März 2011

Reisebericht: Südamerika Rundreise - 5 Länder während einer Reise

Während dieser Reise entdecken Sie die ganze Vielfalt Südamerikas! Mit Zielen wie Machu Picchu, Titicacasee und Buenos Aires erwarten Sie die Höhepunkte des Kontinents. Zum Schluss können Sie an der berühmten Copacabana in Rio de Janeiro entspannen.

Chronist Reiner in Südamerika
Mein Tipp

5 Länder entdecken in Südamerika

Hallo, mein Name ist Reiner. Ich bin Jahrgang 1948, verheiratet und wohne in Mönchengladbach.

Normalerweise reise ich zusammen mit meiner Frau, dieses Mal war es ihr aber zu dicht hinter der letzten (Berge & Meer) Reise, die uns nach Sri Lanka und auf die Malediven führte und erst am 16.02.2011 endete.

Trotz der inzwischen 15 (Rund)Reisen, die wir mit Berge & Meer gemacht haben, gibt es noch "weiße Flecken" auf meiner Weltkarte. Darum freue ich mich jetzt, in Südamerika wieder einige Highlights zu entdecken und möchte die Leser gerne an dieser Reise und meinen persönlichen Eindrücken teilhaben lassen.

1. Tag

Anreise nach Lima

Naturgemäß kann man über den Anreisetag nicht so viel berichten.

Immerhin hat uns die IBERIA pünktlich von Frankfurt/Main via Madrid nach Lima in Peru gebracht.

Rund 12.000 km wollen ja nun auch erledigt werden und es hat alles einwandfrei geklappt.

In Lima erwartete uns die Reiseleiterin, Frau Ena. Wir wurden dann in unser Hotel gebracht, ein kurzer Begrüßungsdrink, bei dem sich alle wenigstens insofern vorstellten, als dass jeder sagte, aus welcher Stadt er komme.

Jetzt kann man über die Stadt noch sehr wenig sagen, da wir ca. 20:30 Uhr Ortszeit den Flughafen verlassen haben und nach gerade 40 Minuten das Hotel erreichten.

Die kurzen Informationen, die Ena uns über die Stadt gab, können in den Bericht für morgen einfließen.

Bis dann

2. Tag

Lima Stadtrundfahrt

Schon gestern hatte uns Ena, die Reiseleiterin für Lima, berichtet, dass Lima verwaltungstechnisch in 46 Bezirke aufgeteilt ist, was auch Sinn macht für einen ''Moloch'' mit mehr als derzeit rund 9 Mio. Einwohnern. 46 Bürgermeister, ein Oberbürgermeister.

Unser Hotel (San Agustin Miraflores Exclusive, 4** Landeskategorie, durchaus angemessen) liegt im Stadtteil Miraflores, ein Stadtteil der etwas ruhigeren und gehobeneren Klasse.

Ich war früh aufgestanden und bin schon mal bis ans Meer spaziert, so gerade 10 Minuten. Ein schöner Ausblick, lohnt den frühen Weg.

Nach einem recht anständigen Frühstück, welches soweit keine Wünsche offen lässt, startete um 9:00 Uhr die Stadtrundfahrt.

Unser Fahrer José chauffierte uns mit großer Sicherheit durch das Gewühl der Riesenstadt. Man fährt hier vergleichsweise gesittet aber man merkt, ''der Dschungel ist nicht weit''. Der liegt zwar auf der anderen Seite der Anden aber die Gesetze gelten scheinbar auch hier: Der Stärkere siegt!

Nun haben Stadtrundfahrten in solchen Megatowns die Eigenschaft, dass schließlich nicht alles abgeklappert werden kann und natürlich werden dem geneigten Touristen einerseits die ''Schokoladenseiten'' und andererseits die ''zwingend notwendigen Sehenswürdigkeiten'' vor Augen geführt.

So zogen wir zunächst eine Schleife durch ''unseren'' Stadtteil Miraflores um dann weiter durch San Isidro in die Innenstadt zu gelangen.

Wir besuchten die wunderschöne Kathedrale mit den Sterblichen Überresten von Francisco Pizzaro, dem Gründer der Stadt, der ein Ende durch Mord nahm.

Übrigens wählten die Spanier diese Stelle am Meer als Standort für die neue Hauptstadt aus, weil hier das Wetter generell besser ist als in Cuzco. Hoffentlich stimmt das nicht so ganz. Hier war das Wetter jedenfalls in Ordnung.

Wir sahen Kirchen und Klöster, Denkmäler für diverseste Volkshelden und Befreier, Länderbotschaften in wunderschönen alten Gebäuden und alles wurde uns von unserer kompetenten Führerin vor Augen geführt und erläutert. Auf einem Spaziergang nahe dem Präsidentenpalast entdeckten wir unter anderem eine originelle ''Shopping Mall''. Natürlich gibt es auch solche im modernen Stil.

Es würde zweifellos den Rahmen dieses Blogs sprengen, alles in allen Einzelheiten wiederzugeben.

Jetzt muss ich mich auch stärken, denn morgen früh geht's zeitig per Flieger nach Cusco.

3. Tag

Flug nach Cusco und Stadtrundfahrt

Bereits um 4:15 Uhr begann unser 3. Reisetag. Trotz der frühen Stunde bekamen wir ein annehmbares Frühstück und nach dem Transfer zum Flughafen verabschiedeten wir uns von Fahrer und Reiseleiterin.

Der Flug war angenehm und es wurde trotz der kurzen Reisezeit von 1.25 Stunden ein kleiner Snack gereicht, eine Geste, die sich die Iberia bei den 2.5 Stunden von Frankfurt nach Madrid verkniffen hat.

Der Anflug auf den ''Internationalen Flughafen'' von Cusco ist recht spektakulär, führt er doch über etliche Kilometer zwischen rechts und links aufragenden Bergen.

Am Boden angekommen staunt man doch, was sich so alles Flughafen nennen darf. Wenn zwei Flugzeuge auf dem Vorfeld stehen ist, so hat man den Eindruck: ''Ende''.

Wir wurden dann von unserem neuen Reiseführer, Herrn Iban, empfangen und zum Hotel gebracht.

Ein lustiges Haus, scheinbar ''organisch gewachsen'', daher sehr verwinkelt. Mit seinen niedrigen und dunklen Gängen scheint es von Indios für Indios entstanden zu sein. Dieser Eindruck setzt sich im Zimmer fort. Für Menschen einer Körpergröße oberhalb 190 cm ist das Haus nur bedingt geeignet. Aber sonst ganz nett.

Das Hotel (San Agustin International) nimmt für sich 3 Sterne in Anspruch, was auch durchaus ausreichend ist - mehr wäre Frevel.

