Februar - März 2010

Folgen Sie unserem Chronisten auf eine spannende Entdeckungsreise! Ob mit seiner pulsierenden Hauptstadt Mexiko City, mit malerischen Kolonialstädten oder dem verträumten San Cristobal de las Casas – Mexiko hat viel zu bieten!

Ihr Chronist

Meine Frau und ich haben uns schon immer für das Land Mexiko und dessen Bewohner interessiert und mit vielen Weitgereisten auch darüber gesprochen. Die Sehnsucht wurde immer größer, ein Entschluss aber nicht gefasst.

Dann haben wir im Herbst 2008 eine Jordanienrundreise (Berge & Meer) gemacht und ein Ehepaar kennengelernt, welches unsere Traumreise bereits gemacht hatte. Bei einer Rundfahrt durchs Wadi-Rum (siehe Bild) stand unser Entschluss fest: "Auf nach Mexiko."

Das Angebot bei Berge & Meer fanden wir gut und buchten die Reise ab dem 15.02.2010. Wir bereiteten uns durch entsprechende Reiselektüre vor und die Vorfreude steigerte sich tagtäglich.

Nach Erhalt der Reiseunterlagen buchten wir noch Platzkarten für den ICE zum Flughafen Frankfurt und werden als Rheinländer den Karneval am Rosenmontag fröhlich verlassen und erwartungsvoll die Reise nach Mexiko-City antreten. Wir werden täglich über das Erlebte berichten und hoffen dadurch bei vielen Leuten die Sehnsucht nach Mexiko zu wecken.

Das Bild zeigt meine Frau und mich mit Freunden aus Mannheim, die uns letztendlich auf die Idee der Mexiko-Reise gebracht haben.

Viele Grüße
Franz Günther

1. Tag: Die Anreise

Es ist soweit. Wir verlassen bei Schneetreiben am frühen Morgen des Rosenmontages mit dem ICE die Heimat und kommen rechtzeitig am Frankfurter Flughafen an. Es wird eingecheckt und mit einer Stunde Verspätung starten wir nach Washington. Was mussten wir feststellen? Auch hier war tiefster Winter. Unser Weiterflug nach Mexiko-City sollte um 5.17 Uhr erfolgen. Die ganze Gruppe wartet gespannt auf den Aufruf, aber nichts passierte. Erst kurz vor Abflug wurde eine Verspätung gemeldet. Wir warteten wieder bis gegen 7.30 Uhr und landeten entsprechend später am 16.02.2010 müde in Mexiko-City.

Vom Reiseleiter wurden wir am Flughafen freundlich empfangen und mit dem Bus zum Hotel Galeria Plaza gebracht. Die wichtigsten Informationen teilte er uns noch mit, u.a. die Zahlenkombination 6.30 - 7.00 - 8.00 Uhr, die folgendes bedeutet: wecken, frühstücken und abfahren. Müde lagen wir gegen 1.30 Uhr im Bett. Ein langer Tag lag hinter uns.    

2. Tag: Mexiko City

Stadtrundfahrt/Stadtrundgang

Nach einer kurzen Nacht traf sich die ganze Truppe zum fantastischen Frühstück im Hotel Galeria Plaza. Nach dem Frühstück bestiegen wir unseren Reisebus und fuhren in die Stadt.

Vorbei an der Siegessäule, der Oper von Mexiko-City und am Alameda Park stiegen wir im Mittelpunkt der Stadt, dem Centro historico, aus und erkundeten zuerst den Regierungspalast von Mexiko. Unser Reiseleiter erklärte an Hand der Fresken von Diego Rivera die Geschichte von Mexiko. Auf dem gleichen Platz steht auch die Kathedrale von Mexiko-City. Ein imposantes Bauwerk. Es wurde geschaffen über einen Zeitraum von ca. 200 Jahren, wodurch viele Epochen der Baukunst vertreten sind.

Nach dem Besuch des schönsten Postgebäudes der Welt fuhren wir ins „Museo Nacional de Antropologia".

In einem ca. 4 stündigen Rundgang erklärte uns der Reiseleiter verständlich und interessant die einzelnen Zeitepochen der Ureinwohner von Mexiko.

Am späten Nachmittag fuhren wir wieder in unser Hotel zurück.

