April - Mai 2011

Während dieser Reise werden Sie in ein Land verschiedener Traditionen entführt. Entdecken Sie die Weltmetropole Bangkok, besuchen Sie das Goldene Dreieck, historische Baudenkmäler und Buddhas. Entspannung finden Sie im Anschluss am Strand von Hua Hin.

Ihr Chronist

Wir, also Matthias (34) und Torben (27), möchten in den kommenden Tagen von unserer Rundreise in Thailand berichten. Nachdem wir im Herbst 2010 bereits an der  Südafrika-Rundreise von Berge und Meer teilgenommen haben, wollten wir auch in diesem Jahr wieder auf diese Weise urlauben.

Wir arbeiten beide für die Polizei Niedersachsen, Matthias ist in der Tatortgruppe Lüneburg tätig (CSI ohne Hightech) und ich fahre in Stade auf Streife. Beide haben wir unseren Dienst 2003 an der Fachhochschule in Oldenburg begonnen, wo wir die ersten drei Jahre weitgehend gemeinsam mit unserem Studium verbringen "durften". Was uns zudem verbindet, ist unser Foto-Hobby (das nun hoffentlich keine astronomischen Erwartungen an unsere Urlaubsbilder weckt) und die Idee, dass es doch schöner ist, seine Ferien nicht bloß am Strand und am Buffet zu verbringen.

Nun wollen wir hoffen, dass es uns gelingt, in den folgenden Tagen interessant und unterhaltsam von unserer Reise zu berichten... sonst bleiben wir so lange in Thailand, bis uns das gelingt ;-)

1. - 2. Tag: Anreise + Ankunft in Bangkok

„Nam Som“. Um 16.10 Uhr, und damit rund eine Stunde nach unserem Start in Frankfurt, lerne ich mein erstes Wort auf thailändisch. Gelehrt werde ich von meiner überaus freundlichen und redseligen Sitznachbarin auf 65 B. Sie ist gebürtige Thailänderin und freut sich darauf, ihre Familie nach langer Zeit wieder zu treffen. Ich bin gebürtiger Hamburger und habe hauptsächlich tierischen Bammel davor, von einer Schlange gebissen zu werden, die von einem Baum auf mich herunterstürzt (die sollen sich dort sonnen und gelegentlich runterfallen) oder den Moskitoschwärmen zum Opfer zu fallen.

Geflogen werden wir mit einem Jumbo der Thai International Airways, der wohl nicht mehr der Jüngste zu sein scheint, aber dennoch einen soliden Eindruck vermittelt. Der Crew scheint ihre Arbeit auch Spaß zu machen und nachdem ich alle weiteren „Orangensäfte“ ebenfalls in Landessprache bestelle, wirkt ihr obligatorisches Lächeln sogar noch etwas ausgeprägter.

Nach gut 10 Stunden erreichen wir unser Ziel: Bangkok. Abgesehen von einer durchaus spürbaren Klimaveränderung und auffallend viel Grün entlang der Straße, lässt sich vor allem eins feststellen: Bangkok steht im Stau! Und damit meine ich nicht „8 km Stop&Go vor dem Elbtunnel“, sondern eine nicht enden wollende Blechlawine die sich augenscheinlich einmal quer durch die komplette Stadt zu schieben versucht. Dazwischen wuseln unzählige Roller, TukTuks, Fußgänger usw. herum. Aber selbst in diesem vermeintlichen Chaos (falls eine Straßenverkehrsordnung vorhanden ist wird sie gekonnt ignoriert) hört man kaum mal jemanden hupen. Respekt? Resignation?

Unsere Zimmer sind leider erst gegen 11.00 Uhr fertig und so beschließen wir die zwei Stunden Wartezeit mit einem ersten Orientierungslauf zu verbringen. Zunächst essen wir –typisch thailändisch- bei Starbucks, um den ersten Hunger zu stillen (es gibt zwar diverse fliegende Händler am Straßenrand, aber das wollen wir unseren Mägen jetzt noch nicht zutrauen, zumal die knusprigen Hähnchen und Co zweiseitig befeuert werden – gegrillt von unten und vergast von der sechsspurigen Hauptstraße nebenan). Anschließend landen wir bei einer fantastischen Fußreflexzonen-Massage in einem der zahlreichen Massagesalons...ohne die kostenintensiven Extradienste!

Wir entscheiden uns dafür, unseren Schlaf zu begrenzen und am fakultativen Ausflug zum höchsten Haus der Stadt, dem Bayoke II Tower, teilzunehmen. Hier soll ein Abendessen mit Blick über die Skyline dabei sein.

Als wir um 16.02 Uhr die Lobby des Hotels betreten, ist von unserer Gruppe jedoch nichts mehr zu sehen. Aufgeregt kommt uns der äußerst sympathische Reiseleiter „Bas“ (? Schreibweise muss ich noch klären) entgegen und geleitet uns zum wartenden Reisebus. Ja, wir sind halt eine deutsche Reisegruppe und da kommt man nicht zu spät!

Der Ausblick vom Tower ist klasse und das Essen übertrifft diesen sogar noch. Danach geht es zu einigen Sehenswürdigkeiten, die im Rahmen von Fotostopps angefahren werden. Schließlich folgt ein Besuch des Blumenmarktes. Während ich zunächst noch touristisch scheu aus dem Hinterhalt mit meiner Kamera drauf halte, gehe ich bald dazu über, die Verkäufer und Händler direkt anzusprechen, bevor ich sie fotografiere. Das wird zumeist mit einem breiten Grinsen quittiert und bringt einige nette Schnappschüsse ein. Sind halt echt nett, die Thais!

Bislang habe ich übrigens noch keine Schlange gesehen, aber Bäume sind mir hier weiterhin suspekt.

Da mir von meiner Privatlehrerin auf 65 B vorgeben wurde, jeden Tag ein Wort dazu zu lernen, werde ich mich bemühen, meine Ergebnisse hier schriftlich darzulegen.

Torben

3. Tag: Mit Rucksack durch Bangkok

Wir haben unseren Wecker auf 8.45 Uhr gestellt, um 13.45 Uhr hätte er geklingelt. Diese Uhr ist also noch nicht umgestellt worden, zum Glück aber die meines Handys, so dass wir unseren Backpacker-Tag pünktlich beginnen können.

Bewusst entscheiden wir uns gegen die angebotene Tagestour mit unserem Bus, denn wir wollen gerne mal ein bisschen was auf eigene Faust unternehmen und auch nicht um 7.00 Uhr antreten müssen!

Zunächst gilt es nach dem ausschweifenden Frühstück einen geeigneten Transport in die Innenstadt zu finden. Anfänglich ist geplant, das Wassertaxi zu nutzen, welches regelmäßig an unserem Hotel vorbeijagt. Aber auf die Gefahr hin, dass bei unserem Betreten hinten ein Thai von Bord gefallen wäre (die Boote sind unglaublich voll), nehmen wir von dieser Idee dann wieder Abstand und steigen auf ein konventionelles Taxi um.

Mr. Samreng nennt uns mit 150 Baht einen annehmbaren Preis (keine 4 €) und macht sogar noch 'ne Runde zu ein paar Sehenswürdigkeiten. Nach dem Verlassen des Wagens halte ich beinahe noch dessen Verschrottung in Bildern fest, denn „Sam“ übersieht beim Losfahren doch glatt diesen Bus im Rückspiegel...von dem Verkehr hier hatte ich ja bereits berichtet!

Nun sind wir also in der Touri-Zone und schon geht das los, was man hier bislang erfreulicher Weise kaum erlebt hat: man wird von allen Seiten angequatscht. Meistens dreht es sich dabei um „super günstige“ TukTuk-Touren, die uns allerdings nicht weiter interessieren.

Fußläufig geht es also zum Königspalast, der zwar unglaublich überlaufen, aber dennoch wunderschön anzuschauen ist (er ist in unserem Reiseführer auch als die Nummer 2, der zu besichtigen Dinge in Bangkok aufgeführt – die Nummer 1, die Tempelanlage Wat Phra Kaeo, ist leider bereits geschlossen).

Danach vertrauen wir erneut unserem Reiseführer und suchen das Restaurant Arun Residence am Tha Tien-Anleger auf, wobei wir wiederum nicht enttäuscht werden. Es ist wahrlich nicht leicht zu finden und für thailändische Verhältnisse wohl unverschämt teuer, aber dafür speist man abseits der Massen mit Blick auf den Wat Arun und das Essen ist nebenbei auch noch richtig klasse!

