Mai - Juni 2016

Reisebericht: Südafrika - Ein Land voller Farben und wilder Natur

Folgen Sie unserer Chronistin nach Südafrika. Entdecken Sie entlang der Garden Route traumhafte Küsten und bewundern Sie im Hinterland umwerfende Panoramen.

Chronistin Romy in Südafrika
Mein Tipp

Umwerfende Panoramen im Hinterland

Romy, Berge & Meer Chronistin

Hallo zusammen!

Ich heiße Romy und komme aus Essen. Ich möchte gerne alle Interessierten mitnehmen auf meine Südafrika-Rundreise. Diese Reise habe ich mir zu meinem runden Geburtstag geschenkt. Und es sollte eine besondere Reise werden, mit Natur und Tieren, mal nicht Europa.

Und so kam ich zu Südafrika. Bis jetzt habe ich nur viele schöne Dinge von diesem Land gehört, tolle Fotos gesehen und auch das eine oder andere darüber gelesen. Ich lasse mich nun überraschen, was meine Eindrücke sein werden. Ich wünsche uns Allen viel Spaß und eine herrliche Zeit.

1. Tag:

Anreise

Eigentlich sollte alles ganz entspannt losgehen: mit dem ICE aus dem Ruhrgebiet nach Frankfurt zum Flughafen, einchecken und ab nach Südafrika. Aber was wäre eine Reise ohne ein paar Hindernisse? Richtig: langweilig.

Über NRW tobte den ganzen Tag ein Unwetter: Starkregen, Blitz, Donner, überflutete Straßen. Aber nicht die Naturgewalten verhinderte ein pünktliches Ankommen in Frankfurt, sondern ein Notarzteinsatz auf der Strecke Köln - Frankfurt. Schlimm genug. Aber es sollte noch schlimmer kommen, denn: schlimmer geht immer!

Nachdem wir mit 3 Stunden Verspätung am Flughafen ankamen, war der Check-In-Schalter von South African Airways bereits geschlossen. Ein Anruf bei dem Reiseveranstalter führte uns zum Info-Schalter von TUI Fly, d. h. raus aus Terminal 1, mit dem Shuttlebus zum Terminal 2. Bei TUI erfuhren wir, dass wir durch das Verpassen des Hinflugs auch keinen Rückflug mehr hatten. Neue Flüge hätten ca. 1.500 € gekostet. Das Service Personal von TUI war so nett und hilfsbereit, jemanden von South African Airways ausfindig zu machen, die sich bereit erklärte, nochmals zum Schalter zu kommen. Also zurück zum Terminal 1. Dort hat man uns umgebucht auf den nächsten Tag, gleiche Zeit, gleicher Ort für eine Umbuchungsgebühr von 120 €. Der Reiseveranstalter war auch informiert und wird den um einen Tag verspäteten Transfer organisieren.

Eine kleine Kostprobe von weiteren Zwischenfällen? TUI besorgte uns ein Hotel, das RAMADA Airport. Da war nichts bekannt von unserem Kommen. Wir waren eingebucht im RAMADA Messe. Der Flughafen Frankfurt ist riesig. Und überall wird gebaut und renoviert. So sind viele Rolltreppen defekt, und man muss das Gepäck lange Treppen hochschleppen. Oder Rolltreppen bleiben plötzlich stehen, und das Gepäck poltert die Treppe hinunter. Und… und… und… Als wir dann endlich um 23 Uhr im Hotel ankamen, war die Küche geschlossen und hatte nur noch Kleinigkeiten.

Unser großer Dank gebührt auf jeden Fall allen Helfern bei Berge & Meer, TUI und vor allem South African Airways. Sie waren alle unschlagbar. Und wenn eine Reise so besch… anfängt, dann kann es nur noch besser werden.

2./3. Tag:

Abflug & Ankunft in Kapstadt

Nachdem wir einen ganzen Tag durch unsere Katastrophen-Anreise dank Deutscher Bahn verloren haben, sind wir dann am 31.05.2016 um 20.45 Uhr ab Frankfurt los geflogen.

Wie nicht anders zu erwarten, war alles völlig entspannt und richtig gut organisiert. Die Maschine der South African Airways war geräumig, man hatte genug Beinfreiheit, und auch zum Nebenmann blieb genug Platz. Der Service und die Verpflegung an Bord waren ausgesprochen gut. Das Auschecken und wieder Einchecken in Johannesburg war völlig problemlos, alles klappte wie am Schnürchen.

