September - Oktober 2012

Reisebericht: Vietnam & Kambodscha - Die Perlen Südostasiens

Entdecken Sie auf dieser Kombinationsreise Vietnam mit der Metropole Ho Chi Minh Stadt und den Felsformationen in der Halong Bucht sowie Kambodscha mit den Tempelanlagen von Angkor, in denen sich die machtvolle Vergangenheit des Landes widerspiegelt.

Chronist Reiner in Vietnam und Kambodscha
Mein Tipp

Südostasiens Traumstätte erleben

Reiner, Berge & Meer Chronist

Hallo,

mein Name ist Reiner und ich wohne in Mönchengladbach-Rheydt und habe nunmehr wiederholt das große Vergnügen, Sie auf einer meiner Berge & Meer Reisen mitzunehmen.

Nachdem wir im Frühjahr auf Sri Lanka und den Malediven waren führt uns die jetzige Reise nach Vietnam und Kambodscha.

Ich bin einerseits gespannt auf die Entwicklung, die Vietnam als Sozialistische Republik nach dem Ende des Krieges (1975) genommen hat, andererseits natürlich auch auf die geographischen Highlights wie die Halong Bucht und die kulturellen, antiken Höhepunkte wie zum Beispiel die Tempelanlagen von Angkor in Kambodscha.

Und am Ende erholen wir uns dann noch ein paar Tage am Meer und werden versuchen, die vietnamesische Wirtschaft durch Shoppen anzukurbeln.

Ich freue mich, Euch berichten zu dürfen.

Euer Chronist,

Reiner

1. Tag

Anreise nach Ha Noi und der

Mit leichter Verzögerung von rund 30 Minuten startete unsere Boeing 777 der Vietnam Airlines von Frankfurt nach Ha Noi. Ja, ich schreibe es bewusst in 2 Wörtern, da der Name der Stadt hier vor Ort ebenfalls so geschrieben wird, dann wird es wohl so richtig sein. Der Flug verlief reibungslos, nicht immer ganz ruhig aber dennoch insgesamt recht angenehm. Freundlicher Service an Bord lies die gut 11 Stunden Flugzeit erträglich werden. Wir landeten um 06:30 Uhr (natürlich Ortszeit, entsprechend 5 Stunden + zu unserer MESZ) auf dem Internationalen Flughafen von Ha Noi.

Die Einreise ging etwas schleppend und so dauerte es fast eine Stunde bis auch die letzten Gäste aus unserer Gruppe alles durchlaufen hatten. Die gesamte Gruppe wurde auf 2 Reiseleiter aufgeteilt, daher entstand eine angenehme Gruppengröße. Leider waren unsere Hotelzimmer noch nicht bezugsfertig und deshalb schlug unser Reiseleiter vor, einige Programmpunkte vorzuziehen. Das ist natürlich ein gewisser organisatorischer ''Hochseilakt'', denn es ist nicht jedermanns Sache, nach 11 Stunden Flug und insgesamt noch längerer Reisezeit ein - in diesem Falle - völkerkundliches Museum zu besuchen. Wir mussten da durch. Anschließend noch ein Spaziergang durch die Altstadt, der durch einen leichten Regenfall nicht gerade an Reiz gewann.

Schließlich erreichten wir unser Hotel um 12:30 Uhr. Unser Zimmer war sehr schön, sauber, groß und gut möbliert. Echt gut. Zunächst haben wir aber eine Dusche und ''ein Auge Schlaf'' genommen.

Nach der Mittagsruhe stellten wir fest, dass der Morgennebel dem Abendnebel gewichen war. Die Temperatur lag inzwischen bei ca. 28°C und es hatte eine Luftfeuchtigkeit von ''nur'' ca. 85 %. Für Mitteleuropäer zumindest grenzwertig.

Um 18:00 Uhr legt sich die Dunkelheit der Nacht über die Stadt, die schwüle Luft ist immer noch gefüllt mit Abgas aus hunderttausenden Mopeds und ebenso vielen PKW und Bussen. Ein permanenter Geräuschpegel wird durch heftiges und häufiges Hupen gehalten. Mal sehen, was die Nacht bringt und morgen geht es dann zum ersten Highlight, der Halong Bucht.

2. Tag

Fahrt nach Halong

Gestern Abend haben wir an einer Garküche, nicht weit entfernt von unserem Hotel gegessen. In der Tat, es ist nicht jedermanns Sache aber wir haben uns nicht abschrecken lassen. Das Lokal - meint hier: der Bürgersteig vor dem ''Küchenraum'' - war voll und einige Gäste an den Nachbartischen auch. Sie waren sehr freundlich und guter Stimmung und waren bei der Bestellung des Essens behilflich. Niemand sprach Englisch oder gar Deutsch doch es ging trotzdem.

Man servierte uns einen Gaskocher mit einem Kessel drauf, darin etwas Sud, Gemüsestückchen und zerhacktes Hähnchen (es war wenigstens gerupft) Während des Kochens wurde noch ein Korb Gemüse - was auch immer - nachgereicht. Wir gaben es in den Kessel, kochten weiter und nach einer Stunde war es schon soweit - wir konnten essen. Es schmeckte wirklich gut. Und wir haben es überstanden. Lediglich das Bier war warm und Wasser war keines zu bekommen, weder warm noch kalt. Nach ruhiger Nacht in guten Betten haben wir heute Morgen um 8:15 Uhr die hektische Großstadt Ha Noi verlassen und sind Richtung Halong aufgebrochen. Leider waren der Regen und der leichte Nebel unser ständiger Begleiter bis zum Ziel. Unser Reiseleiter versicherte uns, dass die Bucht bei jedem Wetter reizvoll und wunderschön sei. Ich dachte bei mir: Wäre schön, wenn man es auch sehen könnte…

Nun, so schlimm wurde es denn doch nicht. Wir wurden auf ein schönes Schiff, der ''Victory Star'' eingeschifft und mit einem sehr schmackhaften Mittagessen verwöhnt während uns das Schiff durch die traumhafte Bucht schipperte. Die meisten von uns sind nun an Land gegangen und besuchen eine Tropfsteinhöhle. Später wird es noch einen Landgang geben, ich bleibe aber wohl an Bord.

Während ich jetzt auf dem Balkon / Loggia unserer Kabine sitze und schreibe wird das Wetter zusehends besser. Fein, jetzt gibt es so etwas wie Sonnenschein aber noch ist er nicht in der Lage, die ganze erhabene Schönheit der Bucht in vollem Umfang zu präsentieren - was nicht ist kann aber noch werden. Die Hoffnung…

Später gab es noch das Abendessen, wieder köstlich und sehr aufmerksam serviert. Alles in allem ein gelungener Tag, der seinen Anschluss in einem wunderschönen Abend an Deck - das Wetter war inzwischen in Ordnung - und wir freuen uns auf morgen.

