Azoren - Geheimtipp mitten im Atlantik

Das Archipel der Azoren befindet sich mitten im Atlantik, nur fünf Flugstunden von Deutschland entfernt und besteht aus 9 ganz unterschiedlichen Inseln. Die eindrucksvolle Mischung aus bezaubernden Landschaften, liebenswerten Menschen, jahrhundertealte Traditionen und mit einem ausgeglichenen Leben im Einklang mit der Natur begeistert jeden Besucher.

Praktische Reisetipps finden Sie hier!

Impressionen Azoren

Bekannt sind sie in erster Linie durch den Wetterbericht, denn das Azoren-Hoch verheißt meist schönes Wetter. Die zu Portugal gehörenden immergrünen Inseln mitten im Atlantik sind nach wie vor ein kleiner Geheimtipp!  Reise-Video Azoren

Steckbrief

Fläche
2.333 km²

Einwohnerzahl
246.353 (Stand: 2014)

Bevölkerungsdichte
104 Einwohner pro km²

Amtssprache
Portugiesische Sprache

Staatsform
semipräsidentielle Demokratie

Hauptstadt
São Miguel - Ponta Delgada
Faial - Horta
Terceira - >Angra do Heroismo

Geografie
Die Inselgruppen der Azoren befindet sich im Nordatlantik zwischen dem 36. und dem 39. nördlichen Breitengrad und dem 25. und dem 31. westlichen Längengrad. Sie gilt als eine autonome Region Portugals. Das Archipel liegt auf der Plattengrenze zwischen der Afrikanischen Platte und Europäischen Platte und sind Teil des Mittelatlantischen Rückens. Geologisch gehören die westlichen Inseln Flores und Corvo bereits zur Nordamerikanischen Kontinentalplatte.

Telefonvorwahl
00351 (Portugal)
Notfall auf den Azoren: 112

Domainendung
.pt

Währung & Zahlungsmittel
Euro (€)

Banken gibt es auf allen Inseln (Ausnahme: Corvo). Bankautomaten sind in allen größeren Städten zu finden. An den Geldautomaten können Sie mit ec-, Maestro-Karte, Sparcard und Ihrer PIN-Nummer Bargeld in der Landeswährung abheben, wie überall in Europa.

Kreditkarten
Die Landeswährung ist in Portugal und somit auch auf den Azoren der Euro. Banken sind Montag - Freitag von 8.30 bis 15.00 Uhr geöffnet. Mit Bankkarten mit Maestro-Funktion und gängigen Kreditkarten (American Express, Diners Club, Visa und Master/Eurocard) kann man an den Geldautomaten (MB-Multiblanco) Bargeld abheben, mit Kreditkarten in Urlaubsorten oft auch direkt zahlen. Die anfallenden Gebühren sind abhängig von der ausstellenden Bank.

Zeitzone
-2 Stunden

Klima & Reisezeit

Klima
Die Azoren erfreuen sich eines subtropischen und ganzjährig milden Klimas. In der gemäßigten nördlichen Hemisphäre gelegen sind Wolkenbildung und Niederschläge zwar zu jeder Jahreszeit möglich, aber naturgemäß überzeugen die Azoren mit ihren teils langen Schönwetterperioden und angenehmen Temperaturen. Somit schwanken die durchschnittlichen, mittleren Tagestemperaturen über das ganze Jahr verteilt zwischen mindestens 13.6 °C und maximal 22 °C.

Im Hochsommer erreichen die Temperaturen in der Spitze auch durchaus 25 °C. Zwischen den Inseln der West-, Zentral- und Ostgruppe gibt es nur geringfügige Temperaturschwankungen. Nur die Westgruppe ist generell regenreicher dafür beherbergt sie aber eine umso vielfältigere Flora und Fauna. Bedingt durch den warmen Golfstrom präsentiert sich die Wassertemperatur etwas konstanter: Während Sie im Sommer auf 20.5 °C steigt, im Hochsommer mitunter sogar auf 24 °C, ist sie selbst im Winter nur selten unter der 16 °C-Marke. Irgendwie schon eindrucksvoll, dass Sie auf den Azoren teilweise alle Jahreszeiten an einem Tag erleben können!

Beste Reisezeit
Klimatisch gesehen ist die beste Reisezeit der Sommer zwischen Juni und September, wenn die Temperaturen auf bis zu 25 °C steigen und nur sehr wenige erfrischende Niederschläge den Tag begleiten.

Doch die Wintermonate und die Übergangszeit April/Mai und der Oktober kommen immer mehr in Mode. In dieser Zeit haben die Azoreninseln einen ganz besonderen Reiz, da kaum Touristen unterwegs sind und trotzdem an manchen Tagen strahlender Sonnenschein auf die Inseln fällt. Selbst die Temperaturen befinden sich während dieser Reisezeit in einem Rahmen von angenehmen 15 - 19 °C.

Wer Wandertouren unternehmen will oder vorhat einen Berg oder guten Aussichtspunkt zu erklimmen, sollte die Gelegenheit nutzen, wenn der Himmel seine Sonnentore öffnet und die Wolken, welche die Höhen bewachen sich für kurze Zeit verziehen.

Die Inseln im Überblick
Bisher ist São Miguel der Spitzenreiter unter den Inseln mit seinen gemessenen 250 Sonnenstunden pro Monat. Wolken und Nebel bleiben oft in den Bergen hängen während es an der Küste sonnig ist.

Aber auch Santa Maria und Graciosa sind bekannt für ihr vergleichsweise warmes und regenarmes Klima.

Corvo und Flores hingegen sind aufgrund ihrer Größe und der artenreichen Flora und Fauna die regenreichsten Inseln.

Trotzdem sollten auf allen Inseln Wind- und Regenjacke stets dabei sein, weil man sich als Tourist auf den Azoren intensiv mit dem Wetter auseinandersetzen muss.

Regionen

Azoren - der Osten

São Miguel

Die "Insel der großen Seen" ist die größte Insel des Archipels und gehört zu der klimatisch bevorzugten Ostgruppe. Sie beherbergt eines der 7 Naturwunder Portugals, den eindrucksvollen Einsturzkrater Caldeira de Sete Cidades mit seinen beiden sagenumwobenen Seen Lagoa Verde und Lagoa Azul. Vom Aussichtspunkt Vista do Rei hat man das Gefühl als würden sich die grün und blau schimmernden Seen berühren. Neben vielen zahlreichen, kleineren Seen locken noch insbesondere der 1652 beim letzten großen Erdbeben entstandene Lagoa do Fogo und der im verwunschenen Furnas-Tal gelegene Lagoa das Furnas. Schwefelgeruch und brodelnde Fumarolen sind die Wahrzeichen, des Tal von Furnas.

Mitten im Kurort Furnas befindet sich einer der schönsten Gärten Europas. Wer etwas für seine Gesundheit tun will ist hier genau richtig! Der braungelbe Natur-Thermalteich im exotischen Terra Nostra-Park wird von warmen Mineralquellen gespeist. Ein Spaziergang durch den von jahrhundertealten Bäumen gesäumte Park, welcher außerdem Heimat von fast 2.000 Vogelarten und vielfältigen exotischen Pflanzen ist, lohnt sich in jedem Fall. Ein wahrer Geheimtipp befindet sich am nördlichen Anhang des Vulcão de Fogo. Der Caldeira Velha ist ein Wasserfall mit eisenhaltigem warmen Wasser, welcher versteckt inmitten grüner Pflanzen liegt. Ebenfalls therapeutische Wasserquellen besitzt der Bade- und Thermalbereich Ponta da Ferraia, dessen Heilquellen schon im 16. Jahrhundert genutzt wurden.

Rund um die Insel verteilt laden Lavastrände zum Verweilen ein. Besonders beliebt ist der geschützte Strand von Ribeira Quente, einem kleinen Fischerdorf mit traditionellen Schiffen der Art "Boca Aberta" sowie die Bucht von Praia, einer der schönsten und längsten Sandstrände São Miguels. Von dort aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf das Felseiland Ilhéu de Vila Franca do Campo. Dieses ca. 1 km von der Küste entfernte Naturreservat beherbergt eine Salzwasserbucht in seinem Inneren und ist gerade in der Badesaison gut besucht.

Insgesamt wechseln sich auf der Insel weitläufige Seen, sattgrüne Wälder, üppige Weiden mit teils exotischen Pflanzen ab. Von zahllosen Aussichtspunkten schweift der Blick über das wohl geordnete Inselparadies mit seinen steilen Berghängen zum Meer hin. Hier, in der klimatisch bevorzugten Ostgruppe, gedeiht eine besonders köstliche Ananas und hier finden Sie die beiden letzten Teeplantagen Europas. Dreh- und Angelpunkt ist die Inselmetropole Ponta Delgada mit hübscher Altstadt und schönen Grünanlagen. Auf ihren Flughafen konzentrieren sich die Ferienflieger und in ihrem modernen Hafen Portas do Mar machen zunehmend Kreuzfahrtschiffe Halt.

Ponta Delgada

Ponta Delgada auf São Miguel gelegen ist die größte Stadt der Azoren und gleichzeitig Hauptstadt der gesamten Azoren. 1499 wurde sie von König Manuel I. gegründet. Heute leben hier mehr als 60.000 Menschen. Hier, im Knotenpunkt der Inseln, spielt sich das quirlige Leben ab. Die Stadt wirkt aber nirgends großstädtisch oder hektisch. Beeindruckend ist der Kontrast vom Schwarz und Weiß der Häuser. Die Wände, der aus schwarzem Basalt erbauten Gebäude, sind weiß gekalkt, die Rahmen und Türen sind schwarz belassen oder mit Streifen in leuchtenden Farben umrahmt.

