Mai - Juni 2012

Erleben Sie das atemberaubende Kanada mit dem Camper und genießen Sie traumhafte Natur und endlose Landschaften von Vancouver ausgehend. Freuen Sie sich auch auf Städte wie Vancouver und Calgary. Gestalten Sie Ihren Tagesablauf nach eigenen Wünschen!

Ihr Chronist

Hallo liebe Leser,

wir werden mit dem Wohnmobil in drei Wochen den Westen Canadas bereisen und möchten Sie einladen uns dabei zu begleiten.

Damit Sie wissen, mit wem Sie „mitreisen“: Wir sind Janine und Eckhart aus Köln.

Im vorigen Jahr haben wir für uns das Reisen mit dem Wohnmobil entdeckt: Drei Wochen lang bereisten wir die schottischen High- und Lowlands und waren mit unserem Womo sogar auf den Äußeren Hebriden unterwegs.

Diese Art des Reisens, die Freiheit und Unabhängigkeit, die wir dabei genießen konnten, gefielen uns ausnehmend gut und waren so ganz nach unserem Gusto. Derart auf den Geschmack gekommen, kam das Angebot von „Berge & Meer“ gerade recht.

Unsere Wahl fiel auf eine Womo-Reise durch den Westen Canadas, da uns insbesondere die Weite und die hinreißende Natur British Columbias und Atlantas reizt. Auf uns warten beeindruckende National Parks, natürlich die Rocky Mountains und hoffentlich viele tolle Tierbegegnungen – also Natur pur.

Aber bevor es so „natürlich“ wird, wollen wir direkt zu Anfang erstmal Vancouver entdecken, die ja eine der schönsten Städte der Welt sein soll!

Die grobe Route ist geplant, aber wir sind ja unsere eigenen Reiseleiter und meistens sehr spontan: daher sind wir selbst sehr gespannt, wohin es uns dann wirklich verschlägt und was wir alles sehen und erleben werden.

Ich werde berichten!

Herzlich
Janine

1. Tag: Willkommen in British Columbia

Ein langer, 12-stündiger Flug von Frankfurt über Calgary liegt hinter uns und wir sind gut, aber müde in Vancouver gelandet. Der Service von Air Transat war sehr gut: nicht zuletzt auch deshalb, weil wir die Option Plus dazu gebucht hatten, deren Vorteile wir jedem nur empfehlen können!

Tolle Ausblicke boten sich uns beim Überfliegen von Grönland und den Rocky Mountains: diese imposanten Eisformationen und schneebedeckten Bergriesen beeindrucken schon sehr!

Vancouver Airport empfängt uns im Inneren sehr landestypisch mit vielen Pflanzen, Wasserfällen, Totempfählen und einem Aquarium mit Feuerquallen: mal ein wirklich anderes Flughafen-Design!

Nach diesen ersten positiven Eindrücken geht es dann leider nicht so toll weiter: der Shuttle zum „Sandman Airport Hotel“ lässt auf sich warten und geschätzte 30 Personen warten genervt über eine Stunde! Der Kleinbus, der dann endlich kommt, nimmt nur sechs Personen mit und alle anderen warten dann vermutlich noch mal lange, bis sie endlich im Hotel sind: keine gute Organisation!

Ein erster kanadischer Burger im hoteleigenen „Moxies Grill“ bringt uns in den ortsüblichen Tagesrhythmus und dann - nach 24 Stunden auf den Beinen - endlich Ruhe!

Herzlich
Janine

2. Tag: Our (Motor)home is our castle

Ist das schön, wenn an schon morgens früh fröhlich von der jungen Servicekraft Jessie im Restaurant gefragt wird, wie man sich fühle und ob es einem gut gehe! Scheint was dran zu sein an der vielgerühmten kanadischen Freundlichkeit!

Ein typisch kanadisches Frühstück u.a. mit Pancakes, Ahornsirup und frischen Früchten macht uns dann fit für den Tag. Die Wartezeit bis zum Shuttle verbringen wir damit, wunderschöne Riesen-Trucks in der Hotelumgebung zu bewundern.

Mittags bringt uns der Shuttle in einer halbstündigen Fahrt vom Hotel zu unserem Womo-Vermieter CanaDream in Richmond, wo wir unser rollendes Zuhause für die nächsten drei Wochen übernehmen können.

Die üblichen Vertrags-Formalitäten werden kundenfreundlich auf Deutsch erklärt und sind schnell erledigt. Abschließend gibt es noch umfangreiches Karten- und Informationsmaterial und dann geht es zu „unserem“ Motorhome. Die sehr freundliche und ausführliche Einweisung in die Technik unseres brandneuen Womos erfolgt dann in Englisch.

Wir sind die ersten Mieter unseres blitzneuen, sehr komfortabel ausgestatteten Motorhomes: ein Slide out (eine seitlich ausfahrbare Erweiterung der Wohnfläche) bietet uns abends ein schönes großes Doppelbett mit einer für ein Wohnmobil hervorragender Matratze. Mehrere gute Decken und viele Hand- und Duschtücher liegen bereit. Da hätte ich nicht noch extra Duschtücher mitbringen müssen! Erstaunlich große Dusche, genügend Stauraum, Kühlschrank mit extra Gefrierteil, Mikrowelle: alles da! Nur die Küchenausstattung ist ziemlich mager und nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Ok, wird schon ausreichen.

Abschließend bekommen wir noch den Weg zum nächsten Einkaufszentrum erklärt und dann geht es endlich los.

Einige Kilometer weiter decken wir uns mit Lebensmitteln für die ersten Tage ein und tanken das Motorhome voll.

Dann geht es im Feierabendverkehr quer durch Vancouver: die ersten Eindrücke sind schon sehr viel versprechend, aber so richtig ausgiebig können wir noch nicht gucken, da wir voll konzentriert sind, die richtigen Abzweigungen zur Lions Gate Bridge und zum „Capilano Campground“ nördlich von Downtown Vancouver zu finden. Diesen gepflegten, aber nicht sonderlich attraktiven Campground hatten wir uns schon in Deutschland ausgesucht, weil er der nächstgelegene zur Innenstadt ist.

Vancouver – wir kommen!

Herzlich
Janine

3. Tag: Vancouver – jung, abwechslungsreich, lebendig: einfach schön!

Früh werden wir bei herrlichem Sonnenschein wach (doch ein bisschen Jetlag?) und so geht es zeitig nach einem ersten guten Frühstück im „eigenen Heim“ per Bus nach Downtown Vancouver.

Um es kurz zu machen: Es stimmt! Vancouver ist eine wunderschöne Stadt mit einem frischen jungen Flair. Durch die attraktive Lage zwischen den umgebenden Bergen, Fraser River und Pazifik hat sie einen unvergleichlichen Lebenswert. 2011 wurde sie unter die drei Lebens- und liebenswertesten Städte weltweit gewählt: das kommt ja nicht von ungefähr!

Es ist eine sehr grüne Stadt: Mehr als 17000 Bäume säumen die Avenues und Streets. Einladend sind die vielen Parks, allen voran der traumhaft schöne, 400 Hektar große Stanley Park mit seinen vielen Sport- und Freizeitmöglichkeiten: Viele Radfahrer und Skater sind bei dem herrlichen Sonnenschein unterwegs.

Übrigens:
Vancouver ist außerordentlich Fahrrad-freundlich. Jeder Bus hat einen Fahrradträger an der Front, um die Räder der Fahrgäste transportieren zu können und durch die ganze Stadt ziehen sich unendlich viele Fahrradwege. Beispielhaft!

Im Stanley Park hat man von der Seawall Promenade einen phänomenalen Blick auf die Skyline von Vancouver. Und hier sehen wir auch unsere ersten Totempfähle – sehr schöne Repliken alter Totems der Haida-Indianer aus dem Norden von Britisch Columbia.

Aus den vielen weiteren Eindrücken hier ausgewählt noch ein paar Highlights unserer Stadtbesichtigung:

  • Canada Place – das Wahrzeichen der Stadt, der kanadische Pavillon zur Expo 1986, der sehr an ein riesiges Segelschiff erinnert. Hier legen auch die Kreuzfahrtschiffe an und hier starten auch die Stadtrundfahrten. Reges Treiben, Kommen und Gehen ringsum….

