März 2013

Reisebericht: Costa Rica, Nicaragua & Panama

Erleben Sie in Costa Rica den tropischen Regenwald, aktive Vulkane und lassen Sie sich von der Vielfalt der Natur begeistern. Auch Nicaragua bietet eine abwechslungsreiche Flora und Fauna. Der Höhepunkt der Reise ist die Fahrt auf dem Panamakanal.

Chronist Reiner in Costa Rica, Nicaragua und Panama
Mein Tipp

Naturerlebnisse in Costa Rica, Nicaragua & Panama

Reiner, Berge & Meer Chronist

Hallo,

mein Name ist Reiner und ich wohne in Mönchengladbach-Rheydt und habe nunmehr erneut das große Vergnügen, Sie auf einer meiner Berge & Meer Reisen mitzunehmen.

Nachdem wir im Frühjahr auf Sri Lanka und den Malediven waren (siehe Berichte vom 23.03. bis 07.04.2012) und im Herbst in Vietnam und Kambodscha. (siehe Berichte vom 19.09. bis 08.10.2012) geht es nunmehr nach Mittelamerika.

Hier werden sicherlich nicht nur großartige Naturerlebnisse auf uns warten sondern auch Menschen, die noch sehr naturverbunden leben und andere, bei denen das 21. Jahrhundert angekommen ist. Auf dieser Reise begleitet mich ein lieber Bekannter, den ich auf unserer Reise nach Neuseeland und Australien kennen gelernt habe.

Wir erhoffen uns auch auf dieser Reise viele positive und bleibende Eindrücke, die wir bei einem kurzen Badeaufenthalt am Ende bei einigen Erfrischungen vertiefen wollen.

Ich freue mich, Euch berichten zu dürfen

Euer Chronist Reiner

1. Tag

Anreise

Auch die größte Reise beginnt mit dem ersten Schritt, eine Binsenweisheit, nicht von mir, stimmt aber trotzdem

Der erste Schritt führte uns vom Flughafen Frankfurt mit Delta Airlines nach Atlanta, USA. Was als nicht besonders toll empfunden wurde war die Tatsache, dass man in die USA einreisen und gleichzeitig, da Transit, wieder ausreist - mit den entsprechenden Formalitäten. Nun, auch das ließ sich überstehen.

Unser Flug kam eine Stunde früher an als ursprünglich vorgesehen, dafür ging der Anschlussflug eine Stunde später - das hebt sich dann wohl auf, oder? Jedenfalls generierten sich so gut 4 Stunden Wartezeit. Dann ging es weiter, von Atlanta nach San Jose, der Hauptstadt von Costa Rica.

Der Anflug war, na sagen wir ''gewöhnungsbedürftig''. Zwar boten die gut beleuchteten Straßen einen sehr schönen Anblick, stürmische Winde, die das Flugzeug wackeln ließen ''wie einen Lämmerschwanz'' machten das Vergnügen jedoch einigermaßen zunichte. Der starke Wind ließ außerdem Befürchtungen hinsichtlich der Wettersituation aufkeimen.

Da gleichzeitig 4 Flugzeuge angekommen waren, dauerte die Immigration nach Costa Rica rund eine Stunde. Es folgte ein mittleres Tohuwabohu bis wir unseren Reiseleiter gefunden hatten und es dauerte noch gut eine weitere Stunde, bis wir die kurze Fahrt zu unserem Hotel antraten. Gegen 23:30 Uhr erreichten wir unser Hotel und jetzt gab es nur noch eins: ab ins Bett, denn 24 Stunden waren wir nun unterwegs gewesen.

2. Tag

Vulkan Poás und Monteverde

Die, wenn auch relativ kurze Nacht im Bett hat doch die Lebensfreude wieder erwachen lassen.

Die Abfahrt des Busses war auf 7:30 Uhr festgelegt worden und das war doch moderat. Frühstück im Hotel recht anständig mit einem sehr leckeren Kaffee. Nun, wenn man hier Kaffee nicht ''kann'', wo dann sonst? Und außerdem das ''nationale Frühstücksgericht'': Gallo Pinto. Dazu später mehr.

Eine kurze Abnahme im Hotel zeigte, was man hierzulande unter ''Spa'' und ''Gym'' versteht. Ein kleines Planschbecken und zwei ''Stepper''. Schluss. Ist doch ganz toll.

Unsere Reise führte uns dann zunächst zum Vulkan Poas, ein aktiver Vulkan mit einer Höhe von rund 2.500 Metern. Wie leider nich anders zu erwarten, hüllte sich der Berg in Wolken. Nebelschwaden waberten über unseren Weg vom Bus zum Kraterrand.

Weiter ging die Fahrt nach Monteverde, einer Ansiedlung, die in der Mitte des vorigen Jahrhunderts von Quäkern gegründet wurde. Diese hatten die USA verlassen, da sie Kriegsdienst nicht mit ihrer pazifistischen Einstellung vereinbaren konnten.

Ein Stück des Weges führte uns über die legendäre ''Panamericana'', eine Straße, die von Alaska bis nach Feuerland führt. Sieht aber ganz normal aus, oder?

Die Siedlung Monteverde liegt hoch in den Bergen auf rund 1.600 Metern Höhe, in der Region des Nebelwaldes - was man auch merkt: nass und kalt. Den Nebelwald werden wir morgen genauer erkunden.

Für heute gibt es jetzt noch einen Apperitf, Abendessen und dann … mal sehen. Hier ist irgendwo der Hund begraben, mal sehen, ob wir ihn finden.

Ich werde berichten

Euer Chronist

3. Tag

Monteverde mit dem Nebelwald und auf der Suche nach dem Quetzal

Wenn uns alles so treu bliebe wie der Wind, dann wäre es prima. Die ganze Nacht hat er unsere Hütte umheult und durchzogen, kalt war es einfach fies. Heizungen gibt es in diesem Land eher nicht - sind wohl generell auch nicht erforderlich. So ein Pech.

Zwar schien am Morgen die Sonne, frisch war es trotzdem und die feinen Wassertröpfchen von Wolken in der Nähe sorgen für nicht so ganz angenehme Frische. Es sollte jedoch schlimmer kommen, womit allerdings gerechnet werden musste.

