Oktober - November 2015

Auf den Spuren der Inka in Peru, die malerischen Anden in Bolivien, eine feurige Tangoshow in Buenios Aires oder heiße Samba Rhythmen in Brasilien - Für was können Sie sich begeistern? Die südamerikanische Vielfalt erwartet Sie.

Ihr Chronist

Liebe Fernreisesüchtige!

Ich bin Bernd, Geograph, Winzer und Fernsehtechniker. Meine Frau und ich reisen gern und gern fern.

Bei jeder Reise filme ich und schreibe ein Reisetagebuch. Meine Reisebeschreibungen sind immer subjektiv, persönlich und eigentlich eher für mich. Dies wird nun mein drittes Reisetagebuch als Berge & Meer-Chronist.

Bislang wurden veröffentlicht:
 http://www.berge-meer.de/reiseberichte/china-tibet-aerztlich-begleitet

 https://www.berge-meer.de/reiseberichte/thailand-entdecken-geniessen-chronist-bernd

Das Schreiben hat Spaß gemacht und ich erhielt viel freundlichen Zuspruch.

So habe ich mich dieses Jahr wieder bei unserer nun achten Berge & Meer-Fernreise wieder als Chronist beworben.

1./2. Tag: Anreise und Lima

Die Anreise

  • Linienflug nach Lima. JJ 8071 (JJ)
  • Durchgeführt und vermarktet von TAM Boeing 777
  • Frankfurt 20.10 Uhr - Sao Paulo 4.20 Uhr(12.10 Std.), Sitze 45 HK, 9.818km
  • Umsteigen in Sao Paulo JJ 8066 (JJ) Sao Paulo 8.45 Uhr - Lima 11.00 Uhr (5.15 Std.), Sitze 28 AB, 3.452 km
  • Durchgeführt und vermarktet von TAM Airbus 320 Transfer 45 Min., 20 km

Es kribbelt im Bauch – Aufregung oder Vorfreude auf eine tolle Reise? Aber erst müssen wir ja mal nach Südamerika kommen. Ein Freund bringt uns zum Zug. Auf der Fahrt zum Flughafen in Frankfurt lernen wir eine nette junge Frau aus Paraguay kennen, die uns von ihrer Heimat und ganz Südamerika vorschwärmt. Sie fliegt heute Abend mit derselben Maschine nach Sao Paulo.

Das Einchecken am Flughafen ist völlig problemlos und geht sehr schnell. Ich hatte telefonisch bei TAM schon für alle Flüge unsere Wunschplätze reserviert und bis Lima online eingecheckt. Die Bordkarten für Lima-Cusco erhalten wir auch gleich in Frankfurt. Nette Überraschung beim Boarding - nicht nur Passagiere mit kleinen Kindern auch alle 60+ dürfen bevorzugt vorher einsteigen. Wir decken uns noch am Gate mit vielen kostenlosen Zeitschriften ein. Die Reise bis Lima wird lang.

TAM wirb damit, eine recht junge Flotte zu haben und dies scheint zu stimmen. Die Sitze in der TAM-Boeing 777 haben ausreichend Abstand, die Verpflegung hat noch Luft nach oben. Mit dem Ausschank von alkoholischen Getränken wurde recht sparsam umgegangen. Wir hatten Plätze in den hinteren Reihen und bis zu uns hat der Biervorrat nicht gereicht. Sehr schön ist das Infotainment-System, mit vielen Filmen, unterschiedlichen Musikrichtungen und Spielen an jedem Platz. Auch neue Blockbuster Filme sind dabei, aber ohne deutsche Tonspur - egal.

Der Flug verläuft bis auf wenige Turbulenzen sehr ruhig. Ich lese etwas und versuche zu schlafen, was mir aber - wie meist bei Nachtflügen - nur immer wieder mal kurz gelingt.

Tipps:

  • TAM online check in:  https://checkin.si.amadeus.net/1ASIHSSCWEBJJ/sscwjj/checkindirect. Telefonische Platzreservierung bei TAM/LAN (kostenlos und deutschsprachig) 0800 6270976.

  • In jedem Land müssen Einreisedokumente ausgefüllt werden und diese bei der Ausreise wieder abgegeben werden. Sie sollten im Pass liegen, der in jedem Hotel eingesammelt und dann kopiert wird. Sinnvoll ist deshalb ein Schutzumschlag für den Pass, der ein Fach für zusätzliche Papiere enthält. Eine farbige Markierung hilft den eigenen Pass aus dem Stapel der Mitreisenden schnell zu finden.

Lima

Nach etwa 11.5 Stunden kommen wir in Sao Paulo und somit in Südamerika an, und sehen zuerst das Lichtermeer der riesigen Stadt. Nun haben wir über 4 Stunden Aufenthalt und vertreiben uns die Zeit mit Lesen und der genauen Inspektion des Terminals. Auch zu essen können wir kaufen, die meisten Geschäfte sind aber noch geschlossen. So komme ich zum Tagebuch schreiben. WIFI ist im Flughafen 60 Minuten kostenlos. Als Dankeschön muss man sich aber ein paar Werbespots anschauen bevor die Verbindung steht. Habe schnell ein paar Bilder mit WhatsApp nach Hause geschickt.

Pünktlich geht der Flug nach Lima ab. Der Airbus ist randvoll. Es ist ein ruhiger Flug, gänzlich ohne Turbulenzen. Zuerst fliegen wir recht lange die über Vorstädte von Sao Paulo. Wolken waberten zwischen den Hochhäusern. Dann geht es noch über flaches Agrarland, welches in regelmäßige Flächen eingeteilt ist. Dann glauben wir „Urwald“ zu sehen. Leider ist es etwas trüb; zumindest sind die Wolken etwas weniger geworden. Trübe große Flüsse durchziehen mäandernd den Wald. Aber häufig sind Felder mit kleinen Häusern zu sehen. Auch schnurgerade Pisten durchziehen das Land. Hin und wieder sind auch Flugpisten zu erkennen. Leider wird im Flugzeug die Flugroute nicht angezeigt. So können wir nur ungefähr einordnen wo wir sind. Ist es Mato Grosso?

Die Täler werden tiefer, die Berge höher und steiler. Wir überfliegen große Seen und auf den Gipfeln ist vereinzelt Schnee zu sehen. Der Landeanflug auf Lima ist völlig ruhig - eher ein Gleiten; leider in Wolken. Pünktlich landen wir in Lima. Ziemlich müde aber wohlauf. Die Einreisekontrolle erfolgte schnell und effizient. Auszufüllen ist das Reiseformular, von dem ein Teil im Pass verbleibt. Auch die Hotels benötigen diesen Abschnitt, da die Touristenübernachtungen nicht mehrwertsteuerpflichtig sind und mit der Kopie des Formulars nachgewiesen werden.

Sandra, unsere Reisebegleiterin, erwartet uns am Ausgang und zählt penibel Menschen und Koffer. Es ist erst kurz nach 11 Uhr und wir können natürlich noch nicht im Hotel einchecken. So schlägt Sandra vor, die Stadtrundfahrt vorzuziehen. Wir sind alle einverstanden und so begibt sich Jorge, unserer Fahrer, mit uns durch die immerwährenden Verkehrsstaus in die Innenstadt.

Da in keiner Stadt die Villenviertel um den Flughafen angelegt sind, sehen wir zuerst wenig einladende Zweckbauten und Wohnbereiche. In der alten Innenstadt finden wir dann Kolonialbauten, die an vergangene Pracht erinnern. Sandra zeigt uns zuerst, wo wir Geld wechseln oder aus dem Automaten ziehen können. Sie warnt uns vor Taschendieben - aber natürlich sind wir vorsichtig. Am Plaza de Armas mit dem Regierungspalast und dem Rathaus erleben wir, wie viele Bürger/-innen von Lima ihre Mittagspause verbringen.

Weiter geht es zum erzbischöflichen Palais, der Kathedrale und zum San Francisco Kloster. Wir besichtigen es von innen - und dürfen leider nicht fotografieren und filmen. Beeindruckt haben mich besonders die Bibliothek und die eher maurischen Elemente, wie die hölzerne Kuppel, hoch über einer gewaltigen Treppe. Erdbeben haben aber Schäden angerichtet. Dann wird es gruselig. Unter den Gebäuden gibt es ein riesiges Netzwerk Katakomben, ein Massenfriedhof! Nichts für Klaustrophobiker.

Weiter geht es durch recht dichten Verkehr in die modernen Wohnviertel von San Isidro und Miraflores. Wir halten am "Liebespark" direkt am Pazifik und schauen den Paragleitern zu, die die Thermik des Abhanges ausnutzten. Unser Hotel liegt nur wenige Blocks vom Pazifik und von dem großen Einkaufs- und Restaurantzentrum „Larcomar“ entfernt. Es ist direkt in die Steilküste hinein gebaut und bietet fantastische Ausblicke, besonders bei Sonnenuntergang.

Die Restaurantpreise sind für uns Europäer und für reiche Peruaner erschwinglich. Wir essen dort im „Mangos“ das für Peru traditionelle Ceviche. Dieses Gericht wird aus gewürfeltem, rohem Fisch zubereitet, welcher in Limettensaft mariniert und dadurch gegart wird. Es wird mit, mir unbekannten Gemüsen gereicht. Auf dem Rückweg kaufen wir noch in einem der vielen kleinen Geschäften Wasser und geistige Getränke.

Eigentlich wollte ich am Abend noch kurz in den Pool mit etwas Meerblick auf dem Dach, aber obwohl es erst 20 Uhr ist, sind wir rechtschaffen müde. Na ja, nach der durchflogenen Nacht auch kein Wunder. Und morgen ist um 4 Uhr Wecken und um 5 Uhr Abfahrt zum Flughafen.

Hotel:
 http://www.embajadoreshotel.com/index.php
 http://www.tripadvisor.de/Hotel_Review-g294316-d299482-Reviews-Embajadores_Hotel-Lima_Lima_Region.html#REVIEWS

Restaurant:
 http://www.mangosperu.com/

Sehenswürdigkeiten:
 https://de.wikipedia.org/wiki/Peru
 https://de.wikipedia.org/wiki/Lima

3. Tag: Lima - Flug nach Cusco

  • Transfer 45 Min., 20 km
  • Linienflug nach Cusco JJ 8071 (JJ), 571km
  • Airbus A320 100/200
  • Lima 8.00 Uhr - Cusco 9.20 Uhr (1.20 Std.), Sitze 25 KL
  • Transfer 15 Min., 6 km

Wie gestern Abend angekündigt werden wir um 4.00 Uhr geweckt. Zu dieser frühen Zeit gibt es zum Frühstück nur Marmeladebrötchen. Um 5.00 Uhr ist die Abfahrt zum Flughafen. Wir haben ja schon unsere Bordkarten und fliegen von 8.00 - 9.20 Uhr pünktlich und ruhig nach Cusco.

Dort eröffnet uns unser Reiseleiter Michael, dass hier für zwei Tage gestreikt wird. Die gesamte Stadt Cusco ist mit Steinbarrikaden blockiert. Autos und Busse können nicht hinein und heraus fahren. Die Reiseleiter Michael und Carlos bemühen sich uns ins Hotel zu bringen. Erst schleppen wir unsere Koffer etwa 200 m zu, in Seitengassen abgestellten Bussen, umfahren einige Straßensperren und kommen dann doch nicht mehr weiter. Trotz der dünnen Luft müssen wir dann mit unseren Koffern fast 3 km meist bergauf laufen. Es ist erstaunlich, dass dies die älteren Gäste überhaupt geschafft haben. Die beiden Reiseleiter schienen mit der Situation überfordert.

Wir laufen durch und vorbei an schreienden Menschenmengen. Einige aber applaudieren auch den toughen Touristen. Das Hotel macht einen guten Eindruck. Es gibt Mate Tee und die Nachricht durch unseren Reiseleiter, dass wir voraussichtlich morgen nicht wie vorgesehen nach Machu Picchu fahren können. Er und die Agentur werden sich aber um eine Lösung bemühen.

Die Gruppe war in zwei Teile geteilt worden und Michael und Carlos machen sich mit uns auf zum Stadtrundgang. In der Hauptsache besichtigen wir den Qorikancha (quechua = goldener Tempel). Inka - Festungsmauern waren der Grundstein zu Kolonialgebäuden und sakralen Bauten der Spanier.

Es hätten halt die falschen Europäer das Gebiet des heutigen Perus besetzt. Die Portugiesen waren um Integration bemüht, die Spanier um Vorherrschaft - so Carlos. Dann schauen wir uns noch alleine das herrliche Cusco an.

Der Plaza de Armas wird abends beleuchtet und auch Autos fahren vereinzelt wieder. Immerhin haben wir aufgrund des Streikes die fast einmalige Chance, Cusco ohne Autos zu erleben. Im Hotel erfahren wir, dass wir Michael morgen um 10 Uhr treffen und die Fahrt nach Cusco auf Samstag verschoben wurde. Na immerhin kein Totalverlust!

Hotel:
 http://www.hotelessanagustin.com.pe/hotels/cusco/internacional/#
 http://www.tripadvisor.de/Hotel_Review-g294314-d455222-Reviews-San_Agustin_International_Hotel-Cusco_Cusco_Region.htm

Sehenswürdigkeiten:
 https://de.wikipedia.org/wiki/Cusco
 http://www.indianerwww.de/indian/inka_cusco.htm
 https://de.wikipedia.org/wiki/Coricancha

4. Tag: Cusco

Heute können wir ausschlafen. Eigentlich hätten wir heute das Highlight der Reise - Machu Picchu - erleben sollen. Aber wie wir ja seit gestern wissen, fahren auch heute weder Busse noch die Inka Rail. Und dabei hätten wir herrliches Fotowetter. Um 10 Uhr bestätigt uns Michael den Besuch von Machu Picchu am Samstag. Der Agentur sei die Umbuchung gelungen. Wir würden dann erst am Sonntag nach Puno abfahren.

