11. Tag
Nicht weit entfernt von West Yellowstone sind wir in den Nationalpark eingefahren. Direkt nach der Einfahrt hatte sich ein kleiner Stau gebildet. Der ganze Bus hielt den Atem an, Petra meinte, die Chancen stehen gut, dass ein Bär in der
Nähe der Straße gesichtet wurde. Wie sich aber herausstellte, hatte ein einzelner Bison die Blicke auf sich gezogen. Kurz darauf haben wir die 7. Staatsgrenze nach Wyoming passiert. Da es noch ziemlich frisch war, hatte dichter Nebel ein mystisches Licht gezaubert. Unser erster Stopp im Park war der Fountain Paint Pot Trail. Die Sicht war leider etwas eingeschränkt, da der Qualm der heißen Geysire durch den Nebel nicht abziehen konnte. Trotzdem konnte man es überall blubbern sehen und hören. Petra hat berichtet, dass viele Unfälle passieren. Leute missachten die überall gut sichtbar aufgestellten Warnschilder und betreten die teilweise dünnen Salzkrusten, die kochend heißes Wasser oder ätzende Flüssigkeit bedecken. Auf den Holzstegen hatte man einen guten Blick auf die kleinen Becken die eine strahlendblaue Farbe hatten und in denen das Wasser am Kochen war. Hinter der nächsten Kurve stiegen Mini Geysire dampfend in die Höhe. Jeder Anblick war faszinierend und immer wieder anders.
Unser nächster Stopp war an der Grand Prismatic Spring. Die Sonnte hatte sich schonmal ein wenig durch den Nebel gekämpft, lichte Flecken Himmel brachen durch. Die Wärme fehlte allerdings noch. Daher blieb uns der Anblick auf die volle Farbpracht der Grand Prismatic Spring verwehrt. An diesem Spot schimmert das 75 m x 91 m große Becken durch verschiedene Bakterien in den schillernden Regenbogenfarben. Am Rande des Beckens konnte man das Farbspetakel nur erahnen. Der nächste Stopp war bei dem bekannten Old Faithful Geysir. Bei der Ankunft wurde es plötzlich hektisch. Petra hatte schnell in Erfahrung bringen können, dass der nächste Ausbruch schon etwa in 10 Minuten stattfinden sollte. Wir sind alle aus dem Bus in das Visitor Center gesprintet und zum Geysir gelaufen. Eine riesige Menschenmenge hatte sich bereits in Lauerstellung versammelt, um nichts zu verpassen. Wir haben uns dazu gesellt, so leicht war es schon am Brodeln.
Plötzlich zischte es gewaltig und eine riesige Wasser- und Dampfsäule schoss aus der Erde. Das ganze Spektakel dauerte über 3 Minuten. Wir fanden es sehr beeindruckend. Petra hat uns allerdings hinterher berichtet, dass sie es schon viel gewaltiger gesehen habe, dafür wäre der Ausbruch mit nur einminütiger Dauer viel kürzer gewesen. Kurze Zeit später haben die Ranger schon wieder auf Aushängen die nächste Ausbruchzeit beziffern können. Der Old Faithful bricht regelmäßig so alle 90 Minuten aus. Wir hatten im Anschluss eine gute Stunde Zeit, uns das Areal auf den Holzstegen genaustens anzuschauen. Überall waren auch hier wieder verschiedene Becken zu sehen, die in einer tollen Farbe leuchteten. Diverse Lehmbecken waren am blubbern und köcheln. Eine „Anemone Spring“ glich einem Korallenriff und leuchtete im schillernden Orange. Fantastisch. Der Yellowstone NP war der erste NP in den USA und gilt weithin auch als erster NP der Welt. Er gilt als Hotspot für das größte Vulkansystem Nordamerikas und wird als Supervulkan bezeichnet.
Zurück im Bus waren alle begeistert, jeder hatte etwas anderes gesehen. Weiter ging es durch die wunderschöne Landschaft, malerische Flüsse schlängelten sich parallel zur Straße durch das Tal. Man konnte sich nicht sattsehen. Unser nächster Stopp war der Artist Point Overlook, ein Aussichtspunkt am Südrand des Yellowstone und liegt in der Nähe der Yellowstone Falls am Yellowstone River. Am Overlook angekommen, übermannten mich die Emotionen. Ein wahnsinnig schönes Panorama mit Blick auf die Yellowstone Falls bot sich hier. Wunderschön. Menschen aus aller Welt trafen hier aufeinander, um diesen Anblick zu genießen. Wir konnten uns kaum lösen. Vom Artist Point ging es weiter zum östlichen Parkausgang Richtung Cody, unserem heutigen Tagesziel. Unterwegs sind wir auf eine große Herde Bisons gestoßen, die unsere Straße kreuzte. Der Busfahrer hat uns an sicherer Stelle aussteigen lassen, damit wir die Tiere aus nächster Nähe betrachten konnten. Ein tolles Erlebnis, wir waren sehr dankbar, dass wir diesen Moment erleben durften. Einige Zeit später, passierte auch eine Herde Bighornschafe direkt unter unserem Busfenster den Abhang. Eine tolle Landschaft begleitete uns auch weiterhin bis Cody, der Heimat von Buffalo Bill.
Cody ist ebenfalls bekannt für seine Rodeo Veranstaltungen, leider war die Saison am 31.08.2026 beendet. Sehr schade, sicher auch ein Erlebnis. In Cody angekommen, haben wir schnell unsere Zimmer bezogen und haben die Stadt erkundet. Auch für heute hat Petra uns wieder gute Tipps zur Einkehr und zum Abendessen gegeben. Unser Ziel für diesen Abend sollte das „Irma Hotel“ sein, eine gute Wahl wie sich herausstellen sollte. Schon von Weitem hörten wir, dass was dort was los sein musste. Vor dem Irma Hotel wurde die amerikanische Nationalhymne gespielt und im Anschluss haben verschieden Cowboys in einem aufgebauten Westernset eine Geschichte mit Wyatt Erb nachgestellt. Wir haben kurz zugeschaut und sind dann in den tollen Saloon gegangen und haben uns an die alte Kirschholztheke gesetzt. Es dauerte nicht lange und wir wurden von einer netten amerikanischen Dame und einem Herrn angesprochen. Den ganzen Abend haben wir in dieser netten Gesellschaft plaudernd und lachend bei Westernlivemusik verbracht. Die Amerikaner sind so offen und freundlich und geben uns Touristen so ein gutes Gefühl. Dieser Tag war überwältigend, so viele Eindrücke im Nationalpark haben wir mitgenommen und der tolle Abend wird auch in guter Erinnerung bleiben.