Am Flughafen in Kapstadt erwartete uns ein Fahrer vom Reiseveranstalter, der uns ins Hotel nach Kapstadt brachte. Er organisierte ein Telefonat mit unserem Reiseleiter Dieter (den wir ja noch nicht kennen), um uns entscheiden zu lassen, ob wir uns der Reisegruppe, die unterwegs in den Winelands waren, noch anschließen wollten. Wir entschlossen uns für das Hotel zusammen mit einem weiteren Leidtragenden des Verspätungschaos durch die DB.

Und machten dann zu Dritt einen kleinen Rundgang durch Kapstadt, sahen das Malaien-Viertel mit den bunten Häusern, das Treiben am Green Market Square und auf den Hauptverkehrsadern der Stadt.

Morgen geht es für uns dann richtig los. Wir sind gespannt, was uns erwartet.

4. Tag:

Die Kap-Halbinsel

Heute Morgen um 7.30 Uhr ging es los: eine Reise über die Kap-Halbinsel. Zuerst ging es nach Hout Bay, ein kleiner Fischerort unterhalb des Tafelberges. Mit der CALYPSO fuhren wir zu Druikers Island, die Robbeninsel. Mitten im Meer ist eine Ansammlung von Felsen, auf denen sich Hunderte von Robben tummeln. Die Überfahrt war recht stürmisch, und man musste sich schon gut festhalten, um nicht als Fischfutter zu enden.

Von Hout Bay ging es weiter über eine Passstraße mit traumhaftem Blick auf den stürmischen Atlantik zum Kap der Guten Hoffnung, der südwestlichste Punkt des afrikanischen Kontinents. Hier werden natürlich die obligatorischen Fotos geschossen - wann steht man denn schon mal quasi am Ende der Welt…

Im Cape Point - ein Restaurant mit phantastischem Aus- und Rundblick und exzellenter Küche - war Mittagspause mit anschließendem Aufstieg zum alten Leuchtturm - wer das wollte. Interessanter fand ich allerdings das Treiben der Paviane, die durch unerlaubtes Füttern angelockt werden und recht heftig reagieren können, wenn es dann nichts gibt. Kurzerhand räumt dann eine Pavian-Mama auch mal eine gut geschlossene Mülltonne aus.

Vom Kap aus ging es weiter auf der Küstenstraße nach Boulders, eine Pinguin-Kolonie direkt am Strand. Der vorhandene Zaun soll die Tiere vor uns Menschen schützen. Da war ein Gerenne und Gewatschel mit den Vögeln im Frack.

Unsere letzte Station heute war Kirstenbosch, ein botanischer Garten mit vielen interessanten und exotischen Blumen, Bäumen und allem, was fliegt.

Wir haben heute viel gesehen, und die Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden.

5. Tag:

Fahrt nach Knysna

Um 7.30 Uhr haben wir heute Morgen die Kapstadt-Halbinsel Richtung Osten verlassen. Wir haben die Kleinen Schwarzenberge und die Langenberge überquert und sind durch die Kleine Karoo gefahren. Die Kleine Karoo ist eine Halbwüste, d. h. hier fällt nicht wirklich viel Regen.

Es war interessant, die verschiedenen Gesteinsarten in den Felsmassiven zu sehen. Und wo bei uns Kaninchen und Hasen herumhoppeln, sieht man hier Paviane, Antilopen und Zebras - ein Anblick, an den man sich erst gewöhnen muss. Um die Mittagszeit haben wir Oudtshoorn erreicht, die größte Straußenfarm in Afrika. Strauße können bis zu 2,50 m groß und 90 kg schwer werden. Auf einen Streit mit diesen gefiederten Gesellen sollte man sich also nicht einlassen.

Nach gut 600 km haben wir im strömenden Regen Knysna erreicht, ein Paradies für Ruheständler und Müßiggänger.

6. Tag:

Knysna - Featherbed Nationalpark

Ein - teilweise - entspannter Tag neigt sich dem Ende. Entspannter Vormittag: Zeit zum Shopping und Sightseeing in Knysna. Knysna ist ein hübsches Küstenörtchen, entstanden aus der Flower-Power-Zeit der 60er Jahre. Es gibt hübsche kleine Lädchen mit Kunsthandwerk, aber auch Einkaufsmalls, wie man sie aus Europa kennt.

