Juni - Juli 2012

Verbinden Sie Ihren Wander- und Aktivurlaub mit den kulturellen Höhepunkten des Baltikums. Bei geführten Wanderungen und Spaziergängen erleben Sie die landschaftlichen Schönheiten von Litauen, Lettland und Estland aus nächster Nähe.

Ihr Chronist

Liebe Leser,

ich heiße Petra, bin 58 Jahre, habe einen Mann und drei Kinder, die natürlich schon in die Welt gezogen sind. Mein Sohn lebt und arbeitet in der Schweiz und meine kleine Tochter in Regensburg. Meine große Tochter wohnt mit ihrer Familie hier in Dresden und so habe ich meine beiden Enkelkinder (ein Mädchen, fünf Jahre und ein Junge, ein Jahr) öfter bei mir. Oma sein macht viel Freude.

Die Wochentage verbringe ich mit Arbeit, d. h. ich bin Rechtsanwaltsfachangestellte in einer großen Dresdner Kanzlei in der Inkassoabteilung. Am Wochenende sind wir oft in unserem Garten, ein guter Ausgleich zum Alltagsstress.

Wie Sie sehen, gibt es genug Gelegenheiten Bilder zu machen und ich fotografiere schon immer gern. Es gibt viele Fotoalben von der Familie, den Kindern und unseren Urlaubsreisen, die alle Familienmitglieder immer wieder gern zur Hand nehmen und sich daran erfreuen.

Im letzten Jahr haben wir eine Rundreise durch Irland - mit Ihrem Reiseunternehmen - unternommen. Ein schönes Land und es war alles sehr gut organisiert, so dass wir uns immer gern an diese Reise erinnern. Wir freuen uns nun auf die nächste Urlaubsreise ins Baltikum.

Ihre Petra

1. Tag: Anreise Frankfurt - Riga (Lettland)

Der erste Urlaubstag nähert sich dem Ende und es war nicht ganz der perfekte Start in den Urlaub. Bei Sonnenschein flogen wir pünktlich vom Frankfurter Flughafen ab und bald schwebten wir über den weißen Schäfchenwolken. Kapitän und Besatzung waren guter Dinge und so wurde es eine gelungene, weiche Landung.

Nachdem wir 30 Minuten an Kofferausgabe warteten und keine Koffer für uns ankamen, gaben wir die Hoffnung auf und verhandelten mit der Dame vom Fundbüro, die uns mitteilte, dass unsere Koffer noch in Frankfurt wären, mit der nächsten Maschine ankommen ins Hotel gebracht würden. Hoffen wir, dass es funktioniert, bleiben wach und warten.

Passend zu unserer Stimmung regnete es in Riga und die gesamte Reisegruppe wartete schon ungeduldig im Bus auf uns. Wir schlafen heute in einem modernen Hotel „Albert“ – die Wände zieren markante Sprüche von Albert Einstein -, etwas abgelegen von der Altstadt in einen Wohngebiet, in dem es noch viele alte und wenig sanierte Häuser gibt.

Beim ersten kleinen Spaziergang stellten wir jedoch fest, dass man dazwischen jedoch sehr gepflegte Parks und schöne Fassaden finden kann.

Also: Morgen weiterlesen, sind die Koffer da, wird das Wetter besser, wie lange bleibt es nachts hell und was werden wir morgen erleben?

2. Tag: Abfahrt aus Lettland nach Littauen

Zuerst einmal die gute Nachricht, die Koffer standen nachts um eins wirklich an der Rezeption im Hotel, also konnten wir entspannt in den nächsten Urlaubstag blicken.

Nach einem guten Frühstück im Hotel fuhren wir mit unserem Bus aus Riga und weiter über schlechte Straßen nach Litauen in Richtung der Stadt Siauliai. Ein kurzer Stopp erfolgte am Berg der Kreuze. Tatsächlich stehen hier auf kleinster Fläche mehrere hunderttausend Kreuze in allen Größen, aus Holz, Metall, Stein, Wolle und allen erdenklichen Materialien, die an Verstorbene erinnern, welche sich um die nationale Eigenständigkeit Litauens verdient gemacht haben.