Bis dahin und gute Nacht,

Euer Chronist

3. Tag

Fahrt von Ha Long über Hanoi nach Hue

Nach dem wunderschönen Abend gestern weckte uns heute die Sonne. Wenn auch etwas zögerlich aus den Nebeln auftauchend, lies sie uns die Schönheit der Bucht mit ihren bizarren Felsformationen in aller Pracht genießen.

Wir haben auch eine traumhafte Bucht besichtigt, die nur mit Ruderbooten erreicht werden kann. Durch die Touristen verdienen nicht wenige Leute der ansonsten ziemlich verlassenen Gegend ein Zubrot.

Langsam fuhr uns dann unsere Victory Star wieder zurück zum Hafen Halong. Das Schiff hatte uns wirklich in jeder Richtung verwöhnt, geräumige Kabinen (den Umständen entsprechend), eine funktionierende Dusche (leider war das WC nicht wirklich vom Schlafbereich abteilbar - etwas gewöhnungsbedürftig), eine schöne Loggia, sehr schmackhaftes Essen und Getränke zu angemessenen Preisen.

In aller Ruhe fuhren wir ohne weitere besondere Ereignisse zum Flughafen von Hanoi um unseren Flug nach Hue anzutreten.

Hatten wir uns in Ha Noi von unserem Reiseleiter Thang verabschiedet, so empfing uns nach recht angenehmem Flug von ca. 50 Minuten Dauer, Herr Duc am Flughafen von Hue.

Wir erreichten das Hotel erst gegen 22:30 Uhr und deshalb gab es nur noch ein paar Sandwiches auf Bestellung aber wenigstens noch etwas zu Trinken.

Nach einem schönen wenngleich auch ausgefüllten Tag, legten wir uns in die bequemen Betten nachdem die Klimaanlage für eine erträgliche Schlaftemperatur gesorgt hatte.

Morgen besuchen wir die Stadt Hue, hier insbesondere die Anlagen des Kaiserpalastes sowie eine Pagode.

Ich werde berichten.

Euer Chronist.

4. Tag

Fahrt von Hue nach Hoi An

Um 6:30 Uhr hatte Herr Duc, unser Reiseleiter uns wecken lassen und so hatten wir reichlich Zeit bis zur Abfahrt um 8:00 Uhr uns fertig zu machen, wieder die Koffer zu packen und zu frühstücken.

Pünktlich ging es dann los und nach kurzer Zeit erreichten wir die riesigen Anlagen des Kaiserpalastes. Es war warm, so ca. 28°C und die Luftfeuchtigkeit von wohl 85 % tat ihr Übriges um bei manchen Reiseteilnehmern Sturzfluten von Schweiß entstehen zu lassen.

Nichtsdestotrotz lauschten wir andächtig den Erläuterungen von Herrn Duc, die teilweise - was nicht gerade angenehm war - im prallen Sonnenschein auf uns niedergingen. Gerne haben wir jedoch in dem rund 90-minütigen Rundgang die Eindrücke, die uns die Reste der einstigen Residenz vermittelten auf uns einwirken lassen.

Als wir unseren Bus wieder erreichten, lernten wir die Vorzüge einer Klimaanlage und einer kalten Flasche Wasser (im Preis eingeschlossen, täglich 2 pro Person) erst wieder richtig kennen. :-)

Eine kurze Busfahrt führte uns zur Thien Mu Pagode. Die Pagode selbst war nicht zu erklimmen aber sie befindet sich in einem Park in welchem unter anderem auch das Auto ausgestellt ist aus welchem aussteigend sich der Mönch Tich Quang Duc 1963 verbrannte um gegen die Unterdrückung des Diem Regimes zu protestieren. Er löste einen Sturm aus.

Danach unternahmen wir eine Fahrt mit einem Schiff über ''Parfümfluss'', den Fluss, der Hue durchfließt. Auf dem Schiff wurden, wie allerorts, verschiedene Textilien und Souvenirs angeboten. Nicht aufdringlich.

Anschließend erfolgte die Weiterfahrt nach Hoi An. Eine wunderschöne Strecke, rechts die Berge und links das Meer weil wir ja von Norden nach Süden fuhren. Berge und Meer sahen wir jeweils in unterschiedlicher Entfernung bis wir unterwegs den ''Wolkenpass'' erreichten. Dieser Pass bildet die Wetterscheide Vietnams, nördlich das subtropische, südlich das tropische Klima. Dabei ist er mit paar über 500 Metern gar nicht so hoch.

Wenig später passierten wir die Stadt Da Nang, die einst einen der größten Militärstützpunkte der USA in Südostasien beherbergte. Reste sind noch heute erkennbar. Unterwegs sahen wir auch einige Male den ''Wiedervereinigungsexpress'', einen Zug, der die Strecke von Hanoi bis Saigon (rd. 1.700 km) in raschen 37 Stunden bewältigt.

Schließlich erreichten wir Hoi An, eine Stadt, deren Altstadt in das Weltkulturerbe der UNESCO Aufnahme gefunden hat.

Ein kleiner Teil unserer Gruppe hat beschlossen, mit dem angebotenen, kostenlosen Shuttlebus in die Stadt zu fahren und dort zu essen. Wir auch. Mal sehen, was passiert.

Bis bald,

Euer Chronist

5. Tag

Hoi An

''Wer Hoi An nicht gesehen hat, der war nicht in Vietnam''. Diese Weisheit gab uns Herr Duc mit auf den Weg als wir am Morgen zu unserem Stadtrundgang durch die Altstadt von Hoi An antraten. Nun, wie viel Wahrheit darin steckt, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls hatten wir bereits gestern Abend mehr oder minder zufällig vieles von der Altstadt gesehen als wir auf der Suche nach einem Speiselokal waren.

Es fiel gestern Abend sehr angenehm auf, dass zur abendlichen Stunde kein Auto- oder Mopedverkehr in den Straßen der Altstadt stattfand - das war heute leider nicht so. Bei mir, ich muss es zu meiner Schande gestehen, weckt das ewige Gehupe der Mopedfahrer Aggressionen. Sie fahren zwar um die Fußgänger herum, meinen aber durch ihr Gehupe die Menschen scheuchen zu müssen. Ich finde das zwar nicht so bombig muss mich aber damit abfinden. Tue ich auch.

