September - Oktober 2013

Freuen Sie sich auf die Vielseitigkeit der Metropolen und die Schönheit der Nationalparks im Westen der USA. Unsere Chronistin Janine nimmt Sie mit während sie die unendlichen Weiten ganz bequem mit ihrem Camper erkundet.

Ihr Chronist

Hallo liebe Leser,

wir möchten Sie einladen uns auf unserer dreiwöchigen Wohnmobilreise durch den Südwesten der USA zu begleiten. Wir, das sind Eckhart und Janine aus Köln.

Vielleicht kennen Sie uns ja schon aus dem vorigen Jahr? Wenn nicht: Im Mai 2012 haben wir eine ganz wunderbare Rundreise mit dem Camper durch den Westen Kanadas gemacht. Darüber habe ich auch im Berge & Meer Blog berichtet: Schauen Sie da doch einfach auch mal rein!

In diesem Jahr nun reizt es uns, die umwerfende Natur der USA Nationalparks zu entdecken: Da gibt es sicherlich viel zu staunen! Aber natürlich steht für uns als Erst-Besucher dieses Teils der Welt auch die Traumstadt San Francisco auf dem Programm: California Dreaming ….

Nun aber erst mal auf ins Spielerparadies Las Vegas! Wir sind sehr gespannt, was wir alles erleben und was genau wir sehen werden: Ich werde berichten!

Herzlich,
Janine

Ihr Urlaubsort: USA Westen

Entdecken Sie den Westen der USA ganz individuell.

Ihre Reise beginnt in Las Vegas. Erkunden Sie von dort die zahlreichen Nationalparks im Westen. Ob Yosemite mit seinen Granitfelsen und seiner großen Artenvielfalt, Kings Canyon mit seinen spektakulären Aussichten und schönen Wasserfällen, Sequoia mit seinen Mammutbäumen - den größten Bäumen der Welt - oder die Schlucht des Grand Canyon - alle haben eines gemeinsam: Sie bieten eine atemberaubende Naturkulisse.

Auch die Rocky Mountains, der Yellowstone - der „Oldie“ unter den Nationalparks - mit seinen Geysiren oder die Präsidentenköpfe von Mt. Rushmore (je nach Route) zählen zu den Highlights der Westküste.

Entdecken Sie aufregende Metropolen wie zum Beispiel Las Vegas, San Francisco, Los Angeles, San Diego, Salt Lake City, Denver oder Santa Fe (je nach Route).

1. Tag: Up up and away - Viva Las Vegas

Um fünf Uhr ist die Nacht für uns vorbei, aber der Grund fürs frühe Aufstehen lohnt sich: Es geht von Frankfurt im Direktflug nach Las Vegas. Ruhiger, angenehmer Flug mit freundlichem Service, aber 11 Stunden Flugzeit sind halt doch sehr, sehr lang.

Kurz vor der Landung in Las Vegas überfliegen wir den Grand Canyon und dann ganz dicht auch den Hoover Damm: Diese Ausblicke haben wir nicht erwartet und sind entsprechend begeistert! Unsere Maschine landet 25 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit um 14.00 Uhr Ortszeit auf dem Las Vegas Airport und wir freuen uns schon über die gewonnene Zeit.

Aber zu früh gefreut: wir müssen fast 40 Minuten warten bis wir auf die für uns vorgesehene Parkposition dürfen. Ok, das ist noch nicht so schlimm. Aber die dann folgenden rund zwei Stunden Wartezeit in endlosen Schlangen bei Einreisebehörden und Zoll fordern unsere letzten Nerven: Wir sind jetzt mehr als 24 Stunden auf den Beinen und es ist brütend heiß! Die Einreise in die USA erfordert eine Engelsgeduld!!

Irgendwann sind wir dann endlich draußen und haben keinen Nerv mehr, auf irgendeinen Shuttle zu warten, der uns irgendwann ins Hotel bringt: kurzentschlossen nehmen wir uns ein Taxi in unser Hotel, wo uns endlich die heiß ersehnte Dusche erwartet. Zwei Stunden relaxen, dann machen wir uns mit dem Hotel-Shuttle auf zum Las Vegas Strip.

Es gibt nicht genügend Superlativen für diese schillernde Spielerstadt in der Wüste, die schon hunderttausendfach beschrieben und besungen wurde. Hier tobt der Gigantomanismus. Sowohl Menschen als auch Gebäude versuchen sich jeweils gegenseitig zu übertrumpfen an Größe, Schönheit, Auffälligkeit: alle – Paris Hilton Klons sind überall - und alles ist schrill, laut, bunt, extrem....

Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus: bummelnd lassen wir uns von den Menschenmassen mitziehen…. bewundern die Wasserspiele vor dem Bellagio, bemitleiden in Caesars Palace die vielen Einsamen vor den „einarmigen Banditen“ in den endlosen Spielhallen, schauen ohne Spielregelkenntnis bei Baccara und Black Jack zu und verstehen nichts… sind begeistert von der Vielfalt und Schönheit der blinkenden Neon-Werbung für Shows, Casinos, Gastspiele….

Es gibt so viel zu sehen, da ist es gut, dass wir am Ende unserer Reise hier nochmal längere Zeit eingeplant haben. Wir gönnen uns in einem der Restaurants im Bellagio noch ein äußerst köstliches Dinner und fallen dann gegen Mitternacht völlig erledigt ins Hotelbett.

War das ein Tag!

Herzlich,
Janine

2. Tag: On the road again…

Unser Taxifahrer, der uns zur Vermiet-Station des Campers bringt, hat heute Geburtstag: Wenn das kein Glück bringt, mit einem Geburtstagskind in den Urlaub zu starten!

Schon um 8.00 Uhr können wir unser rollendes Zuhause für die nächsten drei Wochen bei Roadbear abholen. Da wir im wahrsten Wortsinn „erfahrene“ Motorhome-Nutzer sind, geht die Übergabe durch den freundlichen Roadbear-Chef Thomas sehr schnell und äußerst unkompliziert vor sich.

Der Camper ist sehr gut ausgestattet, das Küchen-Equipment ist nahezu perfekt: alles da, was man braucht. Genügend - schön mit Roadbear-Bettwäsche bezogene – Decken und Handtücher. Es gibt aus unserer Sicht gar nichts zu beanstanden, wir sind sehr zufrieden mit der Ausstattung. Wir räumen direkt vor Ort unsere Koffer aus und das Womo ein und rollen schon um 09.00 Uhr fix und fertig ausgestattet vom Roadbear-Hof: Endlich on the road again! Darauf haben wir uns schon seit Wochen gefreut!

Zuerst geht es zum nahen Walmart, wo wir alles Notwendige für unser leibliches Wohl in den nächsten Wochen einkaufen. Als alles verstaut ist, fahren wir nochmal durch Las Vegas, auf dem Highway an den Riesenhotels vorbei: besonders die Fassade von „THE Hotel“ glänzt ganz edel in der Morgensonne und sieht einfach toll aus!

Es geht auf dem Highway 160 gemütlich Richtung Nordwesten. So kurz hinter Las Vegas fängt schon Wüstenvegetation an: Einige kleine struppige Palmen, Kakteen und ganz viel Sand und Steine. Rötlich schimmernde Felsformationen am Horizont, ein fast schnurgerade verlaufender Highway nahezu ohne Autos, Kargheit und Einsamkeit: Ein krasser Unterschied zu dem quirligen Trubel gestern Abend in Las Vegas.

Nach knapp zwei Stunden Fahrt erreichen wir Pahrump, eine sich lange am Highway entlang ziehende Kleinstadt am Rande des Death Valleys. Hier checken wir im RV Park Saddle West ein und genießen den Nachmittag faul am palmengesäumten Swimmingpool, drehen einige Runden im Wasser und dösen im Halbschatten. Das haben wir uns nach dem Stress der letzten Stunden auch verdient!

Abends gibt’s im angegliederten Restaurant ein superleckeres All-you-can-eat-Seafood-Buffet: das Publikum im Restaurant – die Mehrzahl hat vorher beim freitäglichen Bingo im Nebenraum zusammengesessen - freut sich wohl ob der beiden Fremden beim Seafood-Buffet, das jeden Freitag nach dem Bingo stattfindet. Wir sind eine willkommene Abwechslung: Vom Nachbartisch bekommen wir Ratschläge, was wir UNBEDINGT vom Buffet nehmen sollen („delicious!!“) , ein anderer Tisch empfiehlt uns ungefragt eine besondere Biersorte („Really the best!“).

Wir haben viel Spaß – alle so herrlich unkompliziert und sehr sehr freundlich….

Herzlich,
Janine

3. Tag: Tal des Todes, 112 Grad Fahrenheit und Mt. Whitney

Ausschlafen ist nicht: nach einem kurzen Frühstück sind wir schon um 7.45 Uhr unterwegs ins Death Valley. Noch mal volltanken, bevor sich in der Wüste die Tankstellen endgültig verabschieden und dann: Eintauchen in die Einsamkeit.

Wir fahren nach Shoshone, einer Ansiedlung aus einigen Häusern, Hütten, Campground und einem Sportplatz, gekrönt von vielen riesigen wunderschönen großen Palmen: Sehr ruhig, aber irgendwie nett hier…. Und dann geht’s Richtung Death Valley Junction, wo uns das einsam mitten in der Pampa stehende „Amargosa Opera House“ sehr zum Schmunzeln anregt. Aber hier finden wohl wirklich Veranstaltungen statt…

Auf vielen Meilen folgt eine unglaubliche Landschaft: imposante Versteinerungen, Berge, Geröll, kaum Vegetation….Pure Einsamkeit. Stundenlanges Gucken, obwohl es eigentlich nichts zu sehen gibt, außer Kargheit. Aber trotzdem entdecken wir immer neue Farbspiele auf den Bergen, immer neue Bodengegebenheiten, kombiniert mit immer neuen Wolkenformationen: es ist eine faszinierende Einsamkeit.