Im schmucken Zentrum mit barocken Bauten, Kirchen und idyllischen Winkeln thronen die ehemaligen Stadttore. In der hübschen Altstadt lassen es sich wunderbar gastronomische Spezialitäten probieren, wie zum Beispiel den Cozido das Furnas, welcher in großen Kochtöpfen in der heißen Erde am Furnas-See gart. Am modernen Hafen Portas do Mar machen zunehmend auch Kreuzfahrtschiffe Halt und die zwei gepflegten Strände östlich der Stadt laden zum Baden ein. Insgesamt eignet sich die bevölkerungsreichste und touristisch am besten erschlossene Insel natürlich für sämtliche Aktivitäten über Wassersport, Reiten, Wandern, Golfen und Gleitschirmfliegen bis zu Wal- und Vogelbeobachtungen.

Santa Maria

Santa Maria bildet gemeinsam mit São Miguel die Ostgruppe des Archipels. Elegant streben die sanft geschwungenen Hügel der geologisch ältesten Insel von Osten auf die Inselmitte zu, um sich dort zum 587 m hohen Pico Alto aufzutürmen. Das südlichste und sonnigste Eiland, auf dem Vulkane schon lange nicht mehr aktiv sind, wurde als erstes entdeckt und ab 1432 besiedelt. Das trockene Klima lädt zunächst zu entspannten Strandstunden ein. Die beiden auf den Azoren sehr seltenen weißen Sandstrände Praia Formosa und São Lourenço, mit wunderschöner Hintergrundkulisse, locken jährlich zahlreiche Besucher an. Doch die Insel hat noch einiges mehr zu bieten.

Am Pedreira do Campo kann man in über 100 m Höhe eine Pillowlava-Wand bestaunen, ein Beweis dafür, dass dieser Teil der Insel vor einigen tausend Jahren unter Wasser lag. Im Ort Malbusca befindet sich ein ungleichmäßiges geologisches Gebäude, welches durch den Kontakt von Lava mit dem Meer entstanden ist und von dem Geräusch der tosenden Wassermengen eines ca. 20 m hohen Wasserfalls begleitet wird.

In der Bucht von Anjos an der Nordküste wurde im 15. Jahrhundert der vermutlich erste Sakralbau der Azoren erbaut, die Kapelle Nossa Senhora dos Anjos. Hier betete schon Christoph Columbus auf seiner Rückreise von Amerika. Anschließend wurde die Kirche Nossa Senhora da Assunçao erbaut, die bis heute schon einiges an Bränden, Plünderungen und Umbauten erleben durfte, aber trotzdem einige ihrer Grundelemente nicht verlor. Sie wurde damals der Inselschutzpatronin gewidmet. Einen einmaligen Kontrast zum restlichen Teil der Insel bietet die rötliche Halbwüste Barreiro da Faneca. Hierbei handelt es sich um ein Naturschutzgebiet, das sich über rund 8,35 km² erstreckt und die Buchten von Raposo, Targete und Cré umfasst.

Die Orte der Insel besitzen alle kleine Geschäfte und urige Kneipen aber; selbst der Hauptort liegt nur an einer 2 km langen Hauptstraße und hat ca. 3.000 Einwohner. Sie sollten es in keinem Fall versäumen die deftige Hausmacherwurst "Alheira de Santa Maria", eine Kombination aus der speziell auf der Insel vorkommenden dunklen Rübenart, Schweinefleisch, Räucherwurst und Süßkartoffeln. Außerdem ist Santa Maria bekannt für ihre zahlreichen Wassersportmöglichkeiten. Surfer schätzen die Point und Beach Breaks, Unterwassersportler die spektakulären Tauchspots der nördlich vorgelagerten Baixa do Ambrósio sowie das Meeresschutzgebiet um die unbewohnte Felseilande Formigas und den Unterwasserberg Dollarabat (ca. 40 km nordöstlich).

Azoren - Zentral

Terceira

Wie der Name schon sagt, wurde die Insel als drittes entdeckt und ist nach São Miguel die bedeutendste. Mit ihrer Metropole Angra do Heroísmo steht sie seit 1983 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Jahrhundertelang war sie der wichtigste Warenumschlagsplatz im Atlantik und auch mehrmals der Vorgänger von Ponta Delgada.

Nachdem 1980 ein schweres Neujahrsbeben die Insel traf wurde die Renaissance-Altstadt originalgetreu wiederaufgebaut und steht unter dem Schutz der UNESCO. Die Häuser der Stadt sind sehr farbenfroh gestaltet und verfügen meist über hübsch verzierte Balkone. In der Stadt werden Feste sehr ausgelassen gefeiert, sodass es lohnenswert ist, während eines der vielen Feste Angra do Heroísmo zu besuchen. Das Museu de Angra do Heroísmo informiert ausführlich mit vielen Ausstellungsstücken über die Geschichte und Entwicklung der Azoren. Mitten in der Stadt thront außerdem das größte Gotteshaus des Archipels. Neben den vielfältigen kulturellen Möglichkeiten bietet die Insel auch einige Naturerlebnisse. Die enormen Naturgewalten haben einige eigentümliche Formen hinterlassen. Somit befindet sich unter dem Vulkankegel des Algar do Carvão eine gewältige Höhle, die vor ca. 3.200 Jahren entstanden ist. Außerdem gehört der Gruto do Natal dazu, ein aus langen Gängen bestehender Lavatunnel, geprägt von einem mystischen Farbspiel. Selbst die Schwefelhöhlen Furnas do Enxofre mit ihren Fumarolen zeugen noch heute von aktiven Vulkanismus.

Vom Monte Brasil, einem erloschenen Vulkan mit einem Krater von 3 km² Ausdehnung, hat man einen traumhaften Panoramaausblick auf Angra do Heroísmo. Der Monte Brasil wird von den 4 km langen Wällen der Fortaleza São João Baptista eingegrenzt, eine der ältesten Festungsanlagen die regelmäßig von portugiesischen Truppen belegt ist. Ein weiterer lohnenswerter Aussichtspunkt ist der Miradouro da Serra do Cume, welcher einen beeindruckenden Ausblick auf die geometrische Landschaftsstruktur der endlosen Steinmauern und Hortensienhecken, die als Begrenzung der Weideflächen angelegt wurden, ermöglicht. Weit hinter diesen Feldern liegt Praia da Vitória mit seinem wunderschönen, weitläufigen Strand und gut geordneten Yachthafen.

Ebenfalls empfehlenswert ist die Suche nach einer der 70 farbenfrohen Kapellen, die zu einer Besichtigung des eher schlicht gehaltenen Innenraums einladen. Zu guter Letzt gilt die Küche Terceiras als die beste der Azoren.

Graciosa

Die zweitkleinste und flachste Insel des Archipels im Norden der Zentralgruppe, wurde bereits von der UNESCO zum Biosphärenreservat ernannt. Übersetzt bedeutet Graciosa "die Anmutige" und diesen Namen trägt die Insel zurecht. Vom Monte de N. Sr. da Ajuda hat man einen herrlichen Ausblick auf den Atlantik und das hellrote Dächermeer vom schmucken Hauptort Santa Cruz. Auf diesem natürlichen Aussichtspunkt befinden sich drei Kapellen, wovon eine einer Miniaturburg gleicht. Bei einem Spaziergang durch Santa Cruz sollten Sie auf keinen Fall einen Besuch der Igreja Matriz de Santa Cruz, eine Kirche deren Bau fast zwei Jahrhunderte dauerte und die eindrucksvoll manuelinische und barocke Bauelemente vereint. Als Inselwahrzeichen gelten die charakteristischen Windmühlen. Die roten Kuppeln der Mühlen sind häufig schon von Weitem zu erkennen.

Ein absolutes Muss ist die Besichtigung des Riesenkraters im Südosten, wo fast 150 Stufen hinab in die beeindruckende Schwefelgrotte mit unterirdischem See führen. Der Vulkanschlot, mit 194 m Länge und 40 m Höhe und einem See aus kaltem, schwefelhaltigem Wasser mit 130 m Durchmesser in seinem Inneren, bringt einfach jeden zum Staunen. Weitere Naturhighlights sind der beim letzten Vulkanausbruch vor ca. 2.000 Jahren entstandene Schlackenkegel Pico Timão und die Felsinsel Ilhéu da Praia, wo die Sturmschwalbe unter besonderem Schutz steht.

Direkt am Meer liegt eine Thermalbadestätte aus dem 19. Jahrhundert, die Termas do Carapacho. Schon seit 1750 wird ihr bis zu 40 °C warmes Quellwasser zur Behandlung von Rheuma und Hautkrankheiten genutzt. Ansonsten strahlt auch die zweitkleinste Insel mit zahlreichen traumhaften Buchten und Naturschwimmbädern.