Die Besuche von verschiedenen Tempeln standen auf dem Programm und die haben wir auch tapfer hinter uns gebracht. Gegen Mittag hatten wir dann ''frei'' und eine kleine Gruppe hat sich ein Boot gemietet und eine Flussfahrt unternommen. Andere haben sich einem angebotenen Programm angeschlossen und nebst Mittagessen ebenfalls eine Bootsfahrt und einen Besuch in einem Fischerdorf unternommen. Die Teilnehmer waren der Auffassung, dass der Preis von 20.00 $ pro Person für die dargebotenen Leistungen durchaus angemessen war. Heute werden wohl nicht mehr viele in die Stadt fahren (10 Min.), da wir morgen weiterfliegen werden von Da Nang nach Saigon.

Mehr von dort.

Euer Chronist, Reiner

6. Tag

Hoi An - Da Nang - Ho Chi Minh Stadt (Saigon)

Wir wurden heute um 6:30 Uhr geweckt. Eine eher unchristliche Zeit aber wir sind ja schließlich auf Rundreise und nicht im Urlaub.

Als wir dann im Bus saßen wurde uns eröffnet, dass das Flugzeug eine Stunde Verspätung haben würde und wir von daher Zeit genug hätten noch einen kurzen Stopp am China Beach in Da Nang zu machen. Es soll einer der schönsten Strände schlechthin sein. Na ja, gefallen macht schön, ich glaube aber schönere zu kennen und zwar mehr als 6. Es soll der sechstschönste Strand der Welt sein. Gut, mit der oben erwähnten Verspätung traten wir dann den 55-minütigen Flug nach Saigon an. Der Name ist inoffiziell noch immer gebräuchlich nur eben musste nach der Wiedervereinigung eine Ehrung für ''Onkel Ho'' her.

Nach der Landung und dem Empfang durch unseren neuen Reiseführer, Herrn Hoang Quoc, ging unsere Fahrt sofort Richtung Cu Chi, wo sich ein ausgedehntes Tunnelsystem des Vietcong befindet. Vorher überraschte uns noch ein schweres Gewitter und so kam es gut aus, dass wir eine Pause zum Mittagessen eingelegt hatten. So erreichten wir gestärkt den Ort Cu Chi. Die Anlage, die großenteils authentisch ist, wurde für den Besuch von ausländischen Touristen hergerichtet und geöffnet. Hier lernten wir viel über die Kampfweise des Vietcong, einer Partisanentruppe, die überwiegend aus dem damals bereits kommunistischen Norden über den ''Ho Chi Minh Pfad'' eingeschleust worden war, um den Süden, man höre und staune ''vom Kapitalismus zu befreien''. Mein Erstaunen ist kaum zu beschreiben, denn so was habe ich in meinem Leben noch nicht gehört. Aber Reisen bildet eben.

Wir besichtigten die perfiden Fallen, die die Partisanen gebastelt hatten, um die Feinde auf grausame Weise am Vormarsch zu hindern. Nach diesem eindrucksvollen und lehrreichen Besuch fuhren wir nach Saigon zu unserem Hotel, welches uns für eine Nacht beherbergen wird, denn morgen geht es weiter nach Kambodscha.

Trotzdem haben wir am Abend noch einen kurzen Spaziergang durch die pulsierende Stadt unternommen. Sie macht so gar keinen Eindruck von einer Stadt, die vom Kapitalismus befreit ist sondern zeigt alle Facetten einer eher westlich geprägten Großstadt. Ein großer Unterschied liegt allerdings in der Menge der verkehrenden Mopeds und Vespas, die sich, ich möchte vergleichen, wie ein Lavastrom durch die Straßen bewegt - man schätzt die Menge auf rund 3.5 Millionen. Und danach sieht es auch aus.

Morgen geht es zum nächsten Highlight, Angkor in Kambodscha.

Mehr von dort.

Euer Chronist,

Reiner

7. Tag

Saigon - Angkor

Heute lies sich der Reisetag wieder sehr moderat an, wir hatten Weckzeit um 7:30 Uhr und der Abflug war auf 11:35 Uhr terminiert, was auch reibungslos geklappt hat.

Auch die Einreise nach Kambodscha stellte sich erstaunlich reibungslos dar. Unsere Pässe wurde eingesammelt - natürlich nicht zu vergessen pro Person 25.00 $ abzudrücken - und dann wurden wir zum Gepäckband geführt. In Sachen Passkontrolle war es das. Zwar mussten wir vorher noch die üblichen Formulare für Ein- und Ausreise ausfüllen, aber auch das ist ja für den Weitgereisten kein Problem.

Am späten Nachmittag bekamen wir unsere Pässe an der Hotelrezeption zurück - drin war jetzt ein weiteres Visum, jetzt für Kambodscha - welch Wunder. Nach dem Empfang des Gepäcks sind wir zum Hotel gefahren, wiederum ein sehr schönes, nicht weit vom Zentrum der Stadt Siem Reap.

Als wichtigsten Programmpunkt für heute war der Besuch der Tempelanlage von Angkor Thom. Diese Tempelanlage ist eigentlich ebenso gewaltig wie die von Angkor Wat, bei uns ist jedoch letztere die bekanntere. Unser neuer Reiseführer erläuterte uns die wichtigsten Daten zu der gigantischen Tempelanlage, die im Kern immerhin neun Quadratkilometer groß ist. Wie wurden rund 3 Stunden durch die Ruinen geführt und kamen aus dem Staunen nicht heraus. Mehrfach bewunderten wir auch den Bewuchs durch die Kapokbäume, der einst nebst anderen Dschungelpflanzen die gesamte Anlage überwuchert hatte. Bereits die Franzosen hatten begonnen, die Anlagen freizulegen, eine Arbeit, die bis heute nicht abgeschlossen ist und noch Jahre dauern und ein (oder mehrere) Vermögen verschlingen würde um sie abzuschließen. Zum Ort Siem Reap sollte erwähnt werden, dass es sich um einen sehr sauberen und gepflegten Ort handelt, der in jeder Hinsicht einer deutschen Kleinstadt Konkurrenz machen könnte. Gepflegte Anlagen, saubere Straßen, wenig Lärm. Wird aber wohl auch alles von den 40.00 $ Eintritt pro Person, die im Berge & Meer Reisepreis enthalten sind, für 2 Tage Tempelanlagen erhoben werden, finanziert. So wird wenigstens etwas Vernünftiges damit gemacht. Heute Abend gehen einige von uns zu einem Abendessen bei welchem eine Show von ausgebildeten Tempeltänzerinnen dargeboten wird. Ein kleinerer Teil will den Ort und die örtlich Gastronomie auf eigene Faust erkunden.

