August 2016

Reisebericht: Grandiose Naturerlebnisse in Kanada und Alaska

Gehen Sie mit unserer Chronistin auf eine einzigartige Reise und erleben Sie die unvergleichliche Natur Kanadas und Alaskas.

Chronistin Swanee in Kanada und Alaska
Mein Tipp

Unvergleichliche Natur in Kanada & Alaska

Swannee, Berge & Meer Chronistin

Liebe Reisebegeisterte,

ich, Swannee, 59, freue mich, sie online auf die sicherlich traumhaft schöne Reise nach Kanada und Alaska mitzunehmen.

Mein Motto ist: "Die Natur ist das große Bilderbuch, das der liebe Gott uns draußen aufgeschlagen hat." Vor uns liegt ein dicker, atemberaubender Bildband , der durchgeblättert und erlebt werden möchte.

Ich reise leidenschaftlich gerne und bin dankbar für die unzähligen Fotoalben die ich weltweit mit "Berge und Meer Reisen" über Jahre füllen durfte.

Nun endlich auch Kanada und Alaska!!!! Die Visa sind nach einigem Nerven-lassen ausgefüllt und genehmigt, wir sind online auf der Celebrity Infinity eingecheckt und bald geht es los.

Ich freu mich auf die Reise und Sie, die mich Unbekannterweise begleiten.

1. Tag

Frankfurt - Calgary

„Reisen ist eine Symphonie der Sinne.“ - Deutsches Sprichwort

Liebe „Mitreisenden“,

Ihr seid sicher schon sehr gespannt, was sich bisher zugetragen hat. An dieser Stelle muss ich mich erstmal entschuldigen, dass es mit dem Online - Reisen diesmal etwas hapert. Durch den langen Flug, der Zeitverschiebung, den vollen Reisetagen mit früh aufstehen und abends nur noch ins Bett fallen mit unendlich vielen Reise Eindrücken, und der vielen Fotos die ich gemacht habe, kam ich tatsächlich nicht mehr hinterher. Heute ist nun Seetag und ich hole alles in Ruhe nach, was ich alles für Euch mit geschrieben und fotografiert habe. Der Vorteil ist, dass ihr eine Woche „en bloc“ habt.

Nun zum Anfang der Reise zurück: Als „Deutsche Bahn“ geprüfter Reisender weiß man inzwischen, dass das Abenteuer mit der Bahnanfahrt beginnt. So sind wir schon am Montag in Frankfurt angereist, um ganz entspannt unserem vielversprechenden Abenteuer entgegen zu fiebern. Frankfurt ist auch Baustelle, S-Bahnen die man gebraucht hätte fuhren nicht und somit änderten sich unsere Pläne schon jetzt …

Überpünktlich konnten wir am Dienstag am Flughafen einchecken, ich habe sogar meinen Fensterplatz ergattern können und alle Fluggäste waren rechtzeitig am Gate. Während des „Boarding“ fiel eine Dame auf, die recht vehement am Schalter diskutierte. Das Bodenpersonal ließ sich nicht beirren, ließ uns einsteigen und alle saßen wir voller freudiger Erwartung auf unseren Plätzen, als der Kapitän sich über Lautsprecher vorstellte und vermeldete, dass sich der Abflug um ca. 10 Minuten verschieben würde. Grund: eine Dame, die 7!!! Koffer aufgegeben hatte, und sich weigerte, das Übergewicht zu zahlen.

Nun wussten wir, worüber die Lady so aufgebracht war. Da ihre 7!!! Koffer aber schon alle an Bord waren, mussten selbige wieder aussortiert werden. Das dauerte statt nur 10 Minuten ganze 55 Minuten. Alle blieben gelassen und nahmen es mit Fassung. Beachtlich, zumal ja ein langer Flug bevorstand. Bei strahlendem Sonnenschein hoben wir um ca. 16 Uhr ab und ich genoss eine großartige Aussicht von meinem Platz aus.

Wir flogen mit der Sonne mit, Grönland lag unter Wolken, über Kanada riss die Decke immer wieder mal auf. Von dem üblichen Weiß, welches man von den Erdkunde Karten von Nord-Kanada noch kannte, gab es nichts mehr zu sehen, alles abgetaut. Klimawandel?!?

Kanada ist ein Seenreiches Land, so war mein erster Eindruck von Oben. Vom „Land der 1.000 Seen“ spricht man aber nur von Finnland. Die ersten Felder sah man erst 45 Minuten vor der Landung, auch die ersten erkennbaren Straßen zeigten sich als grade Striche in der Landschaft. Kurz vor Calgary sollte sich das ändern, Autobahnkreuz und zunehmender Verkehr ließen Zivilisation erahnen …

Unser Pilot setzte unsere Maschine so sanft auf, dass wir es gar nicht bemerkten. Einwandfreier Flug und Service, danke dafür. Am Flughafen klappte alles recht zügig an den Kontrollen, unsere Empfangsdame von Berge und Meer begrüßte uns freundlich und schon brachte uns der Bus Richtung Hotel.

Calgary ist eine moderne Stadt mit Glashochhäusern, die Büros beherbergen. Die Spätnachmittags Sonne spiegelte sich darin und blendete. La Defense/Paris schien Pate gestanden zu haben.

Nach dem Einchecken im Hotel war nur noch ein Gedanke - Schlafen! Gute Nacht

2. Tag

Calgary - Banff National Park

Manchmal sollte man einfach abheben die Sorgen zurücklassen.

Guten Morgen,

Um 7 Uhr klingelt, wie versprochen das Weck-Telefon, schon aufstehen?? Das Frühstück erwartet uns um 8 Uhr in Form von Orangensaft, Kaffee, Ei, 2 Toasts, je eine Scheibe Roastbeef und Hühnchen. Marmelade gab es auch.