Für 3 Baht (3 Baht!!) fahren wir dann mit der Fähre auf die andere Uferseite und besuchen den eben angesprochenen Wat Arun, einen Tempel, dessen „Prang“ über verboten steile Treppen zu erklimmen ist.

Als die Sonne gerade untergeht, beschließen wir, dass wir wenigstens noch „China Town“ gesehen haben wollen und besteigen ein Express Boot. Diese verkehren in regelmäßigen Abständen auf dem Chao Phraya-Fluss, der sich hier in einem großen Bogen durch die Stadt zieht und von haufenweise kleinen und großen Schiffen befahren wird – der Verkehr steht dem auf der Straße in nichts nach.

Ziel der Bootstour ist also der Anleger Tha Rajawongse. Kaum hat man ihn zur Landseite hin verlassen, wuseln tausende Straßenhändler um einen herum. Es sind kaum Touristen zu erkennen und alle hier wirken sehr geschäftig. Scheinbar kann man in diesem Treiben wirklich alles bekommen: Bohrmaschinen und Kettensägen liegen auf der Straße verteilt, an der nächsten Querstraße befindet sich ein „Möbelhaus“ und schließlich sehe ich auch noch eine ältere Dame, die an einem Computerlaufwerk herumschraubt.

Zunächst wollen wir noch weiter zum Siam-Square (diverse Einkaufscenter), winken dann aber doch lieber das nächste Taxi heran und lassen uns zu unserem Hotel kutschieren. Dieses Mal ohne Festpreis und für die Hälfte von heute Morgen. Da hat uns der gute Sam wohl ein bisschen abgezogen – aber was macht das schon bei etwa 2 € Unterschied ;)

kop kuhn kap - danke

4. Tag: Ab in den Norden

Wir verlassen Bangkok um 7.00 Uhr in nördlicher Richtung. Als kleinen Abschiedsgruß hat das Hotel noch eine Rechnung für Chips zu bieten, die niemals von uns gegessen wurden. Aber das können wir schnell klären und der insgesamt sehr positive Eindruck unserer Herberge wird damit auch nicht wesentlich geschmälert.

Schon nach einigen Kilometern auf den gut ausgebauten Fernstraßen werden aus Hochhäusern Reisfelder und der dichte Verkehr löst sich langsam auf.

Unser erstes Tagesziel ist Ayutthaya, die ehemalige Hauptstadt Siams/Thailands und heutiges UNESCO-Weltkulturerbe, welche 1767 von birmanischen Truppen niedergebrannt wurde.

Wir sehen hier u. a. alte Tempelruinen und eine der größten und heiligsten Statuen Thailands, einen vergoldeten Bronzebuddha mit Perlmuttaugen. Auf dem Gelände streunen zudem jede Menge Hunde und Katzen herum. Das wird uns später durch „Bass“ (Schreibweise geklärt) so erklärt, dass diese Tiere von den Besitzen dort abgegeben werden, wenn sie sie nicht mehr zu Hause haben wollen, weil sie hier genug zu fressen erhalten – die Reste, welche die Mönche nicht selbst verzehren.

Kurz nach Beginn der Weiterfahrt bittet Bass unseren Busfahrer freundlich um eine Vollbremsung, als er linksseitig am Straßenrand blühende Lotusblüten entdeckt.

In seinen Erklärungen dazu gelangt er schließlich auch zu meinem Lieblingsthema: Schlangen. Diese sollen sich nämlich im feuchten Untergrund bei den Pflanzen tummeln und eine gewisse Gefahr für die Arbeiter darstellen. Nach einem Biss habe man lediglich 40 Minuten Zeit, um das nächste Krankenhaus zu erreichen, wo ein Gegenmittel gespritzt wird. Andererseits gelten große Schlangen sogar als heilig und -wenn man unserem Reiseleiter glauben darf- holte sein Bruder, als ihn ein Python zu Hause auf der Terrasse besuchte, nicht etwa die Feuerwehr, sondern seine Räucherstäbchen heraus. Anschließend habe es einen entsprechenden Lottogewinn gegeben.

Zum Mittagessen fahren wir in eine Lagune, deren Namen ich nun leider vergessen habe, und bekommen dort ein richtig gutes Buffet aufgetischt. Danach bleibt noch Zeit für eine Fotoexkursion durch den Garten, wobei auch mal plötzlich eine Eidechse vom Baum nebenan herunterplumst.

Weiter geht es nach Phitsanulok, wo wiederum ein -genau- Tempel besichtigt wird. Auch dieser ist sehr schön anzusehen und wird von Bass detailliert erklärt. Insgesamt macht er einen sehr engagierten Eindruck und wird nicht müde, uns von den Eigenarten, der Geschichte, der Geografie usw. seines sehenswerten Landes zu berichten.

Abends gelangen wir geschafft von einem langen Trip in unsere Unterkunft in Sukhothai.

Sawadih kap – Guten Tag

5. Tag: Nennt es Tempel und wir besuchen es!

Als um 5.30 Uhr das Telefon klingelt bin ich kurz verwirrt und dann gewillt, dem Anrufer ordentlich die Meinung zu geigen. Aber es ist bloß die automatische Weckruffunktion und da bringt das Anschreien nun wirklich nichts.

Bevor ich darüber schreibe, was wir heute alles erlebt haben, möchte ich noch kurz auf einen Klassiker von gestern Abend eingehen. Nachdem wir unseren Tagesbericht verschickt hatten, waren wir zum Essen im Hotelrestaurant. Begleitet wurde das Ganze von einem Thai-Mucker, der lässig auf seiner quietschbunten Bühne am Keyboard stand, uns ein famoses „Love me Tender“ zu sang, mit der rechten Hand das Mikrofon umschloss und in der linken ein Handy hielt. Ja ein Handy, denn zwischen den Strophen war er nebenbei fleißig am Telefonieren – wenn das keinen Stil hat ;)

Nachdem wir unser Hotel heute Morgen um 7.00 Uhr verlassen haben geht es zunächst zu einem, richtig, Tempel. Diesen erkunden wir zur Abwechslung mit einem Fahrrad. Es ist toll, im anbrechenden Tag (der natürlich von den Temperaturen bereits der deutschen Mittagshitze gleicht) mit dem Drahtesel zwischen den alten Tempelbauten herum zu fahren, hier und da ein paar Worte über die Geschichte des Ortes zu hören und ansonsten einfach nur die Anlage auf sich wirken zu lassen.

Von den Erklärungen bekomme ich allerdings erneut nicht sonderlich viel mit, da ich mit meiner Kamera losziehe, um u. a. auf Tierschau zu gehen. Das könnte sich allerdings in den kommenden Tagen etwas schwieriger gestalten, da mein Objektiv jetzt bei jedem Start wie wild knattert und ich mir damit jedes Mal die Aufmerksamkeit aller Lebewesen in der Umgebung zusichere.

Anschließend fahren wir mit dem Bus nach Lampang, schauen uns einen Tempel an, und gehen später in einem hervorragenden Restaurant essen.

Danach passiert etwas, dass so hier noch nicht vorgekommen ist, ich schlafe im Bus ein. Grundsätzlich klebe ich nämlich mit der Nase an der Scheibe und will möglichst viel von dem mitbekommen, was da an mir vorbeifliegt. Sei es eine grasende Kuhherde im Grünstreifen zwischen den Autobahnfahrstreifen (wie ist die da hin gekommen?), oder ein umgekippter Lastwagen am Straßenrand, an dem sich ein paar Thais zu schaffen machen – abgesichert ist die Unfallstelle nur durch ein paar Pylonen und nicht etwa durch Polizei, Feuerwehr und Co..

Auch die Landschaft wird jetzt noch ansprechender: es scheint als durchquerten wir den Urwald. Unzählige große Bäume und Büsche reichen bis auf die Berghänge hinauf, welche die Straße nun flankieren. Würde mir Bass erzählen, dass hier noch irgendwo das Set von Full Metal Jacket aufgebaut ist – ich würde es ihm glauben.

