Juni - Juli 2012

Entdecken Sie die einzigartige Tierwelt Afrikas während mehrerer Safaris und entspannen Sie während eines Badeaufenthalts am Indischen Ozean, bevor es weiter auf Safari durch Kenia geht. In Tansania sammeln Sie noch weitere Eindrücke von Ostafrika.

Ihr Chronist

In einem war ich mir von Anfang an sicher - mein Urlaub dieses Jahr soll noch mal nach Afrika gehen. Zwei Reisen ins südliche Afrika habe ich schon gemacht (Südafrika und Namibia/Botswana) und von beiden war ich restlos begeistert.

Nach kurzer Überlegung, ob es dennoch mal etwas eher anderes sein sollte, zum Beispiel eine Reise zu den Gorillas in Uganda, habe ich mich doch entschlossen, dahin zu fahren, wovon mir schon viele vorgeschwärmt haben – Kenia! Und wenn ich schon mal da bin, doch auch gleich noch Tansania hinten dran. Safari in der Serengeti – das wird bestimmt ein Traum!

Außer der Serengeti sagen mir die meisten Parks zugegebenermaßen gar nicht so viel, aber bei Kenia und Tansania denke ich einfach an große Weiten, ganz viele Tiere in riesigen Herden und natürlich den Kilimandscharo. Das wird bestimmt spitze – eine Safari nach der anderen!

Ich freue mich, sicher noch mehr Tiere zu sehen als bei meinen bisherigen Reisen. Und vor allem habe ich die ganz große Hoffnung, endlich auch mal einen Gepard zu sehen. Diese offenen Weiten müssen für die doch einfach ideal sein zum Jagen. Allein beim Gedanken daran, was wir womöglich alles sehen, könnte ich schon ins Schwärmen geraten…

Tag 1: Endlich geht es los

Endlich ist der lang ersehnte Urlaub da und es geht los. Doch warum nur so früh am Morgen. Gar nicht meine Zeit. Habe fast den Zug zum Flug verpasst, aber eben nur fast. Auch mein Handy hat den Sprengstoff-Test an der Flughafenkontrolle überstanden, so dass es nun wirklich losgehen kann.

Zunächst geht es nach Amsterdam und von da dann nach Nairobi. Endlich im Nairobi-Flieger steigt die Vorfreude. Doch irgendwie geht es nicht los. Aha, der Kapitän meldet sich. Flieger kaputt, wird repariert. Man bittet um etwas Geduld.

Etwa eine Stunde später dann die Nachricht, dass das nichts mehr wird. Ein neuer Flieger muss her, das dauert. Also, alle wieder aussteigen. Wir werden mit Essensgutscheinen ausgestattet und später zurückgebeten. Die Restaurants freut’s – 400 Leute, die auf einmal zum Essen kommen. Mit über vier Stunden Verspätung startet dann endlich unser Ersatzflieger. Das heißt wir kommen auch erst gegen Mitternacht an.

Zur Begrüßung in Kenia läuft auf den Fernsehern die Berichterstattung des heutigen Fußball-EM-Spiels. Die Kenianer scheinen wohl sehr Fußball begeistert zu sein. Es dauert etwas bis alle durch die Immigration sind und das Gepäck eingesammelt haben. Unsere beiden Fahrer erwarten uns schon.

Gruppe besteht aus nur elf Leuten – super! Zur Begrüßung regnet es draußen, aber egal. Wir wollen nur noch ins Hotel. Bis wir auf unseren Zimmern ankommen ist es 2.00 Uhr nachts. Unsere Guides sind gnädig mit uns. Statt 7.15 Uhr soll die Abfahrt dann erst um 7.30 Uhr sein.

Na dann, gute Nacht.

Tag 2: Auf Achterbahn-Pfaden ins Massailand

Der Wecker geht eindeutig zu früh, aber vielleicht lässt sich ja während der Fahrt ins Masai Mara Gebiet noch etwas Schlaf nachholen. Wir verteilen uns wieder auf die zwei Kleinbusse - sechs Leute im „Pärchenbus“ mit Fahrer John und fünf Damen im „Frauenbus“ bei Titus. Die Beiden müssen erst wieder das Gepäck-Puzzle lösen.

Hätten wir uns doch mal alle an die Empfehlung gehalten und etwas weniger mitgenommen. So müssen auch noch ein paar Gepäckstücke im Innenraum mitfahren (auf den Beifahrersitzen und bei uns auf der Rückbank). Wie gut, dass die Busse nicht mit sieben Mann voll sind.

Die Fahrt führt uns erst mal raus aus Nairobi. Ziemliches Verkehrschaos hier. Wenn allerdings alle, die hier zu Fuß gehen, auch noch ein Auto hätten, dann würde sich sicher gar nichts mehr bewegen. Außerhalb der Stadt sind fast nur noch LKWs unterwegs und andere Minibusse. Und nicht zu vergessen, die mit bis zu drei Mann besetzten Mofa-Taxis.

Unser erster Stopp ist an einem Aussichtspunkt über das Great Rift Valley. Ein toller Blick! Und alles so schön grün, jetzt nach der kleinen Regenzeit. Dass wir direkt von jeder Menge Souvenirverkäufer umzingelt werden, daran müssen wie uns erst mal gewöhnen. Das wird uns wohl noch häufiger passieren.

Und wir sehen unser erstes Wildlife – ein paar Affen und eine Großfamilie Klippschliefer. Diese Tierchen, die für mich eher was von Murmeltieren haben, sollen ja tatsächlich mit dem Elefanten verwandt sein.

Während der Weiterfahrt passieren wir ein paar kleine Orte. Auf den ersten Blick immer mit regem Treiben, so viele Leute sind unterwegs. Auf den zweiten Blick regen sich nur die Wenigsten, sondern sitzen oder stehen eigentlich nur rum und gucken in die Gegend. Mal von denen abgesehen, die mit Reifen wechseln oder Auto waschen beschäftigt sind. Das scheint hier eine der Haupttätigkeiten zu sein.

Das letzte Stück Strecke kündigt unser Fahrer an mit „Da ist die Straße nicht so gut“. Nun ja, das kenne ich ja schon aus Namibia, da gibt es auch fast nur Schotterpisten. Uns erwartet aber eine „Afrikanische Massage“ vom Feinsten. Die Straße würde bei uns vielleicht gerade noch als Feldweg durchgehen, ist aber durch den Regen teilweise völlig weggebrochen und mit tiefen Rinnen versehen.

So werden wir ordentlich durchgerüttelt und –geschaukelt und das ganze zwei Stunden lang. Das ist wie in einer Achterbahn - in der hintersten Sitzreihe besonders spaßig. Bin ich froh, als wir endlich unsere Masai Mara Lodge erreichen.

Wobei noch zu erwähnen sei, dass die Fahrt auch nicht nur wegen der Straße spannend war. Denn wir konnten auch schon verschiedene Antilopen, Zebras, Gnus und auch weit entfernt ein paar Giraffen sehen. Und natürlich jede Menge Viehherden und immer wieder die dazugehörigen Massai, meistens mit ihrer traditionellen roten Kleidung, die wilde Tiere abschrecken soll. Überall sieht man diese roten Punkte in der grünen Landschaft. Wobei mir auffällt, dass die Frauen bunter gekleidet sind (mit rot, blau und gelb) und oft mit viel Schmuck behangen.

Zur Ankunft an der Lodge gibt es für uns erst mal ein Jambo-Begrüßungsständchen vom Personal inklusive tanzendem Koch. Ein sehr herzlicher Empfang. Nach dem Mittagessen und etwas Pause geht es dann zur ersten richtigen Safarifahrt – ich bin so gespannt, was wir sehen werden.

Leider fängt es ein wenig zu regnen an, aber trotz etwas schlechterer Sicht finden wir einige Tiere. Thomson-Gazellen, Zebras, Warzenschweine, aus der Ferne ein paar Giraffen und ein paar Elefanten. Die Fahrer geben sich alle Mühe und quälen den Bus über die unmöglichsten Pisten. Außer uns kurven noch einige andere solcher weißen Minibusse hier herum.

Dadurch dass man meistens eine ungeheuere Weite überblicken kann, sieht man eigentlich immer irgendwo andere weiße Flecken in der Landschaft. Manchmal schade, denn das stört etwas die Optik in dieser doch so oft unberührt scheinenden Natur. Manchmal aber auch praktisch, denn die Busse sind leichter zu spotten als die Tiere.

An den zwei Löwen im hohen Gras wären wir sicherlich sonst einfach vorbeigefahren, hätten da nicht schon einige Busse gestanden. Selbst als wir da sind, können wir das Objekt der Begierde lange überhaupt nicht identifizieren. Perfekt getarnt – bis endlich mal einer den Kopf hebt.

Auf dem Rückweg sind wir schon merklich platt vom langen Tag und dem ewigen Durchschütteln. Schnell noch was essen, mit Gesangs- und Tanzeinlage - dem typischen Massai-„Hochsprung“ (wer am höchsten springen kann, hat die beste Chance bei der Massai-Damenwelt).

Dann ab ins Bett. Von einem mit Speer bewaffneten Mann bin ich auch noch nie zum Zimmer geleitet worden... Einerseits gut zu wissen, dass die Anlage durch die Massai gut bewacht ist, andererseits frage ich mich auch, ob es dann hier auch wilde Tiere gibt, die möglicherweise des nachts umherschleichen. Die Wände des Zimmers bestehen ja nur aus Zeltmaterial.

Ich lausche noch eine ganze Weilen den Geräuschen der Nacht, bis ich dann doch ruhigen Gewissens einschlafe.

Tag 3: Ein Tag in der Masai Mara

Unsere Vormittags-Safari beginnt um 7.15 Uhr. Heute fahren wir in Richtung der tansanischen Grenze. Wir können also schon mal in die Richtung schauen, wo wir am Ende der Reise in der Serengeti unterwegs sein werden.

Aus dem geöffneten Dach halten wir fleißig Ausschau nach Tieren. Gut, dass wir eine Mitreisende mit Adleraugen dabei haben. Sie erspäht so manches – ihre Spezialität: Elefanten. Es macht wahnsinnig viel Spaß, denn wir sehen enorm viel: Impalas, Thomson-Gazellen, einen Pavian, Dikdiks (die kleinsten Antilopen – sieht wie eine Kreuzung zwischen Reh und Hase aus), Gnus, Zebras, einen Kaffernbüffel, einen Adler, Giraffen (leider nur sehr weit weg), Nilpferd-Spuren (leider ohne die dazugehörigen Tiere), Strauße,... Ich kann mich auch an der tollen Landschaft nicht satt sehen. Die Weite, das oft noch frische grün, die einzelnen Akazien-Bäume, die Hügel und dazwischen immer wieder Tiere.

Auf dem Rückweg zur Lodge sehen wir noch einen Büffel. Und als wir gerade ein paar schwarz-graue Punkte als Warzenschweinfamilie identifizieren, ruft Titus auf einmal „Achtung, Achtung“ und wendet abrupt auf der Straße. Gefolgt von der Anweisung, dass sich alle setzen und gut festhalten sollen. Dann geht es im Affenzahn über die Holperpiste. Wir haben Mühe nicht von den Sitzen zu hüpfen. Die Erklärung: „Vielleicht eine Überraschung“. Aha... Na, hoffentlich kein überraschender Achsbruch...

Auf einmal geht es scharf links ab auf einen Weg, der für ein Fahrzeug wie unseres sicher nicht vorgesehen ist. Wir beten, dass alle Reifen und Achsen heile bleiben und sind total gespannt, was wir wohl zu sehen kriegen werden. Vielleicht einen Löwen? Oder Geparde? Die suchen wir schon den ganzen Vormittag.

Und auf einmal sehen wir (bzw. natürlich unser Adlerauge als Erste) was Graues – ein Nashorn! Wow! Es pflügt flotten Schrittes durch das hohe Gras, ist aber gut zu erkennen. Es ist ein Spitzmaulnashorn. Laut Titus gibt es davon im ganzen Park nur etwa 30. Wahnsinn, was ein Glück! Gut dass es Funk gibt, denn sonst wären wir hier sicher nie lang gefahren. Hat sich auch schnell rumgesprochen.

Ruckzuck hat sich eine Schlange von acht Autos gebildet. Wir beobachten das Nashorn eine Weile. Es steuert geradewegs auf eine Giraffe zu, die unter einer Akazie im Schatten pausiert. Was wird wohl passieren, wenn die zwei sich begegnen? ... So ziemlich nichts. Völlig unbeeindruckt läuft das Nashorn an der Giraffe vorbei, die sich wiederum auch nicht rührt. Super sighting!

Bevor es zum Mittagessen geht, haben wir noch die Möglichkeit ein Massai-Dorf zu besuchen. Für die Dorf-Führung inklusive Tanzvorführung wird erst mal „Eintritt“ genommen. Dann werden wir per Tanz von den jungen Kriegern begrüßt und sie führen auch den schon erwähnten Sprung-Wettbewerb vor. Irgendwie schon beeindruckend, wie die so anscheinend völlig mühelos in die Höhe hopsen, als wäre der Boden ein Trampolin.

Dann dürfen wir ins Dorf eintreten. Es ist ein typisches Runddorf. Ein großer leerer Platz in der Mitte, wo nachts die Rinder bleiben, der sicherste Platz im Dorf als Schutz vor Raubtieren. Drumherum sind die Hütten angeordnet, darum ein Zaun, der mit Dornengebüsch von außen noch mal abgesichert ist. Für den Aufbau des Dorfes sind wohl ausschließlich die Frauen zuständig. Die Massai-Männer können mehrere Frauen haben, aber Jede baut ihre eigene Hütte.