Nach einem eher spartanischen Frühstück wurden wir dann von Luis, unserem Fahrer in den Nebelwald gefahren. Recht abenteuerlich, da die Straße (?) Schotterpiste steil und schmal war - Luis meisterte die Sache obwohl die Kraft des Omnibusses mehrmals scheinbar an ihre Grenze geführt wurde.

Für den heutigen Tag war denn zunächst die Wanderung durch den Nebelwald über die Hängebrücken anberaumt. Ein tatsächlich tolles Erlebnis. Unter Führung unseres Guide Thomas, der übrigens, da Deutscher, der seit 16 Jahren in Costa Rica lebt und arbeitet, entsprechend über Kenntnisse unserer Sprache verfügt, wanderten wir knapp 2 Stunden durch den träufelnden Urwald.

Wenigstens wurde durch die Vegetation der Wind abgehalten - auch ein Trost. Oft (8 Mal) führten Hängebrücken in teils 30 und mehr Metern Höhe über und durch den Wald. Mal waren die Wipfel höher als wir, mal leicht darunter. Ich empfand es einfach grandios.

In der Tat, seinem Namen machte der (Nebel) Wald alle Ehre und so waren wir (Menschen) scheinbar die einzigen, die sich in diesem Wald bewegten - Tiere habe ich jedenfalls keine gesehen, geschweige denn den sagenumwobenen Quetzal, der ohnehin scheu und offensichtlich auch wasserscheu - wie die anderen auch.

Gut auch das mit großem Interesse überstanden und nach der Stärkung durch ein anständiges Mittagessen ging es in eine Kaffeeplantage. Zuerst wurde allerdings ergänzend zur Kaffeeproduktion die Herstellung von Kakao demonstriert. Auch bei diesem Vortrag erfuhren wir viel Neues.

Allerdings wurde auf dieser Plantage kein Kakao hergestellt, da die klimatischen Verhältnisse den erfolgreichen Anbau von Kakaobäumen in dieser Höhenlage nicht zulassen. Dafür wurde uns hier sehr anschaulich die Produktion von Kaffee von der Blüte bis zum fertigen Produkt vor Augen geführt. Gar der Lebenszyklus eines Kaffeestrauches wurde uns erläutert und anschaulich gemacht.

Ebenfalls sahen wir alte und neue Maschinen, die die Weiterverarbeitung der rohen Kaffeekirschen ermöglichen. So lernten wir neben vielem anderen, dass Kaffee von der Blüte bis zum gerösteten Produkt rund 1 Jahr benötigt. Insgesamt sehr informativ mit einer anschließenden Probe der Produkte.

Tja, so blieb die Suche nach dem Quetzal ebenso erfolglos wie die Suche nach dem begrabenen Hund - sicher ist, hier ist er irgendwo - nur wir fanden beide nicht. Morgen geht es weiter nach Nicaragua.

Ich werde berichten

Euer Chronist

4. Tag

Monteverde und Fahrt nach Nicaragua

Jede Medaille hat ja bekanntlich zwei Seiten und das konten wir heute wieder hautnah erleben. Die Nacht war wieder einigermaßen windig und relativ kalt war es außerdem.

Zwar war das Hotel recht nett gemacht aber die Witterungslage ließ nicht die rechte Stimmung aufkommen. Normal ist das jedoch nicht; nur wir hatten eben das bekannte Kärtchen gezogen. Aber… siehe oben.

Früh um 7:00 Uhr (c.t.) ging es los und wir holperten zunächst knapp 20 Kilometer von St. Helena im Bezirk Monteverde Richtung Panamerikana. Von gut 1.200 Meter über Meeresniveau gondelten wir fast bist auf Normalnull. Und da machten wir dann einen kurzen Stop in Juntas.

Als wir den Bus verließen, wussten wir, dass die Kälte, die wir bis Dato „erleiden“ mussten, nur der Höhenlage zuzuschreiben war. Wow, da war es schon ganz schön warm obwohl uns die Sonne noch nicht beglücken wollte. Weiter ging die Fahrt durch die Provinz….

Und wir erreichten nach rund 2 Stunden Fahrt durch die recht öde Landschaft des Trockenwaldes die Grenze nach Nicaragua. Hier stellte sich der Mangel an Sonnenschein eher als Vorteil dar, denn bei dem Grenzübertritt spielt sich manches im Freien und alles in nicht klimatisierten Räumen ab.

Wie hatten zudem das Glück in irgend einer Form zur rechten Zeit angekommen zu sein, denn wir benötigten für Aus- und Einreise gerade mal 1.5 Stunden. Sehr gute Zeit.

Wie verließen unseren Busfahrer und unseren Reiseleitern und begaben uns zu Fuß über die Grenze nach Nicaragua. Dort empfing uns Ramon, der uns die kommenden Tage begleiten wird.

Am gigantischen Nicaragua See vorbei führte uns die wiederum rund 2-stündige Fahrt nach Granada, wo wir die nächsten 3 Nächte bleiben werden. Gleich gibt es Abendessen und drum entschuldigt mich ... bis morgen.

Ich werde berichten

Euer Chronist

5. Tag

Nicaragua, Granada und Nicaraguasee

Gute Sache, wenn mal eine Ruhephase gegeben ist. Klar ist ja eine Rundreise und kein Urlaub und so machten wir denn heute den geplanten Stadtrundgang.

Übrigens hatte uns unser Guide Ramon gestern Abend noch eine Straße gezeigt, auf der das abendliche Leben in der Nacht tobt. Und in der Tat hatten wir das Glück ein schönes Lokal gefunden zu haben, welches in angenehmem Ambiente Außengastronomie bot.

Plötzlich machte eine Gruppe von ca. 10 jungen Männern eine Street-Dance Vorführung, die als absolut artistisch bezeichnet werden kann. Wir waren begeistert und hoffen, dieses Schauspiel heute nochmals erleben zu dürfen.

Gut, der Stadtrundgang heute vor Mittag führte uns unter anderem in die Kathedrale, das ''Haus der drei Welten'' und die Kirche Mercedes. Granada hat keine sensationell alten Gebäude zu bieten, einerseits weil es erst 1524 gegründet wurde und andererseits weil es 1851 von einem amerikanischen Söldner namens William Walker (Bruder von Johnnie ?) ziemlich gründlich niedergebrannt wurde.