A propos Bass, im Laufe des Tages lernen wir von ihm u. a. das thailändische Alphabet, und bei einer Kaffeepause am Kwan Phayao, einem großen See in den Bergen, zeigt er uns eine Spezialität der Gegend. Umringt von der gesamten Reisegruppe schüttet er sich diverse Gemüsesorten und Gewürze in eine Schale, um sein Gericht anschließend mit lebenden Garnelen zu vollenden (wovon die Hälfte jedoch schon vor dem Verzehr wieder herausspringt). Das Ganze verspeist er mit einem Lächeln – wenn das keine volle Hingabe an den Beruf ist.

Am Abend treffen wir in unserem Hotel in Chiang Rai ein, wo wir zwei Nächte bleiben wollen und daher morgen ausschlafen dürfen... bis um 6.00 Uhr.

Wat - Tempel

6. Tag: Im goldenen Dreieck – wir haben rübergemacht!

Es muss die ganze Nacht geregnet haben. Wir fahren von Chiang Rai über nasse, stellenweise überflutete Straßen nach Norden ins goldene Dreieck, dorthin wo Thailand an Birma und an Laos grenzt. Die tief hängenden Wolken umschließen die Bergkuppen ringsum und ersticken jede Hoffnung auf einen sonnigen Tag.

Ich sitze im Bus, betrachte die Landschaft, höre zum x-ten Mal das Freundeskreis-Album rauf und runter, denke an zu Hause und natürlich auch an dich, Lara. ;) Dann werden meine Tagträume von Bass’ Stimme über das Mikrofon unterbrochen, wir haben den Mekong erreicht.

Er stellt hier zusammen mit seinem Nebenfluss, dem Ruak, die natürliche Grenze der drei Länder dar. Zunächst fahren wir aber zur Hall of Opium, einer Ausstellung rund um die Geschichte und die Entwicklung des Opiumanbaus. Zuletzt gelangt man in eine Halle, in der über den Missbrauch der Drogen bzw. dessen Konsequenzen berichtet wird. In Thailand kann einem so ein Drogendelikt in gravierenden Fällen übrigens die Todesstrafe einbringen.

Danach geht es zurück ins Städtchen Sob Ruak, wo wir erstmal ein paar Minuten Auslauf bekommen - über eine große Treppe erreicht man einen Tempel, von dem aus man einen guten Überblick über die Stadt, den Fluss und das andere Ufer erhält. Anschließend besteigen wir Fakultativen ein Boot und überqueren den Grenzfluss.

Vorher schippern wir allerdings noch ein bisschen am Ufer entlang und Bass erzählt etwas zur Geschichte bzw. zum Verhältnis der Länder. Außerdem zeigt er uns die großen, neuen Casinos der beiden Nachbarstaaten. Diese Einrichtungen sind in Thailand nämlich verboten – „...gibt schon in Thailand, aber Geheimnis“ (Bass). Dann verlassen wir unseren Kahn in dem Land, das ich bislang nur von einer uralten Airwolf-Kassette kannte: Laos.

Sofort kommen bettelnde Kinder auf uns zu gerannt, sie wollen 5 Bath (1 € = 43 Bath, 3 Bath = 100 GEEP in Laos). Die meisten von uns holen sich einen Stempel für den Reisepass, der von einem Souvenir-Verkäufer verteilt wird, und gehen anschließend weiter shoppen. Viel mehr kann man in den 40 Minuten allerdings auch nicht anstellen. Das Ufer ist belegt mit diversen kleinen Buden, in denen man Postkarten, eingelegte, zumeist giftige Tiere, Taschen und unendlich viele verschiedene Koffer kaufen kann. Eine Ortschaft ist nicht zu erkennen.

Nach dem Ablegen fahren wir noch ein Stück flussabwärts und legen dann wieder in Thailand an. Der Besuch bei den Nachbarn hat bei mir ein bisschen den Blickwinkel verändert: während ich vorher Thailand noch als schön, exotisch und –westeuropäisch arrogant– als ärmlich empfunden hatte, ist einem jetzt klar, dass Thailand nicht umsonst das Land des Lächelns ist. Während z. B. ein Lehrer hier anfänglich noch rund 7.500 Baht im Monat verdient, ist es in Laos nicht einmal die Hälfte und bei den anderen Nachbarn fällt der Lohn noch geringer aus. So versuchen diverse Einwohner dieser Staaten auf legalem, wie illegalem Wege nach Thailand zu gelangen, um dort zu arbeiten. Als ich das nächste Mal „Esperanto“ anmache, kommt mir unser Reiseziel plötzlich überhaupt nicht mehr so ärmlich vor.

Zum Mittag geht es erneut in ein ordentliches Buffet-Restaurant und als letztes Tagesziel steht ein Besuch in Mae Sai an. Dieses ist der nördlichste Punkt des Landes und gleichzeitig Grenzstadt zu Birma. Ein Gang über die Brücke ins ehemalige Myanmar bleibt uns jedoch verwehrt, da der Schlagbaum wohl unregelmäßig von der anderen Seite dicht gemacht wird, und wir wollen mit unserer Gruppe ja pünktlich bleiben. ;) Also verbringen wir eine gute Stunde im strömenden Regen (vorher sind wir davon weitestgehend verschont geblieben) in diversen Geschäften entlang der Hauptstraße von Mae Sai.

Um kurz nach sechs erreichen wir unser Hotel, es regnet immer noch.

Chiang - Stadt

7. Tag: „Das ist nicht in die Programm“ - Von Chiang Rai nach Chiang Mai

Das Seil ist zum Bersten gespannt, die Räder drehen durch und spritzen jede Menge Dreck hoch, aber langsam, ganz langsam schiebt er sich zurück in Richtung Straße. Einige klatschen, alle sind erleichtert...

Etwa 9 Stunden zuvor verlassen wir unser Hotel in Chiang Rai, um wenige Minuten später an einer Tankstelle unseren Bus gegen geländegängige Pickups zu tauschen. Mit jeweils acht Leuten besteigen wir die Ladefläche und werden über Seitenstraßen und Schlaglochpisten zunächst zu einem Ananasfeld gebracht. Es ist sehr schön, auch mal etwas abseits der Hauptstraße unterwegs zu sein und einen tieferen Einblick in die Umgebung zu bekommen.

Nach dem ersten Halt geht es zu einem Reisfeld und dann weiter über den leicht ansteigenden Weg zu einem Bergvolk. An einer kleinen Siedlung, in der die Fahrer vom Gas gehen müssen, tauchen plötzlich Kinder an unseren Fahrzeugen auf. Sie rennen uns hinterher und springen im Fahren auf das Heck der Pickups. Wir sind verwundert, finden es aber irgendwie auch niedlich und winken, sie lächeln. Kaum haben wir jedoch angehalten und sind ausgestiegen, fliegen uns offene Handflächen entgegen. Darin befinden sich Armbänder und andere Souvenirs. Einige Hände sind auch leer, sie wollen Geld für Fotos mit ihnen. Wer sich auf ein Gespräch einlässt wird belagert, so dass viele schleunigst Bass ins Dorfzentrum folgen, wo er ein bisschen über das Volk erzählt und uns ein paar Häuser zeigt. Dann folgt auf Kommando ein Tanz mit Gesang, welcher von den eben beschriebenen Kindern aufgeführt wird... ich fühle mich fehl am Platz.

Beim nächsten Bergdorf sieht es bereits ganz anders aus. In aller Ruhe macht uns Bass mit den Traditionen, der Kleidung, dem Leben im Dorf vertraut. Er lässt sich zur großen Begeisterung der Gruppe selbst neu einkleiden und führt uns später durch ein paar Seitenstraßen. Anschließend geht es zurück zur Tanke (der Liter Benzin kostet übrigens nicht mal einen Euro) und in den Bus.

Dieser erreicht bereits nach wenigen Minuten die Tempelanlage Wat Rongkhun. Sie ist erst 10 Jahre alt, komplett weiß und zeigt sehr verstörende Bilder beim Betreten. Man beschreitet sinnbildlich den Weg aus der Hölle in den Himmel. Im Inneren befinden sich auf der rückwärtigen Wand Malereien, welche ebenfalls das Böse darstellen. Interessanter Weise sind hier auch Neo aus dem Film Matrix (ich werde Keanu Reeves diesbezüglich mal schreiben), Figuren aus Star Wars, Batman oder eine Darstellung des 11. September abgebildet. An den Seitenwänden ist der Weg von Menschen auf Wolken ins Paradies zu erkennen, welches an der Stirnseite erreicht wird – dort steht auch eine Buddha (?) - Statue... also auf jeden Fall eine Statue.