São Jorge

Von Weitem erscheint die Insel der Zentralgruppe nur wie ein langer, schmaler Streifen. Bei deutlicherem Hinsehen erkennt man aber eine vielfältige Insel mit einem über 1.000 m steil aufragenden Gebirgsrücken. Sie ist für Kenner die attraktivste Wanderinsel der Azoren. Panorama-, Höhen- und Küstenpfade führen bis zum 1.053 m hohen Pico da Esperança oder hinunter zu den charakteristischen Fajãs, kleinen fruchtbaren Lava-Landzungen, die nach vulkanischen Eruptionen erstarrten und die von Steilhängen abstürzende Erd- und Gesteinsmassen auffingen. Auf der Hochebene reihen sich Vulkankuppen aneinander, die zum Meer hin steil abbrechen und atemberaubende Ausblicke bieten. Der Blick schweift über die Weite des Atlantiks bis nach Pico und Faial. Noch ein Tipp für Genießer. Eine Gaumenfreude ist der prämierte, hier in Handarbeit produzierte Käse.

Santo Cristo

Küstenpfade führen entlang der Steilküsten und bieten herrliche Ausblicke auf die kleinen, fruchtbaren und flachen Landzungen auf Meereshöhe, welche durch Lavaströme oder Erdbeben entstanden sind. Besonders sehenswert, von diesen sogenannten Fajãs sind die Fajã dos Cubres und die Fajã de Santo Cristo mit ihren außergewöhnlichen Lagunen, Obstplantagen und kleinen malerischen Siedlungen. Die Felsformationen Morro de Lemos, Morro de Velas sowie das westliche Felskap Ponta dos Rosais sind alle aus unterseeischen Vulkanen entstanden und verdienen daher besondere Aufmerksamkeit. Selbst der Hauptort Velas liegt mitten in der abwechslungsreichen Landschaft. Eine echte Gaumenfreude ist der prämierte, in Handarbeit produzierte Käse von São Jorge.

Pico

Imposant thront der namensgebende Vulkanriese mitten auf der Insel. Mit seiner 2.350 m hohen Spitze und einem Durchmesser von 19 km auf Meereshöhe, gilt der Pico als der höchste Berg Portugals. Die Insel Pico ist die zweitgrößte Insel des Archipels und bildet mit den Inseln São Jorge und Faial das sogenannte "Triangulo". Genauso wie das Gebiet um den Pico wurde auch die 5 km lange Lavahöhle Gruta das Torres zu einem regionalen Naturschutzgebiet erklärt.

Die östliche Achada-Hochebene führt in eine ganz andere Welt. Rund 200 Vulkankegel, einige kleine Seen sowie Moore prägen diese Hochebene und sorgen für eine ruhige Atmosphäre. Ein Ort wo man meistens die Einsamkeit und Ruhe genießen kann. Allgemein ist die Insel geprägt von einer vielseitigen Landschaft mit Lorbeer, Wacholder und Baumheiden sowie Kraterseen, umgeben von Weiden und Feldern. Schon lange ist die Insel als traditionelle Weininsel der Azoren bekannt. Neben dem faszinierenden Weinanbaugebiets Criação Velha, welches bereits zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, erzählt die Insel auch in Museen die Geschichte und Hintergründe des Weinanbaus. Auf Pico werden die Reben schachbrettartig angeordnet und sogenannte moroicos, schützen die Pflanzen vor Wind und speichern die Wärme. Die beliebtesten Weinsorten, welche man in jedem Fall gekostet haben sollte, sind "Magma", "Basalto", "Lajido" und "Terras de Lava".

Damals war die Insel bekannt für ihre gute Walfangindustrie. Seitdem der Walfang verboten wurde zeugen alte Industriegebäude und historisch geprägte Museen von der Geschichte und der dramatischen Vergangenheit der gewaltigen Meeressäuger. Heute werden nur noch Walbeobachtungstouren durchgeführt.

Eine schöne Zeit verbringen kann man auch in den beiden anderen Kreisstädten São Roque und Lajes.

Faial

Als westlicher Eckpunkt des sogenannten "Triangulo" besitzt Faial, als eine der meistbesuchten Inseln des Archipels, internationales Flair. Dies hat sie insbesondere ihrer Hauptstadt Horta zu verdanken. Herrschaftliche Gebäude, eine kleine reizende Altstadt und der berühmte Yachthafen Marina da Horta, an dem Segler aus aller Welt vorbei fahren, prägen die Inselmetropole. Ein Muss ist der Besuch des kultigen Peter Café Sports am Hafen. Das Café, welches gleichzeitig auch Museum ist, gilt als der zentrale, abendliche Treffpunkt, wo einheimische Fischer, Segler und Reisende aufeinander treffen und sich Geschichten aus aller Welt erzählen. An der großen farbenfrohen Malerei am Hafen verewigen sich alle, den Atlantik überquerende, Segelcrews. Es ist sozusagen das größte Gästebuch der Welt.

Auf Faial gibt es zahllose kleine oder auch größere Aussichtspunkte von denen bei entsprechender Sicht, der Blick bis zu den Nachbarinseln São Jorge und Pico reicht.

Besonders am Abend bildet der Pico im dunkelrot der untergehenden Sonne eine herrliche Kulisse. Vom Ponta da Espalamaca hat man einen wunderschönen Panoramablick über die gesamte Hafenbucht von Horta bis zum Vulkankegel Monte da Guia. Dieser Vulkankegel ist ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet und lädt zu gemütlichen Wanderungen ein. Von hier aus hat man einen eindrucksvollen Blick auf die Bucht von Porto Pim. In Porto Pim befindet sich eine der ehemaligen Walverarbeitungsfabriken, die heute als Museumszentrum genutzt wird.

Im Inselinneren fasziniert das Naturreservat rund um den 2 km breiten und 400 m tiefen Riesenkrater Caldeira. Von dem Aussichtspunkt aus hat man einen herrlichen Blick über üppige Weiden, sattgrüne Wälder, saftige Wiesen und die tiefblaue Meerenge zwischen Faial und Pico. Im Sommer zeigt sich eine Vielfalt aus blauen Hortensien, weshalb die Insel im Sommer auch als die "Blaue Insel" bezeichnet wird. Im äußersten Westen der Insel befindet sich die Landzunge Ponta dos Capelinhos. Sie entstand Ende der 1950er Jahre bei einer unterseeischen Eruption und erinnert heute an eine Mondlandschaft. Besonders interessant ist auch die Geschichte der kleinen Halbinsel, welche Faial um 2.5 km² erweiterte. Diese, bei einem der besten dokumentierten Vulkanausbrüche entstandene Halbinsel, beherbergt heute ein Naturschutzgebiet mit erstklassigem Informationszentrum und einem ehemaligen Leuchtturm, der heute als Aussichtspunkt dient. Lohnenswert ist es die zahlreichen, typischen, zweistöckigen Windmühlen von Espalamaca zu finden. Sie sind ein prima Fotomotiv in der vielseitigen Landschaft. Die Klassiker in der Inselküche sind der in Wein geschmorte Tintenfisch, der Fischeintopf und die Fischsuppe. Zuletzt lässt sich sagen, dass Faial mit Porto Pim, Praia do Almoxarife und Praia do Norte die meisten Lavasandstrände innerhalb des "Triangulo" besitzt.

Vulkan Capelinhos

Capelinhos ist der Vulkan, der 1957 aus den Tiefen des Atlantischen Ozeans aufstieg, Gaswolken bis zu 4.000 m hoch ausstieß und den Westen der Insel Faial mit Staub und Asche bedeckte. Lavaströme verbanden das vom Vulkan geborene Eiland mit Faial im Nordwesten der Insel. 13 Monate lang kam es zu Unterwasserexplosionen, Eruptionen, Lavaflüssen und Ascheregen, die das Dorf Capelo und den Leuchtturm unter sich begruben. Als der Vulkan Capelinhos sich endlich erhob, fiel der Wasserspiegel des im Inneren der Insel gelegenen Kratersees. Um 2.4 km² vergrößerte der Vulkan die Insel Faial. Auch wenn Wasser und Winde davon wieder 1 km² abgetragen haben, die Mondlandschaft Capelinhos ist ein neues Stückchen Insel, das sich zu sehen lohnt. Der verschüttete Leuchtturm hat wieder das Licht der Welt erblickt. Er wurde restauriert und wird heute als Museum genutzt, in dem die Geschehnisse um Capelinhos dokumentiert und der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Azoren - der Westen

Flores

Wie der Name "Blumen" schon sagt, gilt Flores als eine der landschaftlich vielseitigsten Inseln, aber auch als die regenreichste Azoreninsel. Mit seiner Ilhéu de Monchique besitzt die Insel Europas westlichsten Punkt. Diese Felsinsel diente damals als Orientierung, um die Navigationsinstrumente einzustellen und die Route zu bestimmen. Wer Ruhe und Entspannung sucht ist hier im UNESCO-Biosphärenreservat genau richtig! Das Leben auf Flores geht hier einen noch gemächlicheren Gang und Mutter Natur fällt noch eine Spur üppiger aus, der Regen allerdings auch. Inmitten des bergigen Hochlands mit tief eingeschnittenen Tälern und sieben idyllischen Kraterseen sowie einer fast ringsum steil abfallenden Küste lässt es sich prima wandern. Hortensien, Cannas, Montebrezien und viele andere exotische Blumenarten verleihen der Insel ihr farbenfrohes Flair.