3. Tag: Fahrt nach Teotihuacan

Heute verlassen wir Mexiko-City in Richtung Norden. Unser Fahrer Don Ignatio stand wieder pünktlich vor dem Hotel und fuhr die Gruppe, 30 Personen und alles Nichtraucher, gekonnt und ruhig durch den starken Morgenverkehr dieser Großstadt.

Nach ca. 12 km  erreichten wir die Basilika von Guadalupe, die eines der wichtigsten Heiligtümer Mexikos und eines der bedeutendsten Marienheiligtümer der Welt ist. Leider hatte es zwischenzeitlich angefangen zu regnen. Trotzdem machten wir uns auf den kurzen Weg  zur Basilika. Es war sehr eindrucksvoll die Stätte zu erleben, wo die Gottesmutter Maria einem Indianer erschienen war.

Dann ging die Fahrt weiter nach Teotihuacan der geheimnisvollen Pyramidenstadt, die von den Azteken "Ort der Götter" genannt wurde. Die Überreste geben einen Eindruck von der Planung dieser früheren Metropole.

  • Sonnenpyramide 65 m hoch
  • Mondpyramide 47 m hoch

Paläste mit Wandmalereinen und Steinverzierungen vervollständigen die Anlage.

Unser Reiseleiter informierte uns umfangreich über das Leben der Bewohner und zeigte uns Originale, die wir am Vortag bereits als Nachbildungen im Museum gesehen hatten. Trotz des schlechten Wetters bestiegen wir die Mondpyramide. Von hier hatten wir eine eindrucksvolle Übersicht auf das ganze Gelände. Nach einem gemeinsamen originalen mexikanischen Mittagstisch besichtigten wir noch die „Ciudadela“ und dann erfolgte die Rückfahrt nach Mexico-City.

Unterwegs teilte uns unser Reiseleiter den Ablauf der nächsten Tage mit. Jetzt beginnt erst die richtige Rundreise. Vor uns liegen ca. 2.500 km quer durch das schöne und geheimnisvolle Mexiko. Es wird spannend.

4. Tag: Oaxaca

Den heutigen Tag bezeichnen wir als einen sogenannten Überführungstag (über eine Distanz von ca. 500 km) von Mexiko-City durch den Staat Puebla nach Oaxaca. Auch für heute war wieder Regen angesagt und der Himmel hatte tatsächlich alle Schleusen geöffnet. Wegen solcher Witterungseinflüsse konnte ja die Fahrt nicht verschoben werden. Programm ist Programm, d.h. da müssen wir durch.

Nach der Kofferkontrolle sagten wir dem 5-Sterne Hotel ade und fuhren über einen ca. 3.000 m hohen Pass aus der Hochebene von Mexiko-City in Richtung Süden.

Wir bewegten uns auf der ganzen Strecke durch das mexikanische Bergland zwischen 1.500 m und 3.000 m. Die Landschaft wurde geprägt durch Kieferwälder und Kakteenwälder. Wir sahen einen ca. 2.000 Jahren alten Kakteenbaum, der anlässlich der Weltausstellung in Hannover vor dem Pavillon von Mexiko stand und nach der Ausstellung wieder zu seinem ursprünglichen Platz in Mexiko gebracht wurde. Er hatte keinen Schaden genommen und wird jetzt von vielen Besucher bewundert.

Dann ging es durch die Steinwüsten, ausgewaschene Kalk- und Sandsteinformationen bei weiterhin sehr starken Regenfällen bis nach Oaxaca. Wegen des schlechten Wetters konnten aus dem Bus keine Bilder gemacht werden (den Versuch sieht man als Anlage).

Unser Reiseleiter versuchte den Tag kurzweilig zu gestallten. Er schilderte die Entstehung der Landschaften von Mexiko, die einzelnen Volksgruppen und das Bildungswesen der Vereinigten Staaten von Mexiko. Er unterlegte seine Erzählungen durch beispielhafte Darstellungen, um so die nicht nur für den Fahrer anstrengende Regenfahrt doch noch erträglich zu gestallten.

Nach ca. 8 Stunden Fahrzeit erreichten wir die Stadt  Oaxaca. Wir fuhren direkt zur Besichtigung zur Barockkirche Santo Domingo, um den Original-Schatz aus dem Grab 7 von Monte Albáne zu besichtigen – einmalig! In der Kirche bewunderten wir den Goldschmuck der Altäre und der Wände. Es folgte noch ein kurzer Rundgang durch die Stadt mit einem Besuch des Marktes. Nass und müde erreichten wir am späten Abend unser Hotel. Die ganze Truppe wünschte sich besseres Wetter für die nächsten Tage.