Die Fahrt zum Mittagessen mitten im Urwald verschlafe ich komplett – das Essen ist ordentlich scharf und ordentlich lecker. Danach wollen wir noch „kurz“ eine heiße Quelle in der Umgebung aufsuchen, um anschließend zu einer Seidenfabrik zu fahren. Während wir bei furchtbarem Gestank (ähnlich der Buttersäure, die damals regelmäßig von sehr witzigen Leuten in unserer Schule verteilt wurde) die Hände in etwa 90 Grad heißes Wasser halten, versucht der Bus auf der Wiese nebenan zu wenden. Es bleibt bei dem Versuch.

Zunächst versuchen wir mit vereinten Kräften das Gefährt aus seiner misslichen Lage zu befreien, scheitern aber. Es ist die Zeit zum Fachsimpeln gekommen, wobei ich mich gepflegt zurückhalte (ich könnte eh nichts Sinnvolles beisteuern) und lieber meine Kamera heraushole. Bass nimmt uns kurzer Hand mit ins nächste Dorf, wo ent- und versorgt wird (feinstes Polizeideutsch). Außerdem kann ein Abschlepper erreicht werden, welcher nach etwa einer halben Stunde eintrifft. Erste Versuche scheitern noch am Gewicht der Last – das Abschleppfahrzeug wird schlichtweg an den Bus und in Richtung (nasser) Wiese gezogen. Dann kommt jemand auf die geniale Idee, ein weiteres Seil nach vorne zu spannen und um einen dicken Baumstamm zu wickeln.

Die Seidenfabrik wird nicht mehr angefahren und soll nachgeholt werden. Dafür geht es direkt zum Hotel, ins Holiday Inn. Matthias und ich entscheiden uns dafür, nicht am Fahrstuhl anzustehen und nehmen die Treppe, da bei uns eine zwei vor der Zimmernummer steht und unsere Koffer ja nicht all zu schwer sind. In der zweiten Etage steigen wird dann doch lieber in den Fahrstuhl und fahren damit die restlichen 22 zu unserem Stockwerk. Abends steht ein Folklore-Abend an.

Vier Busse quetschen sich auf den Parkplatz vor dem Restaurant, das komplett ausgelastet ist. Die Show ist besser als erwartet, es gibt Mai Thai in einer ausgehöhlten Ananas serviert, und das Essen schmeckt hervorragend. Etwas irritiert sind wir aber, als wir feststellen, dass die Vorspeise bereits die Hauptspeise ist. ;) Satt werden wir dennoch...

Chang - Elefant

8. Tag: Chiang Mai – im Herzen Backpacker

Einer der großen Vorteile meines Schichtdienstes ist der, dass ich nur selten früh aufstehen muss. Einer der großen Nachteile dieser Rundreise ist der, dass ich andauernd früh aufstehen muss. Deswegen haben wir uns gestern Abend dafür entschieden, uns am heutigen Tag vom Gruppenprogramm auszuklinken und Chiang Mai individuell zu erkunden.

Selbst um 9.00 Uhr fällt es uns zwar noch schwer, die Betten zu verlassen, aber spätestens beim Frühstücksbuffet zeigt sich, dass es sich gelohnt hat: es gibt frische Waffeln, French Toast, Omelette, eine große Auswahl an Obst, an Müsli, an Broten, an Salat, an Säften, Croissants, Kaffee & Tee, warme Speisen und, und, und...

Witzig finde ich diese Eigenart in manchen Hotels, dass sie trotz fast leeren Speisesälen so tun, als wäre kaum etwas frei. Erst führt uns die Angestellte durch den halben Raum, hält verzweifelt nach einem freien Platz Ausschau (ich sehe auf Anhieb mindestens 30) und weist uns dann einen Vierertisch zu. Keine zwei Minuten später werden wir höflich gebeten, den Platz aufzugeben und an einem anderen, kleineren Tisch Platz zu nehmen. Sie werden sicher ihre Gründe haben.

Um 11.00 Uhr schaffen wir es dann auf die Straße, nachdem wir vom Concierge eine Karte erhalten haben und ihn überzeugen konnten, dass wir die drei Kilometer bis zur Innenstadt durchaus laufen können – wir haben hier schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass man selbst kurze Strecken nur ungern per Pedes zurücklegt (und das wollten uns nicht nur geschäftstüchtige TukTuk-Fahrer einreden). Also dann über den Ping-Fluss und ein paar Seitenstraßen ins Zentrum.

In einer Werkstatt entdecke ich dabei eine Werbung, die mich stark an den weltbesten Fußballverein aller Zeiten erinnert und schaue einfach mal für ein Foto hinein. Der Besitzer, Herr Koysaek, erklärt uns, dass es sich um Werbung für einen Energydrink handelt (würde ich diesem weltbesten Verein im Moment auch gerne verabreichen) und ist so begeistert von seinem deutschen Besuch, dass er uns in sein Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite einlädt.

Dort stellt er uns seine Familie und seinen Schatz, einen alten Mercedes, vor. Außerdem erhalten wir ein Glas Wasser zur Abkühlung. Eigentlich hatte mir meine 65B-Freundin von unverpackten Getränken wegen der schlechten Wasserqualität ja abgeraten, aber schließlich sind wir doch höflich und mutig.

In der Innenstadt, die von Teilen der alten Stadtmauer und Wassergräben umgeben ist, besuchen wir den Wat Phra Sing. Bass hatte uns eine Liste mit Vorschlägen für Sehenswürdigkeiten in der Stadt geschrieben und zukommen lassen, als er von unserem Vorhaben erfuhr. Beim Tempel werden wir von einem Mönch in eine kleine Unterhaltung verwickelt – wir fühlen uns geehrt!!

Später treibt es uns in Richtung Osten, wo sich viele Geschäfte, McDonalds usw. befinden. Nachdem wir eine Woche fast ausschließlich thailändisch (oder das, von dem man uns erzählt, dass es thailändisch sei) gegessen haben, dürfen wir das jetzt mal wieder! Kurz vor dem Erreichen kündigt sich ein Unwetter an, und wären wir nur Minuten später durch die Tür des Etablissements getreten, wir wären komplett durchnässt gewesen. Drinnen halten sich, wie überall in der Stadt, relativ viele andere Langnasen und darunter augenscheinlich auch einige Backpacker auf.

Gemeinsam bestaunen wir das Schauspiel vor der Tür, welches die dreispurige (mal sind es zwei, mal vier) Straße in wenigen Minuten komplett unter Wasser setzt und die Autos ganze Wellen vor sich herschieben lässt. Unmittelbar nach dem „Schauer“ laufe ich für ein paar Fotos nach draußen, um mich später darüber zu ärgern, dass der Autofokus ausgestellt war und fast alle unscharf geworden sind.

Danach geht es mit einem TukTuk zurück. Witzig, gefährlich, schnell, nass, interessant. Ist die Ampel „rot“ und die Fahrzeuge vor uns halten an, kein Problem, fahren wir einfach links dran vorbei...und kommen tatsächlich heil am Hotel an! Unser Fahrer wird nach erfolgter Belehrung mündlich verwarnt.

Über das Ungeschick anderer Leute lacht man nicht ... aber darüber schreiben kann ich ja. Matthias hat eine Klimmzugstange mit in den Urlaub genommen (ja, hat er wirklich) und bislang in allen Hotelzimmern erfolglos nach einem Türrahmen gesucht, in dem man das Gerät anbringen kann. Nun hat er hier in Chiang Mai endlich einen gefunden und trainiert fleißig. Während ich nun diesen Text verfasse, vernehme ich plötzlich ein Krachen aus Richtung Badezimmer: er landet auf dem Boden und die Stange auf seinem Kopf. Ich wohne jetzt mit einem Einhorn zusammen.
Chaiyo - Prost (mit mehreren)

9. Tag: Kaffeefahrt nach Chiang Mai

Heute wachen wir sogar vor dem Wecker auf. Dieser ist allerdings auch erst auf 8.30 Uhr gestellt, denn unsere Abfahrt ist mit 11.00 Uhr wirklich human geplant. Unser Bus hingegen startet schon 90 Minuten früher in Richtung Bangkok, in seinem Bauch befinden sich unsere Koffer. Wir bekommen also für den letzten Tag im Norden ein neues Gefährt, um dann am Abend mit dem Nachtzug zurück in den Süden zu fahren.