Euer Chronist.

Reiner

8. Tag

Angkor, Angkor Wat

Am gestrigen Abend waren die diversen Aktivitäten zu aller Zufriedenheit verlaufen. Sowohl diejenigen, die das Abendessen mit Tanzshow wahrgenommen als auch diejenigen, die den Abend auf eigene Faust gestaltet hatten, sind voll auf ihre Kosten gekommen.

So gingen wir den heutigen Tag mit einem großen Erwartungspotential an, stand doch der Besuch des Weltkulturerbes ''Angkor Wat'' auf dem Programm. Zunächst führte uns unser Reiseführer, Herr Nam Cylaman, zu einer anderen Sehenswürdigkeit, nämlich der Tempelanlage von Banteary Srei. Einer Anlage, die ungleich kleiner ist als Angkor (insgesamt 420 Quadratkilometer) indessen sehr gut erhalten ist, da sie aus relativ hartem, rotem Sandstein gefertigt wurde. Auch diese Anlage ist rund 1.050 Jahre alt. Hier waren wir schon wieder sehr beeindruckt, doch das Highlight schlechthin stand uns ja noch bevor. Denn anschließend fuhren wir nach Angkor Wat. Angkor (deutsch: die Stadt) und Wat (deutsch: Kloster). Diese Anlage stellt das größte religiöse Bauwerk der Erde dar und es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, wollte ich die beeindruckende Größe und Erhabenheit dieser Tempelanlage, die dem Gott Wischnu gewidmet wurde, hier beschreiben.

Letztlich lassen sich Fakten über das Bauwerk und seinen Zweck umfänglich im Internet nachlesen, Google bietet sicherlich mehr als eine Million Fundstellen. Wir aber hatten die großartige Möglichkeit, dieses Werk von Menschenhand, welches 1.000 Jahre überstanden hat, hautnah zu erleben. Die Kommentare unseres Reiseleiters ließen uns den Zweck und die Widmung der Anlage besser verstehen. Alles in Allem wieder ein Tag mit spannenden Erlebnissen, der seinen Ausklang in einem selbst gestalteten Besuch auf dem Nachtmarkt und mit einer Massage finden wird.

Für unser Abendessen haben wir gestern für 3 Personen inklusive Getränke nur 15.00 $ bezahlt. Als Tipp: Hier in Siem Reap kann man überall mit US-Dollar bezahlen, besser als in Landeswährung. Morgen geht es in aller Frühe (6:30 Uhr) mit dem Mekong Express Bus nach Phnom Penh, der Hauptstadt des Landes.

Bis dann von dort.

Euer Chronist,

Reiner

9. Tag

Siem Reap - Phnom Penh

Gestern Abend haben sich manche von uns, wie auch wir, eine ''Fischmassage'' gegönnt. Das ist in den ersten Augenblicken recht kitzelig aber dann tut es richtig gut. Kleine Fische fressen dabei Hautschuppen von den Füßen. Wir haben dann noch den Weg über den Nachtmarkt in unser Lokal von gestern geschafft und dann ging ein Gewitterschauer erster Ordnung nieder. Wie aus Kübeln schüttete es etwa 15 Minuten lang und dann stand die Straße gut 15 cm unter Wasser. Wenig später konnten wir dann aber wieder mit dem Tuk Tuk ins Hotel zurück fahren.

Um 5:30 Uhr wurden wir geweckt. 6:00 Uhr Koffer (selbst) nach unten transportieren, nicht so toll, da unsere Zimmer überwiegend im 4. Obergeschoss gelegen waren, der Aufzug aber nur bis zum 3. fuhr - das Personal hatte noch keinen Dienst. Auch das überstanden. Die Organisation der Abfahrt war nicht als optimal zu bezeichnen, denn fast zeitgleich verlies eine koreanische und eine chinesische Gruppe unser Hotel und es war ein mittleres Chaos bis auch unsere Busse vorfuhren. 7 Personen mussten einen kleineren Bus nehmen jedoch nur bis zum Busdepot. Beide Busse fuhren dann zum Busdepot, die kleine Gruppe wurde in den ''normalen'' Linienbus umgesetzt, der andere Bus war eben komplett mit unseren Reisegruppen besetzt. Um 7:30 Uhr ging es dann wirklich los.

Hier hatten sich, man muss es leider feststellen, wieder die ''Ellenbogenmenschen'' durchgesetzt, die, die immer vorne sitzen müssen und immer ''die Nase vorn haben''. Obwohl es vorgegebene Sitzplätze entsprechend der Fahrkarte gab, hatten sich manche doch darüber hinweggesetzt und freie Sitzplatzwahl vorgenommen - im Flugzeug käme keiner auf diese Idee. Leicht bitterer Nachgeschmack. Sicherlich kann man unterschiedlicher Auffassung sein ob es sinnvoller ist, diese Fahrt mit dem Bus statt mit dem Flugzeug zu erledigen. Schneller und bequemer ist sicherlich der Flieger aber mit dem Bus sieht man mehr und ''erlebt'' mehr, was 330 km in Kambodscha bedeuten. Das sind nicht ''mal eben'' 330 km Autobahn in Deutschland, nein das sind fast 6 Stunden, teils ''Gehoppel'' über nicht fertige Straßen. Dabei - und das empfand ich als beeindruckend - konnte man Teile des Landlebens aus der Nähe sehen aber leider auch unendliche Flächen, die vom Hochwasser überschwemmt sind, was sicherlich eine Katastrophe für das Land bedeutet.

Endlich erreichen wir Phnom Penh, die Hauptstadt. Bei Weitem nicht so schön aufgeräumt und sauber wie Siem Reap. Viel Verkehr von Autos und Mopeds, Lärm. Nicht mein Fall. Wir wurden in das Nationalmuseum geführt, dann in den Königspalast und in die Silberpagode. Ja, der König, für mich ein Fall für den Arzt, denn Kommunist und König passt für mich nicht unter einen Hut. Mag jeder denken was er will aber schon der Vater des jetzigen Königs hatte ''erlesene Freunde'' wie Mao, Kim Jun Il, Castro, etc. Wir hörten viele Nebensächlichkeiten über die Abstammung des Königs, die ich nicht behalten habe. Eine kurze Stadtrundfahrt beendete das Programm für den heutigen Tag und wir erreichten unser Hotel in Phnom Penh.

Morgen ist ein neuer Tag und wir werden Kambodscha auf dem Wasserweg verlassen.

Euer Chronist.