Die Hütten sind alle aus einem Grundgerüst aus Stöcken gebaut, die Wände bestehen aus einem Mix aus Lehm und Kuhdung. Drinnen ist es stockfinster. Es gibt nur zwei Mini-Löcher zur Belüftung. In der Mitte ist eine kleine Feuerstelle. Mit acht Leuten (stehend) ist die Hütte voll. Kaum vorstellbar, dass hier eine Familie wohnt. Zu meinem Erstaunen riecht es trotz Kuhdung-Wänden gar nicht so.

Aber es gibt viele Fliegen. Die kleinen Kinder haben auch alle Fliegen im Gesicht an den kleinen Rotznasen. Manche Kinder gucken uns skeptisch an, manche lachen fröhlich. Auf jeden Fall scheinen alle zufrieden zu sein mit ihrem Leben in diesem aus unserer Sicht doch sehr primitiven Dorf.

Insgesamt sollen hier über 300 Menschen wohnen. Mit ca. 250 Rindern. Man muss schon aufpassen, wo man hin tritt, denn hier und da liegen schön zusammengekehrte Misthäufchen. Wir lernen, dass die Ziegen und Schafe nachts nicht in der Dorfmitte gehalten werden, sondern separat, damit sie von den Rindern nicht tot getrampelt werden.

Die Rinder gelten als das sogenannte „Gold der Massai“. Die Massai trinken die Milch, essen das Fleisch, nehmen die Kuhhäute als Schlafunterlage, machen Schmuck aus den Knochen. Und sie trinken auch das Blut. Das soll sehr gesund sein. Traditionelles Frühstück – ein Mix aus Milch & Blut. Brrrrr, da läuft mir doch ein Schauer den Rücken runter.

Ein paar Frauen führen uns noch ein traditionelles Lied vor. Wir halten uns trotz Aufforderung alle vornehm zurück im Mitmachen. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie trifft es bei solchen Gelegenheiten immer mich. Auserkoren von unserem Dorfführer darf ich mich in die Reihe der Frauen einfügen, kriege schnell ein paar Schmuckketten umgehängt und irgendetwas auf den Kopf gesetzt.

Na toll... und nun? Einfach mal mitklatschen... Oh je, komme ich mir blöd vor. Vor allem, weil alle anderen uns mit ihren Kameras bewaffnet die ganze Zeit nur anstarren und ablichten. Jetzt weiß ich, wie sich wohl die Tiere im Zoo hinter der Scheibe fühlen...

Nach einer gefühlten Ewigkeit werde ich erlöst. Dann folgt der obligatorische Gang zum „Marktplatz“. Wahrscheinlich der einzige Teil des Dorfes der nicht traditioneller Bestandteil ist, sondern extra nur für die Touristen.

Ich werde von einem John von Stand zu Stand geschleppt und er versucht mir alles mögliche an Schmuck und Deko-Artikeln aufzuschwatzen. Insbesondere das, was (angeblich) seine Mutter hergestellt hat. Nach der Hälfte der Runde merkt er dann auch, dass ich wohl nichts kaufen möchte. Puh, das ist ganz schön anstrengend, insbesondere die Frauen abzuwimmeln. Man will ja auch nicht unhöflich sein.

Aber die Massai-Frauen am Nationalpark-Eingang waren eigentlich die Schlimmsten. Die waren extrem aufdringlich, wollten einem direkt irgendwelche Bänder um den Arm wickeln, streckten ihre Hände einfach durch die Fenster in den Bus bzw. klopften dann wild an die Scheiben, nachdem wir die zugemacht hatten.

Nach dem Mittagessen im Camp haben wir etwas Freizeit bis zur späten Safari. Die wird wieder mal zur Gewitter-Regen-Fahrt. Das kommt anscheinend immer pünktlich um die gleiche Zeit. Zeitweise überlegen wir, ob wir das Dach wieder schließen sollen, aber durch die verregneten Scheiben sieht man auch nicht viel. Also, Regenjacke an und Kopf rausgestreckt.

Bei dem Wetter ist allerdings nicht viel an Wildlife zu sehen. Die Tiere haben sich wohl auch alle verkrochen. Aber dafür eine tolle Szenerie von schwarzem Himmel, Wolkentürmen, Blitzen, Sonnenlöchern und aus dem Gras herausragenden Akazien. In weiter Ferne sehen wir eine große Herde. Da stehen auch einige Autos, scheint also sehenswert zu sein. Da wollen wir hin.

Leider muss Titus uns da eine Absage erteilen – nur für Geländefahrzeuge möglich, die Straßen sind zurzeit zu schlecht und können bei dem Regen zur reinsten Rutschpartie werden. OK, stecken bleiben wollen wir hier lieber nirgendwo.

Dass es Löwen gibt, wissen wir nun ja schon... Auf einmal sehen wir, dass die Fahrzeuge da unten im Tal alle wenden und davon brausen. Was ist denn nun los? Da muss es etwas spannenderes zu sehen geben als eine Riesen-Antilopen-Herde. Vielleicht wieder Löwen? Auch Titus gibt Gas, verrät uns aber mal wieder mit keinem Wort, was los ist. Wohl wieder eine „Überraschung“...

Von allen Himmelsrichtungen kommen auf einmal Fahrzeuge angesaust. Jeder versucht schneller als der andere zu sein und die beste Fahrlinie auf der schlechten Piste zu finden. Wir sehen das Ziel. Auf einem Hügel gibt es schon eine Ansammlung von Wagen und alles strebt dahin. Ich komme mir vor, wie in einer Autorallye.

Oben angekommen reihen wir uns in die Blechmasse ein und versuchen von Dach zu Dach von anderen Touristen herauszufinden, worum es hier geht. Ein Mann sagt nur „Stay there, get your camera ready, it’s coming, it’s coming…” Ja, schön, es kommt, aber was denn? Wir sind total aufgeregt. Das ist fast spannender als ein Krimi.

Und da, in aller Seelenruhe, ich traue meinen Augen kaum, taucht direkt neben unserem Vordermann am Wegesrand ein Gepard auf. Wahnsinn, die wollte ich doch so gerne mal sehen! Die ganzen Autos scheint er gar nicht so recht wahrzunehmen und geht ganz zielstrebig weiter. Da taucht dahinter sogar noch ein zweiter, scheinbar etwas jüngerer Gepard auf.

Wir versuchen alle, Fotos zu erhaschen, bevor die zwei im hohen Gras verschwinden und sogleich wieder bestens getarnt sind. Alle starren den beiden ganz gebannt hinterher. Zeit sich mal umzuschauen. Fast genauso beeindruckend dieses Schauspiel in anderer Richtung – es haben sich hier innerhalb von wenigen Minuten (oder waren es sogar nur Sekunden?) an die 50 Fahrzeuge versammelt. Der Stau löst sich erstaunlich geordnet wieder auf. Ein paar Geländefahrzeuge versuchen die Geparde über einen Seitenweg noch weiter zu verfolgen.

Wir machen uns mitsamt der Minibus-Kolonne auf den Rückweg. Denn wir haben nur noch etwa eine halbe Stunde, bis wir gemäß Parkordnung wieder zurück sein müssen. Was ein toller Tag!

Tag 4: Boot statt Bus am Lake Naivasha

Heute verlassen wir die Masai Mara und sehen wieder jede Menge Massai mit ihren Rinderherden sowie Gazellen, Zebras und Gnus. An die Rüttelpiste haben wir uns irgendwie schon gewöhnt. Titus sagt, so ein Safari-Fahrzeug hält hier maximal 3-4 Jahre. Unseres ist zwei Jahre alt. Wir sind beruhigt, also sollte es wohl noch halten.

Na ja, klappt nicht ganz. Auf einmal fällt das Lenkrad auseinander bzw. die Verkleidung ab. Aber halb so wild. Titus erspäht einen eingestaubten Gurtrest am Straßenrand, mit dem er das Lenkrad einfach wieder zusammenknotet. Bei nächster Gelegenheit soll es neue Schrauben geben.

Nein, an sich macht der Bus wirklich einen ordentlichen Eindruck und Titus ist ein sehr guter Fahrer. Bei diesen Straßenverhältnissen ist das wirklich eine Meisterleistung unfallfrei und trotzdem nicht im Schneckentempo voranzukommen.

Als wir endlich wieder Asphalt erreichen, kommt es uns schon ganz komisch vor. Als würden wir dahin gleiten. Und es ist auf einmal so still - kein rappeln und klappern mehr...

Mittags kommen wir in unserer Lodge am Lake Naivasha an. Ein schönes Gelände mit uraltem Baumbestand, vielen Blumen, vielen Vögeln und einem Gnu – das scheint hier als Rasenmäher zu fungieren. Nur schade, den See sieht man nicht. Das hatte ich eigentlich gedacht, aber es gibt zuviel Gebüsch davor.

Nach dem Mittagessen machen wir alle den Bootsausflug auf dem Naivasha-See zur Crescent Island mit. Wir sehen jede Menge Vögel – Störche, Kingfisher, Kormorane, Seeadler, Nilgänse, Reiher, Pelikane – und natürlich auch Nilpferde. Schade nur, dass die nicht so richtig aus dem Wasser hoch kommen.

Auf der Insel geht es zu Fuß weiter. Uns wurde einiges an Tieren versprochen und wir freuen uns auf eine kleine Pirsch zu Fuß. Die Tiere auf der Insel sind wohl ursprünglich zum Filmdreh „Jenseits von Afrika“ hierher gekommen. Zuerst zu den Giraffen heißt es dann. Enttäuscht müssen wir feststellen, dass die sich in einem eingezäunten Bereich befinden. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.

Giraffen hinter Zaun und vor Stromleitung – da kommt kein richtiges Safari-Feeling auf. Aber es gibt auch noch andere Tiere, die frei herumlaufen: viele Gnus und Wasserböcke, Impalas und auch ein paar Büffel. Hier dürfen wir aber nicht näher ran – zu gefährlich.

Insgesamt ein schöner Ausflug und vor allem eine gelungene Abwechslung zum aus dem Bus rausschauen.

Tag 5: Auf der LKW-Autobahn zu den roten Elefanten

Bevor es heute losgeht (unsere Standard-Abfahrtszeit scheint wohl 7.15 Uhr zu werden) schmücken wir noch unseren Bus mit einem neuen Busschild vorne und hinten, als kleiner Gag für Titus, der ja immer so happy ist, wenn seine Ladies happy sind. Jetzt sind wir offiziell der „Happy Lady Bus“. Wir haben Glück, dass Titus für diesen Scherz zu haben ist. Er rückt sein Schild sogar immer wieder ganz stolz zurecht. Auch viele andere Fahrer und Fußgänger können sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Es geht den ganzen Weg zurück nach Nairobi und dann weiter Richtung Tsavo Park. Wir fahren auf der Hauptroute, sozusagen auf der „Autobahn“. Nicht weniger abenteuerlich als die Masai Mara-Pisten. Die Straße ist gut, aber es wimmelt voll LKWs (so viele auf einmal habe ich glaube ich noch nicht gesehen), die mit den wildesten Manövern überholt werden und sich auch gegenseitig überholen.

Mitunter wird einfach 3-spurig gefahren. Nur dass die „Mittelspur“ von beiden Fahrtrichtungen gleichermaßen beansprucht wird. Da wird einem schon etwas mulmig, wenn man so geradewegs auf einen LKW zufährt. Wobei Titus immer ganz vorbildlich fährt ohne Risiko einzugehen. Auch die Außenspiegel werden uns nicht abgefahren. Aber bei so manch anderem Wagen denke ich ein paar Mal, es würde nicht passen, so kurz vor knapp wie die manchmal einscheren.

Am Nachmittag erreichen wir den Eingang zum Tsavo Ost. Nicht alle wollen die optionale Safari heute nachmittag und morgen früh mitmachen. Also fährt der John-Bus direkt zur Unterkunft und wir nehmen noch zwei Mitfahrer auf. Und dann geht’s los, mal wieder auf Safari.

Eine unglaublich tolle Landschaft hier. Die rote Erde leuchtet kräftig. Dazu blauer Himmel und ein paar Berge im Hintergrund. Die Straße ist eben und sonst scheint keiner unterwegs zu sein. Wir finden das total entspannend – ruhige Fahrt, idyllische Landschaft und mit dem Kopf an der frischen Luft nach dem LKW-Straßen-Mief einfach herrlich!

Zunächst sehen wir nur immer wieder Dikdiks. Aber wir finden auch ein paar Giraffen. Und dann ein Highlight – eine große Büffelherde, welche die Straße überquert und wir fahren quasi mittendurch. Und dann sehen wir noch Elefanten, auch ganz nah. Einfach toll!

Der Park ist für die roten Elefanten bekannt, welche die Farbe durch die rote Erde haben. Ein Elefant demonstriert uns auch direkt mal, wie man sich mit dem roten Sand einstäubt. Die Warzenschweine sind hier genauso rot.

Ab und zu trifft man dann doch auch noch ein anderes Fahrzeug. Von einem gibt es mal wieder einen Tipp (wir hatten den Funk aus) und Titus macht kehrt. Das kennen wir jetzt ja schon. Das bedeutet immer eine Überraschung größerer Art. Nur welche diesmal. Titus macht es wie immer spannend. Es kann ja eigentlich nur ein Löwe, Gepard, Leopard oder Nashorn sein, denken wir. Die Wetten laufen.

Leider kommen wir ein wenig spät und sehen nur noch eine Löwin von rechts nach links über die Straße laufen und sogleich im Gebüsch verschwinden. Schade, so kurz, aber immerhin. Da merkt man mal wieder, auf Safari kommt es eben darauf an, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Man kann nie wissen, ob man etwas spannendes sehen wird und wenn ja, was.