Die Stadtrundfahrt führte uns zunächst zum Sonnentempel. Hier erklärte uns unser Guide wortreich und wortgewandt vieles über die Geschichte der Inkas, ihrer Herrscher und auch über ihre Baukunst. Er ist offenkundig ein studierter Fachmann, der in der Geschichte seines Landes als auch im christlichen Glauben verwurzelt ist und aufgeht.

Denn seine Erläuterungen in der Kathedrale ließen auch hier den Schluss zu, einen kompetenten Fachmann vor sich zu haben, der sowohl über die Architektur als auch die kunstgeschichtliche Entwicklung dieses Prachtbaues und seiner Ausstattung.

Wir sahen noch weitere Sehenswürdigkeiten bis wir schließlich an dem oberhalb der Stadt gelegenen Ruinenfeld von Saqsayhuaman die Stadtrundfahrt unterbrechen mussten, da starker Regen eine Fortsetzung sinnlos gemacht hätte.

Zu dem fakultativen Ausflug am morgigen Tag hat sich die gesamte Gruppe angemeldet, daher können wir den noch fehlenden Teil der Stadtrundfahrt dann in einem mit erledigen.

Wir bekamen noch den Tipp, eine Folkloreveranstaltung zu besuchen, was ich mir aber nicht zuletzt wegen des Wetters (Regen und vielleicht 10 °C), schenke obwohl der Eintritt zu dieser Veranstaltung ebenso wie die Eintritte zur Kathedrale und manchen anderen Sehenswürdigkeiten im Reisepreis eingeschlossen ist.

4. Tag

Tag zur freien Verfügung

Die Wahrnehmung dieser Option macht nur für diejenigen Reisenden Sinn, welche die im Bericht von gestern bereits erwähnten Sehenswürdigkeiten wie Sonnentempel und Kathedrale vertieft besichtigen wollen und mit eigenen bereits vorhandenen Vorstellungen und Kenntnissen vertiefen wollen.

Nach meinem Geschmack hat die 380.000 Einwohner Stadt ansonsten nicht besonderes zu bieten, was einen ganzen Tag füllen könnte.

Da sich aus dieser Erkenntnis heraus die gesamte Gruppe entschieden hatte, einen fakultativ angebotenen Ganztagesausflug zu machen starteten wir pünktlich um 8:00 Uhr.

Ich war bereits um 4:00 Uhr durch den Lärm anderer Gäste in meiner ''Hundehütte'' (dazu später noch eine Anmerkung) aus dem Schlaf gerissen worden und so machte es mir auch nichts aus, das eher am unteren Ende der Vertretbarkeit befindliche Frühstücksbuffet in Augenschein und Konsum zu nehmen.

Es war zwar so gut wie alles normal Übliche vorhanden, es fehlte nur eins: der Geschmack. Schade.

Aber wir wurden durch die Tagestour, das kann ich im Nachhinein sagen, vollends entschädigt.

Zuerst musste ja noch der Punkt Qenqo vom Vortag erledigt werden. Auch hier überzeugte unser Guide wieder durch souveränes Fachwissen über Inkakultur und -Bräuche. Der Felsen von Qenqo war ''der Magen der Mutter Natur''!?

Seine Erläuterungen hier wieder zu geben würde Bände füllen. Wir haben natürlich auch nicht so schrecklich viel behalten.

Große allgemeine Begeisterung rief der Besuch eines Lamastalles hervor. Hier konnten wir die Tiere ansehen und auch füttern. Uns wurde der Stammbaum der Entwicklungsgeschichte vom ''Urlama'' bis zu den heute bestehenden Hauptarten erklärt - und anschließend die obligatorische Kaufmöglichkeit.

Weiter ging's nachdem wir in einem Dorf noch einen Indiomarkt besucht hatten zum (im Preis eingeschlossenen) Mittagessen.

Wir fuhren dann durch das Heilige Tal, von den Inkas so getauft, weil der das Tal durchfließende Fluss, ebenfalls heilig, dasselbe so wunderschön mit dem notwendigen Wasser versorgt. (Als Pantheisten war den Inkas so ziemlich die gesamte Natur heilig, das hat was.) Bald erreichten wir unser Restaurant, wo wir schön im Freien speisen konnten.

Es wurden einheimische Gerichte, die vielleicht ein wenig europäisiert worden waren, gereicht und es war recht schmackhaft. Einschließlich des Alpakafleisches welches die meisten erstmalig kosteten.

So gestärkt erreichten wir das Dorf Ollantaytambo. Hier waren herrliche, gut erhaltene Agrarterrassen der Inkas zu bewundern und zu ersteigen. Und schließlich, hoch auf dem Berge, wer hätte es gedacht, ein Tempel. Der war allerdings nicht fertig geworden, da hatten die bösen Spanier doch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Pech gehabt.

Erholsam für die Gäste war die dann folgende Heimfahrt durch das grüne und fruchtbare Hochland. Eine absolute Augenweide und verwunderlich, wie in dieser Höhe noch Kartoffeln, Mais, Weizen, Bohnen und Gott weiß nicht was sonst noch prächtig gedeiht.

Als wir dann wieder in Cusco ankamen, wurde nochmals verdeutlicht, warum bei Naturkatastrophen in Ländern wie zum Beispiel hier soviel passiert. Auf weichem, abschüssigem Grund wird gebaut ohne anständige Gründung. Paar Fundamente, Lehmziegelmauern drauf, Dach, fertig. Es nutzt wohl auch nicht viel, wenn frisch aufgerissener Boden mit ''schönen'' blauen Planen abgedeckt wird. Er rutscht dann nur etwas später, denke ich. Nutzen eher zweifelhaft.

Gegen 17:00 Uhr fand dieser wunderschöne Ausflug, der absolut sein Geld (43.00 US$ p. P.) wert war, sein Ende. Irgendwann muss es auch sein, ein Lob über Bus uns Fahrer auszubringen, was an dieser Stelle ausdrücklich geschehen soll.

Zum Schluss noch die Anmerkung: Diese Reise unternehme ich als Einzelreisender, dem, wie üblich, ein nicht zu unterschätzender Einzelzimmerzuschlag abverlangt wird. Es ist unter diesen Umständen, die nicht regelmäßig nachvollziehbar sind, eine bodenlose Unverschämtheit, welche ''Hundehütten'' dem Einzelreisenden angeboten werden, sofern es nicht ein Doppelzimmer zur Alleinbenutzung ist. Hier ist meine Hütte gerade mal 2.80 mal 3.10 m zuzüglich Nasszelle ''groß''. Klimaanlage: null; Haken zum Aufhängen von Kleidung: null; wenn ich das Fenster öffne zum Lüften: Dieselgestank vom Hoteltank. Den Bericht verfasse ich in der Hotelbar, weil kein vernünftiger Tisch im Zimmer ist. Das hat nicht Berge & Meer zu verantworten sondern einzig das Hotelmanagement.