Reiner

10. Tag

Phnom Penh - Chau Doc

Nachdem wir gestern in einem Restaurant kurz neben dem Hotel gegessen hatten, ging wieder ein Wolkenbruch nieder. Regen hat sich bis zum heutigen Morgen gehalten und wurde immer stärker. Man könnte sagen: es kübelte - Straßen wieder unter Wasser, der Bus produzierte Wellen bei seiner Fahrt.

Es war schon kurz vor Mittag als wir eine Stippvisite im Zentralmarkt von Phnom Penh machten. Dort gibt es so ziemlich alles, was das Herz begehrt oder begehren könnte. Unmassen von Textilien zu erstaunlichen Preisen - allerdings nur bis XXL - uns das ist leider ein ''X'' zuwenig für mich. Aber auch Schmuck (ojeh), Spielsachen, Lebensmittel und, und, und... Im Mittelpunkt der Markthalle steht ein Uhrenturm, der auch als Messpunkt für die Entfernungen im Land dient. Gegen 13:00 Uhr, wir hatten also bis dahin heute ''einen gemütlichen'', schifften wir auf unsere Schnellboote nach Chau Doc im Mekongdelta ein. Es ging wieder mittelmäßig chaotisch zu, aber es ging. Dann ging es - immer noch im Regen - stromabwärts Richtung Vietnam.

Nach ca. 3 Stunden erreichten wir die kambodschanische Grenze. Dort mussten wir das Boot verlassen und zu einem recht primitiven Passkontrollhäuschen. Dort taten zwei Beamte Dienst. Leider erwischte ich einen, der die Passdaten scheinbar auswendig lernte, denn sein Kollege schaffte ungefähr doppelt so viele Kontrollen. Schlimm kam es dann bei der Wiedereinreise nach Vietnam. Hier wurden wohl alle Passdaten von einem auswendig gelernt und vom anderen abgefragt. Die Kontrolle für unsere ca. 35 Pässe dauerte rund 2 Stunden.

Das führte dazu, dass wir unser Ziel erst in der Dunkelheit um 18:30 Uhr erreichten. Hier empfing uns wieder der freundliche Herr Hoang Quoc, der Reiseführer, den wir bereits aus Saigon kannten. Ins Hotel kamen wir nach kurzem Transfer um 19:30 Uhr. Es gab noch Zeit zum Frischmachen und zu Abendessen: Mekong Noodle Soup with Pork, in benachbartem Restaurant, preiswert und ganz ok. Morgen werden wir weiterreisen, verbleiben aber noch im Mekong Delta Bereich.

Bis dann.

Euer Chronist,

Reiner

11. Tag

Chau Doc - Can Tho

Ohne große Hektik ging es heute nach einem eher bescheidenen Frühstück zunächst zum Fluss. Busfahrt 5 Minuten und dann ein kurzer Fußweg durch einen Markt, um eine Anlegestelle für kleine Boote zu erreichen.

Wir bestiegen insgesamt 3 Boote von denen jedes etwa 8 Personen fasste und wir fuhren zu den schwimmenden Dörfern. Diese Anlagen aus Hausbooten beziehungsweise bebauten Pontons beherbergen Menschen, die ihr ganzes Leben und ihre Arbeit auf dem Fluss verbringen. Die Arbeit besteht überwiegend aus Fischzucht und Fischfang.

Die Fischzucht beinhaltet auch die Herstellung des Fischfutters, eine gewöhnungsbedürftige Angelegenheit. Hier werden überwiegend Pangasius Fische für den Export gezüchtet.

Weiter ging es zur Insel Cham, auf der viele (ca. 12.000) Muslime wohnen, die auch eigene Moscheen haben. Religionen leben friedlich nebeneinander, sehr schön in einem vom Kommunismus geprägten Land.

Zurück an Land nach dem ca. 1,5-stündigen Ausflug fuhren wir weiter eine kurze Strecke zur höchsten Erhebung der Gegend, dem Berg Sam, der mit 230 Meter Höhe alles umliegende überragt. Grund genug, den Hügel mit Tempeln zu verzieren. Wir besichtigten einen davon - war auch genug - und außerdem noch das Mausoleum für Nguyen Van Thoi. Den kennt natürlich bei uns kein Mensch aber er hat durch Kanalbauten im frühen 19. Jahrhundert viel für das Mekong Delta getan und daher hat man ihm dieses Mausoleum gewidmet.

Dann ging die Fahrt zum stark 100 km entfernten Can Tho. Und wie bekannt, das dauert. Wir machten daher einen Mittagsrast in Long Xuyen, kennt auch kein Mensch, hat aber 200.000 Einwohner.

Nach dem Mittagessen kurze Besichtigung der benachbarten Krokodilfarm. Viele Tiere sonnten sich. Geschmacksache, es gibt schönere Tiere.

Endlich erreichten wir um 16:00 Uhr unser Hotel in Can Tho, auch diese 1.2 Millionen Stadt ist bei uns nicht sonderlich bekannt. Aber sie ist als größte Stadt im 40.000 Quadratkilometer großen Mekongdelta das Handels- und Geschäftszentrum der ganzen Region.

Nun sitze ich in unserem Zimmer, blicke auf den ruhig dahin fließenden Mekong und freue mich auf Abendessen. Leider war auch heute der Regen wieder unser Begleiter über weite Strecken.

Morgen geht es weiter nach Saigon. Bis dahin.

Euer Chronist,

Reiner

12. Tag

Can Tho - HCM City (Saigon)

Teile unserer Gruppe sind am Vorabend zu einem vom Reiseleiter empfohlenen Lokal gegangen von welchem aus man auch auf den Fluss schauen konnte. Man war allerseits zufrieden, jedenfalls die Leute, mit denen ich gesprochen habe.

Wir indessen waren zunächst in einem anderen Lokal, haben köstlich gegessen und eine Flasche Wein getrunken und einen super aufmerksamen Service genossen.

Danach sind wir auch an den Fluss gegangen, auf welchem in Erwartung des heutigen Kinderfestes - so ähnlich wie Weihnachten - tausende Laternchen schwammen, was sehr romantisch aussah. Viele hundert Menschen hatten sich am Flussufer versammelt und wir kamen mit einigen Studenten ins Gespräch. Natürlich fragte man uns woher wir kämen und was uns an Vietnam so gefiel und was eventuell nicht. Nun, mit Letzterem sollte man sich zurückhalten wenn man nicht auf Kommunismus und ''Onkel Ho'' steht. Also: Klappe halten. Ansonsten sehr angenehme und anregende Gespräche und eine weitere Erfahrung mit den freundlichen Menschen Vietnams. Heute Morgen fuhren wir dann zum schwimmenden Markt. Das war eigentlich soweit nichts sonderlich Sensationelles, trotzdem ist er mit dem schwimmenden Markt von Damnoen Sudak in Thailand nicht zu vergleichen.