Das Haus der drei Welten bietet Künstlern eine Plattform und ist eine gute Kultur Fördernde Einrichtung. Die Kathedrale ist schön aber schlicht in ihrem Inneren, sie wurde durch private Spenden wieder aufgebaut. Die Gelder stammten von reichen Bürgern Granadas.

Schließlich die Kirche Mercedes, deren Turm wir erklimmen konnten, Gott sei Dank nicht allzu hoch. Von oben gab es einen schönen Blick über die Stadt, auf der einen Seite bis zum Vulkan und auf der anderen bis zum Nicaragua See.

Diesen befuhren wir im Rahmen eines nachmittäglichen Kutschen- und Bootsausfluges. Wir wurden um 15:00 Uhr von insgesamt 5 Kutschen abgeholt, quer durch die Stadt ''kutschiert'' und fuhren dann mit dem Boot rund 1.5 Stunden über den See.

Hier in der Nähe von Granada sind durch einen Vulkanausbruch insgesamt 360 kleine Inseln entstanden, die, großenteils in Privatbesitz und mit kleinen Häusern bebaut sind. Hier erschloss sich uns eine bemerkenswerte Fauna, die jedoch schwerpunktmäßig von Flug-Getier bestimmt war.

Vögel, mit Ausnahme von Reihern waren vorhanden, jedoch oft so klein, dass ich sie nicht fotografieren konnte. Auf einer Insel lebten ein paar Affen, die waren allerdings auf einer Art Tierklinik dort mehr oder minder ausgewildert worden.

Das war sehr nett anzusehen und die Tiere schienen sich auch wohl zu fühlen. Auch wir fühlen uns hier sehr wohl, das Wetter stimmt inzwischen auch, es ist warm und nicht allzu heiß, etwas Wind - auch davon nicht zuviel - und kein Regen. Schön.

Heute Abend ist Folkloreveranstaltung mit Abendessen, mal sehen, was es gibt.

Ich werde berichten

Euer Chronist

6. Tag

Nicaragua, Masaya und Apoya

Folkloreveranstaltungen wie gestern Abend sind nicht unbedingt jedermanns Sache. Es gab wie üblich so eine Art Musik und Tänze deren Schritte in allen spanisch - kolonialisierten Ländern sehr ähnlich sind. Nur die Namen sind scheinbar lokal angepasst, so hieß denn der erste Tanz ''Erdbeben''. Nicht nur mir blieb die Assoziation verborgen.

Gut, auch das überstanden, ging es wieder ''auf die Meile''. Leider hatten unsere Street-dancer heute zeitiger ''Feierabend'' gemacht und so konnten wir sie nur noch kurz bewundern.

Heute ging es dann zunächst in eine Töpferei, wo man uns die Herstellung von landestypischen Artefakten aus Ton vorführte. Überraschenderweise wurden wir anschließend in einen Laden geführt, in welchem man die Produkte käuflich erwerben konnte.

Dann ging es weiter zu den wahrlich bemerkenswerten Naturschönheiten, die diese Gegend von Nicaragua zu bieten hat. So fuhren wir hinauf zum Vulkan Santiago, der vor knapp einem Jahr noch eine einigermaßen heftige Eruption zu bieten hatte. Aus diesem Grund durften wir den Kraterrand nur mit gelben Schutzhelmen betreten.

Wir fühlten uns absolut sicher und jedem Ausbruch des Vulkans gewachsen. Nicaragua liegt nun mal insgesamt in einem vulkanisch sehr aktiven Bereich des sogenannten ''Ring of Fire'', der den gesamten Pazifischen Ozean umgibt. Und außerdem wurde die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika, also ganz Mittelamerika durch Vulkane gebildet.

Natürlich konnten wir auch hier den Grund des Kraters nicht sehen weil dichte Schwaden die Sicht verdeckten, Das allerdings ist immer so weil sie aus dem Krater selbst kommen - also normal. Nach einem kurzen Besuch des Kunstmarktes von Masaya, der auch überwiegend das übliche Angebot bot, ging es weiter zum Kratersee von Apoya.

Hier bot sich die Gelegenheit in einem Kratersee zu baden. Wirklich sensationell, weil äußerst selten oder gar einmalig? - Jedenfalls toll in dem angenehm temperierten Wasser ein Bad zu nehmen.

Ein wunderschöner Abschluss unseres Aufenthaltes in Nicaragua, der morgen zu Ende geht weil wir wieder nach Costa Rica zurückfahren. 7:00 Uhr ist Abfahrt und daher ist jetzt Schluss für heute.

Bis dann

Euer Chronist

7. Tag

Adios Nicaragua und der Palast in den Wolken

Heute haben wir Nicaragua verlassen. Man schickte uns einen anständigen Bus und nicht mehr die Sardinenbüchse mit welcher wir abgeholt worden waren. Somit war der Weg über die Panamericana nicht so anstregend und führte uns recht zügig in den Bereich zum Grenzübertritt zurück nach Costa Rica.

Reiseleiter Ramon und Fahrer Jamal verfügten wohl über gute Beziehungen zum Grenzpersonal und so ging die Ausreise auch sehr reibungslos vonstatten. Inzwischen hatte sich aber auch die Sonne weitgehend verabschiedet und daher brauchten wir in der Stunde die die Einreise nach Costa Rica erforderte nicht viel zu schwitzen.

Zwischendurch hatte und auch unser Thomas wieder ''eingefangen'' und assistierte bei den Grenzformalitäten. Auch in dieser Gegend der Welt bereiten Grenzübertritte immer wieder besondere Freude, jedenfalls für die Grenzbediensteten. Auch Kilomerter lange Schlangen von LKW auf beiden Seiten der Grenzen zeugen von bemerkenswertem Kontrolleifer.

Auf direktem Weg nur durch die Mittagspause unterbrochen brachte uns Marvin, unser neuer Fahrer zu unserem Hotel. Gelegen ist das Haus ''in den Wolken'', rund 5 Kilometer von der Hauptstraße entfernt in der ''Prärie''. Unser Zimmer jedoch ist eine Suite, mit Wohnzimmer und zwei Schlafzimmern und natürlich großem Bad, daher ein ''Palast'' - ohne Kühlschrank.