Weiter ging es in die Stadt Siauliai, eine Industriestadt, in der wir nur kurz hielten, um Geld in der Landeswährung, Lita, umzutauschen, was sich alles etwas schwierig gestaltete und so manches Urlauberherz am Geldautomaten – die Karten blieben stecken, es kam kein Geld heraus - zum Flattern brachte.

Wir fuhren – nachdem sich plötzlich eine schwarze Regenwolke über uns ergossen hatte - in den Nationalpark Zemaitija, um dort eine Wanderung am Piateliai-See zu unternehmen. Die Landschaft hier ist beruhigend, Felder, Wiesen, sanfte Hügel, kleine Wälder, ab und zu mal ein altes verfallenes Bauernhaus und wo hin man schaut: Störche.

Nach der langen Busfahrt waren alle begierig ein Stück zu laufen. Unser Reiseleiter, ein älterer liebenswerter Herr, traf seine Vorbereitungen. Wir waren voller Erwartung, allerdings stellte sich heraus, dass er den Weg auch nicht so genau kannte und so wanderten wir nicht allzu lange.

Da sich weiterhin dunkele Wolken über uns zusammenbrauten, wurde der Rückzug angetreten und wir fuhren in unser Hotel in Klaipeda, wo wir zwei Nächte verbringen werden. Das Abendbrot war lecker, das Hotel ist sehr gepflegt und wir freuen uns, morgen endlich das Meer zu sehen.

Und morgen: Wir wandern wirklich, schon früh soll es losgehen, ohne Bus!

3. Tag: Wandertag auf der Kurischen Nehrung

Unser Wandertag begann heute in der Frühe mit einem kleinen Stadtspaziergang durch Klaipeda, einer Stadt an der Ostseeküste, in der sich alte und neue Gebäude aneinander reihen und die durch große Hafenanlagen geprägt wird. Am Marktplatz steht ein Brunnen mit der Figur „Ännchen von Tarau“ und unsere Reisegruppe sang froh gestimmt dieses alte Liebeslied.

Mit der Fähre setzen wir auf die Landzuge „Kurische Nehrung“ über. Zunächst fuhren wir auf der Haffseite entlang und gelangten zum Hexenberg. Auf einem Wanderweg stehen 80 große Holzfiguren, die vor ca. 30 Jahren von verschiedenen Künstlern geschaffen wurden. Zu jeder Figur gibt es eine Geschichte oder ein Märchen, aber Zeit um diese alle zu hören, hatten wir natürlich nicht.

Nach einer kurzen Fahrt kamen wir in Nida, einer kleinen Hafenstadt am Haff an. Wir erklommen zunächst eine riesige Sanddüne, die von einer steinernen Sonnenuhr geziert wird. Alle wunderten um die Uhr herum, aber irgendwie ging sie zwei Stunden nach! Keiner konnte eine Erklärung hierfür finden und so begannen wir den Abstieg zum Strand. Die Wolken verzogen sich und so genossen wir den Sonnenschein.

Es folgte eine kleine Rast zur Mittagszeit und wir schlenderten zwischen liebevoll restaurierten Holzhäusern, die meist in den Farben Rot und Blau angestrichen und mit Blumen umrangt sind. Sehr hübsch anzusehen sind auch die bunten Schiffswimpel, die Auskunft über die Lebenssituation der Fischer gaben (Dorf, Straße, Familienstand, Zahl und Geschlecht der Kinder).

Der Schriftsteller Thomas Mann besaß hier ein Ferienhaus, welches heute ein kleines Museum beherbergt, dem wir einen kurzen Besuch abstatteten. Ein Blick aus dem Fenster seines Arbeitszimmers sagte uns: Von hier aus lässt es sich bestimmt gut schreiben!

Als nächstes schauten wir uns noch ein keines Bernsteinmuseum an, in dem auch unsere Souvenirjäger fündig werden konnten.

Am Ende des Tages warfen wir keinen kurzen Blick auf die Ostsee, einfach schön, langer weißer Sandstrand, hohe Dünen und duftende Buschrosen.

