September 2012

Erleben Sie mit uns die pulsierende Mittelmeerinsel mit wildromantischen Landschaften, dem majestätischen, teilweise schneebedeckte Vulkankegel des Ätna, die mediterrane Lebensart, eine gute Küche und eine wahre Schatzkammer an antiken Ausgrabungsstätte.

Ihr Chronist

Liebe Leser,

an dieser Stelle möchte ich mich kurz als Ihr Chronist für die Sizilienreise vorstellen. Ich wohne im Siegerland (ca. 100 km östlich von Köln), stamme aber ebenso wie meine Frau aus dem Rheinland. Nach meiner Pensionierung Anfang August ist für uns jetzt endlich Gelegenheit, auch ohne den Blick auf die Schulferien zu reisen.

Sizilien war schon seit langem ein Wunschziel für uns, aber in den Sommerferien war das nicht sehr sinnvoll, denn etwas moderater sollten die Temperaturen schon sein. Nun also geht es nach Sizilien, nachdem sich unsere bisherigen Mittelmeererfahrungen auf Kreta und Sardinien beschränken.

Sizilien – das weckt große Erwartungen: viele Jahrhunderte europäischer Geschichte, die sich in mancherlei Form noch heute darstellen, ein Land sozusagen, das den Atem der Geschichte spüren lässt, das nicht nur durch landschaftliche Schönheit und Badegelegenheiten anzieht, sondern eben auch viel Kultur pur bieten kann. Und da hoffen wir natürlich auch auf eine kompetente Reiseführung, die uns die vielen Facetten der Insel näher bringen kann.

In den nächsten Tagen werde ich berichten, was aus den Erwartungen geworden ist.

Bis dahin viele Grüße,
Herbert

1. Tag: Und los geht's

Liebe Leser,

jetzt geht es los – mit der Reise und mit dem Reisetagebuch. Aber erst noch ein kurzer Blick zurück.

Vor der Reise
Die Reiseunterlagen kamen wie versprochen etwa 10 Tage vor Reisebeginn. Zuvor allerdings hatte ich mich schon nach den Flugzeiten erkundigt, was sich als sinnvoll erwiesen hat, und zwar im Zusammenhang mit dem Zug-zum-Flug-Ticket. Für die Hinreise kein Problem, aber der Rückflug nach Köln/Bonn erfolgt so spät am Tag, dass wir das Ticket nicht mehr nutzen können.

Also musste ich nun doch einen Platz im Parkhaus reservieren und im Auto anreisen. Es wäre schön gewesen, wenn die Fluginformation schon etwas früher vorgelegen hätte, denn dann hätte ich die Frühbucheroption im Parkhaus nutzen können und einige Euros sparen können.

Mein Tipp also für Reisende ab Köln/Bonn: rechtzeitig die Flugzeiten erfragen und ggf. im Parkhaus (früh)reservieren. Dass der Flug bei der Rückreise so spät erfolgt, ist aber nun nicht von Berge&Meer zu verantworten, es gibt schlicht nur diesen einen Flug mit AirBerlin. Nun aber, die Koffer sind gepackt, alle Unterlagen zusammen – es kann losgehen.

Die Anreise
Der erste Teil geriet etwas holprig: am AirBerlin-Schalter in Köln eine laaange Schlange, und Warten war angesagt. Es waren zu wenige Schalter besetzt. Dann die nächste Geduldsprobe, denn der Flug hatte ca. 45 Minuten Verspätung. Nur leider wurde das in Köln erst zum Zeitpunkt des eigentlichen Abflugtermins bekanntgegeben, während im Internet schon nachmittags die Verzögerung von AirBerlin aufgezeigt war. Andere Gruppen hatten aber wohl noch mehr Ärger mit Verspätungen.

Der eigentliche Flug war problemlos, und am Flughafen in Catania war alles bestens organisiert. Innerhalb kürzester Zeit saßen wir im (Großraum)Taxi und ab ging’s nach Acireale.

