April 2026

Reisebericht Patagonien: Auf Expedition ans andere Ende der Welt

Manche Reisen bleiben lange in Erinnerung und manche berühren das Herz für immer. Diese außergewöhnliche Expeditionsreise durch Argentinien und Chile gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Zwischen pulsierenden Metropolen, majestätischen Gletschern, wilden Fjorden und dem sagenumwobenen Kap Hoorn durfte unsere Chronistin Ines die faszinierende Schönheit Patagoniens hautnah erleben. Von Buenos Aires bis nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, führt diese besondere Route durch eine Region voller Kontraste und Naturschönheiten. Eindrucksvolle Zodiac-Fahrten, majestätische Gletscher, das sagenumwobene Kap Hoorn und die einzigartige Tierwelt machen diese Reise zu einem echten Abenteuer. Entdecken Sie mit unserer Chronistin eine der spektakulärsten Regionen unserer Erde. Rau, ursprünglich und einfach atemberaubend schön.

Abbildung
Mein Tipp

Argentinien & Chile - Eine einzigartige Reise zwischen Feuer und Eis

Ines, Berge & Meer Chronistin

Liebe Berge & Meer Fans,

Ich, Ines aus Sachen-Anhalt, Halle/Saale, berichte heute über eine wirklich spektakuläre Expeditionsreise. Argentinien & Chile - Begleiten Sie mich nach Patagonien, ans Ende der Welt. Ich merke gerade, dass ich über den Kontinent Südamerika schon zum 3. Mal berichte. Lasst Euch also verzaubern mit meinem heutigen Bericht.

1. Tag

Anreise

Bei dieser Reise haben wir das erste Mal das Zug zum Flug Ticket von Berge & Meer genutzt. So musste uns erstmal das Taxi von unserem Dorf bis zum Bahnhof Halle/Saale fahren, danach stiegen wir ganz relaxt in den doch fast pünktlichen Zug ein und waren nach guten 3 Stunden in Frankfurt am Flughafen. Unser Flug ging um 21.40 Uhr nach Buenos Aires mit der Lufthansa.
Es handelt sich hierbei um einen Direktflug von knapp 14 Stunden mit der Boing 747-8. Das ist zur Zeit das längste Passagierflugzeug der Welt mit Oberdeck und wird als Königin der Lüfte bezeichnet. Selbst der A380 ist nur höher, aber nicht so lang wie diese Boing, nämlich 76 Meter. Wir hatten zusätzlich die Reihe mit sehr grosser Beinfreiheit gebucht, einfach nur Klasse.
So kann man es aushalten.

2. Tag

Ankunft in Buenos Aires

Nach der Ankunft, natürlich am frühen Morgen mit Zeitverschiebung von 5 Stunden, nahm uns unser Reiseleiter in Empfang und wir fuhren mit dem Bus zu unserem Stadthotel. Sonne satt und 23 Grad - herrlich. Danach hieß es erstmal: Restlicher Tag zur freien Verfügung. Bei den vielen Reisen, die wir bereits mit Berge & Meer gemacht haben, finden wir jetzt diese Variante mit freier Zeit und fast nur mit Frühstück, wunderbar. Unser Zimmer in der 8. Etage hatte schon einen tollen Blick auf die Wolkenkratzer von Buenos Aires. Buenos Aires ist ähnlich wie in New York City (Manhattan) nach einem Schachbrettmuster angelegt, sodass man alles gut ablaufen kann. Mein Mann und ich entdecken eine sehr schöne Meile am Hafen mit zahlreichen Cafés und Bars. Davor ein Park mit sehr viel Grün, insbesondere mit großen Palmen. Man merkt hier gar nicht wie viel Schritte man absolviert. Am späten Nachmittag essen wir urig in einer kleinen Kneipe die brechend voll ist.  Es gibt natürlich Empanadas und Tapas - sehr lecker!

