April - Mai 2026

Reisebericht: Vietnam - Aktive und authentische Erlebnisreise durch Vietnam

Erleben Sie Vietnam mit unserer Chronistin Anita in all seinen Facetten: Von pulsierenden Städten über grüne Reisterrassen bis zur Übernachtung auf einer traditionellen Dschunke in der Halong-Bucht. In einer kleinen Gruppe entdeckt sie die Kultur, Natur und Kulinarik authentisch und aktiv, inklusive Kochkurs, Rikscha- und Motorradtour sowie unvergesslichen Begegnungen.

Chronistin Anita unterwegs in Vietnam
Mein Tipp

Vietnam - Zu Gast im Land des aufgehenden Drachens

Anita, Berge & Meer Chronistin

Guten Tag,

mein Name ist Anita. Gemeinsam mit meinem Mann unternehme ich gerne Fernreisen. Dabei interessieren wir uns für Natur- und Kultursehenswürdigkeiten fremder Länder. Bei unseren Reisen geht es uns weniger um Entspannung sondern mehr darum Eindrücke und Erlebnisse zu sammeln.

 In dieser Hinsicht entsprach die Erlebnisreise nach Vietnam genau unseren Erwartungen. Mit vielen neuen Eindrücken bin ich zurückgekehrt und möchte Ihnen jetzt gerne davon erzählen.

Herzliche Grüße
Anita

1. Tag

Anreise nach Hanoi

Unsere kleine Gruppe (8 Personen) fand nach dem langen Flug schnell ihren Guide. Zur Gepäckabgabe fuhren wir kurz ins Hotel, um anschließend sofort zur ersten Erkundung von Hanoi aufzubrechen. Mit der Fahrradrikscha ging es durch die Altstadt. Zum Glück waren wir Passagiere, denn das quirlige Treiben hätte uns überfordert. So konnten wir entspannt und gelassen den Anblick der Altstadtgassen mit ihren Cafes und Handwerksbetrieben genießen.

Unser nächstes Ziel war der Hoan Kiem-See. Unser Guide erzählte uns die Legende zum Schwertsee und wir besichtigten den angrenzenden, beeindruckenden Ngoc Son Tempel. Auf dem kunstvoll gearbeiteten Altar befanden sich dekorativ arrangiert Früchte, Getränke und weitere Lebensmittelspenden für die Götter. Nach einer kurzen Einführung in die Glaubensvorstellungen des Buddhismus nahmen wir noch an einer Weihrauchzeremonie teil. Zurück in der Altstadt gab es einen leckeren Kokoskaffee. Danach fuhren wir zum Hotel und bezogen unsere Zimmer. Die freie Zeit am Abend nutzte ich, um gemeinsam mit meinem Mann durch die nahegelegene Eisenbahnstraße zu bummeln.

2. Tag

Unser Tag in Hanoi

Der Vormittag stand zur freien Verfügung. Wir nahmen uns vor, das Röhrenhaus in der Ma May Str. anzusehen. Die Einrichtung des Hauses veranschaulichte die traditionelle Lebensweise der Familie. Herausragend schön war das mit Perlmuttintarsien verzierte Bett in der 1. Etage, was respektvoll der älteren Generation vorbehalten war. Einige Damen vom Touristbüro beantworteten bereitwillig unsere Fragen. Zurück zum Hotel gingen wir natürlich über die Eisenbahnstraße und es ergab sich wieder die Gelegenheit einen durchfahrenden Zug zu beobachten. Nachmittags besuchten wir das repräsentative Ho-Chi-Minh-Mausoleum, das wir allerdings nur von außen gesehen haben. Viel interessanter war der botanische Garten hinter dem Mausoleum, sowie das Ho-Chi-Minh-Haus, welches Einblicke in die relativ bescheidene Lebensführung von Ho-Chi-Minh ermöglichte.