Irgendwann kommen wir zur Abzweigung zu „Dantes View“. Wir schrauben unser Motorhome auf Haarnadelkurven 15 Meilen auf 1670 m hoch: das geht ganz eindeutig nur in der Nachsaison und bei nicht ganz so extremen Temperaturen – glauben wir…..

Oben angekommen sind wir sprachlos: ein Wahnsinnsblick in den Canyon hinunter auf „Badwater“, die salzgewordene Hölle! Unbeschreiblich! Begeistert starren wir in die Tiefe und genießen in glühender Hitze die wunderbare Aussicht und die herrliche Ruhe.

Vorsichtig geht’s wieder abwärts bis zum Highway 190 und dann direkt zum nächsten Highlight: Zabriskie Point. Als wir hier aussteigen, haben wir das Gefühl an eine Wand zu laufen: es ist mittlerweile unglaublich heiß geworden, die warmen, aber angenehmen Temperaturen von heute Morgen sind Geschichte. Wir vermuten so ca. 35°, aber leider hat unser Womo keine Temperaturanzeige.

Die beeindruckenden goldenen Wellenberge am Zabriskie Point sind eine Herausforderung für jeden Fotografen, die Außentemperatur allerdings auch: wie heiß kann es denn sein…??? Am Visitor Center Furnace Creek bekommen wir die Antwort: 112° Fahrenheit – 46° sind eindeutig zu heiß für uns!!

Nach weiteren vielen Meilen durch eintönige, aber dadurch auch wieder abwechslungsreiche Landschaften beschließen wir in einem Seitental bei Lone Pine den Tag. Hier am Fuß des Mt.Whitney, dem mit 4.421 m „Highest Point oft the Continental US“, herrschen jetzt sehr angenehme Temperaturen.

Ein toller, völlig in die Natur eingebetteter Campground, zwar ohne jeglichen Komfort wie Duschen oder sonstige Sanitäranlagen, geschweige denn WiFI oder Full Hook up. Aber gerade dadurch einfach genial: sehr zu empfehlen, insbesondere mit Riesensteaks vom Grill bei Sunset!

Herzlich,
Janine

4. Tag: Western-Movies, Fliegen am See und goldgrabende Geister

Sonniges Frühstück zu Füßen von Amerikas höchstem Berg: das hat schon was! Wir fahren aus dem Tal hinaus auf der Movie Road, die so heißt, weil hier in den Alabama Hills viele Western und auch andere Filme gedreht worden sind.

Die fantastisch in der Sonne leuchtenden roten Felsformationen mit unendlichen Formen und in tausenderlei Zusammensetzungen sehen einfach toll aus und eigneten sich hervorragend als Filmkulisse. Auf dem Highway 395 geht es dann straight on Richtung Norden.

In Bishop müssen wir unbedingt die berühmte Bakkery von Eric Schat besuchen. Die Verkaufsräume sind in einer für die USA untypischen Gemütlichkeit eingerichtet und sehr gut besucht: Dicht gedrängt schieben sich die Einkaufswilligen durch Reihen mit einer schier unendlichen Auswahl an Brotsorten, Cookies oder Sandwiches. Wir schlagen auch kräftig zu, es gibt aber auch so viel Leckeres!

Auf wiederum überwiegend schnurgeradem Highway geht es weiter durch abwechselnd bergige, leicht hügelige oder total flache Landschaften. Kaum zu glauben, wie schnell sich das Bild in kurzer Zeit ändert. Dann erreichen wir bei Lee Vining den quietschblau in der Sonne leuchtenden Mono Lake, mit 150 Km² der Welt größte Kratersee. Im direkt am See gelegenen Visitor Center kaufen wir uns für 80 Dollar eine Jahreskarte für alle US-Nationalparks: das rechnet sich bei den noch geplanten Besuchen in weiteren Parks.

Wir laufen an den See hinunter zu den Tuffstein-Skulpturen, die aus dem blauen See heraus ragen. Sie entstanden durch Ablagerungen der im See hochdrängenden Quellflüsse, die in Jahrtausenden anwuchsen und nun aus dem niedrigen Wasser ragen: sehen aus wie versteinertes Salz. Der See erhielt seinen Namen von den Yokuts-Indianern: „Mono“ heißt in ihrer Sprache „Fliege“. Diese millionenfach am Seeufer vorkommende Salzwasserfliege wurde von den Indianern als eine ihrer Hauptnahrungsmittel genutzt. Es ist schön hier am See, wir genießen die Ruhe.

Aber bevor wir uns zum Tioga Pass in den Yosemite Park aufmachen, geht es jetzt erst noch mal 20 Meilen nordwärts Richtung Reno und dann noch mal weitere 13 Miles Richtung Osten nach Bodie. Diese Goldgräber-Stadt, die Ende des 19. Jahrhunderts 10 000 nach Gold schürfende Bewohner beherbergte, möchten wir unbedingt sehen. Dazu müssen wir jedoch 3 Miles über eine kurvig-staubige Gravel Road, die uns und unser Womo kräftig durchschüttelt!

Aber irgendwann ist auch dies holprige Strecke geschafft und wir sind in der Ghosttown Bodie: Als der Goldrausch zurückging, ließen die Bewohner Anfang der 1930er alles stehen und liegen und Bodie starb aus. Die meisten Gebäude sind original erhalten, die Räume komplett zugestaubt und nicht zugänglich. Wir bummeln durch die verlassenen Straßen, an mehreren Saloons und vielen Wohnhäusern vorbei und stellen uns vor, wie die Stadt aussah als hier noch das wilde Goldgräber-Leben tobte.

Es ist sehr heiß und wir schleichen uns nach rund 2 Stunden über die staubige Gravel Road zurück auf den Highway nach Lee Vining. Hier geht es nach noch einmal Volltanken auf den 3.000 m hohen Tioga Pass in den Yosemite Park. Hier wird auf einmal alles grün: Wald, Wald und nochmal Wald, wunderschön in der Abendsonne!

Wir schrauben uns langsam den Pass hoch und freuen uns an den immer neuen Anblicken hinter jeder Kurve. Auf dem Tuolumne Meadows Campground finden wir mitten im Wald noch einen schönen Stellplatz, ganz ohne Reservierung. Aber auch hier – wie schon gestern am Mt Whitney – ganz ohne Strom oder gar WiFi. Also Ruhe pur….

Herzlich,
Janine

5. Tag: Yosemite National Park, herrlicher Goldgräber Highway 49 und ein bisschen Western-Feeling

Früh am Morgen geht es nach dem Frühstück im Wald erst mal zur nahen Dump Station: Black und Grey Water müssen entsorgt und Frischwasser aufgefüllt werden. Wir fahren über die herrliche Tioga Road bis zum Tenaya Lake, wo ein Angler sein Glück versucht.

Weiter bis zum nächsten Scenic View Point: hier haben wir einen tollen Blick auf den berühmten Half Dome, 2.693 m hoch. Der waldreiche Weg über die Tioga Road ins Yosemite Valley ist wunderschön. Die Sonne scheint und die Welt scheint in Ordnung. Aber dann kommt eine Straßensperre und ein freundlicher Ranger erklärt uns, dass wir zwar weiterfahren können, aber auf den nächsten 20 Meilen keinesfalls anhalten und auf gar keinen Fall schneller als 25 mph fahren dürfen!

Kurz danach sehen wir auch den Grund: an mehreren Stellen steigen Rauchwolken auf und viele Bäume im Umfeld sind schwarz angekokelt! Alle paar hundert Meter stehen Löschfahrzeuge der Feuerwehr und überall stehen „Fire Fighters“. Uns ist gar nicht wohl…. Schließlich können wir doch ins Yosemite Valley abbiegen und hier ist wieder die pure Idylle.

Wir machen einen Abstecher ab zu den Bridalveil Falls, die jetzt im Herbst aber eine pure Enttäuschung sind: Ein mageres Rinnsal kullert von oben herunter, kein Vergleich mit einem Wasserfall!

Zurück auf die one way Road durchs Tal: Hier erwartet uns ein toller Blick auf El Capitan (2.307 m) und grüne Wiesen am Merced River entlang. Idylle pur, wunderschön! An einer kleinen Brücke fotografiere ich ein verliebtes südamerikanisches Pärchen mit deren I Pad: die beiden sind happy mit ihren Fotos und El Capitan im Hintergrund….

Am Talende im Curry Village ist es voll, genauso wie im Yosemite Village. Nach mehreren vergeblichen Versuchen unser Womo irgendwo abstellen zu können, haben wir keine Lust mehr, zumal uns das Village nicht wirklich interessiert.

Wir fahren auf dem one way zurück aus dem Tal hinaus Richtung Süden zum Mariposa Grove und wollen dort Riesenbäume gucken. Hier sieht uns am Eingang die Rangerin aber streng an und sagt, dass Motorhomes mit mehr als 23 ft nicht eingelassen werden. Unser Womo ist aber 23 ft und somit dürften wir eigentlich hinein: Aber sie stellt fest, dass die „Schnauze“ unseres Campers 30 cm zu weit vorne raussteht und wir damit zu lang sind und kein 23 ft mehr sind. Also keine Einfahrt. Diskussionen zwecklos, die Dame hat Haare auf den Zähnen. Die Alternative, zurück nach Wawona, von dort mit dem Shuttle in den Park und wieder zurück: das erscheint uns angesichts der Meilen und Warterei deutlich zu zeitaufwendig für – wenn auch besondere - große Bäume.

Ein bisschen sauer fahren wir weiter bis Oakhurst, wo wir in einem tollen Supermarkt ein sehr erfreuliches Angebot finden und unsere Vorräte aufstocken. Es geht dann wieder Richtung Norden auf dem Highway 49. In der nächsten Stunde kommen uns insgesamt 12 Feuerwehr-Löschfahrzeuge entgegen, die wohl alle die weite Anfahrt machen müssen, um im Yosemite die Löscharbeiten zu unterstützen!

Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, die Straße führt oft bergauf, bergab oder geht auch in wunderbare Serpentinen über. Herrlich: Eine Route, die sehr zu empfehlen ist und ganz nach unserem Geschmack! Der Verkehr hält sich auch in sehr überschaubaren Grenzen, so dass das Fahren wirklich Spaß macht.