Dabei zeigte sich, dass der italienische Fahrstil definitiv ein anderer als der deutsche ist. Fahrspuren, Tempobeschränkungen und sogar rote Ampeln werden eher als zarte Hinweise und Vorschläge gesehen, und das im dichten Verkehr. Eigentlich müsste es laufend krachen, aber das tut es eben nicht. Geparkt wird da, wo eben noch Platz ist, ob das den fließenden Verkehr behindert oder nicht.

Gegen 23 Uhr (!) waren wir dann im Hotel, wo noch ein kleines Abendessen bereitgehalten war. Einen kleinen Schock gab es noch zu verdauen: Abfahrt morgen um 8:15 Uhr.

Soviel für heute,
Ihr (hundemüder) Herbert

2. Tag: Das erste Highlight der Reise

Liebe Leser,

mittlerweile haben wir erfahren, dass es bei der Anreise noch viel mehr Schwierigkeiten gab als zunächst gedacht, denn der Flieger aus Stuttgart war total ausgefallen. Dadurch haben diese Mitreisenden, die erst am Mittag zu uns gestoßen sind, ein absolutes Highlight verpasst: die Fahrt auf den Ätna.

Morgens ging es pünktlich kurz nach 8 los, dann zunächst mit dem Bus bis auf ca. 2.000 m Höhe. Hier mussten wir uns entscheiden, ob wir noch weiter hochfahren oder vor Ort warten wollten. Die meisten entschieden sich für das – teure – Hochfahren, obwohl ca. 60 Euro pro Person ein strammer Preis sind. Belohnt wurden wir mit einer einzigartigen Landschaft von karger Schönheit, allerdings begleitet von einem strammen, kalten Wind.

Wir hatten morgens im Bus schon einiges von unserem Reiseleiter über den Ätna erfahren, z. B. dass er als Wolken- und damit Regenfänger fungiert und dadurch auch zum Wasserspeicher für eine große Region. Einmal oben angekommen, fast auf 3.000 m Höhe, wurden wir von einem Bergführer für etwa eine Stunde herumgeführt (allerdings nicht an den Hauptkrater, das ist nicht zulässig) und konnten u. a. selbst fühlen, wie heiß der Boden war.

Am frühen Nachmittag gab es dann eine Pause in einem sizilianischen Restaurant, wo wir Gelegenheit hatten, typisch sizilianische Gerichte zu probieren. Sehr lecker! Danach folgte die Weiterfahrt nach Taormina, ein weiteres touristisches Highlight. Allerdings muss ich sagen, dass der Ort einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat. Einerseits landschaftliche und urbane Schönheit, andererseits total überlaufen, manchmal konnte man sich nur noch vorwärts schieben, und die Preise waren auch nicht ohne.

Jetzt sind wir zurück im Hotel, nach einem Abendessen, das zwar kein kulinarisches Erlebnis war, für die meisten aber wohl ok, und können endlich ausruhen. Der Tag war stressig. Morgen geht es noch früher als heute los, u. a. nach Syrakus.

Mit dem Bericht darüber melde ich mich wieder, und verbleibe jetzt mit vielen Grüßen als
Ihr Chronist, Herbert

3. Tag: Barockjuwel & antike Weltstadt

Liebe Leser,

der Tag fing wieder mit strahlendem Sonnenschein an, nur am Nachmittag gab es dann ein paar ganz vereinzelte Regentropfen, aber absolut harmlos.