  • Gastown - der älteste Bezirk der Stadt mit vielen Boutiquen, Krims-Kramsläden, vielen Restaurants und Kneipen – es macht super Spaß hier rumzubummeln. Und dann gibt’s hier auch noch die nostalgische einzigartige Steam Clock, die jede Viertelstunde mit viel Getute Dampf ausstößt.

Und dann natürlich Chinatown, mit vielen bunten Lebensmittelläden, vor deren Auslagen wir staunend stehen und rätseln, was das denn alles ist. Ein Fest für die Augen! Sehr beruhigend finden wir nach den vielen bunten Eindrücken den ruhigen, wunderschön angelegten Dr. Sun Yatsen Chinese Garden.

Es gäbe noch soviel mehr zu berichten…

Wir sind begeistert von dieser liebens- und lebenswerten Stadt und fest entschlossen, noch mal wieder zu kommen! Spätabends fahren wir müde, aber glücklich mit dem Bus zurück zu unserem Womo.

Herzlich
Janine

4. Tag: Vancouver Island, die Hauptstadt Victoria und Fish&Chips

Zeitig am Morgen sind wir unterwegs nach Tsawwassen. Hier haben wir riesiges Glück und können ohne Wartezeit direkt auf die nächste Fähre nach Vancouver Island fahren: ohne Reservierung klappt das wohl nur in der Vorsaison!

Nach einer sonnigen, abwechslungsreichen eineinhalbstündigen Fahrt durch die Inselwelt der Gulf Islands erreichen wir mittags Swartz Bay, den Fährhafen auf Vancouver Island, der größten Pazifikinsel Nordamerikas.

Wir haben uns für den Campground „Westbay Marine Village“ in der Nähe der Inselhauptstadt Victoria entschieden. Auch hier haben wir wieder Glück und bekommen ohne Reservierung einen der letzten wunderschönen Stellplätze direkt am Wasser mit Blick auf die sehr chicen Floating Homes der Marina und die davor dümpelnden Yachten: ein Traum!

Begeistert fahren wir mit dem am Yachthafen anlegenden Wassertaxi direkt nach Victoria. Sich dieser hübschen Stadt vom Wasser aus bei strahlendem Sonnenschein zu nähern ist einfach super!

Wir legen direkt vor dem sehr noblen „The Empress“-Hotel an, dessen Five-o’clock-Tea für 50$ pro Person wir uns aber verkneifen.

Stattdessen lassen wir bummelnd die Atmosphäre dieser sehr britisch wirkenden Stadt auf uns wirken. Am Inner Harbour versuchen zahlreiche First Nations Händler überwiegend selbst hergestellte Indianer-Souvenirs an die vorbeischlendernden Touristen zu verkaufen. Am imposanten Parliament Building vorbei geht’s in die Innenstadt, hier zeugen zahlreiche schöne restaurierte Häuser von den Gründerzeiten.

Wir beschließen diesen herrlichen Tag an der Fisherman’s Wharf am Floating Boat Village mit vielen Einheimischen bei leckeren Fish and Chips. Als Beigabe gibt es Live-Kino: die ständig startenden und landenden Wasserflugzeuge, ein fröhlicher Country-Sänger unterhält mit seiner Gitarre, die langen Warteschlangen vor den Fish und Chips Verkaufsstellen bieten Beobachtungs- und Gesprächsstoff….

Das kleine Boot der Victoria Harbour Ferry bringt uns im Licht der untergehenden Sonne zurück nach Westbay.

Herzlich
Janine

5. Tag: Totems, Murals und ein Sonnenuntergang am Pacific Beach

Heute Morgen geht es über den Trans Canada Highway 1 Richtung Norden nach Duncan.

In dieser Kleinstadt gibt es über 80 Totempfähle, die im ganzen Ort verteilt sind. Wir schauen uns nur einige davon an, dann reicht es uns erstmal damit, sie ähneln einander ja doch sehr….

Weiter geht’s in den kleinen Ort Chemainus, in dem man fast an jeder Hauswand Fassadenmalereien - Murals - bewundern kann. Sie thematisieren die Entstehungsgeschichte des Ortes und den Eisenbahnbau. Hier verbummeln wir einige Zeit, der kleine Ort mit den schnuckeligen kleinen Geschäften und Cafes gefällt uns.

Über Port Alberni geht es dann weiter in den Westen der Insel, durch wunderschöne Wälder, vorbei an türkisfarbenen Seen, wir sehen einen Biber bei der Arbeit. Eine kurvenreiche, aber herrliche Strecke.

Spätnachmittags erreichen wir an der Westküste das Surferparadies Tofino. Aber wir sind nicht zum Surfen, sondern zum Whale Watching hierher gefahren.

Schon wieder haben wir einfach Glück und können einen perfekten Stellplatz direkt am Strand auf dem „Bella Pacifica Campground“ für zwei Nächte festmachen. Das ist besonders toll, weil am Montag „Victoria Day“ ist und damit wegen des langen Wochenendes der Platz ausgebucht ist.

Ein langer Strandspaziergang am Pazifik bei untergehender Sonne rundet den Tag perfekt ab.

Herzlich
Janine

6. Tag: Mehr Meer: Whale Watching, Seelöwen und Weißkopfseeadler

Heute haben wir im Office des Campgrounds eine Whale Whatching Tour gebucht (als Bewohner des Campgrounds 20 $ pro Person ermäßigt!). Bevor es um 13.00 Uhr an der Marina losgeht, machen wir noch einen ausgiebigen Strandspaziergang und bummeln anschließend noch ein bisschen durch das 1.700 Seelen-Nest Tofino: Geschäfte mit Surfer-Ausrüstung dominieren.

Dann geht es mit zehn weiteren Wal-Neugierigen mit ziemlichem Speed raus aufs Meer. Das Boot kracht donnernd auf die Wellen, aber erstaunlicherweise wird es niemandem schlecht.

Weit draußen, aber doch in Küstennähe, sichtet unser Bootsführer dann den ersten Grauwal! Erst ist eine kleine, dann eine größere Wasser-Fontäne zu sehen, und dann taucht der graue Riese teilweise ein paar Mal auf. Das Spiel wiederholt sich an anderer Stelle mit anderen Walen noch öfter: alle an Bord sind begeistert, dass wir wirklich die Wale so nah erleben können. Die Fotoapparate haben viel zu tun!

Unser netter Bootsführer Ike erklärt uns viel und fährt uns auch noch ganz nahe an eine Seelöwen-Kolonie heran: hier liegen unzählige dieser Kolosse dicht an dicht, laut und wohlig brummend auf dem Felsen. Ein toller Anblick!

Im Verlauf der Tour sehen wir noch Seehunde, Kormorane, Weißkopfseeadler und ihre Nester und jede Menge Seesterne an Felsen klebend….

Wir sind restlos begeistert von diesen wunderbaren Erlebnissen, die wir abends an unserem ersten kanadischen Lagerfeuer bei einem kanadischen Molson Bier noch mal Revue passieren lassen.

Herzlich
Janine

7. Tag: Tsunami Area, Methusalem-Bäume und sonniger Sea to Sky Highway

Heute Morgen sind wir in Ucluelet, einem weiteren Surfer- und Aussteigerparadies am Rande der Pacific Rim Nationalparks. Ein reiner ruhiger Ferienort mit zahllosen hübschen Holzferienhäuschen, die überall im Wald und am Ufer verteilt sind. Auch von hier aus lassen sich Walbeobachtungstouren unternehmen. Bei immer noch herrlichem Wetter bummeln wir durch den Ort und am kleinen Hafen entlang.

Wir verlassen die Tsunami Area (ein bisschen mulmig war uns schon, als wir die diesbezüglichen Warnschilder am Straßenrand gesehen haben) und dann geht es zurück auf die andere Seite der Insel, Richtung Nanaimo, wo wir die Fähre zurück nach Horseshoe Bay auf‘s Festland nehmen wollen.

Aber vorher noch ein absolutes Muss: ein Stopp im Mac Millan Provincial Park. Wir wandern durch den Cathedral Grove und bestaunen 800 Jahre alte Baumriesen, die bis zu 75 m hoch in den blauen Himmel ragen! Einige der Rot-Zedern haben einen Umfang von mehr als 5 m! Ein Wahnsinn, was in der Natur alles möglich ist!