Hier fahren relativ große Schiffe, die eine Nutzlast von 7 bis 15 Tonnen haben als Großhandelsschiffe, die dann Zwischenhändler auf dem Wasser bedienen, diese wiederum bedienen Handelsgeschäfte an Land, deren Betreiber ihren Laden nicht verlassen können. Die Schiffe tragen am Mast ein Muster dessen was auf ihnen zum Verkauf steht. Zum Beispiel hat ein Kartoffelhändler ein paar Kartoffeln am Mast und jeder weiß: bei dem gibt es Kartoffeln (und keine Ananas) entsprechend auch umgekehrt. Dazwischen fahren Marketenderboote, die die Händler mit Getränken und zubereiteten Speisen versorgen.

Der Markt findet täglich statt und die Großhändler verkaufen so lange wie sie Ware haben, fahren dann zurück in Ihre Provinz und laden neu. Diese Märkte haben im Mekongdeltas Tradition, weil früher - und teils auch noch heute - andere Transportwege und Transportkapazitäten nicht so günstig zur Verfügung stehen. Nach diesem ca. 2.5-stündigen Ausflug traten wir die rund 4-stündige Fahrt nach Saigon an, wo wir unser Hotel - das gleiche wie bereits vor einigen Tagen - um ca. 15:00 Uhr erreichten. So blieb uns Zeit für den einen oder anderen Spaziergang durch die Umgebung. Leider war auch heute der Regen wieder unser Begleiter über weite Strecken am frühen Abend jedoch hat er uns verschont.

Morgen geht es weiter durch Saigon, es steht die Stadtrundfahrt mit Besuch von Chinatown auf dem Programm.

Bis dahin.

Euer Chronist,

Reiner

13. Tag

HCM City (Saigon)

Da heute nur die Stadtrundfahrt Saigon auf dem Programm stand, konnte es gemütlich um 8:30 Uhr losgehen. Zunächst besuchten wir die Kathedrale ''NotreDame'', die ebenso wie das benachbarte Postamt von den Franzosen während der Kolonialzeit errichtet wurde. Beide Gebäude befinden sich noch immer in baulich einwandfreiem Zustand.

Die Kirche ist eine katholische. Es gibt in Vietnam ungefähr 6 Millionen Katholiken, erstaunlich viele finde ich. Daneben noch rund 500.000 Protestanten, natürlich ebenfalls christlichen Glaubens.

Weiter ging die Fahrt zum ehemaligen Präsidentenpalast, der heute als Kongresszentrum und Gedenkstätte genutzt wird, da die Regierung ja bekanntlich in Ha Noi sitzt. In den Räumlichkeiten befindet sich unter anderem der Sitzungssaal in welchem 1975 die ''Wiedervereinigungsverhandlungen'' geführt wurden.

Die Privatgemächer des damaligen Präsidenten - deren Person nach Abzug der Amerikaner häufig wechselte - befinden sich im zweiten Obergeschoss. Dort gibt es auch einen Hubschrauberlandeplatz. dessen Zweck insbesondere die beschleunigte Flucht war. Wir erfuhren auch, dass der letzte Präsident Südvietnams ein Bruder eines Generals der nordvietnamesischen Armee war. Das hat die ''Wiedervereinigungsverhandlungen'' sicherlich besonders befruchtet.

Weiter führte uns die Fahrt vorbei am Rathaus, nicht sonderlich sensationell und das alte Opernhaus, ebenfalls von den Franzosen errichtet.

Auf der Haupteinkaufsstraße ist auch alles versammelt, was Rang und Namen hat. Ob Gucci, Versace, Hermès, keiner fehlt und man vergisst glatt, dass man sich in einem kommunistisch regierten Land befindet. Das gilt eigentlich für ganz Saigon - nur der offizielle Name ''Ho Chi Minh City'' - verheißt … Auch den Tempel des Jadekaisers haben wir besucht aber man kann nicht alles behalten und beschreiben.

Beim Mittagessen in einem Lokal welches auch im Marco Polo empfohlen wird (nahe der Markthalle), gab es die ''beste Nudelsuppe''. Ich kann das nicht bestätigen, habe ich doch unterwegs häufig erheblich bessere genießen können. Wer übrigens kein Freund von Zitronengras ist, sollte um die typisch vietnamesischen Speisen ein großen Bogen machen. Mir schmeckt es leider etwa so wie Kernseife und es fehlt in fast keinem Gericht, einfach furchtbar.

Wir hatten nach diesem feudalen Mahl Zeit (zu wenig) in die Markthalle einzufallen. Sie ist nämlich abends ab 19:00 Uhr geschlossen und so mussten wir die Mittagszeit nutzen. Wirklich preiswert und auch Shorts für mich in Größe 46 bekommen. Gut.

Am Nachmittag besuchten wir dann noch im Chinesenviertel die Thien Hau Pagode, ein Tempel, der der Schutzgöttin der Seefahrer gewidmet ist. Die Göttin und ihre Helfer, der, der ''unendlich weit sehen kann'' und der, der „unendlichweit hören kann“ sind in einem Relief festgehalten.

Den Abschluss der Rundfahrt bildete ein Besuch im Chinesenmarkt, ein Markt in welchem sowohl Groß- als auch Einzelhandel betrieben wird. Ein fürchterliches Gewimmel in welchem auch Mopedverkehr stattfindet und in erheblichem Umfang mit Ballenkarren und Bollerwagen gefuhrwerkt wird. Ich war froh, als ich wieder draußen war - interessant war es trotzdem.

Nach kurzem Weg erreichten wir unseren Bus - Gott sei Dank, denn es brach mal wieder ein gewaltiger Wolkenbruch aus. So erreichten wir dann unser Hotel und nachdem wir uns von unserem freundlichen Reiseleiter und dem sehr umsichtigen Busfahrer nebst seinem Beifahrer verabschiedet hatten, waateten wir durch knöchelhohes Wasser zum Eingang unseres Hotels.

Morgen fliegt ein Teil der Gruppe nach Hause, die weitaus meisten - wie auch wir - gönnen sich die Verlängerung als Badeaufenthalt in Phan Thiet.

Neues von dort.