Am frühen Morgen ging es zunächst nach Noto, und der Ort erwies sich als sehr sehenswert, denn hier finden sich diverse Prunkstücke barocker Architektur. Dies hat u. a. damit zu tun, dass nach einem schweren Erdbeben Ende des 17. Jahrhunderts viele Teile in der Region zerstört wurden und dann neu aufgebaut wurden, im Falle Notos eben in einem einheitlichen Stil. Fein säuberlich stehen sich kirchliche und weltliche Prunkgebäude gegenüber (mit einem marginalen Höhenvorteil für die Kirche). Kein Wunder, dass die Stadt seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Nach der kundigen Führung durch unseren Reiseleiter war noch Gelegenheit, einige Fotos zu schießen oder einfach nur einen Espresso zu genießen.

Am frühen Nachmittag gab es wieder eine Mittagspause in einem Agriturismo-Restaurant, was nicht nur ein schönes Ambiente bot, sondern auch hervorragendes Essen. Dann ging es weiter nach Syrakus, in der Antike eine der mächtigsten Städte der damals bekannten Welt. Auch sie zählt mittlerweile zum Weltkulturerbe, und das hat sie auch verdient.

Wir bekamen eine hervorragende Führung einer ebenso kompetenten wie engagierten und temperamentvollen Führerin, die uns sowohl die archäologische Zone wie auch die Altstadt in unterhaltsamer Form nahe brachte. Ein ausdrückliches Lob und „Danke, Mariella“.

Für morgen ist schon wieder frühes Aufstehen und noch frühere Abfahrt angesagt, es wird wohl ein anstrengender Tag. Dabei sind wir alle jetzt schon abends sehr müde. Die Freude an der Fahrt und den vielfältigen Eindrücken wird etwas getrübt durch die Gruppengröße, in unserem Bus sind wir etwas über 50 Teilnehmer, und parallel dazu, aber letztlich unabhängig von uns, ist noch eine zweite Gruppe unterwegs.

Bei der Gruppenstärke wird jede Ansage außerhalb des Busses zur akustischen Herausforderung, und im Bus ist es ausgesprochen eng. Einige Teilnehmer sind verständlicherweise nicht gerade begeistert von diesen Zuständen, zudem gab es einige Irritationen in der Stuttgarter-Gruppe, mit der unser Reiseleiter nicht immer in der glücklichsten Form kommunizierte.
Nun ja, morgen ist ein neuer Tag, und wir wollen sehen, was er bringt.

Bis dahin viele Grüße,
Ihr Chronist Herbert

4. Tag: Antike Kultur & Architektur

Liebe Leser,

heute morgen ging es etwas gestresst zu, mussten wir doch um 7 frühstücken und schon um viertel vor 8 die Koffer einladen, was angesichts der langen Schlange vor dem Frühstückskaffee fast unmöglich schien. Aber Wunder gibt es immer wieder, um 8 waren alle im Bus, alle Koffer waren verpackt, und los ging’s zu einem Ausflug in antike Kultur und Architektur.

Auf der Fahrt nach Piazza Armerina konnten wir klare Unterschiede bei den landwirtschaftlichen Flächen feststellen, denn in der Gegend um Acireale dominierten noch Orangen- und Zitronenhaine, aber je weiter wir ins Landesinnere kamen, desto deutlicher wurde, warum Sizilien einst als Kornkammer Roms galt.

Viele Flächen wurden und werden für den Weizenanbau genutzt, daneben finden sich heute viele Kaktusfeigenfelder und natürlich Olivenhaine. Die Weizenfelder waren schon abgeerntet und warteten auf die nächste Bestellung.

Auf der Fahrt gab es dann noch Informationen über den sizilianischen Arbeitsmarkt und die dort herrschenden Probleme, insbesondere bezüglich der Jugendarbeitslosigkeit.

Der erste Programmpunkt war eine Besichtigung der Villa Romana del Casale. Damit bewegten wir uns in römischer Zeit, denn diese Villa war ein größeres Landhaus im Landesinneren und ist heute berühmt für seine Mosaikböden. Nicht zu Unrecht zählt die Villa auch zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Nachteil davon zeigte sich bei der Ansteuerung der Anlage, reihte sich doch dort Bus an Bus. In der Anlage selbst verliefen sich dann aber die Touristenmassen. Wir bekamen eine Führung durch unseren Reiseleiter, der uns mit den nötigen Informationen versorgte.