Nach einem Mittagessen in einem der vielen Lokale an Knysnas Waterfront ging es aufs Wasser. Knysna liegt an einer großen Lagune, die nur durch einen schmalen Zugang mit dem Indischen Ozean verbunden ist. Ein Boot brachte uns durch diese Lagune in 30 Minuten bis kurz vor den „Ausgang“ der Lagune, wo die Anlegestelle ist, um in den Featherbed Nationalpark zu gelangen. Hoch geht es mit einem offenen „Vierspanner“ (mit Motor), zurück zu Fuß.

Eines muss man aber auf jeden Fall sagen: der Abstieg ist sehr anstrengend, weil es über Stock und Stein, ungleiche Stufen und unwegsames Gelände immer direkt am Abgrund vorbei geht. Die Aussicht, die man dann aber auf die Felsen und das tosende Meer hat, mit viel Glück auf Delphine und auf Knysna ist einfach nur grandios. Und die Abendsonne verbreitet ein warmes Licht, wie ich es noch nie gesehen habe. Und dann ist die Anstrengung sofort vergessen.

7. Tag:

Knysna und Port Elizabeth

Heute war ein besonders aufregender Tag. Wir sind nicht allzu weit gefahren, weiter nach Osten, auf der Garden Route entlang. Unser Ziel war zuerst Plettenberg, ein wunderschöner Urlaubsort am Indischen Ozean: hohe Berge, weite, weiß-sandige Strände, türkisblaues Wasser mit hohen Wellen, strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Plettenberg ist der bevorzugte Urlaubsort der Südafrikaner, so wie für uns die Nord- oder Ostsee.

Aber das Wichtigste an Plettenberg ist, dass in der Zeit von Juni bis Oktober die Wale zum Paaren und Gebären nach Plettenberg kommen. Und wir waren dabei, als der erste Wal der Saison sich an der Küste zeigte.

Wir fuhren mit einem Speed Boot und zwei Guides hinaus auf das Meer. Und plötzlich hieß es: „Whale on the left!“ Und tatsächlich zeigte sich ein Koloss von Wal, länger als unser Boot und so schwer wie 10 Elefanten. Das war sicherlich ein unvergessliches Erlebnis, einem Wal so nahe zu sein!

Nachdem wir den Wal gesehen hatten, fuhren wir weiter und sahen eine Robben-Kolonie. Hunderte und aberhunderte Robben tummelten sich auf den Felsen, lagen faul in der Sonne oder ließen sich im Wasser treiben. Die Fahrt zurück an Land ging rasend schnell, und mit einem „Anlauf“ von 120 km/h schossen wir auf den Strand.

Nach Plettenberg ging es weiter die Garden Route zum Tsitsikama Nationalpark. Der Ausblick von dort über den Ozean - spektakulär. Nach dem Mittagessen und einer fakultativen Wanderung ging es mit dem Bus weiter nach Port Elizabeth - der zweitältesten Stadt Südafrikas.

8. Tag:

Port Elizabeth - Flug nach Joburg

Heute hieß es Abschied nehmen vom südlichen Teil Südafrikas. Bevor wir vom Flughafen in Port Elizabeth abgeflogen sind Richtung Johannesburg, haben wir noch ein bisschen von Port Elizabeth gesehen - wobei es eigentlich nicht viel zu sehen gibt. Unser Hotel in Port Elizabeth lag quasi direkt am Strand, nur durch eine Schnellstraße getrennt. Allerdings nicht so schön wie der Strand in Plettenberg. Doch der Sonnenaufgang hat sich allemal gelohnt.

Port Elizabeth scheint eine relativ gefährliche Stadt zu sein. Am Abend sollte man es sich sehr gut überlegen, im Stadtzentrum spazieren zu gehen. Außerdem gibt es auch nicht wirklich viel zu sehen, alle Schaufenster werden mit starken Gittern gesichert. Es gibt einen öffentlichen Park, hoch über der Stadt. Man schaut weit über das Meer, auch über das Häusermeer. In diesem Park gibt es u. a. eine Skulptur über die Wahl von Nelson Mandela im Jahr 1994, als er zum ersten schwarzen Präsidenten von Südafrika gewählt wurde.