Die allererste Ortschaft der Insel war die Fajã de Lopo Vaz. Heute ist es nur noch eine Bucht mit letzten Überresten und wildlebenden Ziegen. Von hier aus führt ein Panoramafußpfad entlang der Steilklippen bis in die Fajã Nova. In der kleinen Siedlung Fajãzinha gibt es allein rund 20 Wasserfälle, der imposanteste erreicht eine Höhe von 300 m. Ein besonderes Highlight der Insel sind die in der puren Natur versteckten Naturschwimmbäder. Eines der bekanntesten ist das Poço do Bacalhau in Fajấ Grande, welches von einem 90 m hohen Wasserfall gespeist wird. Zu den charakteristischen, geologischen Erscheinungen gehört der aus mächtigen, vertikalen Basaltsäulen bestehende Rocha dos Bordões im Inselinnern. Wer die Gelegenheit hat sollte eine Bootstour zur Gruta dos Enxaréus unternehmen. Die halb unter Wasser liegende Höhle, die damals als Versteck für Piraten und Schmuggler diente, versetzt ihre Besucher in ehrfürchtiges Staunen. Die Grotte, in die alle Arten von Schiffen passen, ist 50 m lang und 25 m breit und nur vom Meer aus zu erreichen. Wandern, Mountainbiken, Gleitschirmfliegen, Canyoning und die Vogelbeobachtung sind hier die wohl gängigsten Aktivitäten.

Corvo

Corvo ist die nordwestlichste und kleinste bewohnte Insel der Azoren. Mit seinen gerade mal 17 km² ist Corvo die kleinste der Azoreninseln. Sie wird hauptsächlich von Tagestouristen ab/bis Flores angesteuert. Gerade die Einsamkeit des UNESCO-Biosphärenreservats verleiht der Insel ihren Reiz. Die einzige 430-Seelen-Gemeinde Vila do Corvo liegt im Schatten de Vulkankraters Caldeirão. Dieser übermächtige Krater mit einem Durchmesser von 2.3 km und einer Tiefe von 305 m beherbergt in seinem Inneren mehrere kleine, flache Seen und niedrige Vulkankegel. Vom Rand aus bietet sich ein atemberaubender Ausblick. Der Rundwanderweg lädt mit beeindruckenden Perspektiven und Meerpanoramen zum Wandern ein. Kleine Windmühlen schmücken die Steilküste in Alto dos Moinhos in der Nähe von Ponta Negra. Diese Windmühlen sind eher schlicht gehalten und haben eine ganz andere Struktur als die Windmühlen der anderen Inseln. Auftretende Wetterturbulenzen können auch mal die Insel isolieren.

Der Tauchspot Caneiro dos Meros ist ein wahres Erlebnis für jeden Taucher. In dem Meeresschutzgebiet mit kleinen Grotten lassen sich Zackenbarsche, Muränen, Riffbarsche und Papageienfische bestaunen.

In der Gastronomie liegt auf Corvo der Schwerpunkt hauptsächlich auf fangfrischem Fisch und Meeresfrüchten.

Flora & Fauna

Flora
Die ersten Siedler fanden dicht bewaldete Inseln vor. Heute sind Wälder eher selten und Wiesen und Weiden, ununterbrochen von mannshohen Hortensienhecken, prägen das Landschaftsbild. Die Hortensie wurde erst später eingeführt, wie zahlreiche andere Pflanzen auch. Von Nordamerika kommende Zugvögel, die hier eine erste Rast einlegen, brachten in ihrem Gefieder Blumensamen. Seeleute, Botaniker und heimkehrende Emigranten importierten die exotischen Pflanzen und machten aus den Azoren einen hochinteressanten botanischen Garten. Nicht nur Zierpflanzen wurden eingeführt, sondern auch alle Nutzpflanzen. Die fruchtbare Vulkanerde lässt Ananas, Wein, Bananen, Tabak und Tee (den einzigen in Europa) und hunderte von bunten Blumen wachsen. Unterstützt vom Golfstrom konnte sich hier eine einzigartige Flora entwickeln. Es soll 850 verschiedene Farn- und Blumenarten geben, davon sind 56 endemisch, d.h. heute nur noch auf den Azoren zu Hause.

Hortensien Hortensien sind das blaue, weiße, zartrosanen Wahrzeichen der Azoren. Sie umzäunen Wiesen, sie grenzen Wege ab, sie überziehen die Inseln mit einem Gitternetz, sie tauchen die Insel im Sommer in ein Blütenmeer. Die Hortensie ist wandelbar. Erst erscheinen ihre Blüten in unschuldigem weiß, dann färben sich die Dolden blau, vielleicht auch rosa und schließlich verabschiedet sie sich in blassem Grün. Oder auch in umgekehrter Folge: Erst grün, dann blau und am Ende weiß. Es gibt über 22 verschiedene Arten und auf den Azoren kann man viele finden. Die länglichen Rispen der Grandiflora sehen aus wie weißer Flieder, der den Frühling verpasst hat. Die Kletterhortensie hat ebenfalls weiße, aber tellerförmige Blütenstände. Sie wächst zu einem 2 m hohen Busch, es sei denn, ihr steht eine Mauer oder ein Baum zur Verfügung. Dann klettert sie wie Efeu bis zu 7 m in die Höhe.

Fauna
Im Gegensatz zur Flora ist die Tierwelt recht artenarm - abgesehen von den Tieren des Meeres. Fast alle Tiere, nicht nur die Haus- und Nutztiere, die auf den Azoren leben, wurden eingeführt. Zu den heimischen Tieren gehört die Fledermaus, viele Insekten, Käfer und zahlreiche Vögel, von denen einige endemisch sind, d. h. nur auf den Azoren leben.

Priolo
Der Priolo ist eine Vogelart welche mit unserem Dompfaff verwandte ist. Er lebt auf der Insel São Miguel. Sein Aufenthaltsort sind die Lorbeerwälder auf der Serra Tronqueira im Nordosten der Insel und der Pico da Vara. Dort hat man ihn auch wieder gefunden, nachdem man ihn lange für ausgestorben gehalten hatte. Der Priolo ist ein kleiner Vogel, 16 cm groß und 30 g schwer. Er hat einen hellbraunen Körper mit schwarzen Flügeln sowie schwarzem Kopf, Schwanz und Schnabel. Sein kurzer, wie der Ton einer Flöte klingender Pfiff, ist leicht zu identifizieren. Heute gibt es nicht mehr als 600 seiner Art. Sein Lebensraum ist bedroht, weil die Pflanzen von deren Samen der Priolo lebt, verdrängt werden.

Im Nordosten von São Miguel gibt es ein Museum mit einer permanenten Ausstellung über den Priolo und die Bemühungen, das Aussterben des Vogels zu verhindern.

Delfine
Etwa 80 verschiedene Delfin- und Walarten leben in den Ozeanen, Meeren und Flüssen der Welt; 24 davon sind vor den Azoren zu finden. Wenn die atlantischen Fleckendelfine im Juni und Juli vor Pico ihre Jungen zur Welt bringen dann kann man Schulen von mehr als 100 Tieren sehen. Unter dem Wasser ist das Leben für die Delfine schwerelos, über dem Wasser scheint ihre Freiheit grenzenlos zu sein. Sie vollführen manchen Balanceakt zwischen den Elementen, um uns zu gefallen. Es gehört sicherlich zu den aufregendsten Erlebnissen eines Azorenurlaubs, diese verspielten, gewandten und intelligenten Tiere zu beobachten oder gar gemeinsam mit ihnen zu schwimmen.

Wale Moby Dick, Herman Melvilles Hauptfigur, ist ein Pottwal und von dieser Sorte gibt es viele vor den Azoren. Dort ziehen die Meeressäuger regelmäßig und ganzjährig ihre Bahnen. Männliche Pottwale können bis zu 20 m lang und 70 Tonnen schwer werden. Einem solchen Koloss zu begegnen nimmt einem den Atem. Mehr als 20 Walarten und Delfine tummeln sich vor den Küsten: Schwertwale (Orca), Zwergwale, Bartenwale, Buckelwale, Finnwale, Blauwale und viele andere. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auf den Azoren Walfang betrieben, bis es 1984 verboten wurde Wale zu fangen. Walfangboote und die walverbreitenden Fabriken sind heute interessante Touristenattraktionen. Der Ruf "Baleia, Baleia!" – "Wal, Wal!", der früher die Bauern zu ihren Harpunen und zu ihren Booten rennen ließ, lässt heute Touristen aufhorchen und zu ihren Ferngläsern oder Fotoapparaten greifen. Sie schauen aus nächster Nähe zu, wie die Meeresriesen aus den Tiefen des Atlantiks auftauchen und beim Abtauchen mit ihren Schwanzflossen winken. Wer das einmal erlebt hat, wird es so schnell nicht wieder vergessen. Auf fünf Azoreninseln (São Miguel, Faial, Pico, Terceira und Graciosa) werden mehrstündige Bootsfahrten zur Walbeobachtung angeboten. Man kann nicht immer sicher sein, dass es zu einer Walbegegnung kommt, doch Geduld wird meist belohnt.

Ein Trockenkurs an Land informiert in mehrtägigen Kursen über wissenschaftliche und ökologische Aspekte der Meeressäuger.

Aus den Zähnen eines Pottwals werden auf den Azoren wahre Kunstwerke gefertigt. Obwohl nur Walknochen- und -zahnreste aus alten Walfangzeiten bearbeitet werden, ist die Einfuhr von Walschnitzereien nach Deutschland nicht erlaubt.