Punkt 9 Uhr rollen über Calgarys Einbahnstraßen und unsere Reiseleitung Lizy berichtet über Calgarys Geschichte. Es geht wie immer, um Herrschaft und Besitz und die Folgen. In diesem Fall um die Blackfoot-Indianer und Weideland suchende Amerikaner. Ein Fort musste her, ungefähr Anno 1885. Dieses betrachteten wir von außen.

1887 wurde die Eisenbahn gebaut und der Canadian-Pacific-Zug fährt auch durch Calgary. Ein Nachfolge-Exemplar quietschte hörbar just in dem Moment über die Schienen. Cowboy-Hüte gehören zu Calgary wie Lederhosen zu Bayern. Jährlich findet ein Cowboy-Treffen hier statt: das „Stampede“ am „Saddledome“, ein Gebäude in Form eines Sattels. Bis von Texas kommen Cowboys zu diesem Ereignis geströmt.

An Bodenschätzen gibt es hier Öl. Die Ölfirmen sind verantwortlich für den Bau der unzähligen Wolkenkratzer dieser Stadt. 70% der Wirtschaft in Calgary wurde vom Öl bestimmt. Das änderte sich nach diversen Krisen und dann kam 1988 die Winterolympiade: Calgary kam wieder ins Gespräch und wir besuchten den Olympia Park mit den Sprungschanzen. Im Saddledome war damals die Eröffnungsfeier.

Nun haben wir genug Großstadt gesehen und der Highway No. 1 bringt uns Richtung Banff. Diejenigen, die einen Heli-Flug gebucht haben, kommen ihrem Ziel jetzt immer näher. Wir schauen ihnen beim Abheben zu und nach spätestens einer halben Stunde Flugzeit kehrten die Teilnehmer beglückt zurück. Es muss einmalig beeindruckend gewesen sein.

„Canmore Nordic Centre“ wird nun angefahren, Sport und Biathlon Trainings Center. Da der letzte Winter recht mild war, gibt es in diesem Jahr viel Beeren Obst, was für Bären ein leckeres Mahl ist. Diese gibt es dieses Jahr zuhauf, überall wird explizit vor Bären gewarnt und auch einige Gebiete wurden komplett gesperrt.

Tagesziel Banff kommt in Sicht. Wir wechseln Geld, kaufen für unser morgiges Picknick ein (Kanada ist TEUER!!!), jemand muss dringend ins Krankenhaus… Wie im „Richtigen Leben“ halt. Dem Besuch im Indianer Souvenir Laden folgt die Erkundung der Thermal-Schwefel-Quellen, die während des Baus der Canadian-Pacific Entdeckt wurden. Viele Holztreppen Stufen sorgen für das heutige Fitness-Programm. Die Aussicht ist immer wieder atemberaubend.

Nun führt uns eine Kennenlernfahrt noch zum „Bow“-Fall. Der Fluss „Bow“, der uns heute schon den ganzen Tag begleitet hat, ergießt sich hier prachtvoll über eine beachtliche Breite ins weitere Flussbett. Wir wechseln das Ufer und bestaunen von der gegenüberliegenden Seite das Banff -Spring-Hotel.

Unsere heutigen Programm Punkte sind abgearbeitet, wir fahren zum Hotel und morgen klingelt der Wecker um 6 Uhr.

Good Night

3. Tag

Banff National Park

"Die Natur will gefühlt und gelebt werden." - A. von Humboldt

Guten Morgen,

nach einem erquickenden Frühstück fahren wir pünktlich um 8 Uhr los. Es ist unser fakultativer Ausflugstag. Wir haben uns für den Ausflug auf den Gletscher entschieden.Es ist sehr frisch, der Himmel ist bedeckt. Auf dem Weg zu den Icefields queren Wildbrücken, ähnlich wie am Bodensee, die Straßen. Damit die Tiere geschützt diese Wege nutzen, sind rechts und links der Straße Zäune aufgestellt. Das erste Tier, das die Brücke damals nutzte war ein Wapiti. Andere Tiere haben inzwischen den Weg akzeptiert.

Hohe Tannen säumen den Weg, Schädlingskäfer machen sich über die Bäume her. Die Natur wird sich hier selbst überlassen. Wölfe und Pumas wurden vermehrt gesichtet, sie trauen sich bis in die Dörfer. Auch „ Elks“ sind häufig unterwegs. Gestern haben wir einen beim Äsen in Banff Vorort beobachten können. Sehen aus wie Hirsche.

Der gletscherblaue Bow River begleitet uns mal rechts mal links des Weges „East 1“ und Kanu-fahren bietet sich auf diesem schlängelnden Fluss an. Castle Mountain, ein imposantes Bergmassiv, das wie ein Schloss aussieht, thront rechts von uns, an dem wir mit maximal 90 km/h vorbeiziehen dürfen. Versprenkelt sieht man einzelne Eis- und Schneereste in der einen und anderen Talsenke auf Berghöhen.

Lake Louise bietet sich heute nur für einen kurzen Halt an, morgen haben wir dafür mehr Zeit. Unser Schneemobil wartet. Ab hier gibt es keine Zäune mehr längs der Straße, vielleicht sehen wir vermehrt Wild. Da!! Schon ein Hinweis Schild auf Bären!!! Gesehen haben wir bisher Straßenbau Arbeiten, ein Versprechen, das Trudeau (Präsident) von seinen Wahlversprechen einlöst. Noch immer keine Tiere.