Euer Chronist,

Reiner

14. Tag

HCM City (Saigon) Phan Thiet

Heute hieß es Abschied nehmen von knapp der Hälfte unserer Gruppe. Aus dem einen oder anderen Grund traten sie die Heimreise an, manche, weil sie keine Zeit mehr hatten, andere weil sie die gewonnenen Eindrücke lieber zuhause verarbeiten wollten.

Wir gehören allerdings zu dem Teil, der lieber noch ein paar Tage vor Ort bleibt und hier erholsame Tage verbringen möchte und den Versuch unternimmt, in Ruhe noch etwas mehr vom Land kennen zu lernen. Um 8:30 ging unsere Fahrt, die uns in ca. 200 km entfernte Phan Thiet führen sollte los.

Wie schon anderer Stelle beschrieben, sind 200 km hier länger als zuhause. Natürlich nicht in Metern, die sind identisch aber man braucht ganz schön lange. Eine gute Stunde um die ersten 20 Kilometer zu erledigen daweil noch Stadtgebiet Saigon. Aber viel schneller wird es anschließend auch nicht, denn wenn es mal schneller gehen könnte, ist die Geschwindigkeit für große Busse und schwerere LKW auf 40 (!) km/h beschränkt. Und viele halten sich daran. Manche LKW aus koreanischer Produktion können auch nicht nennenswert schneller - untermotorisiert und ''gut beladen''.

Bemerkenswert war außerdem, dass an der Straße, es handelt sich übrigens um die ''AH 1'', die Hauptverbindungsstraße Saigon - Hanoi (rund 1.800 km) viele Plätze lagen, auf denen hunderte von Baumaschinen zum Verkauf standen. Gebrauchte als auch fabrikneue.

Ich habe, obwohl mit dem Bauwesen vertraut, in meinem ganzen Leben noch nicht so viele Bagger, Planierraupen, Walzen etc. gesehen wie heute. Hin bis zu den schwersten Geräten gab es alles haufenweise. Das ist meines Erachtens kein Zeichen für eine gute Wirtschaftlage...

Arbeit gäbe es sicherlich genug für diese Teile denn zum Beispiel die AH 1 befindet sich vielfach in einem Zustand wie bei uns etwa eine Kreisstraße 2. Ordnung, was sowohl die Breite als auch den Belag angeht.

Ansonsten gab die Strecke keine im Besonderen zu erwähnenden Sensationen her. Nun, nach knappen 5 Stunden erreichten wir Phan Thiet, was in etwa mit ''Arenal und Playa de Palma'' verglichen werden kann. Auffällig sind hier allerdings bei den Handelgeschäften und Speiselokalen zahlreiche Beschriftungen in kyrillischer Schrift, eine Tatsache, die für sich spricht …

Unser Hotel jedoch ist eine sehr schöne, saubere Anlage, die zurzeit nur zur Hälfte belegt ist. Und diese Hälfte besteht zu 80 % aus unserer Gruppe. Das macht die Sache gemütlich, leise und erholsam.

Leider spielt das Wetter nicht so mit, wie wir uns einen Badeaufenthalt vorstellen würden aber es gibt doch noch ein paar Sachen, die man hier erledigen kann.

Ich werde berichten.

Euer Chronist, Reiner

15. Tag

Phan Thiet

Heute ist unser erster richtiger Urlaubstag. Wir beginnen den Tag mit einem sehr schönen Frühstück, eher spät, 9:30 Uhr, da es in der Nacht wieder ein gewaltiges Unwetter gegeben hat und wir nicht wirklich gut schlafen konnten.

Später sind wir dann mit dem Taxi in den Ort Mui Ne, beziehungsweise in den touristischen Ortsteil des Fischerdorfes Mui Ne gefahren. Wir wollten Brillen und Schmuck kaufen. Dabei stellte sich heraus, dass wegen des hohen Goldpreises derzeit (und wahrscheinlich bis zum Sankt Nimmerleinstag) keine Schnäppchen mehr zu machen sind.

Bei Brillen sah die Welt etwas besser aus. So liegt eine schöne Gleitsichtbrille bei knapp 150.00 €, ein Bruchteil des Preises in Deutschland. Noch ein Blick in andere Shops des Ortes. Es ist alles preislich etwas ''touristisch'' angepasst. Da muss man eben noch einmal nachdenken.

Gegessen haben wir dann auch noch in einem einigermaßen typischen Restaurant, preiswert und gut. So beschlossen wir einen erholsamen Tag.

Euer Chronist, Reiner

16. Tag

Phan Thiet

Für heute haben wir uns den Ausflug zu den „Weißen Dünen“ vorgenommen. Diese werden als eine besondere, naturgegebene Sehenswürdigkeit der Gegend bezeichnet.

Unser örtlicher Reiseleiter Daniel hatte uns bei seinem Besuch am gestrigen Tag darüber aufgeklärt, dass von den in Reisebüchern beschriebenen örtlichen Natursehenswürdigkeiten derzeit die ''roten Dünen'' nicht erreichbar sind. Bleiben die ''Weißen Dünen'' und der ''Märchenfluss''.

Wir beschlossen, zusammen mit drei weiteren Mitreisenden, ein Taxi zu chartern um die ''Weißen Dünen'' zu besuchen. Gesagt, getan, um 10:00 Uhr ging die Fahrt los, dauerte knapp eine Stunde und wir sahen im hellen Sonnenschein die mächtigen weißen Dünen, ziemlich weit im Landesinneren.

Ein großer See liegt am Fuße des gewaltigen ''Dünenmassives'' und es sieht sehr beeindruckend aus. Wir sind dann noch mit einem nicht ganz verkehrssicheren Quad (vierrädriges Motorrad) in die Dünen gefahren um sie näher zu erkunden.

Unterwegs sahen wir die Schäden, die das Unwetter der vorletzten Nacht angerichtet hatte. Wahrscheinlich wäre die Fahrt gestern überhaupt nicht möglich gewesen, da starke Erdrutsche die Straße versperrt hatten. Heute hatten Bagger und Planierraupen die Straße wieder frei gemacht.

Am frühen Nachmittag waren wir zurück und konnten noch eine ganze Weile am Pool verbringen bevor ein recht starker Wind (Sturm?) aufkam, der uns ins Zimmer zurücktrieb.

Mal sehen, was uns das Wetter noch weiterhin beschert. Die Hoffnung …

Euer Chronist, Reiner

17. Tag

Phan Thiet

Ein Tag zum Faulenzen ohne geplantes Programm. Daher Frühstück erst um 9:30 und dann ans Meer zum, ja man soll es nicht für möglich halten, zum Sonnenbad. Doch die Freude währte nicht allzu lange. Eine Stunde später begann es leicht zu nieseln, also Abmarsch ins Zimmer.