Wir werden, da die Busse die Stadt immer noch nicht verlassen dürfen, zu Fuß zur Inka Festung Saqsayhuamán hoch über Cusco laufen. Es sind etwa 1.5 km Entfernung mit ca. 160 m Höhenunterschied. Weit ist es ja nicht, aber es geht bergauf und die Sonne brennt. Am näheren Nebeneingang erhalten wir keinen Einlass, da die Eintrittskarten auf gestern datiert waren. Also laufen wir noch einen weiteren Kilometer bergauf.

Michael hastet voran und die Gruppe zieht sich immer mehr in die Länge. Schließlich schaffen zwei ältere Damen diese Steigung aber nicht - sie können nicht mehr. Unser Reiseleiter Michael war mit den Schnellsten der Gruppe weit voraus. Ich halte kurzerhand ein vorbeifahrendes Polizeiauto an, welches sehr freundlich die Damen zum Haupteingang fährt. Ich freue mich immer, wenn ich mein dürftiges Spanisch erfolgreich anwenden kann.

Die Besichtigung von Saqsayhuamán entschädigt dann aber für alle Anstrengungen. Beeindruckend sind die Mauern mit den riesigen Steinen und die Lage mit dem herrlichen Blick auf Cusco. Die alte Inka-Festung liegt auf einem Hochplateau, welches begrünt ist und auf dem Lamas weiden. Wohl aufgrund der Nachsaision und des Streiks sind nur wenige Gruppen unterwegs. Nach fast zwei Stunden sehr kompetenter Führung durch Michael, laufen wir wieder einzeln ins Tal.  Es war schon ein toller Ausflug, vielleicht ganz besonders, da wir den Aufstieg zu Fuß bewältigt haben.

Nachmittags ist viel Leben in der Stadt, mit einer großen Kundgebung mit mindestens 500 Personen vor der Kathedrale. Etwa 60 Polizisten mit Schutzschilden sind zu sehen, aber sie schreiten nicht ein und alles scheint sehr friedlich. Wir sitzen bei herrlichem Wetter auf den Bänken der Plaza de Armas und schauen zu. Einheimische erklären uns worum es geht. Es wird gegen die geplante Privatisierung der Ausgrabungsstätten protestiert. Auch ein Schamane in Tracht spricht auf Quetschuan und wird auf Spanisch übersetzt. Wir bleiben fast zwei Stunden im Park, unterhalten uns etwas mit unserem Banknachbar und kaufen CDs und Schmuck von herbeieilenden Verkäuferinnen.

Am Nachmittag ruhen wir uns noch etwas im Hotel aus. Am Abend schlendern wir durch die Altstadt zum Abendessen. Nachdem Inge Cuy (Quechua Quwi für Meerschweinchen) kategorisch ablehnt, essen wir halt Alpaka-Steak. Es ist recht schmackhaft, rosa gebraten und etwas zäh. Wir schlendern noch durch die vielen Märkte und kaufen noch einige recht hübsche Souvenirs. Liegt es an der Höhe? Oder dem Alter? Oder dem Tagesprogramm? Wir sind müde und gehen gegen 21 Uhr schlafen.

Tipps:
- In der Nähe des Hotels gibt es viele kleine „Markets“.
- Bier 320 ml 3-5 Sol, 640 ml 6-7 Sol.
- Bankautomaten gibt es viele - einer ca. 100 m vom Hotel die Straße hinunter. Mit der Kreditkarte spuckt er 450 Sol oder die entsprechende Menge Dollar aus.
- Essen kostet so zwischen 18-40 Sol - nach oben natürlich offen. Ein günstiges Menu haben wir zu 8 Sol gefunden: eine Suppe mit Kartoffeln und Graupen, Lomo saltado (gebratene Rindfleischstückchen) mit Gemüse und Kuchen. Es war lecker und sehr reichlich.
- Achtung: gegenüber des Hotels befindet sich eine, bis zum Morgengrauen sehr laute Disco. Dazu kommt noch der Straßenlärm. Wir baten deshalb nach einer Nacht um ein ruhigeres Zimmer, welches wir auch bekamen - nun halt ohne Aussicht. Alle Leute sind sehr nett und die Souvenir Verkäufer nicht aufdringlich.

Essen:
 http://www.suedamerika-blog.de/urlaub/lomo-saltado/

Sehenswürdigkeiten:
 https://de.wikipedia.org/wiki/Sacsayhuam%C3%A1n
 http://www.indianerwww.de/indian/inka_sacsayhuaman.htm

5. Tag: Cusco - Urubamba-Tal – Pisaq

Heute treffen wir uns um 9 Uhr zum Ausflug ins Urubamba-Tal. Alle fahren mit. Michael hatte eine kürzere Tour zu 20.5 $ und eine längere mit der Besichtigung von Ollantaytambo zu 29 $ angeboten. Hinzu kommen noch die Eintrittsgebühren von 70 Sol pro Person. Die deutliche Mehrheit entscheidet sich für die kürzere Fahrt. Die Fahrt kann nur in Dollar bezahlt werden. Für die etwas über 30 km brauchen wir fast zwei Stunden.

Die Fahrt beginnt in Stau und Verkehrschaos. Zwei kleinere Busse bringen uns zu einem großen Fernreisebus. In der Innenstadt von Cusco sind nur Busse bis 6 Tonnen erlaubt. Große würden auch gar nicht um die oft engen Kurven kommen.

Wir durchfahren abwechslungsreiche Landschaften mit Ackerbau und kleinen Dörfern. In einem kleinen Tal statten wir dem sozialen Gemeinschaftsprojekt Awanakancha einen Besuch ab. Dies ist eine Aufzuchtstation für einheimische Tiere wie Lamas und Alpaccas mit angeschlossenem Touristenmarkt. Sowohl wir als auch die Tiere genießen die Fütterung durch uns. Awanakancha pflegt die alten Techniken der Weberei, Färberei und Produktion aus Wolle von südamerikanischen Kameliden, und verkauft auch weitere handwerklich hergestellte Produkte. Die Qualität der ausgestellten Waren und deren Preise sind hoch. Wir kaufen Coca-Schokolade, die wir aber bis zur Wiedereinreise in Deutschland gegessen haben sollten.

Vor der Abfahrt ins Urubambatal halten wir an einem Aussichtspunkt. Durch das schöne Tal fahren wir nach Pisaq und dann 7.5 km hinauf zur Ausgrabungsstätte. Wir starten bei sonnigem, klaren und nicht zu heißem Wetter zu einer etwas 1.5-stündigen Wanderung durch und um die Festung Pisaq. Mit der Zeit werden wir zu Bergziegen. Die Aussicht ist traumhaft und ändert sich an jeder Ecke. Michael erklärt gewohnt kompetent und ausführlich.

Da niemand Interesse an dem Markt in Pisaq äußert, sind wir gegen 17 Uhr wieder in Cusco und genießen noch etwas den belebten Plaza de Armas und die bunten Pünktchen der beleuchteten Häuser, die sich die Hänge rund um Cusco hinaufziehen. Laut Michael bauen viele schwarz - ohne Baugenehmigung - oft werden die Häuser dann mit der Zeit legalisiert. Ganz oben ist die Aussicht grandios, aber da die Hänge ganz selten durch Straßen erschlossen sind, müssen die Bewohner unzählige Treppen überwinden.

Sehenswürdigkeiten:
 https://de.wikipedia.org/wiki/Pisac
 http://de.proyectoperucentre.org/uberblick/heiligetal.html
 http://www.awanakancha.com/en
 http://info-peru.de/sonntagsmarkt-pisaq-ruinen/

6. Tag: Cusco - Machu Picchu - Cusco

Wecken ist wieder mal sehr früh - um 4 Uhr. Abfahrt soll um 5.15 Uhr sein. Mit unserer präsenilen Bettflucht und dem frühen zu Bett gehen fällt es uns nicht schwer - anderen schon. Das Frühstück ist für diese Zeit ok. Es gibt Käse und Schinken, aber statt Brot und Brötchen nur Toast. Sicherheitshalber packen wir (ausnahmsweise) noch ein Toastbrot ein. Wir sollen lange nichts zu essen bekommen.

Um 5.15 Uhr hören wir lautes Hupen auf der Straße. Gäste der Disco werden von Taxis abgeholt, die mit Hupen auf sich aufmerksam machen. Polizisten stehen gelangweilt daneben. Wieder werden wir von zwei kleinen Bussen abgeholt. Diese bringen uns in etwa zwei Stunden zur Bahnstation der Peru-Rail in Ollantaytambo. Heute Abend sollen wir dann mit dem Zug bis kurz vor Cusco fahren.

Die Fahrkartenkontrolle erfolgt zügig aber gründlich. Auch die Pässe müssen gezeigt werden. Als wir in den bereitgestellten Zug einsteigen wollen, stellt sich heraus, dass es der falsche ist. Unserer kommt erst 45 Min. später. Es ist sonnig, warm und fast ohne Wolken. Hoffentlich ist es in Machu Picchu auch so. Zwar sind unsere Plätze reserviert, aber Paare werden auseinander gerissen - also ist Platz tauschen angesagt. Wir fahren etwa 90 Min. mit dem Aussichtszug durch tolle Landschaften entlang des Rios Vilcanota.

Der Tipp von Micheal war, eher in Fahrtrichtung rechts zu fotografieren und sofort abzudrücken. Meist gibt es keine zweite Chance. Mir haben die Aussichten links auf den Fluss meist besser gefallen. Es gibt etwas zu trinken und ein paar Plätzchen. Wir fahren in Aguas Calientes ein und es regnet in Strömen. Regenmantelverkäuferinnen machen mit 5 Sol pro Umhang gute Geschäfte.

Ich schaue in den Himmel. Alter Seglerspruch: dahinten wird´s heller! Hinein geht es in die Shuttle Busse, die uns hinauf nach Machu Picchu bringen werden. Über eine „Naturstrasse“ geht es, mit unzähligen Kurven und Kehren (ich habe sie nicht gezählt - google maps meint 14) zum Eingang der Ausgrabungsstätte. Es wird heller! Als die Besichtigung beginnt, hört der Regen auf und der Roca Sagrada löst sich aus den Wolken. Überwältigend! Wir steigen hinauf zum Aussichtspunkt und „müssen“ alle paar Meter filmen und fotografieren. Laufend ändert sich die Perspektive. Die hohen Berge, die Blicke in die tiefen Täler, die alte Festungsstadt vor dem Zuckerhut - ich bin ergriffen und dankbar, dies erleben zu dürfen.

Michael hat viel Mühe, uns wenigstens etwas als Gruppe zusammen zu halten und uns interessante Informationen zu geben. Immer wieder muss auf Fotografen gewartet werden. Michael erklärt sehr lebhaft, mit wahnsinnigem Detailwissen die Anlage und unterscheidet was man weiß und was man eher vermutet. Alle Geheimnisse werden wohl nie gelüftet werden.

Etwa drei Stunden schlendern wir über das Hochplateau und durch die Ruinen. Und das bei bestem, sonnigem Frühjahrswetter. Die Stufen sind ausgetreten, ungleich hoch und zwingen zur Aufmerksamkeit. Mit der Zeit haben die Shuttlebusse ganz Arbeit geleistet und viele Besucher herauf gekarrt, die als bunte Punkte in den Ruinen zu sehen sind. Für mich ist Machu Picchu der Höhepunkt der Reise und wir sind Berge und Meer und der peruanischen Reiseagentur dankbar, dass sie uns den Besuch trotz des Streikes ermöglicht haben.

Etwa gegen 15 Uhr ist die Führung beendet. Michael vermutet eine Wartezeit zur Talfahrt mit dem Shuttlebus von etwa 45 Min.. Alle die noch in der Anlage bleiben möchten, sollen dies bedenken und bittet alle, pünktlich um 17 Uhr am Zug in Aguas Calientes zu sein. Inge und ich fahren mit den meisten der Gruppe nach etwa 30 Min. Wartezeit ins Tal. Wir schlendern noch etwas durch die recht schöne, richtig herausgeputzte Ortschaft. Wir finden noch ein nettes Restaurant, das Essen ist aber recht teuer und wenig schmackhaft. Aber es gibt natürlich WIFI und wir schicken gleich ein paar Bilder in die weite Welt. Pünktlich fährt der moderne Zug ab und es gibt sogar ein kleines Abendessen. Die 3.5-stündige Zugfahrt wird durch einen tanzenden Kobold, bunt angezogen und mit einer Holzmaske, und durch eine Modenschau mit einer Alpaquakollektion verkürzt. Eigentlich recht unterhaltsam. Gekauft hat aber aus unserer Gruppe niemand etwas.

Bald wird es auch dunkel und kurz vor 21 Uhr sind wir zurück in Cusco. Heute schlafen wir wegen des Verlängerungstages im Hotel Prisma - auch ok.

Tipp: Mitnehmen oder spätestens in Aguas Calientes kaufen: viel Wasser, etwas zu essen, Regenschutz. In der Anlage gibt es nichts zu kaufen! Essen gibt es zu entsprechenden Preisen nur vor dem Eingang zu den Ausgrabungen in der Belmond Sanctuary Lodge. Festes Schuhwerk ist wegen der vielen Treppen notwendig. Am Eingang kann man sich einen Stempel in den Pass drucken.