Wir kommen an riesigen, verbrannten Waldflächen vorbei, überqueren den Saskatchewan River, der vom Icefield hinunter bis nach Hudson Bay in den Atlantischen Ozean fließt. Weiter geht’s zwischen hohen Rocky Mountain Massiven auf sehr holpriger Straße, den Saskatchewan glitzernd an der linken Seite. Eine lange Rechtskurve macht dem Bus bergan zu schaffen.

Wir passieren den „Brautschleier“ Wasserfall und der Bus arbeitet sich den Berg hoch. Um kurz nach 11 Uhr erreichen wir, wie vorgesehen, das Icefield Centre. Unsere Gruppe wird von netten jungen Leuten vom Brewster Team empfangen, wir steigen in deren Bus um und werden zum nächsten Meeting Point, 5 Busminuten später, unterhaltsam befördert.

Nun wird´s wieder mal spannend. Steven lässt uns in eins von 22 Schneemobilen einsteigen. Eine Chinesische Gruppe gesellt sich zu uns ins Mobil und dreisprachig (Englische Erklärung vom Fahrer, Deutsch von Lizy und Chinesisch) fahren wir abenteuerliche 20 Minuten Bergauf und -ab Richtung Gletscher, um dann auf dem Gletscher auszusteigen, auf´s Eis.

Nur im abgesteckten, gesicherten Gebiet durften wir unsere Fotos machen, überwiegend Chinesen und im Vergleich wenig Deutsche tummelten sich auf dem schmelzenden Eis. Das war spannend. Die einen eiern übers Weiß in Ballerinas!!, die meisten haben aber passendes Schuhwerk an. Erinnerungsfotos auf roten Stühlen und Canada Flagge sind der Renner. In Windeseile sind die 15 Minuten verstrichen und wir besteigen unser Schneegefährt erneut, um diesen spektakulären Ausflug auf dem Eis zu beenden.

Der Rückweg beschert uns nun bei Nachmittagssonne völlig andere Perspektiven. Fotopausen werden an Peyto Lake und Bow Springs eingelegt. Fantastische, blauweiß schimmernde Seen. Die frische Bergluft ist ein Genuss.

Als wir in Banff ankommen sehen wir, dass es hier geschüttet hat. Wir hingegen können von einem außergewöhnlichen, sonnigen Tag schwärmen.

Danke.

4. Tag

Banff National Park - Glacier National Park - Mt. Revelstoke - Kamloops

“Das Leben misst sich an den Orten und Momenten Die uns den Atem rauben.“ - Asiatisches Sprichwort

Einen wunderschönen Guten Morgen! Heute ist wieder strahlend blauer Himmel und es ist bitter kalt. Da wird doch wohl ein Grizzly Bär auf uns Foto begierige Touries warten!! Lizy ist sehr zuversichtlich. Sie bittet den Fahrer, für uns die Alte Straße zu fahren um den Grizzly zu finden. Auch Lizys Zuversicht wurde nicht erfüllt. Dafür säumten viele hohe Fichten und Douglasien den Weg East 1 Richtung Lake Louise.

Unser schon gestern gesehener Bow River begleitet uns auch heute, mal zwischen den hochgewachsenen Fichten und mal behäbig an der Straße entlang. Lake Louise wurde nach der Tochter von Queen Victoria benannt. Teile des Films Doktor Schiwago wurden hier gedreht. Die Türkise Farbe der Lake wird vom Steinmehl oder Gletschermehl vom Gletscher bestimmt. Das Victoria Hotel am Lake Louise sowie das Banff Spring Hotel wurden zur gleichen Zeit aus Holz gebaut, sind abgebrannt und wurden wieder neu aufgebaut.

Overflow“ - immer wieder begegnet uns an den Straßen dieser Hinweis. Wenn Camping Plätze voll sind, kann man auf diese Stellplätze an der Straße kostenfrei ausweichen. Immer wieder liegen schöne Unterkünfte neben der Straße. Namen wie z. B. Paradise laden zum Bleiben ein.

Chateaux Lake Louise - ein exklusives Hotel schart trotz früher Morgenstunde schon viiiiele Touristen um sich. Lizy meinte, ab ungefähr 10.30 Uhr, also in einer halben Stunde, sei hier kein Durchkommen mehr. Unser Tagesziel liegt heute in Britisch Columbia mit Zeitumstellungszone. Wir fahren durch Postkarten Idylle.

Borreale Klimazone: Lange, kalte Winter und kurze, heiße Sommer sind üblich in British Columbia (BC). Alberta die Nachbarprovinz hingegen, zeichnet sich durch Trockenheit aus.

Heute ist in Lake Louise Verkehrszählung. Wenn zu viel Verkehr hier aufkommt, gibt es schlichtweg eine Straßensperrung. Bei den Menschenmengen um die Uhrzeit braucht man wenig Fantasie um sich auszurechnen, das es nicht mehr lange dauert. Also: wieder Glück gehabt!!!

Im Bow River sind Stromschnellen, für Kanuten ein Genuss. Wir erreichen den „Kicking horse pass“ Ein Forscher zwecks Routenstrecken Planung für den Eisenbahnbau wurde hier vom Pferd getreten und erheblich verletzt. Alles ist hier hochgebirgiges Areal. Irgendwie müssen die Züge ja hier durch. Tunnel und sogar einen Spiral Tunnel gibt es hier. Ein Schweizer hat diesen geplant. Bei den ewig langen Zügen (um 700 m) ist die Lok schon durch den Tunnel, während der Rest des Zuges noch quasi im Tal rollt.

Yoho National Park, hier ist der Eingang zu Britisch Columbia. Es ist 10.30 Uhr, wir stehen am Spiral Tunnel und hören den Zug pfeifen. Sind wir Glückspilze!!! Alle stehen mit gezückter Kamera und warten auf das Kommen des Zuges. Nach 10 Minuten hören wir den Zug wieder pfeifen. Warum haben wir den Zug verpasst? Er war in die Gegenrichtung gefahren.