Der Tempel der Einsäulenpagode war in seiner Ausstattung umwerfend und der Literaturtempel mit seinen Toren, aus dem die erste Universität Vietnams hervorging, beeindruckte und wurde von unserem Guide ausführlich erklärt. Ganz besondere Erwähnung verdient der sehr liebevoll moderierte Kochkurs am Abend in einem Gartenpavillion eines privaten Hauses. Wir traten unter Anleitung unserer Kochlehrerin in 2 Gruppen gegeneinander an. Es wurden Reisröllchen und Fisch gebraten und aus Gemüse Dekorationen hergestellt. Am Ende gab es natürlich 2 Sieger, ein nettes gemeinsames Abendessen und als Andenken eine kleine Überraschung.

3. Tag

Fahrt ins Mai Chau Tal

Wir verließen Hanoi und erreichten wenig später das alte Dorf Duong Lam. Auf einer kurzen Fahrradtour besichtigten wir das Dorf und seine ländliche Umgebung, um anschließend im netten Ambiente eines traditionellen Dorfhauses zu Mittag zu essen. Danach brachen wir auf, fuhren mit unserem Bus durch Gebirgs- und Hügellandschaften zum Stelzenhaus in Phom Long. In einer Lodge mit phantastischem Blick auf Berge und Reisfelder verbrachten wir den Abend, der nach dem gemeinsamen Essen mit einer unterhaltsamen Tanzshow, die auch das Publikum einbezog und allen Spaß bereitete, endete. Die Übernachtung auf einem traditionellen Schlafboden, auf Matratzen, unter Moskitonetzen war ein Erlebnis - allerdings auch mit einigen Komforteinbußen verbunden. Um schwere Koffer nicht die steile Treppe hinauftragen zu müssen, sondern im Bus lassen zu können, hatten wir uns zuvor kleines Handgepäck mit dem Nötigsten zusammengestellt.

4. Tag

Wanderung im Mai-Chau Tal

Der Morgen tauchte die Landschaft, die wir während unseres Frühstücks von unserer Lodge aus genießen konnten, in ein wundervolles Licht. Wir verließen das Stelzenhaus, fuhren tiefer ins Mai-Chau Tal, um dort eine Wanderung zu unternehmen. Statt der vorgesehenen 2 x 8 km verkürzten wir unsere Tour auf 4 km. Bei bereits 31°C im Schatten, der aber kaum vorhanden war, entsprach das dem Wunsch aller Beteiligten. Trotzdem konnten tolle Landschaftseindrücke gewonnen werden und auch hier gab uns unser Guide wieder ausführliche Informationen zur Natur und Kultur Vietnams. In dem Haus einer thai-ethnischen Familie, nahe am Fluß gelegen, war für uns das Mittagessen arrangiert. Danach erreichten wir auf kurzem Weg unseren Bus, der uns zum nächsten Hotel, dem Mountain View im Mai-Chau Tal brachte. Hier war das Tal sehr eng und das Hotel von nicht sehr hohen, aber sehr steilen Bergen umgeben. Wir genossen den Komfort im Hotel, zumal das Wetter sich verschlechterte und der Tag mit einem schweren Gewitter und kurzem Stromausfall endete.

5. Tag

Die Kaarstlandschaft Ninh Binh

Einige Stunden dauerte die Fahrt nach Ninh Binh. Die ländliche Umgebung, geprägt von Reis-, Mais-, Ananasfeldern und Bananenplantagen, zog an uns vorüber. Unser Guide verstand es, uns mit Informationen über das Schulsystem, die Krankenversicherung und andere gesellschaftliche Themen zu unterhalten. Nach einem Mittagsimbiss in einem kleinen Restaurant begaben wir uns zum Ausgangspunkt unserer Bootstour. Leuchtend grüne Reisfelder und steile Felsformationen erwarteten uns in Ninh Binh. Auf flachen Booten wurden wir durch eine zauberhafte Landschaft gerudert.