3. Tag

Buenos Aires

Nach dem Frühstück im Hotel starten wir um 9.00 Uhr mit einer Stadtrundfahrt. Der Hauptplatz von Buenos Aires ist die Plaza de Mayo, wo auch der markante rosafarbene Regierungspalast steht. Der Palast ist rosa (so die Vermutung), um die Farben der beiden verfeindeten Parteien zu mischen, also rote Partei (die Föderalisten) und die weisse Partei (die Unitarier). Es könnte aber auch Ochsenblut mit Kalb gemischt wurden sein, das dieser rosafarbene Putz entstanden ist. Ausgerechnet heute finden Dreharbeiten statt, so dass fast der gesamte Platz abgesperrt wurde. Es tummeln sich Schauspieler und Komparsen überall, sowie alte Autos, fast wie auf Kuba, alles für die Filmkulisse.

Wir fahren über einer der breitesten Straßen der Welt (14-spurig), die Avenida 9 de Julio. Ehe man da über die Straße kommt, spannend. Mit vielen Ampeln und Inseln. Wir stellen sehr schnell fest, das hier in Buenos Aires alles sehr den spanischen Hauptstädten, wie zum Beispiel Madrid, ähnelt. Ist verständlich, denn ganz Südamerika ist spanische Kolonie gewesen, außer Brasilien. Wir fahren an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, wie die bedeutendste Katholische Kirche der Stadt, in der Erzbischof Papst Franziskus einst seinen Sitz hatte. Wir halten am berühmten Friedhof und haben Zeit uns die Ruhestätten von Nationalhelden, Künstlern und natürlich das Grab von Eva Peron anzusehen. Sie war in den 70-ziger Jahren die Ehefrau vom argentinischen Präsidenten. Weiter geht es an modernen Vierteln vorbei mit schicken Restaurants ins grüne Viertel Palermo.

Wir fahren am berühmten Fussballstadion vorbei. Bummelzeit haben wir dann endlich im farbenfrohen Viertel La Boca.
Dort gibt es schöne buntbemalte Häuser, kleine Geschäfte, Tango Tänzer, die sich unbedingt mit uns fotografieren lassen wollen. Ich konnte entfliehen und mein Mann musste auf offener Strasse diverse Tango Stellungen einnehmen, haha. Sehr lustig aber auch sehr schick. Ein kleiner Hafen ist zu sehen mit vielen Souvenir Händlern und kleineren Restaurants. Natürlich wird an jeder Ecke an den berühmten Fussballspieler Diego Maradona erinnert. Er wurde auf Hauswänden gezeichnet oder als Statue zum Fotografieren aufgestellt. Man merkt die Fussballbegeisterung in ganz Argentinien. Denn auch Lionel Messie ist überall vertreten. Der restliche Tag steht uns wieder zur freien Verfügung.

Nachmittags vertiefen mein Mann und ich nochmals den Besuch des Opernhauses Teatro Colon. Das ist das bedeutendste Opernhaus Lateinamerikas. Sehr schick von innen und außen mit tollem Café und leckeren Törtchen. So stellt man sich Urlaub vor. Übrigens können die Argentinier sehr gut backen und kochen. Des Weiteren muss man einfach auch den fast 70m hohen Obelisken besichtigt haben, der an die Gründung der Stadt erinnert und die Ernennung Buenos Aires zur Hauptstadt. Er ist der Mittelpunkt und das Wahrzeichen der Stadt. Davor kann man tolle Fotos schießen und bei unserem stahlblauen Himmel ein Hochgenuss. Abends kann man überall schön essen, es gibt genügend Restaurants natürlich auch mit den besten argentinischen Steaks.

4. Tag

Weiterflug nach Ushuaia

Am Morgen dann unsere Fahrt gemeinsam mit dem Reiseleiter zum Flughafen. Heute geht es ans Ende der Welt, der südlichsten Stadt Ushuaia. Aus unseren 23 kg Gepäck für internationale Flüge, wurden nun nur noch 15 kg bei Inlandsflügen.
Gott sei dank konnten wir mit einer kleinen Zuzahlung alle Sachen mitnehmen. Unser Flug dauerte 3.5 Stunden. Der Anflug auf die Stadt war schon spektakulär, man sah viele schroffe schneebedeckte Berge und Gletscher aus dem Flugzeug, fast zum Greifen nahe - einfach nur cool. Und wieder haben wir sehr schönes Wetter.