Aber der Tag ist ja noch lang. Immerhin fahren wir entlang der Gleise Richtung Emerald Lake Lodge. Der Name hält, was er verspricht. Ankunft gegen 11.00 Uhr. Ein idyllisch gelegenes Lodge an einem emerald-blauen See. Kanuten genießen das Paddeln auf dem See. Ein Geheimtipp ist die „hot chocolate“. Kann ich bestätigen, ein sehr begehrtes Getränk bei fast allen.

Weiter um 11.30 Uhr. In „Golden“ gibt es eine kurze Pause. Mit dem Fotografieren ist das so eine Sache. Die Straßen sind von hohen, grünen Tannen gesäumt, manchmal gibt es kurze Momente wo man freie Sicht hat. Ihr müsst einfach glauben dass es schön ist.

Pause am „Husky market“, eine Tankstelle mit Blick auf das „Kicking horse“ Skigebiet. Damit im Sommer hier auch etwas los ist, wurde eine Strecke für Mountainbiker ausgestattet. Mit der Gondel nach oben, mit dem Rad abwärts fahren.

„Rogers Pass Discovery Centre“ bedeutet den nächsten Stopp. Wer Interesse hat, kann sich hier im Museum über den Eisenbahnbau und die damaligen Lebensumstände informieren. 13.30 Uhr - 13.45 Uhr, Halt am “Giant Cedars Boardwalk”. Eine verzauberte Waldlandschaft mit alten Zedern und weiteren grünen Gewächsen, untermalt von einem gurgelndem Bächlein.

Halt in Sicamous. Hier gibt es eine Holländische Milchfarm mit Bio-Eis und Obst. Ein Geburtstagskind lädt uns zum Schampus am Bus ein. Alles Gute für das neue Lebensjahr!!! Ab der Milchfarm befinden wir uns nun auf der Weinstraße. Fantastischer See auf der rechten Seite: der Shuswap Lake. Hier kann man Boote und Hausboote mieten und Urlaub machen.

Die Landschaft wird weiter, erste Felder, Koppeln und Holzindustrie sind erkennbar. Das Holz wird nach Japan verkauft und dann als fertiges Produkt teuer reimportiert. Wir haben immer noch keinen Zug gesehen. Aber ein Schwarzbär saß auf den Gleisen. Auch er wartet sehnsüchtig auf den Zug, wo hoffentlich Getreide drauf ist. Dieses rieselt herunter und das sind willkommene Leckerbissen für Teddy Brumm. Die Landschaft mutet schon wie am Vierwaldstätter See an (so als Vorstellung).

Endlich erreichen wir Kamloops, wo ein schönes Hotel auf uns wartet. Dieses liegt oberhalb Kamloops und wir müssen entweder in den Ort runterlaufen oder ein Taxi mieten, um noch etwas zu Essen zu bekommen. Dann ist aber Feierabend, denn Morgen geht es früh weiter.

Bis dann, gute Nacht

5. Tag

Kamloops und Vancouver

“Man muß etwas Neues machen um etwas Neues zu sehen.“ - Oskar Maria Graf

Einen wunderschönen Guten Morgen, blauer Himmel und strahlender Sonnenschein begrüßen uns. Nach einem leckeren self-service Frühstück auf Pappgeschirr sind wir pünktlich abgefahren. Weite Landschaft, Büsche und Nadelbäume, Zäune am Straßenrand der West 1 passieren wir bei gut Tempo 100 km/h. Wir sind auf der Autobahn und haben heute den zweit längsten Tag vor uns.

Hinter den Zäunen grasen mal vereinzelt schwarze Kühe, eine kleine Herde mit Kälbern wurde auch gesichtet. Das heißt unter unterm Strich: wir werden keine Bären mehr sehen.

Zur Abwechslung für unseren Fahrer Todd findet ein kleines, ca. 5 Minuten langes Berganrennen zwischen Männern statt. Bus gegen einen Transport-LKW, spannend wie im Olympiastadion!!!. Bus gewinnt!!! Das sind wir. Jubel im Bus. Wir fahren über den Pass. Früher sind hier Pelzhändler und Goldsucher durchgezogen.

Nun mal eine kleine persönliche Anmerkung. Ich schreibe während der Fahrt Stichpunkte im Netbook auf, bin kein geübter Wordnutzer. Als ob das Netbook dies merkt, macht es mit mir was es will. Der Cursor lebt ein, mir nicht nachvollziehbares Eigenleben. Diese Texte habe ich jetzt unzählige Male geschrieben, weil ständig korrigiert, gespeichert, PC stürzt ab. Quasi mein persönlicher Tagebuch-Kampf).

Nach dem Pass wachsen wieder Wälder im lieblichen, bergigen Land. Ähnlich wie im Schwarzwald sieht es grade aus. 10.30 Uhr - 11.15 Uhr, letzte Pause vor Vancouver in Hope. Heute ist hier Farmers Market mit „geräuchertem Lachs Wettbewerb“. Auf Nachfrage wurde mir berichtet, dass Geschmack und Präsentation bewertet werden. Einige aus der Gegend nutzen die Gelegenheit, ihre eigenen Produkte wie z. B. Appelpie, Marmeladen, Schmuck oder auch nur Flohmarkt Artikel zu verkaufen. Auch hier haben wir Hinweisschilder gesehen, die auf Bären aufmerksam machen.

