Januar - Februar 2017

Reisebericht: Azoren - 5 Inseln in einer Reise

Willkommen in Europas Wetterküche - unsere 2 Chronistinnen nehmen Sie mit auf eine Reise auf die Azoren. Egal ob São Miguel, Terceira, São Jorge, Faial oder Pico - jede Inseln ist auf ihre Art einzigartig. Mit dem inkludierten Mietwagen entdecken Sie individuell 5 Inseln auf einer Reise.

Anni und Dagmar berichten von den Azoren
Mein Tipp

5 Inseln auf einer Reise erleben

Dagmar und Anni, Berge & Meer Chronisten

Wir, Dagmar und Anni, im aktiven Seniorenalter, bereisen gerne die Welt. Diesmal trieb uns unsere Reiselust und auch Neugierde zu den Inseln der Azoren.

"Berge & Meer" half uns, fünf der neun Inseln kennen zu lernen. Vorgebucht wurde der Hin-und Rückflug Düsseldorf/Sao Miguel, drei Inlandflüge, zwei Fähren vor Ort sowie die Hotels und auch die Mietautos. Unser Anliegen ist es immer, möglichst vor Ort den Tagesablauf eigenständig bestimmen zu können. Und das ist uns auch gelungen. Und wir sind begeistert von den Azoren zurückgekehrt und planen bereits eine Wiederholung.

1. Tag

Anreise

Früh ging es los. Der Wecker (mein Smartphone) sollte um 4.30 Uhr krähen, aber ich kam dem Hahn zuvor. Ich habe kaum geschlafen. Dagmar erging es wohl ähnlich. Mein Nacken, mein Rücken schmerzten, wohl wegen des fehlenden Schlafes. Kurzfristig bat ich Dagmar, mir einfach alles zu tapen. Hat sie auch gemacht. Und weil man daran glaubt, wirkt es auch.

Wir fuhren gegen 5.00 Uhr früh bei -6 °C ab Richtung Flughafen. Gaben unseren PKW an unserer Parkstelle ab und wurden per Shuttle zum Flughafen gebracht. Funktionierte alles bestens. Wir checkten ein, gingen durch die Kontrolle und genossen unseren ersten Kaffee. Gegen 8.35 Uhr Uhr hoben wir bereits mit der Maschine ab, inzwischen nur noch -3 °C . 4 Stunden später landeten wir auf der Insel São Miguel bei ca. +15 °C. Es war für uns drückend warm und schwül. Da änderte auch der Zeitunterschied von - 2 Stunden nichts.

Am Flughafen wurden wir von unserem "Reiseleiter" erwartet. Allerdings musste er gleichzeitig eine "Wandergruppe" betreuen. So sagte er uns, dass er uns im Hotel besuchen würde. Er übergab uns sämtliche Voucher für Autos, Hotels, Flüge und auch Fähren - wie abgemacht. Wir übernahmen unseren Mietwagen am Flughafen problemlos und fuhren los zum Hotel: Azoris Royal Garden mit **** Sternen in Ponta Delgado. Prima Zimmer, guter Service, aber nahe am Flughafen. Aber so viele Flugzeuge starten und landen nun doch nicht hier. Also erträglich.

Später kam dann wie angegeben der "Reiseleiter" und informierte uns wirklich sehr ausführlich über Land und Leute. Es war für uns sehr interessant zuzuhören und auch Fragen zu stellen.

Anschließend aber wollten wir noch unbedingt unsere erste Tour machen, denn die Zeit ist ja hier kurz bemessen. Sie sollte in den Nordwesten gehen. Aber da hatten wir den Plan ohne den Wettergott gemacht. Er ließ vor Freude mächtige Regentropfen vom Himmel fallen. Und nicht nur das. Man konnte kaum die Landschaft sehen, weil dann auch noch alles zugenebelt war. Das ist dann wohl die 5te Jahreszeit: Regen, Nebel, Sonne, Temperaturschwankungen und vielleicht auch noch der Wind dazu.

Wir fuhren zurück zum Hotel. Nun hoffen wir, dass der morgige Tag ein Prachttag für uns wird. Augenblicklich sind wir total müde. So müde, dass wir sogar auf ein Abendessen verzichten. Den Flüssigkeitsbedarf regulieren wir allerdings kurzfristig mit einem einheimischen Bier aus der Flasche.