So, jetzt ist aber Zeit das Fußballspiel Deutschland gegen Italien zu schauen und für unsere Mannschaft zu bangen! Übertragen wird es, allerdings mit italienischem Kommentar!

4. Tag: Fahrt von Klaipeda nach Vilnius über den Galve-See

Obwohl das Fußballspiel verloren ging, war die Stimmung der Reisegruppe am Morgen entspannt und mit Sprüchen wie „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“ tröstete man sich gegenseitig. Nachdem alle Gepäckstücke wieder im Bus verstaut waren, fuhren wir mit unserem Bus entlang des Flusses Nemudas (Memelfluss) bis zu einer Burgimitation in dem Dorf Raudone. In der Burg befindet sich jetzt eine Schule, aber für ein geringes Entgelt konnten wir den Burgfried besteigen und den herrlichen Blick auf den Fluss und die unendlich grüne Landschaft genießen.

Weiter ging es bei strahlendem Sonnenschein bis zur Stadt Kaunas. Der Busfahrer machte einen kleinen Umweg und ermöglichte es uns so, einen Blick auf die Stadt zu werfen. Anschließend fuhren wir weiter „auf hübschem neuen Weg“ wie es unser Reiseführer immer nennt, also auf einer neuen Autobahn, bis zum Galves-See im Nationalpark kurz vor Vilnius.

Malerisch eingebettet in den See liegt eine große rote Backstein-Wasserburg, die man über eine Brücke erreicht. Kleine Segelschiffe kreuzen auf dem See, am Ufer gibt es Gaststätten und Souvenirstände und so tummelten sich am Freitagnachmittag Einheimische und Touristen am See.

Als kleine Stärkung hatte uns unser Reiseleiter eine hier sehr beliebte Speise bestellt, Kakabai, eine mit Fleisch gefüllte Maultasche, die den Hunger zur Mittagszeit stillte und uns neue Kräfte gab, noch einen kleinen Spaziergang am See entlang, um eine weiter kleine Burg herum und durch den alten Dorfkern mit bunten Holzhäusern zu unternehmen.

Den Abend verbringen wir in Vilnius und bummelten ein Stündchen durch die schöne Altstadt, die wir morgen weiter erkunden werden.

5. Tag: Abschied von Vilnius - Barockschloss Rundale - Sigulda

Nach einem etwas chaotischen Frühstück - bei dem kurzzeitig mal die Brötchen knapp wurden – begannen wir unseren Stadtbummel durch die Altstadt von Vilnius.

Der Legende nach träumte der Großfürst Gediminas (1316-1341), als er bei der Jagd eine Nacht in dieser Gegend verbringen musste, von einem ungewöhnlich laut heulendem Wolf. Er fragte einen Traumdeuter, der ihm riet, sich in dieser Gegend anzusiedeln, da der Wolf für Macht und Ruhm stünde.

So begann der Bau der Stadt. Auf unserem Rundgang schauten wir uns das Tor der Morgenröte an, bestaunten die Annen- und Bernhardinerkirche, die Kasimirkirche, die Stanislav-Kathedrale und beendeten unseren Rundgang in der alten Universität.

Um alle Sehenswürdigkeiten der Stadt zu bestaunen, hätten wir noch ein paar Tage hier verweilen müssen, dann wäre vielleicht auch Zeit für einen Einkaufsbummel gewesen, denn bei den vielen hübschen, gut angezogenen Mädchen und Frauen in Vilnius muss es ja auch gute Geschäfte geben.

Aber wie immer hatten wir heute viel vor und es folgte eine lange Busfahrt bis zum Barockschloss Rundale (Lettland). Ein Schloss, das in seiner Pracht dem französischen Versailles nacheifert und eine bewegte Vergangenheit hatte, mehrfach geplündert und als Lager, Lazarett und Internat zweckentfremdet wurde. Heute ist es zu großen Teilen renoviert und man kann die prunkvollen Räume geschmückt mit wertvollen Bildern, Möbeln, Stoffen und Porzellan bestaunen.