Aktivitäten

Auf den Azoren kann man sehr aktiv sein: segeln, surfen, tauchen, mit dem Gleitschirm fliegen, zum Hochseeangeln ausfahren, Wale und Delfine beobachten, durch Täler und Gebirge wandern, mit dem Mountainbike oder dem Auto fahren…

Baden:
Die Azoren sind keine ausgesprochenen Badeinseln. Dennoch findet man an vielen Orten in Lavafelsen gehauene Naturschwimmbecken oder Badebuchten mit Stränden aus dunklem Lavasand zum Sonnenbaden, Schnorcheln und Schwimmen. Im Sommer kann die Wassertemperatur über 20 °C erreichen, im Winter 16 °C. An manchen Stellen gibt es heiße Unterwasserquellen, die den Atlantik auf 26 °C erwärmen und ein besonderes Badevergnügen bieten.

Bergsteigen:
Bergsteigen kann man auf den Azoren natürlich auch. Mit 2.351 m ist der Pico (auf der gleichnamigen Insel Pico gelegen) der höchste Berg der Azoren und gleichzeitig Portugals. Um ihn zu besteigen bedarf es keiner alpinen Fähigkeiten; eine Herausforderung ist es aber dennoch, der man mit ausreichender Kondition, gutem Schuhwerk und wetterfester Kleidung begegnen sollte. Der Weg zum Gipfel beginnt bei 1.200 m, ist gut markiert und endet mit einem atemberaubenden Rundblick über Inseln und Meer, wenn es die Wolken, die häufig den Pico behüten, zulassen.

Canyoning:
Schluchten, in die eigentlich kein Mensch gelangen kann, werden durch abseilen, abklettern, springen, rutschen, schwimmen oder gar tauchen in geeigneter Ausrüstung bezwungen. Neben dem sportlichen Reiz des Abenteuers geht es vor allem um das gemeinsame Naturerlebnis. Auf São Miguel werden solche Touren, die unter kundiger Anleitung durchgeführt werden angeboten.

Golf:
Die Golfplätze der Azoren gehören zu den schönsten der Welt, auch wenn sie noch nicht sehr bekannt sind. Beeindruckend ist der Unterschied zwischen den gepflegten, bis ins kleinste Detail geplanten Anlagen und der sie umgebenden, unberührten Natur. Aufregende Ausblicke auf das Meer und das Land lassen hin und wieder das Spiel vergessen.

Reiten:
In Ponta Delgada, Ribeira Grande auf São Miguel, in Horta auf Faial und in Angra do Heroísmos auf Terceira werden organisierte Reittouren angeboten.

Segeln:
Segeln ist Tradition auf den Azoren. Nicht nur Faial, die Insel der Segler, bietet Möglichkeiten Segelboote mit und ohne Skipper für einen Tagesausflug oder Mehrtagestörns zu chartern. Die Yachthäfen in Ponta Delgada und Franco do Campo (São Miguel), in Horta (Faial) und Praia da Victória (Terceira) sind mit allem ausgestattet, was ein Segler braucht.

Surfen:
In den Monaten von August bis April kann man ideal Wellenreiten. Auf allen Inseln mit Ausnahme von Corvo und Flores, gibt es international anerkannte Surfspots. Wo man Wellenreiten kann, kann man gewöhnlich auch Windsurfen.

Tauchen:
Wer Begegnungen der besonderen Art sucht, bucht am Besten einen Tauchkurs. Tauchschulen auf den Inseln São Miguel, Terceira, Faial, Pico und Santa Maria bieten Tauchgänge, nicht nur für erfahrene Taucher, in den tiefblauen Atlantik an. Bei Unterwasserbeobachtungen im Meer rund um die Azoren fühlt man sich wie in einem natürlichem Aquarium. Eine andere, viel artenreichere Welt als auf dem Festland erschließt sich. Rund um die 9 Inseln können Taucher Höhlen und Grotten besuchen, eine faszinierende Tierwelt beobachten und sogar alte Schiffswracks inspizieren.

Tennis:
Alle größeren Hotels haben eigene Tennisplätze. Häufig ist es auch möglich, auf den Plätzen der Tennisschulen zu spielen. Gewöhnlich spielt man auf Hartplätzen.

Wandern:
Ein Paar Wanderschuhe sind ein Muss im Gepäck eines Azorenreisenden, denn auf den neun Inseln ist das Wandern nicht nur Müllers Lust. Wanderungen in allen Schwierigkeitsgraden, auch zur speziellen Pflanzen- und Tierbeobachtung, werden angeboten, oder können allein unternommen werden, da die Wege gut ausgezeichnet sind und es aussagekräftige Karten und Beschreibungen gibt. Leider richten sich die öffentlichen Verkehrsmittel nicht sehr nach den Wünschen der Wanderer. Taxifahrer leisten gerne preiswerte Abhilfe. Organisierte Geländewagen-Touren mit spezialisierten Führern oder individuelle Autowanderungen lassen auch denen, die nicht so gut zu Fuß sind, die Möglichkeit die Schönheit der Inseln zu entdecken. Neuerdings wird auch Geocaching angeboten, eine moderne Form der Schatzsuche bzw. Schnitzeljagd zu Fuß oder mit dem Auto. Ausgestattet mit einem Global Positioning System (GPS)- Empfänger und den Koordinaten eines "Schatzes" aus dem Internet, kann man die Schätze finden, die jemand anderes an ungewöhnlichen Plätzen versteckt hat.

Sprache

Portugiesisch ist die Landessprache der Azoren, allerdings mit einem ausgeprägten Inseldialekt, der von Insel zu Insel variiert. Im touristischen Dienstleistungsgewerbe immer auch Englisch und vereinzelt Deutsch gesprochen.

Religion

Die große Mehrheit der Portugiesen bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben, wobei der Anteil an der Gesamtbevölkerung mit Werten zwischen 85 % und 95 % angegeben wird.

Kultur & Geschichte

Azoren, das sind neun Inseln im Atlantischen Ozean, die entsprechend ihrer Lage in eine westliche (Corvo und Flores), eine zentrale (Graciosa, Terceira, São Jorge, Faial und Pico) und eine östliche Inselgruppe (São Miguel und Santa Maria) eingeteilt werden. Ca. 600 km liegen zwischen der östlichsten und der westlichsten Insel, 300 km trennen die nördlichste von der südlichsten.

Über die Entstehung der Azoren wird viel gerätselt. Sind sie die Reste des sagenumwobenen Atlantis? Es ist schwierig, den geologischen Ursprung der Inseln zu datieren. Sie sind ein junges Vulkangebirge, das sich vor etwa 2.5 Millionen von Jahren aus einer Tiefe von 6.000 m über die Meeresfläche des Atlantiks erhob. Wesentlich älter ist Santa Maria, etwas 15 Millionen Jahre. Die Insel ist nicht vulkanischen Ursprungs; sie besteht aus Sedimentgestein.

Münzfunde vom 3. Jahrhundert v. Chr. und Seekarten ab dem 12. Jahrhundert beweisen, dass die Azoren bereits vor der Ankunft der portugiesischen Entdecker bekannt waren. Als der legendäre portugiesische Prinz Heinrich der Seefahrer im frühen 15. Jahrhundert seine Seefahrerschule in Sagres gründete, hörte er von Seeinseln im fernen Atlantik, am Ende der Welt.

Diogo de Silves machte sich in seinem Auftrag auf den Weg. 1427 fand er Santa Maria und nahm sie für Portugal in Besitz. Später, auf der Heimfahrt von Madeira, soll er São Miguel gefunden haben, dann folgte Terceira, die Dritte. Bei den Folgeexpeditionen sichteten die Portugiesen bis 1452 auch die anderen Inseln: Graciosa, Faial, Pico, Sấo Jorge, Flores und Corvo, und damit waren die neuen Azoreninseln komplett – 40 Jahre vor Columbus großer Fahrt nach Amerika. Er geriet auf der Rückfahrt in einen verheerenden Sturm. Santa Maria war seine Rettung.

Mit ihrer Wiederentdeckung durch Diogo de Silves begann die portugiesische Geschichte der Azoren. Dank ihrer Lage (1.500 km westlich des europäischen Festlandes, 3.600 km östlich von Nordamerika) waren die Azoren im 16. und 17. bis ins 20. Jahrhundert hinein wichtige Anlaufhafen, Umschlags- und Handelsplätze im Nordaltantik sowie Brückenpfeiler zwischen der alten und der neuen Welt. Selbst Kolumbus machte auf seiner Heimfahrt, nachdem er Amerika entdeckt hatte, auf Santa Maria Halt.

Als 1580 Portugal seine Unabhängigkeit an Spanien verlor, erhielt Dom Antonio, Prior von Crato, der Anspruch auf den portugiesischen Thron erhob, Asyl in Teceira. Mit diesem Exilkönig auf den Azoren existierte Portugal noch drei weitere Jahre, bis auch die Bewohner Terceira den Kampf gegen die Spanier verloren. Doch 1642 wurden die Spanier von den Azoren und später auch aus Portugal wieder vertrieben. Obwohl Marques de Pombal, der große portugiesische Reformer, soziale Veränderungen auf den Azoren ermöglichte, blieben die Azoren für die Portugiesen eine recht unbedeutende Provinz im fernen Atlantik. Das änderte sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts wenig. 1980 erhielten sie schließlich den Status einer Autonomen Region, mit einer Regionalregierung in der Hauptstadt Ponta Delgada, einem Regionalparlament in Horta und fünf eigenen Abgeordneten im portugiesischen Nationalparlament in Lissabon. Als Teil des portugiesischen Staatsgebiets gehören die Azoren seit 1986 zur EU und sind somit westlichster Außenposten der Europäischen Union.