So, der Dampf ist raus, jetzt wieder gute Laune und freuen auf morgen ''Machu Picchu''.

5. Tag

Machu Picchu

Heute steht eines der größten ''Highlights'' der Reise auf dem Plan. Früh starten wir mit einem kleineren und daher auch weniger bequemen Bus nach Ollantaytambo.

Es bestätigte sich, dass die Wahl des kleineren Fahrzeuges erforderlich war, da größere wegen aktueller Straßenrenovierungsarbeiten den Bahnhof von Ollantaytambo nicht erreichen können.

Außerdem gibt es gar keine Straße, die bis nach Machu Picchu führt. Dazu in einer Anmerkung mehr.

Wir bestiegen den nach kurzer Zeit bereitgestellten Zug nach Machu Picchu. Mit großem Aufwand werden die Fahrkarten kontrolliert, per Passkontrolle die Identität zwischen dem Inhaber des namentlich markierten Fahrscheines und der einsteigenden Person festgestellt. Daher stehen an jedem! Waggon mindestens 2 Kontrolleure und so dauert das ''Boarding'' rund 20 Minuten.

Alle Plätze sind reserviert und somit gibt es keine Irritationen. Aufwendig aber gut gelöst. Man hat ja Zeit. Und die braucht man auch denn der Zug ''rast'' die 43 Kilometer von Ollantaytambo nach Machu Picchu in sagenhaften 120 Minuten.

Dafür wird man durch ebenso sagenhafte Landschaft, steil aufragende Berge, ein reißender Fluss der die Strecke begleitet, schmale Täler rechts und links und vom Regenwald bewaldete Steilhänge mehr als entschädigt.

In Machu Picchu angekommen wird in einen der Transferbusse umgestiegen, der uns dann in ca. 30 Minuten Fahrzeit an das Ziel unserer Wünsche bringt. Machu Picchu.

Doch zuvor nochmals die Kontrolle, hier der Eintrittskarte für das Monument, auch wieder unter Vorlage eines Ausweispapiers. Die Besucherzahlen sind auf ein bestimmtes Niveau kontingentiert und sicherlich nicht zuletzt von daher erfolgen die Kontrollen.

Wir betreten ergriffen die riesige Anlage. Regen! Dafür hat man sich das angetan? Kann nicht wahr sein. Ist es auch nicht, nach 10 Minuten ist alles im Lot und wir starten den 2-stündigen Rundgang.

Es können hier nicht näherungsweise alle Theorien, Meinungen, Forschungsergebnisse etc. wiedergegeben werden, die sich um die Anlage ranken und die uns unser Guide wiederum versuchte nahe zu bringen. Manches ist hängen geblieben, vieles nicht.

Jedenfalls gehört diese riesige und imposante Anlage zu den ''must have seen'' des weitreisenden Weltenbürgers. Hier sollen nur ein oder zwei Bilder wiedergegeben werden, es gibt sicher bessere und auch zu besseren Witterungsverhältnissen gemachte, millionenfach.

Die Rückfahrt verlief entsprechend wobei im Zug allerdings wie auf der Hinfahrt ein kleiner Snack gereicht wurde, sehr formell, schön und schmackhaft. Im Reisepreis eingeschlossen. Und außerdem gab es eine kleine ''denschau''Die Zugbegleiter führten Alpaka-Modelle vor, die denn auch zum Verkauf feilgeboten wurden (natürlich). Und es gab auch noch eine kleine folkloristische Einlage.

Angekommen in Ollantaytambo wieder Umsteigen in den Bus und so waren wir gegen 20:0 Uhr wieder in unserem Hotel in Cusco, welches wir morgen Richtung Puno und Titicacasee verlassen werden.

Anmerkung: Laut Information durch unseren Guide, der ohnehin regelmäßig die Korruption als eine der größten Geißeln Perus bezeichnet, gibt es eine Trasse, die ''nur'' asphaltiert werden müsse und man habe eine Straßenverbindung nach Machu Picchu. Diesem Unterfangen stehen aber wiederum die Interessen der Betreiber der Transferbusse als auch der Perurail (Eisenbahngesellschaft) entgegen. Sicherlich ist auch das nicht das einzige Projekt, das in diesem Land, welches durch Gold, Silber, sonstige Bodenschätze und nicht zuletzt den Tourismus finanziell verwöhnt sein müsste, der Korruption zum Opfer fällt. Schade für dieses schöne Land.

6. Tag

Von Cusco nach Puno am Titicacasee

Wiederum früh um 6:30 Uhr starteten wir von Cusco aus in Richtung Puno.

Ich muss sagen, dass ich weder dieser Stadt noch dem Hotel eine Träne nachweine. Das muss freilich jeder für sich selbst ausmachen, mich würde da jedoch nichts mehr hinziehen. Als Ausgangsort für diverse Besichtigungen und eben als frühere Inkahauptstadt mit den entsprechenden Resten natürlich weitgehend ohne Alternative.

Es wurde ein strammes Tempo vorgelegt, schließlich waren rund 400 km zurück zu legen.

Trotzdem machten wir noch zwei Besichtigungen, nämlich die erste in Andahuaylillas, ein Ort, der sich durch nicht weiter auszeichnet als durch eine großartige Kirche, einst als Kathedrale geplant und mit entsprechendem Schmuck ausgestattet.

An diesem hatte, wie eine Dokumentation zeigt, gewaltig der Zahn der Zeit genagt, nein, gefressen. Es hatte furchtbar ausgesehen und darum hat man sich vor 5 Jahren an die Restaurierung gemacht. Mit beachtlichem Erfolg. Zwar wird es noch Jahre dauern aber erhebliche Fortschritte sind bereits jetzt erkennbar und das Objekt lohnt wirklich den kurzen Abstecher.

Eine zweite Besichtigung führte uns in ein kleines Museum in Pukara: Dort waren zahlreiche Skulpturen aus der Vor-Inkazeit ausgestellt. Ebenso eine Darstellung über den jeweiligen Stand der menschlichen Entwicklung im Vergleich Alte Welt (also wir) Altiplano (peruanisches Hochland) und Küstenland.

Weiter führte uns der Weg durch das Altiplano und mich faszinierte insbesondere das seltsam wirkende Wolkenbild. In der Reinheit der Luft bei einer Höhe von 3.000 bis 4.300 m (Raya Pass) ist man den Wolken ja auch ein ganzes Stück näher als zu Hause.

Ja man glaubt, die tieferen Wolken fast mit den Händen greifen zu können und plastisch wirken sie viel eleganter und majestätischer als im hoch hängenden Haufen - der dazu auch noch Regen androht. So waren sie aber ästhetisch anzuschauen.