5. Tag: Telefonbericht

Mexico im Regen - Telefonat mit Hr. Schmitz

Technische Probleme behindern leider im Moment die Berichterstattung. Wir versuchen diese zu lösen. In jedem Fall wird im Nachgang der Reise ein Bericht erscheinen.

Leider hat die Reisegruppe unter ungewöhnlichem und starkem Regen in Mexico zu leiden. Die aufgeweichten Straßen führen zu Verzögerungen im Programmablauf. Trotzdem sind alle sehr beeindruckt vom bisherigen Verlauf der Reise und guter Dinge.

6. Tag: Fahrt nach Tehuantepec, 110 m ü. d. Meer - 250 km

Ein Blick am Morgen aus dem Fenster bestätigte uns, dass es noch Sonnenschein und blauen Himmel in Mexiko gibt.

Zuerst machen wir einen Abstecher nach Monte Albán. Die Stadt liegt 10 km südwestlich von Oaxaca auf 2.000 m über dem Meer und ist auch ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Monte Albán, das einstige Kulturzentrum der Zapoteken und eine der großartigsten Pyramidenanlagen Mexicos, erhebt sich auf einer künstlichen Plattform 400 m über dem subtropischen Tal von Oaxaca.

Zuerst wird uns im Museum die hohe Kultur der Zapoteken gezeigt, aber auch deren Niedergang und die Ablösung durch das Volk der Mixteken ca. 800 n. Chr. Ihre Goldschmiedearbeiten und Keramiken zählen zu den schönsten Mexikos. Da beide Völker einen ausgeprägten Totenkult pflegten, konnten viele Schätze bei Graböffnungen geborgen werden. Das berühmteste Beispiel sahen wir gestern im Museum Santo Domingo aus dem Grab 7, welches auf dem Monte Albán gefunden wurde.

Einer der berühmtesten Zapoteken war Benito Juárez als erster indigener Präsident Mexikos (1858-72).

Dann begannen wird den Rundgang an mehr als 20 Baukomplexen vorbei zur Nord- und Südpyramide über den großen Platz am Observatorium vorbei zur Südpyramide, die bestiegen wurde. Hier oben hatte man einen tollen Blick über die Anlage und das Hochtal von Oaxaca.

Eindrucksvoll waren auch der Ballspielplatz und die Bauten an der Ostseite der Anlage. Dann ging es wieder zum Bus und uns erwartete am Ortsausgang ein gigantischer Zypressembaum, der ca. 2.000 Jahre alt, 42 m Höhe, Umfang 58 m und Durchmesser 14 m.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen fuhren wir noch eine Brennerei an. Hier wurde der für diese Gegend berühmte Mezcal hergestellt. Mezcal ist eine mexikanische Spirituose mit ca. 40 % Vol. Sie wird aus dem Fleisch verschiedener Agavenarten hergestellt. Selbstverständlich haben wir auch eine oder zwei Proben mit und ohne dem berühmten Wurm (Pulver) zu uns genommen, aber nur zur Vorbeugung, denn anschließend fuhren wir über einer der schönsten, aber auch gefährlichsten Bergstraßen von Mexiko (ein Teil der berühmten Panamerican, die Traumstraße von Alaska nach Feuerland)  von der Hochebene südöstlich zur feuchtheißen Tropenstadt   Tehuantepec.  Inmitten üppiger Vegetation, in einer Senke gelegen und umgeben von niedrigen Hügeln, im Mündungsgebiet des Tehuantepec am Pazifik. Hier ist der schmalste Teil Mexikos, 200 km zwischen Pazifik im Westen und dem Golf von Mexiko im Osten.

Tehuantepec hatte vermutlich eine lange spanische Geschichte, da es ein Zentrum der Zapoteken war. Erst in den Jahren 1521/1522 waren die ersten Spanier da und sie nutzten die kürzeste Landverbindung zwischen Atlantik und Pazifik in Mexiko zum Aufbau eines strategisch wichtigen Ortes unter Hernán Cortes. Bei Cortes und später bei den spanischen Vizekönigen, aber auch bei der mexikanischen Regierung, wurden Überlegungen über den weiteren Ausbau von günstigen Verkehrswege, aber auch über einen Kanal zwischen den beiden Meeren getätigt, der Plan erledigte sich durch den Bau vom Panamakanal 1914.