Am frühen Nachmittag folgte wieder die obligatorische Pause, diesmal leider nicht in einem so schönen Restaurant wie zuvor (das lag an der Reiseroute), aber doch mit ordentlichem Essen, und da der Rotwein (und auch der weiße) immer in großen Karaffen serviert und im Preis inbegriffen ist, stellte sich schnell eine gelöste Stimmung ein, bevor im Bus eine verbreitete Müdigkeit einsetzte.

Der zweite Programmpunkt war dann das Tempeltal in Agrigent, eine absolut sehenswerte Anlage mit griechischen Überresten und einem recht vollständig restaurierten Tempel (Concordia) aus dem 5. Jahrhundert. Das war Geschichte und Kultur pur, begleitet von fachkundigen Erläuterungen unseres Reiseleiters u. a. zur Architektur im griechischen Tempelbau. Das alles bei herrlichem Sonnenschein den ganzen Tag lang, bis dann die Weiterfahrt in ein Hotel in Selinunte (für eine Nacht) führte.

Das Hotel wirkt deutlich besser als das vorherige, aber leider sind wir eben nur für eine Übernachtung hier. Dafür haben wir morgen früh etwas mehr Zeit, bis die Fahrt weitergeht, und damit wird dann auch schon die zweite Hälfte unserer Reise eingeläutet.

Bis morgen also, beste Grüße,
Ihr Chronist Herbert

5. Tag: Was für ein Tag...

Liebe Leser,

wow, das hat gut getan – ich komme (fast) soeben aus dem Mittelmeer, wunderbar erfrischt und abgekühlt. Aber der Reihe nach:

Heute Morgen ging es recht entspannt los, wir konnten etwa eine Dreiviertelstunde später losfahren als sonst und dementsprechend ohne Zeitdruck frühstücken – so was hebt die Stimmung.

Umso leichter fiel es allen im Bus dann, den permanenten Kampf unseres Reiseleiters mit dem Mikrofon zu erleben – meistens gewann das Mikrofon, der Spruch „Können Sie mich hören“ wurde schon fast zum geflügelten Wort.

Unser erstes Ziel trug dann auch zu einer entspannten Stimmung bei, ging es doch um eine Besichtigung in Marsala mit anschließender Verkostung von Weiß- und Rotwein sowie einem klassischen Marsala. Dazu gab es Informationen, zuerst zu Marsala und seiner Geschichte, dann zum Produktionsprozess vor Ort. Natürlich war nachher noch Gelegenheit zum Kauf einiger Produkte, und davon wurde auch durchaus Gebrauch gemacht.

Nachfolgend war unser Ziel wieder ein recht historisches, nämlich das uralte Städtchen Erice, hoch auf einem Felsen gelegen (ca. 750 m) mit einer alten Normannenfestung, die schier uneinnehmbar wirkt.

Erice ist heute fast nur noch Ziel für Tagestouristen, die Häuser sind ansonsten eher Ferienhäuser und jedenfalls nicht mehr alle permanent bewohnt. Aber es machte Spaß, durch die Gassen mit ihrem Kopfsteinpflaster zu schlendern, einen Espresso zu genießen und vor allem den unglaublich weiten Ausblick von der Festungsanlage ganz oben nicht nur zu würdigen, sondern auch im Foto festzuhalten.

Schließlich war es Zeit für den direkten Weg zu unserem letzten Hotel, zwischen Palermo und Cefalu gelegen. Dies ist das klar beste Hotel, wenn man sich einmal damit abfindet, dass es ein Hotel für eine große Zahl von Gästen ist.