Es wird immer wärmer und wir fahren im gut klimatisierten Bus weiter. Ein Zug begleitet uns ein Stück weit, der Fluss ist mal sehr breit, dann wechselt er die Straßenseite, das bleibt so bis Vancouver. Die Straßenschilder vor Vancouver weisen auf die Grenze zur USA hin, wir erleben etwas, was man schon vergessen hat - STAU. Im Stop-and-go geht es über die große Brücke, im Fluss liegen lange Baumstämme, die auf ihren Transport nach Japan warten.

Eine Stadtrundfahrt schließt sich an, auch hier viele Glaswolkenkratzer, den neuen Trump-tower sehen wir auch, kurz vor der Fertigstellung. Kurze Fahrt durch den Stanleypark mit den Totempfählen, dem Aquarium und Blick auf die Lions Bridge runden den ersten Eindruck ab. Die Lions Bridge hat ihren Namen von den Zwillingshügeln auf der Bergkette gegenüber, die an Löwenköpfe erinnern.

Unser Hotelzimmer ist schon fast ein Appartement. Eine kleine Küche mit Kühlschrank, ein Herd, Mikrowelle, Wasserkocher und Tee und Kaffee lassen uns nicht schlecht staunen. Abends gehen wir nochmal eine Runde durch Vancouver. Ein Muss die „Gasclock„, eine Dampf betriebene Uhr, die viertelstündlich schlägt und natürlich zur vollen Stunde .Man meint, ein Zug tutet.

Nach einem langen, ereignisreichen Tag ist die Schlafstätte sehr willkommen.

Gute Nacht.

6. Tag

Einschiffung auf die Celebrity Infinity

"Man darf das Schiff nicht an einem einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden." - Epiktet

Guten Morgen,

heute weckte uns die Sonne, die in die 21 Etage schien und einen sonnigen Sonntag verhieß. Die Koffer werden nochmal umgepackt und sortiert, heute ist ein besonderer Tag. Ob alle ihre Reisedokumente, und richtiges Lächeln dabei haben? Die Zollbeamten, so haben wir gelernt, sind in erster Linie Zollbeamte, dann Mensch.

Ok, alles gerichtet, dann lassen wir uns in aller Gemütsruhe das Frühstück schmecken. Das war noch oben im 21. Stock, dieser Gedanke. Vorm Speisesaal hieß es: "Wait to be Seated". Heute ist Sonntag, minimal Besetzung des Personals. Eine Dame ist zuständig für Seating, vorher Abräumen und Tisch abwischen. Wenn Sie Zeit hat, mal Telefon in der Hand, dann deckt sie noch schnell ein. Das Geschirr wird nicht, wie man denkt, auf einem Tablett abgestellt, jeder Teller, Tasse und sonstiges wird einfach nebeneinander woanders deponiert. Aber heute ist Sonntag, auch die Heinzelmännchen haben frei. Langsam wächst doch die Ungeduld.

Um 10.00Uhr werden wir abgeholt. Geht doch, wir sind dran. Immer nur Zwei auf´s Mal. Wir sitzen und Sitzen. Dann gibt es O-Saft. Coffee or Tea? Coffee please. Tea hat man nirgendwo gesichtet. Bloß keine extra Würste!! Die kommen nach langem Warten von ganz allein. Dazu gebackene Kartoffeln, some bacon and eggs, 2 Toast, Philadelphia und Marmelade. Milch kommt auch noch und jetzt wird geschlemmt.

Wenn Teller leer, dann gutes Wetter. Viele Teller waren nicht leer... Ob das Konsequenzen haben wird???? Ein Gast hatte den Mut, seine Bestellung des Hühnerproduktes abzuwandeln. Jetzt musste die Lady auch zusätzlich zum Seaten auch noch die Abrechnung machen. Man sollte Sonntags den Heinzelmännchen kein Frei erteilen.

Unser Bus mit Conny kommt und wir fahren gen Hafen in die Tiefgarage. Mit Gepäck dann Treppe hoch, links herum, rechts zum freundlichen Herren, dann bitte in der Menschenmenge ordnungsgemäß abtauchen. Bloß nicht ungefragt auftauchen, dafür sorgen eine Heerschar an Seniors, die jetzt Heinzelmännchen für Touries spielen. Wir erfahren, dass außer uns noch 2 weitere Schiffe abgefertigt werden. Ein Babylonisches Geschnatter um einen herum, Studien an Mitreisenden wären für Autoren ein gefundenes Fressen. Ein unersättlicher Markt der Möglichkeiten!!

Aber, jeder hofft nur, dass der Andere alles dabei hat und die Schlange sich endlich nach vorne schleicht. Am counter, "only maximum two please", "the Papers in your Hand" ist man uns wohl gesonnen, man swiped die Visa Card, erhält seinen Seapass, “not to be loosed, always wear it on you” und wünscht uns einen angenehmen Aufenthalt on Board. Thank you, so much und ab durch weitere Kontrollen, wir wollen schließlich sicher reisen.

An Bord finden wir uns schnell zurecht, wir sind schon mal mit der Infinity gereist. Jetzt einen Tee oder Kaffee. - Das Non-Alcohol Package haben wir ja schon vorher gebucht. Das tut gut. Unsere Innenkabine ist mit allem Info Material, was der Schiffsreisende so braucht, ausgerüstet. Auf Englisch. Einmal eine Ausgabe auf Deutsch Bitte. Sure, maam.

Alles wird inspiziert und an Deck sehen wir die Zwei anderen Schiffe. Eines von der Holland America Linie und ein anderes, deren Name ich nicht lesen kann. Endlich: Leinen los, auf gehts. Alles drängt sich an der Reling, jetzt muss man ja noch Abschiedsfotos machen. Der Stanley Park gleitet an uns vorüber, viele Wiedererkennungs Effekte nach der gestrigen Rundfahrt zeigen sich.