2. Tag

São Miguel

Was für ein Tag! Der Morgen begann mit einem tollen Frühstück. Und die Fortsetzung folgte im gleichen Stil. Die Sonne lachte uns an und unsere Unternehmungslust wuchs von Minute zu Minute.

Los ging es bereits um 8.30 Uhr. Wir fuhren über Lagoa weiter Richtung Lago do Fogo. Unterwegs hatten wir schon die schönsten Ausblicke auf die westliche Insel. Und dann erreichten wir den See, der in einer Höhe von ca. 900 m NN liegt. Wunderschön gelegen. Rundherum nur grüne Landschaften. Wir erinnerten uns spontan wieder an unsere Irlandtour 2016, die uns unzählige Grüntöne bewusst gemacht hat. Und auch die zahlreichen "Rindviecher" auf der Strecke ließen uns wieder an Irland denken. Wir fuhren weiter nördlich und kamen fast bei Ribeira Grande aus, drehten aber vorher rechts ab Richtung Porto Formosa.

Auf dieser Strecke kreuzten wir dann die "Teestrasse". Ja, hier auf der Insel wird Tee angebaut. Aber zurzeit ist keine Erntezeit. Danach fuhren wir weiter bis Furnas, unser eigentliches Ziel von heute. Zunächst ein bisschen mühsam, dann aber doch dank Navi erfolgreich, die Caldera gefunden. Hier dampfte, qualmte und stank es aus allen Erdporen.

Und gegen 12.00 Uhr kamen dann einige Fahrer mit ihren PKWs angefahren, die dort ihre Kochtöpfe viele Stunden vorher eingebuddelt hatten und den Inhalt garen ließen. Darauf waren wir besonders neugierig. Vor Ort konnte und durfte man den Inhalt nicht probieren, also in ein bekanntes (Tony´s) Restaurant gefahren und dort eine Kostprobe bestellt. Und was für ein Teller! Nein, wir haben diese Teller nicht geschafft: Rind- und Schweinefleisch, zwei diverse Würstchen, Hähnchenfleisch, 1/2 Weißkohl, zwei dicke Möhren, unterschiedliche Kartoffelsorten, Reis, ...! Aber man muss den "Schlachtteller" mal probiert haben, der für die Einheimischen wohl zur Tagesordnung zählt. Name des Gerichtes: Cozido - 13 €.

Übrigens, wir empfinden die Insulaner hier als sehr freundlich, aufgeschlossen und auch hilfsbereit! Oftmals winkt man uns unterwegs sogar freundlich zu! Alleine diese Tatsache rechtfertigt schon ein Wiederkommen für uns. Ja, es wird wieder diese Insel sein, denn es gibt wahnsinnig viel Interessantes hier zu sehen und zu erleben, das man in wenigen Tagen nicht erfahren kann!

Nach diesem genüsslichen "Mittagstisch" wären wir normalerweise zu einem kleinen Mittagsschlaf bereit gewesen. Ging aber heute nicht. Wir wollten noch in Furnas in den Botanischen Garten (Terra Nostra Garden 8 € Eintritt), der riesig groß ist und unendlich viele Pflanzen hat. Uralte Bäume, Baumfarne in großen Mengen und ... Kamelien-Sträucher überall. Trotzdem denken wir, die bessere Jahreszeit für solche Besuche dürften die Monate Mai oder September sein. Erwähnen muss man natürlich noch die heiße, braune Quelle dort, die auch zum Schwimmen genutzt werden darf (38 °C)!

Danach war aber dann doch unsere Puste verbraucht. Es war zwar erst 15.00 Uhr (in Deutschland 17.00 Uhr) und die Energie ließ doch merklich nach. Also traten wir die "Heimreise" an. Aber natürlich nicht direkt, nur indirekt über Umwege. Über die Küstenstraße fuhren wir, durch langgezogene Dörfer und sehr engen Straßen. Wo ein Blick auf die direkte Küste möglich war, machten wir noch mal einen Stopp... und konnten dort sogar Bananenstauden bewundern.

Die Insel ist wirklich Klasse in jeder Beziehung. Generell sind die Straßen hier top, sogar auch ausreichende Parkmöglichkeiten für Autofahrer sind meistens vorhanden. Irgendwo auf der Strecke hielten wir dann noch an einer Tankstelle an, um wenigstens noch ein abendliches Bier einzukaufen. Das haben wir uns als Absacker heute verdient.