Beeindruckt fahren wir die letzten Kilometer zum Fähranleger - hier warten wir dann über eine Stunde auf das Ablegen der BC Ferry „Queen of Oak Bay“ Aber dann haben wir eine wunderbar sonnige Überfahrt mit tollen Blicken auf schneebedeckte Bergriesen in der Ferne. Da wollen wir hin!

Am frühen Abend geht es dann weiter auf dem Sea to Sky Highway 99 Richtung Norden. Hinter jeder Kurve neue traumhafte Ausblicke auf eine in der Abendsonne glitzernde Wasser-Berge-Kombination: der Howe Sound ist einfach atemberaubend schön!

Wegen des Victoria Days am Montag – und damit einem langen Wochenende für die Kanadier – sind alle Campgrounds belegt und wir bekommen nur noch einen Stellplatz auf dem „Overflow“ des „Eagle Vista Campground“ in Squamish. Macht aber nichts – wir sind ja mit unserem Motorhome autark und brauchen Gott sei Dank weder Strom noch Wasseranschluss.

Mal sehen, was der Tag morgen bringt!

Herzlich
Janine

8. Tag: Eisenbahn-Historie, Oldtimer, ein mutiges Rodeo und der erste Bär

In unmittelbarer Nähe unseres Campgrounds fährt der bei Eisenbahnfans bekannte nostalgische Rocky Mountaineer Zug ab, der von zwei großen Diesel-Lokomotiven gezogen wird. Diesen tollen Zug müssen wir uns heute Morgen gleich als Erstes aus der Nähe ansehen. Auch über einige der Raritäten u. a. der West Pacific Railway freuen wir uns im nahen Railway Museum.

Schließlich fahren wir den Highway 99 weiter nach Whistler. Dieser für die Winterolympiade 2010 herausgeputzte Wintersportort ist denen der Schweiz oder Österreich ähnlich: zahlreiche große Hotelbauten und reihenweise Sportausrüstungsgeschäfte in der Fußgängerzone. Der Ort findet dann doch noch unseren Gefallen, weil zu unserer Freude hier gerade eine große Zahl wunderschöner Oldtimer der Rallye Vancouver – Whistler ins Ziel kommen. Wunderbar restaurierte Wagen erfreuen uns als ausgewiesene Oldtimer-Fans sehr.

On the road again: über Pemberton geht’s dann auf kurvenreicher Strecke steil bergauf. Von Flüssen durchpflügte tiefe Täler, kleine Seen, schneebedeckte Berge: ein Vorgeschmack auf die Rockies….

Leider ist das Wetter nicht mehr so sonnig, es hat leicht angefangen zu nieseln.

Auf dem Weg nach Lillooet sehen wir unterwegs eine Veranstaltung, an der wir nicht vorbei kommen: Das „Lillooet Lake Rodeo“.

Mit 10 $ sind wir dabei und dann können wir - bei Gott sei Dank trockenem Himmel - mutige Cowboys und schnelle Cowgirls bei den Wettbewerben bewundern. Das buntgemischte Publikum, überwiegend First Nations-stämmig, fiebert lautstark mit, es herrscht eine fröhliche Atmosphäre. Wir sind eindeutig die einzigen Touristen, werden aber herzlich auf der Tribüne zum Sitzen aufgefordert und lachend angestrahlt. Schön, dass wir hier dabei sein können!

Wir fahren den Highway 99 weiter und dann ein gemeinsamer Aufschrei: unser erster Bär direkt neben uns am Straßenrand! Hier habe ich noch keine Bären erwartet und so bin ich leider mit meiner Kamera nicht schnell genug, um dieses besondere Ereignis festzuhalten. Hoffen wir, dass bald noch mehr kamerataugliche Bären vors Objektiv kommen!

Hinter Lillooet finden wir einen schönen Stellplatz direkt am stark rauschenden Frazer River auf einem einfachen, aber pittoresken Campground. Auch hier eine Premiere: keine perfekt ausgestatteten Sanitärräume, sondern unser erstes Plumpsklo! Gut, dass unser Motorhome auch in dieser Hinsicht gut ausgestattet ist!

Herzlich
Janine

9. Tag: Frazer-Tal, Pioniere auf der Hat Creek Ranch und endlose Güterzüge

Wir fahren heute Morgen von Lillooet, einem nicht sonderlich beeindruckenden, aber schön am Frazer River gelegenen Städtchen nach Cache Creek.

Diese 75 km lange Strecke führt über eine beeindruckende Hochgebirgsstraße mit ständigen wunderbaren Ausblicken auf den tief unter uns fließenden breiten Fluss. Herrliche Panorama-Ausblicke trösten uns darüber hinweg, dass es leicht anfängt zu regnen.

Wir erreichen die Hat Creek Ranch, eine historische Rast- und Poststation an der Cariboo Wagon Road aus dem Jahr 1861. Sie wurde von einem Pelzhändler gegründet und entwickelte sich während des Cariboo Goldrausches zu einem wichtigen Punkt für Postkutschen, Goldgräber und Frachtwagen. In einem liebevoll zusammengestellten kleinen Freilichtmuseum sind die Gebäude und Ausstattungsgegenstände im Original erhalten und bieten einen interessanten Einblick in die Pionierzeit des kanadischen Westens.

Nach Cache Creek werden wir von endlos langen Güterzügen am Thompson River entlang nach Kamloops begleitet. Wir haben noch nie so lange Züge gesehen, die von drei Loks (vorne, Mitte, am Schluss) getrieben werden. Wir schätzen die Zuglänge auf weit über 100 Waggons. Der helle Wahnsinn für jeden Eisenbahnfreund!

In Kamloops regnet es aus Eimern und wir verspüren wenig Lust, bei strömendem Regen diese als nicht sonderlich attraktiv beschriebene Stadt zu besichtigen. Uns steht der Sinn mehr nach Natur.

Und so fahren wir bei grauem Himmel, aber ohne Regen, den Yellowhead Highway 5 nach Clearwater. Hier finden wir weiter nördlich im Wells Gray Provincial Park auf dem „Wells Gray Golf & RV Park“ dann wieder einen sehr schönen Stellplatz. Wir schauen vom Bett aus direkt auf einen stark rauschenden Fluss – dabei kann man gut schlafen!

Herzlich
Janine

10. Tag: Wells Gray Provincial Park, Bärenfamilie und ganz viel Wasser

Der Morgen begrüßt uns mit starkem Regen. Aber kaum haben wir geduscht, ist die Sonne wieder da und wir können ganz gemütlich im Freien direkt am rauschenden Fluss frühstücken. Wir haben beschlossen, den Tag heute auch noch im Wells Gray Provincial Park zu verbringen.

Natur pur. Der einzige Weg durch den Park ist irgendwann nicht mehr asphaltiert und es geht durch endlose Wälder. Bärenwarn- und Hinweisschilder auf jedem der wunderschön am Wasser gelegenen Rastplätze. Wir fahren und fahren und fahren…. Ich habe die Kamera schussbereit, aber weit und breit keine Bären….

Wir wandern in der Sonne hinaus zur Ray Farm, wo verfallene Farmhäusern vom harten Leben der hier Ende des 19. Jahrhunderts lebenden Farmerfamilie erzählen. Eine sprudelnde Quelle vulkanischen Ursprungs findet sich malerisch in eisenhaltiger roter Erde….

Am Ende des langen Parkways liegt der schöne Clearwater Lake, der zum Kajak fahren einlädt. Es geht nun den gleichen Weg zurück und wir haben schon ganz die Hoffnung aufgegeben einem Bären zu begegnen, da sehen wir vor uns mitten auf der Straße einen PKW anhalten:

Ganz ruhig überquert von links nach rechts direkt vor unserer Windschutzscheibe eine Bärenmutter mit zwei kleinen Bärchen die Straße! Bei abgeschaltetem Motor haben wir nun ganze zehn Minuten Zeit, die Bärenmutter beim Fressen und die Kleinen beim Spielen zu beobachten. Die Schwarzbärin frisst in aller Ruhe das frische junge Gras am Straßenrand, die Bären- Babies toben miteinander den Hang rauf und kullern runter… Ein einfach atemberaubender, wunderschöner Anblick: Wir können unser Glück kaum fassen! Irgendwann verschwinden die Bärenkinder und die Mama trabt langsam und ruhig hinter ihnen her und taucht ebenfalls im Wald unter.