Um 14:30 Uhr in Puno angekommen wurden wir noch von unserem bisherigen Reiseleiter eingecheckt. Er verließ uns dann aber (leider) wieder Richtung Cusco.

Unser Hotel entschädigt uns sowohl für die lange Anfahrt als auch die Herberge in Cusco. Traumhaft am Strand des Titicacasees gelegen, genießen wir die Aussicht auf den See.

Gleich nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, startete auch schon der Ausflug zu den schwimmenden Inseln. Hier wurde uns in einer kurzen Demonstration vorgeführt, wie schwimmende Inseln aufgebaut werden. Es leben rund 2.000 Menschen auf diesen Gebilden, die aus Wurzelwerk und Halmen des Uferschilfes konstruiert werden. Eine Insel, auf der meist eine ganze Familie in verschiedenen Häusern lebt hält ca. 30 Jahre.

Auch hier hat die Neuzeit Einzug gehalten, Fernseher und Lampen etc. werden durch Photovoltaikanlagen gespeist. Geht doch.

Zurück hier im Haus werden wir gegen 19:00 Uhr mit dem Empfangscocktail verwöhnt und anschließend wird (auf eigene Kosten) gegessen, jeder der will.

Ich freue mich drauf und morgen geht es dann weiter zur Sonneninsel und nach Bolivien, La Paz.

7. Tag

Von Puno nach La Paz

Gestern zu den ''Schwimmenden Inseln'' hatte uns Sonja als Führerin begleitet, für heute war und Wladimiro angekündigt und die Abfahrt sollte um 6:10! Uhr (was ist das für eine Zeit?) stattfinden.

Alles stand pünktlich bereit, da näherte sich eine junge Frau - kann nicht Wladimiro sein - und nahm penibel alle unsere Gepäckstücke auf Beschädigungen hin in Augenschein, fertigte für jedes Gepäckstück ein Protokoll an welches vom Besitzer zu unterschreiben war. Der Sinn wurde später klar.

Inzwischen erschien auch Wladimiro und es ging endlich um 6:45 Uhr los. Durch das noch verschlafene Puno weiter Richtung Grenze nach Bolivien. Unterwegs noch keine kurze Rast in Pomata (Puma Stadt) und gegen 9:30 Uhr wurde die Grenze erreicht.

Wir hatten Gelegenheit im Grenzbereich die letzten Reste der Peruwährung gegen Bolivianos zu tauschen.

Grenzformalitäten waren erstaunlich reibungslos und trotz einer ca. 20 Personen-Schlange davor sehr schnell erledigt, Das heißt rund 30 Minuten und wir waren in Bolivien angekommen, wobei die letzten ca. 250 m von Peru nach Bolivien zu Fuß zurückgelegt werden mussten. Unterwegs wurde uns eine Stunde ''gestohlen'', denn Bolivien ist ''eine Stunde vor''. Aber die holen wir uns wieder, versprochen!

Der Regen hatte uns inzwischen verlassen oder wir ihn und so gelangten wir in das Städtchen Copacabana.

Einer der wichtigsten Wallfahrtsorte in Bolivien, denn der Überlieferung nach erschien hier die Madonna einem Indio Knaben, der dann auf Geheiß der katholischen Priesterschaft eine Nachbildung dieser Erscheinung machen sollte, die dann so schön war, dass man die salomonische Lösung fand, dass diese Darstellung für die Indios die Pacha Mama (Mutter Erde) und für die Christen die Mutter Gottes sei.

Nach der Besichtigung bestiegen wir einen einigermaßen großen Katamaran, der uns zunächst in ca. 90-minütiger Fahrt zur Sonneninsel im Titicacasee brachte.

Als Gag noch eine kurze Fahrt mit einem Schilfrohrschiff und dann die Besichtigung eines Kräutergartens nachdem wir 204 Stufen hoch geklettert waren. Nicht ganz so einfach auf der Höhe von weit mehr als 3.000 m über Meeresspiegel.

Geschafft, geschafft. Wir gingen durch den Kräutergarten, den uns Luis, der Führer der uns ab der Grenze begleitete erläuterte.

Ein Besuch bei einem Schamanen sollte uns wegen Teilnahme an einer Opferzeremonie den Segen der Götter (welcher?) einbringen.

Es gab noch ein kleines Museum zu besichtigen, in welchem Funde aus der Vor- und Inkazeit ausgestellt waren sowie zahlreiche Kostüme, die bei Veranstaltungen wie zum Beispiel Karneval getragen wurden.

Zurück auf dem Schiff ging es 3.5 Stunden nach Chua zur Weiterfahrt mit dem Bus. Unterwegs gab es noch eine ausgiebiges und schmackhaftes Mittagessen und dazu Wein (nicht eingeschlossen und für 7 € zu bekommen) oder andere Getränke zur Berechnung.

In Chua angekommen ging es ohne Aufenthalt weiter Richtung La Paz. Allmählich legte sich auch Dunkelheit über den Titicacasee und das Land. Wir erreichten ca. 20.00 Uhr La Paz.

Wir durchfuhren den neuen, seit ca. 1995 entstandenen höher gelegenen Stadtteil von La Paz und hatten einen überwältigenden Blick auf den ''alten'' Teil. Einfach gigantisch, ein Lichtermeer riesigen Ausmaßes.

Unser Hotel Presidente erreichten wir im Zentrum. Ein 15-stöckiges Gebäude mit soweit bisher erkennbar, hervorragenden Zimmern und sehr gutem Service.

Davon morgen mehr, wenn uns die nächste Reiseführerin die Satdt gezeigt haben wird.

8. Tag

Stadtrundfahrt La Paz

Heute führte uns die charmante, jugendlich-frische Manuela Mendoza durch die Stadt La Paz. 9 Jahre in Deutschland aufgewachsen war ihr Deutsch natürlich hervorragend.

Zunächst ging die Fahrt durch die Südstadt Richtung Valle de la Luna, dem Mondtal. Hier gingen wir durch ein großes Feld bizarrer Bodenformationen, die hier durch die Erosion gebildet wurde und ständig wird. Ein kleines bisschen erinnert die Erscheinung an Kappadokien nur im Modell.

Uns wurde erzählt, wie diese Formationen zustande kommen und wir konnten noch das leise Murmeln eines unterirdischen Flusses, der an der Entstehung nicht unbeteiligt ist, erlauschen.

Eine Demonstration von unzufriedenen Studenten ließ einen Umweg zurück in die Stadt erforderlich werden. Dadurch lernten wir andere Bezirke kennen, was durchaus interessant war.

Aber wir hörten auch, dass die Abwässer der Stadt quasi ungereinigt über einen Fluss, der irgendwann in den Amazonas mündet abgeleitet werden. Hier ist wohl noch erheblicher Handlungsbedarf, aber die Stadt habe dafür kein Geld. Na Ja!