Das Abendessen nahmen wir im Ort Fortuna ein, der gerade mal 35 Busminuten vom Hotel - also in unmittelbarer Nähe - die erste ''menschliche Ansiedlung'' darstellt. Morgen sollen wir Thermalbäder erleben und den Vulkan Arenal bewundern.

Bis dann

Euer Chronist

8. Tag

Costa Rica, Wasserspiele

Bereits gestern hatte es begonnen zu regnen und im Laufe der Nacht hatte sich der Regen verstärkt und beglückte uns wolkenbruchartig. Unser ''Palast'' liegt leider ca. 100 Meter vom Speisesaal entfernt und so kamen wir bereits zum Frühstück pitschnass dort an. Aber es sollte noch nasser werden.

Thomas hatte, obwohl laut Programm zuerst ein Besuch im Nationalpark vorgesehen war, den Ablauf dahingehend geändert, als dass wir zuerst das Thermalbad besuchen sollten, was bei leichtem Regen und 25°C sicher eher angenehm ist.

Und so betraten wir pünktlich 11:00 Uhr das Thermalbad. Eine sehr schöne Anlage mit mehreren Pools und Jacuzzi. Wassertemperaturen von 27°C bist 52°C waren verfügbar. Wir haben 2 Stunden herrlich genossen und der Regen, der nicht aufhörte störte uns absolut nicht mehr.

Dann ließ der Regen listigerweise nach und Thomas „verordnete“ uns dann den planmäßigen Besuch im Nationalpark ''Volkano Arenal''. Durch dschungelartig bewaltete Pfade führte er uns zum einem Lavafeld von 1992.

Unterwegs erläuterte er uns fachkundig die Pflanzen- und Tierwelt aber auch die Fakten über den Vulkan. Starke Regenschauer, die den Dauerregen ''anwürzten'' machten das Erlebnis jedoch nicht zum reinen Vergnügen. Morgen geht es weiter.

Bis dann

Euer Chronist

9. Tag

Costa Rica, Fortuna - Tortuguero

Sehr zeitig, nämlich früh um 5:00 Uhr verlassen wir unser ''Wolkenkuckucksheim''. Ausnahmsweise regnet es mal wieder in Strömen. Aber man sieht den Regen nicht wegen Dunkelheit und Nebel - man spürt ihn nur.

Gut, im Bus merken wir nichts mehr davon. Wir hoppeln zur Hauptverkehrsstraße und dann gibt Marvin, unser Fahrer ''Alles''. Da Sonntag ist, halten nicht viele LKW, die man auf der kurvigen Straße nicht überholen könnte die eilige Fahrt auf.

Nur einige ''Domingueros'' (Sonntagsfahrer) schleichen bereits zu früher Stund über die Landstraße. Marvin überholt sie souverän obwohl der Motor unseres Busses der stärkste mit Sicherheit nicht ist.

Zwischendurch nehmen wir unser Frühstück in einem Restaurant ein, welches wirtschaftlich bereits zu unserer Ziel-Lodge gehört. Daher im Preis eingeschlossen, sauber und einigermaßen reichhaltig.

Weiter gings durch riesige Ananasfelder und auch Bananenplantagen. Von Thomas erfahren wir manches über die Rolle, die einst die berühmt - berüchtigte ''United Fruit Company'' spielte. Die Entstehung, die Hochzeit, in welcher sie ganz Mittelamerika mehr oder minder korrupt und brutal beherrschte, bis zu ihrem Niedergang und ihrer Zerschlagung.

Endlich erreichen wir pünktlich um 10:30 Uhr die Anlegestelle von wo aus wir zur unserer Lodge per Boot weiterfahren. Das Gepäck durften wir komplett mitnehmen da der Fluss, über den eine Teilstrecke der knapp 2-stündigen Fahrt führt, wegen des Regens hinreichend Wasser führt und somit genügend Tiefgang für die Boote gegeben ist.

Unterwegs sehen wir schon einiges an Fauna und Flora des riesigen Naturschutzgebietes, welches teil in Coasta Rica aber auch teil auf dem Gebiet von Nicaragua liegt. Wir sind wieder nahe an der Grenze.

Angekommen in der Lodge erwartet uns ein Mittagessen. Danach der erste Rundgang und danach Relaxen am Pool. Chillen bis zum Abendessen, danach gemütliches Beisammensein und zeitig ins Bett, denn morgen ist ''Frühsafari'' aufgerufen.

Bis dann

Euer Chronist

10. Tag

Tortuguero

Heute hieß es wieder früh aus den Federn. Eine erste Überraschung folgte bald: kein Wasser! Nix waschen, nix duschen, nix Toilette. Schön - aber der erste Ausflug - per Boot - dauert ja auch nur rund zwei Stunden.

Also: Augen und Nase zu und: durch! Ging aber in Odnung. Bei dieser Frühsafari, Start 6:00 Uhr sahen wir etliche Vögel, Schildkröten, ein paar Affen, einen Leguan und noch allerlei Getier. Ich muss zugeben, schön aber nicht gerade umwerfend - gestern haben wir wenigstens einen Kaiman gesehen - heute nicht.

Costa Rica Pura Vida. Es wurden zwar noch Wanderungen angeboten an denen ich aber ''sicherheitshalber'' nicht teilgenommen habe. Auch die Teilnehmer, knapp die Hälfte der Gruppe, brachten keine sensationellen Erkenntnisse mit. Also: richtig gemacht.

Den Nachmittag also zum Relaxen am Pool genutzt und Bauarbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft des Pools bewundert. Die deutsche Berufsgenossenschaft hätte ihre helle Freude. - Gut, auch nicht unser Problem - es störte nicht, sondern war nur lustig anzuschauen.

Gutes Abendessen genossen und dann noch im kleinen Kreis den Absacker genommen, ein schöner Tag ging zu Ende. Morgen geht es weiter an die karibische Küste, über Limon nach Puerto Vejo de Salamanca.

Bis dann

Euer Chronist

11. Tag

Tortuguero - Puerto Viejo de Talamanca

Heute war wieder Reisetag. Zuerst mit dem Boot von unserer Lodge nach La Pavona, wo sich der ''Fährhafen'' befindet.