Begeistert und glücklich, dieses Natur-Schauspiel live erlebt zu haben, fahren wir weiter zu den Helmcken Falls. Gigantische Wassermassen stürzen hier spektakulär 137 m in die Tiefe: Ein imposantes Schauspiel, das den Besuch allemal lohnt!

Abschließend machen wir noch einen Abstecher zum Green Mountain Viewing Tower. 4 km windet sich unser Motorhome über enge Serpentinen nach oben: aber es lohnt sich. Man hat vom Tower eine tolle 360° Umsicht weit ins Land hinein bis zum Mahood Lake.

Das Bären-Highlight feiern wir abends mit wunderbaren Riesensteaks, die wir in der untergehenden Sonne am Fluss grillen.

Ein toller Tag!!

Herzlich
Janine

11. Tag: Valemount, Mount Robson, Mama Burger und Mountain Time in Alberta

Bevor es heute Morgen losgeht, entsorgen wir erstmal die „black und grey water“- Tanks unseres Motorhomes an der Service Station unseres Campgrounds und füllen auch gleich wieder Frischwasser auf: Womo-Camper haben stets was zu tun….

Heute steht ein langer Fahrt-Tag auf dem Programm. Zuerst geht es rd. 70 km aus dem Wells Gray Provincial Park zurück nach Clearwater. Und von hier sind es dann rd. 300 km auf dem Yellowhead Highway 5 nach Jasper, unserem heutigen Tagesziel.

Der Highway verläuft großteils schnurgerade immer am Thompson River entlang. Große Waldgebiete wechseln sich mit Feldern und Farmen ab, unterbrochen immer wieder von kleinen und großen Seen. Die schneebedeckten Berge kommen immer näher….

Immer wieder werden wir – bei Tempo 100, der erlaubten Höchstgeschwindigkeit – von riesigen, langen Trucks überholt. Ein paar Mal huscht ein todesmutiges Columbian Groundsquirrel – eine Art großes Eich- bzw. Erdhörnchen – vor uns über den Highway. Weiter geht es bei herrlichem Sonnenschein und blauem Himmel mit Wattewolken gegen Norden….

Gegen Mittag erreichen wir den kleinen Ort Valemount. Ein erstaunlich perfekt ausgestatteter Supermarkt verführt uns dazu, unsere Vorräte früher als geplant aufzufrischen. Am Ortsende möchten wir dann bei „A&W“ wissen, wie ein Mama- und Teenie-Burger schmecken: lecker, aber normal. Der Papa-Burger hätte nur die doppelte Portion Fleisch drauf gehabt. Derart ungesund gestärkt geht’s weiter auf dem Highway 5.

Vorbei am Mount Terry Fox Park ist bald die Abzweigung auf den Highway 16 nach Alberta erreicht.

Und dann sehen wir ihn vor uns: Mount Robson, den höchsten Berg (3.954 m) der kanadischen Rocky Mountains. Schneebedeckt liegt er majestätisch vor uns, pittoresk eine gelbe Löwenzahnwiese und hellgrüne Baumwipfel im Vordergrund. Ein tolles Bild! Es ist herrlich ruhig hier am Visitor Center, außer uns sind nur 4 oder 5 weitere Paare auf der Viewing Platform. Wir können den Anblick des Bergriesen richtig genießen….

Wir sind nun in Alberta: Die Uhren werden auf Mountain Time eine Stunde vorgestellt. Am Eingang zum Jasper National Park kaufen wir uns erstmal einen Drei-Tage-Pass, da wir nicht genau wissen, wie lange wir in diesem und im Banff National Park bleiben.

Der große „Whistler Campground“ direkt bei Jasper im Wald gelegen wird unser Stellplatz für diese Nacht. Gleich am Check in werden wir freundlich, aber eindringlich darauf hingewiesen, dass es im Augenblick einen „very large grizzly“ in Campground-Nähe gibt. Außerdem haben einige Elche Junge, so dass sie zur Agressivität neigen. Wölfe, Wapiti-Hirsche, Cariboos und weitere Wildtiere seien auch im Park, sagt uns das Informationsblatt auf Deutsch.

Wir machen uns an unserer Grillstelle ein schönes Feuer, essen zu Abend und vertrauen darauf, dass Grizzlys feuerscheu sind…. Na, dann Gute Nacht!

Herzlich
Janine

12. Tag: Jasper, Maligne Lake, Harley-Davidson und ein Wolf

Heute Morgen lassen wir das Womo-Frühstück ausfallen und fahren ins 3 km entfernte Jasper, um dort zu frühstücken: Egg-Muffin, Ham and Egg Bagel und frische Früchte, begleitet von Mountain Grizzly-Cafe.

Wir bummeln durch den Ort und entdecken tolle Harley-Davidson Motorbikes mit Beiwagen: damit kann man wunderbare Touren durch die Rocky Mountains buchen. Gesehen, begeistert, gebucht: um 18.30 Uhr geht es los!

Bis es soweit ist, fahren wir Richtung Norden die 60 km zum Maligne Lake. Auf dem Weg dahin ein absolutes Muss: der Maligne Canyon! Wir wandern am Canyon entlang und staunen an jeder der 6 Brigdes über die grandiosen Wunder, die die Natur in Jahrtausenden vollbracht hat: fantastische Wasserfälle, die sich durchs Gestein spülen und über 50 m tiefe Schluchten zustande gebracht haben. In den Felsvorsprüngen haben sich die sehr seltenen Black Swift (schwarze Mauersegler), Nester gebaut und wir können eine Vogeldame beim Brüten beobachten. Eine wunderschöne Wanderung….

Weiter geht’s Richtung Maligne Lake. Unterwegs warnen große Hinweistafeln, wir seien im Cariboo Country…. Die Schilder stehen nicht umsonst am Straßenrand: wenige Kilometer weiter steht ein Cariboo ganz ruhig fressend am Straßenrand und lässt sich auch nicht beirren, als der Blitz meines Fotoapparates aufleuchtet. Er oder sie guckt sehr fotogen in die Kamera….

Endlich erreichen wir den Maligne Lake, dessen Schönheit nicht umsonst so gepriesen wird. Er liegt sehr idyllisch, ist aber um diese Jahreszeit noch mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Aber auch das hat seinen Reiz!

Auf dem Rückweg nach Jasper entdecken wir an einem kleinen See eine große Zahl der poussierlichen Chipmunks, Streifenhörnchen wie „A- und B-Hörnchen“ von Walt Disney. Die Kleinen sind außerordentlich flink, aber sehr zutraulich und kommen fast auf die Hand. Ganz einfach niedlich!!

Zurück in Jasper bieten die vielen Geschäfte die Chance, noch ein bisschen Geld auszugeben….. Dann werden wir bei „Jasper Motorcycle Tours“ Harley Davidson - mäßig komplett von Kopf bis Fuß in Leder eingekleidet (ich komme mir schon etwas komisch vor…) und ab geht’s mit einer Super-Maschine in die Berge. Unser Biker heißt Ted und brettert die kurvige Strecke abseits der Highways gekonnt entlang. Eckhart thront bequem auf dem Rücksitz, ich werde im Beiwagen leicht durchgeschüttelt.

Einfach fantastisch und jeden Dollar wert: Ted fährt uns zu besonderen Aussichtspunkten, von denen man die schneebedeckten Rockies wie an einer Kette aufgereiht im Sonnenuntergang bewundern kann. Und auf dem Rückweg der Tour dann unser absolutes Highlight:

In einem Waldstück entdeckt Eckhart im Vorbeidonnern einen Wolf! Ted wendet sofort, fährt nahe heran und bei abgeschaltetem Motor haben wir ausgiebig Zeit, den am Waldrand hin und her laufenden hellgrauen Wolf zu beobachten. Da zur Zeit viele Elchkühe Junge haben, hofft er wohl, eines davon zu erwischen. Er legt sich an den Waldrand und wartet ab.

Wir warten nicht mit ihm, sondern fahren zurück nach Jasper. Ein absolut empfehlenswertes, großartiges Erlebnis für Biker-, insbesondere Harley-Fans, und alle, die diese wunderbare Landschaft mal aus einer anderen Perspektive erleben wollen.

Wieder ein toller Tag zu Ende!!