Nach dem Besuch der Mua-Höhle hatten wir noch Gelegenheit, die Ninh Binh Kaarstlandschaft vom Aussichtspunkt über der Mua-Höhle zu genießen. Der Aufstieg auf den Felsen über teilweise recht hohe Treppenstufen dauerte etwa 15 Minuten, aber hatte sich gelohnt, denn der Ausblick war überwältigend. Unten wieder angekommen rundete ein kleiner Spaziergang über Holzbohlen durch die mit Lotusblüten überzogenen Seen unsere Eindrücke ab. Viele Bilder der schönen Natur Vietnams werden in meiner Erinnerung zurückbleiben. Es war ein ganz außergewöhnlicher Tag, der im 5-Sterne-Legend Hotel mit Poollandschaft seinen Abschluss fand. 

6. Tag

In der Halongbucht

Wer kennt sie nicht, die Bilder von der Halong Bucht und wer wünscht sich nicht einmal dort gewesen zu sein? Unsere Busfahrt vom Legend Hotel dauerte insgesamt etwa 4 Stunden. In einer Pause besuchten wir eine Perlenzuchtfarm. Hier konnten wir zuschauen, wie Austern mit Permuttmaterial „geimpft“ werden. Etwa 2/3 dieser Austern entwickeln danach eine Perle. Nach einer kurzen Weiterfahrt standen wir nun am Hafenkai der Bucht. Unser Guide verabschiedete sich bis zum nächsten Vormittag von uns und Übergab uns dem Bootspersonal. Kleine Boote brachten uns zu unserem Übernachtungsschiff der „Golden Cruise“.

 Während wir es uns beim Mittagsbuffet gut gehen ließen, zogen schöne Bilder dieser einzigartigen Wasserlandschaft an uns vorüber. Mehr als 2000 Kalksteininseln befinden sich in der Halong Bucht. Wir bezogen unsere gut ausgestatteten Kabinen. Inzwischen waren wir tiefer in die Bucht gelangt, vom Hafen war nichts mehr zu sehen. Die Golden Cuise ankerte und wir unternahmen nachmittags mit einem kleinen Boot einen Abstecher durch einen Felsdurchbruch zu einer Lagune in der Bucht. Später besichtigten wir noch eine nahegelegene Höhle. Nach dem Abendessen beendeten wir den Tag stimmungsvoll auf dem Balkon unserer Kabine - es war himmlisch.

7. Tag

Von der Halong Bucht nach Hue

Wir starteten den Tag recht früh, mit Tai Chi auf dem Oberdeck. Nach einem kleinen Früstück machten wir von der Golden Cruise aus einen Ausflug zum Inselfelsen Ti Top Island mit Aussichtspavillion. Wer den 91 Meter hohen Aufstieg zu beschwerlich fand, hatte die Möglichkeit am Strand der Ausflugsinsel zu relaxen oder zu baden. Ich ließ es mir allerdings nicht entgehen, vom Aussichtspavillion diese Felsen-Wasserlandschaft zu genießen.

Zurück auf der Golden Cruise checkten wir aus, stärkten uns bei einem Brunch, während uns das Schiff zurück zum Hafen brachte. Dort empfing uns wie verabredet unser Reiseleiter. Auf dem Programm stand nun noch der Besuch des historischen Wasserpuppentheaters. Es wurde eine Aufführung mit viel Liebe inszeniert. Hierbei ging es jedoch nicht um die Aufführung eines Theaterstücks mit verschiedenen Handlungssträngen, sondern lediglich um die Darstellung einzelner Alltagsszenen.

Nach der Fahrt zum Flughafen Hanoi verabschiedeten wir uns von unserem ersten Guide, der uns ausgezeichnet betreut und uns viele interessante Informationen zu Vietnam gegeben hatte. Etwa 1 Stunde dauerte der Flug. Am späten Abend wurden wir von unserem 2. Reiseleiter am Flughafen empfangen und zu unserem Hotel in Hue gebracht.