In Jamestown freuen wir uns über das hübsche Ortsbild: man glaubt in einer Westernstadt zu sein! Die Nacht verbringen wir auf einem völlig unspektakulären Campground in Sonora.

Herzlich,
Janine

6. Tag: Sacramento – die hübsche Hauptstadt Kaliforniens

Kleines Frühstück und dann geht es auf den Highway 49 nach Sacramento. Unterwegs sehen wir mal eine neue Landschaft: viel Landwirtschaft und Viehherden, große Bauernhöfe und nette kleine Orte wechseln sich ab. Auch diesen Streckenabschnitt finden wir reizvoll, obwohl wir gehört hatten, dass er nicht zu empfehlen sei.

Dann biegen wir schon ziemlich bald auf den Highway 16 ab, der direkt in die Hauptstadt Kaliforniens führt. Erst die übliche Großstadt-mittelständische Industrie und dann kommen auch schon sehr gepflegte hübsche Vororthäuser.

Schnell und ohne Probleme sind wir in der Stadt, die wie viele amerikanische Großstädte schachbrettartig angelegt ist. Das erleichtert die Orientierung sehr, wenn man sich an die vielen „one way“-Straßen gewöhnt hat.

Als erstes fahren wir auf das State Capitol Building zu, das sehr imposant in einem riesigen wunderschönen Park liegt. Sieht ein bisschen wie das Capitol in Washington aus, hier residierte Arnold Schwarzenegger zwei Amtszeiten als Kaliforniens Gouverneur. Leider finden wir keinen Parkplatz für unseren Camper. But so what: wir sind sowieso hauptsächlich wegen der Old Town Sacramento hierher gefahren. Zu unserer großen Freude ist Parken hier auch für 23ft lange RV’s kein Problem!

Old Town Sacramento ist mehrere Blocks groß und besteht zum Teil aus restaurierten historischen Häusern und aus dem Stil angepassten neuen Gebäuden. So hat man den Eindruck in einer echten Western Town zu sein. Aber das ist kein Museumsdorf, der Stadtteil lebt und ist höchst lebendig: die Geschäfte haben ein sehr aktuelles Angebot von Waren der unterschiedlichsten Art, allem voran natürlich Souvenirs, Geschenkartikel und Kunsthandwerk. Aber auch Saloons oder Restaurants haben sich geschickt in die Westernatmosphäre eingefügt. Wären nicht die modernen Autos und die nach heutigem Stil gekleideten Menschen, wäre die Illusion perfekt in der damaligen Zeit gelandet zu sein….

Es gibt einen originalen Bahnhof, der u.a. die Lok der Southern Pacific Union beherbergt und die gerade zu unserer Begeisterung einfährt. Nebenan ist das sehenswerte Railway Museum.

Wir bummeln ausgiebig durch die für uns zwar nicht durchweg reizvollen Geschäfte, aber es findet sich für jeden Geschmack etwas…. Am Ufer des Sacramento River liegt der alte Schaufelraddampfer Delta River, der heute ein Restaurant ist. Wir lassen es uns aber in einem Restaurant nebenan bei einem sehr guten Lunch auf der sonnigen Außenterrasse direkt über dem Sacramento River gut gehen.

Dann geht es endgültig nach San Francisco: Rund hundert Meilen auf dem Highway 80, relativ viel Verkehr und relativ langweilig. Nach rund zwei Stunden finden wir – dieses Mal mit Hilfe unseres Navis – quer durch die Stadt in den Süden nach Pacifica. Auf dem dortigen RV Park haben wir schon von Deutschland aus drei Nächte auf Premium Sites mit Ocean View vorgebucht.

Noch ein Spaziergang am Pazifik bei Sunset und dann: Vorfreude auf eine der schönsten Städte der Welt!

Herzlich,
Janine

7. Tag: If you are going to San Francisco….

… dann sollte man zwar ein paar Blumen im Haar tragen, wie Scott McKenzie in den 70ern meinte. Aber wir haben es gewagt, ohne Blumen in die Stadt zu fahren, die Hippie-Zeiten sind ja vorbei….

Von unserem Campground südlich der Stadt geht es bequem und schnell mit der BART, eine Mischung aus Vorort- und U-Bahn, direkt zur Powell Street mitten im Zentrum. Es ist warm und sonnig und überall stehen schon jetzt um 10.00 Uhr morgens die Straßenmusiker und unterhalten Einheimische und Touristen.

Bei Starbucks gibt’s ein kleines Frühstück und dann laufen wir drei Blocks zum Union Square und fahren von dort mit einem Hop on- Hop off - Sightseeing-Bus, um erste Eindrücke zu sammeln. Es ist zuerst verwirrend, wie weit die Stadtteile teilweise auseinander liegen, gut, dass wir erst mal alles per Bus kennenlernen. Wir fahren einen Großteil der Tour und steigen erstmals an Fisherman’s Wharf aus: nicht ahnend, dass wir fast den ganzen Rest des Nachmittags hier verbringen werden …

Als Erstes geht’s direkt ins Hard Rock Cafè: ein Muss! Natürlich werden wir im Shop fündig…. In den einen Shop hier, ein Foto da, die Zeit vergeht mit den vielen Eindrücken. Und dann haben wir Hunger und sehen die Werbung für „Bubba Gump Shrimp“! Mein absoluter Lieblingsfilm Forrest Gump!! In dieses Lokal müssen wir rein und wir bereuen es nicht: zwar warten wir erst Mal eine Viertelstunde an der Bar bei einem Gump-Beer.

Aber dann werden wir zu unserem Tisch geleitet, der einen hervorragenden Blick auf Alcatraz bietet! Die ganze Deko des Lokals, die fröhlichen jungen Servicekräfte, die Speisekarte: alles hat Bezug zum Film Forrest Gump. Wir essen „Forrest’s Favourites“ und „Bubba’s Shrimp Variations“. Lecker, aber viel zu viel und viel zu fett. Gut, dass das nicht jeden Tag auf dem Speiseplan steht. Währenddessen kommen direkt vor unseren Augen ständig die tollsten Katamarane vorbei: Es kreuzen die tollsten HighTec Segelboote, denn schließlich kämpfen sie hier in der San Francisco Bay um den Sieg in der berühmten Segelregatta America‘s Cup. Wir sehen sogar das Boot des US-Oracle Teams….

Immer wieder kommt der für uns zuständige junge Kellner Frederic vorbei und fragt, ob er noch was für uns tun kann. Und dann macht er ein Quiz mit uns. Wenn wir drei Fragen richtig beantworten, gewinnen wir einen tollen Preis:

  1. Aus welchem Bundesstaat kommt Forrest Gump? Alabama. Richtig.

  2. Wie hieß Forrest Gumps Freundin? Jenny. Richtig.

  3. Wo war Forrest Gump im Kriegseinsatz? Vietnam. Richtig. Super, herzlichen Glückwunsch!

Sie haben den weltbesten Blick auf Alcatraz gewonnen!

In diesem Lokal ist Spaß garantiert: Empfehlenswert für Leute mit Sinn für schrägen Humor und Forrest Gumps Fans.

Papp satt wieder draußen, hören wir Geräusche, die wir nicht gleich einordnen können, denen wir aber nachgehen: So landen wir an der berühmten Pier 39 mit hunderten in der Sonne dösenden, schreienden und brüllenden Seehunden. Ein ganz herrliches Bild! Wir amüsieren uns fast eine Stunde und beobachten fasziniert Revier- und Wettbewerbskämpfe: Wer darf zu wem auf die im Wasser schaukelnden Pontons? Wir können uns kaum losreißen, bummeln aber dann doch noch eine ganze Weile auf Fisherman‘s Wharf und setzen schließlich gut gelaunt unsere Stadtrundfahrt fort.

Höhepunkt ist dann natürlich die Golden Gate Bridge, über die der Bus auf die Nordseite und wieder zurück nach Downtown fährt. Den Rest der Tour und viele schöne Aussichten genießen wir im Licht der untergehenden Sonne. Von der BART Station Powell Street geht es am Abend problemlos wieder zurück nach Pacifica und unserem „Zuhause“.

Herzlich,
Janine

8. Tag: I left my heart in San Francisco

Auch an diesem Morgen geht es per BART nach Downtown SFO, aber heute Morgen haben wir noch „zu Hause“ gefrühstückt. An der Wendepunkt-Station der Cable Car direkt an der Powell Street stellen wir uns in die Warteschlange: nach einer Stunde! (Wie blöd muss man sein? Nur um „Straßenbahn“ zu fahren!) sind wir dann glücklich, für je 6 Dollar zwei der begehrten Sitzplätze auf der Außen-Bank zu ergattern.

Wir rattern fröhlich durch die Stadt Richtung Endstation Fisherman’s Wharf. Vor uns auf dem Trittbrett - dicht an uns gedrückt - stehen zwei gut gelaunte Abiturientinnen (?) aus Deutschland, die auch das erste Mal in SFO sind. Ich mache während der Fahrt ein Foto der beiden….Wir haben gemeinsam Spaß ob dieses gemeinsamen Erlebnisses….

Wir verlassen die Cable Car an der Haltestellte Lombard Street und laufen dann mehrere Blocks steil bergauf in der Sonne – meine Güte, wie hügelig ist denn diese Stadt…? Dann sind wir endlich oben an dem berühmten Teil der Lombard Street, an dem sich fast nonstop PKWs just for fun durch die acht engen Haarnadelkurven schieben… Eine schön bepflanzte Straße, wer hier wohnt, gehört sicher nicht zu den Ärmsten dieser Welt…. Irgendwie reizvoll, aber der ganz große Knall stellt sich bei uns nicht ein: so ganz verstehe ich den Hype um diesen Straßenteil nicht.