Nach diesem kurzen Halt in dem Park ging es direkt weiter zum Flughafen. Dort hieß es Abschied nehmen von zwei Mitreisenden, die nur eine Woche gebucht hatten. Und natürlich Abschied nehmen von unserem Reiseleiter Dieter, der uns immer wieder mit Anekdoten und Informationen versorgt hat, der - obwohl nach eigener Aussage ungeduldig - immer ruhig und souverän geblieben ist und der uns seine Heimat - er kommt aus Kapstadt und hat deutsche Wurzeln - näher gebracht hat. Dieter, du hast deine Aufgabe gut gemeistert!

Besonderen Dank geht sicherlich auch an unseren Fahrer Jameel. Ich habe mich immer so sicher gefühlt in dem Bus, dass ich teilweise geschlafen habe wie ein Murmeltier. Thank you, Jameel, for driving us so safely!

9. Tag:

Johannesburg - Lowveld-Region

Ein weiter Weg steht uns heute bevor: ca. 600 km Richtung Nordosten, durch eine teilweise recht karge (und auch langweilige) Landschaft nach Whiteriver, ganz in der Nähe des Krüger Nationalparks.

Wir haben das kleine Örtchen Dullstoom gesehen, wo wir köstliche Pfannkuchen zu uns genommen haben. Und dann ging es weiter zum Blyde River Canyon, der größte Canyon Afrikas und sicherlich einer der Schönsten. Der Canyon wird beherrscht durch drei „Rondavels“ (typisch afrikanische Rundbauten), genannt „Die drei Schwestern“. Der Blick in den Canyon lässt den Atem stocken. Und man sieht, was für wundervolle Dinge die Natur von selbst geschaffen hat. Und es lehrt, dass der Mensch im Vergleich zu solchen Naturwundern lediglich ein kleiner Wurm ist. Dieser Canyon kann dem Menschen lehren, was Ehrfurcht ist.

Nach diesem spektakulären Blick ging es weiter zu den „Potholes“ (Bourke’s Luck Potholes), von der Natur gemeißelte Löcher im Felsen, die durch Erosionen entstanden sind und nicht durch einen überdimensionalen Bohrer. Auch wenn Teile des Rundweges etwas beschwerlich sind, ist der Anblick es wert, sich anzustrengen. Und weiter ging es dann in unser nächstes Hotel, das sehr in der Nähe des Zielpunktes für den morgigen Tag liegt.

Für diesen Tag muss festgehalten werden, dass es ein sehr anstrengender Tag war, da man überwiegend im Bus gesessen hat. Die Pausen zwischendurch waren überaus knapp bemessen, ebenso wie der Aufenthalt an den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Schade! Ein bisschen mehr Ruhe, Müßiggang und weniger Hektik und Zeitdruck wären für die Reise angesagt.

10. Tag:

Krüger National Park

Heute waren wir den ganzen Tag im Krüger National Park. Der Park wurde vom ersten Präsidenten Südafrikas, Paul Kruger, ins Leben gerufen. Es galt und gilt immer noch, die Artenvielfalt und vor allem die großen Tiere in Afrika zu schützen. Der Park ist ca. 20.000 km² groß und zieht sich durch drei Länder: Südafrika, Zimbabwe und Mosambik.

Im Park leben die „Big Five“: Elefant, Löwe, Leopard, Wasserbüffel und Nashorn. Sie werden nicht die „Big Five“ genannt, weil es so große Tiere sind, sondern weil es diese fünf Tiere sind, die von den Menschen am liebsten und häufigsten gejagt wurden und werden. Der Krüger National Park hat große Probleme mit Wilderern, die in erster Linie Elefanten und Nashörner jagen und abschlachten, um mit Elfenbein bzw. Hörnern Geschäfte zu machen.

Landschaftlich ist der Park überaus reizvoll, er besteht aus Halbwüste und Savanne. Da es lange Zeit in dieser Region nicht mehr ausreichend geregnet hat, sind viele Flussläufe ausgetrocknet.

Der Park wird durch sehr gut ausgebaute, asphaltierte Straßen durchzogen, so dass man auch mit einem Reisebus bequem durch den Park fahren kann. Schöner und aufregender ist es natürlich mit einem offenen Geländewagen und einem Ranger, der sicherlich auch die besten Plätze kennt, um das eine oder andere Tier der „Big Five“ zu sehen.