7. Tag: Fahrt nach San Cristóbal de las Casas, 2.200 m ü. d. Meer - 400 km

Am Morgen besteigen wir wieder gut gelaunt den Bus zur Weiterreise. Am gestrigen Abend schwamm noch ein Teil der Gruppe im Pool oder es wurden kalte Drinks im Garten einverleibt. Es war der erste warme Abend unserer Reise.

Die Fahrt ging zunächst weiter bergab auf Meeresspiegelniveau in eine feuchtwarme Ebene zwischen zwei gewaltigen Gebirgszügen. Große landwirtschaftliche Anbaugebiete - u. a. Mangobaumplantagen - begleiteten uns. Hier befindet sich auch die „Windschleuse“ zwischen der Karibik und dem Pazifik. Die Bäume und Sträucher hatten sich alle der bevorzugten Windrichtung Ost nach West angepasst und die Energiewirtschaft riesige Windkraftanlagen aufgebaut. Unser Bus hatte mit den starken Windböen zu kämpfen und musste die Geschwindigkeit stark drosseln.

Ohne weitere Probleme durchquerten wir die Ebene und vor uns lag das Hochland von Chiapas mit den vielen Indígena-Dörfer.

Am späten Vormittag erreichten wir den Sumidero-Canyon. Er entstand durch einen tektonischen Riss zwischen Tiefland und der Sierra. Durch die tiefe Schlucht schlängelt sich der Rìo Grijalval, an deren  Ende ein riesiger Staudamm entstand. Wir fuhren mit einer der Hochgeschwindigkeitsboote in den Canyon ein. Die Kulisse war beeindruckend: viele Tiere, Krokodile, Kormorane, weiße und graue Reiher, Affen und Aasgeier. All dies sahen wir an den Ufern bzw. im Wasser. Die Felswände ragten teilweise über 1.000 m über dem Wasserspiegel. Von einer dieser Schluchtkanten haben sich im Jahre 1527 etwas 2.000 Chiapa-Maya gemeinsam in den Tod gestürzt, um der Versklavung durch die Spanier zu entgehen, nachdem diese vorher ihren Anführer verbrannt hatten.

Nach der Beendigung der Bootstour, wir fuhren ca. 29 km in den Canyon rein, ging die Fahrt weiter durch das Bergland in Richtung San Cristobal de la Casas (2.200 m über dem Meer). In einem schönen Hotel aus der Kolonialzeit, natürlich unseren Ansprüchen angepasst, übernachteten wir nach anstrengender Fahrt durch eine reizvolle Landschaft.

8. Tag: Fahrt nach Palenque - 150 m ü. d. Meer - 180 km

Die Sonntagssonne hat uns wieder früh geweckt. Glücklich über dieses Wetter fuhren wir zuerst in die Stadt.

Obwohl San Cristóbal de las Casas ein typisch koloniales Flair mit vielen Kirchen, niedrigen ziegelgedeckten Häusern und vergitterten Fenster hat, wird die Stadt wesentlich von ihrer indianischen Geschichte und Gegenwart geprägt, was ihr eine besondere Atmosphäre verleiht.

Diese Stadt und ihre Umgebung gehören sicherlich zu den interessantesten Reisezielen von Mexiko. San Cristóbal ist die älteste spanische Siedlung in Chiapas und liegt im Jovel-Tal und ist von bewaldeten Bergen umgeben. Für uns Europäer ist ein Wald in dieser Höhe eine Seltenheit. Ursprünglich war auch diese Stadt eine Siedlung der Mayas. Nach einem Rundgang über den Zócalo (Plaza 31 de Marzo)  mit einer Reihe schöner kolonialer Gebäude, sowie die Kathedrale Nuestra Señora de la Asunción mit mehreren Barockaltären, Gemälden und Skulpturen, hatten wir FREIZEIT. Diese nutzten wir zum Besuch des Handwerkermarktes, wo kunstvolle Webartikel, hergestellt von den Indigena-Frauen, angeboten wurden. Die Gruppe nahm die Gelegenheit war und kaufte die schönen Gegenstände reichlich den in Landestracht gekleideten Frauen ab. Auch lohnte sich ein Besuch des Gemüse-, Blumen- und Fleischmarktes, denn hier wurde alles was zum Leben nötig ist angeboten.