Als wir später unseren anderen Teil der Gruppe wiedersehen, der früher zur Unterkunft gefahren ist, erfahren wir, dass sie von dort aus auch einige Tiere beobachten konnten. Auch Elefanten, die wohl relativ nahe rankommen. Das Glück kann man also auch haben, entspannt von der Terrasse Tiere zu beobachten. Unsere Zelt-Zimmer haben alle eine eigene Terrasse mit Mini-Pool und direktem Blick ins Buschland. Ein Elektrozaun ein paar Meter davor bietet den nötigen Schutz.

Schade, dass wir hier nicht mehr Zeit haben. Hier ließe es sich länger aushalten. Für unseren Teil der Gruppe geht es aber morgen früh noch mal auf Safari im Tsavo und danach ziemlich direkt weiter. Nashörner gibt es im Tsavo übrigens nicht, haben wir dann auch noch herausgefunden.

Tag 6-7: Savanne, Stadt & Strand

Heute treffen wir uns in aller Frühe um 6.15 Uhr auf einen schnellen Kaffee/Tee. Wobei wir uns an das Teewasser dann doch nicht rantrauen, da es noch nicht richtig kocht und beim kenianischen Wasser sind wir mal lieber vorsichtig, da das Leitungswasser (für uns) nicht trinkbar ist. Daher gibt es auch in jeder Unterkunft im Zimmer kleine Flaschen Wasser zum Zähne putzen.

Wahnsinn wie schnell es hell wird (genauso natürlich auch dunkel), nicht so lange Dämmerung wir bei uns. Also, schnell los auf Safari im Tsavo Ost, bevor es zu spät wird. Wir wollen ja schließlich noch Löwen sehen. Oder einen Leoparden. So zumindest unser persönlicher Plan.

Und wir haben tatsächlich Glück, zumindest was die Löwen angeht. Zunächst sehen wir nur welche relativ weit weg auf einem Felsen. Ohne Fernglas schon schwer zu sehen. Aber dann kommt noch eine Löwin ganz nah an die Straße und überquert sie. Und noch viel toller – die Löwin startet einen Angriff auf eine Herde Antilopen und rast denen hinterher. Spannend – wir werden tatsächlich Zeugen einer Jagdszene. Die Löwin schafft es auch eine Antilope von der Herde zu trennen, erwischt sie aber dann doch nicht. Gemächlich kehrt sie wieder zurück und kommt wieder direkt bei uns über die Straße. Super!

Später sehen wir auch noch mal eine ganze Löwenfamilie, die von rechts nach links über die Straße läuft, immer abwechselnd ein großer Löwe und ein kleiner Löwe. Ich habe bis neun gezählt. Leider ging das Ganze sehr schnell und wir sind auch etwas weiter weg stehen geblieben, um sie nicht zu stören. Aber wir haben sie gesehen. Und so viele! Nur für ein Foto hat es nicht gereicht, da war ich nicht schnell genug. Man sollte seine Kamera einfach immer auslösebereit haben.

Ansonsten sehen wir natürlich wieder viele rote Elefanten und viele Zebras. Es sind auch wieder viele kleine Elefanten dabei. Einer ist ganz putzig, er hat Schwierigkeiten den Straßengraben zu überwinden. Aus seiner Perspektive anscheinend eine enorm tiefe Schlucht. Außerdem sehen wir Elen-Antilopen, die größten Antilopen.

Wir können leider nicht näher ran, da sie wohl sehr scheu sind und wir wollen sie ja nicht vom Wasser trinken abhalten. In einer gefühlten Ewigkeit nähern sie sich der Wasserstelle auf der anderen Straßenseite. Bei jedem kleinsten Geräusch bleiben sie stehen und drohen wieder umzukehren, also sind wir alle ganz still und versuchen uns nicht zu bewegen.

Und das, obwohl wir bestimmt ein paar hundert Meter entfernt sind. Wir warten geduldig. Und gerade als die Elens fast die Straße erreichen, drehen sie auf einmal ab und machen kehrt. Hinter uns kommt ein anderes Fahrzeug angebraust. Na toll...

Nach der Safari gibt es erst mal Frühstück. Dann geht es nach Mombasa. Weiter auf der so-genannten Autobahn. Wieder jede Menge LKWs. Und dann etwa 5 km Baustellen-Stau. Das reinste Verkehrschaos. Unmengen LKWs und dazwischen ein paar Minibusse wie wir und natürlich auch Fußgänger. Es wird wild links und rechts an der Schlange vorbeigefahren und im Slalom um die LKWs. Gerne auch im Straßengraben oder mitten im Gegenverkehr. Sehr abenteuerlich...

In Mombasa machen wir eine kleine Stadtrundfahrt. Wie auf Safari mit offenem Dach. Dabei kommen wir uns allerdings ein wenig merkwürdig vor und sind uns nicht immer sicher, wer denn hier eigentlich wen beobachtet. Es herrscht jede Menge hektisches Treiben. Reichlich Verkehr, insbesondere Tuk-Tuk-Taxis, dazwischen auch Leute mit Holzkarren und wie immer zig Fußgänger. Man sieht auch hier ausnahmslos Schwarze.

Am Straßenrand werden verschiedenste Waren gehandelt – Kleidung, Obst, Holz – einfach alles. Es ist laut, miefig von Abgasen und wuselig. Ganz schön anstrengend nach der Zeit in den Nationalparks.

Wir halten noch am Fort Jesus für einen kurzen Fotostopp. Das Fort wurde von den Portugiesen gebaut (um 1590), ist noch ziemlich gut erhalten (zumindest sieht das von außen so aus) und ganz schön wuchtig. So ganz wohl fühlen wir uns hier aber nicht – zu viele Gestalten, die uns beobachten.

Und dann sind wir am Meer in unserem Badehotel – die frische Meeresluft ist eine Wohltat nach den Abgasen. Die Hotelanlage ist ziemlich groß und liegt direkt am Strand. Das Hotel hat wohl auch den längsten Strandabschnitt am Bamburi Beach. Hier lässt es sich aushalten.

Der Strand ist schön feinsandig, leider nur mit vielen Verkäufern bespickt, die man sogleich an der Backe hat, sobald man nur in die Nähe des Strandes kommt. Das nervt schon sehr. Aber es gibt ja auch nette Swimmingpools zum Baden. Durch die vielen Palmen findet man immer ein Schattenplätzchen. Bei Bedarf schieben einem die Poolboys die Liegen auch gerne an den Wunschplatz.

Auch für einen Drink oder Essensbestellung bräuchte man sich nicht an die Poolbar bewegen. Einfach die kleine Fahne hissen und dann kommt (irgendwann) jemand, um die Bestellung aufzunehmen.

In den Zimmern ist es leider etwas muffig-feucht, aber das bleibt bei der Meeresnähe wohl nicht aus. Im Zimmer ist man aber ja auch eh selten. Nach dem üppigen Abend-Buffet und einem Drink an der Cocos Bar freue ich mich aufs Ausschlafen.

Tag 8: Shopping-Tag

Das mit dem Ausschlafen hat nicht ganz so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Die Gäste im Zimmer nebenan hatten andere Pläne und haben morgens früh schon ihre Möbel durchs Zimmer geschoben. Leider etwas hellhörig die Wände. Dafür entschädigt das tolle Frühstücksbuffet. Das Essen hier ist wirklich gut.

Später nehmen wir uns mit ein paar Leuten ein Taxi und fahren zur Shopping Mall ganz in der Nähe. Mit unserem Fahrer vereinbaren wir zwei Stunden Aufenthalt und einen entsprechenden Festpreis. Er will uns auch wieder zurückfahren. Da wir ihm noch kein Geld gegeben haben, sind wir guter Hoffnung, dass das auch klappt.

Wir hatten vorher extra unseren Reiseleiter und auch noch mal die Rezeption gefragt, da wir uns etwas komisch vorkommen, einen eigenen Fahrer vor der Tür abzustellen und warten zu lassen bis wir fertig sind mit Bummeln. Aber anscheinend macht man das hier so.

Allzu viel zum Bummeln gibt es dann allerdings nicht. Nur wenige kleinere Geschäfte und einen großen Supermarkt. Den finden wir wiederum sehr interessant. Hier gibt es wirklich alles zu kaufen, bis hin zu Möbeln, Fahrrädern, Macheten usw. So eine Machete wäre ja auch mal ein interessantes Souvenir, aber damit kommen wir wohl kaum ins Hotel. Da werden nämlich alle einfahrenden Autos und vor der Lobby auch noch mal alle Gäste kontrolliert.

Das mit dem Fahrer hat jedenfalls geklappt. Er hat tatsächlich auf dem Parkplatz brav auf uns gewartet. Auf der kurzen Fahrt empfiehlt er uns gleich noch zwei Ausflüge – für die er uns natürlich fahren könnte. Geschäfte machen können sie hier alle.

A propos Geschäfte, das Erlebnis des großen Handelns nehmen wir heute auch noch mit. Im Hotel haben ein paar Männer ihre Holzfiguren ausgestellt (bzw. auf dem Gras ausgelegt) und eine Frau Tücher, Taschen und ähnliches.

Da wir mittlerweile ja wissen, dass man sofort umzingelt wird, wenn man nur in die Nähe geht, versuchen wir uns mal unauffällig von der Poolseite anzupirschen und vom Wasser aus schon mal abzuchecken, ob überhaupt was Interessantes dabei ist. Aber selbst das entgeht den Verkäufer-Adleraugen nicht.

Da ein paar von uns tatsächlich etwas kaufen wollen, steigen wir also etwas später in die Verhandlungsrunden ein. Für uns echt schwierig, so ungeübt wie wir auf dem Gebiet sind. Und man will ja irgendwie auch nicht ganz unverschämte Preise verlangen. Aber die Einstiegspreise liegen nun mal in utopischen Höhen. Da muss man sich wirklich vorher genau überlegen, was man eigentlich ausgeben will.

Auf ein Drittel des Anfangspreises kommt man eigentlich fast immer, manchmal sogar noch weiter runter. Oft lohnt es sich, wenn man ohnehin Interesse hat, im Verlauf der Verhandlung noch weitere Dinge in einen Sammelpreis mit einzubeziehen.

So bekommt man schon mal eine kleinere Sache „gratis“ dazu. Was bei uns auch gut funktioniert hat, sich mit dem Preis nicht einverstanden zu zeigen und einfach mal zu gehen. Dann kommt meist doch jemand mit einem neuen Preis hinterher gelaufen, sofern noch Spielraum da ist.

Ich bin erstaunt wie gut die Verkäufer deutsch können – zumindest die für sie nützlichen Begriffe. Die bekommen immer genau mit, über welche Teile wir uns gerade unterhalten und direkt werden uns die verschiedensten Varianten davon vorgelegt und angepriesen.

Geläufigste Währung für Souvenirs ist übrigens US$, wobei die meisten aber auch Euro und Kenianische Schilling nehmen. Entsprechend sollte man die Umrechnungskurse im Kopf haben.

Ich muss sagen, meine Lieblings-Art des Einkaufens ist das sicher nicht, aber ein Erlebnis ist es allemal, das es sich lohnt mitzunehmen – auch wenn man hinterher vielleicht nur was für drei Dollar kauft.

Tag 9: Relaxen im Beach-Hotel

Zwei Tage einfach nur relaxen ohne Programm. Ich finde das Wetter total angenehm. Es ist nicht zu heiß und immer recht windig. Nachmittags kommen meist mehr Wolken auf und es tröpfelt ab und zu. Komischerweise kriege ich immer dann Regentropfen ab, wenn ich gerade ein Sonnenloch über mir habe. Hier ist wohl alles ein wenig anders.

Am Sonntag machen wir noch einen kleinen Strandspaziergang. So mit mehreren Leuten wird man anscheinend auch eher in Ruhe gelassen. Vielleicht sind wir mittlerweile auch geschickter, den Verkäufern auf ihr „Looki looki“ zu signalisieren, dass wir gerade kein Interesse haben. So lassen wir uns auch nicht zu einem Kamelritt am Strand bequatschen.

An einer Stelle steht eine Gruppe Menschen bekleidet im Wasser. Wir fragen uns, ob da wohl gerade eine Taufe oder so stattfin-det. Zumindest ist ja heute Sonntag und von daher wäre das doch möglich. Ließ sich aber nicht abschließend rausfinden.

Die restliche Zeit verbringe ich mit schwimmen, spazieren durch die Anlage, Sonnen baden, Post-karten schreiben, lesen etc. Auch mal schön, aber ein Tag weniger wäre auch ok gewesen. So langsam wollen wir doch wieder weiter, mehr vom Land sehen und auf Pirsch gehen.

Gut, in der Anlage gibt es wohl auch Affen, die sich nachts, wenn alle schlafen hier tummeln, aber dafür stehe ich nicht extra auf. Und ansonsten gibt es nur einige Vögel. Kleinere spatzenartige, die sich morgens beim Frühstück im Restaurant tummeln und große Raben, die allerdings sogleich vertrieben werden, wenn sie dem Restaurant zu nahe kommen.

Dafür gibt es extra einen Angestellten, dessen einzige Aufgabe das Vögel verjagen zu sein scheint. Wegen seinem weißen Kittel verleihen wir ihm den Namen „Vogel-Doktor“. Sein Arbeitswerkzeug ist übrigens eine Steinschleuder.