Wir laufen wiederum mehrere Blocks hinunter zur Wharf, einem Teil, den wir noch nicht kennen. An unendlich vielen Souvenir-Shops und Restaurants vorbei, kommen wir zum Haltepunkt unseres Hop on – Hop off- Busses und fahren dann weiter bis zum Vista Point South an der Golden Gate Bridge. Schon gestern hatten wir uns vorgenommen, zu Fuß über die Brücke zu laufen – wenn das Wetter mitspielt….

Und es spielt heute mit: Der berühmte Nebel von San Francisco bleibt uns erspart! Bei strahlendem Sonnenschein machen wir uns auf den rd 3 km langen Weg über die Brücke. Es ist einfach beeindruckend, gigantisch, toll, super…..Man kann es nicht beschreiben, man muss es einfach erleben: Wir sind glücklich über dieses Erlebnis, bleiben öfters stehen, um noch und noch und noch ein Foto zu machen…. It‘ s really impressing!!!

Vom Nord-Vista geht es wieder mit dem Bus zurück nach Downtown. Am Gate zur Chinatown steigen wir aus und bummeln durch das größte chinesische Viertel Nordamerikas (kommt uns aber irgendwie nicht so vor, die Chinatown von Vancouver erschien uns größer und vielseitiger…?)

Das Eine oder Andere wird dann doch erstanden und schlussendlich siegt unser Hunger: Wir bestellen in einem China-Restaurant ein „Rundum-Glücklich-Paket“ und futtern uns durch mehrere chinesische Kantone…. Sehr lecker!

Gegen 22.00 Uhr sind wir dann per BART wieder zurück auf unserem Pacifica Campground. Ein toller, anstrengender, aber auch viel zu kurzer Tag mit unendlich vielen Eindrücken!

Herzlich,
Janine

9. Tag: Highway 1- Traumstraße in den Süden

Nach dem vielen Sonnenschein ist es heute Morgen zur Abwechslung mal neblig. Jetzt lernen wir also doch noch den berühmten San Francisco Bay Nebel kennen. Wir machen uns auf in Richtung Süden, da wird die Sonne bestimmt wieder kommen.

Der Highway führt direkt am Pazifik entlang: wunderschöne kleine und große Sandbuchten zwischen schroffen Felsvorsprüngen, es geht stellenweise sehr tief hinab. Über Santa Cruz geht es nun bis Moss Landing. Hier erwarten uns am tidenabhängigen Elkhorn Slough an der Marina viele brüllende Seelöwen, tausende Wasservögel und träge dösende Seeottern.

Im nahen Captains Inn genießen wir mit Blick auf all diese Natur unseren Lunch: Bruschetta mit gegrillten Sardinen und Cham Chowder, die klassische dicke Fischsuppe im Brotlaib. Der hier angebotene Fisch ist superfrisch und die Fischtheke so verlockend, dass wir uns noch Red Snapper zum Grillen mitnehmen.

Wir fahren weiter nach Monterey: der Ort selbst lohnt einen Besuch nicht unbedingt, ich aber möchte in die Cannery Row. Vor vielen Jahren habe ich John Steinbecks „Die Straße der Ölsardinen“ gelesen, jetzt möchte ich wissen, wie da ausgesehen hat. Sollte man nicht machen: man kann die Sardinenfabriken noch erahnen, aber das Bild im Kopf ist nun weg und durch eine Touristen-Souvenir-Straße mit vielen Restaurants ersetzt. Ok, sieht aber trotzdem ganz nett aus….

Eine kurze Visite auf der Monterey Wharf mit nur einem Pier ist ganz reizvoll, aber nicht im Entferntesten mit Fisherman‘s Wharf in San Francisco vergleichbar. Wir sind schnell wieder weg, zumal wir feststellen, dass die auch hier überall offerierte Cham Chowder glatt das Doppelte kostet wie in dem Super-Fischrestaurant in Moss Landing!

Wir schenken uns das empfohlene Aquarium und nutzen die Zeit für eine Fahrt die Küstenstraße entlang in Pacific Grove und dann weiter die Lighthouse Avenue. Dann geben wir noch rund 10 Dollar für die Fahrt über den nahen 17 Mile Drive aus, da wir supertolles Wetter haben und sich nur dann diese Ausgabe lohnen sollte. Es geht anfangs an schier nicht enden wollenden, einfach nur traumhaft gestalteten und gelegenen Golfplätzen vorbei. Hier möchte man auf der Stelle aussteigen und eine Runde spielen. Für Golfer DER Traum, z.B. auf dem berühmten Pebble Beach Course zu spielen.

Dann folgen unendlich viele, zwischen bizarren Baum-Gestalten versteckte Villen und Anlagen, deren geldschweres Ausmaß man hinter Toren und Hecken nur erahnen kann.

Weiter zur berühmten Lone Cypress, die sich genau für uns pittoresk in der Abendsonne präsentiert. Und die malerischen Geisterbäume…. Wir haben genau die richtige Tageszeit, das richtige Licht und das richtige Wetter – was für ein Glück… Für uns hat sich der 17 Mile Drive gelohnt .

Es geht nahtlos nach Carmel on the beach über. Wir erfahren noch ein bisschen den Ort und die Küstenstraße, machen uns dann aber auf die Suche nach einem Campground für diese Nacht. Im nahen Carmel Valley, leicht in den Bergen gelegen, finden wir einen Platz auf dem wunderschönen, aber auch teuren Carmel by the River CG.

Herzlich,
Janine

10. Tag: Carmel Mission, eine außergewöhnliche Hochzeit, neugierige Chipmunks und ein Besuch in Dänemark

Wir verlassen unseren Campground im Carmel Valley bei strahlendem Sonnenschein, obwohl leichter Nebel über dem Tal lag als wir aufwachten. In Carmel wartet eine attraktive Besichtigung auf uns: Eine der schönsten Missionsstationen an der kalifornischen Küste, die „San Carlos Borromeo del Rio Carmelo Mission Station“.

Wir freuen uns, die gut erhaltene bzw restaurierte Mission und die Basilika zu besichtigen. In der Kirche wird gerade eine Messe gefeiert, sie ist proppenvoll mit Gläubigen. So haben wir währenddessen Muße, durch die wirklich wunderschöne Anlage zu laufen, die 1770 erbaut wurde. Ihr Gründervater Junipero Serra liegt hier begraben. Uns gefällt die ruhige Atmosphäre der weitläufigen, sehr gepflegten blumen- und kräutergeschmückten Anlage mit wunderbarem Kreuzgang, schönem Innenhof und verschiedenen Meditationsecken außerordentlich.

Es ist sehr warm und wir fahren weiter den Highway 1 direkt am Meer entlang. An vielen Sandbuchten vorbei und in einer sehen wir auf einmal etwas Außergewöhnliches: eine Hochzeit am Strand. Wir sind mit einem respektvollen Abstand quasi Hochzeitsgäste und hören, wie der Geistliche redet und drei hübsche schwarze Sängerinnen einen Gospelchor ersetzen. Die Hochzeitsgesellschaft sitzt auf Plastikstühlen im Sand und das Brautpaar steht neben dem Geistlichen. Eine wunderbare Idee, direkt am Meer zu heiraten!

Weiter geht es nun rund zwei Stunden im relativ dichten Nebel: Big Sur sehen wir nur neblig bzw. gar nicht und den ganzen weiteren Abschnitt des Highways 1 bis kurz vor Hearst Castle ebenfalls nicht oder nur verschwommen. Das ist schade, aber was will man machen? Wetter lässt sich nun mal nicht ändern….

Den Aufwand, Hearst Castle zu besichtigen (nur mit Shuttle, nur mit Guide, Schlange stehen u.a….) schenken wir uns: wir haben schon sooooo viele bombastische Schlösser gesehen. Da können wir auf dieses hier getrost verzichten….

An verschiedenen Aussichtspunkten lenken verspielte, neugierige Chipmunks von der deutlich eingeschränkten Sicht auf den Pazifik ab: immer wieder huschen diese possierlichen kleinen Kerlchen zwischen fotografierenden Touristen und den parkenden Autos hin und her und versuchen bettelnd, an etwas Essbares zu gelangen. Es macht einfach gute Laune, ihnen zuzuschauen….

Dann besiegt jedoch endlich die Sonne den Nebel und in jetzt wieder strahlendem Sonnenschein geht es weiter auf der „Traumstraße der Welt“, an vielen wunderbaren Buchten mit herrlichen Sandstränden entlang.

Kurz vor Santa Barbara finden wir noch ein besonderes Schmuckstück: das kleine Städtchen Solvang. Hier haben sich vor einigen Jahren Dänen niedergelassen und ein äußerst attraktives hübsches Städtchen gegründet. Das ist Dänemark im Kleinen: Dänische Bäckereien mit typisch dänischem Gebäck, dänische Dorfkneipen, die Häuser im Fachwerk-Look, alles typisch „dänisch-hyggelig“. Über den Häusern weht die dänische Flagge und auf der für den Autoverkehr gesperrten Hauptstraße findet gerade ein Straßenfest statt. Es erklingen dänische Volkslieder und entsprechende folkloristische Tanzgruppen treten auf der Tribüne auf. Ein netter Ort zum Bummeln….

Den Tag beenden wir auf dem großen Campground direkt am Cachuma Lake…..sehr schön….

Herzlich,
Janine

11. Tag: Old Santa Barbara Mission, Malibu und Hollywood

Gemütliches Frühstück in der Sonne mit Blick auf den Cachuma Lake und dann geht’s nach Santa Barbara zu einer weiteren spanischen Franziskaner-Missionsstation, die als eine der schönsten Kaliforniens gilt.

Wir nähern uns langsam der weit unter uns traumhaft am Pazifik gelegenen Stadt Santa Barbara: Allein die Anfahrt über die Serpentinenstraße ist schon einmalig schön! Breite Boulevards und viele Palmen, alles gepflegt, elegant und sehr spanisch anmutend, aber wir verfahren uns mehrmals auf der Suche nach der verflixten Missionsstation.

