zu seinem Land und dessen Führern.

Wir haben Landschaften gesehen, die unwirklich schön waren, dass wir uns gegen soviel Natur ganz klein gefühlt haben. Wir sind durch die Wüste gefahren, in Wäldern gewandert, sind über tausend Meter tiefe Canyons geflogen, haben auf den Highways „Meilen gefressen“, seltsames Essen –„gravy“- auch!

Eine andere Esskultur haben wir kennengelernt, uns über manche Verhaltensweisen gewundert (Männer, vergesst eure fummligen Badehöschen, sonst geht ihr glatt für „gay“ durch!), Bier aus der braunen Tüte getrunken, artig auf den Platzanweiser im Restaurant gewartet, nicht einen einzigen Verkehrsunfall gesehen, Müll haben wir mal nicht getrennt, sondern einfach weggeworfen.

Wir haben Obdachlose gesehen, die lieber im städtischen Park leben (dürfen), als in Wohnheimen, die aber nicht aggressiv betteln, sondern mit Spenden bedacht werden. Indianer haben wir gesehen, die einen eigenen Staat im Staate haben und Casinos feinster Art betreiben, samt Infrastruktur, und selbst in verwegenen Hütten hausen.

Spielsüchtige, die früh um sechs noch immer am Automaten sitzen, haben wir getroffen, Kriegsveteranen-Zentren und Museen gesehen, in denen der Veteranen aller Zeiten gedacht wird. Vor vielen öffentlichen und privaten Gebäuden weht die schwarze POW-Flagge: „Prisoners Of War – You re not forgotten!“ (Kriegsgefangene, ihr seid nicht vergessen!). Überhaupt haben wir US-Fahnen in Menge gesehen, sogar die Feuerwehren haben kleine Flaggen am Fahrzeug, auch der Milchmann in der Provinz.

Menschen haben wir gesehen, deren Leibesfülle nur einer höchst ungesunden Ernährung zuzuschreiben ist, genau wie Verkäuferinnen, zu denen man fast „Oma“ sagen möchte, uns über Stewardessen gewundert, die im Beruf gealtert sind und über Feuerwehrleute, die nach dem Einsatz schnell zu einem Foto mit Bürgern gebeten werden können – und dabei noch lachen.

Und vor allem haben wir ein Land kennengelernt, deren Menschen stolz auf ihr Land sind und das auch zu jeder Zeit bekunden dürfen, gemäß ihrer Einstellung „Proud to be an American“ (Stolz, ein Amerikaner zu sein!). Die das tun, sind ganz normale Schwarze und Asiaten und Indianer und Weiße, die einfach nur Amerikaner sind. Und die wir eines Tages sicher wieder gern besuchen werden, genauso gern, wie sie uns als Gäste willkommen sind.

Wir stimmen mit Irving Berlin überein, der 1918 eine der drei inoffiziellen Nationalhymnen der USA schrieb:

God bless America,
Gott segne Amerika

Land that I love.
Land, das ich liebe.

Stand beside her, and guide her
Steh ihm bei und führe es

Through the night with a light from above.
Mit einem Licht von oben durch die Nacht.

From the mountains, to the prairies,
Von den Bergen zu den Prärien,

To the oceans, white with foam
zu den Ozeanen weiß vor Gischt

God bless America, My home sweet home.
Gott segne Amerika, meine Heimat süße Heimat!

Jens,
im April/ Mai 2012

Ihr Reiseleiter

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen in den USA,

ich bin Ihre Reiseleiterin Rita Erickson und ich werde Ihnen den faszinierenden Westen der USA näher bringen. Entdecken Sie mit mir großartige Städte wie Los Angeles und San Francisco und beeindruckende Naturlandschaften.

Erleben Sie das Land der Cowboys und Indianer...Sie werden eine unvergesslich Zeit erleben, die Ihnen immer in Erinnerung bleiben wird!