Die LIONS Bridge kommt in Sicht, es kommt sogar eine Durchsage diesbezüglich. Kameras in die Hand, es wird laut getutet, wir gleiten unter der Brücke hindurch. Partystimmung auf dem Achterdeck. Die Band gibt alles, das Publikum sich noch verhalten. Langsam kommen die zwei anderen Schiffe ins Blickfeld, wir sind vorn. Nach dem Dinner, second Seating at 8.30 pm sind wir dann auch Bett reif.

Ach Übrigens: Internet on Board you may have for up to xxx Dollars the Trip or 25 dollars for 24 hours or... Ok. Ich werde Ohne Internet auskommen, wir gehen ja an Land.

Für heute Gute Nacht

7. Tag

Erster Tag auf See

Geneigte/r Leser/in,

unser erster Seetag liegt vor uns, und ich verbringe meine teure Freizeit, Euch diesen Bericht endlich soweit fertig zu stellen, dass ich ihn demnächst endlich per E-Mail verschicken kann. Von der Schiffsbeschreibung nehme ich Abstand, die Infinity sieht ähnlich wie die Serenity aus, wie im Karibik Bericht beschrieben.

Wir sind nur sehr wenig deutsche an Bord, es war von Vorteil, dass man sich von der Busfahrt her schon kannte. Dennoch waren wir mindesten 2 Gruppen. Einige kamen von der Ostküsten Tour von Toronto und gesellten sich nun zu unserer Runde. Wir wurden wiederum gesplittet in diejenigen, die mit den Norwegian Sun und wir, die wir mit der Infinity reisten. Der Rückflug ging dann von verschiedenen Flughäfen. Die einen nach Anchorage und wir zurück nach Vancouver. Etwas Kuddel-Muddel, aber was solls.

Bei einer leckeren Kanne Tee, die zu meinem Package gehört, tippe ich nun so vor mich hin. Dachte ich. Als ich so richtig in Schwung war, ging eine Band mit voller Lautstärke ans Beschallen des Publikums. Nach 10 Minuten war es mir zu bunt und ich wechselte in die Lounge. Dort fing etwas später ein Tanzkurs an. Man könnte glauben, alle sind schwerhörig an Bord. So bekommt man seinen Seetag auch rum. Was machen denn die Anderen, die vor der Musik fliehen?

Es gibt mehrere Whirlpools, 2 Schwimmbecken, eins davon innen. Jeweils eine Damen und Herren Sauna und ein Fitness Studio. Eine Bücherei mit einem kostspieligen Internetpoint und ein Casino. Exklusive Shops warten darauf, entdeckt und genutzt zu werden. Bars, Lounges und Restaurants laden zu Aufenthalten ein. Es gibt Tanzkurse, Vorträge über Ausflüge, die gebucht werden können, eine Vielzahl von Angeboten.

Die Mitreisenden sind sprachlich und altersmäßig gut durchmischt, hier kann man live seine Sprachkenntnisse auffrischen oder anwenden. Das Bordpersonal ist sehr aufmerksam und ständig bemüht, die Schiffsreise zu einem unvergesslichen Ereignis werden zu lassen.

Morgen gibt es eine Menge Ausflüge am Icy Straight Point. Hoffentlich macht das Wetter mit.

Ich werde berichten

8. Tag

Icy Straight Point

Einen etwas unterkühlten Guten Morgen, der Blick auf den Fernseher mit der Wettercam verhieß : Keine Sonne; NEBEL. Da hilft nur noch Aufstehen und einen leckeren Cappuccino genießen. Das Bordpersonal ist nicht so Wetterempfindlich wie ich. Sie begrüßen eine äußerst freundlich und das wirkt sich natürlich, in Kombination mit einem köstlich duftendem, heißen Tässchen Cappuccino positiv auf mich aus. Unser Kapitän steuert uns auch bei kühlen Temperaturen durch Alaskas Meere, zwischen Tannen bewaldeten Inseln ohne Strand.

Nachmittags erreichen wir Icy Straight und den Ort Hoonah. Ein Schiff legt vom Pier ab und wir landen gegen 15.30h an. Diverse Gruppen verlassen das Schiff zu abenteuerlichen Erlebnissen wie Zip-Rider, whale watching, oder einfach mit einem Einheimischen die Natur und Geschichte erkunden.

Ich erkunde mit Einheimischem. Er versammelt ca. 25 Interessierte um sich und berichtet über einen ehemals florierenden Fischerort. Da hier viel gutes Holz wächst, war auch die Holzindustrie ein zweites Standbein für den Ort. Jeder hatte Arbeit. In der kurzen Sommerzeit gab es zusätzlich reichlich Ernte aus der Natur, wie diverse Beerensorten, Kräuter, aus denen Arznei oder Gewürze gemacht wurden, vieles wurde auch getrocknet. Im Herbst durfte jede Familie ein Tier erlegen, als Fleischvorrat für den Winter.

Man geht sehr sorgsam mit Mensch und Natur um. Da die Tinglit (so heißen die Einheimischen) ihre eigene Erziehungskultur über Jahre pflegten (Großeltern die Enkel und Eltern die Neffen und Nichten erzogen) damit keine Verhätschelung stattfand, hat auch alles zu aller Zufriedenheit funktioniert. Bis die Amerikaner kamen, Geld rochen und alles zerstörten durch Gier. Die Holzindustrie erstarb, das gleiche geschah mit der Fischindustrie. Die Jugend wandert ab, das Dorf droht zu überaltern.