Aber es ist eine sehr schöne Anlage mit vielen Bungalows, mit zwei Pools und vor allem direkt am Strand gelegen. Da wollten meine Frau und ich uns es nicht nehmen lassen, die Wassertemperatur sofort eingehend zu testen. Und wirklich, es war ein Genuss.

Dann schließlich noch das Abendessen in einem riesigen Speisesaal, mit hervorragendem Buffet, so dass man nicht annähernd von allen angebotenen Speisen probieren konnte. Da steht nur zu befürchten, dass wir umfänglicher nach Hause kommen als wir weggefahren sind.

Morgen geht es wieder früh los, deswegen sei es das für heute, und ich verbleibe wie immer mit schönen Grüßen,

Ihr Chronist Herbert

6. Tag: Palermo - kulturelles Schwergewicht

Liebe Leser,

heute war wieder ein touristisch-kulturelles Schwergewicht angesagt, nämlich die Hauptstadt Palermo im Rahmen einer Stadtführung mit Besichtigung von Monreale, Normannenpalast und Dom.

Monreale, etwas außerhalb vom eigentlichen Palermo gelegen, ist ein absolutes must-see bei einer Fahrt nach Sizilien. Leider wussten das Hunderte anderer Touristen auch.

Jedenfalls reihte sich wieder Bus an Bus auf dem Parkplatz, vor den Kassen stauten sich die Schlangen derjenigen, die ein Ticket kaufen wollten, und auch im sehenswerten Inneren der Kirche mit ihrer prächtigen Ausstattung an Mosaiken und Gemälden, die die verschiedenen kulturellen Wurzeln deutlich machen, die hier architektonisch zum Tragen kommen, reihte sich Touristengruppe an Touristengruppe.

Die Führer dürfen ihre Vorträge nur über ein Audiosystem halten, das technisch wohl noch nicht so ganz ausgereift ist – man kann bestenfalls von einer schlechteren Telefonqualität ausgehen, aber letztlich bleibt es ein akustisches Puzzle, und viele Informationen gehen leider verloren. Dieses System, das unter dem Namen Whisper geführt wird, gilt auch für die anderen wesentlichen Besichtigungsorte (s. o.).

Leider geht auch viel Zeit verloren, weil es wohl keine Gruppentickets gibt oder es, warum auch immer, nicht möglich ist oder war, die Tickets für die ganze Busbesatzung vorher zu erstehen. Kompliziert wird es natürlich dadurch, dass bei staatlichen Sehenswürdigkeiten ein freier Eintritt ab 65 Jahren gilt (was immer durch Ausweis nachzuweisen ist).

Insgesamt kommt bei dieser Reise einiges an Extrakosten zusammen, soweit ich mich erinnern kann, stand das nicht so im ursprünglichen Prospekt (aber meine Erinnerung kann mich auch täuschen), in der Beschreibung der Folgetermine habe ich in der Internetbeschreibung deutliche Hinweise gefunden.

Bei der Planung einer solchen Reise sollte man sich überlegen, vielleicht etwas später im Jahr zu fahren, wenn die Touristenzahl schon etwas abflaut. Außerdem ist es dann sicherlich nicht mehr so heiß, wie wir es heute erlebt haben, das Warten teilweise in praller Sonne hat die Befindlichkeit nicht gerade gefördert.

Unser zweiter Punkt war der Normannenpalast (Palazzo Reale) mit der Cappella Palatina, absolut sehenswert, aber eben auch völlig überlaufen. Nicht ganz so schlimm war es in der Kathedrale, und der besondere Höhepunkt war ein Blick auf die Gräber von Friedrich II, seinem Vater Heinrich VI und anderen Familienmitgliedern. Auch dies war ein unverzichtbarer Bestandteil eines Palermobesuchs.

Tja, und dann wurden wir irgendwo in der Stadtmitte abgesetzt, und wir hatten etwa dreieinhalb Stunden Zeit zur freien Verfügung. Meiner Ansicht nach (und damit stehe ich nicht allein) war das zu lang, vor allem weil es kaum Informationen gab, was man denn sinnvoll unternehmen könne. Und ich habe schon Reisen erlebt, bei denen der Reiseleiter für die Unvorbereiteten eine Kopie eines Stadtplans bereithielt.