Schlussendlich finden wir sie doch: Und es lohnt sich, hierher einen Abstecher zu machen! Nach einer ausführlichen Besichtigung der Kirche, des Arkadenganges und der wunderbar angelegten Gärten setzen wir unsere Fahrt auf dem Highway 1 weiter fort.

Heute ist Sonntag und so sind die herrlichen langen und breiten Sandstrände von vielen Sonntagsausflüglern bevölkert: Jogger, Surfer, Kiter oder auch Beachballspieler gehen aktiv ihren gesunden Hobbies nach. Ab Malibu werden die Strände schmaler. Nun liegen wie an einer Perlenkette aufgereiht teils normal anmutende Häuser, teils ganz edle Villen direkt am Strand, mit eigenem Strandzugang, mit eigenem Bootssteg. So super kann man wohnen!

Der Highway führt sehr lange direkt am Pazifik vorbei: Links der Straße leicht in die Berge gedrückt mittlere, große und sehr große edle Anwesen mit Blick aufs Meer. Rechts der Straße eine nicht enden wollende Zahl von Häusern, von denen man straßenseitig meist nur Doppel- oder Dreifach-Garagentore sieht. Das dazu gehörende Haus ist Hang abwärts gebaut, vom Highway aus kaum zu sehen und hat direkten Strandzugang. Diese Aufreihung zieht sich meilenweit….

Es geht nahezu nahtlos nach Santa Monica über und dann sind wie auch schon in Los Angeles und wir biegen ab nach Beverley Hills. Hier ist es schon ein besonderes Gefühl mit dem Wohnmobil über den Rodeo Drive zu fahren: ein bisschen „Pretty Woman“ Feeling… Aber es reizt uns keineswegs, unseren Camper irgendwo abzustellen und die exklusiven Designerläden am Rodeo Drive zu Fuß zu erkunden. Wir hatten schon in Deutschland beschlossen, Los Angeles nur teilweise zu durchfahren – ein bisschen Beverley Hills, ein bisschen Hollywood – und ansonsten einen möglichst großen Bogen um den Millionen-Moloch LA zu machen….

Es folgt noch ein Abstecher nach Hollywood über den Hollywood Boulevard mit den gleichen Restaurants und Souvenirshops, z.B. Hard Rock Cafe oder Harley Davidson Shop wie z. B. in San Francisco auch…. Bei der Ausfahrt über die Interstate sehen wir zu unserer Freude noch die berühmten „Hollywood“- Buchstaben in den Hügeln und dann lassen wir Los Angeles hinter uns.

Gute zwei Stunden später erreichen wir dann – schon im Dunkeln – die in die Wüste gesetzte Kunststadt Palm Springs. Im dortigen RV Park „Happy Traveller“ bekommen wir einen schönen Stellplatz und fühlen uns gut aufgehoben.

Herzlich,
Janine

12. Tag: Faulenzen im noblen Palm Springs

Heute gibt es kaum etwas zu berichten, da wir beschlossen haben, einen ganzen Relax-Tag im Happy Traveller Park einzulegen. Wir fahren keine Meile…. Das bedeutet erst mal in der Laundry eine Waschmaschinenladung Wäsche waschen. Das muss jetzt auch mal sein….

Anschließend gibt’s dann in Downtown ein typisch amerikanisches Frühstück im „Ruby’s“: sehr ansprechend im Stil der 50er Jahre dekoriert und als musikalische Untermalung zu „Eggs Benedict“ und „Apple Pancakes“ unterhält uns Swing in allen Variationen.

Derart papp satt erkunden wir danach noch ein bisschen Downtown Palm Springs. Die von riesigen Palmen gesäumte Palm Canyon Road entlang mit einer unendlichen Aneinanderreihung von Restaurants jeglicher Geschmacksrichtungen, Shops ebenfalls für jede und jeden mit den unterschiedlichen Kreditkartenlimits. Dazwischen noch Banken und ein paar „normale“ Shops.

Im Bürgersteig sind Sterne eingelassen - ähnlich wie beim Walk of Fame in Hollywood. Wir finden einige „Stars“ wie natürlich Marilyn Monroe, Nancy Sinatra, Marlene Dietrich u.a. Es gibt noch ein obligatorisches Foto an der Riesenfigur Marilyn Monroes, ungefähr in der Mitte der Palm Canyon Ave: Dieses Denkmal musste ihr ja gesetzt werden, da sie aus Palm Springs stammte und ist heute ein beliebtes Fotomotiv.

Es ist uns viel zu heiß für weitere Erkundungen. Den Rest des Tages verbringen wir hauptsächlich faul am oder im schönen großen Pool oder im Whirlpool, wir relaxen oder beobachten viele, viele Kolibris, die in großer Anzahl um uns herum flattern. Sie nehmen Wasser auf in speziell aufgehängten Trinkinseln, es herrscht ein reges Kommen und Gehen, in der Luft stehen bleiben, wieder zurück flattern…. Ganz herrlich das zu beobachten, zumal wir noch nie Kolibris in der freien Natur gesehen haben!

Ein herrlich fauler, sehr heißer Tag vergeht mit Nichtstun!

Herzlich,
Janine

13. Tag: Joshua Trees , Kakteen, Lost Lake & Abkühlung am Colorado River

Heute geht es wieder nach Norden und bald erreichen wir bei glühender Hitze den westlichen Eingang zum Joshua Tree National Park. Im Visitor Center erfahren wir, dass der Eingang in Twentynine Palms geschlossen ist, also nehmen wir von hier aus den Weg quer durch den Park.

Schon bald tauchen die ersten Joshuas auf, die von Mormonen so getauft wurden: Sie fühlten sich beim Anblick der Bäume an die ausgebreiteten Arme von Joshua erinnert, der sein Volk heimführte. Sehr interessante Pflanzen, die besonders gut wirken, wenn sie vor bizarren Felsen stehen…Und dazu der quietsch blaue Himmel… irgendwie grandios…. Wenn es nur nicht soooo heiß wäre… aber wir sind halt in der Wüste, da kann man keine erträglichen Temperaturen erwarten.

Im Cholla Cactus Garden sehen wir zwar nicht besonders vielseitige Kakteenarten, aber sehr schöne, bizarre Exemplare der hauptsächlich vorherrschenden Sorte. Es sind keinerlei tierische Lebewesen zu sehen, keine Bienen, Mücken, Squirrels oder sonst ein Tier… Hier scheint die Wüste nicht zu leben, aber wahrscheinlich übersehen wir in der flirrenden Hitze nur die sicherlich vorhandenen Insekten oder Kleintiere….

Wir lassen den National Park hinter uns, die Fahrt auf dem Highway 10 Richtung Osten ist etwas eintönig, dann geht es auf die 95 nach Norden. Bald fahren wir direkt am Colorado River entlang. Irgendwo im Nirgendwo zeigt uns ein Schild den staubigen Weg zum Lost Lake.

Hier finden wir einen urigen General Store mit Office, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Auf der Veranda sitzt eine dösende Frau, die sich erfreut ob der unerwarteten Abwechslung erhebt und uns einen frischen Kaffee kocht. Sie will wissen, woher, wohin, warum….so viel Action bekommt sie sicher in den nächsten Tagen nicht mehr. Aber der Laden ist erstaunlich gut ausgestattet (wer kauft hier wohl ein???), wir erstehen einige Vorräte und ein Eis und werden fröhlich winkend verabschiedet. Wie im Film….

Nach weiteren Meilen nordwärts verfahren wir uns und landen im Gebirge direkt auf dem riesigen Parker Dam. Erst ein Stopp-Schild des US-Government zwingt uns zur Umkehr: Hier finden wir den gesuchten Campground am Ufer des Colorado sicher nicht…. Also zurück bis Parker und dann auf der richtigen Straße Richtung Lake Havasu City.

Dann finden wir auch den wunderbar direkt in einer Schleife des Colorado River gelegenen Campground Buckskin. Wir haben einen herrlichen Blick direkt auf den River, auf dem in der Abendsonne noch ein paar Wasserskifahrer unterwegs sind. Herrlich ist es hier – ein schöner Abend bei einem tollen Lagerfeuer….

Herzlich,
Janine

14. Tag: Malerischer Colorado River und die legendäre Route 66

Wir frühstücken in herrlichem Sonnenschein – es wird bestimmt wieder heiß heute – auf unserem Campground Buckskin, der idyllisch direkt in einer Biegung des Colorado River liegt. Mehrere Wasserskifahrer sind schon in der Frühe sehr aktiv, es ist herrlich heute Morgen ….

Am Colorado entlang geht es über Lake Havasu City – wir verzichten auf die Besichtigung der hier aus London importierten und wieder aufgebauten Original London Bridge - und dann erreichen wir nördlich von Golden Shores die legendäre Route 66. Besonders für Eckhart geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung – wenn auch ohne Motorrad….

Im hoch in den Bergen gelegenen Oatman ist ein Stopp Pflicht, auch wenn das kleine Westerndorf fest in der Hand von Souvenirshops ist. Aber die Kulisse ist sehr authentisch und sie gibt einige hübsche Fotomotive her. Als dann noch pünktlich um „Noon“ drei „Outlaws“ ein nettes Westernschauspiel mitten auf der Hauptstraße aufführen, ist das Western-Feeling fast perfekt: Zwei Outlaws streiten um einen Sack Gold und beschießen sich. Ein Dritter schafft es mit einem Trick, dass sich die beiden schließlich gegenseitig erschießen und er zieht mit dem Gold-Sack als lachender Dritter davon….

Die Main Street rechts rauf und links runter und wir haben Oatman ausgiebig besichtigt. Die dann folgende extrem kurvige Pass-Straße ist für uns das absolute Highlight des Teils der Route 66, die wir befahren. Einfach nur umwerfende Ausblicke in endlose Weite, traumhafte Gebirgszüge.

Wir sehen den Mount Hardy und durchfahren in nicht enden wollenden Serpentinen das Sacramento Valley. Diese wahnsinnige unendliche Weite: wir können einfach nur staunen… Irgendwann sind wir dann leider unten und im größeren Städtchen Kingman. Hier nehmen wir zum Lunch den ersten Burger unseres USA Aufenthaltes zu uns: das pink-türkis lockende „D’z Dinner“ mit seiner urig-bunten Einrichtung im Stil der 50er gefällt uns sehr – und der „Route 66 Burger“ schmeckt auch noch sehr lecker.