Trotz hohem Wasser auf dem Fluss ging es recht zügig in knapp einer Stunde, dann kam die Gepäckumladung zum bereitstehenden Bus, die trotz des schlammigen Bodens „unfallfrei“ von statten ging.

Es folgten 15 Kilometer Schotterpiste. Eine Freude, für diejenigen, die ''Rücken'' haben. Die asphaltierten Straßen sind auch nicht viel besser, aber es geht. Marvin gab ''Gas''. Als wir dann die Fernstraße ''32'' errreichten - sie führt von Zentral-Costa Rica zum Atlantikhafen Limon, bremste starker LKW Verkehr Marvins Drang uns schnell zum Ziel zu bringen.

Kurz vor Limon sind zahlreiche Containersammelläger und dort ''verabschiedete'' sich auch ein LKW nach dem anderen. Über Limon findet ein Großteil des Exportes von Costa Rica Richtung USA und Europa statt. Danach war die Piste frei und Marvin gab ''Alles''.

Und es scheint ein Hobby von Busfahrern in aller Welt zu sein, an Sehenswürdigkeiten am Wegesrand liegen besonders zügig vorbeizurauschen, wenn sie nicht gebremst werden. So war es nicht möglich, von einer Insel, die Limon vorgelagert ist, an der Kolumbus angeblich als erstes Anker geworfen hatte, vernünftige Fotos zu machen.

Auch der Flughafen von Limon fiel dem raschen Tempo zu Opfer. Somit erreichten wir alsbald unser Ziel, Puerto Viejo de Talamanca. Ein buntes Örtchen mit tatsächlich karibischem Flair. Es soll auch ein Surferparadies sein.

Unser Hotel, direkt am Meer gelegen verfügt über einen Strand unter ''Blauer Flagge''. Leider war es mir nicht möglich, den Strand als solchen zu erkennen. Egal, wir bleiben eh nur eine Nacht und dann geht es weiter nach Panama.

Bis dann

Euer Chronist

12. Tag

Puerto Viejo de Talamanca - Boca de Toro (Panama)

Für heute sah das Programm den Besuch eines weiteren Nationalparks vor. Wegen der enormen Regenfälle riet uns unser Reiseführer jedoch von dem Besuch ab, da der schlechte Zustand der Wege sowie der Wasserstand eines zu Fuß zu durchquerenden Flusses die Wanderung erheblich erschweren würde.

Ein beachtlicher Teil unserer Gruppe verzichtete daraufhin auf die Teilnahme, ebenso wie ich. Denn hinsichtlich der angekündigten möglichen Beobachtung von unter anderem Faultieren und Kapuzineraffen bin ich äußerst pessimistisch, denn wenn die Sensationen nicht sicher sind, gehöre ich zu der Truppe, die gerade Pech hat weil….

Ich nehme es so hin. Kurz vor Mittag ging es dann zur Grenze nach Panama. Das war gar nicht weit, knapp eine Stunde. Aber dann - Ausreise Costa Rica rund eine Stunde, dann der wirklich abenteuerliche Weg über die Brücke nach Panama. Einreise dort recht unproblematisch - für die hiesigen Verhältnisse.

Mit dem Bus, oje schon wieder eine Sardinenbüchse, ging es dann zum Fährhafen Almirante und zur Überfahrt zur Insel Colon in der Boca del Toro Bucht. Toll, mit wohl rund 50 km/h rauschte das Boot zum Ziel. Etwa 30 Minuten später war der Spaß vorbei und wir hatten unser Ziel erreicht.

Zu Fuß setzten wir unseren Weg zum Hotel fort, war auch nicht weit, kaum 5 Minuten. Das Gepäck wurde mit einem Auto gebracht, also kein Problem. Im Hotelrestaurant haben wir dann gegessen - alle Fisch - und sind dann noch mal ''auf die Piste'' gegangen.

In dem besuchten Lokal wurde Live-Musik geboten und für ein par Dollar bekamen wir auch noch eine Sondervorstellung. Alles in allem ein gelungener Tag obwohl es zwischendurch immer mal wieder heftig regnete. Beim Grenzübertritt allerdings war es trocken und nicht sonnig, das kam in dieser Situation eher gut aus.

Hier können wir zwei Tage karibisches Flair genießen und den Badefreuden frönen - hoffentlich.

Bis dann

Euer Chronist

13. Tag

Boca de Toro (Panama)

Nach einem wiederum eher spartanischen Frühstück wurden wir von ''Willi'' empfangen, der heute unsere Guide sein sollte.

Willi war vor 48 Jahren aus Deutschland ausgewandert, inzwischen US Bürger und nach verschiedenen Stationen in Mittelamerika seit rund 15 Jahren in Panama gelandet. Willi sah die ganze Sache recht locker an und das war gut so.

Zunächst fuhren wir mit einem 10 Personen Boot zu einem Strand, an welchem wir Schnorcheln können sollten. Das Wetter hatte uns wie üblich eher im Stich gelassen, rund herum bewölkt, teils trafen uns auch kleine bis mittlere Schauer - aber warm war es trotzdem.

Unterwegs in der Inselwelt (84 Stück, teils bewohnt, teils winzig klein) zeigte man uns Mangrovenwälder und mit Muscheln und Feuerkorallen bewachsenes Wurzelwerk derselben. Auch 1 - 2 Seesterne sahen wir und außerdem 1 Faultier im Baum - Wahnsinn!

Dann sollte sich die Vielfalt der Unterwasserwelt bei einem Schnorchelgang zeigen. Das war recht schön aber eher nicht überwältigend - trotzdem gut. Nach dem Mittagessen war die Wetterlage wiederum so bescheiden, dass es ratsam erschien, den Badeaufenthalt ausfallen zu lassen.

Stattdessen führte Willi uns auf die Nachbarinsel von Colón (unserer ''Heimatinsel'') Bastimentos wo er bis vor etwas 5 Jahren gelebt hatte. Viele Bewohner der Insel kannten ihn und begrüßten ihn mit großem Hallo.

Ein ortsansässiger Musikus gesellte sich ebenfalls zu uns und spielte auf seiner Gitarre, wozu er unter anderem Weisen von den Beatles, Simon & Garfunkel und auch Bob Marley sang. Er begleitete uns noch bis nach Colón und spielte speziell für uns noch eine halbe Stunde. Mal sehen, welche Überraschungen der Abend noch bringen wird.