Eine wesentlich bedeutendere Rolle allerdings spielten die Azoren als Brückenpfeiler zwischen der alten und der neuen Welt. Mit Heinrich dem Seefahrer begann für Portugal das Zeitalter der Entdeckungen und bald besaß Portugal Handelsniederlassungen in der ganzen Welt. Mit wertvollen Gütern beladene Schiffe segelten über die Azoren. Die Azorianer erhielten für Wasser und Proviant die erlesensten und ausgefallensten Waren. Die ehemalige Hauptstadt Angra auf Terceira wurde ein wichtiges Handelszentrum. Diese Rolle als Stützpunkt zwischen Europa und den überseeischen Ländern behielten die Azoren bis ins 20. Jahrhundert, auch bei zunehmender Technisierung der Verkehrsmittel. Dampfschiffe wurden mit Kohle versorgt, Wasserflugzeuge konnten für ihre Transatlantikflüge Treibstoff tanken, nachdem sie im Hafen von Horta gelandet waren. Ab 1893 verband ein Unterseekabel Amerika mit Europa - über Faial.

Heute profitieren Touristen, die Ruhe und Erholung suchen, von der einsamen und einmaligen Lage mitten im Atlantik. Nur 5 Flugstunden vom Trubel des Alltags entfernt, können Sie die Abgeschiedenheit der Inseln fernab von jeglichem Touristentrubel genießen. Herrliche Landschaften mit eindrucksvollen Vulkankegeln, tiefen Kraterseen, dampfenden Quellen, bizarren Klippen, malerischen Badebuchten, rauschenden Wasserfällen, grünen Weiden, bunten Wiesen und blühenden Hortensienhecken. Die neun Inseln im Atlantik locken Touristen an. Der Flugverkehr zu und zwischen den Inseln nimmt zu. 2008 wurde auf São Miguel ein neuer Yachthafen sowie ein Kreuzfahrtterminal eingeweiht. Einen Tourismusboom soll und wird es dennoch nicht geben - das macht den besonderen Reiz der Azoren als Ferienziel aus.

Wegen ihres intakten Ökosystems, ihrer sozialen Stabilität und ihrer kulturellen Identität wurden die Azoren von National Geographic zur zweitschönsten Inselgruppe der Welt gewählt. Ein Komitee, das von den 47 Mitgliedsstaaten des Europarates gebildet wurde, erklärte sie zur Europäischen Region des Jahres 2010.

Feiertage
Die Azorianer begehen ihre lokalen Feiertage mit großem Aufwand. Neben kirchlichen Feiertagen gibt es auch historische Gedenktage und natürlich alle uns bekannten Festtage. Zu den bekanntesten gehören:

Datum/Tag Feiertag Ort
fünfter Sonntag nach Ostern Santo Cristo Fest Sao Miguel
29. Juni Sao Pedro Cavalcade Ribeira Grande, Sao Miguel
letzte Woche im Juni Fest des St. Johannes
Prozessionen mit Stierkämpfen
Terceira
22. Juli Madalena Fest Pico
Woche vom 1. bis 2. Sonntag im August Seefest Horta, Faial
15. August Inselfest Santa Maria

Essen & Trinken

Alles was Land und Meer zu bieten haben, kommt frisch und unverfälscht auf den Tisch. Der Atlantik bietet Fische und Krustentiere im Überfluss und die azorianischen Fischer wissen seit Jahrhunderten, wo sie was zu finden haben. Die zahlreichen Rinder, die ganzjährig auf den Weiden grasen, liefern frische Milch und saftiges Fleisch. Es gibt taufrisches Gemüse und herrliches Obst. Die azorianische Küche ist rustikal und sehr schmackhaft. Sie kann allerdings nicht nur mit ihrer Frische punkten, sondern auch mit ihren zahlreichen Gewürzen. Nicht umsonst waren die Inseln jahrhundertelang Anlaufhafen für mit Gewürzen beladene Schiffe aus Fernost. Rumpsteaks von Terceira, Cozido aus Furnas, fangfrischer Fisch, Käse von Sấo Jorge, süß-aromatische Ananas von São Miguel, Yamseintöpfe, Queijadas (süße Käsetörtchen), delikate Weine, Maracujalikör und Aquardente (Brandy) von Graciosa sind mehr als eine Mahlzeit wert.

Gastronomie
Die azorenische Küche ist gut bürgerlich und bietet überwiegend deftige Hausmannskost. Sie reicht von Früchten aus eigenem Anbau über fangfrischen Fisch und Krustentieren bis zu saftigen Steaks, Suppen und Eintöpfen. Die Einheimischen essen gut und gerne, kochen stets frisch und in großen Portionen. Der Geschichte nach sind Fisch und Käse die Grundlage der azorenischen Speisen. Auf Knoblauch, Salz und das gekonnte Verfeinern mit vielen Gewürzen und Kräutern wird bei keiner Mahlzeit verzichtet. Der wohl berühmteste Eintopf "Cozido das Furnas" wird hauptsächlich auf Sấo Miguel serviert. Rind-, Schweine- und Hühnchenfleisch wird zusammen mit Kartoffeln und Gemüse mit vulkanischer Hitze ca. 6 Stunden gekocht. Jede Insel hat ihre eigenen Spezialitäten. Es empfiehlt sich also jederorts das Tagesgericht "prato do dia" zu wählen. Delikater Vulkanwein und Teesorten nach asiatischem Vorbild sollten ebenfalls gekostet werden. Besonders interessant ist auch die Verkostung in einer traditionellen Käserei.

Cozido
Cozido ist ein rustikales Eintopfgericht aus der Region Furnas im Osten der Insel São Miguel. Dort dampft und zischt es aus dem Erdinneren. In Erdlöchern, die in den heißen Boden gegraben werden garen Gemüse-, Fleisch- oder Fischstückchen zusammen mit Kräutern und Gewürzen in einem Topf ca. 6 Stunden lang. Danach wird der Eintopf an Ort und Stelle oder in einem Restaurant verspeist.

Wissenswertes von A - Z

Açor
Açor ist das portugiesische Wort für Habicht. Als Diogo de Silves und seine Seefahrer die Inseln zum ersten Mal erblickten, glaubten sie, große Raubvögel zu sehen, die sie für Açors (Habichte) hielten. Es hat nie Habichte auf den Azoren gegeben. Es waren wohl Bussarde. Dennoch: Die Azoren behielten ihren Namen und auch auf der Fahne ist ein Habicht zu sehen. Es gibt allerdings auch viele, die glauben, dass die azurblauen Hortensien, die im Sommer die grünen Inseln in ein blaues Blütenmeer verwandeln, verantwortlich für den Namen sind.

Atlantis
Atlantis lag, so schrieb der griechische Philosoph und Staatsmann Plato, vor etwa 12.000 Jahren westlich der “Säulen des Herakles“ (Straße von Gibraltar). Atlantis war reich an Naturgütern und seine Bewohner lebten in großem Wohlstand. So entstand ein hoch entwickeltes Reich, eine glorreiche und mächtige Kriegs- und Wirtschaftsmacht, ein sagenhafter Inselstaat. Atlantis beherrschte halb Europa und Nordafrika, verlor einen Krieg gegen Athen und versank schließlich durch gewaltige Erdbeben und Sturmfluten innerhalb eines schrecklichen Tages und einer schrecklichen Nacht. So soll Zeus die Menschen, die korrupt und verdorben geworden waren, bestraft haben. Ob die Legende um Atlantis ein Märchen oder ein geschichtsrelevanter Mythos ist, ob Atlantis dort gelegen und dort versunken ist, wo heute die Azoren liegen, wird die weitere Forschung zeigen.

Azorenhoch
Das Azorenhoch ist eines der großen, beständigen Hochdruckgebiete des subtropischen Hochdruckgürtels. Es beeinflusst die Wetterlage in Deutschland vor allem dann, wenn sich ein Teil des Azorenhochs nach Norden ausweitet und sich über Mitteleuropa hinweg nach Osten verlagert. Dann bringt es in Deutschland in den Sommermonaten heißes und trockenes Sommerwetter. Das Azorenhoch entsteht in der Regel ein paar hundert Kilometer südlich der Azoren. Es erhielt seinen Namen nur, weil weit und breit kein anderer Festlandsbezugspunkt zu finden war.

Bevölkerung
Die Menschen auf den Azoren verdienen sich ihren Lebensunterhalt hauptsächlich im Tourismus, der Landwirtschaft und dem Fischfang. Sie sind bodenständig, offen und von außerordentlicher Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Die Zeiten, als Tausende von Inselbewohnern nach Brasilien oder Nordamerika auswanderten, sind vorbei. Im Gegenteil: Viele Auswanderer kehren zurück, und andere wandern ein, angezogen von der Schönheit, der Ruhe und der Lebensqualität, die sie auf den Inseln finden. Von den Azoren kommen bekannte Persönlichkeiten wie die Sängerin Nelly Furtado, der Dichter João de Melo, der Fußballer Pauleta, der Musiker Nuno Bettencourt (Extreme) und andere.