Hotel:
 http://www.hotelprismacusco.com/

Sehenswürdigkeiten:
 https://de.wikipedia.org/wiki/Machu_Picchu
 http://www.weltwunder-online.de/neuzeit/machu-picchu.htm

7. Tag: Cusco - Puno

Das Frühstück im Hotel Prisma ist ausgezeichnet. Es gibt fantastische „deutsche“ Brötchen. Kurz nach 7 Uhr geht es mit zwei kleinen Bussen zum großen, neuen, sehr komfortablen Reisebus. Einige Paare, die gerne fotografieren und filmen, sitzen wieder vorne. Es gibt schon eine richtige kleine Olympiade, wer die begehrten Plätze ergattert. Heute haben Inge und ich Glück und erwischen unsere Wunschplätze in der ersten Reihe hinter dem Fahrer. Für die weite Strecke sind zwei Fahrer dabei, die sich in ihrer Kabine abwechseln. In den neueren Bussen sind die Fahrer und die Gäste durch eine Vollverglasung mit einer Tür getrennt. Welche Sicherheit dies erzeugen oder vortäuschen soll ist mir unklar.

Heute ist Sonntag und somit kaum Verkehr in Cusco. Über Seitentäler des heiligen Tales und durch sehr fruchtbare Gebiete mit kleinteiligem Ackerbau erreichen wir Andahuaylillas mit der „sixtinischen Kapelle“ Südamerikas. Obwohl ich von sakralem Schmuck nicht viel halte, beeindruckt die Kirche. Die Wandbemalungen sind so angelegt, dass auch die, nicht des Lesens kundigen auf den rechten Weg gebracht werden. Ein Großteil der barocken Schnitzereien ist mit Blattgold belegt. Im Altarbereich wurden auch Silberbeschläge benutzt. Die Kirche ist videoüberwacht und filmen und fotografieren ist streng verboten. Aber jeder Besucher erhält eine kostenlose DVD mit einer Fotosammlung und weiteren Informationen.

Weiter geht es nach Raqchi. Ein nett gestalteter kleiner Souvenirmarkt empfängt uns. Dahinter sehen wir die Ruinen von Raqchi. Ungewöhnlich ist die Bauweise. Auf präzise behauenen Steinmauern bis etwa zwei Meter Höhe sind Lehmwände bis etwa 12 Meter Höhe aufgebracht. Von der hohen Mittelwand sind die Dächer seitwärts nach unten gezogen. Auch gibt es hier eine heilige Quelle, die verjüngt und gefahrlos getrunken werden kann. Das Wasser schmeckt frisch und gut.

Gegen 12.30 Uhr erreichen wir unsere Mittagsrast. Ein kleines Restaurant in der freien Natur hat für uns ein Buffet vorbereitet. Ganz viele unterschiedliche Vor-, Haupt- und Nachspeisen sind angerichtet. Alles ist sehr lecker. Ich trinke noch eine „Essencia“ - ganz schwarz eingekochter Kaffee wird nach Belieben mit heißem Wasser aufgefüllt.

Weiterhin fahren wir durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Dann steigt die Strasse an, hinauf zum La Roya Pass mit 4.335 Meter Höhe. Dies geht ohne Kehren, ganz gemächlich. Eine Bahnstrecke, die aber heute nur noch von Touristenzügen benutzt wird, begleitet die Straße. Nun ändert sich die Landschaft gewaltig. Wir sind jetzt in der Puna, der baumlosen Höhensteppe. Weite Täler, kaum bewohnt; Alpaka- und Kuhherden weiden und im Hintergrund recken sich schneebedeckte 6.000er.

Auf der Passhöhe bieten Händlerinnen Felle, gestrickte Waren und viele andere Reisemitbringsel an. In der Nähe befindet sich in einer Sumpflandschaft, das Quellgebiet des Amazonas. Nun geht es gemächlich wieder mehrere 100 Meter hinunter. Die Nachmittagsfahrt wird durch eine Besichtigung der Ruinen von Pukará mit dem kleinen, aber feinen Museum unterbrochen. Das heutige Pukará ist eine bekannte Töpferstadt. Ich kaufe zwei Ton-Stiere, die auf keinem Hausdach fehlen dürfen und Glück bringen. Noch sind es 120 km bis Puno - unserem heutigen Ziel. Die mautpflichtige Straße ist zweispurig, sehr gut ausgebaut und (ich schrieb es schon) der Bus sehr komfortabel. Wieder einmal ist die Fahrtroute ein Teil der Panamericana.

Gegen 18 Uhr wird es dunkel (und gegen 6 Uhr wieder hell). Wir sind ja in Äquatornähe und da gibt es kaum Dämmerung. Wir fahren durch Juliaca - eine Baustelle als Großstadt (oder umgekehrt?). Bis auf die Universität scheint nichts fertig zu sein. Keine Straßen, keine Struktur - nur nicht fertig gestellte Gebäude. Juliaca lebt laut Michael von Schmuggel und Drogenhandel.

Gegen 19 Uhr kommen wir in Puno an und sind in zwei Hotels der gleichen Kette untergebracht. Michael verabschiedet sich und fährt mit dem Nachtbus zurück nach Cusco. Unser Hotel ist ok, die Zimmer sind groß, aber erstmals benötigen wir einen Adapter, um die Akkus unserer Elektronik aufzuladen. Um 20 Uhr gibt es für alle ein Abendessen in Buffetform und einen Pisco sour (ein Tresterschnaps).

Wir sind alle ziemlich müde und müssen schon (wieder) um 5.15 Uhr mit den Koffern abfahrtbereit sein.

Hotel:
 http://www.haciendapuno.com/

Sehenswürdigkeiten:
 http://www.traumpfade-der-welt.de/tdw_lt.php?reise_id=8356
 https://www.youtube.com/watch?v=KkjLt0dDS7k](https://www.youtube.com/watch?v=KkjLt0dDS7k)
 http://peruerleben.com/die-ruinen-von-raqchi/
 https://en.wikipedia.org/wiki/Raqch%27i
 http://www.tripadvisor.de/LocationPhotoDirectLink-g298442-d5878275-i86662949-Pukara_Archaeological_Site-Puno_Puno_Region.html#86662949
 https://de.wikipedia.org/wiki/Panamericana#Peru

8. Tag: Puno - La Paz

4.15 Uhr, werden wir geweckt. Wir packen schnell und gehen zum Frühstück. Neben dem üblichen und allgegenwärtigen Kochschinken und Käse gibt es heute auch Eier, Würstchen und Pfannkuchen - allerdings noch keine Brötchen. Um 5.15 Uhr holt uns Maria, unsere Reiseleiterin für den Titicacasee, ab. Sie ist die Tochter einer deutschen Missionarsfamilie, die schon seit vielen Jahren in Peru lebt. Sie bringt uns zum Hafen, und wir fahren mit einem Schnellboot hinaus auf den See zu den Schilfinseln der Uros.

Am Hotel hat es noch in Strömen geregnet, bis zum Hafen klärt es auf und auf den Inseln hat der Regen aufgehört. Während der 20 Minuten Bootsfahrt erklärt Maria viel über den See und dessen Flora und Fauna, die Schilfinseln und deren Bewohner. Wir legen an einer Insel an und betreten eine andere Welt. Maria und der Präsident der Insel zeigen uns, anhand von Modellen, den Aufbau der Inseln und erklären viele Details der Lebensweise ihrer Bewohner. Natürlich werden auch Reiseerinnerungen angeboten und natürlich kaufen wir auch welche. Ein kleiner Aussichtsturm ist aufgebaut und lockt mit einer Übersicht über die Insel und den angrenzenden Schilfgürtel.

Durch Wasserwege getrennt sind viele Inseln verankert. Auf einer Nachbarinsel stehen Hütten mit Wellblechdächern. Fast jede Hütte hat auch eine Photovoltaikanlage. Als besondere Attraktion wird eine Fahrt mit einem traditionellen Schilfboot zu 10 Sol pro Person angeboten. Etwa die Hälfte der Gruppe fährt mit. Wir werden auf den See und entlang der Schilfinseln gerudert. Nach 20 Minuten und weitab unseres „Hafens“ wird kassiert. Müssen wir nun im 8° kalten See zurückschwimmen? Nein - unser Schnellboot nimmt uns auf und bringt uns zurück nach Puno.

Der Busfahrer hat inzwischen die Koffer geholt, und wir machen uns auf die zweieinhalb stündige Fahrt zur bolivischen Grenze. Maria erklärt kurzweilig Land und Leute. Obwohl wir entlang des Titicacasees fahren, sehen wir ihn selten. Gegen 11 Uhr kommen wir an der Grenze an und Maria stellt uns Margot vor, unsere Reiseleiterin in Bolivien. Wir reisen aus Peru aus, laufen über die Grenze und in Bolivien wieder ein. Unsere Gelbfieberimpfbescheinigung wird nicht kontrolliert. Unsere Koffer werden mittlerweile von Fahrrad-Rikschas zum bolivischen Bus gebracht. Inzwischen ist es sonnig geworden - nicht zu heiß - ideal. Ich tausche die restlichen Sols in Bolivar um.

In wenigen Kilometern haben wir Copacabana erreicht, und Margot erläutert den Wallfahrtsort und die Kirche der schwarzen Madonna. Heute ist Copacabana ein beliebter Ferienort. Viele Sportboote liegen im Hafen. Leider ist aber der See ganzjährig zum Baden zu kalt. Die Temperatur steigt selten über 10°. Nur in besonders flachen Buchten wird das Wasser manchmal etwas wärmer. Wir werden zu einem fast neuen Katamaran gebracht. Wir sind die einzigen Gäste und haben so viel Platz. Das Wetter ist weiterhin sonnig, mit ganz wenigen Wolken am Himmel. Unsere „Kreuzfahrt“ führt uns zur Sonnen- und zur Mondinsel.

Es ist eine traumhafte Fahrt - sehr ruhig. Wir blicken über den tiefblauen See und sehen im Hintergrund die schneebedeckten 6.000er Berge. An der Sonneninsel lädt uns Margot zu einem einstündigen „Spaziergang“ auf den Gipfel ein. Zuerst geht es auf Treppen steil bergauf, dann auf etwas gemächlicheren Wegen weiter. Die Aussicht ist berauschend. Keiner glaubt in 4.000 m Höhe zu sein. Tief unter uns sehen wir eine kleine Ortschaft mit einem Hafen - unser Ziel. Der Weg hinunter ist von Souvenirständen gesäumt. Am ganzen Hang sind liebevoll hergerichtete Häuser zu sehen. Sie sind wohl zum Vermieten gedacht. Margot erklärt uns, dass hier 75 Familien leben, die sich vom Tourismus und vom Ackerbau auf den gepflegten Terrassen ernähren.

Am Hafen holt uns wieder ein Schilfboot ab. Dieses hat aber einen Außenbordmotor. Auf „hoher See“ steigen wir in unseren Katamaran um, der Kurs auf die Mondinsel nimmt. Während der Fahrt erhalten wir ein leckeres Mittagsbuffet mit Suppe und Nachtisch. Es gibt Lachsforelle, Rind- und Schweinefleisch mit vielen verschiedenen, einheimischen Gemüsen.

Auf der Mondinsel beträgt der Aufstieg zu den Ruinen nur etwa 30 Höhenmeter. Margot erklärt uns den ehemaligen Zweck der Bauten als Meditations- und Ausbildungsstätte für Frauen. Wieder ist der Rundblick über den Titicacasee unvergesslich. Die 90 Minuten Fahrt zur Anlegestelle bei Copacabana genießen wir richtig. Inge und ich sitzen windgeschützt in der Sonne auf dem Vorderdeck auf einer Schilfbank. Unter uns befindet sich Kunstrasen. Es gibt kostenlos Kaffee und Tee. Nur den leckeren, selbstgebackenen Kuchen müssen wir bezahlen.

Etwa gegen 18.30 Uhr sind wir wieder am Bus und machen uns auf den Weg ins 130 km entfernt La Paz. Was wir noch nicht ahnen, uns aber Margot dann verkündet: der Weg ist eine einzige Baustelle, mit unzähligen Umleitungen, Schotterpisten und Schlaglöchern. Die bestehende Straße wird gerade auf gleicher Trasse ausgebaut. Es gibt keine Randbefestigungen, keine Begrenzungspfähle, natürlich keine Beleuchtung - aber viel Verkehr. Ich beneide die beiden Fahrer keineswegs. Gegen 22 Uhr sollen wir in La Paz ankommen. Richtig spannend wird es noch mal bei der Durchfahrt durch EL Alto - Stau ohne Ende. Und natürlich eine ganz schlechte Straße, mit vielen unbeleuchteten Fahrzeugen. Aber unsere Fahrer meistern dies ganz souverän. Nach El Alto führt die Stadtautobahn Stau frei hinunter nach La Paz. Das, sich die Hänge entlang ziehende Lichtermeer der Häuser und der Straßenbeleuchtung sieht fantastisch aus.

In La Paz gibt es wieder Stau, aber wir erreichen trotzdem unser Hotel „Osira“ um 21.30 Uhr. Wir bekommen alle einen Begrüßungstee. Wieder gibt es etwas Papierkram, die Pässe müssen, wie in jedem Hotel, zum Kopieren abgegeben werden. Unser Zimmer im 5. Stock bietet eine Aussicht auf einen bebauten und beleuchteten Hang. Das Hotel macht einen etwas „verwohnten“ Eindruck. Aber es ist ja nur für eine Nacht. Zumindest ist das Personal sehr freundlich und hilfsbereit.

Wir kaufen noch in einem recht großen Supermarkt, der einen Häuserblock entfernt ist, Brot, Wurst, Käse, Wasser und Bier ein. Essen möchten wir nicht mehr gehen. Auch hier ist die Bezahlung direkt mit der Kreditkarte möglich. Im Hotel versuche ich noch einen online-check-in für den morgigen Flug. Funktioniert aber nicht.