11. Tag:

Krüger Nationalpark

Heute ging es noch einmal in den Krüger National Park, allerdings nicht mit dem Bus, sondern mit einem offenen Geländewagen. Abfahrt vom Hotel in Whiteriver war in aller Herrgottsfrühe um 5.15 Uhr, damit wir zum Sonnenaufgang den Park erreichten. Dort standen bereits die Geländewagen und die kundigen Fahrer und Fährtensucher parat. Es war sehr kalt, geschätzte 4° C, aber als die Sonne dann endlich da war, wurde es von Stunde zu Stunde wärmer. Hier ist der sog. Zwiebellook angesagt!

Mit dem Geländewagen fuhren wir nicht nur die asphaltierten Straßen, sondern auch ein wenig querfeldein, über Sandpisten, in den Busch hinein. Und wir haben das unverschämte Glück gehabt, tatsächlich im Laufe des Tages alle „Big Five“, also Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Wasserbüffel zu sehen. Es ist gar nicht so einfach die Tiere zu sichten, denn sie sind Großmeister im Tarnen.

Ein Löwe im Sand liegend ist nicht wirklich gut zu erkennen, vor allem wenn er dann auch noch hunderte von Metern entfernt ist. Ein Elefant, der mitten auf der Straße steht, ist natürlich nicht zu übersehen. Aber selbst Giraffen, die ja nun mal sehr groß/hoch sind, kann man leicht mal übersehen, wenn der Kopf in irgendeinem Baum verschwunden ist.

Jeder kennt die Tiere, die man hier im Park sieht, jeder hat sie schon mal in einem Zoo gesehen. Aber es ist etwas völlig anderes, wenn plötzlich ein Nashorn zum Greifen nah an dem Wagen vorbei schaukelt, in dem man sitzt.

12. Tag:

Fahrt nach Swaziland

Heute ging es wieder sehr früh los, 600 km mussten per Bus überbrückt und eine Grenze überquert werden. Es ging nach Swaziland. Es liegt mitten in Südafrika, ist um einiges kleiner als Südafrika und auch viel ärmer. Swaziland wird von einem König regiert, der es sich mit seinen 15 Frauen auf Kosten der Bevölkerung gut gehen lässt.

Swaziland wird die "Schweiz Afrikas" genannt, und an manchen Stellen, wenn man so durch die Berge fährt, hat man wirklich ein bisschen den Eindruck, man würde durch die Alpen fahren. Swaziland lebt hauptsächlich vom Obstanbau und Tourismus. Man fährt kilometerlang an Obstplantagen vorbei, jede Menge Bananen, Zitrusfrüchte und Ananasfelder. Mitten im Gelände stehen auch immer mal wieder Papaya-Bäume.

Unser erster Stopp in Swaziland war ein Hochplateau, wo Einheimische Kunsthandwerk verkaufen. Wunderschöne Steinfiguren, von ganz kleinen nachgebildeten Tieren bis zu lebensgroßen Statuen. Der Verkauf dieser Dinge ist die einzige Einnahmequelle dieser Menschen, und sie freuen sich über jedes Teil, das man ihnen abkauft. Weiter ging es zu einer Kerzenfabrik, wo wir zu Mittag gegessen haben. Auch hier wurden noch weitere kunsthandwerkliche Dinge verkauft.

Und dann ging es wieder über die Grenze zurück nach Südafrika. Es ist keine "grüne Grenze", sondern jeder muss seinen Reisepass vorzeigen, der auch abgestempelt wird. Es lebe die Bürokratie, selbst hier im Nichts.

Nun sind wir in einer Lodge, die wahrscheinlich sehr schön ist. Leider ist es wieder einmal dunkel, so dass wir nichts sehen können. Auf dem Gelände des Hotels soll es Zebras und auch Krokodile geben. Na, hoffentlich wissen die, dass sie nichts in den Häusern zu suchen haben.

Ob dieser Ausflug nach Swaziland wirklich lohnenswert war - ich kann es nicht sagen. Da die gesamte Reise sehr anstrengend ist, weil man viele, viele Kilometer zurücklegen muss und Stunde über Stunde im Bus sitzt, hätte ich mich mehr über einen etwas relaxteren Tag gefreut, vielleicht nur mal ein bisschen am Pool in der Sonne liegen und die Ruhe genießen.

13. Tag:

Hluhluwe Park - Durban

Heute war unser letzter Ausflugstag in Südafrika. Wieder ging es sehr früh am Morgen mit dem Bus ca. 40 Minuten in den Hluhluwe Park. Es ist der älteste Nationalpark in Südafrika, bereits 1892 gegründet. Hier findet man - mit ein wenig Glück natürlich - ebenfalls die "Big Five", vor allem jede Menge Nashörner, Elefanten, Büffel und Löwen. Der Hluhluwe Park ist um einiges kleiner als der Krüger National Park, aber - für meinen Geschmack - um ein vielfaches schöner. Es ist viel grüner und überschaubarer.