Herzlich
Janine

13. Tag: Athabasca Falls, noch mehr Bären und der Icefields Parkway

Laut Reiseführern sollen wir heute wohl einen der Höhepunkte unserer Reise erleben: wir fahren den Icefields Parkway 93 entlang. Wir sind gespannt, da wir ja schon so viele Highlights erlebt haben….

Zuerst geht’s den alten Parkway Highway 93 A entlang, abseits des Hauptverkehrs der 93 (Tipp von unserem Biker Ted). Wir treffen nach herrlicher Fahrt durchs Gebirge auf die 93, genau an den Athabasca Falls.

Dieser Stopp lohnt sich auf jeden Fall: die Fälle sind zwar nicht so hoch wie die Helmcken Falls im Wells Gray Park, fallen kaskadenartig aber sehr reizvoll. Die Sonne beleuchtet dieses Naturschauspiel, so dass wir auch noch Regenbogen bewundern können!

Dann folgt die nächsten 200 km Natur pur. Vorbei an glasklaren türkis schimmernden Seen und schneebedeckten Bergriesen. An fast jedem Viewpoint werden wir von einem freundlichen, sehr zutraulichen Raben begrüßt. Wir steigen aus, fotografieren und gucken, gucken, gucken: wir können uns nicht satt sehen….

Obwohl wir schon gar nicht mehr damit gerechnet haben, noch mal Bären zu sehen - nach unserem Glück mit der Bärenmutter und ihren Jungen - können wir noch mal direkt am Straßenrand Bären bewundern! Und dieses Mal sogar zwei unterschiedliche: einen Schwarzbären und seinen Freund, den Braunbären. Beide fressen friedlich nebeneinander die Löwenzahnblüten genüsslich und in aller Ruhe. Wir freuen uns viele Minuten an diesem schönen Anblick, dann trollt sich der Braune und der Schwarze folgt langsam.

Es tauchen die ersten Gletscher auf und dann sind wir auch schon am Icefields Athabasca Glacier. Riesige Parkfläche lassen uns ahnen, was hier in der Hochsaison los ist. Wieder einmal beglückwünschen wir uns zur Wahl dieser Vorsaison-Reisezeit…. Im Visitor Center meinen wir in Japan oder sonst wo in Asien zu sein. Zahllose asiatische Besucher wollen mit den Adventure-Bussen mit den riesigen Reifen aufs Eis fahren, es herrscht Flughafen-Atmosphäre. Auf der elektronischen Anzeigetafel erscheint „Boarding um 14.10 Uhr“…

Nichts wie weg hier, das ist nichts für uns. Wir wollen auch nicht die sicher sehenswerte Ausstellung und die vermutlich interessanten Filme sehen… Stattdessen fahren wir zum Parkplatz unterhalb des Glaciers und genießen dort gemütlich mit Blick auf die Eismassen einen leckeren Snack: hoch lebe die Freiheit des Wohnmobil-Fahrens!

Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: der Anblick dieser imposanten dicken Eisschichten ist schon sehr beeindruckend. Erschreckend jedoch, wie schnell sich das Eis in den letzten Jahrzehnten zurückgezogen hat. Das macht doch sehr nachdenklich….

Schnee und Eis begleiten uns auf den weiteren Kilometern, wir begegnen weiteren Cariboos. Eine imposante Berg- und Gletscherkulisse begleitet diesen tollen Icefields Parkway und immer wieder tauchen schöne, in der Sonne glitzernde Seen auf. Es gibt so viel zu sehen.

Am Mistaya Canyon machen wir uns auf zur nahe gelegenen, zwar nicht so spektakulären, doch sehr sehenswerten Kalksteinschlucht, wo die Wassermassen runde Höhlen ausgewaschen haben.

Wenig später fordert die Kulisse des türkis glitzernden Waterfowl Lake mit dem majestätischen Mount Chephren im Hintergrund zu Recht ein Foto.

Wir erreichen den verschneiten Bow Summit, mit 2.088 m der höchste Punkt des Icefields Parkway. An der Straße winkt uns ein fröhlicher Schneemann zu. Vergessen ist das Summer Feeling von Vancouver Island, jetzt herrscht Winter!

Es ist nicht mehr weit und wir sind in Lake Louise, wo wir einen schönen Stellplatz auf dem „Lake Louise Campground“ finden und bei einem wärmenden Feuer die wunderbaren Eindrücke verarbeiten.

Herzlich
Janine

14. Tag: Malerische Seen, Einkäufe in Banff und Columbia River Tal

Heute Morgen geht’s nach einem ausführlichen Frühstück direkt zum wenige Kilometer entfernten Lake Louise. Wir sind gespannt was uns erwartet, da wir sehr unterschiedliche Meinungen dazu gehört und gelesen haben. Freudig überrascht sind wir: weder gibt es Parkplatzprobleme noch sind die erwarteten asiatischen Besuchermassen in der Überzahl.

Der wunderschön von schneebedeckten Bergen eingerahmte See liegt ruhig und malerisch in der Sonne. Wie um diese Jahreszeit zu erwarten, ist der größte Teil der Wasserfläche noch mit Eis bedeckt, was der Schönheit jedoch keinen Abbruch tut – unserer Meinung nach eher im Gegenteil! Der türkisfarbene Schimmer des Sommersees hat ganz sicher auch seinen Reiz, aber so gefällt er uns auch sehr!

Nach einem kurzen Spaziergang am See entlang machen wir noch einen Abstecher ins berühmte am See liegende Luxus-Hotel Fairmont Lake Louise. Bis auf einige Ausnahmen bieten die in der Shopping-Zone angesiedelten Läden auch sehr viele der allerorts vertretenen Souvenir-Artikel. Die Lobby ist alt-ehrwürdig, zwar modernisiert, aber dem Stil der Gründungszeit entsprechend, sehr gediegen und elegant, wie derartige Hotel-Lobbys nun mal überall sind.

Die 14 km zum Moraine Lake sind von Schneehaufen beiderseits der Straße gesäumt. Dieser See ist mit Sicherheit im Sommer schöner, da er nun komplett mit Schnee und Eis bedeckt ist und wir durch den tiefen Schnee ans Ufer stapfen müssen. Der gepriesene Charme dieses Kleinods bleibt uns leider verborgen.

Wir sind nun auf dem Trans Canada Highway 1 unterwegs ins rund 60 km entfernte Banff.

Unterwegs halten wir gleich ein paar Mal an: Zuerst wieder eine Bärin mit ihren Jungen, einem schwarzen und einem braunen Bärchen. Sie lieben genau wie ihre Kollegen aus dem Wells Gray Park ganz besonders die Löwenzahnblüten und lassen sich beim Fressen auch nicht von mehreren aus den Autos fotografierenden Touristen stören: ihr Hunger ist größer als die Angst vor den anwesenden Menschen.

Dann folgen ein paar Wapitis, die bis auf den Highway laufen. Und dann kurz hintereinander wieder zwei Schwarzbären und zweimal hintereinander jeweils ein einzelner Schwarzbär. Bären genug, aber bisher haben wir leider noch keinen Elch gesehen (dafür aber die artverwandten Cariboos), nur bei Wanderungen seine Hinterlassenschaften….

Endlich ist Banff erreicht. Auch hier finden wir sofort einen Parkplatz und der nächste Coffee-Shop wird angesteuert. Wir bummeln durch die nette Kleinstadt, immer entlang an schön abwechselnden Souvenir-Shops, Juwelierläden und Restaurants. Wer hier kein Geld ausgibt, ist selbst schuld….

Da unser Parkpass nur noch bis heute Nachmittag gilt, machen wir uns auf in südlicher Richtung nach Radium Hot Springs. Ein Bad in den heißen Quellen stellen wir uns schön vor. Als wir jedoch nach 100 km dort eintreffen, sind wir so enttäuscht, dass wir gleich weiter fahren. Von einem großen türkis gekachelten Schwimmbad wie aus den 60er Jahren, an dessen Rändern die Menschen wie an einer Perlenschnur aufgereiht im Wasser hängen, haben wir nicht geträumt. Es sollte schon etwas mehr Atmosphäre haben….

Also fahren wir wieder gen Norden, Richtung Golden.