La Paz unterteilt sich in Südstadt, Zentrum, historisches Zentrum und Las Deras, letzteres nicht zu verwechseln mit Favelas, was etwas grundsätzlich anderes ist - oder zumindest sein soll. Diese Einteilung ist allerdings nicht offiziell.

Es gibt dann noch eine neue Stadt, genannt El Alto, die aber nicht Bestandteil der Stadtrundfahrt war, sondern an sich eine eigene Stadt ist, jedoch in engem räumlichen Zusammenhang mit La Paz. Jede für sich hat rund 1 Mio. Einwohner (ohne die nicht gezählten).

Übrigens ist La Paz ''nur'' die Regierungsstadt von Bolivien, die Hauptstadt ist Sucre.

Wir besuchten den zentralen Platz mit einem Denkmal für Domingo Murillo, der Bolivien die Freiheit verschaffen wollte und dafür von den Spaniern mit der Hinrichtung belohnt wurde.

Wir sahen den Präsidentenpalast und unter anderem ein Museum für Musikinstrumente, das riesige Fußballstadion, eine restaurierte Gasse aus der Kolonialzeit, ein Franziskanerkloster.

Letzteres jedoch am besten aus unserem zentral gelegenen Hotel heraus. Das 5-Sterne-Hotel bietet einen hervorragenden Service und einen Top- Ausgangspunkt für fußläufige Gänge in die Stadt.

Heute Abend werde ich allerdings zusammen mit einigen Mitreisenden das Restaurant im 16. Stock des Hauses ausprobieren.

Morgen steht der Tag bis 14:00 Uhr zur freien Verfügung. Mal sehen was es zu tun gibt und dann geht’s via Lima nach Santiago de Chile.

9. Tag

Von La Paz nach Santiago de Chile

Der Vormittag steht uns zur freien Verfügung und dankenswerterweise dürfen wir unsere Hotelzimmer bis zur Abfahrt um 14.00 Uhr behalten. Das ist äußerst angenehm, so unternehme ich noch einen Spaziergang bis zur Plaza Murillo und lasse La Paz noch mal auf mich einwirken.

Das laute Treiben, die Hektik, das Gedrängel - erlebenswert jedoch für mich nicht zwingend schön.

So ziehe ich mich denn auf mein sehr schönes Zimmer zurück und ruhe mich noch etwas aus, denn es wird ein langer Tag.

Kurz vor 14:00 Uhr erscheint Manuela und unser Bus, das Gepäck wird verladen und statt der angedrohten 45 Minuten sind wir schon nach 30 Minuten am Aeropuerto La Alta angekommen. Es regnet zu Abwechslung mal wieder, ist jetzt aber auch egal.

Die Abfertigung geht sehr schleppend, aber dafür bekommen wir auch schon unsere Bordkarten für Flug II. Denn, und das ist ein schwierig zu verstehendes Mysterium, wir fliegen zunächst von La Paz nach Lima, 1.200 km von Süden nach Norden, um dann von Lima nach Santiago de Chile 2.500 km nach Süden zu fliegen. So macht man aus einem ''Spaziergang'' eine Weltreise.

In der Tat sind Direktverbindungen La Paz - Santiago nur schwer zu finden. Gut, beide Flüge verlaufen ziemlich reibungslos in randvollen Maschinen. A 319, wem’s etwas sagt. Einmal also 1.5 und einmal 3.5 Stunden.

Nach Plan landet unser Vogel um ca. 1::00 Uhr Ortszeit Santiago (steht auch so im Flugzeug) 12:00 Uhr Ortszeit Lima, 1:00 Uhr Ortszeit La Paz. Aber Falle: kürzlich (ich meine am 13.03.) war Zeitumstellung und darum ist es jetzt 2:00 Uhr Ortszeit Santiago. Alles klar?

So erreichen wir unser Hotel um kurz nach 3:00 Uhr morgens. Tanja, unsere Reisebegleiterin bis Mendoza checkt uns ein und wir begeben uns einigermaßen müde auf unsere Zimmer.

Morgen ist ein neuer Tag, nein er hat ja schon längst angefangen. Oha!

Fein, Frühstück bis 10:30 Uhr und Stadtrundfahrt ab 14:00 Uhr. Damit kann man prima leben.

Gute Nacht

Bis morgen, mehr aus Santiago de Chile

Euer Chronist

10. Tag

Santiago de Chile - Mendoza

Schon früh am Morgen, 6:30 Uhr brechen wir noch in der Dunkelheit auf von Santiago de Chile nach Mendoza, Argentinien. Wegen der Dunkelheit fällt der Abschied nicht ganz so schwer.

Eine Reise von rund 390 km liegt vor uns und bei dieser Fahrt sind Anden Kordillieren zu überwinden und wir müssen wieder hoch bis auf rd. 3.000 m.

Als es beginnt hell zu werden, liegen die Anden - Koridillieren auch schon vor uns. Unsere Fahrer bringt uns sicher bis an einen steilen Anstieg an dem man sehen kann wie bei einer Modelleisenbahn, wie sich die Fahrzeuge, überwiegend LKW, über 28 Spitzkehren nach oben bzw. nach unten schrauben. Uns steht dieser Anstieg auch bevor und er wird natürlich gemeistert.

Nach einer kurzen Fotopause erreichen wir, oben angekommen, den Chilenischen Zoll, 5 km weiter die Grenze zwischen Chile und Argentinien, an dieser Stelle mitten in einem 3 km langen Tunnel. Weitere 5 km weiter, eingebettet in die Einsamkeit und Öde des Hochgebirges, die Grenzabfertigung Chile / Argentinien.

Stempel, Stempel, Stempel, Stempel, Stempel und schon sind wir Personen raus und rein. Der Bus und insbesondere das Gepäck werden einer akribischen Untersuchung unterzogen ob nicht Fleisch oder Früchte oder entsprechende Produkte an Bord sind.

Das ist sicherlich wichtig, den Krankheitserreger, die sich zum Beispiel von Vögeln oder von Wind oder Wasser transportieren lassen machen natürlich an der Grenze von selbst halt - nur die, die an oder in Früchten haften welche Menschen zum Verzehr mit sich führen, wollen sich auf diese Weise heimlich über die Grenze schmuggeln. Das muss verstehen wer kann - ich nicht.

Jedenfalls führte uns der Weg weiter durch die großartige Berglandschaft, die vor dem Hintergrund des strahlend blauen Himmels einfach gigantisch wirkte, gekrönt durch den Blick auf den knapp 7.000 m hohen Anconcagua.

Unterwegs hielten wir an einem Restaurant namens Los Patos in Uspallata. Vor diesem Haus muss gewarnt werden, denn die Speisen entsprechen überwiegend nicht den Erwartungen und bei den Rechnungen werden (bei und mehr als 50%) Fehler zu Gunsten des Hauses eingebaut. Es stellen sich aber wohl wenige Alternativen.