Bis bald,
Rita

Ihr Reiseverlauf

Faszinierende Nationalparks, atemberaubende Städte und zahlreiche weitere Highlights erwarten Sie auf dieser spannenden  Rundreise durch Amerika. Gehen Sie mit uns auf die Reise durch den Westen der USA. Freuen Sie sich auf unvergessliche Momente und einen traumhaften Urlaub.

1. Tag - Anreise
Flug nach Los Angeles, Empfang am Flughafen und Transfer zum Hotel.

2. Tag - Los Angeles
Sie unternehmen zunächst eine Stadtrundfahrt auf der Sie Hollywood, Beverly Hills und Downtown L.A. sehen. Anschließend können Sie noch die Universal Filmstudios besuchen (vor Ort buchbar, ca. US$ 70.- p. P.).

3. Tag - Los Angeles - San Diego (ca. 210 km)
Sie verlassen Los Angeles und fahren in die südlichste Metropole Kaliforniens: San Diego. Zunächst besichtigen Sie den alten Stadtkern, danach geht es weiter nach Downtown, Balboa Park, Seaport Village und Mission Bay.

4. Tag - San Diego - Yuma - Phoenix (ca. 570 km)
Ihre Reise führt Sie heute landeinwärts über das Küstengebirge und die Yuma Wüste bis in die Hauptstadt Arizonas, nach Phoenix.

5. Tag - Phoenix - Sedona - Grand Canyon Nationalpark (ca. 320 km)
Am frühen Morgen haben Sie die einmalige Chance, eine Fahrt mit dem Heißluftballon zu machen (vor Ort buchbar, ca. US$ 199 p. P.). Die Fahrt geht weiter über das Künstlerstädtchen Sedona und den Oak Creek Canyon, wo zahlreiche Westernfilme gedreht wurden. Das Highlight Ihres Tages ist dann schließlich der beeindruckende Grand Canyon, ein Naturwunder unserer Erde! Um die Ausmaße dieses Weltwunders in seiner ganzen Größe zu erleben, empfehlen wir Ihnen einen Hubschrauber-Rundflug (vor Ort buchbar, ab ca. US$ 190 p. P.).

6. Tag - Grand Canyon Nationalpark - Monument Valley - Page/Lake Powell (ca. 445 km.)
Bevor Sie das Reservat der Navajo-Indianer erreichen, verbringen Sie noch eine Weile im schönen Grand Canyon Nationalpark. Sie gelangen am frühen Nachmittag nach Monument Valley, welches mit seinen majestätischen Felsformationen ein beliebtes Fotoobjekt und ebenfalls eine berühmte Kulisse für Westernfilme ist. Optional können Sie vor Ort eine indianische Führung machen, um das Tal zu erkunden (ca. US$ 39.- p. P.). Weiter geht Ihre Reise nach Page, am berühmten Lake Powell.

7. Tag - Page/Lake Powell - Bryce Canyon Nationalpark (ca. 140 km)
Sie besuchen den Glen Canyon Staudamm, der verantwortlich für die Entstehung des Lake Powells ist, im Mormonenstaat Utah. Entdecken Sie heute wunderschöne Landschaften des Amerikanischen Westens. Im Anschluss geht es zum Bryce Canyon Nationalpark, Ihrem heutigen Tagesziel. Erfahren Sie Wissenswertes über die geologische Wunderwelt der bizarren Gesteinsformationen und lassen Sie sich von der Dimension und Schönheit des Bryce Canyon faszinieren.

8. Tag - Bryce Canyon Nationalpark - Zion Nationalpark - Las Vegas (ca. 410 km)
Heute erwartet Sie ein Tag voller Kontraste: Zunächst der Zion Nationalpark, ein einzigartiges Naturschauspiel, das aus dem Virgin River geschaffen wurde. Am späten Nachmittag kommen Sie dann in der Spielerstadt Las Vegas an, die weltbekannt für seine Kasinos und legendären Shows ist. Sie haben die Möglichkeit, einen Abendausflug zu buchen und zu erleben, wie die Wüstenstadt zum Leben erwacht (vor Ort buchbar, ca. US$ 45.-).