Die Schönheit des Tals, durch das uns nun der wunderbare Columbia River begleitet, haben wir nicht erwartet. Der Fluss glitzert in der Sonne, die Bäume - ein Mix aus Nadelbäumen und maigrünen Birken - leuchten kräftig grün. Auf den Weiden stehen viele Kühe mit ihren Kälbern, hübsche bunte Häuser auf großen Grundstücken rechts und links der Straße 95. Wir sind fast allein unterwegs, ganz selten kommt uns ein Auto entgegen. Herrlich!

Kurz vor Golden finden wir – viele Haarnadelkurven bergauf in den Wald kurvend - den einfachen, aber wunderschön gelegenen „Sander Lake Campground“. Ein malerischer See, der zum Schwimmen oder Kanu fahren (im Preis inbegriffen) einlädt, ein prima Lagerfeuer auf einem sonnigen Platz: Womofahrerherz – was willst du mehr?

Herzlich
Janine

15. Tag: Railway Museum, weihnachtliches Eis, eine Fährfahrt und heiße Bäder

Wir verlassen den äußerst idyllischen Sander Campground bei Golden nur sehr ungern, wir würden gern noch bleiben und trödeln und trödeln....

Relativ spät kommen wir daher in Revelstoke nach einer ziemlich eintönigen Fahrt auf dem fast schnurgeraden TCH Trans Kanada Highway 1 an. Wir haben den Rogers Pass überquert, das hat uns eine Stunde Zeit geschenkt: statt der Mountain Time gilt nun wieder die Pacific Time.

Revelstoke ist ein nettes, unaufgeregtes Städtchen. Wir bummeln bei strahlendem Sonnenschein und gefühlten 25° rum und hören auf einmal „Jingle Bells“ und „Silent Night“ und diverse andere Melodien wie von einem Glockenspiel. Wir gehen den Tönen nach, da kommt uns ein „Gelato Mobile“ entgegen: Ein Mini-Eiswagen vor einem Fahrrad. Begeistert kaufen wir der jungen Dame „Orange“ und „Rocher“ ab: eine schräge, aber nette Idee, Eis an den Mann zu bringen.

Derart erfrischt müssen wir ein bisschen Geschichte erkunden, nämlich die des kanadischen Eisenbahnbaus: wir sind im Railway Museum von Revelstoke, wo u. a. eine der größten Dampfloks der kanadischen Eisenbahngeschichte, die legendäre „5468“ zu bewundern ist. Viel Informatives über den Eisenbahnbau und die damit verbundenen unvorstellbaren Strapazen für alle am Bau Beteiligten. Für Eisenbahn-Fans ein Muss!

Wir verlassen den TCH 1 und wenden uns gen Süden. Auf der 23 geht es rund 50 km durch Wald- und Seengebiete, am Upper Arrow River entlang, einem der beiden Stauseen des Columbia River. Mehrmals sehen wir einzelne Bären und auch Wapitis, aber Halten ist leider nicht möglich. Wir haben auch aufgehört, die Bären zu zählen, die am Straßenrand auftauchen….

Die Fähre von Shelter Bay nach Galena Bay erreichen wir kurz vor der Abfahrt und sind nach sonniger, kostenloser (!) 20-minütiger Überfahrt nach Nakusp unterwegs.

Kurz hinter dem Ort können wir den Hinweisen auf die Halcyon Hot Springs diesmal nicht widerstehen. Es folgen bei Sommertemperaturen zwei herrlich entspannende Stunden in den heißen Quellen in unterschiedlichen Becken (12°, 24°, 32° und 42°) mit tollem Blick auf den Lake. Eine Wohltat!

Nach kurzer Fahrt erreichen wir danach den „Heritage Park“ in Burton, unseren Stellplatz für diese Nacht direkt am Strand des Upper Arrrow Lake.

Wir beobachten kanadische Wildgänse auf dem Wasser und freuen uns am abendlichen Lagerfeuer.

Herzlich
Janine

16. Tag: Burton, kurze Fährfahrt, Vernon, die O’Keefe Ranch und ein teurer Campground

Nach einem sehr sonnigen Frühstück am Seeufer ist es nur ein kurzes Stück bis zur Fähre nach Needles. Eine 5-Minuten-Überfahrt und dann führt uns eine abwechslungsreiche, kurvige Straße über den Monashee Pass nach Cherryville und weiter nach Vernon.

Kurz vor Cherryville machen wir eine Pause beim Gold Pan Cafe. Das angebotene Goldwaschen lassen wir sein, dazu schätzen wir unsere Chancen auf Erfolg zu gering ein. Aber umgeben von Truckern genießen wir die urige Atmosphäre bei stilechten „homemade Fries and Burger“ und bekommen auch wie üblich immer wieder Kaffee nachgeschenkt.

Die sehr schöne Strecke führt uns dann nach Vernon, das uns aber nicht zu einem längeren Aufenthalt einlädt. Außer einigen interessanten Wandmalereien – ähnlich wie in Chemainus – gibt es hier nicht viel zu sehen.

Wir fahren zur nördlich gelegenen O’Keefe Ranch, wo wir eine sehr persönliche Führung (nur für uns beide!) durch die hochinteressante Ranch genießen. Der arme Ire Cornelius O’Keefe kam in der Pionierzeit durch Rinderzucht zu Reichtum. Das Ergebnis dieses Reichtums können wir heute in Form eines wunderschönen Freilichtmuseums mit den restaurierten Originalgebäuden der Ranch samt ihren teilweise originalen Inneneinrichtungen bewundern. Mich begeistert besonders der herrliche Krämerladen, der mit unzähligen sehenswerten Einzelteilen ausgestattet ist. Ich kann mich gar nicht satt sehen und meine Kamera kommt nicht zur Ruhe….

Die vielen Tiere der Ranch lassen uns locker die nächste Stunde vergessen: zig verschiedene seltene Hühnerrassen, neugierige Ziegen und ihre süßen Kleinen, viele Pferde, Esel und lustig spielende Lämmer mit ihren Müttern und und und… Außerdem gibt’s endlos viel zu gucken für Fans alter Traktoren und Landmaschinen.

Relativ spät machen wir uns auf der Westside Road des Okanagan Lake auf den Weg Richtung Süden. Eine wunderschöne, kurvige Gebirgsstraße kann uns aber nicht richtig davon ablenken, dass wir heute Nacht unbedingt einen Full hook-up Stellplatz brauchen, da alle unsere elektrischen Geräte wie Netbook und die Akkus der Kamera unbedingt aufgeladen werden müssen!

Die Handys sind nicht wichtig, da wir schon seit Tagen keinen Empfang mehr haben. Aber da wir nun schon mehrmals in den Parks einen Stellplatz hatten, der zwar wunderschön gelegen, aber ohne Strom war, müssen wir nun an einigen schönen Plätzen vorbei fahren: alle ohne Strom!

So sind wir gezwungen bis Kelowna durchzufahren, was viele heute nicht geplante Kilometer bedeutet. Aber schließlich werden wir für schlappe 60$ fündig im „Hiawatha RV Park“ in Kelowna: der Platz ist fest in den Händen von freundlichen Dauercampern, liegt an einer stark befahrenen Straße, aber wir können „laden“ und auch – obwohl schon spät – noch Wäsche waschen.

Wie man in Köln sagt: „Et hätt noch immer jot jejange…“

Herzlich
Janine

17. Tag: Von Kelowna ins Pfirsichland und ins südliche Osoyoos

Ein munteres Entenpaar hilft uns heute Morgen beim Frühstücken. Wir verabschieden uns von John, unserem freundlich-neugierigen Dauercamper-Nachbarn und fahren erstmal nach Kelowna hinein.

Es ist ein warmer, strahlend sonniger Tag und der City Park ist von Skateboard-Fahrern, Breakdancern, jungen Müttern mit Babies, Rentnern mit viel Zeit und Mittagspause–machenden arbeitenden Mitmenschen bevölkert. Am wunderschön gelegenen Yachthafen können wir die moderne Bären-Skulptur eines jungen Künstlers bewundern.

Auf der Main Street entdecken wir einen ganz wunderbaren Bäcker, der u. a. unterschiedliche Brotsorten anbietet: für ein anständiges Brot statt des ständigen „Gummi-Brotes“ stelle ich mich gern in die lange Warteschlange…. Wir kaufen uns ein „Small Ice Cream“- mit den Dimensionen eines deutschen Eisbechers - und genießen durch die nette Stadt bummelnd „ Cheese Cake“ und „Rocher“-Geschmack.