3. Tag

São Miguel

Schon früh wurden wir mit einer kräftigen Regenschauer geweckt. Also gingen wir erst einmal in den Frühstücksraum, um uns dort verwöhnen zu lassen. Und während wir so unsere Tagespläne schmiedeten, lichtete sich der Himmel allmählich und aus dem Regen wurde zunächst Nebel. Wir zögerten noch ein bisschen, wollten also den Werdegang der momentanen Jahreszeit (lach!) abwarten.

Und siehe da, es wurde tatsächlich eine Art Frühjahr mit herbstlichen Einschüben. Damit war klar, wir konnten unser Programm durchziehen, nämlich eine Fahrt in den Westen der Insel, um die beiden größten Seen der Azoren anzusteuern, die in einem riesigen Vulkankessel liegen. Man spricht hier von einem grünen (Lagoa Verde) und einem blauen (Lagoa Azul) See, wenn die Sonne das richtige Licht liefert. Das war heute leider nicht der Fall. Beide Seen wirkten heute grau in grau. Aber wir hatten trotzdem einen tollen Blick vom Kraterrand darauf. Und natürlich auf den Ort Sete Cidades, der unten liegt.

Wir ließen uns von einem Hinweisschild verführen, mit dem Auto einen breiten Wanderweg in Kraterhöhe zu befahren. Und das kilometerlang! Uns hätte allerdings kein Fahrzeug entgegen kommen dürfen, dann wäre ein Ausweichmanöver wohl sehr problematisch geworden. Wir wurden zusätzlich zu dieser doch auch für uns unerwarteten Strecke mit vielen wunderschönen Blicken auf die beiden Seen und auch auf die Küstenregion belohnt. Am Ende der Strecke stellten wir fest, dass es keine Einbahnstraße war. Es hätte also passieren können, dass, ... wollen wir mal nicht mehr darüber nachdenken.

Anschließend fuhren wir natürlich in den Kraterkessel hinein, zu dem Ort Sete Cidades, besuchten dort die Kirche, aber eine nette Kneipe lief uns nicht über den Weg. Stattdessen fuhren wir gemächlich über die Brücke, die beide Seen teilt, weiter zu dem Aussichtspunkt "Vista do Rei", der einen spektakulären Blick auf die Seen bietet.

Im Prinzip sind die Strecken hier auf der Insel alle nicht weit, es sei, man fährt kreuz und quer und kriegt auch so seine Kilometerleistung zusammen. Das ist uns heute wohl gelungen. Wir wollten noch zum westlichsten Punkt der Insel. Dort steht ein Leuchtturm (in Ponta da Ferraria), den wir uns ansehen wollten. Vorher fanden wir noch eine Abfahrt, die zu einem schönen Ausblick auf die Südküste führte: Ponta do Escalvado. Hat gelohnt, mehr als der Leuchtturm.

Übrigens sei erwähnt, dass die Sehenswürdigkeiten hier auf der Insel alle sehr gut beschildert sind. Und die Straßen sind wirklich sehr gut zu befahren, extrem steile Strecken, wie auf der Insel Madeira (über 20 %), haben wir bisher keine entdeckt (bis 10 %). Nur die hohe Luftfeuchtigkeit ist hier sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. Ein wenig macht uns die minimale Zeitumstellung von -2 Stunden zu schaffen. Morgens wollen wir früher raus, am Nachmittag beginnt bereits unsere Müdigkeit. Oder sollte das etwa doch mit unserem "jugendlichen" Alter zusammenhängen. Lassen wir mal im Raume stehen, lach!

Wir sind dann also weiter, nein, wieder zurück Richtung Ponta Delgado. Irgendwo wollten wir unseren "Mittagstisch" zu uns nehmen, fanden aber kein geeignetes Lokal, hier ist ja offiziell Winterzeit und keine Touristenzeit! Also fuhren wir bis zum Hafen in Ponta Delgado und hielten dort Ausschau. Schnell fanden wir das, was wir wollten: ein Lokal, das "einheimische Rinder in gegrillter Form" anbietet. Und so fiel unsere Wahl ganz schnell auf ein Sirloin-Steak "an besonderer Soße". Köstlich! Butterweich! Herzhaft! Selten so ein tolles Stück Fleisch gegessen. Dafür lohnt schon ein Wiederkommen. (Am Schluss unserer Reise sind wir ja nochmal für zwei Nächte hier.)