9. Tag - Las Vegas
Der heutige Tag steht Ihnen zur freien Verfügung. Empfehlenswert ist der Ausflug zum nahegelegenen Tal des Todes, in den Death Valley Nationalpark (vor Ort buchbar, ca. US$ 74.- p. P.), bei dem Sie u. a. am Zabriskie Point halten und den tiefsten Punkt der westlichen Hemisphäre, Badwater, besuchen. Wenn Sie alternativ lieber die Metropole auf eigene Faust entdecken wollen, wenden Sie sich an Ihre Reiseleitung, die wertvolle Tipps zur Tagesgestaltung bereithält.

10. Tag - Las Vegas - Mojave Wüste - Lemoore (ca. 390 km)
Es geht nun weiter quer durch die Mojave Wüste bis in das San Joaquin Tal, der ländlichen Gegend südlich von San Francisco. Ihr Tagesziel ist die schöne Stadt Lemoore, in der Nähe des wundervollen Nationalparks Sequoia gelegen.

11. Tag - Lemoore - Visalia - Sequoia Nationalpark - Fresno (ca. 180 km)
Entdecken Sie den Sequoia Nationalpark, dem die gigantischen Sequoia Bäume seinen Namen gaben. Der Park ist ein Platz der Superlative: 38 Haine dieser Baumgiganten gibt es hier. Im Osten des Parks erhebt sich zudem Mount Whitney mit über 4.000 m die höchste Erhebung der USA außerhalb Alaskas. Am Nachmittag verlassen Sie den Nationalpark und wenden Sich Ihrem nächsten Ziel zu: Fresno.

12. Tag - Fresno - Yosemite Nationalpark - San Francisco (ca. 445 km)
Heute führt Sie Ihre Reise in einen weiteren bedeutsamen Nationalpark, den Yosemite Nationalpark. Dieser gilt als der abwechslungsreichste und beliebteste Park der USA. Sie erforschen das Yosemite Tal und das Besucherzentrum. Anschließend verlassen Sie den Park in westliche Richtung und erreichen die vielleicht schönste Stadt der USA: San Francisco.

13. Tag - San Francisco.
Auf einer Stadtrundfahrt durch die “Stadt an der Bucht“ erleben Sie am Vormittag Fisherman`s Wharf, Union Square und die ethnischen Viertel Chinatown und North Beach. Der Rest des Tages steht zur freien Verfügung. Wir empfehlen eine Bootsfahrt, auf der Sie herrliche Ausblicke auf die Golden Gate Bridge und Oakland Bay sowie auf Alcatraz genießen können (vor Ort buchbar, ca. US$ 24.- p. P.).

14. Tag - San Francisco
Den heutigen Tag können Sie frei gestalten: Erkunden Sie die Stadt zu Fuß oder per Cable Car und lassen Sie sich von Insidertipps Ihrer Reiseleitung inspirieren. Alternativ können Sie optional vor Ort einen Ausflug nach Sausalito unternehmen (ca. US$ 34.- p. P.).

15. Tag - San Francisco - Monterey/Carmel - Santa Maria (ca. 420 km)
Es geht weiter in Richtung Süden entlang der kalifornischen Küste. Am späten Vormittag erreichen Sie das hübsche Zwillingsstädtchen Monterey/Carmel, wo Sie über Mittag verweilen. Nutzen Sie die Gelegenheit und besuchen Sie das berühmte Monterey Bay Aquarium (vor Ort buchbar, ca. US$ 29.- p. P.). Im Anschluss fahren Sie durch das Weinanbaugebiet der Zentralküste nach Santa Maria.

16. Tag - Santa Maria - Santa Barbara - Los Angeles (ca. 275 km)
Früh morgens startet Ihre Tour nach Santa Barbara. Die Stadt ist bekannt für seine Architektur im spanischen Stil und ihre mit Palmen gesäumten Strände. Nach einer kurzen Orientierungsfahrt geht es zurück Richtung Küste nach Los Angeles.

17. Tag - Abreise
Transfer zum Flughafen und Flug nach Deutschland.

18. Tag - Ankunft in Deutschland