Nachdem wir wieder im Bus waren, wurden wir von unserem Reiseleiter aufgeklärt, dass man in den Indígena-Dörfer grundsätzlich nicht fotografieren darf, denn ihre Bewohner betrachten die Mestizen-Gesellschaft als Eindringlinge, sind ihnen gegenüber misstrauisch und geben von sich wenig Preis und das schon seit der Eroberung durch die Spanier.

Wir hielten uns daran und gingen mit unserem Reiseleiter zuerst zum Dorfältesten, baten hier um Genehmigung die Kirche zu besuchen und zahlten das Eintrittsgeld. Zusammen betraten wir die Kirche. An den Wänden standen Vitrinen mit vielen Heiligen. Rund um diese Vitrinen standen unzählige Opferkerzen. Der weiß geflieste Boden war mit Kiefernadeln übersät, wo Kerzen aufgestellt wurden.

Vor den Altären knieten ganze Gruppen und beteten inniglich. Vor einem Altar kniete eine ganze Familie mit Großmutter, Kindern und Enkelkindern. Die Großmutter brachte ein Tieropfer dar und segnete mitgebrachte Getränke und Eier. Schließlich rieb sie ein Kleinkind mit den Eiern ein. Diese indigene Tradition ist für uns schwer zu verstehen. Trotzdem bewunderten wir diese Bewohner und ihren Glauben.

Ohne Zwischenfall fuhren wir zum nächsten Dorf. Hier waren die Bewohner etwas offener und wir bekamen die Erlaubnis eine Familie nach der Kindtaufe auf dem Kirchplatz zu fotografieren, aber sonst nicht.

Unser Reiseleiter kannte im Ort eine Maya-Familie. Dort waren wir eingeladen. Eine Frau zeigte uns die Kunst des Webens mit einem Gürtelwebgerät. Zwischenzeitlich backte ihre Mutter Maisfladen für die ganze Gruppe.
Wir hatten ein junges Brautpaar bei uns, welches auf Hochzeitsreise war. Unser Reiseleiter hatte auch eine Überraschung vorbereitet. Das junge Brautpaar musste ins Haus der Familie kommen und wurde mit Maya-Kleidung angezogen. Dann vollzog die Familienchefin nochmals die Hochzeit. Diese Zeremonie wurde mit Zuckerrohrschnaps, aber nicht zu wenig, besiegelt. Ein tolles Erlebnis.

Dann ging es wieder zum Bus und die Tour des Leidens begann. Auf einer Strecke von ca. 180 km, vom Hochland in die Tropen, haben die Mayas über 500 sogenannte „Topes“ angebracht. Das sind Schwellen quer über die Straße. Der Bus musste jedes Mal abbremsen, vorsichtig darüber fahren und dann wieder beschleunigen, wenn nicht sofort wieder eine Topes überfahren werden musste. Für unseren Fahrer war dies eine Herausforderung an fahrerischem Können und Kondition. Nicht immer wurde auf diese Hindernisse aufmerksam gemacht. Die Mayas hier leben vom Kaffee- und Kakaobohnenanbau sowie von Früchten der Landwirtschaft.

Kurz vor Palenque war vor uns auch noch ein Unfall passiert. Dank dem Mut unseres Fahrers und mit Hilfe anderer Verkehrsteilnehmer konnte die Unfallstelle umfahren werden und wir kamen geschafft nach über 8 Stunden um 9.00 Uhr in unserem Hotel an. Im Dunkeln konnten wir nur ahnen wie schön diese Anlage war. Nach einem Abendessen unter freiem Himmel freuten wir uns alle auf eine ruhige Nacht.

9. Tag: Über Palenque nach Campeche - 16 m ü. d. Meer - 380 km

Heute ist ein toller Sonnentag. Die schöne Hotelanlage könnte zum Verbleiben verführen, aber wie schon gesagt: "Programm ist Programm" und es geht heute zu den archäologischen Städten von Palenque.

Aber was ist mit einigen Mitreisenden der Gruppe los? Die Rache der Mayas hat zugeschlagen. Viele Teilnehmer haben Magenprobleme und Darmprobleme und können deshalb am tollen Frühstück nicht teilnehmen. Entsprechende Pillen werden eingeworfen und man hofft auf Gesundung.