Wir wurden in unser Hotel etwas ausserhalb auf einer kleinen Anhöhe mit Blick ins Tal gefahren. Die Reiseleiterin erzählte uns, das man gut zu Fuß in die Stadt kommt und auf dem Rückweg ein Taxi nehmen kann. Da wir den restlichen Tag frei hatten, machten wir uns gleich los ins Städtchen Ushuaia. Ich hatte in mehreren Berichten gelesen, das da gar nichts los ist, nur ein Hafen mit Expeditionskreuzfahrtschiffen, die dann in die Antarktis starten. Ich wurde sehr positiv überrascht, und fand Ushuaia gleich gemütlich, niedlich mit vielen kleinen Geschäften, dem Postamt am Ende der Welt, wo man sich einen Stempel geben lassen kann und vielen interessanten Museen. Zumal die Stadt dort liegt, wo die Anden auf den berühmten Beagle Kanal treffen.

Uns wurde besonders von der Reiseleiterin empfohlen die Königskrabbe oder das Lamm zu essen. Wir gingen natürlich der Empfehlung nach, denn auch Berge & Meer schrieb in der Reisezusammenfassung, das es ein Muss ist die regionale Köstlichkeit einmal zu essen. Die wirklich winzige Kneipe, fast zu vergleichen mit Fischerklausen an der Nord- und Ostsee, war brechend voll. Jeder wollte diese Königskrabbe essen. Wir mittendrin zwischen allen Nationalitäten - ein mega Spaß! Man muss die wirklich großen Krabbenbeine aufschneiden mit der Schere, die man vom Kellner bekommt und dann pult man das Fleisch heraus. Was natürlich etwas spritzt. Ich kam mir vor wie bei Pretty Woman, als Julia Roberts die Schnecken wegsprangen. Sehr zufrieden ging unser Tag zu Ende. Wir fuhren mit dem Taxi zum Hotel und schliefen danach auch gleich ein.

5. Tag

Ushuaia - Tierra de Fuego Nationalpark und Einschiffung

Erst für 11.00 Uhr war heute unsere Abfahrt zum Nationalpark, der bloß ca. eine halbe Stunde von unserem Hotel entfernt ist, geplant. Die Landschaft ist hier sehr beeindruckend. Ein toller Spaziergang in der Gruppe mit Reiseleiterin bis zum Aussichtspunkt an der Lapataia Bucht, mit vielen Vogelsichtungen ist sehr entspannend. Wie wir von unserer Reiseleiterin erfahren, ist der weit verbreiteste Vogel Feuerlands die Magelan Gans. Ein sehr schöner Vogel ist aber auch der Schopf Karakara, der überwiegend in Mittel- und Südamerika lebt. Dieser ähnelt einem Falken, ist aber bunter, hält sich häufig am Boden auf und hat eine Flügelspannweite von 125 cm. Übrigens ist Ushuaia die Hauptstadt Feuerlands. Unser Spaziergang endet am Ende der berühmten Panamericana.

Die Panamericana ist rund 45.000 Km lang und beginnt in Alaska im Norden und endet hier in Feuerland Südamerika. Natürlich wollen alle ein Foto, um es zu Hause stolz zeigen zu können. Wir machen nochmals einen Halt an einem wunderschön gelegenen See, dem Roca See, mit kleiner Mittagspause. Anschließend erfolgt die Rückfahrt nach Ushuaia, wo wir uns später am Hafen alle sammeln. Vorher können wir noch etwas durch Ushuaia bummeln und wir gönnen uns noch ein schönes Stück Torte und dazu ein Pisco Sour. 

Wir erfahren am Hafen, das es eine der letzten Fahrten für die Saison sein wird, da die Reisezeit im April endet. Ab Mai ist Winter und man kann durch Schnee und Eis nicht mehr fahren. 6 Monate ist hier nur Saison daher liegen auch im Hafen keine weiteren Expeditionskreuzfahrtschiffe mehr. Ansonsten sieht man wohl hier sehr viele Schiffe, die Ihre Reise in die Antarktis starten. Das schöne an solch Kreuzfahrt ist, das dieses Schiff nur 210 Passagiere fasst. Welch großer Luxus zu anderen Kreuzfahrten mit 2.000 - 5.000 Passagieren.

