September 2026

Reisebericht: Aktivreise durch die Täler von Kappadokien

Unsere Chronistin Meike hat auf ihrer Aktivreise bizarre Tuffsteinformationen, Feenkamine und versteckte Höhlenkirchen entdeckt. Ihre Wanderungen führten sie durch eindrucksvolle Felslandschaften und in idyllische Ortschaften, in denen Zeit für einen türkischen Tee und Einblicke in das Leben vor Ort blieb. Dabei begeisterten sie die herzliche Gastfreundschaft und die spannenden Geschichten ihres Reiseleiters ebenso wie die immer neuen Ausblicke entlang der Wege. Ein besonderer Höhepunkt: Eine Ballonfahrt im Morgenlicht, bei der sie die zuvor erwanderten Täler aus der Vogelperspektive bestaunen konnte. In ihrem Reisebericht nimmt Meike Sie mit auf ihre Entdeckungstour und erzählt, was diese Region für sie so besonders macht.

Unsere Chronistin Meike berichtet von ihrer Aktivreise durch Kappadokien, Türkei
Mein Tipp

Erlebnisse voller Natur und Geschichte

Meike, Berge & Meer Chronistin

Ich bin Meike, unternehmungslustig, reisefreudig und immer neugierig auf Neues und Spannendes außerhalb des Alltags. Bei einer Türkeireise sind die ersten Gedanken, All-Inclusive und Badeurlaub. Doch dieses Land hat noch so viel mehr zu bieten.

Kappadokien in Zentralanatolien, geprägt von bizarren Tuffsteingebilden, Feenkaminen und Taubenschlägen und natürlich den zahlreichen Ballons, die man am frühen Morgen am Himmel bestaunen kann, ist gastfreundlich und herzlich. Ein Ort zum Staunen und Entdecken. Touristenschwärme sieht man hier nur in Orten wie Göreme. Unser fantastischer Reiseleiter Sezai hat uns an diesen überlaufenen Hotspots vorbeigeführt, in idyllische alte Ortschaften, kultige kleine Cafes und traditionelle Restaurants. 

Dabei haben wir ganz nebenbei viele Informationen zu Historischem, Kulturellem und Traditionellem von ihm erfahren können. Während der Tage in Kappadokien wuchs meine Begeisterung für diese Region täglich und ich kann diese Reise nur weiter empfehlen.

1. Tag

Anreise

Bei der Anreise mit der Bahn zum Flughafen gab es keinerlei Probleme und auch die Flüge nach Instanbul und im Anschluss weiter nach Kayseri mit Pegasus Airline verliefen reibungslos. Die Flugzeiten waren sehr spät, so dass wir erst nach Mitternacht im Hotel ankamen. Das Hotel Cappadocia Plus liegt etwas abseits. Die Zimmer sind zweckmäßig. Frühstück und Abendessen gab es in Buffettform. Nach der langen Anreise lag ein kleines Sandwich im Hotelzimmer für uns bereit.

2. Tag

Die drei Täler

Die Nacht war kurz, denn wir sind direkt nach dem Frühstück losgefahren, um uns die berühmten Täler Kappadokiens anzusehen. Zuerst das Taubental mit all seinen skurrilen Felsformationen, in die zahlreiche Nischen für die Taubenzucht eingeschlagen wurden. Tauben gibt es hier keine mehr, aber unser Wanderung führte an zahlreichen dieser Bauten vorbei und wir konnten nur staunen und uns vorstellen, wie es wohl früher hier zugegangen ist, wenn all diese Taubenschläge bewohnt waren und die Bauern den Dung für die Felder aus den Tiefen dieser Bauten geholt haben.

Als nächstes brachte uns der Bus zum nahegelegenen Liebestal. Hier wurde das Staunen noch größer, denn diese Landschaft ist wohl die bekannteste und eindrucksvollste in Kappadokien. Die letzte Wanderung dieses Tags führte durch das Schwert Tal und wir waren uns einig, dass wir wohl jetzt alles Sehenswerte dieser Region am ersten Tag schon erkundet haben und das nicht mehr gesteigert werden kann. Doch das war ein Irrtum!

3. Tag

Cat Tal

Bevor wir zu unserer Wanderung durch das Cat Tal aufbrachen, besuchten wir einen Wochenmarkt. Hier gab es reichlich frisches Obst und Gemüse, Nüsse und frisch gebackenes Brot zu sehr günstigen Preisen. Die Händler waren freundlich und wir trafen viele Einheimische, die Verwandtschaft in Deutschland hatten oder selbst eine Zeit lang dort lebten. So kam es zu einigen netten Unterhaltungen und Geschichten.

Nach dem Besuch des Marktes ging es mit frischem Obst und anderen Snacks im Gepäck weiter in das Cat Tal. In diesem Tal war es sehr ruhig und idyllisch. Man kann unendlich in die Weite sehen und auch hier wieder überall Tuffsteingebilde und Taubenschläge, aber ganz anders, als am Vortag. Am Nachmittag hatten wir ein wenig Freizeit. Manche Teilnehmer der Gruppe blieben im Hotel und genossen eine Auszeit am Pool, andere unternahmen einen kleinen Spaziergang in die Ortschaft, um dort einen türkischen Kaffee oder Tee zu genießen.

4. Tag

Tafelberg und mehr

Am nächsten Tag wanderten wir über den Boztepe Tafelberg. Auf diesem Hochplateau hat man einen phantastischen Panoramablick über die Tuffsteinlandschaft. Direkt im Anschluss sind wir in das Zelve Tal gefahren und haben hier die zahlreichen
Höhlenwohnungen gesehen. Es ist unvorstellbar, dass diese noch bis in die 1950-ger Jahre bewohnt waren. 