Einkaufen
Viele kleine historisch geprägte Städte und Orte laden zum Bummeln ein, Gelegenheit zum Shoppen findet man jedoch fast nur in Ponta Delgada, auf São Miguel. Die Azoren sind bei Weitem noch kein überlaufenes Touristengebiet, vielmehr reist man individuell und erlebt den direkten Kontakt zu Einheimischen die mit ihrer Gemütlichkeit und Gastfreundlichkeit begeistern und an ihrem Leben teilhaben lassen. Viele Frauen sind im Textilbereich beschäftigt. Jede Insel betreibt ihr individuelles Kunsthandwerk, das man bestaunen und auch käuflich erwerben kann. Es gibt eher wenige Märkte, dafür aber besonders typische "Mercearias", vergleichbar mit kleinen Tante Emma Lädchen, in denen man alles bekommt. Das ganze Jahr über wird frisches, selbstangebautes Obst und Gemüse angeboten, genau wie Käse, Brot und fangfrischer Fisch.

Elektrizität
230 Volt Stromspannung (kein Adapter notwendig) Es passen meist die deutschen Zweierstecker oder Adapter. Für Föhn und Rasierapparate gibt es die Eurosteckdosen im Bad.

Impfungen
Das Gesundheitswesen auf den Azoren ist gut. Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes  www.rki.de für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft werden. Weitere Impfungen sind nicht zwingend erforderlich. Eine Auslandskrankenversicherung ist zu empfehlen. Apotheken gibt es in allen Hauptorten.

Internetadressen
1. 250 vulkanische Höhlen gibt es auf den Inseln. Mehr Informationen gibt es bei IPEA (Inventario do Património Espeológico Açores)
 www.speleoazores.com

  1. Die Azoren sind ein Paradies für Wanderer. Karten, Beschreibungen der Wanderwege und wertvolle Tipps finden Sie bei  www.trails-azores.com

  2. Ein Anbieter von Walbeobachtungsfahrten auf Pico zeigt Ihnen die eindrucksvollsten Fotos auf  www.aquaacores.com.pt

  3. Auch Nichtgolfer werden von den herrlichen Bildern der Golfplätze auf den Azoren beeindruckt sein bei  www.azoresgolfislands.com

  4. Alle Inseln außer Corvo bieten Ferien auf dem Bauernhof oder in landestypischen Unterkünften an. Mehr darüber erfahren Sie unter  www.casasacorianas.com Von diesem Link kann auch der offizielle Azorenführer runtergeladen werden.

  5. Mehr über das LIFE Projekt, das zum Ziel hat, das Überleben des Priolo zu sichern, erfahren Sie bei  www.spea.pt

  6. Eine 16-seitige Informationsbroschüre finden Sie in deutscher Sprache bei  www.visit-azoren.de

  7. ICEP Portugiesisches Handels- und Touristikamt, Zimmerstraße 56, D-10117 Berlin Telefon: (0180) 500 49 30 (0,14/Min. aus dem deutschen Festnetz, Info-Hotline für Endkunden)
    Internet:  www.visitportugal.com

Inselhüpfen
Jeder der neun Inseln ist eine Welt für sich; auf jeder Insel ist einzigartiges zu erleben. Es wäre deshalb schade, nur eine Insel kennen zu lernen. SATA Air Açores bietet Flüge auf alle neuen Inseln an, wobei nicht alle Inseln täglich angeflogen werden. Zwischen allen Inseln des Archipels bestehen Schiffsverbindungen. Regelmäßige Fährverbindungen gibt es zwischen den Inseln der zentralen Gruppe in den Monaten April bis Anfang Oktober. Die Entfernungen sind beträchtlich: deshalb dauert z. B. die Fahrt Terceira - Graciosa 4 Stunden; Terceira - Sấo Jorge 3 ½ Stunden. Schneller geht es zwischen Pico und Faial: Die Fähren verkehren mehrmals am Tag und sind ½ Stunde pro Strecke unterwegs.

Kleidung
Aufgrund der enormen Wetterschwankungen sollte in jedem Fall immer eine Wind- bzw. Regenjacke und ein Pullover mitgeführt werden.

Landwirtschaft
Portugiesische, bretonische und flämische Bauern und maurische Sklaven gehörten zu den ersten Siedlern. Sie rodeten die Wälder und legten Viehweiden und Ackerflächen an. Die fruchtbare vulkanische Erde und das gemäßigte, subtropische Seeklima ermöglichen den Anbau von zahlreichen Produkten: Mais, Weizen, Kartoffeln, Yams (Süßkartoffel), Ananas (in Gewächshäusern auf Sấo Miguel), Bananen, Tee (dem einzigen in Europa), Passionsfrüchte, Granatäpfel, Wein, usw.. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts erlebten die Azoren eine wirtschaftliche Blüte, besonders durch den Anbau von Orangen. Nachdem allerdings die Orangenplantagen durch Pilzbefall zerstört worden waren, ist heute nur noch die Rinderzucht von überregionaler Bedeutung. Die Rinder kamen bereits mit den ersten Siedlern auf die Inseln. Die allgegenwärtigen Kühe liefern frische Milch, würzigen Käse und zartes, saftiges Fleisch. Das ganze Geheimnis für die außerordentliche Qualität dieser Produkte liegt darin, dass die Kühe ganzjährig auf den Weiden bleiben können. Es gibt auf den Azoren keine Ställe.

Mietwagen
Die meisten internationalen und einige lokale Vermieter haben Büros auf den Inseln (Ausnahme: Corvo). Reservierungen von Deutschland aus sind zu empfehlen. Ein internationaler Führerschein ist nicht erforderlich, wohl aber der Personalausweis. Das Mindestalter beträgt 21 Jahre. Viele Verleihstationen bieten auch Motorroller an.

Parque Terra Nostra
Wer etwas für seine Gesundheit tun will, ist in Furnas auf der Insel São Miguel mit seinen Heilquellen an der richtigen Stelle. Mitten in der Parkanlage "Parque Terra Nostra" speisen warme, vulkanische, schwefelhaltige Quellen das größte Thermalbad der Welt. Dieses Wasser soll bei rheumatischen Beschwerden und verschiedenen Hautkrankheiten helfen. Gepflegte Spazierwege führen durch die schönste Parkanlage der Azoren. Riesige Araukarien und Sicheltannen überschatten gewundene Kanäle und aus Grotten plätschernde Wasserfälle. Gäste des Hotels "Terra Nostra Garden" haben gratis Eintritt zum Park und seinem Thermalbad. Aber auch an anderen Stellen der Inseln kann man sich im warmen Thermalwasser, kleiner Geysire, Wasserfälle und Schwefelquellen entspannen.

Peter’s Café Sport
Peter’s Café Sport auf der Insel Faial, nur wenige Schritte vom Yachthafen entfernt, ist Kneipe, Postamt, Wetterstation, Informationsbüro und Wechselstube zugleich - eine Institution seit 1918. Hier soll es den besten Gin Tonic im Umkreis von 2.000 Seemeilen geben. Briefe, Telegramme und Päckchen warten postlagernd in einer Schublade auf die Segler, die in Horta zum ersten Mal nach der Atlantiküberquerung wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Sicherheit
Die Azoren sind ein sehr sicheres Reiseziel; die Kriminalitätsrate ist gering (obwohl das Gefängnis in Sao Miguel eine architektonische Augenweide ist, mit einmaliger Lage und Ausblick auf den Ozean). Die übliche Vorsicht ist natürlich dennoch geboten.

Taxi
Sie sind meist mit Funk ausgestattet und können per Telefon bestellt oder direkt an der Straße angehalten werden. Sie sind preiswerter als in Deutschland.

Terceira
Terceira, die ebenfalls zur Zentralgruppe der Azoren gehört, ist vor allem die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Renaissance-Altstadt von Angra do Heroísmo, die jahrhundertelang der wichtigste Warenumschlagplatz im Atlantik war. Dazu gehören die vielen Heilig-Geist-Kapellen, die geschützten Lava-Pools von Biscoitos und der geheimnisvolle Vulkanschlot Algar do Carvão. Überdies versteht man auf der nach São Miguel bedeutendsten Insel, die als dritte ("terceira") entdeckt wurde, zu leben. Nirgendwo sonst auf dem Archipel, heißt es, sind die Feste so ausgelassen und die Küche so gut wie auf Terceira.

Trinkgelder
Ein Gast lässt dem Kellner das Trinkgeld liegen, wenn er das Wechselgeld zurückbringt. Es sollten jedoch keine Zwei- oder Fünf-Cent-Stücke liegen bleiben, da dies als unhöflich gewertet wird. Zimmermädchen und Gepäckträger sollte man ein paar Euros zukommen lassen. Falls Sie mit dem Taxi unterwegs sind, sollten Sie den Rechnungsbetrag um bis zu 10% aufrunden.