Hotel:
 http://www.hotelosira.com/esp/servicios.html

Sehenswürdigkeiten:
 https://de.wikipedia.org/wiki/Titicacasee
 http://wikitravel.org/de/Uros_Inseln
 https://de.wikipedia.org/wiki/Isla_de_la_Luna
 https://de.wikipedia.org/wiki/Isla_del_Sol
 https://de.wikipedia.org/wiki/Copacabana_(Bolivien)
 https://de.wikipedia.org/wiki/La_Paz
 https://de.wikipedia.org/wiki/Bolivien

9. Tag: La Paz - Flug nach Santiago de Chile

  • Transfer 30 Minuten, 8 km
  • Linienflug nach Lima, Airbus A319
  • La Paz 16.45 Uhr - Lima 17.45 Uhr (1.55 Std.), Sitze 23 AB, 1.077 km
  • Linienflug nach Santiago Airbus A319
  • Lima 20.05 Uhr - Santiago 1.40 Uhr (3.40 Std), Sitze 23 AB, 2.466 km
  • Transfer 20 Minuten, 19 km

Heute geht es erst um 9 Uhr los; wir gehen um 8 Uhr zum Frühstück. Es gibt einen netten sonnigen Frühstücksraum und sehr bemühtes Personal, welches laufend das Buffet nach bestückt. Wir werden auch gefragt, welche Eier wir mögen, die dann in der Küche frisch zubereitet werden. Kaffee gibt es als Pulverkaffee oder als „essencia“ (siehe oben).

Margot trifft ein, und auch der Bus kommt trotz des immerwährenden Staus pünktlich. Wir fahren zum Aussichtspunkt „Killi-Killi“. Es ist sonnig und dank der klaren Luft liegt uns ganz La Paz zu Füssen. Weiter geht es ins Regierungsviertel. Im großen Park mit vielen Besuchern und vielen Tauben erläutert uns Margot die Geschichte Boliviens.

Wir werden dort noch von einer Gruppe Studenten mit einer Videokamera über unseren Bolivienbesuch interviewt. Als sie uns zum Schluss bitten noch ein deutsches Lied zu singen, entscheiden wir uns spontan für „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Zu Fuß erkunden wir die Märkte und Straßen um die Kirche San Franzisco. Hier gibt es Zebras auf den Straßen. Dies sind junge Leute in Zebrakostümen, die den Kindern und unfolgsamen älteren Passanten die Benutzung der Zebrastreifen erklären.

Schließlich laufen wir durch die Altstadt zum Hexenmarkt. Margot erklärt uns, dass dies hauptsächlich ein Markt für (aber-)gläubige Bolivianer ist. Sie gibt uns Einblicke in Bräuche und Gepflogenheiten der Bevölkerung. Aberglaube spielt im täglichen Leben in Bolivien eine große Rolle und die Pacha Mama (Mutter Erde) wird auch von den Christen ganz selbstverständlich verehrt.

Da wir uns einstimmig gegen einen Museumsbesuch und dafür für eine Fahrt mit der neuen Seilbahn nach El Alto entschieden haben, bringt uns der Bus zur Talstation. Leider fängt es zu regnen an und die Scheiben der Seilbahngondeln lassen keine klare Sicht zu. Die Seilbahn fährt über einen riesigen Friedhof, der zum großen Teil aus Urnenwänden besteht. Kurz vor der Bergstation können wir noch ein Auto bestaunen, welches bei einem früheren, spektakulären Unfall ins Tal gestürzt ist und in den Felswänden hängen blieb. Aber schon an der Bergstation ist der Regen vorbei und vom „Titanic-Aussichtspunkt“ (eine spitz zulaufende Besucherplattform) machen alle noch mal Abschiedsbilder von La Paz. In kurzer Zeit erreichen wir mit dem Bus, der oben auf uns wartet, den Flughafen El Alto.

Die Ausreise aus Bolivien ist etwas zeitraubend, da die Zollformulare sehr pingelig geprüft werden. So sind z. B. zwei unterschiedliche Schriftfarben nicht zulässig. Auch kleinste Ungenauigkeiten führen zum Ausfüllen eines neuen Formulars. Dafür wird die Ausreisesteuer (wie von Berge und Meer angekündigt) schon seit einigen Jahren nicht mehr erhoben. Gerne sparen wir die 50 $.

Ziemlich pünktlich startet der Flieger nach Lima. Wir sind alle irgendwie froh, der großen Höhe zu entkommen. In Lima atmen wir freier und fühlen uns nach dem Höhentraining erheblich kräftiger. Kurz vor 20 Uhr startet dann unsere Maschine nach Santiago de Chile. Der neue Airbus ist nicht ganz voll; es gibt einen kleinen Snack und etwas Alkohol. Aber Wein und Bier sind nach dem ersten Durchgang ausgegangen. Ich versuche etwas zu schlafen, was aber wieder nicht gelingt.

Hotel:
 http://www.hotelgalerias.cl/hotel-en-360-a/hotel-en-360-a.htm

Sehenswürdigkeiten:
 https://www.lapazlife.com/places/mirador-killi-killi/

10. Tag: Santiago de Chile

Wir landen pünktlich um 1.30 Uhr in Santiago. Einreise - Koffer, alles ganz entspannt. Unser Reiseleiter für Chile ist Eric-Aredondo (kurz Eric), der seine Jugend in Ludwigshafen verbracht hat - man hört es noch! Er ist richtig gut drauf, erklärt kurz etwas über Chile und was wir dann ab 10 Uhr vorhaben.

Auf einer leeren Autobahn geht es schnell zu unserem sehr guten Hotel in die Innenstadt. Riesige Zimmer, Pool und es liegt ganz zentral. Der wake-up-call funktioniert nicht und wir schlafen aus. Beim Frühstück wird es dann zeitlich fast knapp. Draußen ist es kühler als gedacht. Bis Mittag friere ich in meinem kurzärmeligen Hemd ein bisschen.

Wir laufen beim Stadtrundgang zuerst zur San Franzisco Kirche, dann weiter zur Börse, die wir auch von innen besichtigen. Wir dürfen dort an den Brokerplätzen sitzen und Finanzjongleur spielen. Am Salvador-Allende-Denkmal spricht Eric über Details aus der Geschichte Chiles. Diese vertiefen wir noch im Museo Histórico Nacional. Dann am Plaza de Armas erklärt uns Eric die umliegenden Gebäude, wie die Kathedrale und die alte Post. Hier holt uns der Bus zu der ausgedehnten Stadtrundfahrt links und rechts des Rio Mapocho ab. Sie führt uns auch durch das Künstler- und Ausgehviertel Bellavista und an einen Aussichtspunkt, nahe einer vielbesuchten Privatschule.

Die Stadtrundfahrt endet am Mercado Central, dem Hauptmarkt für Fisch und Meeresfrüchte. Wir essen dort alle zusammen in einem feinen Fischrestaurant. Recht lecker und preislich für Europäer erschwinglich. Eric läuft dann mit uns zum Hotel. Wer Lust hat verlässt die Gruppe an interessanten Geschäften. Inge und ich ruhen uns etwas im Hotel aus und ich schwimme dann etwas im Hotelpool. Dies löst Begeisterung bei einheimischen Gästen aus - ihnen wäre das Wasser mit geschätzten 20° viel zu kalt.

Wir ziehen dann nochmals los um etwas einzukaufen, und den Abend am Plaza de Armas ausklingen zu lassen. Dort ist viel Betrieb: Schachspieler, Musiker, Gaukler, Schuhputzer und Fotografen. Uns scheint, dass die Innenstadt von Santiago nur aus Einkaufspassagen, Märkten und großen Einkaufszentren besteht. Viele Leute sind unterwegs und es ist recht wuselig.

Wir werden drei Mal von Einheimischen angesprochen, mein Rucksack wäre etwas offen (es waren aber nur zwei Flaschen Bier drin), Inge soll ihren Rucksack vorne tragen und ich meine Kamera auf jeden Fall nur mit der Trageschlaufe um den Hals oder Arm benutzen. Die Santiagoer haben (vielleicht zu Recht) scheinbar noch mehr Angst vor Taschendieben als wir selbst. Auf jeden Fall sind es nette Leute und wir landen wieder unbeschadet in unserem Hotel.

Hotel:
 http://www.hotelgalerias.cl/hotel-en-360-a/hotel-en-360-a.htm

Sehenswürdigkeiten:
 https://de.wikipedia.org/wiki/Chile
 https://de.wikipedia.org/wiki/Santiago_de_Chile
 https://de.wikipedia.org/wiki/Salvador_Allende

11. Tag: Santiago de Chile – Weingut – Valparaíso

Die Abfahrt ist heute erst um 10.30 Uhr. So können wir ausführlich frühstücken. Wir fahren dann aufs Land zum Weingut Undurraga. Leider ist es etwas trüb, aber die Sonne kommt durch, als wir Santiago verlassen haben. Leider sehen wir die Anden aber wieder nicht.

Das Weingut ist auf Führungen gut vorbereitet und liegt in einem riesigen Park. Die Anpflanzungen um das Weingut sind Neuanpflanzungen mit Tropfbewässerung. Ein junger Winzer erklärt alles sehr ausführlich. Als wir fachlich ins Gespräch kommen, erzählt er, dass er gerne auch mal in Deutschland arbeiten möchte. Ich biete ihm an, seine Bewerbung an einige mir gut bekannte Weingüter zu schicken. Mal schauen ob er sich meldet.

Wir verkosten vier Weine. Der rote Sibaris schmeckt mir sehr gut und ich kaufe hier meine Souvenirflasche. Da kommt in der Gruppe die Frage auf, ob wir nicht am Nachmittag nach Valparaíso an den Pazifik fahren könnten. Eric telefoniert mit dem Busunternehmen und spricht mit dem Fahrer und bietet schließlich die Fahrt in seine Heimatstadt für 30 $ pro Person an. Alle sind begeistert.

Es sind etwa 120 km bis zum Meer - aber es geht über eine super ausgebaute Autobahn. Wir fahren durch fruchtbare Täler und die Sonne meint es wieder gut mit uns. Gegen 15 Uhr kommen wir im Weltkulturerbe Valparaíso an. Nachdem uns Eric das Haus von Pablo Neruda gezeigt hat - sieht schon etwas „schräg“ aus - führt er uns in ein Restaurant mit fantastischem Rundblick über die Bucht. Es gibt tollen Fisch, Sonne und Aussicht. Denke wir haben es uns verdient! Ich trinke ein Bier aus Patagonien.

Nach kurzer Busfahrt geht es zu Fuß weiter durch die Straßen mit den bunten Häusern und den vielen Graffitis. Gerade die Mischung neuerer Gebäude mit alten Kolonialhäusern macht wohl das Weltkulturerbe aus. Das letzte Stück bergab fahren wir mit einer der berühmten uralten Standseilbahnen. Unten wartet der Bus auf uns. Gegen 21 Uhr sind wir wieder in Santiago. Valparaíso zu sehen habe ich mir immer schon gewünscht - es war ganz toll.

Sehenswürdigkeit:
 http://www.undurraga.cl/sibaris
 https://de.wikipedia.org/wiki/Valpara%C3%ADso
 https://de.wikipedia.org/wiki/Pablo_Neruda

12. Tag: Santiago de Chile - Flug nach Buenos Aires

  • Transfer 20 Min., 19 km
  • Linienflug nach Buenos Aires JJ 8071 (JJ)
  • Boing 787
  • Santiago 15.25 Uhr - Buenos Aires 17.25 Uhr (1.55 Std) Sitze 30 KL 1.131 km
  • Transfer 20 Min., 10 km

Heute können wir ausschlafen. Wir werden erst um 12 Uhr für den Transfer zum Flughafen abgeholt. Eric bietet uns an, uns um 9.30 Uhr noch zu einer Wachablösung zu begleiten, die nur einmal im Jahr mit viel Pomp in Santiago stattfindet. Inge und mich interessiert das nicht und wir frühstücken gemütlich und schlendern dann noch mal durch die Fußgängerzone zum Plaza de Armas.

Wir kaufen noch ein paar Souvenirs und unterhalten uns mit einem Fruchtverkäufer. Wir bringen uns gegenseitig bei, wie die verschiedenen Früchte auf Deutsch und Spanisch heißen. Er schenkt Inge dann zum Abschied eine Kiwi (sehr sauer).

Es geht pünktlich zum Flughafen. Das Einchecken verläuft wieder schnell und ein geringes Übergewicht wird akzeptiert. Bei der Sicherheitskontrolle fällt erstmals bei dieser Reise ein kleiner Flaschenöffner auf. Ich soll ihn in eine Sammelbox werfen. Dafür sind aber Getränke kein Problem. Wir haben nun noch genug Wasser für den Wartebereich bis zum Boarding.

Es ist ein toller Flug mit einem ganz neuen Boeing Dreamliner. Wir haben viel Platz, die Sitze sind sehr bequem und die Fenster lassen sich elektrisch verdunkeln. Der ruhige Flug zeigt uns zuerst die schneebedeckten Anden, dann die grün-braune Pampa. Wir sehen immer wieder schnurgerade Wege, Pisten und Bauernhöfe; selten Dörfer und gar keine Städte. Nach 1.20 Stunde sind wir schon in Buenos Aires.

Die Einreise ist wieder problemlos - nur die Warteschlangen sind diesmal etwas länger. Draußen wartet José; Sohn von Argentiniern, die in die Schweiz ausgewandert sind. Erst vor einigen Jahren ist er wieder nach Argentinien gekommen. Man hört noch deutlich seine schweizerische Aussprache. Obwohl ich etwas Spanisch kann, verstehe ich kaum etwas, wenn sich José mit unserem Fahrer unterhält. Das argentinische Spanisch hat wohl starke Anklänge an das Portugiesisch. Na ja Brasilien ist nahe.