Aber dann konnten wir uns doch wieder etwas Gutes antun – ein wenig Schwimmen im Meer, das heute etwas kabbelig war, versöhnte mit dem Übermaß an Sonne von zuvor.

Einen besonderen Hinweis möchte ich noch geben: fast hätte es vom heutigen Tag keine Fotos gegeben, weil ich gestern so schlau war, zwar die Batterie des Fotoapparats aufzuladen, diese aber nicht wieder einzulegen. (Wie sagt der Engländer: shit happens) – Aber einer der Mitreisenden war so nett, mir aus der Patsche zu helfen und hat mir sogar seine ganze Speicherkarte anvertraut. Dafür auch auf diesem Weg ein ganz herzliches Danke!

Morgen gibt es noch einen Halbtagesausflug nach Cefalu, dann heißt es auch schon wieder Kofferpacken, die Transferzeiten für den Rückflug wurden heute benannt. Aber mehr dazu morgen, für heute grüße ich herzlich,

Ihr Chronist
Herbert

7. Tag: Der letzte Tag...

Liebe Leser,

heute ist nun schon praktisch der letzte Tag der Reise erreicht, und wir haben eine schöne Abschlussfahrt machen können. Es ging zum malerischen Städtchen Cefalu, nur ca 15 km von unserem Hotel entfernt und damit etwa 70 km östlich von Palermo.

Das Städtchen hat sich zu einem Touristenmagnet entwickelt, und wenn man die Lage unterhalb eines fast 300 m hohen Kalkfelsens und den schönen Sandstrand sowie die mittelalterlichen Gassen mit ihrem Kopfsteinpflaster sieht, kann man verstehen, warum das so ist. Mir hat dieses Städtchen besser gefallen als das ähnlich touristenbekannte Taormina.

Nach einer kurzen Information über Cefalu und den Dom hatten wir etwa viereinhalb Stunden Zeit zur eigenen Gestaltung. Man kann darüber trefflich streiten, aber mir war das etwas zu viel Zeit, eine Stunde weniger hätte es auch getan. Andererseits war die Zeit eher zu füllen als gestern die in Palermo. Es gab aber auch einige wenige Mitreisende, die noch länger in Cefalu geblieben sind.

Am Nachmittag ging es also zurück ins Hotel, wo noch einmal Gelegenheit zum Schwimmen im Meer, zum Entspannen oder auch schon zum Packen war. Auf der Rückfahrt hat sich unser Reiseleiter verabschiedet.

Und auch hier gehen die Meinungen in der Einschätzung seines Beitrags sicher auseinander, ich fand, ich habe schon engagiertere Reiseleiter erlebt. Und ob ein gewisser Hang zur Selbstdarstellung typisch für einen Sizilianer ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber ich kann nicht den Anspruch erheben, für die ganze Gruppe zu sprechen.

Morgen erfolgt dann der Transfer zum Flughafen, für uns, die wir nach Köln fliegen, erst um 16:30 Uhr, bis dahin müssen wir sehen, wie wir den Tag noch sinnvoll nutzen, obwohl wir leider die Zimmer um 10 räumen müssen. Ob wir noch einmal schwimmen konnten, und ob der Rückflug planmäßig stattgefunden hat, berichte ich zusammen mit einem kleinen Rückblick, aber sicher erst am Sonntag.

Bis dahin wieder viele Grüße, Ihr Chronist Herbert

8. Tag: Kleiner Rückblick

Liebe Leser,

und jetzt sind wir schon am Ende der Reise und damit auch des Reiseblogs angekommen. Aber zum Schluss wurde es noch einmal aufregend.