Um 6.00 Uhr warteten bereits wieder offene Geländewagen und kundige Fahrer und Führer auf uns. Leider regnete es in Strömen, und ein starker Wind pfiff durch die Büsche. Unser Fahrer meinte, dass es eigentlich schlechtes Wetter für die meisten Tiere ist, weil es zu kalt und zu nass war. Doch wir hatten unglaubliches Glück: zuerst trafen wir auf eine Herde Wasserbüffel, die direkt neben unseren Jeeps gemütlich ihr "Frühstück" zu sich nahm. Dann sahen wir Nashörner, die ebenfalls gut sichtbar am Wegesrand grasten. Und dann wurde der Fahrer ganz aufgeregt, weil er Löwen in weiter Ferne den Berg hinunter wandern sah. Und er gab Gas, fuhr über Stock und Stein, um den Löwen auf der Fährte zu bleiben. Und dann waren sie plötzlich da: ein Löwe und drei Löwinnen, direkt neben uns, sozusagen Aug in Aug mit den Menschen, vor denen sie eigentlich Angst haben sollten. Aber - vielleicht wussten die Löwen das auch - wir schossen zwar, aber eben nur Fotos. Tolle Fotos! Für mich das absolute Highlight! Dieses Erlebnis werde ich immer wieder vor Augen haben und nicht vergessen.

Nach dreistündiger Pirschfahrt waren wir wieder zurück an unserem Bus. Regen, Wind und Kälte waren vergessen. Hätte ich danach nach Hause fliegen müssen, wäre das auch in Ordnung gewesen.

Nach dem Hluhluwe Park ging es weiter in ein traditionelles Zulu-Dorf. Wir wurde dort nach Zulu-Art begrüßt und in das Dorf geführt: Männer links und vorne weg, Frauen rechts. Wir sahen die Männer, die Speere und Schilder machen, Frauen die traditionellen Schmuck aus Perlen binden und Gefäße töpfern und flechten. Und wir sahen den Medizinmann und die Wahrsagerin. In einer kleinen Arena führten die Männer und Frauen traditionelle Tänze vor. Es war sehr farbenfroh und recht amüsant.

Es ging weiter nach St. Lucia, wo ein Boot auf uns wartete, das uns über den Fluss schipperte, um Krokodile und Flusspferde zu beobachten. Diese Bootsfahrt habe ich mir geschenkt, weil es ziemlich kalt war und ich noch immer mit meinen Gedanken bei den Löwen war.

Unser letztes Ziel für heute war Durban. Von hier aus fliegen wir morgen wieder nach Frankfurt, zurück in den Alltag. Einige der Mitreisenden bleiben noch drei Tage hier in Durban oder fliegen nach Simbabwe zu den Victoria Falls.

Also hieß es heute wieder einmal Abschied nehmen. Es war wirklich eine bunt gemischte Reisetruppe, und es war einfach, mit jedem ins Gespräch zu kommen, wenn man bereit war, jeden Tag mit jemand anderem am Tisch zu sitzen.

14. Tag:

Durban - Rückflug

Am Sonntagmorgen sind wir zu einer "christlichen" Zeit von unserem Hotel in Durban zu einer Stadtrundfahrt aufgebrochen, bevor wir zum Flughafen gebracht wurden, um unsere Heimreise nach Deutschland anzutreten.

Durban, die drittgrößte Stadt in Südafrika, war einst Urwald mit Löwen und Elefanten. Es war die Heimat der Zulu, die durch schwere Kämpfe mit den Buren vertrieben wurden. Vasco da Gama landete als Erster in dieser paradiesischen Lagune am Indischen Ozean und taufte den Ort "Natal", das portugiesische Wort für Weihnachten. Die Engländer brachten Hunderttausende Inder, die in den Zuckerrohrfeldern arbeiten mussten, ins Land. Durban ist immer noch sehr indisch geprägt, mit Moscheen, Tempel und buntes Treiben auf dem Indian Market.