Bis dann

Euer Chronist

14. Tag

Boca de Toro - Panama City

Der wichtigste Programmpunkt für heute war die Weiterreise nach Panama City. Zwar hätten wir fakultativ einen Badeaufenthalt am anderen Ende der Insel Colón einflechten können, dies erschien uns jedoch wegen der äußerst zweifelhaften Wetterlage nicht opportun. Also lassen wir’s.

Den Vormittag verbringen wir mit einem Bummel durch den Ort, nun da gibt es auch nicht so schrecklich viel zu sehen und daher trifft man den einen oder anderen in irgendeinem Lokal. Auch den Swimming Pool im Hotel nutzte niemand mehr, weil man den Boden nicht sehen konnte obwohl er nicht so wahnsinnig tief ist….

Gegen 15:00 Uhr kommt Clara um uns ''einzusammeln''. Das Gepäck wird auf einen Pick-Up verladen und wir gehen zu Fuß die paar hundert Meter zum ''Aeropuerto Internacional (!) de Boca del Toro''. Internacional weil einmal wöchentlich ein Flug nach San José in Costa Rica stattfindet. Bemerkenswert. Immerhin wird der Flughafen ausschließlich von ''Air Panama'' bedient und es finden täglich Flüge nach Panama City statt.

Als sich unsere Gruppe dem Abfertigungszimmer (Halle wäre überzogen) näherte, brach eine leichte Panik beim Bodenpersonal aus, die sich jedoch nach kurzer Zeit in eine lethargische Ruhe verwandelte. Man musste den Schock unserer Ankunft erst einmal bei einem gemütlichen Plausch unter Kollegen verarbeiten. Also warten, bis es endlich losging.

Die Sicherheitskontrolle würde vom Chef persönlich durchgeführt, das Gepäck wurde durch einen grauen Kasten geschickt, der wohl eine Durchleuchtung simulieren sollte, auch der Bogen, mit welchem kontrolliert wird, ob noch metallisches ''am Mann'' ist, blieb ohne jeden Piepser - trotz Gürtelschnalle….

Leider konnte heute auch die geplante Abflugzeit von 17:15 Uhr nicht eingehalten werden, - mangels Fluggerät. Erfreulicherweise kamen aber um 17:45 Uhr im Abstand von je 5 Minuten gleich 3 Maschinen von Air Panama an. Insgesamt ca. 100 Plätze.

Zügig ging es dann voran und schon um 18:30 Uhr starteten alle 3 wiederum in kurzem Abstand. Ein ruhiger, angenehmer Flug mit sanfter Landung in Panama City folgte. Dort wieder Chaos bei der Gepäckausgabe, hat aber trotzdem geklappt. Transferfahrt zum Hotel, nicht lange, ein paar Erfrischungen gegönnt, Dusche genommen, leider kalt, und ab ins Bett. Morgen ist der große Tag: Durchfahrt durch den Kanal von Panama.

Bis dann

Euer Chronist

15. Tag

Panama City - Kanaldurchfahrt

Ein besonderes Highlight der Reise stand für heute an. Die Durchfahrt durch den Kanal von Panama, der ja, so lernte man im Lied, Nord- und Südamerika durch Wasser trennt. Auf die Frage an den Reiseleiter, wo sich denn nun unser Hotel befinde, ob in Nord- oder Südamerika die alberne Antwort: In Mittelamerika. Sehr witzig, da wäre ich überhaupt nicht drauf gekommen.

Daher wollte ich dann wissen, wo denn Mittelamerika anfängt. Die Antwort war nicht befriedigend: ja, ähh, vielleicht in Honduras. Und wo hört es auf? Fragen, deren Antwort überflüssig. Nun erstreckt sich Panama mehr von Ost nach West als von Nord nach Süd und somit ist Südamerika dann im Zweifel auf der Westseite. OK? Noch mehr Neues gelernt: Die Panamerikana (die Straße, die von Alaska bis Feuerland geht, gehen soll, mit Unterbrechung gehen tut (!)) fängt an der Brücke über den Panamakanal an. Das habe ich noch nie gehört. Reisen bildet eben.

Sicherheitshalber wurden wir bereits um 7:30 Uhr zum Abfahrtshafen gebracht, war unheimlich wichtig, weil bereits vor uns etliche Amerikaner an Bord waren und die besten Plätze besetzt hatten und das Schiff erst gegen 8:45 Uhr abfuhr. Na ja. Frühstück wurde uns an Bord versprochen und in hohen Tönen vorab gelobt. Wir lernten jedoch auch hier Neues, nämlich, wie man Rührei gelbgrau bekommt. Das genaue Rezept blieb allerdings ein Geheimnis der Küche. Weitere Sensationen bot das Frühstück leider nicht.

Dafür war die Kanaldurchfahrt ein großartiges Erlebnis, welches wirklich umfänglicherer Erwähnung bedürfte als die Verpflegung an Bord, jedoch sind die Eindrücke unbeschreiblich und die Fakten leichter und umfänglicher im Internet nachlesbar. Für mich war es ein ganz wichtiger Punkt der Reise und dieser wurde in vollem Umfang erfüllt. Das war es wert und ich hätte mich geärgert, wenn ich nur die Teildurchfahrt wahrgenommen hätte.

Rund 9 Stunden dauerte die Fahrt von Panma noch Colón am Atlantik / Karibik, 3 Schleusen rauf, 3 wieder runter, die Neubaustelle des Kanals bewundert und noch einen kurzen Eindruck von Colón, der Hafenstadt, von wo der Handel mit Europa großenteils abgewickelt wird, bekommen. Kurz beschrieben: karibisch - nicht im besten Sinn. Den Tag bei anständigem Essen nahe beim Hotel schön ausklingen lassen. Schön war es heute.

Bis dann

Euer Chronist

16. Tag

Panama City - Stadtrundfahrt

Eine Dusche, wenn kalt, erfreut mein Herz absolut nicht. Leider gibt es in unserem Zimmer nur kaltes, na sagen wir "recht frisches" Wasser. Man kann damit leben, für mich ist es kein Hit. Aber besser als Nichts, Zimmer tauschen kommt nicht in Betracht, da wir zufällig ein Zimmer mit seitlichem Blick auf den Kanal und die ''Puente de las Americas'' erwischt haben.

