6. Tag
Heute startet unser eigentliches Abenteuer in Richtung Kap Hoorn. In der Nacht hatten wir schon heftigen Wellengang. Kap Hoorn auf der chilenischen Isla Hornos gelegen, ist der südlichste Punkt Südamerikas und markiert den gefährlichen Übergang zwischen Atlantik und Pazifik, daher ist hier meistens hoher Wellengang, was wir schon sehr zu spüren bekommen haben. Es ist hier tatsächlich ein Landgang ganz früh geplant, obwohl sich hier der größte Schiffsfriedhof befindet, denn hier sanken 800 Schiffe und ca. 10.000 Seeleute fanden in dieser Gegend ihr Grab. Was wir nicht wussten, das es heute unsere erste Zodiacfahrt sein wird. Ich sah aus unserer Kabine und dachte nur, was bei diesem Wellengang? Die erfahrenen Guides machen wohl hier und an den anderen Anlegestellen immer eine sogenannte Probefahrt, um zu testen, ob man es uns tapferen Passagieren zumuten kann. Man muss dazu sagen, das ein Zodiac ein extrem robustes Schlauchboot ist, was nur für Expeditionen in Polarregionen, Tauchgängen usw., genutzt wird und als fast unsinkbar gilt. Na sagen kann man viel.
Wir zogen unsere wetterfeste Kleidung an, die auch wasserundurchlässig sein sollte. Dann ging es los. Immer Gruppenweise nach Nationalitäten. Es gab ja nur ca. 25 deutschsprachige Passagiere an Bord. Und wir bekamen dann auch einen deutsch sprechenden Guide an unsere Seite. Je Zodiac ungefähr 8 - 10 Leute. Das Einsteigen musste auch gelernt sein, ging aber wieder erwartet recht gut. Los ging die wellige Fahrt bis zum Anleger Kap Hoorn. Puh, wir sprangen ganz schön über die Wellen. Wetter war ansonsten recht gut für die Gegend, sogar die Sonne ließ sich blicken. Um diese Jahreszeit sind hier in der Regel 5 - 10 Grad, aber durch den Wind gefühlt viel kälter. Endlich angekommen am Ufer zum Aussteigen, ging es über viele Treppen aus Holz zum Aussichtspunkt, dem Albatros Denkmal, eine Skulptur aus Stahl, die am 5.12.1992 zum Gedenken an die rund 10-000 Seeleute, die um das Kap ihr Leben ließen, aufgestellt wurde. Wir waren sehr stolz hier am Albatros Denkmal zu stehen, am Kap Hoorn. Eines unserer ersten Reiseziele war erreicht. Plötzlicher Wetterumschwung mit Regen und Hagel, alle wieder zurück in die Zodiacs. Es peitschte ganz schön in unser Gesicht und wir mussten etwas zügiger laufen. Jeder wurde natürlich sicher zurück aufs Schiff gebracht. Unser Mut wurde vom Kapitän mit einem Zertifikat gewürdigt. Wir haben Kap Hoorn erreicht, den südlichsten Punkt der Welt an Bord des Expeditionskreuzfahrtschiffes Ventus Australis. Wir waren ganz stolz. Tolle Idee!!!
Am Nachmittag, nachdem wir etwas Luft holen durften beim Mittagessen, ging es wieder in die Zodiacs in die Bucht von Wulaia. Dort hieß es, eine kleinere Wanderung zu absolvieren, durch den Magellanischen Wald. Die Landschaft ist hier einfach wunderschön, unbeschreiblich. Hier gibt es verschiedene Baumarten. Der dominierende ist die Magellan Südbuche. Das ist eine immergrüne Art und der südlichste Baum der Welt und bildet den Hauptbestandteil des Waldes. Wir wandern bis zu einem Aussichtspunkt, wo man einen weiten Blick hat über die gesamte Bucht. Einfach nur schön. Danach zurück zum Schiff und relaxen beim Abendbrot und später noch an der Bar bei extravaganten Mixgetränken. Lecker!!