Dazu passend sei vielleicht auch noch der „Origami-Mann“ erwähnt. Der Angestellte im Bankschalter des Hotels, den man in seinem Hinterzimmer überhaupt nicht finden würde, wenn man nicht wüsste, dass es ihn gibt. Rein kommt man auch nur, wenn er von innen den Türbuzzer drückt.

Jedenfalls ist er auch der Zuständige für den Briefmarkenverkauf und davon kaufen wir alle ziemlich viele (so dass sie irgendwann sogar ausverkauft sind). Auf die kleineren Postkarten kommen immer zwei Marken, auf die größeren drei. In feinsäuberlicher und mühsamer Bastelarbeit trennt er die Briefmarken entsprechend immer zu zweit oder dritt aus seinem großen Bogen. Dann alles noch mal und noch mal durchgezählt. Manchen klebt er die Marken auch noch genauso adrett und millimetergenau auf die Karten.

Hier hat man halt Zeit für so was. Willkommen in Afrika!

Tag 10: Elefantenparadies ohne Kilimandscharo

Heute geht es weiter mit unserem Abenteuer Afrika. Abfahrt heute mal um 7.30 Uhr. Es geht zunächst die uns schon bekannte Strecke zurück, durch Mombasa bis zum Tsavo, wo John an der Lodge schnell noch unsere Mittags-Picknickboxen einsammelt.

An einem schönen schattigen Plätzchen machen wir dann Pause und plündern unsere Kartons. Hier ist eigentlich für Jeden was dabei. Gekochtes Ei, ein Stück Hühnchen, Sandwich, ein Stück Kuchen, Cracker etc..

Bis wir im Amboseli Park sind ist es 16 Uhr. Was eine lange Fahrt. Und direkt noch eine Safari hinten dran. Zur Lodge geht es erst danach. Leider bleibt uns der Blick auf den Kilimandscharo größtenteils verwehrt. Nur ab und zu lugt die schneebedeckte Spitze aus den Wolken. Schade, auf diese Kulisse hatte ich mich so gefreut – Elefanten vorm Kilimandscharo.

Tja, heute nur Elefanten, aber davon reichlich. Wohin man guckt, überall sind Elefanten unterwegs. Wir halten uns lange bei einer Gruppe auf, die spannend zu beobachten ist. Rechts aus einem sumpfigen Gebiet kommend und schön feucht eingeschlammt, überqueren sie vor uns die Straße, um sich dann auf der linken Seite mit trockenem Staub weiter einzupudern und das ganze dann an Termitenhügel-Felsen wieder abzuschubbern. Zu komisch, wie sie sich etwas ungelenk an den Felsen positionieren. Um auch den Hintern abzuschubbern, setzen sie sich sogar darauf. Wie im Zirkus.

Es sind auch viele kleine Elefanten dabei, die versuchen die Großen nachzuahmen. Im sumpfigen Gras gucken die Kleinen kaum noch raus. Sieht auch sehr witzig aus.

Ansonsten sehen wir die üblichen Verdächtigen – Gazellen, Zebras, Gnus, verschiedene Vögel. Ach ja, und ein Nilpferd. Allerdings sehr weit weg. Und erst nur den Po. Könnte auch einfach ein grauer Stein sein. Bis der sich dann bewegt.

Ganz toll ist auch noch der fantastische Sonnenuntergang. Das hatten wir bislang ja eigentlich noch nie. Sonst war die Sonne immer einfach nur schnell weg. Jetzt reicht das Farbenspiel von gelb, über orange bis rosa-rot. Ich bin immer noch etwas traurig, dass der Berg nicht zu sehen ist. Das wäre genial bei dem Licht. Abends im Camp können wir noch ein kleines Stückchen Kilimandscharo bei Vollmondschein sehen. Einfach schade, dass so viele Wolken da sind.

Unsere Zelt-Terrasse hat direkten Blick zum Berg. Abends lauschen wir draußen noch eine Weile den faszinierenden Geräuschen des Busches. Sehen können wir trotz Vollmond im Gebüsch eigentlich nichts, aber das macht es natürlich noch spannender. Fast sogar ein wenig unheimlich, da wir den Geräuschen weder bestimmte Tiere noch Entfernungen richtig zuordnen können.

Das eine hört sich an wie eine Eule, aber doch irgendwie anders. Und war das ein Esel? Oder klingen vielleicht Zebras auch ähnlich? Und quiekt da etwa ein Schwein? Wenn, dann könnte es ja nur ein Warzenschwein sein. Und dann ein Trampeln wie bei einer weglaufenden großen Herde. Jagt da vielleicht jemand? Und da knackt doch was vor uns im Gebüsch! Ich kann mich noch so anstrengen, im dunklen Busch kann ich beim besten Willen nichts erkennen.

Da prüfen wir doch lieber noch mal das Vorhängeschluss am Zeltreißverschluss, bevor wir schlafen gehen. Auch wenn es natürlich noch einen Elektrozaun zum Gelände gibt. Aber man kann ja nie wissen...

Tag 11: Tschüss, Kenia! & Willkommen im Tansania-Urlaub!

Unser letzter Vormittag in Kenia. Ein wenig Wehmut kommt auf. War schon schön hier. Und dann müssen wir uns auch noch von unseren zwei Mädels verabschieden, die nicht weiter mit nach Tansania kommen. Wir werden auch zwei neue Fahrer bekommen.

Aber erst mal geht es noch einmal mit allen durch den Amboseli. Der Kilimandscharo ist heute gar nicht zu sehen. Auch morgens früh hatten wir extra geschaut, da unser Guide den Tipp gegeben hatte, dass zum Sonnenaufgang oft weniger Wolken da sind. Aber es war diesmal nur unten ein Stück zu sehen, die Spitze gar nicht mehr.

Dafür sehen wir mal eine Giraffe etwas näher. Leider auch sehr scheu der junge Netzgiraffenbursche und schnell davon getrabt. In weiter Entfernung auf einem Baum sitzt ein Geier. Später sehen wir noch einen, aber auch nur als Punkt auf einem Baum. Und dann wieder jede Menge Elefanten. Obwohl wir jetzt schon so viele gesehen haben, macht es immer noch Spaß sie zu beobachten. Trotz ihrer Masse strahlen sie eine gewisse Eleganz aus. Und vor allem eine Seelenruhe.

Heute morgen sind die meisten damit beschäftigt trockenes Gras zu futtern. Dazu lockern sie es zunächst durch Scharren mit einem Vorderfuß (die Meisten sind Linksfüßler), rupfen dann ein Büschel mit dem Rüssel raus, klopfen noch ein wenig den Staub ab und schieben es sich dann genüsslich ins Maul. Einige kleine Elefanten sind auch wieder dabei.

Aber auch die großen Bullen mit ihren langen Stoßzähnen sind sehr beeindruckend. Obwohl die meisten auch irgendwie schon lädiert sind. Ein Stoßzahn halb abgebrochen oder auch ganz. Ein Elefant hat keinen Schwanz mehr. Only the strong survive... Begleitet werden die Elefanten von Kuhreihern, die entweder immer mitlaufen, um die Insekten zu fressen oder einfach direkt auf dem Elefanten mitreiten.

Thomsons und Zebras sind auch wieder mit von der Partie. Heute haben wir mal gleich vier Spezies auf einmal im Blick. Zebras und Gazellen im Hintergrund, ein Elefant unter einem Baum im Vordergrund und auf dem Baum noch ein paar Paviane. Einige Gnus sehen wir heute auch noch. Und später noch eine große Pavian-Familie, welche die Straße blockiert und auch nicht viele Anstalten macht, mal aufzustehen.

Hier sind auch ganz viele kleine Äffchen dabei, wohl gerade mal ein paar Wochen alt. Die toben rum als würde es uns gar nicht geben, während die Männchen doch mal einen strengen Blick zu uns raufwerfen. Tja, mit Löwe, Leopard und Hyäne wird das wohl nichts mehr heute. Auch am „hyena den“ ist keiner zu Hause. Nur ein Warzenschwein.

Dafür nutzen wir die Fahrt, unterwegs unser Swahili Vokabular aufzubessern. Zum Beispiel: tembo = Elefant, punda = Zebra (wohl auch eine Art Schimpfwort), twiga = Giraffe, fisi = Hyäne. Unser Fahrer hat sichtlich Spaß, dass wir versuchen seine Sprache zu lernen. Zum Abschied gibt es noch eine Herde Gnus von rechts nach links über die Straße. Und das war sie schon - unsere letzte Safari in Kenia.

Auf geht’s zur Grenze nach Namanga. Ausreiseformular ausfüllen, in der Schlange anstellen, Ausreiseformular abgeben, Finger scannen lassen, Ausreisestempel bekommen. Dann wieder einsteigen und Fahrt über die Grenze. Dort wieder aussteigen.

Hier warten schon unsere beiden neuen Fahrer Eddy und Eduard mit grasgrünen Geländefahrzeugen. Wir haben ein größeres Fahrzeug für sechs Personen (wir sind zu fünft - die „big five“) und ein kleineres Fahrzeug für vier Personen. Unser Gepäck wird umgeladen.

Also, Abschied nehmen von John, Titus, den beiden Mädels und den Minibussen. Dann geht es erst mal ins Grenzbüro. Einreiseformular ausfüllen, Fragebogen vom Tourismusamt ausfüllen, Visum zahlen (hier sollte man US$ dabei haben, denn sie nehmen unverschämterweise tatsächlich einen Einheitspreis von 50 US$ oder 50 € – in Kenia waren es 50 US$ oder 40 €), Einreiseformular und Pass abgeben, Finger scannen lassen und warten bis der Pass gestempelt zurück kommt.

Geschafft! Unser Tansania-Abenteuer kann losgehen. Oder gemäß Eddy: „Willkommen im Tansania-Urlaub“.

Beide Guides sprechen übrigens recht gut deutsch, obwohl ja eigentlich englischsprachige Fahrer angekündigt waren. Die meisten freut’s, ich bin ein wenig enttäuscht, denn irgendwie hatte ich mich doch auch darauf gefreut, mal wieder ein wenig englisch zu trainieren.

Mit Blick auf den Mount Meru geht es für uns Richtung Arusha. Die Straße ist fast neu, wohl erst vor zwei Jahren gebaut worden, und Eddy pest mit 100 km/h da lang. Das sind wir ja gar nicht mehr gewöhnt. Auch wird hier mehr gehupt als in Kenia. Der Kilimandscharo bleibt leider wieder in Wolken verhüllt, so dass wir nun auch die letzte Chance verpassen, mal mehr von ihm zu sehen. Schade, aber man muss ja auch immer einen guten Grund haben, noch mal wieder zu kommen.

Wir fahren mal wieder durch Massai-Land. Unterwegs machen wir eine Picknickpause mit Lunchbox. Insgesamt ist die Gegend hier viel hügeliger und bergiger. Meistens auch grüner und üppiger. Es gibt viele Bananenpflanzen, auch ein paar Kaffeeplantagen. Wir queren sogar einen richtigen kleinen Bach. Nachdem wir gefragt haben, wo wir für Tansania noch Geld wechseln könnten, sagt unser Guide „In Arusha wir machen einen Stopp für Geldwäsche“. Ah ja - deutsche Sprache, schwere Sprache ;-).

Arusha scheint mir nicht so groß und ganz so städtisch zu sein wie Mombasa. Aber auch hier ist viel los auf den Straßen. Man kriegt auch schon mal ungefragt die Scheiben geputzt. Die Straßenkinder versuchen halt irgendwie Geld zu verdienen. Insgesamt macht uns Tansania aber von den ersten Beobachtungen her einen etwas reicheren Eindruck als Kenia, sofern man hier natürlich überhaupt von reich sprechen kann.

Im Safari-Büro deponieren wir noch schnell die Souvenirs einer Mitreisenden, damit die große Giraffe und die Figuren auf den wohl noch folgenden schlechten Straßen keinen Schaden nehmen. Sie werden auf dem Rückweg zum Flughafen wieder eingesammelt.

In der Meru View Lodge (wegen Wolken mittlerweile aber ohne view) werden wir in fließend deutscher Sprache empfangen. Die Lodge wird von einem deutschen Paar geführt.

Tag 12: Es grünt so grün im Arusha Nationalpark

Der heutige Tag ist ganz dem Arusha Nationalpark gewidmet. Unsere Unterkunft liegt gleich um die Ecke, also können wir direkt starten. Mit 9.00 Uhr mal eine gemäßigte Safarizeit. Aber der Park ist auch nicht so groß, nur etwa 130 Quadratkilometer. Neben dem Mount Meru, der mal wieder im Wolkennebel liegt, gehört auch noch ein kleinerer Krater dazu sowie ein See.

Insgesamt ist es hier sehr grün und üppig, fast wie im Dschungel wuchert und rankt es überall. Das macht es natürlich schwieriger Tiere zu sehen, aber diese Üppigkeit ist trotzdem eine Wohltat. Relativ frisch ist es auch. Gut, eine wärmere und Fahrtwind-feste Jacke dabei zu haben.

Es gibt viele Affen hier, darunter die schwarz-weißen Stummelaffen (Colobus), die es wohl auch nur hier gibt. Ich finde, sie haben irgendwie was von riesigen Stinktieren hoch oben im Baum mit diesem dicken, puscheligen Schwanz. Außerdem sehen wir Diademmeerkatzen.

Neben dem dichten Wald gibt es aber auch ein paar offenere Flächen, wo wir Büffel, Zebras und Warzenschweine sehen. Die scheinen heute morgen noch etwas schläfrig zu sein und liegen meist nur rum. Wir sehen auch Giraffen, die anscheinend schlafen, jedenfalls mit abgeknicktem Hals im Gras sitzen, so dass der Kopf am Boden abliegt. Sieht nicht sehr bequem aus...