8. Tag:

Die Kaiserstadt Hue und der Hai-Van-Pass

Das Frühstück war in jeder Hinsicht ein Genuss über den Dächern von Hue auf der Terrasse in der 9. Etage des Mondial-Hotels. Nach dem Auschecken luden wir unser Gepäck wie immer in den Bus, aber wir nahmen diesmal als Sozius auf Motorrädern Platz. Der 1. Stop galt der Besichtigung der Zitadelle, einer der verbotenen Stadt in Peking nachempfundenen kaiserlichen Palastanlage aus dem 19. Jahrhundert, von Befestigungsmauern umgeben. Während des Vietnamkrieges wurden viele Gebäude zerstört, jedoch in den letzten Jahren wieder aufgebaut und hervorragend restauriert.

Besonders beeindruckten die reich verzierten Gebäude im Inneren der Anlage, in denen sich die kaiserlichen Gemächer befanden. Aber auch das Tu-Duc Mausoleum, Grabmal des Kaisers, welches sich in einer Gartenanlage befand war imposant. Die Fahrt über den Hai-Van Pass mit seinen militärischen Befestigungen füllte den Nachmittag aus. Hier, in Hoi An befand sich unser Hotel für die nächsten beiden Übernachtungen. Der Abend in Hoi An bot noch Gelegenheit zu einem Spaziergang durch die nagegelegene Altstadt und entlang der Flusspromenade, wobei wir erste Eindrücke sammelten und den Anblick der mit Laternen geschmückten Straßen und Boote genossen.

9. Tag

Vom Fischen und Ernten und romantischen Altstadtgassen in Hoi An

Die Reis- und Erdnussernte war in vollem Gange, als wir Richtung Hafen von Cua Dai radelten. Während in Nordvietnam der Reis noch grün auf den Feldern leuchtete, lag er hier gelb auf Wegen und auch auf Straßen zum Trocknen ausgebreitet. Wir sahen den Bauern bei ihrer Erntearbeit zu und konnten auch frisch geerntete Erdnüsse (botanisch Hülsenfrüchte) probieren, die geschmacklich eher an grüne Erbsen als an Nüsse erinnerten und so gar nichts mit den bei uns im Handel erhältlichen Produkten zu tun hatten.

Am Hafen stiegen wir auf ein Motorboot um, und weiter ging es ein Stück den Thu Bon Fluss hinauf. Hier konnten wir unter Anleitung das Auswerfen und Einholen von Fischernetzen ausprobieren und erfahren, wie anstrengend diese Arbeit doch ist. Mit gepaddelten runden Korbbooten glitten wir anschließend sanft durch Kokospalmenwälder die mangrovenartig aus dem Wasser ragten. Die schattige, dschungelartige Umgebung, hier und dort erhellt von diffusem Licht, schaffte eine stimmungsvolle Atmosphäre. Im am Fluss gelegenen Gartenpavillion einer einheimischen Familie nahmen wir gemeinsam unser Mittagessen ein. Dann hieß es Abschied nehmen von diesem kleinen Naturparadies, um durch die Gassen der Altstadt von Hoi An zu schlendern. Die Altstadt von Hoi An ist wesentlich ruhiger als die von Hanoi oder gar die von Saigon- doch dazu später.

Viele Häuser sind noch aus Holz gebaut, wie auch das alte Tan Ky Handelshaus, das wir uns anschauten. Natürlich besichtigten wir auch das Wahrzeichen der Stadt, die von japanischen Kaufleuten 1763 errichtete japanische Brücke, sowie einen Tempel. Doch dieser erlebnisreiche Tag sollte hiermit noch nicht enden. Er wurde bereichert durch den Besuch eines großen professionellen Kräutergartens am Rande der Stadt. Unser Guide konnte viele Pflanzen und ihre Wirkung erklären. Zur Entspannung gab es für jeden noch eine 15-minütige Fußmassage und einen Reispfannkuchen, den wir zuvor unter Anleitung selbst zubereitet hatten.