Wir fahren fast 35 km durch unschöne Vorstädte; immerhin führt eine Autobahn bis fast in die Innenstadt. Unser Hotel liegt sehr zentral, hat aber seine besten Jahre schon hinter sich. Wir haben ein Zimmer mit Aussicht zum Innenhof - zumindest ist es sehr ruhig. Einige aus unserer Gruppe haben aber sogar Zimmer mit einem Balkon. Na ja.

Wir kaufen in einem kleinen Supermarkt in der Nähe noch Getränke. Alle Argentinier die wir treffen, sind freundlich und hilfsbereit und freuen sich über ein paar spanische Worte. Der Peso kann auch auf der Straße zu einem etwa 50% besseren Kurs als auf der Bank oder aus dem Geldautomaten getauscht werden. Gerne werden Dollar oder auch Euro genommen. Dollars spucken die Geldautomaten in Argentinien nicht aus.

José meint, wir sollen hier alle unsere Pesos ausgeben, da sie außerhalb von Argentinien kaum genommen werden. Bei einer Inflationsrate von bis zu 25% im Jahr ist es kein Wunder, dass viele Argentinier den Dollar als Zahlungsmittel und zu Geldanlagen bevorzugen. Auch die angebotenen Ausflüge können nur in Dollar bezahlt werden.

Hotel:
 http://www.562nogarohotel.com/history-en.html

Inflation:
 https://www.credit-suisse.com/de/de/news-and-expertise/society/articles/news-and-expertise/2015/03/de/inflation-in-everyday-life-an-argentinian-family-reports.html

Sehenswürdigkeiten:
 https://de.wikipedia.org/wiki/Argentinien
 https://de.wikipedia.org/wiki/Buenos_Aires

13. Tag: Buenos Aires

Heute steht die große Stadtrundfahrt auf dem Programm. Auf der Avenida de Mayo ist außergewöhnlich wenig Verkehr, da es ja Samstag ist. Wir fahren zur Plaza de Mayo mit dem Casa Rosada, dem heutige Präsidentenpalais. Dort erklärt uns José ausführlich die politischen Verhältnisse Argentiniens.

Im Laufe der Stadtrundfahrt erfahren wir alles Wissenswerte zu Land und Leuten und zum Leben in Buenos Aires. Die geschichtlich bedeutenden Gebäude erklärt er auf eine interessante und erlebnisreiche Art. Immer wieder bleibt der Bus stehen, damit José genügend Zeit für Erklärungen hat - gute Idee. Wir fahren durch die wichtigen Stadtteile, auch auf der breitesten Straße der Welt, der „Avenida 9 de Julio“.

Im gepflegten Viertel Recoleta halten wir am Friedhof und schauen uns das Grabmal von Evita Peron an, die von einem Großteil der Bevölkerung immer noch sehr verehrt wird. Weiter geht es ins farbenprächtige La Boca, mit dem berühmten Fußballstadion und der Hafenmeile für Touristen.

Wir sehen die Hafenspelunken, in denen wohl der Tango erfunden wurde, und bewundern die bunt bemalten, kleinen, mehrstöckigen Häusern. Früher wohnten hier die Hafenarbeiter. Die früheren Hafenbecken sind heute Jachthäfen und die alten Docks wurden zu Hotels, Geschäften und Restaurants aufgewertet. Nach der Stadtrundfahrt laufen einige von uns nochmal dorthin, schlendern noch etwas und möchten dort eigentlich ein echtes argentinisches Steak essen. Die Preise dort schrecken etwas ab - ca. 50 € pro Essen.

Wir laufen weiter in die ausgedehnten Fußgängerzonen. Hier gibt es viele Lokale, die Steaks zu zivilen Preisen von 13-15 € anbieten. Die Steaks sind groß und recht gut; die Portionen reichlich. Getränke kosten zwischen 25 und 50 Pesos. Argentinien kommt uns nicht gerade preisgünstig vor, aber in den Restaurants sind auch sehr viele Argentinier zu sehen - nicht nur Touristen.

Für den morgigen, freien Tag bietet José Ausflüge ins Tigre Delta des Río Paraná, eine Schifffahrt in ein hübsches Grenzstädtchen in Uruguay und einen Tag auf einer Estancia bei den Gauchos der Pampa an. Uns hätte der Ausflug in die Pampa interessiert, aber bei den Preisen zwischen 140 $ - 190 $ pro Person - je nach Teilnehmerzahl - fanden sich hier nicht die erforderlichen 10 Gäste. Diese Gästezahl wurde aber für das Tigre Delta zu 50 $ erreicht.

Um 21.30 Uhr fahren wir ab zur traditionellen Tango-Show im Café de los Angelitos. Es ist ein recht großes Theater mit Life Musik. Tanzende Paare und eine Sängerin und ein Sänger tanzen und singen. Es ist eine unterhaltsame Show, trifft aber meinen Musikgeschmack nicht.

Die Getränke sind frei und werden bereitwillig nachgeschenkt. Wir dürfen fotografieren und filmen. Vor dem Café werden wir von einem Balkon aus von Mädchen in Dirndl auf Deutsch begrüßt. Sie feiern zu Halloween eine Oktoberfestparty.

Sehenswürdigkeiten:
 https://de.wikipedia.org/wiki/Tigre_(Argentinien)
 http://www.cafedelosangelitos.com/landings/es/
 https://www.youtube.com/watch?v=J9gSF9qxaDw

14. Tag: Buenos Aires

Wir frühstücken bis 10.30 Uhr und laufen dann zum Sonntagsmarkt nach San Telmo - der aber wohl die ganze Woche veranstaltet wird. Wir gehen durch Seitensträßchen mit schönen, aber oft schon stark renovierungsbedürftigen Häusern.

Es gibt hier viele kleine Geschäfte und Restaurants. Dann gehen wir durch die Bolivar bis zur Plaza Dorrego. Auf dem Markt dort gibt es alles Mögliche und nicht nur Touristenware. Natürlich gibt es Maler und Musiker, aber auch Stände mit Pferdezaumzeug, Münzen, besondere Flaschen und Handarbeiten. Ich erstehe ein Alpacca-Trinkröhrchen mit integriertem Sieb zum Teetrinken (70 P), mehrere CD´s (60 P), Inge kauft ein Tuch und einen Schal (75/35 P) und ein Aquarell (80 P). Wir essen direkt an der Plaza Dorrego Steaks (140 P) - groß und gut.

Zum Hotel zurück laufen wir entlang des Passeo Colon. Es ist hier viel Verkehr und immer wieder kommen Autos, Busse und Lastwagen vorbei, die Fußballfans nach La Boca bringen. Dort findet heute ein wichtiges Spiel statt. Ganze Gruppen gehen auch zu Fuß. In den überdachten Kolonnaden liegen oft ganze Familien auf Matratzen. Sie wohnen wohl hier. Gegen 16 Uhr sind wir wieder im Hotel und ruhen uns etwas aus. Um 18 Uhr laufen wir noch mal los.

Eigentlich wollte ich noch U-Bahn fahren, es wird aber zu spät. Ein freundlicher Mitarbeiter lässt uns auch ohne Tickets die Station Bolivar anschauen. Wir gehen weiter zur „Majo“, wo seit gestern ein großes Musikfestival stattfindet. Gerade ist die griechische Community auf der Bühne und spielt griechische Musik und zum Schluss tanzen alle Sirtaki.

Am Präsidentenpalast sehen wir dem aufwendigen Zeremoniell zum Einholen der Flagge zu. Direkt vor unserem Hotel findet noch ein Markt mit alternativen und nachhaltigen Produkten statt. Alles ist sehr kreativ und selbstgemacht. Wir kaufen Seifen für unsere Töchter.

Heute hat mir Buenos Aires außergewöhnlich gut gefallen. Die prunkvollen Gebäude und Straßen sind mir nicht so wichtig, aber die netten freundlichen Menschen schätze ich. Wir haben uns immer sicher gefühlt. Natürlich soll man auch hier - wie in jeder Großstadt - vorsichtig sein. Bei all unseren Reisen sind wir erst einmal bestohlen worden; und das war in Paris. Wir packen wieder einmal die Koffer und morgen geht es nach Iguazú. Wir haben viel zu viele warme Sachen dabei. Die Temperaturen bewegen sich im südamerikanischen Frühling bei angenehmen 12-20°.

Sehenswürdigkeiten:
 https://de.wikivoyage.org/wiki/Buenos_Aires/San_Telmo

15. Tag: Buenos Aires - Flug nach Iguazú

  • Transfer 20 Min., 10 km
  • Linienflug nach Iguassu Airbus A320 - 100/200
  • Buenos Aires 9.05 Uhr - Iguassu 10.55 Uhr (1.50 Std.), Sitze 25, KL 1.120 km
  • Transfer 45 Min., 35 km

Um 7 Uhr ist die Abfahrt zum Flughafen. Die Fahrt ist sehr kurz, da wir am Stadtflughafen zum Inlandsflug starten. Wieder ist schönes Wetter. José hatte gestern schon die Bordkarten abgeholt; leider wurden meine Platzreservierungen erstmals nicht berücksichtigt.

Beim Start erhaschen wir noch einen Blick auf Buenos Aires. Da ich aber keinen Fensterplatz habe, ist das Filmen nur eingeschränkt möglich. Dann folgt eine dichte Wolkendecke bis kurz vor Iguazú. Manchmal blitzt Urwald, aber auch viel Farmland durch die Wolkendecke.

Am kleinen argentinischen Flughafen holt und José (diesmal aber ein brasilianischer) ab. Wir steigen in einen argentinischen Bus, den wir aber nach wenigen Kilometern gegen einen brasilianischen tauschen. Nun geht es zum Besucherzentrum auf der argentinischen Seite der Fälle. Dort steigen wir in eine kleine Schmalspurbahn, die uns zu dem etwa 4 km entfernten Startpunkt unserer ersten Wanderung bringt. Wir laufen auf sehr sicheren Stegen zu einer Aussichtsplattform - hin und zurück etwa 2.5 km.

Die Aussicht ist fantastisch. Immer wieder schauen wir auf Wasserfälle und werden manchmal von der Gischt nass. Aber es ist warm und wir trocknen schnell wieder. Nach der Rückkehr zur Bahnstation machen wir eine Pause und versorgen uns in einem kleinen Supermarkt mit sündhaft teuren Speisen und Getränken (1/2 l Wasser kostet 4 $).

Nach kurzer Bahnfahrt erreichen wir den Ausgangspunkt für den Höhen- und den Talwanderweg. Beide Wanderwege sind etwa 1.5 km lang und leicht zu begehen. Ich denke die Speicherkarten der Kameras würden glühen, wenn sie nicht ab und zu von der Gischt gekühlt würden.

José sammelt unsere Pässe ein und erledigt die Ausreiseformalitäten aus Argentinien recht schnell für alle. Über die Grenzbrücke fahren wir nach Brasilien. Bis zur Mitte ist das Geländer blau-weiß, dann grün-rot gestrichen. Zur Einreise in Brasilien hat José die Formulare schon für die ganze Gruppe ausgefüllt, trotzdem dauert es ewig, bis er von der Grenzstation zurück kommt. Er schimpft, dies sei halt Brasilien - ein Beamter für die ganze Grenzstation!

Noch 8.5 km und wir sind in unserem wunderschönen Hotel. Es ist fast neu, hat einen riesigen Pool und ist fast leer. Ich gehe gleich mal schwimmen. Heute ist ein Feiertag in Brasilien und alle Läden haben zu. So essen wir im Hotel im großen Speisesaal. Das Essen und die Bedienung sind vorzüglich. Das leckere und reichhaltige Buffet kostet 12 $, ein großes Bier 15 Real, ein Wasser 5 Real - sehr günstig nach dem teuren Argentinien. Wir schlafen (fast) sehr gut. Nur die Minibar brummt sehr laut. Ich ziehe den Stecker heraus. Leider kann ich das laute Brummen im Gang nicht abstellen. Vielleicht ist es die Klimaanlage.

Hotel:
 http://www.rafainpalace.com.br

Sehenswürdigkeiten:
 http://www.iguazuargentina.com/
 https://de.wikipedia.org/wiki/Brasilien

16. Tag: Iguazú - Flug nach Rio de Janeiro

  • Transfer 45 Min., 35 km
  • Linienflug nach Rio Iguazú 14.46 Uhr - Rio 16.43 Uhr (1.57 Std), Sitze 28 EF 1.000 km
  • Transfer 30 Min., 25 km

Um 8 Uhr fahren wir zu unserem Ausflug zur brasilianischen Seite der Wasserfälle. 30 Gäste haben diese Tour zu 40 € oder 45 $ gebucht. Der Eintritt in den Nationalpark mit 56 Real ~ 14 € ist hierbei eingeschlossen. Es ist warm, regnet aber in Strömen. Es stimmt schon, die Eindrücke von der brasilianischen Seite aus toppen die argentinischen.

Der Wanderweg geht fast nur bergab und hat viele Aussichtspunkte. Zum Schluss sind wir ganz nahe am größten Wasserfall. Die Gischt und der Regen durchnässen alles. Auch die Kameras sind stark gefährdet. Aber darauf kann jetzt keiner Rücksicht nehmen. Ein Aufzug bringt uns wieder zum Straßenniveau, wo der Bus wartet.

Inzwischen ist alles recht klamm und die allgegenwärtigen Klimaanlagen tragen nicht zum Wohlbefinden bei. Wir fahren zum Flughafen und checken ein. Es stellt sich aber heraus, dass der Flug erst um 15.55 Uhr stattfindet. Zudem wird einer unserer Koffer als zu schwer befunden - beim achten Flug! Wir nehmen halt etwas mehr ins Handgepäck.

