Wer Vilnius von oben anschauen mag, kommt am „Vilniaus televizijos bokstas“ nicht vorbei. Der Fernsehturm der litauischen Hauptstadt ist mit knapp 330 Metern nicht nur das höchste Gebäude des Landes, sondern zählt auch zu den achthöchsten Sendetürmen Europas. In Litauen ist der TV-Turm weit mehr als ein Superlativ. Seit Beginn der 90er-Jahre gilt er als Symbol der Freiheit, denn litauische Zivilisten beschützten ihn damals vor sowjetischen Truppen.
Doch nicht nur deswegen besuchen jährlich rund 120.000 Menschen den Fernsehturm. Allein die Fahrt mit dem Aufzug auf die Besucherplattform ist ein kleines Erlebnis. In knapp sechzig Sekunden gleitet man beinahe geräusch- und erschütterungslos auf 165 Metern hinauf, wo eine kleine moderne Bistro-Bar und der begehbare Aussichtspunkt warten.
Über den Wolken hat man dann den perfekten Blick auf das Umland von Vilnius. Ganz mutige können beim einstündigen „Edge Walk“ auf der 360-Grad-Plattform im Außenbereich spazieren. Angeseilt kann man sogar bis zur Kante gehen und die Füße über dem Abgrund baumeln lassen.
Kleiner Tipp von mir: Am besten besucht man den Fernsehturm kurz bevor er schließt. Dann sind weniger Menschen dort und es gibt mit Glück einen fantastischen Sonnenuntergang über Vilnius zu sehen.
Der Fernsehturm ist von montags bis sonntags von 11 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Ein Ticket für Kinder ab vier Jahren kostet neun Euro, Erwachsene zahlen 16 Euro. Ein Spaziergang über den Edge Walk kostet zusätzlich 39 Euro pro Person.