Unser Guide, so stellt sich heraus, war bis zu seiner Rente hier Lehrer. D. h. er kannte alle Jugendlichen. Diese animierte er, sich für den Tourismus stark zu machen, sich dort fortzubilden und so, wenigstens im Sommer, auf der Insel zu bleiben. Das gelang und man hat diesen Zip-Raider gebaut und das whale watching verstärkt. In eigener Arbeit wurde der neue Pier gebaut und um die Natur zu schützen, darf immer nur ein Schiff für einige Stunden anlegen. Dieser Pier ist seit Mai dieses Jahres in Gebrauch. Früher musste man getendert werden.

Dann ging er auf die heißen Sommer ein. In Alaska ist alles ein kleiner Mikrokosmos, bedingt durch die Landschaftsstruktur, der auf kleine Veränderungen reagiert und ganze Leben bedroht. Z. B. die fruchtbare Zeit besteht aus 3 Monaten. Alles ist genau aufeinander abgestimmt, Dauer der Blüte, Reife und Ernte. Ist es jetzt 2 Grad wärmer als gewohnt, wächst alles schneller, kann sich aber nicht richtig entwickeln, da die Zeit fehlt . Blätter werden durch die starke Sonne verbrannt und können den Pflanzen nicht den erforderlichen Schatten spenden … Ende vom Lied: Missernte, Pflanzensterben … Was passiert, wenn nicht genügend Schnee fällt? Das betrifft auch uns im fernen Osten. Die Schneeschmelze fehlt, heißt, die Bäche führen kaum Wasser und die Lachse, die die Bäche brauchen zum hochschwimmen um dort zu laichen, verenden zu tausenden im Meer. Zweimal ist das passiert, ein drittes Mal bedeutet das Ende dieser Lachs Art.

So erzählte der Guide immer weiter, es nieselte, es fing an zu gießen, er fragte uns, ob er Schluss machen soll, er hätte aber noch so viel zu berichten. Wir hörten gefesselt zu, der Mann verstand sein Handwerk. Schließlich waren zwei lehrreiche und spannende Stunden um, wir gingen auf das Schiff zurück und die Sauna hielt die drohende Erkältung in Schach. Alle anderen kamen auch von Ihren Ausflügen zurück; zufriedene Gesichter, jeder schien auf seine Kosten gekommen zu sein.

Für heute genug geplaudert.

Bis Morgen …

9. Tag

Hubbard Gletscher

Guten Morgen, lieber Nebel, bist heute auch noch da … Ja, und noch ein bisschen dichter als gestern!! Der Blick auf die Außencam ließ keinen Zweifel. Also, ab auf Deck, vorher einen Moccachino, hilft perfekt bei drohender Traurigkeit ob des Nebels! Naja, seien wir optimistisch, wir haben ja noch 3 Stunden Zeit bis zum Hubbard Gletscher.

Unser Kapitän steuert uns behutsam durch den Meeresarm. Eisschollen, mal kleiner, mal größer werden passiert, fokussiert und fotografiert. Die Aussicht auf Sonne schwindet minütlich. Kaum spürbar kreuzen wir fast stehend im Halbkreis vor dem majestätischen Gletscher. Das Wasser ist geeist, einen kleinen Teil lässt der Gletscher von sich durch den Nebel erkennen. Erkennbar sind eisblaue bis graue Schlieren und Abbruchkanten. Stille - Kamerageräusche, andächtiges Staunen.

Um die frierende, staunende Menschenschlange an der Reling bei Laune zu halten, gibt es Kakao, wer will mit Baileys (gegen Gebühr, klar). Auch hier bietet sich letztlich die Sauna als Non-Plus-Ultra an. Man sitzt im Warmen und schaut durch ein riesiges Bullauge auf den Gletscher, den wir nun langsam wieder verlassen.

Nachmittags zeigt die Kompassnadel weiter gen Süden, dem letzten Landeziel Ketschikan entgegen. Jeder genießt den Seetag weiter auf seine Weise zur Regenation. Heute Abend steigt wieder eine Party und weitere Unterhaltungsprogramme, dazu muss man fit sein.

Ciao, ciao …

10. Tag

Juneau

Guten Morgen, einer ist uns treu der Nebel. Vor lauter Vernebelung habe ich gestern von Ketschikan geschrieben, vorschnell, erstmal ist Juneau dran, die Hauptstadt der Gegend. Unsere anderen Gruppenmitglieder sind schon da mit der Norwegian Sun. Ob wir jemanden treffen werden? Auch der Holland America Line-Pott liegt schon da. Wir also das dritte Schiff heute. Wieder hübsch erst in der Lounge versammeln, Treuepunkte bekommen, nach Farben und Nummern sortiert, zuhören und wenn man aufgerufen wird, zügig gen Ausgang streben. „SEAPASS ON HAND PLEASE.“

Ich bin heute auch wieder in der Natur. Ich kannte viele von Hoonah wieder, wir waren 13 Personen. Heute begleitete uns ein Student, der aber genauso fit war und die Gabe des Erzählens besaß. Durch den Nebel fuhren wir über die einzige Brücke der Gegend. Auf der anderen Seite gab es früher viel Gold zu holen, so wurde hier fleißig gemint, bis die Mine zusammenbrach. Keine Toten und Verletzten. Heute wohnen betuchtere Leute hier, leider können wir deren Anwesen nicht gebührend bewundern, da KEINE SICHT. Dafür bekommen wir wieder andere Infos über Natur, den Hinweis auf extrem viele Bären in diesem Jahr (WHERE??) und die Bedeutung des Naturschutzes auch hier. Mikroklima wohin man schaut.

Ich habe es ja erst nicht so geglaubt, aber nach zwei interessanten Führungen mit hochmotivierten Guides, konnte man selber Erkenntnisse sammeln. Mikro, das hatte der Nebel uns beschert und gespenstische Bilder. Mit dem Bus ging es zurück über die Brücke. Raben erkannte man auf dem Schild. Drüben ging es auf den Regierungshügel mit einem Steingebäude. Für uns selbstverständlich, dort die absolute Ausnahme. Hier baut man in Holz.