Im Schlosspark war heute ein Gartenfest, so dass Alt und Jung und sogar eine Hochzeitsgesellschaft zwischen den gepflegten Blumenrabatten (Bartnelken, Rosen, Rittersporn u. a.) spazierten. Leider war auch hier wieder die Zeit viel zu kurz, um alle Schönheiten in Ruhe zu betrachten.

Jetzt lassen wie den Sonnabend in einem modernen Hotel in Sigulda ausklingen, eine Stadt, mit deren Besichtigung wir morgen den Tag beginnen werden.

6. Tag: Abfahrt von Sigulda - Turaida - Tartu

Unseren Tag begannen wir heute mit einer kleinen Fahrt durch den Ort Sigulda, in dem es jedoch nichts Nennenswertes zu sehen gab. Dann begann unser Wanderung und forschen Schrittes liefen wir zunächst zur Schwertritterburg, einer großen gut erhaltenen Anlage, in der auch Freiluftvorstellungen stattfinden, sicherlich am Abend bei dieser Kulisse ein sehr beeindruckendes Erlebnis.

Es folgte der Abstieg von der Burg hinunter in das schöne Gauja-Tal mit üppigen Blumenwiesen bis hin zur Gutmannsgrotte. Hier teilte sich unsere Gruppe, die Einen ließen sich vom Bus abholen und zur Burg von Turaida (einst die Residenz des Bischofs von Riga) fahren, die Anderen stiegen tapfer über gefühlte tausend Holztreppen nach oben.

Als wir wieder Luft bekamen, bestaunten wir die imposante Anlage und bestiegen auf einen Wehrturm, von dem wir einen wundervollen Blick in die naturbelassene Landschaft des Gauja-Flusses hatten.

Unseren Mittagsimbiss nahmen wir in einer Gaststätte mit dem Flair einer russischen Kantine ein, aber die Soljanka schmeckte letztendlich den meisten Wanderfreunden.

Es folgte wieder eine lange Busfahrt bis hinein in unsere drittes Reiseland, Estland. Die Landschaft ist in allen drei Ländern weitgehend ähnlich, Felder, Wälder, sanfte Hügel.

Noch vor dem Abendessen erreichten wir Tartu, die zweitgrößte Stadt Estlands. Die Koffer wurden im Hotel verstaut und schon rief uns unser Reiseführer zum Stadtbummel durch die Altstadt auf. Wir liefen zum Rathausplatz, bestaunten das schiefe Haus, die alte Universität und die Johanniskirche. Dann verließen uns die Kräfte und wir freuten uns auf unser Abendessen, das allerdings lange auf sich warten ließ.

Morgen freuen wir uns auf die Wanderung im Hochmoor und hoffen, das Wetter bleibt weiterhin so schön warm und sonnig.

7. Tag: Gutshöfe Vihula & Palmse - Hochmoor Nationalpark Lahemaa

Nach dem Frühstück mussten wir heute feststellen, dass es am Himmel recht grau aussah und während unserer Busfahrt klatschte der Regen in Strömen an die Scheiben des Busses. Aber der Tag war wie immer voll verplant und so ging es durch den Regen über Baustellen, auf denen - während die Arbeiter mit den Baumaschinen arbeiteten und es eigentlich keine feste Fahrbahn mehr gab – trotzdem der Verkehr rollte.

Wir fuhren zu dem Guthof Vihula, der in eine attraktive Hotelanlage umgebaut wurde. Wir durften einen kurzen Blick in ein Hotelzimmer werfen, wahrscheinlich um Lust zu bekommen, hier mal eine längere Zeit zu verweilen.

Weiter ging es zum Gutshaus Palmse, einem der schönsten estnischen Gutsanlagen im neoklassizistischen Stil. Hier vereinen sich deutsche und russische Einflüsse und es besticht durch seine zweifarbige Fassade und einer gepflegten Gartenanlage.

Zwischenzeitlich klarte der Himmel auf, die Mücken stachen zu und wir fuhren in den Nationalpark Lahemaa. Bei einer kurzen Mittagsrast gab es die beliebte Soljanka-Suppe.

Im Park angekommen, ging es zu Fuß über schmale Holzplanken ins Hochmoor. Wir waren begeistert von der bizarren Schönheit der Landschaft, dunkele kleine Seen, satte grüne Moosflechten und seltsam gewachsene Bäume. Es fehlte allerdings der Nebel, um die Stimmung eines alten Gruselfilmes zu erzeugen.