Am Wat Phra That Doi Suthep soll unsere Tour beginnen. Dieser berühmteste Tempel Nordthailands befindet sich auf dem 1.600 m Berg (Doi Suthep) und soll einen tollen Ausblick auf die Stadt bieten. Zunächst muss sich unser Bus aber quälend langsam die 16 km Bergstraße hochschieben, damit wir dann zuletzt entweder über eine Treppe mit etwa 300 Stufen oder mit einer Seilbahn vom Parkplatz aus den Tempel erreichen.

Unser tolles Frühstück hatte ich ja schon beschrieben, so dass wir uns für die Treppe entscheiden (müssen). Der Tempel ist wirklich schön und auch die Aussicht ist jede Treppenstufe wert. Nun beginnt ein Shopping-Marathon:

  1. Schmuckfabrik
    Der Bus verlässt die Hauptstraße auf Höhe eines großen, schwarzen, glänzenden Kasten, der scheinbar alles dafür unternimmt, einen seriösen Endruck zu vermitteln - schließlich möchte man hier Schmuck veräußern. Schon beim Betreten warten sehr hübsche, bunt gekleidete Hostessen auf uns. Bei der traditionellen Begrüßung (Verbeugung mit zusammengelegten Handflächen) hält eine von ihnen zwei traditionelle Walkie-Talkies dazwischen fest. Als erstes geht es in einen Kinosaal, in dem uns ein 8-minütiges B-Movie zum Thema Schmuck vorgespielt wird. Danach in die „Fertigung“, wo ein paar Statisten an schönen Steinen rumsägen, und später in einen großen Verkaufsraum...Matthias und ich sind nach fünf Minuten draußen, um die Wartezeit mit Fotos zu überbrücken. Leider bauen sie diese Dinger aber immer so geschickt in Gegenden wo wirklich NICHTS vom Verkauf ablenken kann.

  2. Papierfabrik
    Kann ich nicht viel zu sagen, wir schleichen uns davon und finden einen 7Eleven – die einzige regelmäßig vorkommende Supermarktkette.

  3. Schmuckfabrik (?) Oder auch nicht...
    wir gehen natürlich wieder nicht mit rein und beobachten lieber das Unwetter vor der Tür. Als wir gerade noch über die Straße laufen und es sich bereits zuzieht, äußert Matthias in weiser Voraussicht „...nicht, dass hier gleich der Blitz einschlägt“.

Einige Minuten später passiert eben dies ganz in der Nähe, was uns alle mächtig zusammenschrecken lässt. Sofort sind auch wieder die Straßen überflutet. Dann geht es zum Bahnhof. Unser Zug soll um 17:55 Uhr starten und es bleibt uns noch eine gute Stunde, um etwas zu tun, dass uns allen schon lange gefehlt hat: essen!

Überall im Bahnhofsumfeld sieht man verstörte, deutsche Touristen auf der Suche nach Essbarem. Die meisten werden wiederum im 7Eleven fündig, wobei aber auch der Zug selbst ein wandelndes Restaurant darstellt.

Kurze Unterbrechung. Eine Bahnangestellte hat mal eben unseren Sitz- in einen Schlafplatz verwandelt.

Insgesamt laufen hier sehr viele Bahnmitarbeiter durch den Waggon. Die Fahrkartenkontrolle wird zum Beispiel von vier Personen durchgeführt, wobei einige mit Pistolen bewaffnet sind – ich möchte hier kein Schwarzfahrer sein! So rollen wir in der Nacht Thailands Hauptstadt entgegen.

Kwai - Fluss

10. Tag: Trainspotting am River Kwai

Ja, ich gebe es zu: ich bin Eisenbahnfan. Deswegen stellt dieser Tag für mich ein ganz besonderes Highlight dar. Schon die Nacht im überaus bequemen Schlafwagen (man wurde wunderbar in den Schlaf geschaukelt) war recht angenehm und später soll sogar noch eine Fahrt mit der sogenannten „Todeseisenbahn“ am River Kwai erfolgen.

Der Beginn des Tages ist allerdings weniger schön. Das allseits beliebte „Guten Morgen“ - Echo, das ich bislang nur vom Frühstücksbuffet kannte, reißt mich bereits kurz nach fünf aus meinen Träumen. Es sind ja nur noch 1.5 Stunden bis zur Ankunft und man möchte natürlich nichts verpassen. Etwa 45 Minuten später werden unsere Betten wieder zu Sitzbänken und die Schaffnerin verkündet, dass wir ungefähr um viertel vor sieben unseren Bahnhof, Ayutthaya (richtig, hier haben wir auch einen Tempel besichtigt), erreichen.

Ansagen über Lautsprecher oder Displays gibt es nicht – da muss man sich jetzt also drauf verlassen. Sie wird recht behalten und am Ziel wartet sogar bereits unser Bus auf uns. Zunächst gilt es jedoch die Gleise zu überqueren, wobei man hier ohne umständliche Treppen und Fahrstühle auskommt.

Wir steigen also ein, fahren circa 200 m und steigen wieder aus. Denn ganz dicht am Bahnhof bekommen wir ein Frühstückshotel im dortigen Hotel. Anschließend geht es über die Fernstraße nach Westen, wieder Richtung Burma (Birma, Myanmar ... wie auch immer). Einen guten Teil davon verschlafe ich und bin dennoch ziemlich geschlaucht, als wir das Kriegsgefangenen-Museum (JEATH) erreichen. In einer alten Baracke am Fluss werden allerhand Bilder und Gegenstände aus der Zeit der Gefangenschaft gezeigt. Tausende starben damals beim Bau der Eisenbahn, welche die Japaner zur Versorgung ihrer Truppen in Richtung Burma (bzw. Indien) bauen lassen wollte.

Danach machen wir einen kurzen Fotostopp am Alliierten-Friedhof, einem der wenigen großen Friedhöfe, die man hier sieht – die Buddhisten werden nach ihrem Tod nämlich grundsätzlich verbrannt. Als alle gedanklich schon im Hotel, in der Dusche oder im Bett sind, verkündet uns Bass, dass wir noch eben schnell was Essen müssten. Also geht es wiederum in ein Buffetrestaurant und dann doch noch in unsere Hotelanlage („Pung Waan“), die einen sehr schönen, gepflegten Eindruck vermittelt (etwas irritiert sind wir nur von den „Aussichten“ im Hotelzimmer).

Allerdings bleibt uns nur eine Stunde Zeit, weil wir unseren Zug erreichen müssen. Matthias entscheidet sich für eine Auszeit, ich kann das leider nicht, denn es geht hier um eine Eisenbahnfahrt! Angekommen an der Endstation in Nam Tok (die Strecke geht heute nicht mehr bis Burma) warten wir erstmal eine gute halbe Stunde bis zur Abfahrt.

Die alte Alstom - Diesellok rattert dann aber schließlich doch noch mit uns los. Es geht im rasanten Schneckentempo über eine Holperstrecke scheinbar mitten durch den Urwald. Da alle Fenster geöffnet sind, müssen wir auf den Holzbänken gelegentlich mal zur Seite ausweichen, wenn wieder ein Strauch im Vorbeifahren hereingedrückt wird (wer weiß, ob sich da nicht gerade eine Schlange drauf sonnt). Wirklich interessant wir es aber erst, als wir mit Schrittgeschwindigkeit über ein uraltes Holzviadukt in schwindelerregender Höhe (man kann aus dem Fenster durch die Holzbohlen nach unten schauen) den Fluss passieren.

Wer braucht da noch den Nervenkitzel einer Achterbahn im Freizeitpark: links passt keine Handbreit mehr zwischen Zug und Felsen, rechts geht es dutzende Meter steil bergab ... und das alles ohne TÜV! Danach zuckeln wir an großen Feldern und atemberaubender Bergkulisse vorbei, bis wir unsere persönliche Endstation erreichen. Die Fahrt bis nach Kanchanaburi würde nach Aussage von Bass einfach zu lange dauern. Weiter erklärt er, dass viele Bahnfahrten derzeit für Thais umsonst seien – dennoch sei das Vertrauen insbesondere in die Pünktlichkeit nicht besonders hoch und sie würden lieber den Bus nutzen.