Weiter ging es durch die Berglandschaft, vorbei an einem Stausee bis nach Mendoza welches wir gegen 16:00 Uhr bei etwa 28 °C erreichten.

Die Millionenstadt präsentierte sich auf den ersten Blick ebenfalls als lebensfroh, frisch und grün.

Unser Hotel Aconcagua liegt günstig für einen Bummel und ein Abendessen welches hoffentlich den Erwartungen an ''Argentinisches Rindersteak'' in allen Beziehungen entspricht.

11. Tag

Mendoza und Flug nach Buenos Aires

Leider habe ich am Vorabend ein Lokal erwischt, bei dem man die Kunst der Essenzubereitung in einem erstaunlich geringen Maße beherrschte.

Das einzige, was bei diesem Lokal stimmte, war die Tischeindeckung - und der Wein. Zunge in Vinaigrette Sauce sah widerlich aus und schmeckte auch so und das Steak, war statt ''Medium'' durch und stammte wohl von einem Tier, welches aus Altersschwäche tot umgefallen war.

Doch heute ist ein neuer Tag und ich spazierte zunächst durch Mendoza, wiederum bei herrlichem Wetter, was aber für diese Gegend normal sein soll.

Ich ''klappere'' verschiedene Plätze, die sich in unmittelbarer Nähe unseres Hotels befinden, unter anderem Plaza Italia, Plaza Independencia und andere. Alles in sehr erfrischendem Grün. Auch die Straßen sind ausnahmslos mit Bäumen bestanden. Hier könnte man sich wohl fühlen.

Bei der Stadtrundfahrt erzählt uns unsere Führerin Gorna einiges über die Geschichte der Stadt und zeigt uns auch den großen Zentralpark in dessen Grenzen sich auch eine Erhebung befindet, von wo aus wir eine schöne Aussicht über die Stadt genießen konnten.

Anschließend fuhren wir unmittelbar zum Weingut, da wohl das Treffen von Harley Davidson Bikern mit über 400 Teilnehmern im Stadtzentrum zu schweren Verkehrsstörungen zu führen drohte.

Wir machten einen Rundgang durch die Kellerei, bei dem uns die von dem Unternehmen verarbeiteten Rebsorten vorgestellt wurden. Auch einen kurzen Einblick in die Produktion konnten wir nehmen ehe es zur (allgemein ersehnten) Weinprobe ging.

Insgesamt wurden uns eine Art Prosecco, ein ''fertiger'' Sekt sowie zwei ''rote'' vorgestellt, allesamt sehr süffig.

Leider mussten wir uns etwas beeilen, da unser Flug nach Buenos Aires angeblich vorverlegt worden sei.

An dem, was sich Mendoza Aeropuerto Internacional nennt war das Chaos groß. Die Abfertigung schleppend und die Zuweisung des Gates variierte zwischen 2 und 4. Auch die ''Sicherheitsuntersuchung'' war ein Witz. Ohne Einzelheiten aufzuzählen nur gesagt: gleich null.

Und es ging vom Check-in Bereich unmittelbar durch die Security zum Flugzeug.

Nach gutem Flug erreichten wir nach 1.25 Stunden Buenos Aires. Joaquin, unser örtlicher Führer geleitete uns zum Hotel De las Americas.

Da es schon relativ spät geworden war, ca. 21:00 Uhr entschloss ich mich, im Hotel zu essen, was sich als eine sehr gute Wahl herausstellte.

Jetzt ist es schon spät, was nicht schlimm ist, denn unsere Stadtrundfahrt Buenos Aires startet erst um 9:30 Uhr.

12. Tag

Buenos Aires

Pünktlich startete unsere Stadtrundfahrt auf der uns Joaquin wort- und gestenreich Buenos Aires, Hauptstadt, Buenos Aires Kreis und Buenos Aires Provincia erklärte, wobei sich also in der Provinz Buenos Aires, die zwar ungefähr so groß wie ganz Deutschland sein soll, ungefähr die Hälfte der Argentinischen Bevölkerung aufhält.

Argentinien ist mehrfach größer als unser Heimatland.

Wir erfuhren, dass der Rio de la Plata, an dessen Mündung sich Buenos Aires befindet, im Bereich der Stadt rund 65 km, an seiner Mündung in den Atlantik etwa 150 km weiter rund 220 km breit sei und damit (die?) größte Mündung überhaupt darstelle.

Verschiedene Plätze, alles schön begrünt wie überhaupt viele Teile der Stadt, wurden uns vorgeführt und erläutert. Ein buntes Viertel: La Boca auch ein vornehmes Viertel: Palermo, im Viertel Recoleta der Friedhof auf welchem sich das Grab von ''Evita'' befindet, die 1952 im Alter von 33 Jahren verblich und so ziemlich alles, was man laut Polyglott etc. gesehen haben muss. (Mir fehlte nur die ''Plaza de Armas'', die wir sonst fast überall besichtigen mussten :-)).

Mal Plaza de Armas, mal Plaza Mayor rührte freilich aus den Gründungsgewohnheiten der Spanier, die bei Gründung einer Stadt zunächst einen Platz mit Kirche und Verwaltungsgebäuden errichten mussten. Daher dieses Muster generell in Lateinamerika.

Die Stadtrundfahrt endete gegen 14.00 Uhr und ich unternahm zusammen mit Mitreisenden einen ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt. Prachtstraße 9. Julio, Obelisk, Plaza de Mayo, Flohmarkt, Hafen und noch vielen mehr, gab es zu erkunden.

Nach gut 5 Stunden ''qualmen mir die Socken''. Jetzt hab ich Durst und Hunger und deshalb: tschüss und bis morgen aus Iguazú.

Euer Chronist

13. Tag

Buenos Aires - Iguazú

Endlich mal wieder fliegen. Heute von Buenos Aires, wo wir einen Teil unserer Gruppe zurücklassen weil sie am Abend nach Hause fliegen, nach Iguazú.

Leider hatte LAN - Argentina unsere Gruppe kunterbunt im Flugzeug verteilt, was wir aber durch eigenes Tauschen vernünftig auf die Reihe brachten. Gut 100 Minuten Flug verlaufen kurzweilig und ruhig.

Auf dem Regionalflughafen erwartet uns Maxim, der nunmehr 9. Reiseleiter auf unserer Rundreise.