Wir checken am Abend ein und sind schon von unserer urigen im Seemannslook eingerichteten Kabine begeistert. Sie hat ein bodentiefes großes Panoramafenster. Mir kommt gleich in den Sinn, da sieht man die Meter hohen Wellen besonders schön! Wir werden später durch den Kapitän begrüßt und bekommen ein tolles Abendessen in Menüform mit eigenem Kellner für unseren Tisch. Es gibt 3 Tische mit unseren Berge & Meer Urlaubern, sodass wir auch auf dem Schiff zusammen als Gruppe sind.

6. Tag

Expeditionskreuzfahrt Kap Hoorn

Heute startet unser eigentliches Abenteuer in Richtung Kap Hoorn. In der Nacht hatten wir schon heftigen Wellengang. Kap Hoorn auf der chilenischen Isla Hornos gelegen, ist der südlichste Punkt Südamerikas und markiert den gefährlichen Übergang zwischen Atlantik und Pazifik, daher ist hier meistens hoher Wellengang, was wir schon sehr zu spüren bekommen haben. Es ist hier tatsächlich ein Landgang ganz früh geplant, obwohl sich hier der größte Schiffsfriedhof befindet, denn hier sanken 800 Schiffe und ca. 10.000 Seeleute fanden in dieser Gegend ihr Grab. Was wir nicht wussten, das es heute unsere erste Zodiacfahrt sein wird. Ich sah aus unserer Kabine und dachte nur, was bei diesem Wellengang? Die erfahrenen Guides machen wohl hier und an den anderen Anlegestellen immer eine sogenannte Probefahrt, um zu testen, ob man es uns tapferen Passagieren zumuten kann. Man muss dazu sagen, das ein Zodiac ein extrem robustes Schlauchboot ist, was nur für Expeditionen in Polarregionen, Tauchgängen usw., genutzt wird und als fast unsinkbar gilt. Na sagen kann man viel.

Wir zogen unsere wetterfeste Kleidung an, die auch wasserundurchlässig sein sollte. Dann ging es los. Immer Gruppenweise nach Nationalitäten. Es gab ja nur ca. 25 deutschsprachige Passagiere an Bord. Und wir bekamen dann auch einen deutsch sprechenden Guide an unsere Seite. Je Zodiac ungefähr 8 - 10 Leute. Das Einsteigen musste auch gelernt sein, ging aber wieder erwartet recht gut. Los ging die wellige Fahrt bis zum Anleger Kap Hoorn. Puh, wir sprangen ganz schön über die Wellen. Wetter war ansonsten recht gut für die Gegend, sogar die Sonne ließ sich blicken. Um diese Jahreszeit sind hier in der Regel 5 - 10 Grad, aber durch den Wind gefühlt viel kälter. Endlich angekommen am Ufer zum Aussteigen, ging es über viele Treppen aus Holz zum Aussichtspunkt, dem Albatros Denkmal, eine Skulptur aus Stahl, die am 5.12.1992 zum Gedenken an die rund 10-000 Seeleute, die um das Kap ihr Leben ließen, aufgestellt wurde. Wir waren sehr stolz hier am Albatros Denkmal zu stehen, am Kap Hoorn. Eines unserer ersten Reiseziele war erreicht. Plötzlicher Wetterumschwung mit Regen und Hagel, alle wieder zurück in die Zodiacs. Es peitschte ganz schön in unser Gesicht und wir mussten etwas zügiger laufen. Jeder wurde natürlich sicher zurück aufs Schiff gebracht. Unser Mut wurde vom Kapitän mit einem Zertifikat gewürdigt. Wir haben Kap Hoorn erreicht, den südlichsten Punkt der Welt an Bord des Expeditionskreuzfahrtschiffes Ventus Australis. Wir waren ganz stolz. Tolle Idee!!! 

Am Nachmittag, nachdem wir etwas Luft holen durften beim Mittagessen, ging es wieder in die Zodiacs in die Bucht von Wulaia. Dort hieß es, eine kleinere Wanderung zu absolvieren, durch den Magellanischen Wald. Die Landschaft ist hier einfach wunderschön, unbeschreiblich. Hier gibt es verschiedene Baumarten. Der dominierende ist die Magellan Südbuche. Das ist eine immergrüne Art und der südlichste Baum der Welt und bildet den Hauptbestandteil des Waldes. Wir wandern bis zu einem Aussichtspunkt, wo man einen weiten Blick hat über die gesamte Bucht. Einfach nur schön. Danach zurück zum Schiff und relaxen beim Abendbrot und später noch an der Bar bei extravaganten Mixgetränken. Lecker!!