Die Fahrt endete an der Gondel. Wir fuhren durch dichten Nebel hoch, hier und da konnte man aus Versehen ein Schiff erahnen. Oben angekommen, machten wir wieder einen „Trail“ durch die Natur in einen leicht gespenstisch anmutenden Wald. Lange Pilzfäden, genannt „Dead men Fingers“ waren nur ein Beispiel von angepasster Natur.

Zwei Aussichtspunkte. Als hätte der Wind das mitbekommen, ließ er die Wolken kurz auseinanderpusten und wir konnten den staunenden Blick nach unten werfen. Der Hafen, die Schiffe und - schon wieder alles zu. Aber: wir haben es gesehen!!! Auf dem Rückweg wurde noch „Lady Baltimore“ besucht. Eine verletzte Seeadler Dame, die nur noch mit einem Auge sehen kann und auch sonst hilflos aufgefunden wurde. Sie wurde versorgt und lebt nun schon einige Jahre oben auf dem Berg. Sie wird liebevoll gehegt von einigen Freiwilligen.

Den Nachmittag verbringe ich im Internet, um wenigstens einen Teil an Infos unserer Erlebnisse zu verschicken. Um 20.00 Uhr sind alle an Bord und nun geht es gen Ketchikan.

11. Tag

Ketchikan

Guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein … Wir haben ihn gefunden, den Sonnenschein! Hier ist auf einmal Leben entlang der Inseln.

Boote schippern herum, an Bergen wird im Wald gearbeitet, Wale begleiten uns unter Wasser. Man erkennt mal eine pustende Fontäne, mal eine Rückenflosse, dezent aus dem Wasser gestippt, dann wieder verschwunden. Zu einer Show konnte sich kein Wal hinreißen lassen. So haben wir eben Wasserflugzeuge beobachtet, diese vermehrten sich, je näher wir Ketschikan kamen.

Ein großer Flieger startete neben dem Wasser, Großstadt? Es wurde immer umtriebiger. Wir fuhren in den Hafen ein, dort standen schon die Busse für die Ausflügler. Ein „CRAB“ Kutter wartete schon auf die ersten Gäste, viele Segelboote schaukelten im Segelboothafen.

Diejenigen, die ihre Glückslosnummer und Farbe gezogen hatten, versammelten sich wieder in der Lounge und gingen flugs und geordnet nach Aufruf ihres Ausflugs zu den wartenden Guides und Bussen. „SEAPASS ON HAND“, wieder Standardspruch. Ohne den geht es nicht, dann kommt man nicht wieder an Bord.

Wir verlassen heute privat das Schiff und gehen auf Souvenir Suche. Schnell haben wir das gesuchte und schauen uns noch „THE FIRST LUTHERAN CHURCH“ an. Ein Holzbau mit Kirche und Kindergarten, Bücherei und wunderbaren Glasfenstern, durch die die Nachmittagssonne die Fenster-Farben zum Strahlen brachte. Im Foyer lag ein Album, das die Pfarrer und Konfirmanden ab 1931 zeigte.

Interessant, da mal reinzuschauen. Noch ein paar Fotos gemacht, ungewollt Informationen in einem Angelzubehör Geschäft ergattert. Man glaubt nicht, was Angler alles brauchen. Da wäre manches Schuhgeschäft neidisch, wie groß dieser Laden war!! Lieder konnten wir nichts brauchen, wir sind keine Angler und kennen auch keine.

Wir sollen Grüße mit nach Europe nehmen, zu den Anglern dort, wurde uns freundlich auf den Weg gegeben. Hiermit habe ich die Grüße aus Ketschikan an alle Angler ausgerichtet.

Der letzte Abend bricht an. Wir nehmen unser Abendessen auf dem Außendeck ein und genießen einen fantastischen Sonnenuntergang bei Ausfahrt aus Ketchikan.

12. Tag

Seetag

Ein letztes “Guten Morgen“ mit Cappuccino. Wir lassen den Tag ruhig angehen, genießen einfach die Fahrt durch den Queens Sound.

Die Hoffnung, Wale zu sehen, bleibt - es wurden Fontänen gesichtet. Wir passieren die engste Stelle im Sound. Es platscht. Da war er, der Wal mit seiner Show. Ich habe nur noch das Platschen mitbekommen. Einmal und nicht wieder. Die engste Stelle ist geschafft, unser Kapitän ein Könner!!

Koffer werden gepackt, nochmal durchs Schiff geschlendert. Es findet im Restaurant ein riesiges Kuchenbuffet statt. Alles muss raus. Hat prima geklappt. Morgen muss ja alles neu geladen werden für die neuen Gäste. Ein heißer Tag für die gesamte Mannschaft.

Jedem das Seine. Auch heute können wir uns nicht für unser Dinner im Salon entscheiden, da das Wetter so schön ist und der Sonnenuntergang verheißungsvoll scheint. Wir wurden auch nicht enttäuscht, die Sonne gab ihr Bestes und wir fahren dankbar gen Vancouver.

Abschiedsgedanken.

13. Tag

Abschied

Zum letzten Tag, dem Abflugtag, bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass es ein langer Tag mit Warten war, wir aber letztlich doch überpünktlich in Vancouver bei Regen starten konnten. In Frankfurt erreichten wir durch ein paar Luftlöcher dann doch sicher den Boden.

Über Grönland erhaschte ich verbotenerweise den Sonnenaufgang. Eigentlich mussten die Fenster verdeckt bleiben, dass man schlafen konnte, für den Sonnenaufgang hat man mir verziehen.

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