Ab geht es zu den Ausgrabungen. Palenque war eine der bedeutendsten Hauptstädte der Mayas. Lange war die Stadt unentdeckt, denn der Urwald hatte die gesamte Anlage überwuchert.

Für uns ist es ein völlig neuer Eindruck von dieser Pyramidenanlage; waren doch die bisherigen Ausgrabungsstätten auf kahlen Hochebenen angesiedelt. Hier rahmen Tropenbäume und Sträucher rundum die Anlage ein. Ein toller Anblick.

Unser Reiseleiter erklärt uns in der Anlage nicht nur die Ruinen, sondern auch die Bäume und Sträucher mit ihren Blüten und Früchten. Im imposantesten Gebäude der Anlage fand man das Grab eines Herrschers. Ein anderer Palast auf einer Anhöhe gruppiert sich um Innenhöfe mit sorgfältig gearbeiteten Reliefs, Hieroglyphen und Stuckverzierungen, ein Turm überragt die ganze Anlage. Zur schönen Aussicht? Nein nicht nur dazu, sondern er wurde auch als Observatorium genutzt. Selbstverständlich fehlte auch nicht der Sonnentempel.

Beim Gang durch die Anlage hören wir dauernd das Brüllen der Brüllaffen. Wir sind im Urwald. Warum wurde diese Anlage verlassen? Schuld war schon damals der Klimawandel. Die Mayas holzten die Urwälder ab um für ihre Bauten Kalk zu brennen. Der Regen blieb aus und die Stadt musste verlassen werden.

Nach Beendigung der Besichtigung fahren wir nach einem gemeinsamen Mittagessen in Richtung Campeche. Unser Reiseleiter will uns den Sonnenuntergang am Golf von Mexiko zeigen. Leider kommen wir einige Minuten zu spät zur Küste in Campeche. Der Anblick der See ist auch so ein Erlebnis nach langer Fahrt durch das Gebirge, die Ebenen und Urwälder.

10. Tag: Fahrt nach Uxmal (12 m ü. d. Meer) und Mérida (8 m ü. d. Meer) - 200 km

Die Übernachtung in Champeche direkt am Meer hat die ganze Gruppe genossen. Die Hafenstadt an der Westküste Yucátans am Golf von Mexiko stellt eine Mischung aus Relikten der Frühzeit und aus den modernen Stadtvierteln dar. Der Ölboom hat jedoch das Bild des Ortes und seiner Umgebung stark beeinflusst. Nach Zerstörung durch einen Hurrikan (1995) wurde der restaurierte historische Stadtkern von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Unseren kurzen Rundgang beginnen wir an der alten Stadtmauer. Durch das Hafentor betreten wir das alte Stadtzentrum mit Zocálo und Kathedrale La Concepción, die erste Kirche von Yucatán. Beeindruckend war auch der alte Friedhof und das große Gebäude der Bezirksregierung.

Dann ab in den Bus. Wir fahren durch den Urwald immer geradeaus Richtung Uxmal.

Inmitten der Puuc-Berge, die dem typischen Architekturstiel der Gegend ihren Namen gab, war Uxmal während der späten klassischen Periode ca. 300 Jahre eine bedeutende Stadt, umgeben von kleineren Ausgrabungsstätten, wie Saiyl, Kabah und Xlapah, die wir auf der Fahrt hierhin sahen.

Sehenswert ist die große Pyramide, das Taubenhaus, das Viereck, der Tempel des Friedhofs sowie die Nordwest- und die Westgruppe.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen aus dem „ERDOFEN“  steuerte uns der Bus in die Stadt Mérida, die wir am späten Nachmittag erreichten.

In der Innenstadt besichtigten wir noch einige Gebäude, doch darüber später mehr.

11. Tag: Verlängerung in Cancún

Nach der ersten Nacht im Hotel frühstücken wir in einem Pavillon direkt am Karibikstrand. Nach und nach kamen viele Teilnehmer der Gruppe und jeder fragte sich: "Wo sind wir gelandet?" Das Hotel, die Zimmer und auch die Verpflegung waren gut, aber wieder einmal stellten einige Mitreisende fest, dass sie die schlechtesten Zimmer bekommen haben, so wie es auch schon in anderen Hotels war. Dann noch die Lautstärke. Von Morgens bis in die späte Nacht war PARTY. Je später es wurde, umso betrunkener waren viele Mitbewohner. Keine deutschsprachige Betreuung war im Hotel.