Mein persönliches Highlight an diesem Tag war das Tal der Mönche. Ich fühlte mich, wie auf einem anderen Planeten oder in einer Märchenwelt. So bizarre Felsformationen und so zahlreiche Taubenschläge. Es ist unsagbar schön dort. Zum Abschluss sind wir in ein nahe gelegenes, kleines, idyllisches Cafe gefahren. Hier hatten wir die Möglichkeit eine eingerichtete Höhlenwohnung zu besichtigen und direkt vor dieser Wohnung im Schatten eines alten Baumes gemütlich einen Tee zu trinken und die Erlebnisse des Tages Revue passieren zu lassen.

5. Tag

Ballonfahrt, anatolische Dörfer und Rotes Tal

Endlich war der Tag der Ballonfahrt gekommen! Das Wetter war hervorragend und wir wurden sehr früh aus dem Hotel abgeholt, um pünktlich zum Sonnenaufgang mit dem Ballon in die Höhe zu steigen. Es gab ein paar Snacks und wir warteten, bis unser Ballon ready for start war. Für mich war es die erste Ballonfahrt meines Lebens und ich war begeistert, wie schnell wir in der Luft waren, wie präzise der Pilot die Höhe variieren konnte und den Ballon gedreht hat, damit jeder die schönste Sicht und die Möglichkeit zum Fotografieren hatte. Wir flogen über den Tafelberg zum Tal der Liebe und dort ging es richtig weit runter ins Tal. Wir flogen zwischen den Felsformationen hindurch und diese waren zum Greife nahe. An diesem Tag waren 154 Ballons in der Luft und dieses Erlebnis werde ich bestimmt nie vergessen.

Mit einem breiten Lächeln im Gesicht und voller Emotionen ging es zurück zum Frühstück und danach weiter für ein paar kleinere Wanderungen. Zuerst zum abgelegenen Dorf Kavak, danach nach Ibrahimpaza und Ortahisar. Diese Orte sind still, bezaubern mit einem authentisch anatolischen Charme. Ein bisschen, wie eine Reise in die Vergangenheit. Auf den Wanderungen zwischen den Orten gab es neben den Tuffsteingebilden auch immer wieder eindrucksvolle Pflanzen oder auch Obstbäume, wie Äpfel, Birnen und Zwetschgen. Häufig war auch wilder Wein dabei. Nach einer ausgiebigen Pause in einem wunderschönen Panoramacafe in Ortahisar mit Blick auf die Felsenburg fuhren wir weiter zum Roten Tal. Auch hier beeindrucken die Feenkamine und Tuffsteinfomationen in ihren, durch den hohen Eisenanteil im Gestein, rot schimmernden Farben.

6. Tag

Gomeda Tal

Unsere letzte Wanderung im Programm führt in das Gomeda Tal. In diesem Tal gibt es deutlich mehr Vegetation und wir haben die Ruhe hier sehr genossen. Es gibt hier einen Taubenschlag, in den wir klettern durften, um das Ganze einmal von innen sehen zu können. Nach diesem kleinen Abenteuer ging es weiter zur Kirche des Heiligen Basilios, eine beeindruckende Höhlenkirche mit sehr gut erhaltenen Wandmalereien. Zum Abschluss des Tages statteten wir der Ortschaft Mustafapasa noch einen Besuch ab.

7. Tag

Unterirdisches Dorf und Teppichknüpferei

Den letzten Tag der Reise durften die Wanderschuhe im Hotel bleiben. Wir besichtigten das unterirdische Dorf Özkonak, wo wir drei Etagen tief durch enge Gänge und Röhren gehen konnten und die gut erhaltenen Systeme, wie Steintore, Lüftungsschächte, aber auch Vorratsräume und Weinkeller durchstöbern konnten. Im Anschluss ging es in eine Teppichknüpferei, wo uns eindrucksvoll die Kunst des Teppichknüpfens gezeigt wurde. Hier gab es alles, von Seide, über verschiedene Wollarten, kleine,
große, runde, eckige Teppiche. Bunt, schlicht, modern oder klassisch. Auch ein Kauf und Lieferung nach Deutschland sind möglich, aber keinesfalls verpflichtend. Zum Abschluss dieser eindrucksvollen Reise sind wir nach Avanos gefahren und haben hier in
einem Lokal einheimische Spezialitäten genossen und gemeinsam über die Erlebnisse der letzten Tage geschwärmt und etwas schwermütig festgestellt, dass die Zeit doch viel zu schnell verflogen ist.

8. Tag

Abreise

Die Flugzeiten für die Abreise lagen sehr früh und so stand der Bus bereits um 2:15 Uhr vor dem Hotel zum Einladen des Gepäcks bereit. Wir bekamen noch ein Sandwich für den Rückweg und los ging es. Nach ca. 20 Minuten Fahrt blieb der Bus wegen eines Defekts am Straßenrand liegen. An dieser Stelle muss ich den Reiseleiter noch einmal explizit erwähnen und loben. Er hat ganz ruhig und souverän etliche Telefonate geführt und dafür gesorgt, dass wir einen Ersatzbus bekamen und gerade noch rechtzeitig am Flughafen ankamen. Der Rest der Abreise verlief ohne Probleme.

Fazit

Kappadokien ist auf jeden Fall eine Reise wert und das Programm der Ausflüge hier über Berge & Meer ist vollumfänglich. Die Kombination aus leichten Wanderungen und Spaziergängen in dieser eindrucksvollen Landschaft, mit so viel historischem und kulturellem Background haben mir sehr gefallen. Dazu noch die Ballonfahrt, gemeinsam mit so vielen Ballons am Himmel. Unvergesslich und wunderschön!

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