Mehr von der Stadt und dem Kanal sollten wir heute zu sehen bekommen. Um 9:00 Uhr ging es los und unsere Reiseführerin Vanessa brachte uns zunächst zu den Ruinen eines alten Klosters wobei wir auf dem Weg dorthin Downtown Panama City mit ultramodernen Gebäuden passierten.

Weiter ging es in die Altstadt, die zwar zum Weltkulturerbe ernannt wurde aber nicht jedes Erbe ist ein Gewinn. Jedenfalls nicht im derzeitigen Erscheinungsbild. Manche Häuser sind restauriert, die große Vielzahl wartet jedoch noch auf Investoren. Die Preise für die Ruinen sind, so sagte man uns, enorm und der Investitionsbedarf ist unüberschaubar. Vielleicht werden einmal Gelder aus den Kanaleinnahmen investiert oder andere, zum Beispiel aus Kolumbien….

Nach dem Mittagessen fuhren wir dann zu den Schleusen von Miraflores, die wir gestern auf unserem Weg durch den Kanal passiert hatten. Das Vergnügen, die Simulation einer Kanaldurchfahrt mit eigenen Händen durchzuführen wurde uns vermiest, da irgend ein Idiot einen Feuerlöscher in Betrieb gesetzt hatte woraufhin Alarm ausgelöst wurde und das ganze Gebäude evakuiert wurde. Aus die Maus.

Immerhin konnten wir vorher noch eine Schleuseneinfahrt von gar zwei Containerschiffen bewundern. Eines der Schiffe hatte ca. 3.000 Container geladen, damit nicht das größtmögliche derzeit, denn ein solches könnte 5.000 Container laden.

Im neuen Kanal, der nebenan gebaut wird könnten dann in etwa 2 Jahren Schiffe mit einer Kapazität von 12.000 Containern den Kanal mit seinen Schleusen benutzen. So ungefähr kostet jeder Container rund 100.00 $ Frachtgebühr- macht zum Beispiel bei 3.000, ja 300.000 $ für eine Durchfahrt. Da bleibt doch etwas übrig, oder? Hoffentlich wird es vernünftig verwendet....

Das Wetter übrigens war heute ganz vernünftig, wenig Sonnenschein aber auch kein Regen. Wir sind ja inzwischen bescheiden… gemacht worden. Von jetzt an wäre es aber sinnvoll, wenn wenigstens ab morgen Mittag die Sonne schiene, denn dann folgt der Badeaufenthalt und der macht nun mit Regen wirklich keinen Spaß mehr. Vorher machen wir aber noch eine Stipvisite bei den Emberá Indianern. Mal sehen, was es dort zu erfahren gibt.

Ich werde berichten!

Euer Chronist

17. Tag

Panama City - Emberá Dorf - Playa Blanca

Der letzte Tag unserer Rundreise durch drei Länder Mittelamerikas führte uns zu Menschen, die treu ihrer Traditionen zwischen Ureinwohnerschaft und Moderne leben. Es sind die Emberá Indios, die mit einer Population von rund 6.000 Menschen im Nationalpark Chagres leben und dort also auch ihre Häuser haben, was ansonsten nicht zulässig ist.

Gewisse Konzessionen an die allgemeine Rechtsordnung müssen sie jedoch machen. So sind die Kinder zwar auch dem panamaischen Schulsystem unterworfen, was auch völlig richtig ist, damit Chancengleichheit zumindest möglich ist. Der Alltag spielt sich jedoch in sehr einfachen Verhältnissen und in der Abgeschlossenheit des Dorfes ab.

Schön, also wir wurden dann zunächst mit motorisch betriebenen Einbäumen den Rio Chagres, der am Ende der Trockenzeit nicht viel Wasser führte, hochgefahren. Etwas abenteuerlich, denn hin und wieder setzten die Boote auf. Hat aber alles geklappt. Gut, dass keines umgekippt ist, denn der Fluss soll auch von Krokos bevölkert sein. Wir haben zwar keins gesehen aber keines ist für Krokodile auch schon viel.

Musik und Tanz wurde geboten, danach Essen nach traditioneller Weise hergestellt und eine Erläuterung wie und warum sich das Leben der Indios so abspielt wie es eben ist. Auch Kunsthandwerk aus angeblich eigener Herstellung (ich denke allerdings eher: aus eigenem Import) wurde feilgeboten.

Alles in Allem ist meine persönliche Meinung, dass dieser gegenseitige Menschenzoo ziemlich überflüssig ist, denn wir werden diesen Menschen vorgeführt und umgekehrt. Das muss aber jeder für sich entscheiden.

Und dann, ja und dann ging es zu unserem abschließenden Badeaufenthalt ins rund 100 Kilometer entfernte Ressort Decameron. Der Weg führte uns unter anderem über die zweite Kanalbrücke, die vor wenigen Jahren von der Deutschen Firma Bilfingen & Berger gebaut wurde und ein ganzes Stück wieder über die ''Panamerikana'', die hier 4-spurig ausgebaut ist. Obwohl man uns vorgeschwärmt hatte, dass das Wetter an der pazifischen Seite besser sei als an der Karibik empfing uns unsere neue Herberge unter wolkenverhangenem Himmel.

Das kann (oder besser: sollte) ja heiter werden.

Ich werde berichten!

Euer Chronist

18. Tag

Playa Blanca - Resort Decameron

Endlich Ruhe. Eine Rundreise ist nicht als reine Erholungsreise anzusehen. Es gibt viel zu sehen und viele Eindrücke zu verarbeiten. Daher ist es gut, wenn am Ende eine Erholungsphase noch vor Ort stattfindet, damit Körper uns Seele wieder zueinander finden.

Hier in diesem Resort haben wir Gelegenheit, die gesammelten Eindrücke alleine oder in gemeinsamen Gesprächen nochmals zu vertiefen. Ein herrlicher Strand, mehrere Restaurants und Bars, etliche Swimming Pools und natürlich das Meer und - man soll es nicht glauben - die lange vermisste Sonne lassen die Herzen höher schlagen.

Freundliches und aufmerksames Personal lässt den Genuss vollkommen werden. Man darf bei allen diesen Dingen, die uns geboten werden nicht vergessen, dass jedwede Kritik an Unzulänglichkeiten ein ''Meckern auf sehr hohem Niveau'' ist.

