9. Tag
Die Reis- und Erdnussernte war in vollem Gange, als wir Richtung Hafen von Cua Dai radelten. Während in Nordvietnam der Reis noch grün auf den Feldern leuchtete, lag er hier gelb auf Wegen und auch auf Straßen zum Trocknen ausgebreitet. Wir sahen den Bauern bei ihrer Erntearbeit zu und konnten auch frisch geerntete Erdnüsse (botanisch Hülsenfrüchte) probieren, die geschmacklich eher an grüne Erbsen als an Nüsse erinnerten und so gar nichts mit den bei uns im Handel erhältlichen Produkten zu tun hatten.
Am Hafen stiegen wir auf ein Motorboot um, und weiter ging es ein Stück den Thu Bon Fluss hinauf. Hier konnten wir unter Anleitung das Auswerfen und Einholen von Fischernetzen ausprobieren und erfahren, wie anstrengend diese Arbeit doch ist. Mit gepaddelten runden Korbbooten glitten wir anschließend sanft durch Kokospalmenwälder die mangrovenartig aus dem Wasser ragten. Die schattige, dschungelartige Umgebung, hier und dort erhellt von diffusem Licht, schaffte eine stimmungsvolle Atmosphäre. Im am Fluss gelegenen Gartenpavillion einer einheimischen Familie nahmen wir gemeinsam unser Mittagessen ein. Dann hieß es Abschied nehmen von diesem kleinen Naturparadies, um durch die Gassen der Altstadt von Hoi An zu schlendern. Die Altstadt von Hoi An ist wesentlich ruhiger als die von Hanoi oder gar die von Saigon- doch dazu später.
Viele Häuser sind noch aus Holz gebaut, wie auch das alte Tan Ky Handelshaus, das wir uns anschauten. Natürlich besichtigten wir auch das Wahrzeichen der Stadt, die von japanischen Kaufleuten 1763 errichtete japanische Brücke, sowie einen Tempel. Doch dieser erlebnisreiche Tag sollte hiermit noch nicht enden. Er wurde bereichert durch den Besuch eines großen professionellen Kräutergartens am Rande der Stadt. Unser Guide konnte viele Pflanzen und ihre Wirkung erklären. Zur Entspannung gab es für jeden noch eine 15-minütige Fußmassage und einen Reispfannkuchen, den wir zuvor unter Anleitung selbst zubereitet hatten.