UNESCO-Weltkulturerbe Angra do Heroísmo ist die älteste Stadt der Azoren. Im Jahre 1534 bekam sie Stadtrechte und wurde Bischofssitz. Angra war der wichtigste Handelshafen auf der Route der Handelsschiffe von Portugal nach Fernost oder Amerika und umgekehrt. Das verhalf der Stadt zu wirtschaftlicher Blüte. Im Hafen gingen die Schiffe vor Anker, die mit Gewürzen aus dem Orient, mit Gold und Silber aus Südamerika, mit wertvollen Stoffen, Früchten und Düften beladen waren. Hier entstanden Prachtbauten aus Renaissance und Barock und imposante Festungswerke, denn eine so reiche Stadt musste vor Piratenangriffen geschützt werden. Seit 1983 gehört Angra do Heroismo zum Weltkulturerbe.

2004 hat die UNESCO die Weingärten von Pico zum Weltkulturerbe erklärt. Seit dem 15. Jahrhundert wird auf Pico Wein angebaut. Unzählige kleine Weingärten, von Lavamauern eingefasst, erstrecken sich an der Westküste von Pico. Generationen von Menschen haben Jahrhunderte gebraucht, das steinige Land in diese einzigartige Kulturlandschaft zu verwandeln. So entstand das größte steinere Netzwerk der Welt. Geschützt vom Wind und von der Sonne verwöhnt, reifen hier die Weinreben besonders gut heran. Die Steine speichern die Wärme und fördern damit die Qualität. Der Wein der Insel ist in der Regel rot und schwer und hat auf Grund der vulkanischen Erde ein einzigartiges Aroma. Im 19. Jahrhundert wurde der Wein bis an den Zarenhof nach Sankt Petersburg exportiert. Sogar in Tolstois Roman "Krieg und Frieden" wird Picowein erwähnt.

Unterkunft
Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in den verschiedensten Anspruchs- und Preiskategorien. Offizielle Campingplätze gibt es auf fast allen Inseln und auf São Miguel und Terceira auch Jugendherbergen. Man kann in einfachen Privatzimmern, kleinen Pensionen, Ferienhäusern, in restaurierten Palästen, Klöstern, Herrenhäusern oder in Drei-, Vier- und Fünf-Sterne Hotels wohnen. Besonders reizvoll sind die historischen Pousadas von Faial und Terceira. Ehemalige Festungen wurden in luxuriöse Hotels umgewandelt und man lebt in lichten, modern designten Räumen hinter Schießscharten und dicken Festungsmauern. Schön wohnen lässt es sich auch in den Casa Açorianas, den landestypischen, traditionellen Unterkünften wie z.B. Gutshöfen, herrschaftlichen Landhäusern, einer Windmühle oder einem Kloster.

Visum
Ein Visum ist nicht erforderlich. Für deutsche Staatsbürger genügt zur Einreise auf die Azoren, die zu Portugal und damit zur EU gehören, ein Personalausweis.

Vulkane
Die Azoren verdanken ihre Existenz vulkanischer Gewalt. Als Berge aus Feuer, Wind und Einsamkeit werden sie oft beschrieben. Corvo und Flores liegen auf der amerikanischen Festlandsplatte, wie sieben andere Inseln auf der eurasischen Platte. Dazwischen befindet sich der mittelatlantische Rücken. Die Azoren liegen also in einem Gebiet heftiger vulkanischer Tätigkeit. Vulkanische Spuren sind auf allen Inseln (Ausnahme: Santa Maria) zu finden, und sie machen die Schönheit der Landschaften aus. Zahlreiche interessante vulkanische Phänomene kann man sehen: Kraterseen, Geysire, Fumarolen, Lavafelder, Basaltgestein, Höhlen, Vulkanschlote und Lavastollen. Kegelförmige Vulkane mit steilen Seitenwänden, von dichten Pflanzenteppichen überwuchert, sind wohl die eindrucksvollsten Formationen. Sie haben beim Ausbruch abwechselnd Schlacke, Asche und Lava gefördert und die Tuff- und Lavalandschaften der Azoreninseln aufgebaut. Häufig sind aus ihnen nach einer erneuten Eruption die typischen Vulkankrater oder Caldeiras (wörtlich Suppenkessel) hervorgegangen.

Wetter Petrus, der bekanntlich für das Wetter verantwortlich ist, hat viele kleine Engel angestellt, die ihm dabei helfen, auf der Erde das Wetter zu organisieren. Einer dieser Engel war besonders lebhaft und aktiv. Er purzelte durch Petrus Wetterküche und mischte sich hier ein und veränderte dort etwas. Petrus war das nicht recht. Schickte er einen warmen Regenschauer in die Tropen, sandte der kleine Engel einen Schneesturm hinterher. Ließ Petrus über der Sahara die Sonne scheinen, verursachte der kleine Engel einen Wolkenbruch. Petrus ermahnte den kleinen Engel. Doch vergebens. In der Arktis ließ der kleine Engel die Temperatur auf 30° C steigen! Petrus wurde zornig. "Engel", sagte er "Du bist mir keine Hilfe. Du hälst dich an keine Regel! Hier kann ich dich nicht gebrauchen! Ich versetze dich an einen Ort für den Du von nun an alleine verantwortlich bist". Und er schickte das Engelchen auf die Azoren. Wen wundert es jetzt, dass man auf den Azoren alle Jahreszeiten an einem Tag erleben kann?

Yachthafen
Wenn früher die Menschen ans Meer gefahren sind, um Indien zu entdecken oder Fische zu fangen, so begeben sie sich heute aufs Wasser, um Sport zu treiben, der Freude und des Vergnügens wegen. Segeln oder lieber vor Anker liegen. Diese Frage ist in den Yachthäfen der Azoren schwer zu beantworten.

Den Yachthafen von Horta, zwischen zwei malerischen Buchten gelegen, kennen alle, die den Atlantik überqueren und eine Pause einlegen wollen. Er ist einer der meist besuchten Yachthafen der Welt. Die 300 Anlegeplätze erfreuen sich auch wegen ihrer attraktiven Liegeplatzgebühren einer großen Nachfrage. Im Hafen, von dem man einen fantastischen Blick auf Pico, den Berg und die Insel hat, befindet sich das zweitgrößte maritime Kunstwerk der Welt. Jeder Segler muss sich vor der Abreise an der Hafenmauer mit einem Gemälde verewigen; wenn nicht – Neptun lässt es nicht ungestraft, auch wenn Seeleute, einem englischen Sprichwort zufolge, den besonderen Schutz des Allmächtigen genießen. Ponta Delgada auf São Miguel erstreckt sich über eine lange Bucht. Hier liegen neben dem eleganten Kreuzfahrerterminal der Yachthafen, wo auch wirklich große Yachten vor Anker gehen können, mit 640 Liegeplätzen und modernster Infrastruktur. Der in der Heldenbucht von Angra gelegene Yachthafen gehört zu den modernsten der Azoren. 260 Schiffe finden dort Platz und ihre Besatzungen finden eine exzellente Infrastruktur, Ruhe und kulturelle Angebote in der nahe gelegenen Stadt.

Expertentipp

Neun vulkanische Inseln, üppig grüne Landschaften und türkis-schimmernde Kraterseen: Bem-vindo in der Wetterküche Europas. Die größte Insel des Archipels ist São Miguel. Im Kurort Furnas warten ganz besondere Naturschauspiele auf den Besucher: Ein Bad in den heilenden Thermalbädern des Ortes darf nicht fehlen. Auch der Badesee im Parque Terra Nostra wird von heißen Quellen gespeist. Das eisenhaltige Wasser ist zwar ziemlich braun, dafür ganzjährig 38 Grad warm. Unübersehbar sind die dampfenden heißen Fumarolen. Sie findet man im Ostteil des Ortes und auch am Lagoa das Furnas wieder. Je näher Sie kommen, desto mehr steigt Ihnen ein Schwefelgeruch in die Nase. In den rund 1 m tiefen Löchern, die Sie in der Erde finden, wird gekocht. Hier entsteht der traditionelle Eintopf "Cozido das Furnas", eine Mischung aus Fleisch, Würstchen, Kohl, Kartoffeln und anderem Gemüse. Die Erderwärmung genügt für eine Zubereitung, die bis zu 6 Stunden dauert und verleiht einen ganz besonderen Geschmack. Genießen Sie ein deftiges Mittagessen im Terra Nostra Garden Hotel.

Ihre Katharina Eppstein

Reiseberichte

Chronist Jens -  São Miguel - das "Eingangstor" der Azoren

Liebe Mitleser, Fernwehgeplagte, Reisefieberpatienten, Arbeitsplatzfreihalter…

mein Name ist Jens und der eine oder andere von Euch kennt mich bereits von meinen Blogs 2012 aus dem „Wilden Westen“ oder 2013 vom „Dach der Welt“. Da wir nicht zum ersten Mal mit Berge & Meer verreisen und ich meine nähere (und weitere!) Umgebung gern an unseren Reisen teilhaben lasse, werde ich Euch also in den nächsten zwei Wochen täglich einen Bericht über viele neue Eindrücke, Erlebnisse, Begebenheiten liefern.

Am 08.10.2014 soll es losgehen, für meine Frau und mich! Natürlich sind wir gespannt, was uns alles erwartet, aber da wir sooo gern unterwegs sind, können eigentlich nur positive Überraschungen folgen!

Als erstes mal eine sehr frühe Anreise, denn morgens um halb sieben geht bereits unser Anschlussflieger von Berlin-Tegel nach Düsseldorf und danach der Flug nach Ponta Delgada, Hauptstadt der Azoren.

Freut Euch einfach mit uns auf die zwei schönsten Wochen des Jahres und schaut mal rein, wenn Ihr mögt!