7. Tag

Pia Gletscher - Porter Gletscher

Am frühen Morgen geht es wieder los mit dem Zodiac zum Pia Gletscher. Die Ausflüge werden an Bord in Schwierigkeitsgrade eingeteilt, von einfach über mittel bis schwer. Wir gliedern uns immer in den mittleren Teil ein und der ist schon nicht so leicht, finde ich. Heute gibt es nur eine kleinere Wanderung über Gletschersteine, bis wir fast vor dem Pia Gletscher stehen. Tatsächlich knackt er und es bricht sogar was vom Eis ab. Ein mystisches Gefühl, das einmal miterlebt zu haben. Danach geht es wieder mit dem Zodiac zum Schiff zurück. Erst einmal stärken. An Bord ist alles inklusive und die Mahlzeiten werden in Menüform serviert. Am Nachmittag geht es nochmal mit dem Zodiac, allerdings ohne aussteigen, zum Porter Gletscher. Vorbei an steilen Felswänden. Das Zodiac fährt diesmal an Eisschollen vorbei, einfach ein tolles Erlebnis. Coole Fotos entstehen. Auf der Rückfahrt zum Schiff sehen wir sogar zwei einsame Pinguine im Wasser. Ein sehr schöner Tag neigt sich dem Ende.

8. Tag

Agostini Fjord - Condor Gletscher

Durch den starken Wellengang in der Nacht, machen wir heute die geplante Tour umgekehrt. Wir fahren in den Agostini Fjord. Mit den Zodiacs geht es am Morgen gemeinsam mit unserem deutsch sprechenden Guide Claudia an den Condor Gletscher, wieder ohne auszusteigen. Die Zodiacs haben wirklich den grossen Vorteil bis fast ganz ran zu fahren an die Gletscher. Wir konnten wieder sehr tolle Fotos schießen. Am Nachmittag gibt es noch ein beeindruckendes Naturerlebnis. Wir fahren zum Aguila Gletscher mit Lagune. Die Lagune ist durch das Abschmelzen des Aguila Gletschers entstanden. Man kann die Lagune fast umrunden, was wir auch alle machen. Ein sehr schöner entspannter Spaziergang. Am Abend gab es dann ein kleines Kapitäns Dinner zum Abschied dieser atemberaubenden Expedition.

9. Tag

Isla Magdalena - Punta Arenas

Leider sind die Magellan Pinguine schon im April abgewandert, sodass man uns als Alternative die Seelöwen Kolonien angeboten hat. Da wir in Südafrika bereits sehr viele Pinguine gesehen haben, waren wir darüber nicht ganz so traurig. Es ging ein letztes Mal mit den Zodiac über die Wellen zur Seelöwen Kolonie. Die Hauptinsel für Seelöwen in der Magellan Straße ist die Isla Marta, gelegen schon im chilenischen Teil der Meerenge, nahe Punta Arenas. Es war einfach nur herrlich. Die Tiere tummelten sich vor unseren Zodiacs und schrieen was das Zeug hält. Fast wie Fischsuppe, so viele Seelöwen und sogar auch Seeelefanten waren dabei. Toll!! Nach diesem Schauspiel ging es zurück und und wir fuhren weiter in Richtung Punta Arenas und zur Ausschiffung. 