Am Aussichtspunkt am kleinen Ngurdoto Krater hat man einen tollen Blick hinunter. Wir können eine Büffelherde erkennen. Denen geht es sicher gut hier. Jede Menge Gras, so gut wie keine Feinde (nur ein paar Leoparden und Hyänen, die hier jagen) und da unten auch keine Touristen.

Am kleinen Momella-See machen wir eine Picknickpause. Wir haben wieder Lunchpakete dabei. Die Picknickbänke sind zwar etwas ramponiert und man muss aufpassen keinen Splitter oder rostigen Nagel im Hintern zu haben, aber der Blick auf den See ist schön. Weiter geht es zum großen Momella-See. Der hat am Rand eine richtige Salzkruste. Hier gibt es auch viele Wasservögel. Am anderen Ende schimmert als großer rosa Fleck eine Flamingo-Kolonie. Einfach mal eine ganz andere Landschaft – toll!

An anderer Stelle sehen wir noch eine Gruppe Wasserböcke, gut zu erkennen an dem weißen Kringel am Po. Und noch mal Zebras näher bei sowie auch einige Giraffen, die ganz gemütlich im Gras sitzen. Warzenschweine scheinen sich hier auch sichtlich wohl zu fühlen. Einzelne entfernte Buschböcke können wir auch noch ausmachen sowie im Vorbeifahren ein Dikdik.

Am frühen Nachmittag sind wir wieder am Parkausgang, wo der Wachmann uns noch auf Elefanten aufmerksam macht, die gleich hinter dem Gebäude unterwegs seien. Wir glauben erst er will uns auf den Arm nehmen, aber er hat Recht. Da spazieren tatsächlich zehn Elefanten durchs Gebüsch.

Während wir alle hinters Gebäude laufen, um die Elefanten zu sehen, bleibt unser Wagen einfach unabgeschlossen auf dem Parkplatz stehen. Hier scheint man in solchen Sachen viel lockerer zu sein als in Kenia. Als wir die Schranke passieren, trabt ein Stück hinter uns noch ein Elefanten-Nachzügler über die Straße. Ein schöner Abschluss.

Dann haben wir noch ein bisschen Zeit in unserer Lodge mit großem Garten. Für den Swimmingpool ist es mir dann aber doch zu frisch, obwohl er sehr einladend aussieht.

Tag 13: Storchenparadies Lake Manyara

Unser nächstes Ziel heißt Lake Manyara. Hier sollen wir zum Mittagessen ankommen. Bei nur etwa 150 km Strecke fragen wir uns, warum wir so lange brauchen sollten. Vielleicht wieder eine schlechte Straße? Nein, die Straßen hier sind bislang echt gut.

Tatsächlich wird die Fahrt durch ein paar Shopping-Stopps einfach künstlich in die Länge gezogen, da die Zimmer in der nächsten Unterkunft wohl nicht früher fertig sind. Na ja, vielleicht will man auch einfach nur, dass wir noch ein paar Souvenirs kaufen und etwas Geld im Land lassen.

Im ersten Laden tut das aber keiner. Viel zu teuer und wohl auch nicht verhandelbar. Beim zweiten Stopp darf verhandelt werden. Hier kommen wir auf ganz gute Preise, wobei mein Eindruck ist, dass Kenia günstiger war. Da hatten wir aber natürlich auch viel länger verhandelt. Hier sind die Verkäufer aber scheinbar auch nicht so geschäftstüchtig. Auch mal ganz nett, sich alles in Ruhe anschauen zu können. Zeit haben wir auch genug, denn unser Fahrer muss erst mal einen platten Reifen wechseln. Gut für den Verkäufer...

Auf der weiteren Fahrt sehen wir wieder einige junge Massai am Straßenrand, die ganz untypisch in schwarz gehüllt sind und im Gesicht mit weißer Farbe bemalt. Davon hatten wir schon mal welche gesehen, aber dann hinterher vergessen zu fragen, was es damit auf sich hat.

Wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, handelt es sich um Massai-Jungen, die, damit sie richtige Krieger werden können, für einige Zeit das Dorf verlassen müssen. Sie müssen quasi zeigen, dass sie alleine im Busch überleben können. Richtig alleine sind sie ja nicht, sie laufen eigentlich immer zu mehreren herum.

Beim dritten Stopp können wir rote Bananen kosten, die unser Fahrer für uns gekauft hat. Sehr lecker und schön süß. Die Souvenirs interessieren uns hier nicht so sehr (sind am Straßenrand auch schon etwas eingestaubt), sondern viel spannender sind die Massen von Störchen, die oben in den Bäumen sitzen.

Die Bäume haben quasi oben eine weiße Schicht von Vögeln und deren Hinterlassenschaften. In der Luft kreisen auch noch zig Vögel. Es ist ein Kommen und Gehen und Wahnsinns-Gekakel. In der Luft liegt ein leichter Fischgeruch. Muss wohl auch von den Vögeln kommen, die sich am nahe gelegenen Lake Manyara bedienen.

Zu unserem Hotel ist es von hier nicht mehr weit. Wir schrauben uns auf einer Serpentinenstraße am Great Rift hoch, denn die Lodge liegt oben auf der Kante mit Panoramablick runter auf den See und den dazugehörigen Nationalpark.

Mit Fernglas bewaffnet nutze ich die Zeit zwischen Mittagessen und Nachmittagssafari, um schon mal zu spähen, was wir später im Nationalpark alles sehen könnten. Ist zwar alles ziemlich winzig, aber gut genug zu erkennen. Es gibt Paviane, Zebras, Gnus, Antilopen, Giraffen, Elefanten, Flamingos und massenweise weiße Vögel, wahrscheinlich wieder Störche. Und Adler kreisen in der Luft. Ein toller Ausblick.

Bei der Safarifahrt sehen wir dann auch tatsächlich einiges von dem vorher erspähten. Paviane und Meerkatzen, ein paar Elefanten, Zebras und Impalas. An einem Aussichtspunkt am See dürfen wir sogar aussteigen. Hier hat sich auch eine Menge anderer Safarifahrzeuge versammelt. Jetzt kann man auch genau erkennen, dass die weiße Masse tatsächlich alles Störche sind. In einem kleineren „Pool“ schwimmen auch noch Hippos, begleitet von einigen Reihern.

Flamingos sind hier leider keine zu sehen und an einem anderen Punkt, wo wir noch hinfahren, auch nur sehr weit weg als rosa Ufersaum. Die Giraffen, die wir vorher noch aus einiger Entfernung gesehen haben, sind mittlerweile im Busch verschwunden. Und die Baumlöwen, für die der Park bekannt ist, finden wir leider auch nicht. Aber davon gibt es wohl auch nicht mehr wirklich viele, da muss man schon viel Glück haben.

Eine große Pavian-Familie sehen wir noch, die ganz lustig zu beobachten ist. Sie entschließen sich zu einer Familienwanderung und müssen einen Fluss überqueren. Sieht witzig aus, wie sie wie Flummis von einem Stein zum andern hüpfen. Nur die Muttis mit kleinen Klammeraffen am Bauch verzichten aufs Springen und nehmen lieber nasse Füße in Kauf.

Trotzdem hatten wir uns irgendwie mehr von dieser Safari erwartet. Irgendwie waren die 2,5 Stunden hier etwas zu kurz, sonst hätten wir vielleicht noch etwas mehr vom Park abfahren können. Na ja, morgen geht es in die Serengeti - und da werden wir wohl noch viel sehen.

Tag 14: Serengeti, wir kommen

Da wir heute erst um 9.00 Uhr losfahren, nutze ich die Zeit nach dem Frühstück noch mal kurz in den Nationalpark zu spähen. Da ist heute Morgen aber nichts tierisches zu sehen, ist aber im Morgenlicht auch alles noch ziemlich grau.

Bevor wir so richtig auf die Strecke gehen, halten wir noch mal kurz an einer Werkstatt, um die Luft in den Reifen prüfen zu lassen und die Luftfilter zu reinigen. Da sitzt ziemlich viel Staub drin. Auch wir waren nach der gestrigen Safarifahrt ganz schön eingestaubt. Sogar die Pflanzen rechts und links der Wege waren vom Staub ganz lila eingefärbt.

Als wir den Ort Karatu passieren, sehen wir, dass auf einer großen Fläche ganz viele Menschen unterwegs sind. Es ist heute großer Markt, der wohl nur einmal im Monat stattfindet. Eddy wendet und wir fahren einmal kurz über den Markt. Wohl bemerkt, fahren. Wir kommen uns etwas komisch vor, einfach zwischen den Leuten durch den Markt kutschiert zu werden.

Die Leute sind alle damit beschäftigt, Ware ranzukarren und auszuladen. Manche grüßen freundlich, manche gucken nur, manche wollen gleich was verkaufen und manche schimpfen auch, weil sie nicht fotografiert werden wollen. Auf dem Markt kann man wahrscheinlich alles kaufen, was man nur irgendwie brauchen kann – Schuhe, Obst, Vieh, Sisal,...

Nach noch einem kurzen Shopping-Stopp an einem Souvenirladen, erreichen wir das Ngorongoro Reserve. Hier stehen Unmengen an Safari-Fahrzeugen, da die Fahrer alle erst mal Papierkram erledigen müssen. Wir kriegen derweil eine kurze Info zu dem Ngorongoro-Gebiet und der direkt anschließenden Serengeti.

Wir lernen zum Beispiel, dass Ngorongoro kein Nationalpark ist, sondern eine Conservation Area, die es den Massai ermöglicht weiterhin hier zu leben. Im Ngorongoro Krater direkt dürfen sie allerdings nicht wohnen, nur die Viehherden dürfen hier weiden. Buschmänner sollen hier in der Gegend auch noch leben. Den Krater an sich, werden wir erst auf dem Rückweg besuchen.

Wir wollen ja erst mal in die Serengeti, und das heißt ab hier nur noch „Mamma Mia Straßen“. Wir kommen zunächst durch ein sehr grünes und waldiges Gebiet, ein richtiger Regenwald. Der Nebel hängt hier auch noch ziemlich tief. Am Aussichtspunkt in den Krater halten wir gar nicht erst – wir stecken mitten in den Wolken, auf fast 2.000 m Höhe.

Wir halten noch kurz am Grzimek Memorial, wo Michael und Bernhard Grzimek begraben wurden.

So nach und nach lösen sich die Wolken auf und liegen wie Watte ringsum auf dem Kraterrand. Ein Wolkenteppich wie man es vom Tafelberg in Südafrika kennt. Wir haben also Glück und können an einem anderen Aussichtspunkt doch noch einen Blick in den Krater werfen. In der Mitte kann man den See sehen, mit einem dicken weißen Salzrand. Hier scheint nach der Regenzeit schon wieder einiges an Wasser verdunstet zu sein.

Dann geht es für uns bergab in die Serengeti, was in Massai-Sprache so viel bedeutet wie „endloses Land“. Wohl wahr. Diese Weite beeindruckt uns direkt. Hier wird es auch gleich viel trockener und staubiger. Die riffeligen Waschbrett-Straßen erinnern mich an Namibia. Wie da schon gelernt, ist dieser Straßenzustand für Reifen wohl gar keine gute Sache. Und das kriegen wir natürlich auch direkt zu spüren.

Mitten in der Pampa haben wir einen Platten. Während wir uns versuchen einigermaßen vor Hitze und Staub der vorbeifahrenden Fahrzeuge zu schützen, müssen unsere beiden Fahrer in schweißtreibender Arbeit die schweren Reifen wechseln. Nicht zu beneiden... Zwei aus unserer Reisegruppe leiden quasi mit, denen ist gar nicht gut. Bei diesen Rüttelstraßen sicher nicht so angenehm.

Nachdem wir schon eine Giraffenfamilie gesehen haben, passieren wir das offizielle Tor zum Serengeti Nationalpark. Auf dem Weg zum Mittagsstopp sehen wir Strauße, Thomson-Gazellen, eine Hyäne und ein paar Trappen. An dem Picknickplatz ist wahnsinnig viel los. Jede Menge Safarifahrzeuge und die dazugehörigen Fahrer und Touristen. Und Vögel und Mäuse, die sich über Krümel aus den Lunchboxen hermachen.

Die Fahrt zur Lodge ist quasi unsere erste Safarifahrt (etwa zwei Stunden). Es gibt viele Antilopen - Riedbock, Kuhantilopen, viele Thomsons, Impalas, Dikdiks... Und natürlich Zebras. Elefanten sehen wir nur weiter weg, dafür aber noch mal ein paar Massai-Giraffen relativ nah.

Etwa gegen 17.00 Uhr kommen wir an der Lodge an. Toll, mit Blick auf die Serengeti. Gott sei Dank habe ich keine Affen auf meinem Balkon wie manch anderer, aber die Tür lasse ich dann doch lieber nicht offen stehen. Ansonsten können wir das tolle Hotel leider nicht so ganz genießen, denn es hat uns mittlerweile fast alle erwischt.

Und ich dachte erst, ich hätte nur das scharfe Curry von gestern Abend nicht vertragen. Aber als ich zum Abendessen komme, um wenigstens ein wenig zu essen, fehlen drei Leute ganz und zwei andere bestellen nur Tee. Wie traurig, die Menükarte mit reichlich Auswahl hört sich nach einer richtig guten Küche an und was ich so an den Nachbartischen sehe, sieht wirklich lecker aus.

Also müssen wir unserem Kellner wohl oder übel erklären, dass die meisten von uns nichts von dem Menü essen können, da wir leider etwas krank sind. Daraufhin will er als erstes wissen, wo wir denn heute hergekommen seien.