Als kleines Extra zum Tagesplan fuhren wir dann noch zu einem Wasserfall, in dem sich schon ein paar Schwimmer tummelten.

Bei der Einfahrt in Tallinn stellten wir fest, dass die Zufahrt zum Stadtzentrum eine große Baustelle ist und kamen nur langsam voran. Das Hotel ist hell und freundlich und aus dem 7. Stock gibt es sogar einen Blick auf die Stadt. Riesige Wolkenkratzer stehen neben kleinen alten Häusern und die Altstadt erkunden wir morgen.

8. Tag: Stadtrundgang Tallinn - Pärnu - Riga

Wie jeden Tag packten wir auch an diesem Morgen unsere Koffer, verstauten sie im Bus und fuhren zunächst in einen Stadtteil von Tallinn, ins Mariental. Hier ließ Peter der Große ein Barockschloss erbauen, dieses erstrahlt in den Farben Rosa, Weiß und Grün und wird von einem gepflegten Garten umrahmt.

Von dort fuhren wir durch das olympische Dorf, welches zu den Olympischen Sommerspielen 1980 (hier fanden die Segelregatten statt) gebaut wurde und direkt an der Ostsee liegt. Wir hatten einen schönen Blick auf das Meer, den Hafen und die Altstadt.

Zu Fuß ging es vom Domberg aus zur Alexander-Newskij-Kathedrale, hinunter in die Unterstadt zum Rathausplatz, durch enge Gassen, vorbei an weiteren Kirchen, unzähligen Gaststätten bis hin zur Lehmpforte, dem „Eingang“ zur Altstadt.

Wir bestaunten die schönen gepflegten Häuser und die Fotoapparate kamen nicht zum Stillstand. Natürlich gibt es in der Altstadt auch unzählige Andenken zu erhaschen, Stricksachen, Figuren, Bernstein, Bücher, Postkarten, alles was das Herz der Souvenirsammler begehrt.

Etwas traurig verließen wir die schöne Stadt Tallinn - in der es zur Zeit fast die ganze Nacht taghell ist - denn in der kurzen Zeit konnten wir wieder nicht alle Sehenswürdigkeiten erkunden und fuhren weiter nach Pärnu, einer kleinen Stadt am Ostseestrand, die nur in den Sommermonaten zum Leben erwacht, wenn Einheimische und Touristen hier ihre Ferien verbringen. Inzwischen waren Wolken aufgezogen, es nieselte und so fiel unser Strandspaziergang am leeren Ostseestrand kurz aus.

Weiter ging es zurück nach Lettland. Als wir dann zur Abendbrotzeit im Hotel „Albert“ ankamen, welches wir auch am ersten Tag bewohnten, fühlten wir uns wie zu Hause und genossen das köstliche Abendessen in angenehmer Atmosphäre.

9. Tag: Stadtrundgang Riga - Strandwanderung Riga-Strand

Heute begann der letzte Tag unserer Rundreise. Auf dem Plan stand eine Stadtbesichtigung der Altstadt von Riga, die wir – gestärkt durch ein gutes Frühstück – zu Fuß mit der Besichtigung einiger restaurierter Jugendstilhäuser begannen. Wir durften sogar einen Blick in ein liebevoll saniertes Treppenhaus werfen und waren beeindruckt.

Natürlich sind derzeit noch nicht alle diese Häuser saniert und so reiht sich neu an alt. Weiter ging es zur Domkirche, dem Schwedentor, dem Pulverturm und durch viele Gassen und Straßen in denen wir einfach die Vielfalt der Architektur verschiedener Baustile und Epochen auf uns wirken ließen.

Nach einer kurzen Mittagspause in einem gemütlichen Altstadtrestaurant, an Gaststätten und Cafes mangelt es in der Stadt nicht – holte und unser Bus ab und wir fuhren zum Riga-Stand, einem riesigen Erholungsgebiet an der Ostseeküste vor den Toren Rigas.