Der Strand war klein und lag direkt an einer Wasserstraße zum Achterwasser. An der Poolbar war den ganzen Tag hully-gully. An Ruhe und Erholung war nicht zu denken. Es herrschte allgemein die Auffassung, dass eine Gruppe nach einer solchen Rundreise nicht in einem solchen Hotel untergebracht werden soll.

Was konnte man vor Ort unternehmen? In einer kurzen Begrüßung äußerte ein Teil der Gruppe den Wunsch nach einen Ausflug mit unserem Reiseleiter Enrique Rantzau. Diesem Wunsche wurde entsprochen und alle waren begeistert. Sie besuchten Tulum und schnorchelten vor einem Riff.

Einige machten den Ausflug zur Insel Mujeres. Zwei Ehepaare machten einen Tauchgang in einem U-Boot. Ein Besuch der Stadt Cancún war eine Abwechslung, konnte aber nicht mit den anderen Städten mithalten.

Am letzten Tag kam gegen 12.00 Uhr der Bus. Leider sprach auch diese Reiseleitung kein Wort Deutsch, aber alle kamen zum Flughafen. Dort empfing uns ein Beauftragter der Agentur und stand uns beim Einchecken zur Seite. Nach Zwischenlandung in Washington landeten wir pünktlich in Frankfurt. Es war eine schöne Reise. Einige Beanstandungen werden bestimmt geändert und wir können jedem dieses Erlebnis empfehlen.

Margret und Franz-Günther

Hallo, ich bin Ihr Reiseleiter!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hallo!

Mein Name ist Enrique Rantzau und ich werde Sie auf der Rundreise durch Mexiko begeleiten!

Ich freue mich auf Sie!

Ihr
Enrique Rantzau

Ihr Reiseverlauf

1. Tag - Anreise
Flug nach Mexiko City und Transfer zu Ihrem Hotel (ca. 45 Min. Fahrt).

2. Tag - Mexiko City
Mexiko City ist mit rund 22 Millionen Einwohnern die zweitgrößte und gleichzeitig eine der faszinierendsten Städte der Welt. Sie bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Entdecken Sie auf einer Stadtrundfahrt/Stadtrundgang die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie den Zocalo, das Chapultepec-Schloss mit angrenzendem Park, die historische Altstadt mit der Kathedrale, den Nationalpalast, den Palacio de Bellas Artes sowie das historische Zentrum von Tenochtitlan. Anschließend Besuch des Anthropologischen Museums.

3. Tag - Mexiko City - Teotihuacan (ca. 130 km, ca. 1.5 – 2 Stunden Fahrt pro Strecke)
Heute unternehmen Sie einen Ausflug (inklusive Mittagessen, Getränke extra) nach Teotihuacan, der geheimnisvollen Pyramidenstadt, die von den Azteken Ort der Götter genannt wurde. Auf Ihrem Weg dorthin besichtigen Sie die Basilika von Guadalupe, einer der wichtigsten Heiligtümer Mexikos und eines der bedeutendsten Marienheiligtümer der Welt. Die Überreste von Teotihuacan geben einen Eindruck von der Planung dieser frühen Metropole. Sie besichtigen die Sonnen- und Mondpyramide sowie weitere interessante Ausgrabungen und Paläste mit Wandmalereien und Steinverzierungen.

4. Tag - Mexico City - Oaxaca (ca. 500 km, ca. 5 Stunden Fahrt)
Am frühren Morgen starten Sie zu Ihrem heutigen Tagesziel ist Oaxaca. Nach Ankunft unternehmen Sie eine Stadtbesichtigung. Typisch für die Stadt sind die vielen kolonialen Gebäude mit grünen Quarzstein. Sie besuchen außerdem die Kathedrale Santo Domingo.

5. Tag - Oaxaca - Tehuantepec (ca. 250 km, ca. 5 Stunden Fahrt)
Heute besuchen Sie die 400 m über dem Tal gelegene Tempelstadt Monte Alban, eine der ältesten Kultstätten Mittelamerikas mit Tempeln, Palästen und Grabstätten. Von dort haben Sie einen schönen Blick auf das Tal von Oaxaca und die architektonisch einmalige Anlage. Sie sehen das berühmete Grab Nr. 7, den Ballspielplatz, den Tempel der Tänzer sowie das Observatorium. Anschließend geht es weiter nach Tehuantepec, wo Sie den traditionellen Markt besuchen werden. Hier wird auch heute noch das Matriarchat einzelner Zapoteken-Stämme aufrecht erhalten. Unterwegs kommen Sie am berühmten Tule-Baum vorbei, dessen Alter auf 2.000 Jahre geschätzt wird.