José will uns die Wartezeit verkürzen und fährt mit uns in ein Touristeneinkaufszentrum. Die Waren interessieren uns nicht, aber es gibt einen guten und günstigen Kaffee und eine kleine kostenlose Cachaça Probe. Dann geht es auf zum Grenzpunkt, an dem Argentinien, Brasilien und Paraguay zusammen stoßen. Zum Schluss decken wir uns noch in einem großen Supermarkt mit Getränken und Mitbringsel, wie z. B. regionalem, brasilianischem Kaffee ein. Uns erstaunt besonders die Größe der Fleischstücke in der Fleischabteilung. Getränke dürfen auch in Brasilien ins Flugzeug mitgenommen werden.

Bei der Sicherheitsüberprüfung im Flughafen möchte ein Beamter meine Flasche Wein sehen, die ihm beim Durchleuchten aufgefallen ist. Er meint es sei ein sehr guter und wünscht einen guten Flug. Am Anfang des Fluges sehen wir noch Urwald, große landwirtschaftliche Flächen und viel Wasser. Leider keine Wasserfälle.

Wir kommen dann pünktlich in Rio an - tropische Wärme mit hoher Luftfeuchtigkeit erwartet uns. Am Gate steht Ralf aus Schweinfurt, unser Reisebegleiter für die letzten Tage. Er ist mit einer Brasilianerin verheiratet und lebt seit vielen Jahren in Rio. Er ist ein wandelndes Lexikon und wir hätten ihn gerne die ganze Tour als Reiseleiter gehabt. Aber er ist halt unser Spezialist für Rio. Wir stauen uns in die Stadt und Ralf erklärt, dass Rio die Rushhour abgeschafft hätte - es gibt nun Rushdays. Na ja, durch die vielen Staus hat er Zeit alles Sehenswerte am Wege, die Geschichte Rios und viele Details zum Leben in Rio zu schildern.

Unser Hotel liegt nur 2 Blocks (etwa 150 m) vom Copacabana-Strand entfernt. Es hat 17 Stockwerke, einen Pool auf der Dachterrasse mit Meerblick und macht einen sehr guten Eindruck. Leider liegt unser Zimmer im 12. Stock hin zu einem Innenhof. Das bedeutet keine Sicht und sehr laute Lüfter Geräusche von den Klimaanlagen. Ohne die geht es hier auch im Frühling nicht. Auch die Klimaanlage im Zimmer ist recht laut und so stören die Geräusche von außen nur bedingt.

Zum Essen gehen wir in ein kleines Restaurant, fast genau gegenüber von unserem Hotel. Es ist ein reichhaltiges Buffet aufgebaut. Jeder nimmt sich was er/sie möchte und bezahlt für 100g 4 Real, also ungefähr einen Euro. In einem kleinen Supermarkt kaufen wir noch Getränke und schlafen nach einem erfrischenden Bad im Pool recht früh ein.

Vom Pool aus können wir hoch über uns die hell beleuchtete Christusstatue auf dem Corcovado sehen. Über ihr schwebt ein blauer Heiligenschein. Was die LED-Technik heute so alles kann!

Hotel:
 http://www.mirasolhotel.com.br/site/

Sehenswürdigkeiten:
 http://www.cataratasdoiguacu.com.br/portal/paginas/131-natural-heritage-site.asp
 https://de.wikipedia.org/wiki/Rio_de_Janeiro
 http://www.rio-online.com/
 https://de.wikipedia.org/wiki/Copacabana_(Rio_de_Janeiro)

17. Tag: Rio de Janeiro

Um 8.30 Uhr ist die Abfahrt zur Stadtbesichtigung. Zuerst geht es zum Zuckerhut - natürlich mit Stau. Von der Mittelstation aus haben wir eine herrliche Sicht auf die Buchten und die Hochhäuser von Rio. Aber es ist bewölkt und die Spitze des Zuckerhutes ist in Wolken.

Dies ändert sich leider auch nicht, als wir die Bergstation erreicht haben. Wir geben die Hoffnung auf freie Sicht aber nicht auf und werden mit einigen kurzen Blicken ins Tal belohnt. Weiter geht es in die Innenstadt, wo wir die zuerst das riesige Sambadrom anschauen. Wir erinnern uns gerne an die TV-Umzüge des Karnevals in Rio.

Es gibt auch einen kleinen Ausstellungsraum mit Fotos, Kostümen und einem Souvenirverkauf. Weiter fahren wir zur Kathedrale. Ob schön oder nicht - es ist ein außergewöhnliches Bauwerk. Ralf sprüht wieder vor Insiderwissen und lässt uns daran teilhaben. Wer in der Innenstadt bleiben möchte verlässt uns hier. Die meisten fahren aber weiter mit zum Hotel. Einige haben für heute Nachmittag die Corcovado-Tour mit der Fahrt mit der Zahnradbahn gebucht. Inge und ich haben dies morgen am Vormittag vor.

Eigentlich wollten wir heute an den Strand. Es ist uns aber zu heiß um sich dort länger aufzuhalten. Ralf hatte für den Nachmittag noch andere Besichtigungen angeboten und wir entscheiden uns für den Besuch von zwei Favelas mit sachkundiger Führung zu 32 € pro Person. Pünktlich um 14 Uhr werden wir abgeholt. Es werden noch weitere Hotels angefahren und schließlich sind wir neun Gäste.

Unsere Führerin Luc wohnt selbst in einer Favela und berichtet uns über das Leben dort aus erster Hand. Wir fahren zuerst nach Rocinha. Es liegt am Hang und gestattet wahnsinnige Ausblicke auf Rio. Wir besuchen Geschäfte, Ausstellungen, schlendern durch die Straßen und Gassen, durch Hinterhöfe und haben die beste Aussicht von einer Terrasse, die wir durch eine Autolackiererei erreichen.

Luc erläutert, dass die Gegend früher durch Drogenbosse beherrscht wurde. Die Gangster gibt es heute noch; sie zeigen sich aber nicht mehr so häufig in der Öffentlichkeit wir früher. Dafür ist die Polizei überall präsent - ausgerüstet mit schusssicheren Westen und Maschinengewehren.

Die Leute sind freundlich. Wir kaufen auf dem Markt exotische Gewürze, gehen Caipirinha trinken und fühlen uns keineswegs unsicher. Luc erklärt uns, dass hier in den Favelas hauptsächlich der Gemeinsinn zählt. Es sind keineswegs Armenviertel. Wir sehen viele ordentlich hergerichtete Häuser. Die Verkabelung von Strom, Kabel-TV und Internetanschlüssen fasziniert mich (wie in ganz Südamerika) immer wieder.

In der Favela Canoas besuchen wir das soziale Vorzeigeprojekt  Para Ti. Kinder kommen hier nach der Schule her, spielen und lernen unter Anleitung. Es macht einen sehr durchdachten Eindruck. Auch 10 % der Tour Einnahmen gehen an das Projekt. Wir essen noch sehr leckere, selbstgebackene Törtchen und kaufen ansprechende, selbstgemachte Souvenirs.

Am Abend gehe ich noch mal an die Copacabana schwimmen und wir laufen durch die belebten Parallelstraßen zur Strandpromenade. Da uns von den vielen Restaurants keines richtig zusagt, essen wir in unserem Hotel Mirasol - sehr lecker und so reichlich, dass wir die Teller nicht leer essen können. Hoffentlich hat das keine Auswirkungen auf das morgige Wetter. Nachts tobt noch ein heftiges Gewitter, mit wolkenbruchartigem Regen. Zumindest kühlt es dadurch etwas ab.

Sehenswürdigkeiten:
 https://de.wikipedia.org/wiki/Zuckerhut_(Felsen)
 https://de.wikipedia.org/wiki/RiodeJaneiro)
 https://de.wikipedia.org/wiki/Karneval_in_Rio
 https://books.google.de/books?id=4vbkYLTo9mcC&dq=Favelas+in+Rio+de+Janeiro&hl=de&source=gbs_navlinks_s
 http://www.parationg.org/en/

18. Tag: Abreise

  • Transfer 30 Min., 25 km
  • Linienflug nach Sao Paulo JJ 3687 (JJ)
  • Durchgeführt und vermarktet von TAM Airbus A320 – 100/200
  • Rio 19.32 Uhr - Sao Paulo 20.45 Uhr (1.13 Std.), Sitze 28 EF, 358 km
  • Umsteigen in Sao Paulo
  • Sao Paulo 22.10 Uhr - Frankfurt 13 Uhr (11.50 Std.), Sitze 48 CA, JJ 8070 (JJ)
  • Durchgeführt und vermarktet von TAM Boeing777, 9.829 km
  • 22.10 Uhr – 13.00 06.11.15

Wecken um 7 Uhr - Abfahrt um 8 Uhr. Inge und ich haben für den Vormittag noch den Ausflug auf den Corcovado gebucht (45 €). Ralf erklärt wieder alle Gebäude - auch vorausschauend: „demnächst kommt links ein gelben Haus ...“. Wir stauen uns zur Talstation der Zahnradbahn. Ralf gibt den Tipp, uns in Fahrrichtung rechts zu setzen. Von dort hätten wir hin und wieder spektakuläre Ausblicke ins Tal, auf die er aber immer noch mal extra hinweist.

Wir fahren etwa 20 Minuten durch wundervollen Regenwald mit Orchideen und großen Jack-Früchten an den Bäumen und vielen weiteren bunten, mir aber unbekannten, Pflanzen. Oft sind die Talblicke vernebelt. Oben geht es noch mal 250 Stufen oder mit dem Aufzug und Rolltreppen hoch zur Christusstatue. Bei unserer Ankunft steht der Christus völlig frei in der Sonne, dreht uns aber den Rücken zu. Als wir ihn von vorne fotografieren wollen, hüllt er sich wieder in leichten Nebel. Hin und wieder ist auch unten Rio mit Häusern und Stränden zu sehen. Wir fahren um 10.30 Uhr wieder ins Tal.

Die Strandrundfahrt bei Ipanema und entlang der Copacabana fällt aus Zeitmangel aus. Bis 12.30 Uhr müssen die Zimmer geräumt sein. Kein Problem, da wir schon an Vorabend gepackt haben. Inge und ich gehen noch 1.5 Std am Strand spazieren und kaufen noch Getränke ein. Es wird ja wieder eine lange Nacht. Ich schwimme noch etwas im Hotelpool, die Sauna ist auch an, aber dafür reicht die Zeit nicht aus. Die Fahrt zum Flughafen verläuft Stau arm, und Ralf gibt noch mal sein Bestes und begleitet uns bis zum Check-in. Soweit alles klar - auch das (leichte) Übergewicht der Koffer stört nicht.

Nach zwei Stunden Wartezeit fliegen wir nach Sao Paulo. Zum Abschied grüßt der Zuckerhut noch mal ohne Wolken in der Abenddämmerung. In Sao Paulo wird es noch mal spannend Wir haben etwa 15 min Verspätung und müssen in etwa 45 Min. ins Terminal 3 kommen. Einige laufen, andere nehmen den Shuttlebus. Der Weg ist schlecht ausgeschildert und wir müssen mehrfach fragen. Aber schließlich sind alle, trotz pingeliger Sicherheitskontrolle genau zum Boarding um 21 Uhr an Gate 41.

Die Maschine startet pünktlich und nun liegen 12 Stunden Flug über den Atlantik vor uns. Das Essen ist annehmbar und es wird auch etwas Alkohol gereicht. Ich schaue noch den neuen „Mission: Impossible“-Film an und schlafe fast 5 Stunden - total ungewöhnlich.

19. Tag: Ankunft in Deutschland - Fazit

In Frankfurt erreichen wir sofort einen Zug nach Würzburg und sind um 16 Uhr wieder zu Hause!

Fazit:

Schön war´s - und anstrengend. Meist fuhren wir früh ab und kamen erst spät an. Die (fast) einzigen Zeiten zum Ausruhen und Entspannen waren die Wartezeiten auf den Flughäfen. Viele Eindrücke kommen beim Lesen des Reisetagebuches und dem Anschauen von Fotos und Videos zurück.

Das Wetter war durchgehend brauchbar bis sehr gut. Wir sind recht viel gelaufen. Alle haben es bewältigt. Die Höhenlage von Cusco bis La Paz war machbar. Ich habe von keinen größeren Problemen gehört. Die Frühstückskultur ist halt in Südamerika nicht so ausgeprägt.

Die Organisation der Reise hat gut geklappt; auch die Streiksituation in Cusco wurde gemeistert. Die Hotels waren gemischt - etwas mehr Luxus wäre manchmal schön gewesen. LAN/TAM Flüge sind zu empfehlen. Die Busse waren meist recht neu und komfortabel.

Wir hatten etwas Angst, als wir hörten, dass die Reisegruppe aus 36 Gästen besteht. Aber es ging eigentlich. Es bildeten sich bald kleine Grüppchen von Gleichgesinnten. 8 Reiseleiter/innen kümmerten sich um uns - natürlich nacheinander. Wir waren uns im Voraus darüber im Klaren, dass es kein Erholungsurlaub werden würde.

Wir wollten in der kurzen Zeit Südamerika „erleben“. Das haben wir! Zumindest haben wir Eindrücke gewonnen, die wir nicht missen wollen.