Für die Abreise und den Transfer zum Flughafen waren drei Gruppen eingeteilt, die Kölner Gruppe war natürlich die letzte wegen eines Abflugs erst um 21.45 Uhr (so jedenfalls gedacht). Der (Mini-)Bus kam pünktlich um halb fünf, und wir waren mit viel Zeitreserve in Catania.

Dort sah zunächst alles gut aus, der Flug sollte planmäßig stattfinden. Aber Pustekuchen – als es allmählich auf die gedachte Boardingzeit zuging, hieß es "ca. 2,5 Stunden Verspätung". Als Trösterle gab es einen Gutschein für einen Miniimbiss, den man aber sofort einlösten musste, sonst war der Kiosk schon zu.

Aus der Verspätung wurde dann tatsächlich eine Vier-Stunden-Verspätung; wie wir an Bord erfuhren, war zuvor ein Ventil der Klimaanlage defekt gewesen, und die Reparatur hatte sich hingezogen. Einen Ersatzflieger hatte AirBerlin nicht beschaffen können. Letztendlich waren wir gegen 5 Uhr in Köln, nachdem der Flug selbst absolut ruhig verlief. Aber ein Ruhmesblatt für AirBerlin war das alles nicht!

Nach minimalem Ausschlafen ist jetzt noch Zeit für einen kurzen Rückblick. Als wir auf dem Rücktransfer wieder am Ätna vorbeikamen, wunderte ich mich selbst, dass erst eine knappe Woche vergangen sein sollte, dass wir dort oben rumgekraxelt waren. Das heißt einfach, dass wir ein sehr dichtes, erlebnisreiches Programm absolviert haben, bei dem wir viel gesehen, bewundert und schätzen gelernt haben.

Die Programmauswahl war vollkommen in Ordnung, auch wenn die jeweiligen Zeiten vor Ort nicht immer jeden zufrieden stellen konnten. Aber wie sollte das bei einer Gruppengröße von 54 Teilnehmern (in unserem Bus) auch möglich sein. Gut war es auch, dass sich die Qualität der Hotels steigerte, wobei das zweite sicher nur knapp hinter dem letzten Hotel landete.

Die vielfältigen Eindrücke gilt es jetzt erst noch zu verarbeiten (natürlich auch in Form von Fotoshows für die armen Daheimgebliebenen), und ich bin sicher, dass einige negative Begleitumstände schon bald in den Bewusstseinshintergrund treten werden.

Also, alles zusammen – hat es sich gelohnt? Ja!

Und damit schließe ich meinen Bericht und verbleibe zum letzten Mal mit vielen Grüßen
Ihr Chronist Herbert

Ihr Reiseverlauf

Auf Sizilien finden Sie besonders reizvolle und einzigartige Berglandschaften. Der majestätische, teilweise schneebedeckte Kegel des Ätna stellt die höchste Erhebung der Insel dar und bildet eine wunderschöne Kulisse. Die Insel kombiniert mediterrane Lebensart, eine gute Küche und eine wahre Schatzkammer an großartigen Bauwerken und Denkmälern aus unterschiedlichsten Kulturen, die es zu entdecken gilt.

1. Tag - Anreise.
Empfang am Flughafen und Transfer zu Ihrem Hotel im Raum Acireale, wo das Abendessen und die Übernachtung erfolgen.

2. Tag - Acireale - Ätna - Taormina - Acireale (ca. 135 km).
Nach dem Frühstück erwartet Sie gleich ein grandioser Höhepunkt Ihrer Reise! Sie fahren zum höchsten noch aktiven Vulkan Europas und Wahrzeichen Siziliens - dem Ätna. Durch Weingärten, karge Berglandschaften und erkaltete Lavaströme fahren Sie hinauf in eine fremdartig anmutende Mondlandschaft. Auf einer Höhe von ca. 1.900 m werden Sie Freizeit haben um die tolle Landschaft genießen zu können. Am Nachmittag erreichen Sie das weltberühmte Städtchen Taormina, eindrucksvoll auf einer Terrasse des Monte Tauro gelegen. In der von Goethe als “Perle Siziliens“ gerühmten Stadt haben Sie Zeit für eigene Entdeckungen. Das griechische Theater, die Altstadt mit dem bezaubernden Corso Umberto, der Odeon und der Dom laden zu einem Besuch ein. Abendessen und Übernachtung im Raum Acireale/Giarre.