Die Route von Kingman nach Seligman verläuft schnurgerade und ist – nach der tollen Strecke von Oatman – ziemlich langweilig. Aber wir werden viele Meilen begleitet von endlos scheinenden Zügen, die mehr als 100 Waggons lang sind: Drei Loks vorne, zwei hinten, der helle Wahnsinn! So was wäre im kleinen Deutschland nie möglich….

In Seligman sind am Straßenrand für die Touristen noch einige hübsche Relikte aus den „guten alten Zeiten“ dekoriert, der legendäre Barber-Shop hat leider geschlossen. Den Campground an unserem Tagesziel Williams erreichen wir am frühen Abend. Es ist heute Abend deutlich abgekühlt und sehr stürmisch. Unser Motorhome wackelt stark und wir werden heftig in den Schlaf geschaukelt….

Herzlich,
Janine

15. Tag: Beeindruckender Grand Canyon und erste Impressionen im Monument Valley

Nach einer äußerst windigen Nacht – unser Camper wurde vom stürmischen Böen kräftig durchgeschüttelt - verlassen wir zeitig unseren Campground in Williams und fahren die rd 50 Meilen nördlich durch schönen Mischwald, den Kaibab National Forrest.

Hinter Tusayan erreichen wie den South Rim Entrance in den Grand Canyon Nationalpark. Wir zeigen unseren Jahrespass vor und bekommen jede Menge Informationen zum Park, teils sogar auf Deutsch. Es geht sechs Meilen in den Park hinein und dann sind wir auch schon am ersten View Point, direkt am Visitor Center: Mather Point.

Einen Parkplatz für unser rollendes Zuhause zu finden, ist – zumindest jetzt in der Nebensaison – kein Problem. Aber dann einen Platz am Sicherheitsgitter dieses Aussichtspunktes zu ergattern ist ungleich schwerer: Mehrere Busladungen fotografier-süchtiger Asiaten sind gerade ausgekippt worden.

Es ist hier ein ziemliches Kunststück, ein Foto zu machen, ohne dass sich einer dieser Businsassen ziemlich rücksichtslos plötzlich ins Bild schiebt…. Wie mag das nur in der Hauptsaison hier sein?? Ok, man sollte diesen Haupt-Aussichtspunkt einfach meiden, ein paar Schritte den Trail entlang und schon hat man alle Möglichkeiten, diesen überwältigend schönen Anblick ungestört in den unterschiedlichsten Einstellungen fotografisch festzuhalten.

Es ist einfach nur grandios: vor uns breitet sich der Canyon auf einer Breite von 10 Meilen aus. Diese intensiven Farbspiele, diese faszinierenden Felsformationen, diese unglaubliche Höhe der steil 1.350 m abfallenden Felswände …. An den auf dem fast 40 km langen Desert View Drive durch den Park nach Osten folgen noch viele beeindruckende Panoramaausblicke und tolle Blicke auf den tief unten sich dahin schlängelnden Colorado River: Grand View, Moran Point, Lipan und Navajo Point und natürlich Desert View. Jeder Aussichtspunkt bietet neue tolle Ausblicke, die uns einfach nur begeistern und auch staunen lassen….

Wir verlassen den Park am Osteingang und fahren Richtung Osten auf dem Highway 64, dann kurz Hwy 89 gen Norden, bevor wir uns auf der 160 endgültig dem Monument Valley zuwenden. Schon bald tauchen die ersten rot in der Spätnachmittags Sonne leuchtenden riesigen Sandsteinfelsen auf. Schon wieder eine völlig andere Landschaft….

Es ist immer noch extrem stürmisch und so wirbeln vor uns auf der Straße regelrechte kleine rote Sandstürme… Wir fahren am Visitor Center Monument Valley vorbei, hier schauen wir morgen rein. Jetzt geht es noch 22 Meilen weiter bis Mexican Hat. Diese Mini-Hausansammlung mitten im Nichts hat ihren Namen von einer Sandsteinformation, die aussieht wie ein Mexikaner mit Sombrero. Es sieht in der roten Abendsonne klasse aus!

Im „Ort“ gibt es einen Einfach- RV-Park für uns, auf dem wir aber immerhin Strom haben. Und das Beste: Nur ein paar Schritte weiter bietet die Mexican Hat Lodge jeden Abend bei Live-Musik „Swinging Steaks“. Über einem riesigen Holzfeuer schwingen ebensolch riesigen Steaks auf einem Grill: Dazu gibt’s Knoblauchbrot, Baked Beans und Salat. Und ein einheimisches „Polygam Porter Beer“ (Slogan auf dem Etikett:„Warum soll man nur eins haben“?) .

Wir sitzen im Freien unter einem wunderbaren Sternenhimmel und genießen die tolle Atmosphäre und die saftigen Steaks.

Herzlich,
Janine

16. Tag: Im Navajo Land: Monument Valley und Antelope Canyon

In der Nacht regnet es so kräftig, dass wir vom Getrommel aufs Camper-Dach wach werden. Am Morgen ist der Himmel mausgrau und meine Stimmung ebenfalls: ich habe doch von einem sonnigen Aufenthalt im Monument Valley geträumt…. Aber kaum sind wir „on the road again“ strahlt die Sonne wie bisher während unseres ganzen Urlaubs! So gehört sich das!

22 Meilen von Mexican Hat zum Visitor Center im Monument Valley: Und auf dem Highway 163 schon das erste Foto-Highlight für mich: hier kann ich das klassische Foto aufnehmen, das jeder kennt… Am Park Entrance gilt unser National Park Pass nicht: hier ist Navajo Reservation und ein Extra Eintritt von 10 Dollar fällig. Man weist uns eindringlich darauf hin, dass wir mit unserem Camper den 17-Mile-Drive quer durchs Tal auf keinen Fall unternehmen dürfen.

Die bergauf, bergab führende völlig unbefestigte Piste besteht aus Felsbrocken, riesigen tiefen Löchern und/oder Unmengen von rotem Sand… Wir kämen keine 100 Meter weit… Direkt am Parkplatz buchen wir daher eine teure Guided Tour im Pickup: Unser Driver ist Sam, ein ruhiger freundlicher Navajo und er schaukelt uns beide in seinem Pickup ganz exklusiv durchs Valley. Alle anderen Guided Tour Pickups sind proppenvoll… Was haben wir wieder für ein Glück….

Wie auf einer Wüstensafari geht es zwei Stunden extrem auf und ab schaukelnd an wunderbaren roten Riesengebilden vorbei. Oft bleibt Sam stehen und erklärt uns, wie die beeindruckenden Felsen in der Navajo-Sprache bedeuten und wie sie in Englisch heißen. In viele der roten Riesen kann man etwas hinein interpretieren: So gibt es z.B. den „Daumen“…. Am „John Ford Point“ steht auf dem berühmten Felsvorsprung leider kein Cowboy auf dem Pferd (heute war sicher sein freier Tag…), dafür reichlich andere Touristen.

Mehrere Navajos haben Verkaufstische aufgebaut und versuchen unterschiedlich hübschen Indianerschmuck an die Frau zu bringen. Wir schaukeln mit Sam noch zu verschiedenen View Points, u.a. zum wunderschönen „Nordfenster“ oder den „Totem Poles“. Nach zwei Stunden stehen wir kräftig durchgeschüttelt, aber glücklich ob dieser „Erfahrung“, wieder am Visitor Center. Wir haben keinen einzigen Dollar bereut: Diese Tour ist extrem zu empfehlen!

Begeistert fahren wir den Highway 160 ein Stück zurück, bevor wir die 98 nach Page nehmen. Unterwegs frischen wir unsere Vorräte im Navajo Ort Kayenta auf. Es soll im ganzen Ort keinen Alkohol zu kaufen geben: ich weiß nicht, ob das stimmt, jedenfalls gab es im Supermarkt kein Bier, wie in anderen bisher immer….

Ruhige Fahrt bis kurz vor Page, hier ist dann direkt am Highway 98 der Eingang zum legendären „Upper Antelope Canyon“. Auch hier müssen wir für eine Photo Guided Tour wieder kräftig bluten: Unsere Navajo Guide Sally chauffiert uns gekonnt in atemberaubendem Tempo im Pickup über eine schier endlos scheinende rote Sandpiste zu Eingang des Canyons. Im Inneren des schlauchartigen „Slot Canyons“ gibt es umwerfende Lichtspiele und einfach gigantische Formationen, die je nach Tageszeit immer anders wirken. So kann man die „Katzenaugen“ oder auch „Abraham Lincoln“ bewundern. Ein Paradies, aber auch eine Herausforderung für jeden Fotografen! Tolle zwei Stunden, die sich sehr lohnen!

Wir durchqueren das nahe Page und fahren zum wunderschön direkt an der Marina des Lake Powell gelegenen Wahweap Campground. Der liegt aber schon wieder in einem neuen National Park, dem Glen Canyon National Park. Am Eingang zeigen wir unseren Parkpass vor und bekommen prima Info-Material, das wir aber leider gar nicht nutzen werden, wir wollten ja nur einen schönen Platz für die Nacht. Von unserer Site haben wir einen tollen Blick auf den weit verzweigten See und die rot glühenden Berge am Horizont. War das ein absoluter Supertag!!

Herzlich,
Janine

17. Tag: Ein Riesen-Hufeisen voll Wasser und Lichtspiele im Kamin

Am Morgen freuen wir uns über den herrlich weiten Blick über den Lake Powell, der in der Sonne leuchtet. Als Erstes wollen wir gleich das schöne Morgenlicht ausnutzen und fahren zu einem nahe Page gelegenen Highlight.