Eine der wichtigsten Attraktionen in Durban ist sicherlich das Moses Mabhida Stadion, das 2010 zur Fußballweltmeisterschaft erbaut wurde. Ein 350 m langer und 106 m hoher Bogen spannt sich über das Stadiondach. Man kann mit einer verglasten Drahtseilbahn hinauf fahren. Auf einer Plattform liegt dem Besucher dann die Stadt Durban, die Region KwaZulu Natal und natürlich der Indische Ozean zu Füßen. Ein wirklich atemberaubender Anblick.

Und dann ging es zum Flughafen: Abschied nehmen hieß es wieder einmal. Zuerst von unserem Reiseführer Komy, der aus dem Kongo nach Südafrika gekommen ist, um hier als Arzt zu arbeiten und nun als Reiseleiter arbeitet. Danke, Komy, für deine Informationen, die du uns nicht nur über Südafrika gegeben hast, sondern auch über den Kongo und das Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß. Und da war Freddy, unser Fahrer in der 2. Woche Rundreise. Ein schwarzer Riese, ein Baum von einem Kerl, mit einem Herz aus Watte. Wenn Freddy gelacht hat, wackelte der ganze Bus. Thank you, Freddy, for the good job you’ve done.

Fazit

Im Flugzeug habe ich meine Reise und meinen Aufenthalt in Südafrika Revue passieren lassen. Es war wahrlich ein unvergessliches Erlebnis für mich. Die Naturwunder, die ich in den 14 Tagen gesehen habe, die mir teilweise den Atem genommen haben vor lauter Schönheit; die vielen Tiere, die ich mal nicht in Käfigen und hinter Zäunen ganz nah bei mir gesehen habe; das Licht, das in den einzelnen Regionen dieses riesigen Landes immer wieder anders ist und vor allem so ganz anders, als ich es von Deutschland und auch Europa kenne. Diese Bilder habe ich in meinem Herzen und nicht nur auf irgendeinem digitalen Medium und kann sie immer wieder abrufen.

Was mich zutiefst beeindruckt hat, ist die natürliche und offene Herzlichkeit der Menschen. Alle lachen oder singen und scheinen glücklich und zufrieden zu sein, auch wenn es ihnen sicherlich um ein vielfaches schlechter geht als uns, die sich diese Reise haben leisten können.

Ich habe mich zu keiner Zeit unwohl gefühlt, es war nichts fremd, und man fühlte sich gut und sicher aufgehoben. Nicht nur in den vielen verschiedenen Hotels, in denen wir abgestiegen sind, sondern in jedem Restaurant, Café oder selbst auf der entlegensten Tankstelle war alles immer super sauber, vor allem die sanitären Anlagen. Da können wir Europäer uns mal eine Scheibe von abschneiden…

Die Hotels, die von Berge & Meer gebucht waren, waren so unterschiedlich wie das ganze Land. In den Städten Kapstadt, Port Elizabeth und Durban waren es große Hotels, die alle ein wenig in die Jahre gekommen waren, alle etwas "plüschig", aber exzellent ausgestattet.

In Knysna hatten wir kleine Cottages als Unterkunft, toll eingerichtet, großzügige Räume, zum Teil mit offenem Kamin und riesengroßen Regenduschen. In diesem Hotel war das Essen besonders vorzüglich. Ich habe immer noch den Geschmack des Kudu-Gulaschs auf der Zunge. Zweimal haben wir in sog. Lodges gewohnt. Die erste Lodge, das Indaba Hotel in Bryanston, war der absolute Kracher. Wir hatten dort eine VIP-Suite, die uns glatt umgehauen hat. Danke an Berge & Meer, wir haben den Aufenthalt dort sehr genossen.

Es war eine sehr anstrengende Reise, weil natürlich versucht wird, alle oder zumindest so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich in die 13 Tage zu packen. Und somit mussten wir oft sehr früh morgens aufstehen und kamen stets recht spät zurück in ein Hotel. Zeit, um sich ein wenig auszuruhen, hatte man nicht - leider. Südafrika ist ein riesiges Land, und man verbringt viel Zeit im Bus sitzend. Die rund 2.500 km, die wir nur mit dem Bus unterwegs waren, waren einfach ein bisschen zu viel des Guten. Das Programm sollte ein wenig "entzerrt" werden, es artete teilweise in totalen Zeitdruck und Stress aus.

Ich kann diese Reise nur weiterempfehlen. Man bekommt wirklich viel zu sehen. Und man bekommt die Lust, wiederzukommen, um jetzt, nach dem ersten Eindruck, diese Eindrücke noch einmal zu vertiefen.

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