Dann geht’s ins Pfirsich-Sommer-Land. Auf dem Weg nach Peachland und Summerland säumen unzählige Winerys und Fruit Stands die Straße. Letztere sind um diese Jahreszeit überwiegend noch geschlossen, da hier jetzt halt weder Pfirsiche noch Kirschen oder Melonen oder sonstiges reif sind.

Dafür laden die Winerys zur Verkostung der allseits gepriesenen Okanagan-Weine ein. Wir entscheiden uns für eine Verkostung beim Weingut „See Ya Later Ranch“, idyllisch inmitten der Weingärten im Hinterland gelegen. Die Weine sind geschmacklich ganz anders als die europäischen, schmecken uns jedoch sehr gut! Obwohl die Preise für europäische Verhältnisse sehr gesalzen sind, nehmen wir je eine Flasche Rot- und Weißwein für die letzten Tage in BC mit.

Die letzten Kilometer durch wüstenartige Landschaft nach Osoyoos, dem letzten Ort vor der USA-Grenze, erscheinen uns kurz.

Auf dem einfachen, aber für uns tollen „Brookvale Holiday Resort“ etwas außerhalb des Ortes direkt am Okanagan-Lake sind wir die einzigen Gäste! Ruhe pur.

Nach einem Spaziergang am abendlichen See genießen wir bei intensivem Vogelgezwitscher den Abend.

Herzlich
Janine

18. Tag: Osoyoos, ein bisschen Wüste, noch mal Bären und dann nach Hope

Heute Morgen beeinflusst uns das warme Klima und wir lassen es daher sehr langsam angehen.

Die letzte kanadische Ortschaft Osoyoos vor der US-Grenze mutet südländisch an: Es ist sehr warm und die Sonne bringt kleine gelblich gestrichene Häuser mit roten Dächern zum Leuchten.

Obwohl wir eigentlich nach Westen fahren müssten, folgen wir über steile Serpentinen dem Highway 3 noch mal Richtung Osten: Das lohnt sich sehr, hat man doch vom Anarchist Mountain Lookout ganz oben eine absolut traumhafte Aussicht auf das ganze Tal mit dem Osoyoos Lake. Hier sieht man erst, dass Osoyoos wirklich inmitten wüstenähnlicher Landschaft mit wilden Salbeibüschen und karger Vegetation liegt. Es ist ganz herrlich hier oben!

Durch die Okanagan Pocket Desert – der Westentaschenwüste - geht es dann weiter auf dem Highway 3 Richtung Westen nach Princeton. An wunderschönen Seen vorbei, durch den Manning Provincial Park, wo wir unerwarteter weise noch zweimal das Glück haben, je einen Braun- und Schwarzbären direkt an der Straße zu sehen.

Leider ergibt sich keine Möglichkeit anzuhalten, weil uns schnelle große Trucks dicht im Nacken hängen. Hier im Park kommt bei uns - für wohl lange Zeit das letzte Mal - noch mal das „kanadische Naturgefühl“ der letzten Wochen wieder, bevor uns die Geschäftigkeit der Städte wieder im Griff hat.

Auf dem “Kawkawa Campground“ bei Hope haben wir dann noch besonderes Glück: Auf die fast obligatorische Frage „Where are you guys from?“ und die Antwort „Germany“ bekommen wir von der Verwalterin unseren schönen Stellplatz am See kostenlos! Sie hat seit einigen Wochen einen deutschen Schwiegersohn und hofft, bei einem eventuellen Deutschlandbesuch ebenfalls nette Leute zu treffen, die sie herzlich aufnehmen. Hoffen wir, dass sie die „richtigen“ Menschen in Deutschland trifft!

Bei wunderschöner Abendstimmung wird dann am See an unserem letzten Lagerfeuer das Restholz verfeuert.

Herzlich
Janine

19. Tag: Der Himmel weint: Wir fahren zurück nach Vancouver und packen Koffer

Schon nachts hören wir den Regen auf’s Dach unseres Womos klatschen und auch am Morgen hört es nicht auf, kräftig zu regnen. Gestern Abend wirkte der in der Abendsonne liegende kleine See noch so richtig idyllisch, heute Morgen macht uns der tief hängende Nebel bzw. die Regenwolken den Abschied aus Hope leicht.

In der kleinen Stadt gibt auch nicht viel zu sehen – erst Recht nicht bei Regen – und so machen wir uns direkt auf dem Trans Canada Highway 1 nach Vancouver auf.

Da es immer weiter regnet – ja, wir sind halt verwöhnt aus den letzten, meist sonnigen Wochen – fahren wir nur mal kurz der Neugierde wegen durch Downtown Chilliwack. Die Innenstadt ist ganz hübsch, stimuliert uns aber nicht zum Aussteigen.

Erst kurz vor Vancouver hört es auf zu regnen, die Sonne kämpft sich sogar ein bisschen durch. Da beschließen wir - wie schon während unserer ganzen Reise – wieder dem Tipp unseres sehr empfehlenswerten, hervorragenden Reiseführers „Reise Know-How -Westkanada“ zu folgen: Wir fahren vom TCH ab und in den Lynn Canyon Park.

Hier gibt es über den Lynn Canyon die nahezu identische Hängebrücke wie die bekannte Capilano Bridge. Nur mit dem gravierenden Unterschied, dass die Lynn Suspension Bridge kostenlos ist, während man für die Capilano stolze 30$ pro Person zahlen müsste und dazu noch Busladungen anderer Schaulustiger gratis dazu bekommt.

Nun gut, die Lynn Brigde ist nicht 70 m, sondern nur 50 m hoch und auch keine 137 m lang, aber trotzdem sehens- und erlebenswert und dazu ist herrlich wenig los!! Wir wandern ein wenig durch den angrenzenden Regenwald (ohne Regen!) mit tollen Natur-Baum-Kunstwerken.

Dann ist endgültig die Fahrt nach Nord-Vancouver angesagt, denn da wartet auf dem - uns schon vom ersten Tag her bekannten - „Capilano RV Park“ unser Stellplatz für die letzten beiden Nächte. Hier ist auch die Motorhome-Wäsche kostenlos: die letzten drei Wochen haben äußerlich schon einige erhebliche Dreckspuren hinterlassen….

Wir haben uns entschieden, den heutigen Spätnachmittag/Abend mit Kofferpacken, Wohnmobil putzen und aufräumen zu verbringen. Man nimmt sein rollendes Zuhause in drei Wochen doch sehr in Besitz mit dem eigenen Kram....

Somit haben wir dann den morgigen Freitag komplett frei und können noch mal einen ganzen Tag in Downtown Vancouver verbringen: Das hatten wir uns schon bei Reisestart vorgenommen, denn diese tolle Stadt lohnt jeden Tag!

Also, jetzt geht’s ans Aufräumen und Packen!

Herzlich
Janine

20. Tag: Vancouver, die Zweite…

Unsere Habseligkeiten sind überwiegend in Koffer und Taschen verstaut, das Motorhome sauber….

Über unsere restlichen Lebensmittel freuen sich Kati und Jens aus Aalen im Schwabenland. Die beiden sind uns auf dem Campground aufgefallen, weil zwei BMW Enduros neben ihrem relativ kleinen Zelt stehen. Sie erzählen, dass sie schon seit eineinhalb Jahren unterwegs sind, Australien, Neuseeland und Südamerika kennengelernt haben und jetzt auf ein Visum nach Alaska warten. In weiteren eineinhalb Jahren wollen sie wieder in Deutschland eintreffen.

Wir kommen uns mit unseren wenigen Tausend Reise-Kilometern richtig unscheinbar vor und sind schwer beeindruckt von ihren Erzählungen. Wir wünschen den beiden viel Glück auf ihren weiteren Wegen und machen uns ganz bescheiden mit dem Bus auf in Richtung Downtown.

Leider ist der Himmel grau, aber es regnet Gott-sei-Dank nicht. So können wir ab Georgia Street/ Granville Street trocken durch die Straßen bummeln, mit einem Stopp in einem Coffee Shop.

Vorbei am Gründungshaus der Hudson‘s Bay Company, des ersten Handelsunternehmens kanadischen Pelzhandels, aus dem dann später das Kaufhaus The Bay entstand. Wir gehen jedoch in die Pacific Centre Mall, wo man endlos schicke Shops und weltweit bekannte Designer von Rang und Namen findet: Wer will, kann Geld ausgeben bis zum Abwinken….

