5. Tag
Nach einer kurzen Nacht startete der Tag mit der Busfahrt zum Hawa Mahal, dem Palast der Winde. Vor der fünfstöckigen Fassade aus rotem und rosafarbenem Sandstein, verziert mit filigranen Ornamenten aus Branntkalk, fühlt man sich plötzlich ganz klein. Also schnell die schönsten Fotos schießen, bevor die großen Besuchermengen kommen - und schon ging es wieder zurück in den Bus. Die Fahrt führte uns nun immer näher zur beeindruckenden Schlossanlage und militärischen Festung: dem Amber Fort. Dort warteten bereits Geländewagen, die uns hinauf zur Festung brachten.
Oben angekommen erwartete uns ein atemberaubender Ausblick: von der scheinbar endlos verlaufenden Stadtmauer, die ein wenig an die Chinesische Mauer erinnert, bis hin zum Maota-See, der wichtigsten Wasserquelle der Anlage. Durch riesige Tore und über Kopfsteinpflaster gelangten wir schließlich hinein in die Schlossanlage. Schon auf den ersten Blick war klar: Was für eine wunderschöne Anlage!
Immer wieder legten wir kurze Stopps ein, während Hit Pal uns mit ausführlichen und spannenden Erklärungen versorgte. Dann kam eines der absoluten Highlights: der Spiegelsaal Sheesh Mahal im Amber Fort. In die Wände sind unzählige kleine Spiegel und Glasstücke eingearbeitet - eine unglaubliche Detailarbeit, die aus jedem Blickwinkel funkelt und schimmert. Überwältigend schön und unglaublich kunstvoll. Wohin man auch blickt: kunstvoll verzierte Pavillons, von denen aus wir einen atemberaubenden Blick über das Tal genießen konnten.
Nach diesem beeindruckenden Erlebnis warteten die Jeeps bereits darauf, uns wieder zurück zu unserem Bus zu bringen. Unser nächstes Ziel: der City Palace von Jaipur. Dort erwartete uns eine faszinierende Mischung aus Museum, lebendiger Geschichte und einem beeindruckenden Waffenmuseum. Auch hier glänzte Hit Pal wieder mit seinem Wissen - keine Frage blieb unbeantwortet. Zu bestaunen gab es nicht nur riesige Silbergefäße, sondern auch zahlreiche Artefakte der vergangenen Königsfamilien: aufwendig von Hand bestickte Gewänder, wunderschöne Teppiche und kunstvolle Schmuckstücke, die uns schlicht sprachlos machten.
Besonders beeindruckt haben mich auch die vier Tore in einem Innenhof des Palastes. Jedes einzelne ist kunstvoll bemalt und bildet einen starken Kontrast zu den sonst eher hellen Wänden. Eines der Tore sticht besonders hervor: ein kunstvoll gestalteter, atemberaubender Pfau, der bis ins kleinste Detail ausgearbeitet ist.
Im Anschluss besuchten wir das Jantar Mantar, eine historische Sternwarte, die 1734 fertiggestellt wurde und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Der Name „Jantar Mantar“ bedeutet so viel wie „Instrument für Berechnungen“ - und genau davon gibt es hier zahlreiche beeindruckende Strukturen zu entdecken. Langsam ging die Sonne unter, und es folgte eine traditionelle Aarti-Zeremonie im Laxmi Narayan Tempel, besser bekannt als Birla-Tempel.
Das Bauwerk besteht vollständig aus weißem Marmor. Die bunten Glasfenster zeigen verschiedene Szenen aus der hinduistischen Mythologie. Es scheint nahezu unmöglich, all die Details zu entdecken und in sich aufzunehmen. Auch zahlreiche aus Marmor gefertigte Figuren sind hier zu finden - darunter Darstellungen von Sokrates, Buddha, Konfuzius und vielen weiteren bedeutenden Persönlichkeiten. Nach der beeindruckenden Zeremonie ging es für uns nach Sonnenuntergang wieder in den Bus und zurück zum Hotel, wo das Abendessen auf uns wartete. Doch für uns drei Musketiere war der Abend noch nicht ganz vorbei: Wir machten noch einen kleinen Abstecher in ein Einkaufszentrum in der Nähe - für ein bisschen Shopping und um die Snacks zu besorgen, die uns Hit Pal empfohlen hatte.