Danach schlägt er uns ein angepasstes Menü vor: als Vorspeise eine Suppe, als Hauptspeise nur Reis und als Nachtisch Bananen. Na, das scheint hier wohl häufiger mal vorzukommen... Und das, wo wir doch so vorsichtig waren in Sachen Leitungswasser, Salat, Obst etc. Immer getreu dem Motto „peel it, cook it or forget it“.

Na ja, jedenfalls ist das ganze Personal super nett und extremst bemüht. Und sogar unser Sparmenü kommt ganz adrett auf dem Teller angerichtet und dekoriert. Tja, leider geht nicht wirklich viel rein in den Magen. Na, dann mal lieber schnell ins Bett und beten, dass wir morgen wieder fit sind. Schließlich wartet ja die Serengeti auf uns.

Tag 15: Safari in der Serengeti mit Ausfällen

Nach einer eher weniger berauschenden Nacht, in der ich im Traum dem Guide schon mitgeteilt habe, ich könne nicht mitfahren, bin ich nun des Morgens total im Zwiespalt. Es bestünde tatsächlich die Möglichkeit diesen Tag auszusetzen und im Hotel zu bleiben, da wir hier noch eine Nacht bleiben.

Vernünftiger wäre das wohl. Aber die Serengeti auslassen? Na, mit wenig Essen im Magen und den nötigen Medikamenten wird es ja wohl gehen. Aber ob das ein gutes Zeichen ist, wenn ich es doch anders geträumt habe...

Kurzum, schlussendlich bleibt nicht viel Zeit zum Entscheiden, da Abfahrt schon um 6.00 Uhr ist und ich den Wecker natürlich angesichts der frühen Zeit ziemlich knapp gestellt habe. Also los! Als ich in der Lobby ankomme, sind die anderen schon da – zumindest die, die mitfahren, denn zwei haben die Ganztagssafari tatsächlich gestrichen.

Außer zweien hängen eigentlich alle in den Seilen. Auch unseren Guides geht es anscheinend nicht so gut. Wir verfluchen also alle das Essen des vorherigen Hotels (so schön es dort auch war) und überlegen nur mit einem Guide und einem Auto zu fahren. Schlussendlich fahren wir doch mit zwei Autos, so dass eventuell ein Teil früher zurückfahren könnte. Für diese Option sind wir sehr dankbar und starten nun etwas beruhigter unsere Serengeti-Safari.

Als wir losfahren ist es noch ziemlich dunkel, ganz schön anstrengend so ins Halbdunkel zu peilen. Wir sehen ein paar schlafende Giraffen und zwei Hyänen, die etwas Beute bearbeiten. Was das mal war, können wir aber nicht erkennen. Wie immer wird es schnell hell. Ein wirklich schöner Sonnenaufgang, und das in der Serengeti. Die Akazien zeichnen sich toll vor dem blau-rosa Himmel ab - ein Traum.

Es ist ganz schön kalt, vor allem natürlich im Auto stehend bei dem Fahrtwind. Bin ich froh eine winddichte Jacke mit Kapuze zu haben. Ein paar Handschuhe wären auch gar nicht mal schlecht gewesen, aber die frische Luft tut gut. Heute frühstücken wir unterwegs im Auto. Vom Hotel haben wir eine Frühstücks- und eine Lunchbox bekommen, wobei wir den meisten Inhalt schlussendlich später eh verschenken. Insgesamt bin ich total froh mitgefahren zu sein, denn wir haben ganz tolle Sightings.

Neben weiteren Hyänen vor allem riesige Zebraherden – Zebras links, Zebras rechts, Zebras überall. Und ein Riesen-Highlight – Geparde! Eine Mutter mit ihren vier großen Kindern (etwa 1 Jahr alt). Zwar etwas weiter weg, aber dafür in Action.

Die Mutter setzt zur Jagd an, immer in Sicherheitsabstand gefolgt von den Halbwüchsigen. Also kriegen wir tatsächlich eine Demonstration, wie schnell so ein Gepard rennen kann. Wahrscheinlich hat er noch nicht mal die Höchstleistung gezeigt, aber ausreichend, dass ich mit dem Filmen kaum hinterher komme. Allerdings ohne Jagderfolg.

Nur etwa eine halbe Stunde später, erspäht unser Fahrer noch eine Löwin im Gras. Ich hatte wohl auch was braunes gesehen, aber für mich sah das wie ein Stein aus. Und wie peinlich ist das, wegen eines Steines Alarm zu schlagen. Selbst als wir anhalten und ich mir das Ganze per Fernglas näher betrachte, könnte es genauso gut immer noch ein Stein sein.

Eddy macht ja gerne auch mal Scherze, da weiß man ja nie so genau. Aber als der Stein sich dann bewegt und tatsächlich einen Kopf hat, ist klar, kein Scherz. Wie immer – „auf Safari ist alles Überraschung“. Die Löwin hat einen GPS-Sender um, womit die Wege verfolgt werden können, die sie zurücklegt.

Auch noch toll ist der riesige Hippo-Pool, in dem sich bestimmt 60 - 70 Nilpferde tummeln. An einem Ende gehen immer brav der Reihe nach auch einige an Land um sich in den Schatten zu stellen. Und ich dachte immer, die kommen nur nachts raus aus dem Wasser um zu grasen.

Ach ja, ein Krokodil sehen wir heute auch. In einem kleineren Wasserloch, direkt neben einem Nilpferd. Könnten beides auch einfach graue Steine am Ufer sein.

Nach der Mittagspause sind wir weiterhin super erfolgreich und ich bedauere die beiden, die nicht mitfahren konnten, sehr. Wir sehen noch eine Giraffe ganz nah, die wir beim Fressen beobachten können. Und dann mal wieder so ein Scherz von unserem Guide – „Da, ein Löwe im Baum“. Ja ja, die Baumlöwen sollte es im Lake Manyara Park geben, aber doch nicht hier. Das ist genauso wie mit seinen „Pinguinen im Baum“. Aber auch wenn wir es nicht ganz glauben, er hat tatsächlich recht. Wie er so was immer sieht???

Da hängt doch da eine Löwin auf einem dicken Ast, anscheinend ganz gemütlich mit den Beinen rechts und links runterbaumelnd. So habe ich das bislang nur bei Leoparden gesehen (auf Bildern). Na gut, und bei meinem Kater zu Hause auf der Sofakante auch. Scheint also so ein allgemeines Katzen-Ding zu sein, so abzuhängen.

Während ich da so drüber sinniere, tut die Löwin uns tatsächlich noch den Gefallen und steht auf – da gibt es ja auch ein paar Zebras in der Nähe zu erspähen. Wir freuen uns schon auf eine weitere Jagdszene. Die Löwin kraxelt vom Baum runter. Sieht irgendwie etwas unbeholfen und unsicher aus. Anstatt einfach zu springen, rutscht sie lieber ein wenig die Rinde runter.

Aber auch das kennt man ja von Hauskatzen – rauf auf den Baum ist wohl immer leichter als wieder runter (und dann muss jemand sie wieder rauspflücken). Aber nichts mit Jagd. Direkt neben dem Baum – plumps – wieder auf die Seite geschmissen und weiter geschlafen.

Etwas später haben wir schon wieder einen platten Reifen. So langsam fängt es an zu nerven (insbesondere unseren Fahrer). Als der allerdings sagt, das wäre der reparierte Reifen, der wieder kaputt ist, wundert mich das wiederum nicht so sehr. Aber vielleicht gibt es hier auch keine neuen Reifen zu bekommen.

Auffällig ist aber, dass bei diesem Wechselmanöver – so mitten im Park (in der Nähe haben wir Hippos gesehen) – die Sicherheitsstufe etwas höher liegt. Hier müssen wir im Auto sitzen bleiben und das zweite Fahrzeug wird zum Schutz direkt daneben geparkt. Aber wir können keine potenziellen Gefahren im Busch sehen, während die Jungs einen neuen Zeitrekord beim Wechseln aufstellen.

Auf dem Rückweg zum Hotel halten wir am Nachmittag noch bei einem Hippo-Fluss. Nachdem wir aber auf einmal das Auto voller Tsetsefliegen haben, geht das mit dem Fotografieren ganz schnell und dann gibt unser Fahrer richtig Gas, um die Viecher per Fahrtwind wieder rauszuwerfen. Es gibt diese ominösen Überträger der Schlafkrankheit also wirklich.

Und es stimmt tatsächlich auch, dass die auf dunkles, insbesondere schwarz und blau, stehen. Da sind sie jedenfalls zuerst drauf gelandet. Auch wenn Eddy meint, man bräuchte schon 10 Stiche bis man die Krankheit bekommen kann, legen wir da keinen wert drauf, befördern noch ein paar manuell aus dem Auto und kommen alle stichfrei aus der Nummer raus.

Tag 16: Safari-Glück & Platten-Pech

Statt heute gemäß Plan direkt zum Ngorongoro zu fahren, folgen wir dem Vorschlag unseres Guides, vormittags noch mal eine Safari im Serengeti Park zu machen und dafür nur eine Safari im Ngorongoro am nächsten Tag. Gut für die beiden, die gestern nicht mit konnten. Und wirklich noch mal lohnenswert.

Diese Guides haben anscheinend wirklich ein gutes Gespür für die richtige Zeit und den richtigen Ort. Als wir an einem Parallelweg einige Autos stehen sehen, werden wir schon wieder ganz aufgeregt. Was gibt es da? Ein paar stehen weiter links bei einem Baum, ein paar weiter rechts bei einem anderen Baum. Bloß gibt es keinen Abzweig zu dieser Parallelstraße.

Och nee, das kann doch nicht wahr sein. Irgendwie muss man doch da rüber kommen. Mittlerweile haben wir doch etwas Angst mit jeder verstrichenen Sekunde etwas zu verpassen. Das haben wir ja nun auch schon oft erlebt, dass ein paar Sekunden viel ausmachen können. Na endlich, ein Abzweig. Unser Fahrer entscheidet sich zunächst für das linke Autogrüppchen.

Mmmh, im Baum ist nichts, also Schwenk ins Gras... Aha, da hinten bewegt sich was - ein paar Hyänen! Da scheinen die anderen rechts auch hinzuschauen. Aber seit wann gibt es Hyänen-Staus? Haben wir bislang noch nicht erlebt. Da spricht Eddy auf einmal was von Leopard. Dabei bin ich mir schon sicher, dass ich eine Hyäne von einem Leoparden unterscheiden kann... „Nein, im Baum“ sagt er. „Man sieht nur den Schwanz“. Und wo das? Mit dem Fernglas suche ich den Baum ab. Also, ich sehe nichts...

Erst nach einer detaillierten Blickwegbeschreibung weiß ich, was er meint. Da hängt ein Ast senkrecht runter. Das soll der Schwanz sein. Intensiv drauf gestarrt hat er natürlich Recht. Das ist der einzige Ast, der sich ganz leicht bewegt. Wie zum Teufel, sieht er so was??? Jetzt, wo ich weiß, wo ich zu suchen habe, sehe ich im Fernglas zwischen den dichten Blättern auch ein paar Leoparden-Fellflecken durchblitzen.

Toll, tatsächlich ein Leopard! Der fehlte uns ja sozusagen noch in unserer Sammlung. Nur schade, dass man ihn nicht wirklich sieht. Er macht auch keine Anstalten sich dort wegzubewegen. Die Millimeter-Schwanzbewegung scheint genug Energieaufwand für den Moment zu sein.

Also fahren wir erst mal zum nächsten Baum, wo die anderen Autos stehen. Da muss es ja dann doch noch etwas anderes zu sehen geben. Und vielleicht tut sich ja später beim Leoparden noch was. Der Leo-Baum ist ja noch in Sichtweite. Schräg hinter dem zweiten Baum steht noch ein dritter Baum, auf dem ein Geier sitzt. Wahrscheinlich wartet der noch darauf, ob die Hyänen noch was für ihn übrig haben. Aber auch der verursacht sicher keinen Stau.

Also noch mal auf Baum zwei konzentriert, während unser Fahrer eine geeignete Position sucht. Ich muss sagen, so langsam bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht vielleicht träume. Unglaublich, unter diesem zweiten Baum (vielleicht gerade100 m vom Leoparden) liegt eine Geparden-Familie im Schatten. Das scheinen dieselben von gestern zu sein – Mutti mit den vier Teenies.

Heute aber sehr träge und nicht bewegungswillig. Vielleicht waren sie gestern doch noch erfolgreich und heute pappsatt. Ein Leo und quasi direkt daneben noch fünf Geparde – das Ganze noch verziert mit Geier und Hyänen – das ist ja wohl nicht mehr zu toppen. Wir sind total sprachlos.

Auf der Weiterfahrt noch mal kurzer Stopp beim Leoparden, immer noch an derselben Stelle im Baum. Tja, schade, wäre ja schon schön gewesen, ihn noch mal richtig zu sehen. Und ganz ehrlich, wenn wir später die Fotos zeigen, da glaubt uns keiner, dass da ein Leopard im Baum sitzt.

Gerade als wir weiterfahren wollen, bewegt er sich aber auf einmal. Und siehe da, er kommt tatsächlich ein Stück runter und macht es sich auf dem nächsten Ast unterhalb der Blätter gemütlich, für uns diesmal gut zu sehen. Wahnsinn – was ein Glück!

Kurzzeitig überlege ich, dass ich unter diesen Umständen ja doch hätte den Vortag aussetzen können, um mich auszukurieren, aber wie hätte ich ahnen können, dass wir heute noch mal so viel Glück haben. Nein, und so recht würde ich die tollen Momente von gestern auch nicht wirklich missen wollen.