10. Tag

Das lebhafte Saigon

Für heute stand wieder ein Standortwechsel an. Der 1-stündige Flug brachte uns morgens nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Am Fluhafen empfing uns unser neuer Guide. Auch er sprach wieder hervorragend deutsch, da er 10 Jahre in Hamburg gelebt hatte. Er erklärte uns, dass man mit Saigon das Zentrum von Ho-Chi-Minh-Stadt bezeichnet. Zunächst schauten wir uns zu Fuß einige bedeutende Gebäude aus der französischen Kolonialzeit in Saigon an, wie die alte Post mit ihren historischen Telefonzellen, das Opernhaus und die Notre Dame Kirche, die leider eingerüstet und daher von innen nicht zu besichtigen war. Das Hotel, von dem aus die letzten amerikanischen Soldaten am Ende des Vietnamkrieges ausgeflogen wurden, war ebenfalls zu sehen.

Wir bekamen von unserem Guide auch eine kleine praktische Einweisung zum Überqueren von Straßen, was in Saigon eine Herausforderung ist. Nach einer (Kokos)-kaffeepause am Kai stiegen wir auf den Wasserbus um, und bewunderten bei gemütlicher Fahrt die Skyline der Stadt. Nachmittags bezogen wir unsere Hotelzimmer und ich nahm mir noch die Zeit, gemeinsam mit meinem Mann, den nahegelegenen Ben Than Markt zu besuchen. Hierbei erwies sich die Anleitung zur Straßenüberquerung als nützlich, denn die Invasion von Motorrollern, vor allem im Berufsverkehr, ist unüberschaubar.

11. Tag

Im Mekong Delta

Die nächste Nacht sollte in einem Ressort auf der Insel An Binh im Mekong Delta stattfinden. Gestärkt durch ein gutes Frühstück im Acnos Hotel fuhren wir mit unserem Bus und kleinem Gepäck (nicht benötigte Koffer wurden im Hotel deponiert) ca. 2.5 Std. zum Hafen von Cai Be. Dort stiegen wir auf ein Motorboot um, das uns zunächst zur Insel Tan Phong brachte. Ein kleiner Imbiss mit leckeren, frischen Früchten empfing uns, bevor wir mit dem Fahrrad zur kurzen Inseltour aufbrachen, die unter anderem zu einer Wasserhyazinthen-Farm führte.

Tiefer ins Mekong Delta hinein, an kleinen Dörfern vorbei, führte uns unsere Bootsfahrt, bis wir auf An Binh unser Übernachtungsressort erreichten. Dieses ländliche Anwesen überraschte mit schmuckvollen Möbeln in den Gemeinschaftsräumen und seiner prachtvollen Gartengestaltung. Wir bezogen unsere gut ausgestatteten Zimmer. Bis zum gemeinsamen Kochen mit anschließendem Abendessen hatten wir noch etwas Zeit zur Entspannung. Zur Abendunterhaltung gab es dann eine kleine, musikalische, folkloreartige Vorführung, bei der auch typische vietnamesische Musikinstrumente ausprobiert werden konnten.

12. Tag

Von Schlangen, schwerer Handwerksarbeit und Saigon

Bevor wir mit Motorboot und Bus wieder die Rückreise ins Acnos Hotel antraten, besuchten wir eine kleine Werkstatt, in der Puffreis, Kokosbonbons und der legendäre Schlangenschnaps hergestellt wurden. Alle Produkte konnten probiert werden. Auf die Schlangenschnapsprobe habe ich jedoch verzichtet, obwohl einige aus unserer Gruppe mir versicherten, dass er sehr gut sei. Für mich war es vielmehr ein Höhepunkt eine lebendige etwa 5 kg schwere Boa auf den Schultern zu tragen, ihre Haut und starken Muskeln zu fühlen, und sie so nah wie nie zuvor betrachten zu dürfen.