Nachdem wir am Morgen schon so viele Eindrücke aufgenommen hatten, war der Spaziergang am langen weißen Sandstrand eine Entspannung. Hinter dem Stand, in einem großen Waldgebiet, entstehen unzählige neue Ferienobjekte, dazwischen stehen kleine uralte Holzhäuser, es gibt Villen, in die Millionen investiert wurden und Ruinen aus der sowjetischen Zeit. Man kann davon ausgehen, dass hier in wenigen Jahren ein wahres Urlaubsparadies entstehen wird.

Den Abend lassen wir in unserem Hotel ausklingen, morgen bleibt uns noch der Vormittag für einen keinen Marktbummel und dann heißt es Koffer packen.

10. Tag: Heimfahrt Riga - Dresden

Den letzten Vormittag in Riga verbrachten wir auf dem Markt. Wir spazierten nochmals durch die Stadt und kamen an den Markthallen an. Diese Hallen wurden einst von Deutschen errichtet, um darin im ersten Weltkrieg Zeppeline erbauen zu lassen.

Bereits seit 1930 dienen sie als Markthallen, es wird alles verkauft, Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Blumen, Milchprodukte, Backwerk und an den Ständen vor den Hallen gibt es noch Bekleidung, Schuhe und tausend Dinge des täglichen Bedarfs.

Wir waren, traurig, dass wir nicht unseren Wochenendeinkauf, vor allem an Obst und Gemüse (die Erdbeeren und Kirschen lockten besonders zum Kauf) erledigen konnten.

Zurück am Hotel wartete schon unser Bus auf uns und wir fuhren zum Flughafen. Hier brach zunächst Panik aus, denn es galt die Bordkarte selbst zu lösen, was sich aufgrund längerer Ausführungen auf dem Display in englischer Sprache doch für alle schwierig gestaltete und selbst den helfenden Flughafenmitarbeiterinnen schon der Schweiß auf die Stirn trat.

Aber es gelang uns dennoch, die Bordkarten auszudrucken und unser Lufthansaflieger brachte uns sicher nach Frankfurt. Diesmal war auch unser Gepäck dabei und jetzt sitzen wir im Zug und fahren heim.

In den 10 Tagen haben wir so viel erlebt und gesehen, dass es gut war, täglich einen kleinen Bericht zu schreiben, so kann man die Tage zu hause nochmals in Ruhe nachvollziehen und die Fotos zuordnen.

Unser lettischer Reiseleiter hat sich sehr bemüht, uns alles Interessante und Wissenswerte zu vermitteln und konnte uns natürlich sehr vieles aus seiner Erfahrung in seinem langen Leben berichten. Besonders zum Lachen brachte uns sein feiner Humor, der auf den langen Busfahrten oft für gute Stimmung in der Gruppe sorgte.

Alles in allem kann man sagen, dass es eine gelungene Reise war, bei der aber leider der Erholungseffekt etwas zu kurz kam, aber dafür haben wir viel erlebt!

Ihr Reiseverlauf

Bei dieser Reise durch das Baltikum können Sie einen Aktivurlaub mit kulturellen Höhepunkten verbinden. Bei zahlreichen geführten Wanderungen erleben Sie herrliche Naturlandschaften aus nächster Nähe. Mit Städten wie Riga, Vilnius, Klaipeda und Tallinn warten auch zahlreiche interessante Sehenswürdigkeiten auf Sie.

1. Tag - Anreise.
Flug nach Riga, Empfang durch Ihre deutschsprachige Reiseleitung und Transfer zum Hotel.

2. Tag - Riga - Siauliai - Nationalpark Zemaitija - Klaipeda
(ca. 340 km).

Nach dem Frühstück fahren Sie zunächst nach Siauliai, wo Sie den Berg der Kreuze besichtigen. Weiterfahrt in den Nationalpark, wo Sie eine ca. 2-stündige Wanderung am Plateliai-See unternehmen. Die durch zahlreiche Seen und Hügeln geprägte Landschaft wird Sie begeistern. Das heutige Tagesziel ist Klaipeda, wo auch das Abendessen und die Übernachtung erfolgen.