Abends wird gegen Aufpreis ein Abschlussessen auf einem Floß angeboten. Dabei fahren wir direkt von unserem Hotel aus über den Fluss, unter der bekannten Brücke am Kwai (nicht mehr das Original) hindurch und wieder zurück. Das Ganze dauert etwa drei Stunden und wird abgesehen vom guten Essen mit einer Überraschung abgerundet: Feuerwerk und hochsteigen lassen von Lampions. Angekommen im Hotel schmettert uns Bass in der Lobby noch ein paar Schmachtfetzen übers Mikro entgegen – er ist ein begnadeter Sänger.

Es ist wohl der anstrengendste, aber auch beeindruckenste Tag der Reise gewesen.

Pung - Biene

11. Tag: „Bass, Bass, wir brauchen Bass...“ Abschied in Cha Am

Noch einmal klingeln um 5.30 Uhr unsere Telefone, noch einmal begrüßen sich verschlafene Gesichter am Frühstücksbuffet und noch einmal muss der Bus ein bisschen warten, weil es Probleme bei der Abrechnung der Zimmer gibt.

Der letzte Tag unserer Rundreise beginnt also ganz typisch. Kurz nach 7.00 Uhr sind wir bereits an unserem ersten Besichtungspunkt, viel zu früh für die fliegenden Händler, die hektisch ihre Stände aufbauen. Wir bekommen die Gelegenheit für ein paar Fotos und das Überschreiten der Brücke.

Dann fahren wir zum schwimmenden Markt von Dammoen Saduak. Das heißt, zunächst sehen wir nur einen kleinen Bootsanleger, an dem wir in Kleingruppen aufgeteilt werden, um dann die Boote zu besteigen. Rasant geht es etwa 40 Minuten durch die Klongs. So rasant, dass es bei dem aufspritzendem Wasser recht schwierig ist, zu guten Bildern zu kommen. Schließlich legen wir bei den schwimmenden Märkten an, treffen auf etwa eintausend Souvenirshops und eine Million Touristen. Interessant ist es aber trotzdem, auch wenn sich im Prinzip alle gegenseitig fotografieren.

Als ich gerade meine Kamera ablege und Matthias darauf anspreche, was hier wohl so lecker riecht, blickt mich der Thai hinter mir mit großen Fragezeichen in den Augen an ... Matthias war wohl schon weiter gegangen.

Das letzte gemeinsame Essen bekommen wir im Royal Diamond Hotel, die Kellnerinnen tragen alte „Happy Bunny Party 2011“ – T-Shirts und ich bin mir plötzlich nicht mehr sicher, ob wir vielleicht doch die falsche Reisezeit gewählt haben!?

Bevor ich auf den emotionalen Abschied eingehe, möchte ich noch über zwei Personen schreiben, die bislang völlig zu Unrecht unerwähnt blieben.

Bunnak, unser Busfahrer, hat uns mit seinem Gefährt stets sicher und pünktlich ans Ziel gebracht. Pünktlich wohl auch deshalb, weil es in Thailand scheinbar keine Radarkontrollen gibt. Er war immer freundlich, hat eigentlich jedes Mal gelächelt, wenn man seinen Bus betrat.

Ed, sein Gehilfe, versorgte uns auf der Rundreise mit Getränken und Erfrischungstüchern, die er regelmäßig im Bus verteilte (sorry nochmal an dieser Stelle, dass du immer über meinen Fotorucksack klettern musstet, aber der hat einfach nicht in die Staufächer gepasst). Beiden sei hiermit ein dickes Dankeschön ausgesprochen.

Und dann erreichen wir unser Hotel am Meer. Der erste Eindruck ist sehr positiv, aber darauf möchte ich morgen ausführlicher Eingehen.

Wichtiger ist in diesem Moment, dass uns dieser kleine, witzige, lebensfrohe, für meine Kamera etwas zu dunkle (ohne Blitz ging da kaum was), super nette, engagierte, hilfsbereite, sehr emotionale und einfach saucoole Reiseleiter mit den niedlichen Sprachfehlern, Bass, verlässt. Ihm stehen beim Abschied Tränen in den Augen und auch uns fehlt jetzt etwas Entscheidendes. Er war unsere Tür in dieses Land und hat sich wirklich für die Gruppe aufgerieben. Wenn ich noch ein bisschen Platz in meinem Koffer hätte, müsste er wirklich aufpassen, dass ich ihn nicht einfach mit nach Hause nehme... danke für alles!

Jetzt müssen wir auf eigenen Füßen stehen, aber zunächst werden wir mal eine längere Zeit liegen, es gilt den verpassten Schlaf nachzuholen.

Klong = Kanal

12. - 13. Tag: Cha Am - Die Lage, die Lage, die Lage

Bereits gestern Abend sind wir in unserem 4-Sterne Hotel, dem Grand Pacific Sovereign, angekommen. Es macht einen guten Eindruck: die Lobby ist luxuriös, es gibt einen deutschsprachigen, freundlichen Empfang und nachdem wir den Flur in der 11. Etage bei klassischer Musik durchschritten haben, erreichen wir unser Doppelzimmer mit Blick auf den Golf von Thailand.

Es ist neu und stilvoll eingerichtet, macht einen sehr wohnlichen Eindruck. Daher sind wir erstaunt, als wir in einem Internetportal die negativen Bewertungen lesen. Die dortige Kritik weist u. a. auf die schlechte Lage des Hotels hin. Diesem Punkt müssen wir leider zustimmen, denn in der näheren Umgebung gibt es kaum Möglichkeiten, etwas zu unternehmen.

Der Badeort Cha Am liegt etwa drei Kilometer entfernt, nach Hua Hin sind es sogar über zwanzig. Allerdings wird in beide Orte ein kostenpflichtiger Shuttleservice angeboten. Die Anlage und dabei insbesondere der Poolbereich sind wirklich schön angelegt. Es gibt neben dem Spabereich auch noch einen Fitness- und einen Activityraum, die allesamt neuwertig erscheinen. Erstaunlicher Weise gibt es keinen direkten Zugang von den Zimmern zum Pool (nur für „Residents“), wir müssen leider durch die Tiefgarage und außen rum.

Ich bin außerdem mit der naiven Vorstellung nach Thailand gekommen, hier einen einsamen TV-Traumstrand mit kristallklarem, türkisfarbenem Wasser vorzufinden... hier sieht es allerdings eher aus, als wäre man an der Ostsee (sehr trübes Wasser auf Grund der Strömung), wobei man natürlich dennoch sehr schön baden kann.

Bevor ich jetzt allen die Lust auf den Urlaub hier nehme, sei gesagt, dass es insgesamt ein sehr schönes Hotel mit außergewöhnlich freundlichem Personal ist, dass halt leider ein paar kleine Schönheitsfehler hat - dafür ist aber zum Beispiel das Frühstücksbuffet grandios.

Da es direkt vor der Anlage einen privaten Fahrradverleih gibt, nutzen wir die Gelegenheit und radeln nachmittags entlang der Küstenstraße nach Cha Am. Es soll dort auch irgendwo einen 7Eleven geben. Es sind nicht sieben, es sind insgesamt elf dieser Supermärkte, die wir auf den gut drei Kilometern feststellen, teilweise keine 100 m auseinander.

Der Strand wird hauptsächlich von Thais bevölkert. Interessanter Weise gehen sie grundsätzlich bekleidet baden, sonst sind aber kaum Unterschiede zum typischen Europastrand festzustellen. Außer natürlich dieser verfluchte Linksverkehr! Als Fahrradfahrer nehmen wir ja jetzt das erste Mal richtig aktiv am Straßenverkehr teil, und hätte mich Matze nicht mehrfach durch Rufe gewarnt, ich hätte so manches Auto geküsst.

Nachdem wir die Budenmeile überwunden haben, gelangen wir in den Hafen von Cha Am, wo die Fischer gerade dabei sind, sich und ihre Boote auf Vordermann zu bringen. Auch in der nächsten Straße sind bei der Fischverarbeitung wieder interessante Einblicke möglich. Nachdem ich die Arbeiterinnen angesprochen habe, lassen sie sich gerne aufnehmen und holen sogar einen lebenden Hai heraus, der wohl beim letzten Fang mit dabei war.