Hier macht der Colorado River eine enge Kehre, die aus der Höhe aussieht wie ein riesiges Hufeisen: Horseshoe Bend. Wir laufen einen Kilometer zu dem Punkt, der die beste Aussicht auf den tief unten mäandernden türkisblau leuchtenden Colorado bietet. Um das beste Foto mit größtmöglichem Weitwinkelobjektiv zu bekommen, robbt Eckhart auf dem Bauch liegend so weit wie möglich nach vorn an die Felskante hoch oben über der Kehre… Winzig kleine Schiffchen fahren die Biegung auf dem Fluss nach, das Hufeisen leuchtet in der Sonne: Ein toller Anblick!

Da mir gestern der Upper Antelope Canyon so gut gefallen hat, greifen wir nochmal tief ins Portemonnaie und besuchen dann auch noch den nahen Lower Antelope Canyon. Er ist eindeutig heller als der Upper Canyon und jetzt herrschen beste Lichtverhältnisse für schöne Fotos: Diese einmaligen Slot Canyons, also Kamin-Canyons, sind einfach umwerfend! Die Formen und Farbspiele im einfallenden Sonnenlicht sind so vielfältig und hinter jeder Biegung erneut überraschend.

Wir laufen gut über eine Stunde durch den rot und gelb leuchtenden, oft extrem eng werdenden Canyon, begleitet von einer jungen Navajo-Guide. Es geht immer tiefer hinab und teilweise ist es so eng, dass einige in der Gruppe sich nur mit Mühe durch die schmalen Felsschlitze zwängen können. Am Ausgang des Canyons überrascht uns unsere Guide mit einem langen indianischen Flötenspiel: Die Klänge in dieser Tiefe im Halbdunkel wirken fast magisch… Ein wunderbares Erlebnis, das wir nicht missen möchten!

Weiter geht die Fahrt in Richtung Norden auf dem Highway 89. In Kanab stoppen wir an „Denny’s Wigwam“, einem Eldorado für Westernfans. Alles, was das Western-Herz begehrt findet sich hier: Und so komme ich auch zu einem neuen Hut… Im Saloon sitzen Waschbären und spielen Karten, im Hof steht eine Pferdekutsche…kitschig, aber lustig anzusehen und es gibt nette Fotomotive….

Danach kommen wir nur noch bis Glendale. Denn hier finden wir einen herrlich Campground, genau in der Mitte gelegen zwischen Bryce Canyon, unserem nächsten Ziel, und dem Zion Canyon, unserem übernächsten Ziel: der gut ausgestattete Bryce/Zion Campground liegt relativ hoch und schön ruhig mitten im Grünen. Einige Pferde grasen friedlich auf der angrenzenden Koppel.

Wir beschließen, hier zwei Nächte zu bleiben, kaufen uns im Office ein bundle firewood und grillen uns Super-Steaks auf dem offenen Feuer. So kann man es aushalten….

Herzlich,
Janine

18. Tag: Theater im Bryce Canyon

Wir lassen es heute gemütlich angehen, liegt unser Campground doch nur rund 45 Meilen von unserem heutigen Tagesziel Bryce Canyon entfernt. Nach einer saukalten Nacht starten wir zwar bei niedrigen Temperaturen, aber mit herrlichem Sonnenschein Richtung Norden.

Wir waren uns gar nicht richtig bewusst, dass wir uns eigentlich schon seit Tagen auf mal mehr, mal weniger großer Höhe befinden. Klar, dass es dann nachts auch kalt werden kann…. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön: große Farmen, viel Landwirtschaft, große Rinderherden, viele Pferde ziehen an uns vorbei.

Es geht ostwärts weiter durch den kurzen, aber wunderbaren Streckenabschnitt des „Red Canyon“. Wow, was für ein toller Anblick: quietschblauer Himmel, ein paar Deko-Wölkchen und davor leuchtend rote fantastische Felsformationen! Superschön! Und dann kommen auch direkt hintereinander zwei natürliche rote Sandstein-„Brücken“, unter denen die Straße herführt. Eine tolle Einstimmung auf den berühmten Bryce Canyon.

Nach einigen Meilen taucht die übliche Ansammlung von Tankstelle, Motel, Gift-Shops, Burger, Trading Post etc. auf: Rubys Inn. Im Park gibt es gleich nur noch Natur pur, also muss sich hier eindecken, wer noch etwas braucht….

An der Mautstation zum Bryce Canyon National Park gibt uns der freundliche Ranger gutes Infomaterial und lacht „Auf Wiedersehen und viel Spaß!“ Es folgt auch gleich einer der Höhepunkte „Sunrise“ und „Sunset Point: Einfach nur gigantisch! Man hat tatsächlich den Eindruck, in einem riesigen Amphittheater zu sein und die vielen Zuschauer sind alle rot gekleidet. Die Indianersage erzählt, dass die vielen Figuren versteinerte Menschen sind, die ein Verbrechen begangen haben und zur Strafe versteinert wurden… Da müssen hier aber jede Menge Schandtaten begangen worden sein… Unzählige Formationen aus rotem Sandstein, einige hängen dicht zusammen, andere sind quasi Einzelfiguren. Der Phantasie wird jede Menge Freiraum gelassen, was das denn nun sein könnte.

Einige Trails führen in die beeindruckende Tiefe, man kann Rundwanderwege in unterschiedlicher km-Länge laufen. Nur, wer tief runter läuft, muss auch entsprechend wieder rauf… Es ist einfach atemberaubend, jede Aussicht zeigt andere Blickwinkel und neue Details, man kann sich gar nicht satt sehen! Es müssen viele, viele Fotos gemacht werden, auch noch an den der Parkstraße folgenden View Points, wie z. B. Natural Bridge, Ponderosa Canyon, Agua Canyon,Bryce Point u.a..

Am südlichsten, dem Rainbow Point, merken wir, dass wir mittlerweile knapp unter 3.000 m hoch sind: ich fühle mich schlapp und bekomme Kopfschmerzen… Langsam geht es die gleiche Strecke zurück durch den Wald und wieder auf normalere Höhen….

In Long Valley Junction machen wir noch einen Abstecher auf Hwy 14 zum „Zion Overlook“ und zum Navajo Lake. Es geht nochmal einen Pass hinauf auf größere Höhen, der Ausblick auf den Zion National Park in der Ferne ist zwar toll, aber der rund 35 Meilen-Umweg lohnt sich nicht unbedingt.

Wir verbringen wie geplant die zweite Nacht auf dem Bryce/Zion Campground , da er perfekt liegt für unsere Tour morgen in den Zion National Park. Außerdem ist es richtig schön, morgens vom Gewieher der Pferde geweckt zu werden, die direkt neben unserem Motorhome weiden.

Herzlich,
Janine

19. Tag: „Wander“barer Zion National Park und Sternenhimmel in roter Wüste

Es ist zwar kalt heute Morgen, aber sehr sonnig. Auf dem Campground sind außer uns nur noch drei weitere RVs und ein PKW, in dem ein junges Pärchen aus Belgien geschlafen hat.

Wir kommen mit den beiden ins Gespräch und tauschen Tipps und Infos aus, wo es besonders schön ist und was man „unbedingt“ machen sollte… Dann packe ich fast alle unsere restlichen Lebensmittel ein und schenke sie den beiden jungen Leuten. Sie freuen sich riesig, sind sie doch noch über zwei Wochen unterwegs und so wird die Urlaubskasse etwas geschont… Und wir brauchen nicht mehr viel, da wir in den beiden kommenden Tagen in Las Vegas bestimmt nicht mehr kochen werden….

Es sind nur knapp 40 Meilen, dann erreichen wir den Eingang zum Zion National Park. Auch hier wieder ein äußerst freundlicher Ranger, der uns Infomaterial zum Park gibt. Er weist uns darauf hin, dass für unseren großen Camper 15 Dollar Tunnelgebühr fällig werden: Wir fahren von Osten in den Park ein, und das geht nur durch den schmalen und niedrigen Zion Mt Carmel Highway Tunnel. Langsam und strikt in der Mitte der Fahrbahn fahrend passieren wir – natürlich one way - den engen Tunnel, jetzt in der Nachsaison fahren wir allein mit unserem Camper durch. In der Hauptsaison geht das nur im Camper-Konvoi.

Schon direkt hinter dem Tunnel erblicken wir - wieder mal - überwältigende Landschaft. Ein schachbrettartig geritzter heller, fast weißer großer Felsen: „Checkerboard Mesa“, der an ein Schachbrett erinnernde 900 Fuß hohe Berg.

Bis zum Visitor Center folgen rechts und links der Straße weitere imposante rote und graue Bergformationen, die zu mehreren Fotostopps zwingen. Am Visitor Center parken wir unser Womo und steigen in den Shuttle-Bus um, mit dem alle Besucher den Zion Canyon Scenic Drive des Parks befahren können – mit dem eigenen Auto ist die Durchfahrt verboten.

Diese 7 km lange Stichstraße folgt dem hübschen Vergin River, es gibt neun Bushaltestellen, an denen man die Fahrt unterbrechen kann. Wir entscheiden uns, bis zur Endstation „Temple of Sinawawa“ zu fahren: hier führt der sehr schöne Riverside Walk am fröhlich dahinplätschernden Vergin River entlang. Für unseren Geschmack laufen nur viel zu viele Mitmenschen den gleichen schmalen Weg, so dass man nicht wirklich das Gefühl hat, Ruhe in dieser wunderschönen Natur zu haben.

Größere mehrstündige Wanderungen in einsamere Gefilde haben wir aber nicht im Plan und so nutzen wir auf der Shuttle-Rückfahrt noch zweimal die Stopps zu kürzeren Trails und genießen die wundervollen Bergansichten, wie z. B. die tollen Spitzkegel der „Courts of Patriarches“.

Wir verbringen den ganzen Tag in diesem wunderschönen Park und machen uns erst relativ spät auf den Weg in den Süden. Das quirlige Springdale fordert noch unsere Aufmerksamkeit und einige Stopps und dann sind wir auch schon wieder in Nevada auf der Interstate 15 Richtung Las Vegas.