3. Tag - Klaipeda - Nida - Klaipeda (ca. 120 km).
Am Morgen einstündige Stadtführung in Klaipeda, bevor Sie an einem Ganztagesausflug auf die Kurische Nehrung teilnehmen. Dort angekommen besuchen Sie Juodkrante auf dem Hexenberg und gelangen schließlich nach Nida. Dort besichtigen Sie das Thomas-Mann-Haus und machen eine Wanderung durch die wunderschönen Sanddünen (ca. 2.5 Stunden). Rückfahrt nach Klaipeda. Abendessen und Übernachtung.

4. Tag - Klaipeda - Trakai - Vilnius (ca. 350 km).
Fahrt entlang des Flusses Nemudas über Kaunas zur Panemune Burg, wo Sie einen Spaziergang im Park machen. Weiterfahrt nach Trakai, wo Sie die Wasserburg von außen besichtigen. Anschließend ca. 2-stündige Wanderung im Gebiet des Galve-Sees. Abendessen und Übernachtung in Vilnius.

5. Tag - Vilnius - Rundale - Sigulda (ca. 350 km).
Am Vormittag lernen Sie eine weitere Hauptstadt des Baltikums während eines 3-stündigen Stadtrundgangs kennen. In Vilnius besichtigen Sie die Stanislav-Kathdedrale, die Anna und Bernardiener-Kirche, die alte Universität, das Judenviertel und das Tor der Morgenröte. Weiterfahrt nach Bauska, wo Sie das Barockschloss Rundale besuchen und einen Spaziergang im Palastgarten unternehmen. Fahrt nach Sigulda, wo das Abendessen und die Übernachtung stattfinden.

6. Tag - Sigulda - Cesis - Tartu (ca. 210 km).
Am Morgen kurze Stadtrundfahrt in Sigulda mit Besichtigung der Burgruinen von Sigulda. Von der Burg aus wandern Sie über die Brücke bis zur Gutmannsgrotte und weiter nach Turaida (ca. 2 Stunden). Anschließend Besichtigung der Bischofsburg in Turaida. Weiterfahrt über Cesis nach Tartu. Am Abend Rundgang durch die Altstadt von Tartu mit Besichtigung des Hauptgebäudes der Universität und des Domberges. Abendessen und Übernachtung in Tartu.

7. Tag - Tartu - Nationalpark Lahemaa - Tallinn (ca. 185 km).
Nach dem Frühstück Fahrt über Rakvere in den Nationalpark Lahemaa. Der Park ist der größte Estlands und besticht durch eine Flora und Fauna aus dichten Wäldern, Hochmooren, Elchen, Wildschweinen und über 220 Vogelarten. Sie nehmen an einer Rundfahrt teil und besichtigen das Herrenhaus Palmse und Vihula. Danach folgt eine ca. 2.5-stündige Hochmoorwanderung in Viru Raba. Weiterfahrt nach Tallinn. Abendessen und Übernachtung.

8. Tag - Tallinn - Pärnu - Riga (ca. 300 km)
Sie machen zunächst einen Altstadtrundgang in Tallinn und besichtigen den Domberg mit der Domkirche und die Unterstadt mit dem Rathausplatz, bevor Sie zum Stadtteil Kadriorg fahren. Dort angekommen besuchen Sie das Barockschloss (Besichtigung von außen) und nehmen an einem Spaziergang durch den Schlosspark teil. Weiterfahrt nach Pärnu, Altstadtrundgang und Strandspaziergang. Dann erreichen Sie Riga, wo das Abendessen und die Übernachtung erfolgen.

9. Tag - Riga.
Am Morgen 3-stündiger Stadtrundgang in Riga, bei dem Sie das Riga-Schloss, die Domkirche, das Schwedentor, den Pulverturm, die große und kleine Gilde sowie die Jugendstilstraßen in der Neustadt besichtigen. Am Nachmittag Ausflug nach Jurmala, wo Sie eine kurze Stadtbesichtigung machen. Anschließend Strandwanderung von Pumpuri zum Hauptort Majori (ca. 3 Stunden). Rückfahrt nach Riga. Abendessen und Übernachtung.

10. Tag - Abreise.
Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.