Die Ausschiffung dauerte sehr lange und unsere Reiseleiterin an Land brauchte etwas Geduld. Weiter ging es mit einer Stadtrundfahrt durch Punta Arenas - heißt auf deutsch sandiger Ort. Er liegt am südlichen Ende von Chile auf einer Bank in der Magellan Straße gegenüber von Feuerland. Man nennt Punta Arenas auch die vergoldete Stadt, geprägt durch historischen Reichtum aus der Schafzucht und dem Goldrausch. Natürlich ist sie der Ausgangspunkt für alle Antarktis Expeditionen und Reisen in die schöne patagonische Natur. Wir besuchen ein historisches Museum, erfahren was über die Ureinwohner und die Gegend dort. Nach kurzem Halt an einem Aussichtspunkt über die Stadt, fahren wir sehr lange bis zu unserem Hotel in Puerto Natales. Es ist ein sehr kleines Hotel, aber auch urig und in der Straße vom Hotel gibt es zahlreiche Restaurants, Pizzerias oder Steak Häuser. Waren natürlich wieder argentinisches Steak essen und Lachs - Carpaccio. Einfach nur vom Allerfeinsten. Preislich ist es hier und überhaupt auf der ganzen Reise nicht günstig, aber jeder Cent ist es wert.

10. Tag

Puerto Natales - Torres de Paine Nationalpark

Abfahrt heute früh um 8.30 Uhr in Puerto Natales zur Eberhard Höhle. Das ist wohl eine große Attraktion und Touristenmagnet in Patagonien diese Höhle, die von Hermann Eberhard entdeckt wurde. Es wurden dort Knochen, Fell und Hautstücke eines vor 10.000 Jahren ausgestorbenen Riesenfaultiers gefunden. Die Höhle war an dieser Stelle besonders trocken, daher konnte sich das alles gut halten. Wir machen bis zur Höhle ein kleinere Wanderung immer am Bergmassiv entlang. Alles ist sehr schön erhalten und toll angelegt. Wir fahren danach weiter zum Torres de Paine Nationalpark. Wir sehen auf dem Weg dorthin aus dem Bus viele wildlebende Guanakos. Das Guanako ist die Stammform des Lamas. Der Unterschied zum Alpaka ist, das die Alpakas die felligere Version des Lamas sind und deutlich kleiner sind. Condore fliegen majestätisch am Bus vorbei und sogar einen Gaucho, einen südamerikanischen Viehhirten, konnten wir für ein Foto rumkriegen. Langsam nähern wir uns des wohl bekanntesten Nationalparks Chiles, dem Torres de Paine. Große Teile des Nationalparks sind vergletschert. Er besteht aus Fjorden, Sümpfen, großen Seen und natürlich den drei majestätisch nadelartigen Granitbergen, die bis 3.000 m hoch sind. Eine kleine Wanderung bei stürmischen Wind bringt uns zu einem traumhaften Wasserfall. Wir können uns fast nicht halten. Sehen sogar noch ein Gürteltier, was genauso mit dem Wind kämpft, wie wir. Danach Weiterfahrt am Fluss Rio Paine entlang zur Mittagspause. Wir starten einen Spaziergang auf einem Pfad mit Aussichtspunkt am Grey See und Blick zum Gletscher, aber nur, wenn man sich etwas Mühe gibt. Herrlich! Später dann Rückfahrt zum Hotel.

11. Tag

Puerto Natales - El Calafate

Nach dem Frühstück Abfahrt, diesmal schon 6.30 Uhr, in Richtung Grenze Argentinien. Wir werden von unserer Reiseleiterin in einen öffentlichen Bus gesetzt und sie erklärt uns alle Formalitäten, denn es spricht ja keiner deutsch hier. Der Bus ist mit erster Etage und Ledersitzen - super. Dachte bei öffentlichen Bussen an: "ich hab ne Ziege oder Huhn auf dem Schoss". Alles prima hier. An der Grenze müssen wir alle aus dem Bus raus, ins Grenzhäuschen um unseren Pass zu zeigen. Danach alle wieder rein in den Bus, und hoffen das es der richtige ist. Es gibt ja nicht nur unseren Bus. Aber alle von unserer Gruppe sind pfiffig genug - klappt. So, Grenzkontrolle Chile geschafft. Nach paar Metern wieder alle raus aus dem Bus. Nun Kontrolle mit unserem Pass in Argentinien.