Sofort begaben wir uns Richtung Wasserfälle, die heute von der argentinischen Seite her erwandert und betrachtet werden sollten. Es ging zum Nationalpark Cataratas Iguazú. Kurzer Fußmarsch zu einem Bahnhöfchen und Fahrt mit einer gemütlichen Schmalspurbahn etwa 4 km Richtung Garganta del Diabolo, der Teufelsschlucht in welche rund 60% des gesamten Wassers der riesigen Fälle stürzt. Zwar trennten uns am Zielbahnhof noch 1.200 m vom Ziel unserer Neugier, die haben wir dann wieder per pedes auf Eisenstegen über verschiedenen Zuflüssen hinter uns gebracht.

Endlich war es soweit.

In der Tat, die Wasserfälle von Iguazú gehören zu den größten und gewaltigsten ''Wundern'' die uns die Natur geschenkt hat.

Wer ein Herz dafür hat, kann über dieses gewaltige Auftreten von Mutter Natur nur staunen und in Superlativen nur so schwelgen.

Natürlich ist Iguasu, daweil nicht von Menschenhand geschaffen, mit den anderen Highlights der Reise nicht ohne Weiteres zu vergleichen und trotzdem bedeutete für Manchen Iguazú das Highlight schlechthin.

In jedem Falle gehört Iguazú aber zu den ''must have seen'' und seit heute weiß ich, warum ich mich auf diesen Besuch schon seit vielen Jahren gefreut habe.

Ich wurde nicht enttäuscht.

Für morgen steht die Besichtigung von brasilianischer Seite, auf der wir uns inzwischen befinden, auf dem Programm. Und es gibt sicher auch noch eine Überraschung.

14. Tag

Iguazú

Manche von uns sind gestern noch durch die Stadt gegangen, die nach meinem Dafürhalten nichts Sensationelles zu bieten hat, außer eben dem Naturwunder vor den Toren derselben. Andere haben den Nachmittag am Pool verbracht, auch ich.

Zu manierlicher Zeit ging es los. Gott sei Dank macht Nationalpark erst um 9:00 Uhr auf und so waren wir auch nicht gezwungen zeitig unterwegs zu sein, da der Eingang kaum 10 Minuten mit dem Bus entfernt ist.

Aber vorher - ja da war doch noch der Heli. Das muss man sich einfach gönnen. Kostet zwar 180 Reales (also rund 90 €) und dauert 11 Minuten. Hört sich teuer an, ist es aber meines Erachtens wert. Davon habe ich ein paar Bilder gepostet, muss einfach sein, wegen Begeisterung.

Anschließend gingen wir, eben auf der brasilianischen Seite, auf Besichtigungstour. Während wir gestern noch ''über'' die Fälle gegangen sind, führte uns der Weg heute mehr oder minder ''in'' die Fälle.

Hier sah alles ganz anders aus als gestern denn jeder neue Standort verändert naturgemäß den Blickwinkel auf die Wasserfälle. Der Weg war nicht sonderlich anstrengend.

Gegen Ende erreichten wir einen Punkt, an dem man relativ nah an die stürzenden Wassermassen herangehen kann. Das bleibt nicht ohne Folgen. Pitschnass bis auf die Haut - aber bei knapp 30 °C nicht so dramatisch. Man weiß nicht genau, nass von Schweiß, Wasser oder eher wahrscheinlich, beidem.

Manche von uns fahren heute noch mit dem Speedboot zu den Fällen, kostet auch 90 € und das habe ich nicht wahrgenommen. Da habe ich wahrscheinlich ''das Tollste der ganzen Reise'' verpasst. Aber da muss ich durch - man kann nicht Alles haben auf dieser Welt.

So, heute Abend gehen wir ''mit alle Mann'' Spießbraten essen - bin noch nicht sicher, ob das ein ''Hit'' wird. Davon werde ich morgen berichten, allerdings aus Rio.

15. Tag

Iguazú - Rio

Tja, vorab, gestern war ich doch nicht mit zum Spießbratenessen, weil der Abholbus mehr als 10 Minuten Verspätung hatte. Mag man für kleinlich halten, aber ich folgte ja sowieso eher dem ''Herdentrieb''. Letztlich war meine Entscheidung, im Hotel zu essen, eher nicht falsch.

Heute Morgen holte uns Max, unser kompetenter, charmanter und gewandter Reiseführer für Iguazú um 8.30 am Hotel ab und wir fuhren zum Wahnsinnsairport Iguazú International (!), wo die Flugzeuge mit dem Traktor zurückgeschoben werden.

Man kann sich dort nicht verlaufen, es gibt nur einen Wartesaal und es steht generell nur ein Flieger auf dem Flughafen.

Flieger kam, 9:05 Uhr, Leute steigen aus, wir steigen ein 9:15 Uhr, Flieger startet 9:30 Uhr (wie geplant) und Flieger kommt 11:15 Uhr in Rio an, fünf Minuten vor der Zeit. Super. Überhaupt haben die südamerikanischen Fluggesellschaften LAN - Peru, LAN - Argentina und TAM einen sehr guten Eindruck gemacht. Gute Maschinen (Airbus 319 oder 320) und Service an Bord. Bescheiden aber immerhin.

In Rio. Und jetzt? Copacabana, Corcovado, Ipanema, Zuckerhut ist ja alles gut und schön nur: bei Himmel grau in grau - kein Hit! Sondern s-hit. Was will man machen? Nix, abfinden und das Beste draus machen.

Alex, ein hervorragend deutschsprechender junger Mann empfängt uns am Flughafen und bringt uns zum Hotel Marisol, nahe dem Copacabana Strand (wirklich nur ca. 250 m). Wir verabreden uns auf 14:00 Uhr zur Stadtrundfahrt.

Diese führt uns, wie soll es anders sein zunächst zum Zuckerhut. Wir fahren per Seilbahn zur Zwischenstation und einige von uns - so auch ich - entschließen sich kurzfristig zu einem Heliflug - Corcovado und so.

Ich scheue also weder Kosten (135 € für knapp 10 Minuten) noch Mühen für die geneigten Leser dieses Blogs auch Mal den ''Jesus'' in den Wolken zu bieten. Auf den Postkarten ist ja immer blauer Himmel. Ist aber nicht immer so - jetzt sind Wolken. Egal. Auf jeden Fall ein Erlebnis, welches man nur ungern missen möchte.

Dann kam wieder das - gute - Standartprogramm: Zuckerhut oben, Stadtrundfahrt/gang wo uns sehr nett und kompetent von Alex Manches über die Entstehung der Stadt, die Vergangenheit und die Gegenwart erläutert wurde.

An etlichen Stellen sind Vergangenheit und Gegenwart hautnah neben einander und nicht zuletzt das gibt der Stadt ihr besonderes Flair. Sie ist es wert, erlebt zu werden.

Nachdem wir noch eine kurze ''Zwischenlandung'' im historischen Café Colombo gemacht haben, treten wir den Heimweg zu unserem Hotel an.