Weiter geht’s noch mal zur Waterfront und zum Canada Place, wo es wieder herrlich ist, das bunte Treiben zu beobachten.

Vorbei an der Waterfront Station mit der schönen Halle und dann sind wir auch schon am Harbour Tower mit dem Vancouver Lookout im 40. Stock. Hier lohnt es auf alle Fälle den relativ hohen Eintritt zu bezahlen: die Rundumsicht aus 167m Höhe ist ganz einfach toll! Wir können uns gar nicht satt sehen und verbringen mehr als eine Stunde hier oben. Sehr zu empfehlen.

Nun schlendern wir noch Mal mit etwas mehr Zeit als bei unserem ersten Besuch durch die unzähligen Geschäfte von Gastown, es reihen sich viele Souvenir-Shops und Restaurants aneinander, aber auch so beeindruckende Läden wie „Hill’s Native Art“ sind zu finden. Hier gibt es Original-Kunst von teilweise sehr bekannten Künstlern der First Nations. Viele Holzschnitzarbeiten, aber auch Jade und Silberarbeiten sowie typische Kleidung. Die Preise sind gesalzen, liegen locker auch mal im vier- oder fünfstelligen Dollar-Bereich. Aber Angucken und Bewundern ist kostenlos….

Diesen letzten aktiven Tag können wir im „Chill Whistler“ am Maple Tree Square ausklingen lassen, wo wir einen der begehrten Außenplätze ergattern. Bei einem köstlichen Cocktail und einem einheimischen Bier beobachten wir das buntgemischte, überwiegend junge Publikum. Sich hier auf einen Drink nach Büroschluss zu treffen, scheint bei der Künstler- oder IT-Szene angesagt zu sein…. Wir haben den Blick frei auf die Statue von Gassy Jack, der auf seinem Whiskey Fass steht und die Entwicklung des Viertels, das er einst gegründet hat, zu beobachten scheint.

Vier Blocks laufen wir am frühen Abend durch die nun ruhigere Stadt, bis wir die Bushaltestelle für unseren Bus zurück zum Capilano RV Park erreichen.

Noch mal ein besichtigungsintensiver Tag!

Herzlich
Janine

21. Tag: Adieu Motorhome, Warterei auf den Heimflug und ein sehr positives Fazit

Schon um 10.00 Morgens muss das Motorhome im Hof bei CanaDream stehen, sonst sind erhebliche Zuschläge fällig. Das heißt für uns sehr früh aufzustehen. Für ein Frühstück haben wir weder Lust noch Zeit. Und so fahren wir nun endgültig das letzte Mal durch das noch müde Vancouver nach Richmond.

Um 09.30 Uhr stellen wir uns beim Vermieter in die Schlange der heimkehrenden Womos. Schnell ist ein Mitarbeiter bei uns, der genau checkt, ob Beschädigungen am Fahrzeug zu sehen sind.

Wir werden um eine Beurteilung des CanaDream Services sowie des Motorhomes gebeten und äußern unwesentliche kleine Kritikpunkte:

Obwohl das Fahrzeug blitzneu war (oder gerade deshalb??) quietschte die Mückentür am seitlichen Eingang drei Wochen lang erbärmlich während der Fahrt, die unteren Schubladen gingen beständig während der Fahrt auf und konnten nur mit unseren Kofferbändern am Aufgehen gehindert werden, und ein Sitzpolster in der Sitzgruppe hielt nicht am Klettband und wanderte ständig durch den Fahrzeug-Innenteil….Aber das sind wirklich absolute Peanuts und spielen keine Rolle in der ansonsten sehr guten Gesamtbeurteilung!

Die Rückbuchung der anfangs geleisteten Kaution wird ohne Probleme umgehend veranlasst. Dann nehmen wir Abschied von unserem rollenden Zuhause für drei wunderbare Wochen….

Ein Shuttle bringt uns zum Airport, wo wir erstmal „spät“stücken und ansonsten die Zeit bis zum Abflug mit Lesen verbringen.

Beim Einchecken kommen wieder die Vorteile der „Option Plus“- Buchung zum Tragen: keine Schlange-Steherei, großzügige Handhabung der Gepäckgewichtsgrenzen, bevorzugtes Boarding…. Ok, die Sitze werden nicht breiter in der Economy Class, aber die Beinfreiheit ist schon sehr bequem….

Der Nachtflug gen Osten ist ruhig und angenehm und wir landen über-pünktlich in Frankfurt. Noch ein Familien-Transfer, und dann sind wir wieder zu Hause in Köln.

Kurzes Fazit dieser Reise:

Geeignet ist so ein Motorhome-Urlaub für alle,

  • denen es nichts ausmacht, viele Kilometer zu fahren (in unserem Fall 3.850 km)

  • die nicht erschrecken angesichts der Tankmengen, die so ein MHB schluckt (ca. 25 l/100 km)

  • die gern völlig unabhängig und spontan ihren Tag und ihre Erlebnisse selbst bestimmen wollen

  • die viel Natur und und heimische Tiere hautnah erleben wollen

  • die keine Reiseleitung und Hilfe beim „Entdecken“ benötigen oder möchten

  • die gern unzählige, fröhliche Bekanntschaften mit Menschen aus der ganzen Welt machen

  • die den erheblichen Komfort eines Wohnmobils (gegenüber dem Zelten) zu schätzen wissen

Für uns war es ein wunderbarer, erlebnisreicher Urlaub! Wir werden die tagtäglich zig mal gestellten freundlichen Fragen „Where are you guys from?“ und die dann folgenden netten Gespräche sehr vermissen. Vielleicht finden Sie ja auch bald mal Spaß an dieser Form des Reisens!

Herzlich
Janine und Eckhart aus Köln

Der Westen Kanadas

Erleben Sie die unendlichen Weiten Kanadas mit dem Camper. Die Reise in einem Wohnmobil zählt nach wie vor zu einer der beliebtesten Urlaubsmöglichkeiten. Gestalten Sie sich Ihre persönliche Reiseroute durch die traumhafte Natur Kanadas.

Seien Sie unabhängig und verweilen Sie an den Plätzen, die Ihnen gefallen, solange Sie möchten. Das Land bietet eine hervorragende touristische Infrastruktur und durch das gut ausgebaute Straßennetz sind auch große Entfernungen ohne Probleme zu überwinden.

Freuen Sie sich auf den kanadischen Westen und entdecken Sie die schönen Städte Calgary, Vancouver, Victoria und Edmonton. Lassen Sie sich von der atemberaubenden Schönheit der Nationalparks wie z. B. Banff, Mount Revelstoke und Glacier verzaubern und verweilen Sie an den Plätzen, wo es Ihnen am besten gefällt.

Ihr Camper von CanaDream

CanaDream ist ein serviceorientiertes Unternehmen mit der modernsten Fahrzeugflotte in Kanada. Ihr Midi Motorhome (min. 2 Personen/max. 4 Personen) bietet alle erdenklichen Bequemlichkeiten.

Die Übergabe des Campers findet am 2. Tag zwischen 13:00 Uhr und 16:00 Uhr statt. Sie übernehmen Ihren Camper voll ausgestattet und können gleich nach der Übernahme Ihre Fahrt beginnen.

Ausstattung: Midi Motorhome (MH-B)

Schlafplätze für 2 bis 4 Personen, Bettengröße (ca. Angaben): Alkovenbett 1,78 x 1,52 m (ein Bett) oder 2 Einzel-Alkovenbetten je 1,78 x 0,76 m, Dinette 1,68 x 1,04 m, Doppelbett 1,83 x 1,50 m Länge: ca. 7 - 8,6 m

Zusätzlich: V8-Motor, Automatikgetriebe, Servolenkung, Servobremsen, AM/FM-Radio, CD-Player, Klimaanlage im Führerhaus und Wohnraum, Dusche, Spültoilette, Frischwassertank, Abwassertank, Kühlschrank, Mikrowellenherd, Herd, Backofen, Heizung

Tankgrößen (ca. Angaben): Treibstoff 200 Liter, Frischwasser 167 Liter, Abwasser (Spüle + Dusche) ca. 75 Liter, Abwasser (WC) ca. 100 Liter, Propangas 60 lbs