6. Tag - Tehuantepec - San Cristóbal de las Casas (ca. 400 km, ca. 5 Stunden Fahrt)
Nach dem Frühstück Fahrt zur Sumidero-Schlucht, die 1980 zum Nationalpark erklärt wurde. Die Felswände der durch den Río Grijalva geschaffenen Schlucht ragen 1.000 m hinauf. Sie erkunden die faszinierende Schlucht mit einem Schnellboot und können, wenn Sie Glück haben, die einheimischen Tiere beobachten. Anschließend Weiterfahrt nach San Cristóbal de las Casas. Die Fahrt durch das Bergland in die auf 2.100 m Höhe gelegene Stadt zählt zu den schönsten in ganz Mexiko. San Christóbal ist nicht nur Kolonialstadt, das besondere Ambiente wird vor allem auch von den indianischen Stämmen der Region geprägt. Der wichtigste Sakralbau ist die Kirche Santo Domingo mit angeschlossenem ehemaligem Kloster.

7. Tag - San Cristóbal de las Casas - Palenque (ca. 180 km, ca. 7 Stunden Fahrt)
Bevor Sie sich auf die Fahrt nach Palenque machen, besuchen Sie die einheimische Bevölkerung um San Cristobál de las Casas. Diese bewahrt und pflegt zum Teil noch die indigene Tradition und Lebensweise.

8. Tag - Palenque - Campeche (ca.380 km, ca. 6 Stunden Fahrt)
Palenque ist der Inbegriff einer im Urwald versunkenen Maya-Stadt und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe deklariert. Sie gehört zu den faszinierendsten archäologischen Stätten von ganz Mexiko. Palenque war bereits vor der Zeitwende in präklassischer Zeit bewohnt. Durch die Hieroglyphen im Tempel der Inschriften mit dem Grab Pakals und an anderen Orten konnte man die Geschichte von Palenque rekonstruieren. Den Mittelpunkt der Anlage bildet der Palast, um ihn herum liegen Höfe, Galerien und Innenräume, die mit Steinreliefs verziert sind.

9. Tag - Campeche - Uxmal - Mérida (ca. 200 km, ca. 7 Stunden Fahrt)
Am Morgen unternehmen Sie eine Stadtrundfahrt/Stadtrundgang durch die Kolonialstadt Campeche, die zum Schutz vor Piraten im 17./18. Jh. von einer Festungsmauer umgeben wurde. Heute lagern hier wertvolle Kunstschätze. Weiter geht es zur Maya-Siedlung Uxmal. Der besonders reich verzierte Fassadenschmuck zeigt den regionalen Puuc-Stil. Im Anschluss fahren Sie nach Mérida, der Bundeshauptstadt Yucatáns. Die spanische Vergangenheit spiegelt sich vor allem in den  Gebäuden im Zentrum, in der Casa Montejo, der Kathedrale und in dem Gouverneurspalast am Plaza Mayor wider. Sie erkunden die Stadt auf einem Stadtrundgang.

10. Tag - Merida - Chichén Itzá - Cancún (ca. 350 km, ca. 7 Stunden Fahrt)
Heute erreichen Sie die bekannteste aller Maya Stätten, Chichén Itzá, eine großartig restaurierte Stätte antiker Schauplätze. Chichén Itzá ist von der Baukunst der Tolteken geprägt, die Krieger, gefiederte Schlangen und Adler verherrlichten. Die Pyramide des Kukulkan ist die wohl berühmteste Pyramide präkolumbianischer Zeit. Besichtigen Sie den Ballspielplatz, der vom Jaguartempel überragt wird. Im Tempel der Krieger findet man mächtige Schlangenskulpturen. Heute übernachten Sie in Ihrem Badehotel Barceló Costa Cancún.

11. – 14. Tag: Genießen Sie erholsame Tage in Cancún und die Annehmlichkeiten Ihres Badehotels.

15. Tag – Abreise
Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.

16. Tag - Ankunft in Deutschland