Kurz vor Moapa biegen wir auf den Highway 169 ab und erreichen über Overton dann - rechtzeitig zum Sonnenuntergang - unser Ziel für die heutige Nacht: das in der untergehenden Sonne rotglühende Valley of Fire.

Und auch heute verlässt uns das Camper-Glück nicht: Wir ergattern auf dem Arch and Atlalt Campground gerade noch einen der einfach genialen Stellplätze zwischen roten Felsen. Absolute Stille, ein schier unglaublicher Sternenhimmel mit Milchstraße: Noch lange sitzen wir in der Dunkelheit an unserem Lagerfeuer und genießen Ruhe und Einsamkeit in der Natur….

Herzlich,
Janine

20. Tag: Frühstück mit munteren Zwergen, glühende Feuerwellen und eine venezianische Nacht

Schon morgens um 07.00 Uhr glühen die roten Felsen rund um unseren Stellplatz. Wir decken den Frühstückstisch im Freien und freuen uns, in der noch nicht so heißen Sonne den Tag beginnen zu können. Das finden nicht nur wir gut: In kürzester Zeit hat sich herumgesprochen, dass hier unter Umständen etwas Leckeres vom Tisch fallen könnte….

Im Nu sind wir umgeben von Unmengen Mini-Squirrels! Mehrere zig Dutzend dieser quirrligen gestreiften Zwerge toben zwischen unseren Füßen herum und betteln ganz ungeniert. Unser Frühstück zieht sich hin, weil wir einfach kein Ende finden können die munteren Kleinen zu beobachten. Sie machen sich gegenseitig jeden noch so winzigen Krümel streitig: die Frecheren und Stärkeren behaupten sich gegen die Schwächeren… Wie im Menschenleben….

Irgendwann schaffen wir dann den Aufbruch und begeben uns tiefer ins Valley of Fire, um die roten, gelben, braunen Naturskulpturen zu erkunden. Es ist schier unglaublich: Jetzt haben wir doch in den letzten Wochen schon so viel erstaunliche Naturwunder gesehen, aber es hört einfach nicht auf. Hinter jeder Kurve staunen wir wieder aufs Neue über so viel Farben, Formen, extreme Felsgestalten um uns herum. Viele Fotostopps sind notwendig!

Und schließlich wandern wir noch etwas mehr als einen Kilometer in der Hitze durch glühenden Sand und nicht minder glühende rote Felsen. Nach gefühlten zehn Kilometern erreichen wir das Ziel unserer kleinen Wanderung: die Fire Wave! Diese rot-gelb-beige gestreifte wellenförmige Felsformation ist auf der Titelseite unseres hervorragenden Reiseführers „Reise Know How“ abgebildet. Schon in Deutschland stand für uns fest: Dieses Wunder wollen wir auch sehen, da müssen wir hin! Dieser Trail hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn der Rückweg hitzebedingt doch anstrengend war. Wer auch dahin will: Auf keinen Fall ohne ausreichend Wasser losziehen!

Das Valley of Fire ist auf jeden Fall eine absolutes Muss für jeden, der mal im nahen Las Vegas ist. Auf der Weiterfahrt machen wir noch mal einen Bogen um Las Vegas, weil wir erst am großen Stausee Lake Mead vorbei noch zum Hoover Dam wollen. Kurz vor dem Damm wird unser Camper auf einem großen Parkplatz in einer Security Schleuse genauestens untersucht. Die Klappen aller Außenstauräume müssen geöffnet werden, einer der drei Sicherheitsleute kommt ins Womo-Innere und untersucht nahezu alle Schränke und auch das Bad. Schließlich dürfen wir weiterfahren, von uns scheint kein Attentatsgefahr auszugehen….

Langsam geht es über den Damm und erst am Ende der Stichstraße auf den großen Parkplätzen ist für uns ein Fotostopp möglich. Mit den großen Campern kann man weder in den Parkhäusern am Besucherzentrum noch sonst wo parken. Ok, haben wir gesehen, müssen wir aber nicht noch mal haben… Auf dem gleichen Weg geht es auch wieder zurück und jetzt auch direkt nach Las Vegas.

Hier haben wir direkt am Strip auf dem KOA Campground schon von Deutschland aus zwei Nächte vorgebucht. Er liegt supergünstig: Circus Circus und der Bus sind fußläufig erreichbar. Am Abend laufen wir den Strip entlang, vorbei an allen Super-Casinos: Trump Tower, Encore, Wynn, Fashion Show Mall, Treasure Island bis zum Palazzo… Lichtermeere, tolle Palmengärten, Wasserfälle und und und ….

Schließlich gehen wir vom auch wieder beeindruckenden Palazzo hinüber ins benachbarte Venetian, beide zusammen haben über 7000 Hotelzimmer! Alle großen Designermarken sind mit Shops vertreten und man hat – zumindest an der Rialto Brücke oder am Campanile - ein bisschen das Gefühl tatsächlich in Venedig zu sein ( oder im Phantasialand…).

Passend zur Umgebung gibt’s Beschallung mit Opernarien in Abwechslung mit italienischen Schlagern à la „Azzuro“. Schon ziemlich gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie auch interessant!

Alle optischen und akustischen Eindrücke zusammen sind dann irgendwann schon ziemlich ermüdend und so bringt uns kurz vor Mitternacht ein Taxi zurück „nach Hause“.

Herzlich,
Janine

21. Tag: Time to say goodbye: letzte Poolträume und ein Abschied mit Elvis und schrillen Cocktails

Nun ist er unweigerlich da, der letzte Tag dieses ungeheuer abwechslungsreichen Urlaubs.

Nach einem einfachen Frühstück – es sind halt nur noch Reste im Kühlschrank – beginnen wir mit der unliebsamen Aufgabe, die Koffer zu packen und den Camper zur Übergabe fertig zu machen. Das bedeutet, dass alle Tanks geleert und gesäubert werden müssen und natürlich auch alle Staufächer außen und alle Schränke innen, Bad putzen etc ….

Endlich sind alle Souvenirs in den Koffern verstaut, das Womo ist blitzblank und wir haben uns Entspannung verdient: den sonnigen Nachmittag verbringen wir unter rauschenden Palmen dösend und schwimmend am wunderbar erfrischenden Pool! Herrlich, dieser Abschluss!

Am frühen Abend machen wir uns zum letzten Mal auf in Richtung Strip. Aber dieses Mal wollen wir in keins der Casinos, die sich ja doch alle irgendwie ähneln… Wir buchen eine dreistündige Nighttour durch das glitzernde Vegas und kommen so in Bereiche, die wir sonst nicht kennengelernt hätten. Es geht von Circus Circus aus den ganzen Strip rauf, später dann auf der anderen Seite wieder runter begleitet von ausführlichen Live-Informationen zu allen Casinos, Insider-Stories , Klatsch und Tratsch: Unser Guide unterhält uns perfekt.

Schließlich landen wir, an vielen Wedding Chapels vorbei, in Downtown Vegas, dem alten, ursprünglichen Teil der Stadt. Hier haben wir eine Stunde Aufenthalt und die verbringen wir hinter dem Hotel The Grand in der überdachten Fußgängerzone der glitzernden Freemont Street. Elvis lebt! Auf einer Show Bühne gibt ein stimmlich erstaunlich guter Elvis Imitator sein Bestes, die ganze Straße glitzert, funkelt in bunten Neonfarben, es herrscht eine fröhliche Partystimmung.

In Binion’s Bar gönnen wir uns quietsch bunte Cocktails mit wilden Namen und bummeln gut gelaunt durchs Gedränge… Irgendwann gehen nahezu alle Lichter aus und an die mehrere hundert Meter lange Decke wird eine Lasershow mit Jon Bon Jovi projiziert… Einfach toll!

Die Atmosphäre in dieser bunten, künstlichen Glitzerwelt ist für uns der perfekte Abschluss einer tollen Reise. Wir würden gern noch länger bleiben, die Stunde vergeht wie im Flug und nur auf die letzte Sekunde erwischen wir noch unseren Bus, der gerade ohne uns losfahren will… Diese Night-Tour sollte man sich bei einem Vegas Besuch gönnen, sie ist in unseren Augen sehr empfehlenswert!

Irgendwann sind wir dann wieder auf unserem Campground und verbringen – mit ziemlichem Abschiedsschmerz - nun definitiv die letzte Nacht in „unserem“ Camper.

Herzlich,
Janine

22./23. Tag: Tschüs Motorhome, Flughafenwarterei und ein Abflug mit Hindernissen

Um 07.00 ist die Nacht für uns vorbei. Wir räumen die letzten Dinge ein und auf und fahren dann zum Camper-Vermieter Roadbear. Vorher wird noch einmal getankt, da der Tank vertragsgemäß bei Abgabe voll sein muss.

Ein bisschen Papierkram und dann warten wir bei Roadbear auf den Shuttle, der uns zusammen mit einigen anderen Urlaubern zum Airport bringt. Die Warterei am Airport vertreiben wir uns mit Lesen, Dösen, Essen und dann stehen wir nochmal eineinhalb Stunden in der Schlange zur Zoll und Security-Abfertigung… Immerhin eine Stunde weniger als bei der Einreise!

Die letzten verbliebenen Dollars werden im Duty Free Shop unter die Leute gebracht. Pünktlich erfolgt das Boarding und der Capitain teilt uns froh mit, dass wir wohl eine halbe Stunde früher in Frankfurt landen werden, wir seien gut in der Zeit.

Das hätte er besser nicht gesagt: Dann entdeckt man nämlich Fehler in der Elektronikanzeige und ein Start kommt nicht in Frage! Es sieht dann in den folgenden dreieinhalb Stunden, die wir wartend auf dem Rollfeld verbringen, eine ganze Zeit so aus, dass wir wieder aussteigen können nochmal eine weitere Nacht in Las Vegas verbringen sollen. Erst auf den letzten Drücker werden die Fehler gefunden und wir starten dann doch noch - alle ziemlich genervt - mit über drei Stunden Verspätung Richtung Heimat.

Herzlich,
Janine