Auf dem Weg zum Picknickplatz halten wir noch mal am großen Hippo-Pool, damit die beiden, die ihn gestern verpasst haben, auch noch mal eine Chance haben, die Nilpferde zu sehen und wie sie aus dem Wasser kommen. Meistens sieht man ja doch nur den Rücken im Wasser und ab und zu mal den Kopf.

Aber auch heute marschieren sie am linken Ende, genau wie gestern, wieder aus dem Wasser. Heute ist auch noch eine Zebraherde da, die nach und nach am Wasser trinkt. Und die Hippos sind auch recht aktiv, jedenfalls gibt es zeitweise ganz schön Tumult im Pool.

Nach der Mittagspause fahren wir zum Ngorongoro Krater. Irgendwie haben wir etwas Pech und haben noch zweimal einen Platten, so dass wir schon von unserem zweiten Fahrzeug den Ersatzreifen draufziehen müssen (warum geht eigentlich bei denen nie ein Reifen kaputt?).

Unser armer Eddy ist auch völlig geplättet von der Schufterei (Koffer raus, Werkzeug raus, Auto hochbocken, Schrauben lösen, Ersatzreifen vom Auto hieven, kaputtes Rad ab und wieder hinten ans Auto hochhieven, neues Rad dran, Schrauben fest, wieder runterbocken, Werkzeug wieder rein, Koffer wieder rein – und das ganze zweimal, bei nicht gerade kühlen Temperaturen und jeder Menge Staub). Und als dann auch noch seine Sonnenbrille auseinander fällt, ist er endgültig frustriert.

Und dann muss er sich auch noch sputen, dass wir die verlorene Zeit wieder aufholen, aber auf diesen Straßen kann man einfach nicht wirklich schneller fahren und noch einen Platten können wir uns nun wirklich nicht mehr leisten. Es ist nur noch ein einziger ungenutzter Ersatzreifen da.

Auf dem Weg zum Krater rauf, müssen wir dann trotzdem noch mal halten. Diesmal aber, weil ein anderes Fahrzeug liegengeblieben ist, dem wir mit einer Abschleppkette helfen wollen. Natürlich ist die bei dem anderen Werkzeug. Also wieder Koffer raus, Koffer rein. Als Gegenleistung dürfen das aber diesmal die Fahrer des anderen Autos erledigen.

Wir merken dass unser Fahrer aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit jetzt versucht, so viel Gas wie möglich zu geben, aber hier oben, wo es ja wieder feuchter ist, scheinen die Straßen nicht ganz ungefährlich zu sein. Dass diese rote Erde bei Feuchtigkeit gerne wie Schmierseife wird, hatte uns Titus ja in der Masai Mara schon mal gesagt.

Nur hier auf dem Kraterrand geht es auch noch ziemlich kurvenreich zu und rechts sowie teilweise sogar auch links einige hundert Meter die Böschung bergab. Hinter einer Kurve liegt ein LKW auf der Seite. Der ist wohl ins Schleudern geraten. Die Unfallstelle ist aber – zumindest Personenseitig – schon geräumt, so dass wir weiterfahren können.

Schlussendlich erreichen wir unsere Lodge viel zu spät, erst nach Sonnenuntergang. Ganz schön anstrengend am Ende. So recht unfit und dann den ganzen Tag Waschbrettpisten – das schlaucht, und mir schmerzt der Nacken. Aber was sollen wir sagen – unser armer Fahrer musste ja noch Reifenwechseln, sich die ganze Zeit auf die Straße konzentrieren und hat bestimmt auch schon Schüttellähmung in den Armen.

Die Lodge liegt wohl schön oben am Kraterrand. Aufgrund der Dunkelheit ist davon leider nichts mehr zu erkennen. Was praktisch ist, hier oben auf fast 2.000 m gibt es wohl keine Mücken. Da kann man sich das Einsprühen mal sparen.

Umso mehr wundere ich mich, als das Housekeeping abends klopft. Normalerweise kommen die immer, um das Bett schlaffertig herzurichten – Tagesdecke weg, Moskitonetz drapieren und teilweise noch mal Insektenmittel versprühen (bestimmt nicht gesund das Zeug - eigentlich soll man danach den Raum eine Stunde nicht betreten, aber woher weiß man, wann das Housekeeping da war, wenn man gerade beim Essen ist?).

Aber hier gibt es weder ein Moskitonetz noch sonst irgendetwas zu drapieren. Nein, ich traue meinen Augen kaum, hier bringt das Housekeeping Wärmflaschen. Wie süß ist das denn? Gut, nachts kann es hier wohl aufgrund der Höhe kälter werden, aber so kalt? Na ja, vielleicht haben die Afrikaner ein anderes Kältegefühl als wir.

Also, kalt fand ich es keineswegs, aber gegen Nacken-Muskelkater ist so eine Wärmflasche ja auch ganz nützlich.

Tag 17: Tiefpunkt & Höhepunkt

Am Vortag hatten wir uns auf eine Abfahrt um 7.00 Uhr geeinigt, so dass wir ab 6.30 Uhr noch etwas vom Frühstück mitnehmen können. Das ist und lieber als eine Frühstücksbox. Na ja, so richtig frühstückt zurzeit ja eigentlich eh keiner, aber in so einer Frühstücksbox fehlt einfach unser derzeitiges Hauptnahrungsmittel – der Tee.

Nachdem die anderen Angeschlagenen ihren Tiefpunkt eher gestern oder vorgestern hatten, scheint dies heute nicht mein Tag zu werden. Nicht wirklich gut geschlafen, sowieso total schlapp und nach dem leicht ansteigenden Weg zum Hauptgebäude schon zum ersten Mal fix und fertig.

Ich hatte diesmal aber auch wirklich in der allerletzten Hütte gewohnt, da kamen schon ein paar hundert Meter Weg zusammen und das auf 2.000 m Höhe. Zum ersten Mal war ich heilfroh, dass es Kofferträger gibt. Zugegebenermaßen war ich zunächst sogar fast enttäuscht, dass ausnahmsweise gar keiner vor der Tür lauerte. Aber nach etwas Klappern mit der Türe, war auch sogleich jemand da.

Als unsere Guides dann da sind und es losgeht, trotte ich der Gruppe einfach hinterher. Unser Eddy ist etwas erstaunt, irgendetwas ist heute anders - das Gepäck passt auf einmal so gut ins Auto... Ob alle unsere Koffer da seien? Ein kurzer Blick reicht, dass ich feststelle, dass meiner fehlt. Den habe ich in der Lobby stehen lassen und bin einfach mal ohne eingestiegen.

Obwohl zu meiner Rettung zu sagen sei, dass die anderen auch nicht ihre Koffer zum Auto getragen haben, das wäre mir nun doch noch aufgefallen. Nur habe ich nicht mitbekommen, dass sie dem Hotelpersonal vorher Bescheid gesagt haben, welcher in unserem ganzen Haufen ihr Koffer sei und zum Auto befördert werden sollte.

Ich sag’s ja, nicht ganz auf der Höhe heute. Obwohl ich mich ja schon ab und zu nach etwas Abwechslung und mehr Bewegung gesehnt habe, bin ich heute doch froh, einfach nur sitzen und gucken zu müssen.

Heute geht es runter in den Ngorongoro Krater für unsere letzte Safarifahrt, unten am Kraterboden. Die meisten Tiere leben ganzjährig hier und beteiligen sich nicht an den großen Wanderungen zwischen den Parks. Giraffen gibt es hier keine. Vielleicht ist denen der Abstieg in den Krater zu mühsam. Dafür gibt es große Herden von Gnus und Büffel, auch Zebras.

Aber wir sind zum Ende der Reise irgendwie doch schon ziemlich verwöhnt und haben eigentlich nur noch eines im Sinn – ein richtiger Löwenmann mit stolzer Mähne steht noch auf unserem Wunschzettel. Das wäre noch mal toll. Die in der Masai Mara waren ja so versteckt im Gras. Und ansonsten haben wir immer nur Löwendamen gesehen.

Zum Abschluss der Reise scheint tatsächlich noch mal unser Glückstag zu sein. Da sitzt er im kurzen Gras – ein stolzer Löwenmann, die Nase im Wind. Was für ein großes, imposantes Tier. Er strahlt wirklich eine Aura vom König der Tiere aus. Und ein wenig weiter sitzt noch einer, zusammen mit einer (seiner?) Frau.

Wir sind so glücklich über unseren Mähnenmann, dass wir zuerst gar nicht mitbekommen, dass auf der linken Seite neben der Straße noch ganz viele jugendliche Löwen im Gras liegen – alle quasi auf einem Haufen. Wir reihen uns also in die Schlange bereits vorhandener Safarifahrzeuge ein und können in aller Ruhe beobachten.

Moment, da sind ja noch mehr Löwen. Die liegen da direkt zwischen den Autos! Ist ja auch praktisch – da wo Autos stehen, ist halt auch Schatten. Völlig unbeeindruckt sind sie von den Fahrzeugen und Insassen. Insgesamt würde ich schätzen haben wir an die 15 Löwen um uns rum.

Toll! Besser kann so ein letzter Safari-Tag ja gar nicht laufen. Aber die Löwen geben noch eine Schippe oben drauf und machen für uns noch einen regelrechten Catwalk. Einmal ein Stück die Straße rauf und dann wieder zurück zum Anfangsplatz. Wie auf ein unsichtbares Kommando steht auf einmal einer nach dem anderen auf und setzt sich in Bewegung.

Bei manchen Fahrern bricht hektisches Manövrieren aus. Sie wollen ihre Gäste unbedingt so nah wie möglich an die Löwen bringen und sausen einfach an den Löwen vorbei. Das sieht bald aus wie bei einer Hetzjagd, nur dass die Löwen nach wie vor völlig unbeeindruckt sind. Mal kurz nen Blick nach rechts, wer denn da überholt, und dann weiter getrottet.

Ich bin aber sehr froh, dass unsere Fahrer einfach schön stehen bleiben und den Tieren nicht so auf die Pelle rücken. Da sind manche schon recht rücksichtslos unterwegs. Nicht dass da noch irgendwo einer im Gras liegt und überrollt wird.

Unsere Position ist jedenfalls bestens, denn wie schon gesagt, beschließen die Löwen, dass ein ganz kurzer Spaziergang wohl ausreichend ist und drehen bald wieder um, warum auch immer. Jedenfalls kommt so einer nach dem anderen wieder zurück, ganz dicht an den Autos vorbei und wirft sich schräg neben unserem Auto wieder ins Gras.

Während ich gerade ganz konzentriert einen rückkehrenden Löwen aus dem offenen Seitenfenster filme – huch, welch Schreck, da bewegt sich was unter mir! Ein weiterer Löwe, den ich gar nicht habe kommen sehen, streift direkt an unserer Autoseite vorbei. Hätte ich die Hand rausgehalten, ich hätte ihn auf dem Rücken streicheln können. Video entsprechend missglückt, aber egal.

Ein absoluter Safari-Höhepunkt, so nah an so vielen Löwen zu sein, die auch nicht nur faul im Gras liegen. Wir sind so happy! Nach fast einer Stunde Beobachten trennen wir uns von den Löwen und machen Platz für andere.

Jetzt fahren wir erst mal zum Lake Magadi. Puh, hier stinkt es total nach Schwefel oder so. Fies. Aber dafür auch noch mal eine schöne Szenerie. Im See ein rosa Saum von ganz vielen Flamingos (diesmal sind wir nah genug dran, um sie gut zu erkennen, aber richtig nah kommen wir auch nicht hin), am Ufer davor laufen Gnus und davor noch einige Kronenkraniche und ein Warzenschwein. Trotzdem freue ich mich, das Seegebiet wieder zu verlassen, an den speziellen Seeduft kann ich mich gerade nicht gewöhnen.

Ein Stück weiter sehen wir noch was im Gras, was irgendwie nach größerem Tier aussieht, aber die Form kann ich nicht direkt zuordnen. Vielleicht auch zwei Tiere? Unser Guide meint, noch ein Löwe, aber das passt doch von der Form gar nicht und der eine Teil ist auch viel zu dunkel. Aber eigentlich wissen wir ja auch, dass er immer Recht hat. Er kennt sich halt echt gut aus und hat anscheinend Adleraugen.

Für mich muss das Fernglas her. Tatsache, jetzt kann ich es auch erkennen. Da liegt links tatsächlich ein Löwe im Gras und der dunklere Teil daneben ist ein Gnu. Beziehungsweise, war ein Gnu. Der Löwe ist quasi beim Fressen eingeschlafen. Ach ja, nach den Rippchen erst mal ein kleines Verdauungsschläfchen – uuuuaaah.... Und sicherheitshalber noch die Pfote auf die Beute gelegt, damit auch keiner auf die Idee kommt, im Schlaf was zu klauen.

Wobei ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass sich das jemand trauen würde. Es sind zwar auch ein paar Hyänen in der Nähe, aber mit ordentlichem Sicherheitsabstand. Aber vielleicht warten die auch einfach geduldig, ob der Löwe doch noch was von seinem Mahl abtritt.

Also, der Tag heute lässt sich eindeutig als Löwen-Tag abstempeln. Ein super Abschluss für unsere Reise! Wir sind rundum zufrieden, haben wahnsinnig viel gesehen und ich glaube auch alle Wunschzettel erfüllt. Jetzt kann es wirklich auch nach Hause gehen.