Sehen wir die Armut, in der die Menschen, deren Länder wir haben besuchen dürfen, vielfach leben müssen und trotzdem freundlich und scheinbar zufrieden sind, so sollten wir uns schämen, wenn wir bemängeln, wenn nicht alles bis zum i-Tüpfelchen stimmt und abläuft.

Kritik sollte daher allenfalls als konstruktiver Beitrag angebracht werden.

Euer Chronist

19. Tag

Playa Blanca - Resort Decemaron

Es gibt in der Tat Schlimmeres im Leben. Bei gut 30 Grad im Schatten sitze ich an der Pool Bar und schreibe meinen Bericht. In Deutschland, so lese ich im Internet, ist die Wetterlage nicht ganz so, wie man es sich gemeinhin für Ende März vorstellt. Nun, ich kann es abwarten.

Ein Teil unserer Gruppe verabschiedet sich heute gegen 13:00 Uhr und fliegt über Madrid nach Deutschland zurück. Der andere Teil, zu dem ich gehöre, darf noch etwas länger bleiben, hier im Schlaraffenland. Na, ganz so ist es nicht, man muss sich die „Tauben“ schon holen, denn sie fliegen einem nicht gebraten in den Mund. Eine „Anstrengung“, die man überstehen kann.

In Sachen Essen und Trinken bleiben soweit keine Wünsche offen, andere Leistungen müssen fürstlich honoriert werden. So beispielshalber der Internetzugang. Der kostet mal eben 16,05 $ für 24 Stunden. So ein Blödsinn, wer ist schon 24 Stunden am Stück im Netz? Aber einmal initiiert beginnen die 24 Stunden. Oder Parasailing, 15 Minuten gerade mal 90.00 $ - ist doch kein Problem? Trotzdem, Meckern auf hohem Niveau.

Wir wollen lieber den Rest der Reise in Freude genießen, Parasailing und Internet müssen ja nun nicht unbedingt zum Lebensinhalt werden. Viele dienstbare Geister pflegen und versorgen sowohl die Gäste als auch die gesamte Anlage. Sehr sauber, gut gepflegt, bewachte Swimming Pools. Security und Insektenbekämpfung geben ein Gefühl von Sicherheit gegen unerwünschte Besucher.

Man kann es gut aushalten!

Bis bald,

Euer Chronist

20. Tag

Playa Blanca - Resort Decameron

Wir genießen den letzten kompletten Tag unseres Aufenthaltes im Royal Decameron.

Wieder meint es das Wetter sehr gut mit uns und deshalb müssen wir höllisch aufpassen, nicht im letzten Augenblick noch einen Sonnenbrand zu bekommen. In diesen Breiten ist die Sonneneinstrahlung besonders intensiv und auch im Schatten recht gefährlich. Alle sind auch sehr vernünftig und so sind keine nennenswerten Schäden zu beklagen.

Bei Spaziergängen durch die weitläufige Anlage treffen wir immer wieder Teilnehmer unserer Reisegruppe. Bei einem kurzen Plausch tauscht man sich über die Reise im Allgemeinen und über die kurzfristigen Pläne hinsichtlich der weiteren Gestaltung des Tages aus.

Das Abendessen nehmen einige wieder in einem der Themenrestaurants ein. Einige Mitreisende und auch ich, wie schon an zwei Abenden zuvor, im Kontiky (ja, mit ''y'' !?), wo wir in unmittelbarer Strandnähe unter dem südlichen Himmel bei sehr gutem Essen und angenehmer Temperatur eine sehr schöne Atmosphäre genießen. Bei einem abschließenden ''Absacker'' in der Bar von ''Lobby 3'' bereiten wir uns auf die am nächsten Morgen anstehende Rückreise vor.

Bis bald, dann aus der Heimat!

Euer Chronist

21./22. Tag

Heimreise und Reminiszenz

Früh am Morgen, so gegen 3:45 Uhr werden wir abgeholt. Trotz der frühen Stunde sind alle pünktlich erschienen.

Nun, wo alles gepackt ist, freuen wir uns auf die Heimreise. Vor uns liegen 2 Stunden Fahrt zum Flughafen Panama, dort die übliche Wartezeit und 4 Stunden Flug nach Atlanta und dann der Weiterflug von knapp 9 Stunden nach Frankfurt.

In Panama werden wir vor dem Einsteigen noch einer sehr gründlichen Sicherheitskontrolle mit Auspacken des Handgepäcks unterzogen. Hierbei übernehmen allerdings Zollbeamte die Aufgabe des Aus- und Einpackens. Schuhe wieder aus, Abtasten, das volle Programm und dann unmittelbar in den Flieger. Auf geht’s.

Die letzte Phase unserer Reise beginnt und wir nehmen zahlreiche Eindrücke und Erfahrungen mit nach Hause. Klar ist, dass man uns - soweit möglich - die ''Schokoladenseiten'' (teils wortwörtlich) der besuchten Länder gezeigt hat. Es konnte trotzdem nicht verborgen bleiben, dass in allen drei Ländern in weiten Teilen der Bevölkerung bittere Armut herrscht und - so steht zu vermuten - durch Korruption viele Gelder in privaten Taschen verschwinden, die eigentlich dem Wohlstand des Landes zukommen sollten.

Nicaragua wurde auch durch einen langen Bürgerkrieg arg mitgenommen. Die verschiedenen Fremdenführer versuchten die jeweiligen Macht- und Regierungsverhältnisse positiv darzustellen und das Beste besonders hervorzuheben. So zum Beispiel die Senkung der Analphabetenquote in Nicaragua, die Abschaffung des Militärs in Costa Rica (dafür ist die Polizei bis an die Zähne bewaffnet) oder der Ausbau des Kanals in Panama, dessen Mehrertrag wohl eher nicht dem Volksvermögen zugutekommt.

Die Menschen, die wir kennen lernen durften, nahmen uns freundlich auf. Und somit war auch diese Reise wiederum eine Erfahrung, dass nicht allein wirtschaftlicher Wohlstand zur Zufriedenheit der Menschen führt.

Und trotzdem bin ich froh, wieder in der Heimat zu sein.

Euer Chronist

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