Nach dem Essen spazierten wir noch ein wenig durch die engen Gassen der Stadt, aber die weiteren Sehenswürdigkeiten haben wir zunächst mal links liegen gelassen. Auch die mächtige Burganlage am Hafen. Und die Ananas-Plantage haben wir auch nicht mehr besichtigt, obwohl heute früh noch geplant. Holen wir aber nach. Morgen fliegen wir schon früh zur nächsten Insel: São Jorge. Hoffen wir mal wieder auf einen angenehmen Wettergott!

4. Tag

São Miguel - São Jorge

Was für ein Tag! Früh wecken gelassen, kurzes, aber intensives Frühstück im Hotel genossen, direkte Fahrt zum Flughafen, dort den PKW problemlos übergeben, dann unsere Koffer eingecheckt, anschließend durch die Sicherheitskontrolle, diesmal mussten wir wieder unser Handgepäck vorzeigen und Foto-und PC-Geräte separieren. Wir versuchen es immer wieder, ohne dass wir unser Handgepäck auseinander nehmen müssen. Diesmal hat es wieder mal nicht geklappt. Die Kontrollen waren sehr korrekt!

Dann ging es in den Wartebereich und unser Flugzeug sollte mehr als 1 Stunde Verspätung haben. Wir würden den Zustand dort als kleines Chaos bezeichnen. Naja, irgendwann hieß es dann doch auch für uns "einsteigen". Nach ca. 25 Minuten erreichten wir unseren Zielflughafen. Wir stiegen wie (fast) alle anderen auch aus. Nur bei der Kofferübernahme waren unsere Koffer nicht da. Klar, direkt zur Info und nachgefragt. Bei der Vorlage von unseren Bordkarten wurde ganz schnell klar, dass wir am falschen Flughafen ausgestiegen waren. Wir waren statt in São Jorge in Terceira. Na so was, nun wissen wir auch, warum keine Koffer da waren. Die hatten es jedenfalls richtig gemacht und sind im Flugzeug geblieben. Kein Mensch hatte uns gesagt, dass das ein Flug mit Zwischenlandung sein würde. Und das Gebrumme der Ansagen im Flughafen und auch im Flugzeug haben wir nicht wahr genommen. Warum sollten wir auch? Für uns war doch alles glasklar richtig. Aber nun müssen wir wieder einmal die Freundlichkeit (und Geduld) der Portugiesen loben, denn sie haben den Weiterflug unseretwegen gestoppt und geduldig gewartet, bis wir wieder ordnungsgemäß an Bord waren. So kamen wir also zu der bereits vorprogrammierten Verspätung um zusätzliche verspätete Minuten nach weiteren 25 Minuten Flugzeit dann doch endlich am Ziel an... und auch unsere Koffer.

Am Flughafen wurden wir bereits von der Autovermietung mit freundlichen Worten erwartet - trotz reichlicher Verspätung. Wir zeigten unseren Voucher vor, unseren Beleg, dass wir in São Miguel bereits unsere Kaution für alle Anmietungen hinterlegt hatten (gute Sache!) und übernahmen nach kurzer Inspektion unseren Nissan. Am Flughafen erhielten wir noch weitere Infos zur Insel mit entsprechenden Karten. Bisher hat das mit der Organisation seitens des Veranstalters bestens funktioniert. Am meisten gefällt uns natürlich, dass wir den Tag selbst gestalten können... auch wenn vielleicht mal was schief geht.

Dann fuhren wir direkt zu unserem Hotel "Sao Jorge Garden" in Velas. War leicht zu finden, auch ohne Navigerät (ganze Europakarte!), lach! Das Hotel liegt super direkt an der Küste mit einem tollen Ausblick auf die Nachbarinsel "Pico", die wir in zwei Tagen per Fähre ansteuern werden. Und wir konnten heute bei dem schönen Wetter sogar die Spitze von hier aus sehen. Hat Seltenheitswert!

Dann stand wieder einmal ein "Mittagstisch" für uns an. Im Hotel kurz nachgefragt, welche Empfehlung man uns geben könnte. Und man nannte uns u. a. das "Naval", direkt am Hafen. Und das hat auch gelohnt. Wir entschieden uns für so eine Art Rindergulasch (mit leichtem Zimtgeschmack, lecker!) und auch ein gegrilltes Rindersteak (mit ganz viel Knoblauch!!!). Dazu ein Glas Wein für jeden, um den Tagesstress runter zu spülen. Und den obligatorischen Kaffee hinterher. Die Preise sind schon relativ günstig hier im Vergleich zu Deutschland.