Eine Stunde später: Hurra, wieder raus, jetzt an den Pool. Konnten wir dann auch noch zwei Stunden genießen und dann kam es wieder - unser tägliches Unwetter.

Nicht schlimm - dachten wir - denn wir wollten sowieso in den Ort um die bestellten Brillen abzuholen und eine einigermaßen preisgünstige Massage über uns ergehen zu lassen. War auch das Sinnvollste, was wir machen konnten, denn es regnete noch immer.

Bei Tienh und Sabine, dem Optiker unseres Vertrauens, holten wir die Brillen und schlenderten anschließend noch ein wenig an den Läden vorbei. Diese haben den Vorteil, dass man überwiegend missmutig dreinschauendes Personal vorfindet, von jeglicher Sach- und Fachkenntnis unberührt und alles andere als arbeitseifrig.

Die Sprachkenntnisse beschränken sich wahrscheinlich auf Vietnamesisch und vielleicht Russisch. Ansprache auf Englisch führt zu konsternierten Gesichtern und hat alsbaldige Abwendung zur Folge. Dafür hat man bei den Läden den Vorteil: Kennst du einen, kennst du alle.

Nach dem Essen, Nudeln mit Shrimps wird man auch allmählich satt, fuhren wir wieder mit dem Taxi ins Hotel, denn die fast sechs Kilometer lassen sich zu Fuß bei Dunkelheit nur unter Lebensgefahr erledigen.

So ging ein erholsamer Tag zu Ende. Jetzt haben wir noch einen vollen Tag hier und dann geht es zurück in die Heimat.

Euer Chronist,

Reiner

18. Tag

Phan Thiet

Der letzte reine Urlaubstag beglückt uns wiederum nicht mit berauschendem Wetter. Da sind wir nun wirklich dran gewöhnt und nehmen es nicht mehr tragisch. Wenigstens regnet es über weite Strecken des Tages nicht und das macht schon zufrieden. Wir sind schließlich bescheiden (gemacht worden).

Das Hotel, welches übrigens für ein 3.5 Sterne Haus absolut super ist, hat uns neben einem Gutschein für einen Cocktail auch einen für eine Maniküre oder Pediküre zukommen lassen. Wir haben uns vorgenommen, den Pediküregutschein heute einzulösen. Das hat auch prima geklappt, gut, es ist schon Mal besser gemacht worden, aber einem geschenkten Barsch…

Am Abend haben wir wieder im Hotel gegessen, nicht ganz billig aber das Preis / Leistungsverhältnis und der gute Service stimmte. So war es trotz einer leichten Erkältung ein gelungener Abend und wir bereiteten uns geistig und moralisch auf die morgige Abreise vor.

Euer Chronist,

Reiner

19. Tag

Phan Thiet - Saigon - Frankfurt - Mönchengladbach

Heute heißt es Abschied nehmen von Phan Thie / Mui Ne und Vietnam. Pünktlich wie angekündigt werden wir um 14:00 Uhr vom Hotel abgeholt um unsere 200 Kilometer Fahrt nach Saigon Airport anzutreten.

Nur eine kurze Pause wird uns gegönnt, da der Fahrer weiß, dass er quer durch Saigon muss um den Flughafen zu erreichen. Er fährt gut und wie der Teufel. Auch er beherrscht die Kunst des sinn- und zwecklosen Hupens welche dem vietnamesischen Kraftfahrzeugführer (auch wenn es sich um weniger kräftige Fahrzeuge wie zum Beispiel Mopeds handelt) als Erstes beigebracht wird, wahrscheinlich schon im Mutterleib.

So erreichen wir sehr zeitig den Flughafen und können problemlos einchecken. Da wir Zeit genug haben, läuft alles wie am Schnürchen. Hoffentlich geht der Flieger pünktlich, damit wir unseren 12.5 Stunden Flug bis morgen früh 6:30 hinter uns haben.

In der Tat es hat alles geklappt und des hat doch nicht 12.5 Stunden gedauert. Eine sehr interessante Reise fand ihren planmäßigen und gelungenen Abschluss.

Euer Chronist,

Reiner

Zusammenfassung

Auch auf dieser Reise haben wir wieder viele interessante Eindrücke sammeln können.

So ist die Halong-Bucht in ihrer Einzigartigkeit ein zauberhaftes Wunderwerk der Natur welches in seiner Reichhaltigkeit und Verschiedenheit der bizarren Felsformationen eine einzigartige Sehenswürdigkeit auf dieser Erde darstellt.

Neben den Tempelbauwerken in und um Angkor verdienen auch die Tunnelsysteme der Vietcong Erwähnung, was auch immer man davon halten mag. Zeugen diese unterirdischen Systeme doch in jedem Falle von enormer Stärke und Willenskraft derjenigen, die sie geschaffen haben.

Das Land Vietnam, wie wir es haben erleben dürfen, zeigt sich doch, auch viele Jahre nach dem Ende des Krieges, der bei uns ''Vietnamkrieg'', im Lande jedoch ''Amerikanischer Krieg'' genannt wird, sehr unterschiedlich. Es gibt jedenfalls Leute, die glauben, dass der kommunistische Norden Vietnams den Süden vom Kapitalismus befreit hat. Herzlichen Glückwunsch.

Noch immer sind die gewaltigen Unterschiede zwischen Nord und Süd erkennbar. Während der Norden weitgehend in der sozialistischen Lethargie dahindämmert, blüht im Süden das Leben - jedenfalls auf ''Sparflamme''.

Eine prosperierende Wirtschaft, wie sie uns vorgegaukelt wurde, stelle ich mir deutlich anders vor. Es geht, so könnte man es formulieren, dem Land nicht ''besser'' sondern ''weniger schlecht'' und das ist immerhin auch ein Fortschritt. Man lebt augenscheinlich - zumindest im Süden - ''Kommunismus light''. Es gibt Privateigentum und mehr oder weniger Reisefreiheit. Das ist doch schon Mal etwas.

Generell sind die Menschen freundlich und gastfreundlich und zeigen eine beachtliche Lebensfreude, die ansteckend sein kann. Dem Land und insbesondere den Menschen sei gewünscht, dass sie auf dem eingeschlagenen Weg Frieden und Wohlstand erreichen. Dabei können wir auch mit touristischen Besuchen helfen.

Gern hoffe ich, dass ich Ihnen mit meinen Berichten einen aktuellen und unterhaltsamen Einblick in den Verlauf unserer Reise geben konnte und würde mich freuen, wenn ich Sie ein andermal wieder mitnehmen kann.

Euer Chronist,

Reiner

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