Ihr Reiseverlauf

Ihr Reiseverlauf

1. Tag - Anreise. Linienflug nach Lima.
2. Tag - Lima. Ankunft am Flughafen und Empfang durch Ihre Reiseleitung. Sammeln Sie schon während des Transfers zu Ihrem Hotel erste Eindrücke der mittlerweile 479 Jahre alten Stadt Lima. Ist es nicht beeindruckend, wie zwischen den Wolkenkratzern trotzdem die schon längst verfallene Kolonialpracht zum Ausdruck kommt? Nach dem Check-In (Zimmer ab mittags bezugsfertig) brechen Sie zu einer Stadtrundfahrt auf. Sie passieren das koloniale und das neue Lima und erleben den Kontrast der beiden Stadtteile. Zunächst sehen Sie in der kolonialen Innenstadt die geschichtsträchtigen Plaza de Armas mit dem imposanten Regierungspalast, dem Rathaus, dem eindrucksvollen erzbischöflichen Palais und der Kathedrale. Entdecken Sie auch schon die hellgelben Fassaden des prächtigen San Francisco Klosters? Hier machen Sie einen Stopp und besichtigen das Gebäude umfassend. Ihr erster Blick fällt bestimmt auf die hölzerne Kuppel, die hoch über einer gewaltigen Treppe thront. Unter den Gebäuden gibt es ein riesiges Netzwerk von Tunneln und Katakomben, das früher als Massenfriedhof genutzt wurde. Das enge Tunnelsystem beherbergt noch heute die Knochen der Verstorbenen, die hier beerdigt wurden. Unheimlich! Werfen Sie einen letzten Blick auf die Jesuitenkirche San Pedro, während Sie in Richtung der modernen Wohnviertel von San Isdro und Miraflores fahren. Bahnen Sie sich Ihren Weg zum Park Olivar, der neben alten Olivenbäumen große Einkaufszentren beherbergt. Ganz im Gegenteil dazu liegt der "Liebespark" direkt am Pazifik und besticht durch seine einmalige Farbenvielfalt. Lassen Sie in Miraflores Ihren Blick über die schier endlose Weite des Meeres schweifen und atmen Sie die frische Meeresbrise ein. Der restliche Tag steht Ihnen zur freien Verfügung. Wie wäre es mit einem Bummel durch die Stadt, oder möchten Sie lieber weiter das Meeresrauschen genießen? Der Stadtteil Barranco lockt mit seinen gemütlichen Cafés und Restaurants. Hier können Sie das Flair des Künstlerviertels auf sich wirken und den Blick aufs Meer schweifen lassen. Empfehlenswert sind in jedem Fall auch die kleinen Indio Märkte in Miraflores, wo Sie farbenprächtige und landestypische Mitbringsel ergattern können.
3. Tag - Lima - Flug nach Cusco. Transfer zum Flughafen von Lima und Flug nach Cusco. Ankunft am Flughafen, Empfang durch Ihre Reiseleitung und Transfer zum Hotel. Herzlich Willkommen in der Hauptstadt des Inkareiches. Auf 3.500 m Höhe in dem fruchtbaren Vilcanota-Tal gelegen, befindet sich die facettenreiche Stadt Cusco, welche noch heute als indianisches Zentrum der Anden gilt. Gegen Nachmittag unternehmen Sie eine Stadtrundfahrt. Sie spazieren zum Plaza de Armas mit der prachtvollen Kathedrale. Wussten Sie, dass diese Kathedrale auf den Ruinen des Inkaplastes entstanden ist? Sie fahren weiter in die Altstadt. Im Kolonialstil erstrahlen die restaurierten Bauten in ihrem eigenen Glanz. Unter den Altbauten verstecken sich urige Restaurants und kleine Ladenzeilen. Schließlich verlassen Sie die Stadt nach Sacsayhuaman: Die Festungsruine, 3 km oberhalb von Cusco, bietet einen einzigartigen Panoramaausblick über Cusco. Freuen Sie sich auf eine kurze Besichtigung der Ruinenstätten von Tambo Machay, das Bad der Inka, den riesigen Fels Qenqo sowie die Puca Pucara. Können Sie sich vorstellen, wie es einst hier ausgesehen haben muss? Lassen Sie auf der Fahrt zurück ins Hotel die ersten Erlebnisse Revue passieren!
4. Tag - Cusco - Machu Picchu - Cusco (ca. 225 km). Es erwartet Sie ein erlebnisreicher Tag auf dem Machu Picchu! Schon früh am Morgen fahren Sie zur Bahnstation von Ollantaytambo. Von dort aus erklimmen Sie mit dem Expeditionszug die Höhenmeter bis nach Aguas Calientes. Genießen Sie die Bahnfahrt durch das malerische Flusstal mit atemberaubender Bergkulisse der Anden im Hintergrund. Hätten Sie gedacht, dass jedes Dorf das Sie passieren seine eigene kleine Geschichte hat? Die Sepertinenstraße hinauf zum Machu Picchu absolvieren Sie mit einem Shuttlebus. Und dann ist es soweit: Sie haben eines der 7 neuen Weltwunder unserer Erde vor Augen. Nachdem der Ort erst 1911 entdeckt wurde, war Machu Picchu ein Zufluchtsort, der nur wenigen Auserwählten bekannt war und den Spaniern glücklicherweise verborgen blieb. Auf einer ausführlichen Besichtigung erfahren Sie den historischen Hintergrund und viele weitere Informationen über die berühmteste Inkastätte von Südamerika. Anschließend geht es mit Bus und Bahn zurück nach Cusco, wo Sie den Abend genießen können.
5. Tag - Cusco. Genießen Sie einen Tag zur freien Verfügung. Entdecken Sie die lebhafte UNESCO-Weltkulturerbestätte auf eigene Faust. Vom zentralen Platz von Cusco haben Sie vielfältige Möglichkeiten Sehenswürdigkeiten zu besuchen und der Geschichte der Stadt auf den Grund zu gehen. Haben Sie schon erste Ideen was Sie machen möchten? Ihre Reiseleitung steht Ihnen mit wertvollen Tipps beiseite! Optional können Sie an einem Ganztagesausflug durch das Urubamba Tal teilnehmen (vor Ort buchbar, ca. 58 US$ pro Person). Der Weg führt Sie entlang eines Quellflusses des Amazonas in die Stadt Pisac, welche 30 km entfernt am Urubamba-Fluss liegt. Bekannt ist Pisac für seine quirligen, farbenfrohen Märkte. Schlendern Sie über einen der schönsten Märkte Perus. Halten Sie Ausschau nach prächtigen Fotomotiven und bestaunen Sie die bemerkenswerte Handwerkskunst der Peruaner. Vielleicht haben Sie ja Glück und ergattern das ein oder andere Schnäppchen! Gegen Nachmittag geht es weiter nach Ollantaytambo. Lassen Sie sich von den gewaltigen Festungsbauten der Inkas in ehrfürchtiges Staunen versetzen. Können Sie sich vorstellen, wie die Spanier hier damals während der Eroberung Perus eine große Niederlage erlitten haben? Unterhalb der eindrucksvollen Mauern liegt die Stadt Ollantaytambo, die auf den Grundmauern der Inkabauten errichtet wurde. An der Spitze der Terrassenanlagen von Ollantaytambo befindet sich der Tempelbezirk. Hätten Sie gedacht, dass die Steine für die Gebäude von einem 6 km entfernten Berg, hoch oberhalb des gegenüberliegenden Ufers des Flusses Urubamba, stammen? Nach erlebnisreichen Besichtigungen der Festungsbauten, der Stadt und dem Tempelbezirk geht es am Abend zurück nach Cusco. Sie haben noch nicht genug? Dann spazieren Sie durch die wunderschön bei Nacht beleuchtete Stadt!
6. Tag - Cusco - Puno (ca. 340 km). Schon früh am Morgen brechen Sie auf zum Busbahnhof, von wo aus Sie mit dem öffentlichen Touristenbus in Richtung Puno starten. Ihr erstes Ziel ist Andahuaylillas. Unter den sanften Sonnenstrahlen taucht ein kleiner malerischer Ort aus der Kolonialzeit auf. Die weiß-braunen Mauern der Kirche zeugen äußerlich von keiner Besonderheit- aber das Innere wird Sie begeistern! Wunderbare Ölgemälde der berühmten Cuscenaschule, erlesene Kasettendecken und mit Fresken ausgemalte Wände prägen den prächtigen Innenraum der unscheinbaren sogenannten Sixtinischen Kapelle Südamerikas. Sie verlassen Andahuaylillas und erreichen die Ruinen von Racchi. Dort schauen Sie sich den Tempel Wiracocha an. Die erhaltenen Mauern zeugen noch heute von einem imposanten Gebäude. Nach dem Mittagessen geht es dann weiter über das Andenhochland über die Orte Sicuani, Raya und Pukara bis Puno, Perus Hauptstadt der Folklore. *Bis einschließlich 14 Personen findet die Fahrt mit dem öffentlichen Touristenbus statt. Ab 15 Personen Privatfahrt von Cusco nach Puno.
7. Tag - Puno - Copacabana (ca. 145 km). Freuen Sie sich auf einen Bootsausflug auf dem Titicacasee, welcher auf 3.856 m Höhe liegt. Wussten Sie, dass der See der höchste schiffbare See der Welt ist? Entdecken Sie in der Ferne die mehr als 40 kleinen schwimmenden Inseln, auf denen die Ureinwohner total abgeschnitten leben! Die Inseln sind nach ihren Erbauern und Bewohnern, den Uros, benannt. Tauchen Sie in das Leben der Uros auf den kleinen Schilfinseln ein. Noch heute passen sich die Bewohner der ursprünglichen Kultur ihrer Vorfahren an. So erhalten sie nicht nur Kultur und alte Bräuche, sondern auch eine an die besonderen Umstände angepasste Lebensweise. Können Sie sich vorstellen so zu leben? Lassen Sie Ihren Blick noch ein letztes Mal über die schier endlose Weite des Sees schweifen, bevor Sie Peru in Richtung Bolivien verlassen. Unterwegs halten Sie im Dorf Juli. Das sogenannte "kleine Rom" beherbergt eine Vielzahl an Kirchen. Sie sehen die bekannteste Kirche San Pedro während einer Besichtigung. Am Grenzübergang Kasani erwartet Sie bereits Ihr bolivianischer Reiseleiter. Nur kurze Zeit später erreichen Sie Ihr Tagesziel Copacabana. Nachdem Sie Ihren Reiseleiter über die Geschichte der "Schwarzen Jungfrau" ausgefragt haben, schlendern Sie anschließend über den lokalen Markt. Es folgt eine Bootsfahrt zum Südteil der Sonneninsel, Pilcocaina genannt. Dort genießen Sie "Apati", ein typisches andines Aymara-Essen mit herrlichem Ausblick auf die bolivische Seite des Titicacasees. Gut gestärkt werfen Sie einen Blick auf die Ruinen des hier befindlichen alten Inka-Palastes. Sie begeben sich auf eine kleine, moderate Wanderung (Dauer ca. 1 Std.) zum Nordteil der Insel, wo sich die Quelle der ewigen Jugend befindet. Anschließend geht es zurück zum Boot und es beginnt die Überfahrt zur Mondinsel. Nach der Besichtigung des Tempels der Jungfrauen "Inak Uyu" treten Sie den Rückweg nach Copacabana an.
8. Tag - Copacabana - La Paz (ca. 160 km). An seiner schmalsten Stelle, namens Tiquina, überqueren Sie heute mit einer einfachen Fähre den Titicacasee. Schließlich erreichen Sie die höchstgelegene Großstadt der Erde, La Paz. Transfer zu Ihrem Hotel und Mittagessen. Sie unternehmen eine Stadtrundfahrt, die im Jahre 1548 von Kapitän Alonzo de Mendoza gegründet wurde. Der fast schon mystische Hexenmarkt und die koloniale Kirche San Francisco fangen Ihre Blicke sicher ein. Sie passieren außerdem die Museumsstraße Jean und halten kurz am Aussichtspunkt Killi Killi. Genießen Sie den atemberaubenden Panorama Ausblick über La Paz, bevor Sie weiter zum Plaza Murillo in die Stadt fortschreiten. Dort befinden sich die Kathedrale, der Regierungspalast und das Gebäude des Nationalkongress. Nach der Besichtigung des Platzes kehren Sie zu Ihrem Hotel zurück.
9. Tag - La Paz - Flug nach Santiago de Chile. Transfer zum Flughafen und Flug nach Santiago de Chile. Ankunft am Flughafen, Empfang Ihrer lokalen Reiseleitung und Transfer zu Ihrem Hotel. Gewinnen Sie erste Eindrücke der facettenreichen Hauptstadt Chiles. Steil ragen die Anden unmittelbar hinter der Stadt in den Himmel hinauf. Auf Ihrer Fahrt zum Hotel werden Sie schnell merken, dass Santiago eine der überschaubarsten Hauptstädte Lateinamerikas ist. Ausgedehnte Siedlungen und kaum Hochhäuser prägen das Stadtbild von Chiles Metropole. Lassen Sie bei einem Spaziergang am Abend die Bilder der bisherigen Erlebnisse Revue passieren. Was werden Sie wohl morgen erleben?