Danach sollte es noch bis in die Südostspitze der Insel gehen. Haben wir aber nicht mehr geschafft, auch wegen des aufkommenden Nebels. Wir haben gedreht und wollten uns noch eine Tasse Kaffee beim "Kaffeeanbauer der Insel" (Cafe Nunes) genehmigen. Leider hatte der nur bis 14.00 Uhr geöffnet. Schade! Also zurück zum Hotel und noch einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Morgen? Eine Fahrt an die Nordküste, die extrem steile Küsten hat.

5. Tag

São Jorge

Natürlich waren wir wieder früh auf den Beinen. Unser zweiter Gang war ans Frühstücksbuffet (der erste natürlich ins Bad). Sehr reichhaltig, dabei sind wir fast die einzigen Gäste im Haus. Anschließend machten wir einen Gang ums Hotel mit dem Blick zum Berg Pico auf der Nachbarinsel. Wunderschön!

Danach machten wir eine kleine Ehrenrunde am Hafen, um uns die Gegebenheiten für morgen anzusehen, denn es geht ja morgen per Fähre zur Nachbarinsel Pico. Und am Hafen müssen wir unseren PKW vollgetankt übergeben. Alles gut organisiert. Laut Info werden unsere Koffer in einen Container für die Überfahrt gepackt. Warum nur? Hat man vielleicht Angst, dass wir unterwegs wieder irgendwo aussteigen, lach! Nein, diesmal fragen wir uns durch, auch wenn wieder alles glasklar für uns ist, ;-)!

Nach unserem Hafentrip sind wir dann in den Norden gefahren über die Hochebene, die einen Blick auf die umliegenden Inseln erlaubt, wenn das Wetter es zulässt. Heute war wieder so ein Tag. Die Nordküste ist besonders bekannt für ihre Fajas. Fajas sind kleine Küstenebenen, die sehr fruchtbar sein sollen. Man kommt aber nur über steile Zufahrten dorthin. Ursprünglich waren mal 75 dieser Fajas bewohnt und bewirtschaftet, heute allerdings nur noch relativ wenige davon. Entstanden sind sie durch Lavamassen, die dem Meer zuströmten und durch nachrutschende Landmassen. Wir haben zwei dieser für uns zugänglichen Fajas besucht: Faja Ouvidor und Faja Cubres. Unterwegs sahen wir auch vermehrt Hinweise für Wanderer, insbesondere natürlich Karten. Und wir sahen endlose Mengen von Hortensienhecken, allerdings alle verblüht.

Uns hat die Landschaft sehr gefallen, auch wenn wir von einem Wind durchgerüttelt wurden. Gerne hätten wir noch eine Hochlandtour gemacht, aber da schienen uns die unbefestigten Straßen ein für uns unkalkulierbares Risiko zu sein. Stattdessen sind wir dann wieder an die Südküste zurückgefahren. Und irgendwo suchten wir dann wieder unseren "Mittagstisch", um auch das leibliche Wohl zu versorgen.

Jetzt ist absolut hier keine Reisesaison und nur Weniges ist auf Tourismus eingestellt. Aber wir haben in Urzelina ein nettes Lokal gefunden mit einem traditionellen Buffet. Für 12 € konnten wir uns am Buffet bedienen und u. a. wieder das bekannte Traditionsgericht Cozido wählen. Dazu für einen kleinen Preis wieder eine Karaffe Wein und auch unseren Kaffee. Die Bedienung war überfreundlich und alle sprechen hier englisch.

Auf unserem Plan stand noch eine Kirche in Manadas, die die größte Barockkirche der Azoren sein soll: Santa Barbara. Aber wir wollten nicht wieder zurück fahren, sondern machten uns Richtung Hotel auf. Und auch die drei Käsefabriken konnten wir nicht besuchen. Es ist Wochenende und auch die Insulaner haben da frei. Der Käse soll der beste von den Azoreninseln sein, sagt man.

Heute Abend möchten wir, wenn das Wetter es erlaubt, einen Sonnenuntergang an den Klippen nördlich von hier sehen. Dort sind auch hoffentlich die Gelbschnabel-Sturmtaucher zu sehen und zu hören. (Schade, wettermäßig dann doch nicht möglich!)