Trotz der sehr interessanten Verkehrsverhältnisse - hier findet ein permanentes Formel 1 Rennen, an dem sich vorzugsweise beachtliche Teile der 30.000 (!) Linienbusse beteiligen statt - erreichen wir gegen 18.00 Uhr wieder heil unser Hotel.

Heute habe ich wieder im Hotel gegessen, sehr empfehlenswert und morgen früh geht es (fakultativ aber dieses Mal wirklich ''mit alle Mann'' und für 60 US$ p. P.) zum Corcovado. Mal sehen, ob der sich wieder einhüllt.

16. Tag

Rio

Na also, geht doch. Nach morgentlichem Wolkenaufzug klarte sich der Himmel auf. Wir hatten ja den Ausflug zum Corcovado geplant, der jetzt um 8:30 Uhr startete.

Durch das Verkehrsgewühl gekarrt, erreichten wir pünktlich die Talstation und schon bald ging es los. Die Fahrt alleine ist schon ein Erlebnis, aber durch den Ausblick vom Corcovado auf die Stadt wird auch das noch getoppt.

Heute - und das ist bemerkenswert - der ''Christus'' wieder vor blauem Himmel. Ein Temperatursprung von gut 10 °C ist die Folge des schönen Himmels. Ich also nach Treppenaufstieg Schweiß gebadet - aber es war es schon wieder wert.

Weiter besichtigen wir noch das ''Sambadrom'', eine siebenhundert Meter lange Arena, in der die Sambaschulen die Ergebnisse ihrer Bemühungen zu Karneval vorführen und bewertet bekommen, was für dieselben außerordentlich wichtig ist, da es sich um Millionenbeträge geht.

Noch ein Abstecher zur Kathedrale und dann verschwitzt wieder ins Hotel.

Ich habe den Nachmittag ruhig angehen lassen und bin 2 Stunden am Strand von Copacabana spazieren gegangen und habe auch das Meer - zumindest bis etwas über die Knie - genossen.

Eine stille Minute habe ich mir gegönnt und innerlich ''danke'' gesagt, dass ich diese Reise, die morgen Nachmittag mit dem Heimflug (igitt) zu Ende gehen wird, habe genießen und erleben dürfen.

Für morgen haben manche geplant, die Straßenbahn nach St. Theresa zu besuchen und zu benutzen - noch einmal ein kleines (Schluss)Highlight.

Dem morgigen Bericht werde ich eine Reminiszenz anfügen, die sich diejenigen durchlesen mögen, die sich mit dem Gedanken tragen, diese Reise zu buchen oder durchzuführen.

17. und 18. Tag

Letzter und allerletzter Reisetag - Rio - Madrid - Frankfurt/Main

Da wir an unserem letzten Reisetag die Rückreise erst am späteren Nachmittag antreten, bleibt am Morgen noch Zeit für Unternehmungen.

Manche von uns ruhen sich noch am Pool aus, andere spazieren noch kurz zum Strand oder durch unseren Stadtteil Copacabana.

Zwei Mitreisende und ich wollen noch mit der historischen Straßenbahn fahren, die hinauf führt in den Stadtteil Santa Teresa.

Mit der U-Bahn gelangen wir für 2.80 Reales (pro Weg) zur unteren Station. Hier muss man am Schalter bezahlen, für den Rückweg bezahlt man beim Schaffner, jeweils 0.60 Reales.

Dann rumpelten wir ca. 30 Minuten den Corcovado hinauf und sofort wieder zurück. Zeitmangel, denn wir mussten um 13:00 Uhr das Hotelzimmer räumen. Die Straßenbahn kennt nur zwei Geschwindigkeiten: Vollgas und Stopp und von daher ruckelt es ganz erheblich. Nichts für Bandscheibenvorfallgeschädigte aber schön und mit herrlichen Ausblicken über die Stadt.

Noch Mal frisch machen im Hotel, Zimmer räumen. Den Poolbereich durften wir noch nutzen bis zur Abfahrt um 16:30 Uhr.

Wegen eines gigantischen Verkehrsstaus benötigten wir für die Fahrt zum Internationalen Flughafen statt ca. 30 Minuten doch derer ca. 100 Minuten. Der Vorteil ist, wenn man zu spät kommt, dann sind die anderen schon weg. Es hat aber alles gut gegangen.

Iberia ist jedoch das schwächste Teil der ganzen Reise. Nach dem Start kurz und zügig abgespeist, meine Wahl: Pasta. Vorher wusste ich gar nicht, dass man Pasta so schlecht herstellen kann.

Nach ''nur'' knapp 10 Stunden Flug, ein kleines Kartönchen dessen Inhalt man schwerlich als Frühstück bezeichnen konnte. Dafür gab es auf Madrid - Frankfurt nichts - es sein man bezahlte.

Nun hieß es Abschied nehmen von den letzten zusammen Gereisten, denn schon in Madrid flogen einigen eben nach Frankfurt, andere z. B. nach Berlin.

Der Zug ''vom'' Flug brachte mich nach Hause.

Eine traumhafte Reise ging zu Ende und ich bereue keinen Cent und werde sicherlich lange von dem Erlebten zu erzählen wissen.

19. Tag

Reminiszenz

Wer Vieles bringt, wird Manchem Etwas bringen. Unter diesem Motto könnte die gesamte Reise stehen.

Wir haben viele Bau- und Kunstwerke gesehen, die vor langer Zeit von Menschenhand geschaffen wurden und ebenso gewaltige Naturwunder. Manches haben wir uns nicht zuletzt wegen der Höhenlage „hart“ erkämpfen müssen. Machu Picchu, Ollantaytambo, Sonneninsel, etc..

Wir haben viele Menschen kennengelernt und hatten trotzdem auch Gelegenheit zur inneren Einkehr.

Es ist erstaunlich, wie viel Programm in diese Reise eingebaut ist und trotzdem ist noch Zeit zum ''Luft schnappen''.

Die Reiseleiter waren allesamt sehr gut vorbereitet und machten ihre Sachen sehr souverän und sicher. Alle hatten auch jeweils Stadtpläne für uns bereit, einen kurzen Programmablauf mit Zeitplan für die jeweilige Stadt. Sehr schön, praktisch und professionell.

Die innerkontinentalen Flüge haben wir mit LAN und TAM zurückgelegt, beide Fluggesellschaften waren mit dem Übergepäck nicht kleinlich, wobei man es natürlich nicht übertreiben sollte. Der Service war mit dem von Iberia nicht zu vergleichen, es gab immer irgendeine Kleinigkeit (Kekse oder dergleichen) und etwas (alkoholfreies) zu trinken.

Die empfohlenen Impfungen sind nur erforderlich, wenn man nach Amazonien reist. Das ist auf dieser Reise nicht vorgesehen.

Und damit verabschiede ich mich und hoffe, dass ich den einen oder anderen Tipp habe weitergeben können.

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