3. Tag - Acireale - Syrakus - Noto - Acireale (ca. 170 km).
Frühstück und Fahrt nach Syrakus, der einstigen antiken Weltstadt. Die Reiseleitung führt Sie durch die archäologische Zone mit dem römischen Amphitheater und dem berühmten Ohr des Dionysos. Auf der Altstadtinsel Ortigia bewundern Sie die gewaltigen Überreste des Apollo-Tempels und den zu einer Kathedrale umgebauten Athena-Tempel. Weiterfahrt in das Barockjuwel Noto, welches mit seinen prunkvoll gestalteten Adelspalästen und Kirchen vom Glanz dieser Zeit erzählt. Die Stadt wurde im Jahre 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe gekürt. Abendessen und Übernachtung im Raum Acireale/Giarre.

4. Tag - Acireale - Piazza Armerina - Agrigento - Selinunte (ca. 315 km).
Frühstück und Abfahrt zunächst nach Piazza Armerina, wo aus dem Grün der Fichten und Eukalyptuswälder die eindrucksvollen Ruinen der römischen Villa del Casale auftauchen. Ihre Bodenmosaike sind weltberühmt. Weiter geht die Fahrt nach Agrigento, die die Schönste Stadt der Sterblichen und Weltstadt der Antike genannt wird. Unter fachkundiger Führung besuchen Sie u. a. den Juno-Tempel oder Hera-Tempel und den Concordia-Tempel, der als der schönste und am besten erhaltene Tempel der Welt gilt. Anschließend Besuch der Villa Aurelia, des Herkules-Tempels und des Zeus-Tempels. Abendessen und Übernachtung im Raum Selinunte.

5. Tag - Selinunte - Marsala - Erice - Cefalù/Campofelice (ca. 260 km)
Nach dem Frühstück Abfahrt Richtung Marsala und Besichtigung einer Weinkellerei inklusive Verkostung und kleinem Imbiss. Weiterfahrt zur mittelalterlichen Bergstadt Erice, die für die Herstellung von Marzipan und Mandelkonfekt bekannt ist. Natürlich dürfen Sie diese Leckerbissen auch probieren. Außerdem hat man von hier bei klarem Wetter eine wunderschöne Aussicht in die Umgebung. Weiterfahrt zu Ihrem Hotel in Campofelice, wo das Abendessen und die Übernachtung erfolgen.

6. Tag - Campofelice - Palermo - Monreale - Cefalù (ca. 140 km).
Nach dem Frühstück Transfer in die Altstadt von Palermo, wo Ihnen der Vormittag zur freien Verfügung steht. Am Nachmittag lernen Sie Palermos Kunstschätze und Denkmäler kennen: den Palazzo dei Normanni mit der Cappella Palatina, die imposante Kathedrale mit den Staufergräbern. Weiter geht es nach Monreale mit Besuch seines berühmten Doms. Abendessen und Übernachtung im Raum Cefalù.

7. Tag - Cefalù.
Frühstück und Besuch der durch die Normannen geprägten Stadt Cefalu. Die pittoreske und mittelalterliche Altstadt wird Sie begeistern. Hier sollten Sie unbedingt die Kathedrale aus der Normannenzeit, berühmt für das byzantinische Mosaik, besuchen. Der Nachmittag steht Ihnen zur freien Verfügung. Abendessen und Übernachtung in Campofelice.

8. Tag - Abreise.
Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.