Danach besichtigten wir eine traditionelle Töperei mit ihren riesigen gemauerten Brennöfen. Den Herstellungsprozess von Töpfen und Gefäßen, verschiedener Größen, der in anstrengender Handarbeit erfolgt, konnten wir beobachten. Der hierzu benötigte Tonschlamm wird aus dem Mekong Delta gewonnen. Die Tonmatten zum Auskleiden der Formen wogen ca. 20 kg. Für den Brennvorgang bedarf es viel Erfahrung und ständiger Kontrolle. Im Acnos Hotel checkten wir am frühen Nachmittag erneut ein. Ich nutzte den Rest des Tages zum Besuch der Chua Ngoc Hoang Pagode, eine der bedeutendsten in Saigon, die durch ihre auffallend großen aus dunklem Holz gefertigten Figuren aus dem Rahmen fällt. 

13. Tag

Saigon - der Vietnamkrieg

Für heute stand die Heimreise an. Der Transfer zum Flughafen war für 15.00 Uhr vorgesehen. Da wir unsere Koffer nach dem Auschecken bis zur Abreise im Hotel deponieren konnten, blieb vormittags noch Zeit zur freien Verfügung. Ich nutzte sie, um mir das nahegelegene Kriegsreste-Museum anzusehen, und viel über den Vietnamkrieg zu erfahren. Sehr anschaulich und in englischer Sprache dokumentiert wuden die Gräueltaten dieses etwa 20 Jahre dauernden Krieges dargestellt - Bilder, die man nicht so schnell vergisst. Aber auch dieses Thema gehört zu einer Vietnamreise.

Nützliche Infos für Vietnamreisende

Bei dieser Reise gab es sehr viele Programmpunkte, die hervorragend aufeinander abgestimmt waren. Wir hatten während der Reise 3 verschiedene Guides, die alle sehr kompetent waren, unsere Fragen beantworteten und uns vor allem während der Busfahrten mit vielen Informationen z. B. zum gesellschaftlichen Leben, zur Geschichte und zur Natur Vietnams versorgten. Sie gingen auch auf persönliche Belange unserer Gruppe ein. Bei mir waren es vegetarische Mahlzeiten, die sie für mich überall sehr gut organisierten.

Geld wechseln konnte man an verschiedenen Standorten. Die Kurse waren nicht sehr unterschiedlich. Die Belästigung durch Mücken war im April/Mai noch nicht sehr hoch - wir hatten jedoch für Tropen geeignete Mittel dabei. Guter Sonnenschutz ist erforderlich. Die Tageshöchsttemperaturen lagen in Saigon im Mai bereits bei 35°C. Die Hotels waren alle mit Klimaanlagen (auch auf den Zimmern) augestattet. Im Resort auf An Binh und im Stelzenhaus im Mai Chau Tal gab es außerdem Moskitonetze über den Betten. Das Leitungswasser in Vietnam ist nicht als Trinkwasser geeignet und sollte auch nicht zum Zähneputzen genutzt werden. In den Hotels gab es immer pro Peron kostenfrei eine Flasche Mineralwasser.

Außerdem gab es auf jedem Zimmer einen Wasserkocher, um sicheres Trinkwasser oder einen Tee bzw. Kaffee zubereiten zu können. Zusätzlich gab es auch im Bus kostenlos Mineralwasser, welches man sich in zuvor ausgegebenen Trinkflaschen abfüllen konnte. Bei dieser Reise (10 verschiedene Unterkünfte bei 12 Übernachtungen) lebt man aus dem Koffer. Um für das Stelzenhaus und Resort An Binh zweckmäßig umpacken zu können, empfiehlt es sich nicht nur ein großes, sondern ein großes und ein kleineres Gepäckstück mitzuführen. Die angemessene Höhe der Trinkgelder konnte man beim Guide erfahren, denn Trinkgelder werden in Vietnam erwartet. Alle Eintrittsgelder waren im Reisepreis inkludiert. Die Guides sprachen alle sehr gut deutsch, sonst konnte man sich in Hotels, Restaurants und Museen auf Englisch verständigen.

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