Unsere letzte Übernachtung findet auf einer Kaffeefarm kurz hinter dem Ngorongoro Reserve auf dem Weg nach Arusha statt. Wir sind bereits am frühen Nachmittag da, also genug Zeit zum Relaxen und Koffer packen. Auf dem sehr hübsch angelegten Gelände gibt es neben den Kaffee-Plantagen auch Gemüsefelder und viele tolle Blumen. Die kräftigen Farben blenden fast, sind wir nach all der verstaubten Landschaft der Tage vorher gar nicht mehr gewohnt. Schön!

Tag 18: Heimreise, aber pole pole

Nach dem Frühstück heißt es ein letztes Mal Koffer packen, ihn dem schon lauernden Kofferträger überlassen, 1 Dollar Trinkgeld parat haben und auschecken. Abgeholt werden wir erst nach dem Mittagessen, also noch Zeit, am Pool zu Relaxen und zu lesen oder noch ein bisschen auf dem Gelände spazieren zu gehen. Für das Mittagessen wird für uns draußen eine Tafel gedeckt.

Auf einmal kommt ein großer Vogel angeflogen und landet vor dem Restaurant. Ein Marabu. Ah, da gibt es auch eine kleine Vogeltränke. Der Marabu interessiert sich aber mehr für die Restaurant-Küche und guckt schon fast durchs Fenster. Da kommt ein Stück Hühnchen rausgeflogen. Gekonnt aufgefangen, im Schnabel verarbeitet und Knochen wieder aussortiert. Das zweite Stück nimmt der Marabu mit zur Tränke und wäscht es anscheinend erst mal im Wasser. Und dann fliegt er wieder davon. Er kommt wohl jeden Tag zur gleichen Zeit. Gut, wenn man die Küchenzeiten kennt...

Nach dem Mittagessen werden zum letzten Mal unsere Koffer ins Auto geladen. Irgendwie haben wir uns schon an diesen Rhythmus “einladen, fahren, ausladen, übernachten, einladen, fahren, ....“ gewöhnt. Wir können uns noch gar nicht vorstellen, dass es die nächsten Tage nicht so weiter geht.

Wir fahren noch mal durch Arusha und dann zum Flughafen. Es ist relativ viel los auf den Straßen, aber obwohl wir nicht im Stau stehen, brauchen wir fast zwei Stunden länger als die angekündigte Fahrtzeit, die aber auch mit den Angaben im Hotelprospekt übereinstimmte. Keine Ahnung wieso.

Jedenfalls ist es am Ende stockdunkel und Eddy muss hochkonzentriert fahren, denn es gibt viele unbeleuchtete Fußgänger und Radfahrer am Straßenrand. Aber für uns noch mal ein schöner Sonnenuntergang am Mount Meru. Schlussendlich kommen wir erst etwa eine Stunde vor Abflug am Flughafen an.

Die meisten sind etwas nervös, dass wir den Flieger verpassen könnten. Zumal es nach einer ziemlich langen Schlange im Gebäude aussieht. Also verabschieden wir uns nur kurz von unseren beiden Guides und reihen uns dann schnell in die Schlange ein, die sich allerdings nur äußerst langsam bzw. gar nicht voran bewegt. In Afrika hat man halt die Ruhe weg – pole pole... Also nicht stressen, wird schon alles klappen. Tut es natürlich auch.

Kurzzeitig sind wir noch mal irritiert, da man von uns am Schalter noch Geld haben will. Angeblich eine Ausreisegebühr, von der wir allerdings nichts wissen. Auf einem Zettel ist zu lesen, dass das ein neuer Beschluss vom 01.07. ist. Na gut, dann konnten wir das bei unserer Abreise ja auch noch nicht wissen. Die zehn Dollar hat Gott sei Dank auch noch Jeder zur Hand. Dann geht es zu Fuß zum Flieger und wir kommen tatsächlich pünktlich los.

Zwischenlandung in Daressalam. Ein paar Leute steigen aus, wir bleiben im Flieger. Dann kommt noch ein Putztrupp durch und neue Passagiere rein. Und dann heißt es für uns wirklich Abschied nehmen von Afrika.

Tag 19: The End

Wir landen pünktlich in Amsterdam, nur ein bisschen schaukelig, da gerade ein dickes Gewitter über der Stadt hängt. Während des Landeanflugs schlägt bei uns sogar ein Blitz ein. Jedenfalls gab es einen leichten Knall und ein kurzes, ganz helles Aufleuchten. Aber kein Problem – hakuna matata.

Dann müssen wir allerdings eine ganze Weile auf dem Rollfeld warten, bis das Bodenpersonal wieder raus darf. Wegen Blitzschlaggefahr wurde das kurzzeitig abgezogen. So langsam könnte das knapp werden mit unserem Anschluss nach Frankfurt. Allzu viel Zeit haben wir da ja eh nicht. Reicht aber gerade noch so, dass wir nicht im Dauerlauf durch den Flughafen hetzen müssen. Am Gate angekommen können wir gleich durchmarschieren zum nächsten Flieger. Geschafft! Nur das Gepäck leider nicht...

In Frankfurt warten wir vergeblich am Kofferband auf unsere Sachen. Die Info vom Schalter-Beamten: Es soll uns am nächsten Tag zugestellt werden. Na ja, irgendwie auch ganz praktisch ohne Koffer in den Zug steigen zu können. Also dann, tschüss liebe Mitreisende und ab zum Bahnhof. Für uns geht es alle in verschiedene Richtungen. Ob man sich wohl mal wieder sieht?

Fazit:

Die Reise hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Um viele Tiere zu sehen, war ich gekommen, aber dass es so viele und so tolle Sightings werden würden – einfach klasse! Wie in einem riesengroßen Zoo! Trotzdem würde ich diese Reise glaube ich genau so nicht noch einmal machen, obwohl bzw. wahrscheinlich eher gerade weil ich von diesem Urlaub so begeistert bin. Viele der Erlebnisse wären vermutlich einfach nicht noch mal zu toppen.

Definitiv eine geniale Reise für alle, die, wie ich, ganz viel Spaß an Tierbeobachtungen haben. Nur sollte man nicht unbedingt Rückenprobleme haben, sonst könnte es unerfreulich werden bei diesen Straßen. Weitere Erkenntnisse nach dieser Reise:

Es gibt sie tatsächlich, die traditionellen Massai – nicht nur als Touristenattraktion. Es gibt sie tatsächlich, die roten Tsavo-Elefanten und es gibt sie tatsächlich, die ominöse Tsetsefliege. Was es nicht gibt, ist jemand, der gerne tansanische Schilling annimmt, denn diese Währung scheint einfach nichts wert zu sein. Mit US$ ist man fast überall in Tansania besser unterwegs. Geld tauschen hätten wir uns wahrscheinlich sparen können.

Und was es übrigens eigentlich auch nicht gibt, dass ist die bei uns so gängige Betonung von Tansania auf der Silbe „ni“. Richtiger wäre die Betonung auf „sa“. Aber daran kann ich mich auch nicht so recht gewöhnen. Da kommt mir ein fröhliches „Jambo!“ (Hallo! Wie geht’s?) doch eindeutig leichter über die Lippen.

Ansonsten weitere Erkenntnisse, was im Reisegepäck bei einer solchen Reise nicht fehlen sollte: hellere Kleidung gegen Mücken und Tsetses, gutes Insektenschutzspray, Fernglas, Kamera mit gutem Zoom, kleine Scheine für Trinkgeld und ein wenig Ausdauer für Souvenir-Preisverhandlungen.

Und natürlich grundsätzlich: weniger ist mehr. Weniger Gepäck = mehr Platz im Fahrzeug. Und damit mehr Safari-Spaß!

Ihr Reiseverlauf

Entdecken Sie während dieser Reise gleich 2 faszinierende Länder - Kenia und Tansania. Es erwarten Sie spannende Tierbegegnungen, wunderschöne Landschaften. Reisen Sie mit uns nach Kenia und Tansania und erleben Sie einmalige Tierbegegnungen. Außerdem genießen Sie herrliche Tage in Ihrem Badehotel am Indischen Ozean.

1. Tag - Anreise.
Linienflug mit Zwischenstopp nach Nairobi. Empfang am Flughafen durch die Reiseleitung und Transfer zum Hotel.

2. Tag - Nairobi - Masai Mara Süd (ca. 250 km).
Nach dem Frühstück Fahrt in das Wildtiergebiet Masai Mara National Reservat mit seinen weiten Grasebenen sowie Baum- und Dornbuschsavannen. Das Reservat liegt auf einer Höhe von 1.650 m und ist vor allem für seine schwarzmähnigen Löwen bekannt. Während der Nachmittagssafari im Minibus haben Sie die Möglichkeit Tiere im tierreichsten Wildpark Kenias zu beobachten. Übernachtung in einer Lodge in der Region des Parks.

3. Tag - Masai Mara Süd (ca. 80 km).
Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der einmaligen Tierwelt des Reservats. Noch vor Sonnenaufgang beginnt das erste von heute insgesamt 3 Safari-Abenteuern, bei dem Sie die besten Chancen haben, die “Big Five“ - Büffel, Nashorn, Elefant, Löwe und Leopard - in den unglaublichen Weiten zu sehen. Übernachtung in der Lodge vom Vortag.

4. Tag - Masai Mara - Naivasha (ca. 220 km).
Heutiges Tagesziel ist der Lake Naivasha, ein Frischwassersee, der für die Tierwelt von besonderer Bedeutung ist. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Übernachtung in der Region Naivasha.

5. Tag - Naivasha - Tsavo Ost (ca. 430 km).
Nach dem Frühstück Fahrt in Richtung Tsavo Ost, einem der bekanntesten Nationalparks in Kenia. Übernachtung außerhalb des Parks.

6. Tag - Tsavo Ost - Bamburi Beach (ca. 160 km).
Auf Wunsch können Sie am frühen Morgen an einer Safari im Tsavo Ost Nationalpark teilnehmen (buchbar vor Ort, ca. US$ 75.- pro Person). Nach dem Frühstück führt Ihre Fahrt in Ihr Hotel am Bamburi Beach. Unterwegs machen Sie einen Stopp in Mombasa, wo Sie Zeit zur freien Verfügung haben.

7. - 9. Tag - Bamburi Beach.
Entspannen Sie am traumhaften Strand des Indischen Ozeans und genießen Sie die Annehmlichkeiten Ihres Strandhotels. Auf Wunsch Fahrt mit dem Glass Bottom Boot, wo Sie bei einem Stopp die Möglichkeit zum Schnorcheln haben (buchbar vor Ort, ca. US$ 45.- pro Person).

10. Tag - Bamburi Beach - Amboseli Nationalpark (ca. 500 km).
Heute machen Sie sich auf den Weg Richtung Amboseli Nationalpark, der am Fuße des Kilimanjaros liegt und Kenias meist besuchtes Wildtiergebiet ist. Nachmittags Safari im Minibus. Übernachtung in einer Lodge in der Region des Parkes.

11. Tag - Amboseli Nationalpark - Namanga - Arusha (ca. 185 km).
Fahrt Richtung Namanga und Transfer nach Arusha, wo auch die Übernachtung erfolgt. Rest des Tages zur freien Verfügung.

12. Tag - Arusha Nationalpark.
Safari durch den Arusha Nationalpark. Die 3 unterschiedlichen Zonen des Parks werden geprägt durch die üppigen Sümpfe des Ngurdutu Kraters, die Momella Seen und die felsigen Höhen des 4.566 m hohen Mount Meru. Am späten Nachmittag Rückfahrt zur Lodge.

13. Tag - Arusha - Manyara (ca. 130 km).
Fahrt in die Region Manyara. Nachmittags Safari im Lake Manyara Nationalpark. Der Park liegt am westlichen Ufer des gleichnamigen großen Manyara-Sees unterhalb der Bruchstufe des Rift Valleys. Berühmt geworden ist der Park durch seine Baumlöwen, die man mit etwas Glück in den Akazien beobachten kann. Einmalig sind auch die vielen verschiedenen Wasservögel und Schwärme von Flamingos. Abendessen und Übernachtung in der Region Manyara.

14. Tag - Manyara - Serengeti (ca. 290 km).
Fahrt in Richtung Serengeti Nationalpark. Unterwegs Stopp an der Olduvai-Schlucht, die mit dem Afar-Dreieck in Äthiopien und der südafrikanischen Provinz Gauteng als “die Wiege der Menschheit“ bezeichnet wird. Nachmittags Safari durch den zweitgrößten Nationalpark in Afrika. Das über 14.000 km² große Schutzgebiet bietet die weltweit höchste Konzentration an Raubtieren wie Löwen, Geparden, Leoparden oder Hyänen. Abendessen und Übernachtung in der Region Serengeti Nationalpark.

15. Tag - Serengeti (ca. 290 km).
Ganztagessafari im Serengeti Nationalpark. Abendessen und Übernachtung in der Region Serengeti.

16. Tag - Serengeti - Ngorongoro Krater (ca. 240 km).
Nach dem Frühstück Transfer zum Ngorongoro Krater, wo Sie am Nachmittag eine Safari machen. Abendessen und Übernachtung in der Region Ngorongoro.

17. Tag - Ngorongoro Krater.
Ganztagessafari im Ngorongoro Krater, dem größten Kraterkessel der Welt, in dem ganzjährig etwa 25.000 Tiere leben, darunter Löwen, Elefanten, Gnus und Zebras. Abendessen und Übernachtung in der Lodge vom Vortag.

18. Tag - Ngorongoro Krater - Arusha - Kilimanjaro Airport
(ca. 310 km).

Fahrt nach Arusha und Transfer zum Flughafen und Rückflug mit Zwischenstopp nach Deutschland.

19. Tag - Ankunft in Deutschland.