10. Tag - Santiago de Chile. Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Hauptstadt Chiles. Gut gestärkt brechen Sie am Morgen zu einer halbtägigen Stadtrundfahrt auf. Es erwartet Sie die Stadt der Kontraste. Mit ihren knapp 6 Mio. Einwohnern besticht die Stadt insbesondere durch Bauten im kolonialen Stil, moderne Hochhäuser, trendige Cafés und Geschäfte mit den allgegenwärtigen Anden am Stadtrand. Zu Beginn Ihrer Rundfahrt fahren Sie vorbei am Club Hípico, einer Pferderennbahn in einem noch sehr ursprünglichen Viertel. Haben Sie auch bereits das Bild vor Augen, wie die mächtigen Rennpferde im vollen Tempo über die Rennbahn donnern? Weiter geht es entlang des Parque O’Higgins bis zum Palacio Cousino, einem prachtvollen Stadtpalast, der 1878 für die gleichnamige Familie erbaut wurde. Sie folgen der Alameda, der Hauptstraße, die Sie ins Stadtzentrum von Santiago bringt. Unterwegs passieren Sie den Regierungspalast La Moneda, die Unversität de Chile, die Kirche San Francisco, die Nationalbibliothek und den Santa Lucia Hügel, wo Santiago im Jahre 1541 gegründet wurde. In der Innenstadt besuchen Sie den Hauptplatz und sehen die Kathedrale und die alte Post. Anschließend werden Sie Ihre Stadtrundfahrt zum Museo Histórico Nacional fortsetzen. Dort tauchen Sie in die chilenische Geschichte ein. Danach führt Sie Ihr Weg weiter zum Mercado Central, dem Hauptmarkt für Fisch und Meeresfrüchte. Der Alameda folgend überqueren Sie den Río Mapocho. Nun erwartet Sie das Künstler- und Ausgehviertel Bellavista. Vom Aussichtspunkt Cerro San Cristóbal bietet sich Ihnen ein faszinierender Ausblick über das scheinbar endlose Häusermeer Santiagos und der eindrucksvollen Kulisse der nahen Hochkordillere. Ein Besuch der modernen Wohngebiete Vitacura, Las Condes und des Geschäfts- und Einkaufsviertels Providencia runden Ihren Besuch der Hauptstadt ab. Rückfahrt zum Hotel, wo Sie den Tag gemütlich ausklingen lassen können.
11. Tag - Santiago de Chile. Heute steht das Weingut Undurraga im Mittelpunkt. Nachdem Sie die historisch geprägten, riesigen Anbauflächen erreicht haben, erhalten Sie eine umfangreiche Führung. Im Jahre 1855 wurde das Grundstück, das zur Produktion spezieller Weinsorten dienen sollte, vom gebürtigen, weltgewandten Chilenen Don Francisco Undurraga, einer der Pioniere im Weinbau, gekauft. Neben begehrten Rebsorten aus Frankreich, brachte er auch Rebstöcke (Riesling und Gewürztraminer) aus Deutschland mit und pflanzte sie in der Provinz Talagante an. Die Weinreben passten sich ideal dem sub-feuchten mediterranen Klima in Zentralchile an. Hätten Sie gedacht, dass Undurraga eines der ersten Weingüter war, welches seinen Wein bereits im Jahre 1903 nach Nordamerika exportierte? Die über 2.500 ha Anbaufläche, die hauptsächlich auf das Maipo Tal und dem Colchagua Tal verteilt ist, versetzt Sie sicherlich in ehrfürchtiges Staunen. Können Sie sich vorstellen wie es hier im Hauptblütezeit aussieht? Das Markenzeichen von Undurraga ist die Bockbeutelflasche, die vom Frankenwein in Deutschland übernommen wurde. Neben der Besichtigung der Anbauflächen, dem historischen Gutshaus und dem alten Bodegas, schließt eine Weinprobe Ihren Besuch ab. Mit vielen Informationen über Weinanbau, Lagerung und Produktion des edlen Tropfens, spazieren Sie entspannt durch den gutseigenen Park. Anschließend brechen Sie zur Rückfahrt nach Santiago auf.
12. Tag - Santiago de Chile - Flug nach Buenos Aires. Transfer zum Flughafen und Flug nach Buenos Aires. Ankunft am Flughafen, Empfang durch Ihre Reiseleitung und Transfer zum Hotel. Auf Wiedersehen Chile und herzlich Willkommen in Argentinien. Es begrüßt Sie eine der 10 wichtigsten Metropolen der Welt, Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens. Beobachten Sie das lebendige Treiben in der wohl elegantesten Stadt Lateinamerikas. Die pulsierende Metropole wird hauptsächlich von einer modernen Struktur geprägt. Entdecken Sie während eines gemütlichen Spaziergangs die traditionellen Ecken in der Stadt. Die exquisiten Restaurants oder auch urigen Bars laden zum gemütlichen Verweilen ein. Sie haben noch nicht genug gesehen? Dann tauchen Sie in das vielfältige Nachtleben der Stadt in den rund um die Uhr geöffneten Kneipen, Clubs, Bars, Cafés, Tango-Lokalen und Diskotheken ein.
13. Tag - Buenos Aires. Erleben Sie die Geburtsstadt des Tangos hautnah! Nach dem Frühstück erwartet Sie eine Stadtrundfahrt durch Buenos Aires. Zunächst besuchen Sie die Avenida de Mayo, die in den berühmten Plaza de Mayo mündet. Dort locken die Casa Rosada, der heutige Regierungssitz und die ehemalige Festung sowie das alte Rathaus und die Metropolitan-Kathedrale, heutiger Sitz des Erzbischofs, mit ihrem eigenen Charme. Sie setzen Ihre Fahrt fort in das historische San Telmo. Es ist das älteste Viertel der Stadt, mit kopfsteingepflasterten Straßen und zahlreichen, traditionellen Antiquitätenläden. Weiter geht es ins das farbenprächtigste Viertel La Boca. An der bekannten Künstlerstraße El Caminito bieten Maler ihre berühmten Tango-Bilder zum Kauf an. Wussten Sie, dass Buenos Aires die breiteste Straße der Welt besitzt? Diese Straße heißt Avenida 9 de Julio. Sie folgen ihr und passieren das Theater Cólon, eines der erfolgreichsten Opernhäuser der Welt und Bühne für zahlreiche international bekannte Künstler und Musiker. Anschließend steht Palermo auf dem Programm. Das grüne Viertel der Stadt erwartet Sie mit wunderschönen Parks und künstlichen Seeanlagen, dem Zoologischen und Botanischen Garten sowie der argentinischen Pferderennbahn und dem nationalen Polofeld. Zum Ausklang der vielfältigen Stadtrundfahrt besichtigen Sie das aristokratische Viertel Recoleta. Jahrhundertealte Bäume säumen den wohl gepflegtesten Stadtteil, wo sich die wohlhabende Bevölkerung niedergelassen hat. Auf den eleganten Straßen, vorbei am städtischen Kulturzentrum bis zum Friedhof, eines der beeindruckendsten Monumente argentinischer Vergangenheit. Als besonders interessant erweisen sich die Mausoleen, Pantheons und Gruften des Friedhofs, welche die diversen architektonischen Stilrichtungen widerspiegeln, die Argentinien als Nation in sich vereint. Anschließend Rückfahrt zum Hotel. Freuen Sie sich am Abend auf eine traditionelle Tango-Show im Café de los Angelitos (inklusive ohne Abendessen). Das feurige Temperament reißt Sie in ihren Bann!
14. Tag - Buenos Aires. Tag zur freien Verfügung. Gehen Sie auf Entdeckungstour! Schlendern Sie durch die Straßen und bewundern Sie den exquisiten Geschmack in Sachen Mode. Probieren Sie argentinische Spezialitäten und lassen Sie sich von dem hervorragenden, kulinarischen Angebot verzaubern. Vielleicht möchten Sie ja nochmal einige der bereits gesehenen Sehenswürdigkeiten genauer erkunden oder die Geschichte der Stadt in einem der zahlreichen Museen ergründen? Ihren Wünschen sind kaum Grenzen gesetzt. Das Ambiente und die unterschiedlichen Eigenarten der einzelnen "Barrios" (Stadtviertel), die Herzlichkeit der Einwohner sowie das weitgefächerte kulturelle und kommerzielle Angebot faszinieren wohl jeden Besucher. Lassen Sie in den zahlreichen Parks die Seele baumeln.
15. Tag - Buenos Aires - Flug nach Iguassú. Transfer zum Flughafen und Flug nach Iguassú. Ankunft am Flughafen auf der argentinischen Seite von Iguassú, Empfang durch Ihre Reiseleitung und Transfer zum Hotel auf der brasilianischen Seite. Sie brechen auf in Richtung des argentinischen Teils des Nationalparks mit seiner üppigen und vielfältigen Regenwaldlandschaft. Nachdem Sie das Besucherzentrum erreicht haben, dürfen Sie in den traumhaften Nationalpark eintreten. Von der Großstadt in den Dschungel. Die Region um Iguassú ist bekannt für seine einmalige Regenwaldlandschaft. Schon von weitem dringt das mächtige Geräusch der unbändigen Wassermengen in Ihre Ohren. Langsam nähern Sie sich der argentinischen Seite der Iguassú-Wasserfälle. Vom Besucherzentrum aus wird zunächst der obere Rundwanderweg genommen. Mit fast ständigem Blick auf die spektakulären Wasserfälle wandern Sie durch die einzigartige Landschaft. Später geht es vom unteren Rundweg mit dem "Ecological Jungle-Zug" bis zur Teufelsschlucht-Station. Von dort aus ist es nur ein kurzer Spaziergang bis zum Aussichtspunkt der Teufelsschlucht. Während Sie sich der Schlucht nähern schlägt Ihr Herz bestimmt schneller. Vielleicht trauen Sie sich ja einen Blick hinunter in die Tiefe zu werfen. Denn schon allein beim Anblick des gewaltigen Teufelsschlunds stockt einem der Atem! Nach diesem unvergesslichen Erlebnis folgen Sie dem Rundweg entlang der Iguassú Canyons und lernen die vielfältige Flora und Fauna des Parks kennen.
16. Tag - Iguassú - Flug nach Rio de Janeiro. Nach dem Frühstück haben Sie erneut die Möglichkeit den Nationalpark zu erkunden. Lassen Sie sich von Ihrem Reiseleiter beraten und erkunden Sie auf eigene Faust die zahlreichen Facetten des Nationalparks. Atmen Sie die frische Luft ein und freuen Sie sich auf einen Tag ganz nach Ihren persönlichen Wünschen. Sie möchten die Wasserfälle lieber aus einer anderen Perspektive beobachten? Dann nehmen Sie am optionalen Ausflug zu der brasilianischen Seite der Wasserfälle teil (vor Ort buchbar, ca. 48 US$ pro Person). Der riesige Talkessel wird von einem hölzernen Beobachtungs-Stegsystem, dass sich entlang der Felsen windet, eingerahmt. Welches Gefühl kommt in Ihnen hoch wenn Sie die seichte Gischt auf Ihrer Haut spüren? Über eine 60 m hohe Felskante stürzen die enormen Wassermassem in 275 Einzelkatarakten auf einer Breite von fast 2.5 km in den Regenwald. Sie träumen davon die Wasserfälle aus der Vogelperspektive zu erleben? Dann buchen Sie optional vor Ort einen Helikopterflug! Im Anschluss Transfer zum Flughafen auf der brasilianischen Seite von Iguassú und Flug nach Rio de Janeiro. Ankunft am Flughafen, Empfang durch Ihre Reiseleitung und Transfer zum Hotel. Sammeln Sie erste Eindrücke der zweitgrößten Stadt Brasiliens. Umgeben von Bergen, direkt am atlantischen Ozean gelegen, überzeugt die Stadt mit ihrem mediterranen Flair. Werfen Sie einen ersten Blick auf den Zuckerhut und die weltweit bekannte Christusstatue. Ob Ihre Hände zukünftig von Blitzen verschont bleiben? Die lebhafte Innenstadt Flamengo lädt zu einem abendlichen Spaziergang geeignet.
17. Tag - Rio de Janeiro. Gestärkt brechen Sie heute zu einer Stadtrundfahrt durch die Metropole Rio auf. Die Innenstadt ist das Wirtschaftliche Herz Rios. Es ist der Teil der Stadt, wo das koloniale Rio auf die modernen Wolkenkratzer trifft. Vorbei geht es an der Avenida Rio Branco und Sie sehen den Dom, mit dessen Bau im 18. Jahrhundert begonnen und der erst 1898 fertiggestellt wurde. Die Hauptsitze der wichtigsten brasilianischen Banken und Großunternehmen befinden sich an dieser Straße. Sie sehen das Opernhaus (Stadttheater) und den Cariocaplatz, die Santo Antonio Kirche, welche im 17. Jh. errichtet wurde, sowie den Kontrast zu den modernen Gebäuden der Petrobras und der Kathedrale. Auf der Weiterfahrt sehen Sie die alte Wasserleitungsbrücke aus dem 18. Jahrhundert, welche heute als Verbindung zwischen der Innenstadt und dem alten Wohnviertel Santa Teresa dient. Danach fahren Sie am Flamengopark vorbei, von wo aus Sie schon einen Blick auf das Hauptziel dieser Stadtrundfahrt erhaschen können, den Zuckerhut. Diesen weltberühmten Berg erreicht man in einer 1.200 Meter hohen Seilbahnfahrt. Sie werden ein unvergessliches Erlebnis haben: Der Blick auf Rio vom Zuckerhut aus ist einer der spektakulärsten Aussichten der Welt. Im Anschluss haben Sie die Möglichkeit mit der Zahnradbahn durch den Tijuca Regenwald bis zum Corcovado zu fahren (vor Ort buchbar, ca. 76 US$ pro Person). Sie haben die einmalige Chance einen näheren Blick in die Tropenwaldvegetation zu werfen und die atemberaubende Aussicht über die Strände und die Stadt zu genießen. Nachdem Sie am Corcovado ausgestiegen sind trennen Sie nur noch wenige Stufen von dem unvergesslichen Panoramaausblick über die Stadt und die schier endlose Weite des Atlantischen Ozeans. Noch eine Stufe dann sind Sie da. Lassen Sie sich von der überwältigen Größe der berühmten Christusstatue in ehrfürchtiges Staunen versetzten. Nach der Bewunderung von Christus dem Erlöser, schreiten Sie bis zum Rand des Berges vor. Nehmen Sie allen Mut zusammen und werfen Sie einen Blick in die Tiefe. Sie werden überwältigt sein. Genießen Sie den Panoramaausblick, bevor Sie mit dem Zug den Berg wieder verlassen. Rückfahrt in Ihr Hotel. Bei einem abendlichen Spaziergang durch das beleuchtete Rio de Janeiro können Sie den Abend entspannt ausklingen lassen.
18. Tag - Abreise. A você Brasil - heute geht es zurück in die Heimat! Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.
19. Tag - Ankunft in Deutschland.