Anschließend überqueren wir ein kleines Flüsschen über eine einspurige Brücke, bei der sich jeder Holzbalken zu heben scheint, wenn man ihn mit dem Fahrrad überfährt. Aber wenn die ganzen Thais mit ihren Rollern darüber brettern, muss sie uns auch aushalten. Auf der anderen Seite finden wir noch ein nettes Strandcafé, wo wir die bis dahin günstigste Cola des Urlaubs trinken, um danach den Rückweg anzutreten.

Abends im Hotel geht es, wie am Abend zuvor, zu unserem Stammitaliener, wobei wir wiederum die einzigen Gäste sind und daher die volle Aufmerksamkeit des Personals erhalten (am Abend zuvor hatte der Kellner bei Matzes letzten Bissen bereits erwartungsfroh an unserem Tisch gestanden und zugeschaut...es war ihm ein bisschen unangenehm). Das Essen ist aber wirklich klasse und die Bedienung super freundlich. Die Preise entsprechen etwa denen in Deutschland, was wohl auch die geringe Resonanz der Hotelgäste erklären dürfte, denn wir sind ja schließlich noch in Thailand.

tschai haht - Strand

14. Tag: Ein Nachmittag in Hua Hin

Mit meiner gepflegten Maurerbräune und der Buffet-Plauze der letzten Tage liegt es natürlich nicht in meinem Interesse, die Tage hier am Pool zu verbringen. Da kommt es uns sehr gelegen, dass wir am Frühstückstisch von Mitreisenden angesprochen werden, die eine Massage in Hua Hin gebucht haben, wobei der Transport schon im Preis enthalten ist und man sich auch erst spät am Abend zurückbringen lassen kann... die alte „zwei Fliegen mit einer Klappe“ - Geschichte.

Wir klinken uns ein und verbringen den Vormittag mit Frühstück, Postkarten und Sport, bis wir um 13.00 Uhr direkt vor dem Hotel unseren Minibus besteigen und über die Schnellstraße nach Hua Hin gebracht werden.

Im Day&Night – Massagestudio werden wir sechs bereits erwartet: zur Begrüßung gibt es Tee und ein Fußbad, welches ich gekonnt umkippe, um direkt einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Dann werden wir in den ersten Stock gebracht, in dem ein gutes Dutzend Matratzen in Reihe liegen, auf denen wir es uns bequem machen sollen. Im Hintergrund läuft gerade eine Instrumentalversion von George Michaels „Careless Whisper“ und ich komme mir ein bisschen vor wie im Softporno.

Die folgende Thaimassage hat dann aber eher was von SM und ich wünsche mir das ein oder andere Mal eine örtliche Betäubung (schlimmer ist es beim Zahnarzt auch nicht). Abgerundet wird die Tortur aber von einer wohltuenden Ölmassage, die einiges wiedergutmacht.

Zusammen latschen wir anschließend zum Hilton Hotel, dass von seiner Skylounge einen tollen Blick über die Stadt bieten soll. Leider ist dort noch nicht geöffnet, aber die nette Bedienung lässt uns dennoch kurz auf die Terrasse, um ein paar Fotos zu machen. Danach trennen wir uns und wir zwei suchen zunächst den Bahnhof auf, der nach unserem Reiseführer einer der schönsten in Asien sein soll.

Als wir ankommen, ist der gesamte Bahnsteig gefüllt und drei Minuten später, um 17.11 Uhr, soll ein Zug eintreffen. Es sind auffällig viele Spiegelreflexkameras unterwegs, welche den Bahnhof aus allen Blickwinkeln aufnehmen (es werden sogar Hochzeitsbilder geschossen), weshalb man wohl wirklich von einer überregionalen Bedeutung sprechen kann. Um 17.45 Uhr verlassen wir den Bahnhof ohne einen Zug gesehen zu haben... kein Wunder, dass die Thais lieber Bus fahren!

Weiter geht es zu einer Shopping Mall und für einen kurzen Sparziergang an den Strand. Jetzt ist es Zeit etwas zu Essen. Und das kann man hier wirklich an jeder Ecke. Der ganze Ort vermittelt so ein bisschen das Klischeebild, welches ich von Thai-Städtchen aus einschlägigen Auswanderersendungen habe. Es gibt diverse Bars und Restaurants (viele mit deutscher Hausmannskost) und überall sieht man asiatisch-europäische Pärchen, wobei die eine Hälfte jung, schlank und hübsch ist.

Wir entscheiden uns für die Hua Hin Brewing Company, eine Art rustikaler Piratenbar mit Livemusik, gutem Essen und sehr ansprechender Bedienung ;) Diese wird sich etwas gewundert haben, als ich in ganz fantastischem Englisch nach einem neuen Strohalm für meine Cola frage (wegen diversen Tierchen) und sie dann wenig später den kaum genutzten Serviettenständer austauscht - haben schon merkwürdige Extrawünsche, diese Deutschen.

Schon zwei Läden weiter bleiben wir erneut hängen: Mai Thai für 2 € und Chelsea gegen ManU auf Großbildleinwand.

Die letzte Stunde bis zur ausgemachten Rückkehr schlendern wir durch die Gassen, sehen wirklich verdammt viele Europäer (im Gegensatz zu Cha Am) und viele Bars mit kleinen Thai-Frauen, die uns auf ein interessantes Gespräch mit anschließendem kulturellen Austausch hereinholen wollen. Einmal geht es dabei soweit, dass sie sich wie beim Kinderspiel „chinesische Mauer“ in der Gasse vor uns aufbauen... zum Glück haben wir in der Grundschule aufgepasst und kommen durch!

Auf dem Nachtmarkt, der sich auf der Straße vor dem Massagestudio befindet, treffen wir dann noch unser halbes Hotel wieder, bis wir schließlich um kurz nach neun nach Hause gebracht werden.

Lot dut - Strohhalm

15. Tag: Thailand – ein kleines Resümee

Unseren heutigen Tag haben wir dann doch noch am Strand und am Pool verbracht. Und weil ich hier nicht auf jede einzelne Welle und jede Seite in meinem Buch („Radionights“ von Tom Liehr) eingehen möchte, will ich lieber versuchen, unsere Reise in diesem Fazit zusammen zu fassen.

Der Urlaub begann schon recht interessant, als vor uns im Airporthotel in Frankfurt eine Französin mit ihrem Mann eincheckte, sich fürchterlich darüber aufregte, dass sie nicht vom Flughafen abgeholt wurde und selbst das Taxi bezahlen musste. Konsequenter Weise ließ sie sich vom Portier deshalb mit der Notrufzentrale der Frankfurter Polizei verbinden. Respekt!

Am nächsten Morgen fragte ich in einer Apotheke noch schnell nach einem wirksamen Moskitoschutz für Thailand und die Apothekerin antwortete: „Also das Mittel, was ihr..... „Bekannter“ gerade in der Hand hat, das hilft ganz gut.“ Sie war wohl nicht die einzige mit diesem Gedanken, denn auch auf der Rundreise gab es ähnliche Fragen. Ihnen, liebe Apothekerin, möchte ich, sofern sie aufmerksam unseren Blog verfolgen, hiermit mitteilen, dass wir uns das Doppelzimmer nur aus Kostengründen teilen und uns sehr über die getrennten Betten in den Zimmern gefreut haben ;)

Zur Reise selbst: Reiseleiter, Bus und Crew waren (wie schon ausführlich dargestellt) einfach klasse. In keinem Hotel haben wir uns wirklich unwohl gefühlt (ok, in Sukothai reichte eine Nacht), sondern waren im Gegenteil oft positiv überrascht. Insbesondere das Holiday Inn in Chiang Mai und das Grand Pacific Sovereign in Cha Am hätten wir bei Mittelklasse so gar nicht erwartet.

Dann möchte ich noch kurz auf Deutsche Welle Asien eingehen, den einzigen Sender, den wir hier kontinuierlich empfangen konnten und der uns weitgehend auf deutsch mit Nachrichten aus der Heimat versorgte. Insofern ist das ja schon mal eine tolle Einrichtung. Aber wenn ich auf das gewaltige Refugium des öffentlich-rechtlichen TV-Programms Zugriff habe, warum muss ich dann am Tag siebzehn mal die gleiche Nachrichten-MAZ abspielen??? Wir haben wirklich nicht so oft vor der Glotze gehangen (war bei dem Tagespensum meistens gar nicht möglich), aber dennoch jeden Bericht, jedes Interview mindestens drei mal gesehen, konnten viele bald auswendig!