Juhu, nun haben wir es endlich geschafft und können weiterfahren bis zur Endstation El Calafate in Argentinien, wo uns hoffentlich unser neuer Reiseleiter in Empfang nimmt und ins Hotel begleitet. Bis dahin sind es noch ca. 3 Stunden Busfahrt. Auf der langen Fahrt sehen wir sehr viele Tiere am Straßenrand: Pferde, Guanakos, Schafe, Rinder und Nandus. Der Ort El Calafate liegt am größten See Argentiniens und am drittgrößten von Lateinamerika - dem Lago Argentino. Nach Ankunft und Fahrt zum Hotel mit Reiseleiter, atmen wir erstmal aus und bummeln in das kleine Städtchen, was wieder viele Souvenir Geschäfte und Restaurants bietet. Natürlich wandern wir auch zum See, der wirklich riesig erscheint und man kein Ende erkennt. In einer Lagune sind sogar tolle Flamingos zu sehen. Abends gibt es wieder Steaks. Man muss sich einfach mal hier satt essen an argentinischen Steaks, wenn man schon mal hier ist. Danach nur noch schlafen.

12. Tag

El Calafate-Perito - Moreno Gletscher

Heute steht nun der spektakulärste Gletscher auf dem Programm der Perito - Moreno Gletscher. Der gut 30 km lang, etwa 75 m hoch und 5 km breit ist - Wahnsinn!!! Ich bin schon sehr gespannt, was man jetzt noch überbieten kann. Leider regnet es heute. Wir fahren erst mit dem Bus zum Nationalpark Los Glaciares. Es besteht hier optional eine Fahrt zum Gletscher mit dem Boot zu buchen. Viele aus unserer Gruppe nehmen das Angebot an und wollen den Gletscher aus nächster Nähe sehen. Leider wurde der Regen nicht besser und es kam auch noch starker Wind dazu. Aber wir sind alle sehr hart und tapfer und es entstehen trotzdem traumhafte Fotos vom Gletscher, der sogar kalbt, einfach einzigartig. Man konnte sich nicht sattsehen.

Nach der Bootsfahrt zieht sich der Himmel auf und es scheint tatsächlich wieder sehr schön die Sonne. Alle freuen sich riesig. Wir machen nun noch eine Wanderung über Holzbohlen immer entlang des Gletschers. Die Farben der Natur sind herrlich. Hier ist ja jetzt Herbst und alle Blätter haben rote/gelbe, grüne Färbung und dazu im Hintergrund der weiss-blau leuchtende Gletscher. Ein faszinierendes Foto und ein wirklich krönender Abschluss dieser Reise.

13. Tag

El Calafate - Flug nach Buenos Aires

Früh nochmals kleiner Spaziergang bei schöner Sonne in El Calafate mit Torte essen und Kaffee. Schmeckt hier alles super. Ich habe selten so leckere Torten und Kuchen gegessen, wie hier. Abschied vom Reiseleiter und am Nachmittag geht es wieder zum Flughafen. Wir fliegen nun von El Calafate einem sehr kleinen Flughafen nach Buenos Aires zurück. Abends dort wieder in unserem Stadthotel angekommen schaffen wir es nur noch auf unser Zimmer und fallen kaputt ins Bett. Gute Nacht!

14. Tag

Buenos Aires - Abreise

Abflug nach Deutschland, trotz Streiks der Lufthansa und ewigen Hin und Her geht unser Flieger, juhu! Früh bummeln wir nochmals durch Buenos Aires, können uns nicht satt sehen. Waren nochmals am Präsidentenpalast, haben uns das Nationalmuseum angeguckt, die Nationalbank klappte leider nicht, da wir keine Pässe mit hatten. Schade, na dann beim nächsten Mal. Danach Fahrt zum Flughafen.

15. Tag

Ankunft in Deutschland

Durch die 5 Stunden Zeitverschiebung kamen wir Mittags in Frankfurt an, danach wieder in unseren Zug und dann wieder mit dem Taxi auf unser Dorf in Sachsen - Anhalt.

Fazit

Eine wirkliche Traumreise, die man einfach nur empfehlen kann. Mit über 160.000 Schritten laut unserem Schrittzähler, der spektakulären Kreuzfahrt, den zahlreichen Ausflügen mit den Zodiac, würde ich diese Reise als wunderschöne Expedition in die Natur Patagoniens und Gletscherwelt der arktischen Sphäre einordnen. Es ist immer wieder schön, wie viele extravagante Highlights Berge & Meer in seine Reisen packt.

Sie möchten auch nach Patagonien reisen?

Patagonien-Reise mit Berge & Meer