Die Thais haben wir weitgehend als sehr freundliche, meistens recht kleine Menschen kennengelernt, die sich auch gerne mal mit uns verrückten Deutschen fotografieren lassen wollten (oder sich unauffällig daneben gestellt haben, damit die Begleiter heimlich ein Foto machen konnten). Viele sprechen leider nicht besonders gut Englisch (aber wer will da schon mit Steinen werfen), doch konnten wir uns immer irgendwie mit Händen, Füßen und ganz wichtig: Lächeln verständigen!

Das Land ist auf jeden Fall eine Reise wert: das Essen schmeckt prima, die Landschaft ist atemberaubend, die Städte sind interessant und wuselig, die Preise traumhaft und das Wetter spielt auch mit. Interessante Tiere haben wir auch gesehen, wobei ich bislang noch keine lebendige Schlange entdeckt habe (da will ich den Tag aber nicht vor dem Abend loben).

Als wir eben in unserem neuen Stammlokal, einem Strandimbiss hier in Cha Am, waren, wunderten wir uns zunächst, warum uns dauernd kleine Insekten auf den Tisch gefallen sind. Die Lösung befand sich an der Decke: an einer Neonleuchte nahmen die Geckos ihrerseits das Abendessen zu sich. Aber sowas gehört dann eben einfach mal dazu!

Es war nun unsere zweite Rundreise mit Berge und Meer und beide haben wir keinesfalls bereut. Diese hier war stellenweise schon sehr anstrengend und nicht immer habe ich den Schlaf bekommen, den ich mir gewünscht hätte. Auch darf ich bei so einer Bustour natürlich nicht erwarten, dass ich ganz individuell die einsamsten Orte erkunde. Da wo wir hinkamen, da war mindestens letzte Woche auch schon ein Bus, und da waren auch viele, die nur unser Bestes wollten.

Für mich war diese Rundreise ein sicheres und verhältnismäßig günstiges „Reinschnuppern“ in ein Land, das ich sonst wohl nicht so kennengelernt hätte, jetzt aber durchaus wieder besuchen wollen würde. Hat Spaß gemacht!

Sawadih kap – auf Wiedersehen

Ihr Reiseleiter

Hallo liebe Gäste, meine Name ist Herr Bass und ich werden Sie während ihrer Rundreise durch  Thailand begleiten. Ich bin schon seit einiger Zeit als Reiseleiter tätig und freue mich immer wieder auf's Neue, Reisegruppen mein wunderschönes Heimatland näher zubringen.

Bis bald in Thailand...

 

Ihr Reiseverlauf

Begleiten Sie uns in das Land des Lächelns, ein Reiseziel voller Kontraste und einer unglaublich reichen Kultur. Das exotische Königreich fasziniert durch die Lebensfreude seiner Einwohner, naturbelassene Landschaften, einzigartige Tempelanlagen und traumhafte Strände. Auf einer unvergesslichen  Rundreise zeigen wir Ihnen die Schönheiten Thailands.

1. Tag - Anreise
Linienflug nach Bangkok.

2. Tag - Ankunft - Bangkok
Ankunft in Bangkok und Transfer zu Ihrem Hotel. Der Rest des Tages steht zur freien Verfügung.

3. Tag - Bangkok - Ganztagsausflug (vor Ort buchbar)
Tag zur freien Verfügung oder nehmen Sie an einem Ganztagsausflug zu den bekanntesten Tempeln der Stadt teil (ca. 63 € pro Person inkl. Mittagessen). Sie besichtigen u. a. den Königspalast sowie den Smaragd-Buddha im Wat Phra Keow-Tempel. Weitere Besichtigungspunkte sind der Goldene Buddha sowie die größte Tempelanlage der Metropole Bangkok - der Wat Pho-Tempel. Nach dem Mittagessen in einem lokalen Restaurant erleben Sie eine traditionelle Klong-Fahrt durch die Kanäle Bangkoks.

4. Tag - Bangkok - Ayutthaya - Phitsanuloke - Sukothai (ca. 390 km)
Besuch der Tempelruinen von Ayutthaya, der ehemaligen Hauptstadt Siams, die im 17. Jh. fast vollständig zerstört wurde. Besonders sehenswert ist die riesige Viharn Phra Mongkol Bobitr Statue. Weiterfahrt nach Phitsanuloke, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt am Nan-Fluss. Besichtigung des bekannten Tempels Wat Phra Sri Mahathat aus dem 13. Jh. mit dem imposanten Buddha Jinarj. Anschließend Fahrt nach Sukothai. Mittagessen inklusive.

5. Tag - Sukothai - Lampang - Phayao - Chiang Rai (ca. 390 km)
Heute besichtigen Sie Sukothai, die erste Hauptstadt des Thai Königreiches und besuchen den historischen Park sowie den Wat Sri Chum Tempel. Weiterfahrt in den hohen Norden nach Chiang Rai. Unterwegs machen Sie einen Zwischenstopp in Lampang und besuchen den Wat Lampang Luang Tempel sowie einen Stopp am Stausee von Phayao. Mittagessen inklusive.

6. Tag - Chiang Rai - Goldenes Dreieck - Chiang Rai (ca. 180 km)
Fahrt über Chiang Rai nach Mae Sai an der Grenze zu Burma. Eine Brücke über den Fluss verbindet beide Länder. Weiterfahrt in das berühmte “Goldene Dreieck“, Treffpunkt der Grenzen von Burma, Laos und Thailand. Besuch der Opium Museum Hall. Mittagessen inklusive.

7. Tag - Chiang Rai - Chiang Mai (ca. 280 km)
Besuch eines farbenprächtig gekleideten Hilltribe-Bergstammes im offenen Pick-up. Fahrt durch malerische Berge und Dschungellandschaften nach Chiang Mai, der “Rose des Nordens“, wie Chiang Mai auch liebevoll von seinen Einwohnern genannt wird. Mittagessen inklusive.

8. Tag - Chiang Mai
Heute stehen die Höhepunkte von Chiang Mai auf dem Programm. Am Morgen Besuch eines Elefantencamps, anschließend Besichtigung von kunsthandwerklichen Betrieben (Seidenspinnerei, Papierschirm-Bemalung, Töpferei, Silberschmiede). Mittagessen inklusive.

9. Tag - Chiang Mai - Bangkok (ca. 800 km)
Der heutige Morgen steht Ihnen zur freien Verfügung. Nach dem Mittagessen (inklusive) Besuch des Wahrzeichens der Stadt Chiang Mai - dem Wat Doi Suthep-Tempel. Von dem 1.050 m hoch gelegenen Tempel haben Sie einen herrlichen Blick über die Provinz und die Stadt. Anschließend Transfer zum Bahnhof und Zugfahrt über Nacht nach Bangkok.

10. Tag - Bangkok - Schwimmende Märkte - River Kwai (ca. 280 km)
Ankunft in Bangkok am frühen Morgen mit dem Zug. Nach dem gemeinsamen Frühstück Fahrt zu den bekannten und farbenfrohen Märkten von Damnuan Saduak. Mit dem Boot erkunden Sie dieses Treiben. Weiter führt uns der heutige Tag zur berühmten Brücke am Kwai. Besuch der Brücke, welche durch eine Verfilmung zu Weltruhm gelangt ist. Es erfolgt ebenfalls eine Besichtigung des Kriegsmuseums sowie des Heldenfriedhofs der alliierten Streitkräfte. Mittagessen inklusive.

11. Tag - River Kwai - Cha Am/Hua Hin (ca. 280 km)
Heute fahren Sie mit der Bahn über die Todesstrecke sowie das hölzerne Viadukt. Anschließend Fahrt zu Ihrem Badehotel in Hua Hin.

12. - 14. Tag - Hua Hin
Tage zur freien Verfügung. Verbringen Sie erholsame Tage in Ihrem Badehotel.

15. Tag - Abreise
Transfer zum Flughafen Bangkok und Rückflug.

16. Tag - Ankunft in Deutschland