6. Tag

São Jorge - Pico

Was für ein erlebnisreicher Tag! Auch wenn das Wetter nicht "touristengerecht" war, die Sonne sich versteckte, stattdessen Wolken, Wind und Regentropfen sich präsentierten, war der heutige Tag für uns ein absoluter Höhepunkt. Und das, obwohl wir die kleine Insel Pico nur zu einem winzigen Teil an der Nordostküste gesehen haben. Für uns ist sie unsere Trauminsel! Aber der Reihe nach!

Natürlich fuhren wir wieder früh los. Gefrühstückt, dann getankt und ab zum Hafen. Um 9.30 Uhr wurden wir zwecks Auto-Rückgabe erwartet. Funktionierte wieder hervorragend. Der "Service-Man" beförderte sogar unsere Koffer durch das bekannte Hafentor bis in den bereitstehenden Gepäck-Container. Wir waren sehr dankbar dafür! Die Wartezeit verbrachten wir im "Atlantico-Line"-Warteraum, bis die Fähre um 10.15 Uhr eintraf.

Wir, nur noch mit unserem Handgepäck beladen, betraten das Boot. Kein riesiges, aber stabiles Schiff, lach! Und an das Schaukeln hatten wir uns schnell während der 50-minutigen Überfahrt gewöhnt. Mit einer mitreisenden Portugiesin kamen wir ins Gespräch und erfuhren, dass sie hier auf der Insel ihr Haus/ihre Wohnungen vermietet, auch langfristig. Wir wurden hellhörig! (Sie spricht neben ihrer Muttersprache Französisch und Englisch. Und für unsere Leser der Hinweis: Wir sind nicht vorzeitig vom Schiff ausgestiegen, falls da irgendwelche Zweifel aufgekommen sein sollten, lach, lach!

Wir kamen also im südlichen Hafen "São Jorge" auf der Insel Pico an, werden aber unsere Weiterfahrt übermorgen vom Hafen in Madalena vornehmen, auch hier unseren PKW abgeben, den wir übernommen haben und dann die Fähre nach Faial nehmen. Die PKW-Übergabe war wieder einmal total problemlos. Ach, wäre das doch auf dem europäischen Festland auch immer so!

Dann fuhren wir ca. 20 km bis zur Stadt Madalena, hier ist auch unser Hotel "Caravelas". Großes Hotel, direkt am Hafen gelegen. Die Zufahrt war für uns etwas undurchsichtig, auch weil unser Navi uns immer wieder in Einbahnstraßen schicken wollte. Doch wir reagierten verständlicherweise nicht darauf :-). Irgendwie haben wir es dann doch geschafft, einen hotelnahen Parkplatz zu finden, um dann festzustellen, dass im Innenhof des Hotels ein hoteleigener Parkplatz vorhanden ist, der über einen separaten Zugang zu erreichen ist. Man übergab uns dann unsere Zimmer-Keys, Frühstückszeiten und natürlich den wichtigen Code für unseren Internetzugang.

Und dann wollten wir wieder einmal unseren verdienten "Mittagstisch" zu uns nehmen. Nein, wir haben uns im Hotel keine Empfehlung geben lassen. Wir sind durch den Ort geschlendert und fanden auf Anhieb ein Lokal, dass uns sehr zusagte,... auch wegen der modernen Optik. Wir rein und uns die Speisekarte geben lassen. Wie immer wurden wir auch hier sehr freundlich bedient! Ein Lob allen Insulanern!!!

Es musste auch heute wieder ein Rind dran glauben. Mein Rind war mit einer extrem leckeren, aber ungewöhnlichen Kaffeesoße begossen, Dagmars Rind strotze nur so vor Kräuterbutter mit reichlich Knoblauch. Möglicherweise lassen wir uns dort morgen wieder verwöhnen. Heute leisteten wir uns sogar als Nachtisch jeder eine Eisportion, die das Sahnehäubchen war. Und ich meinen Espresso und Dagmar ihren Milchkaffee Galao. Danach aber sollte der Tag noch nicht zu Ende sein. Kurz überlegt und uns für eine kurze Tour an der Küste entlang entschieden.

Das war für uns der Hammer!!! Die beiden bisher besuchten Inseln waren/sind natürlich auch aus Vulkangestein entstanden, aber man sah bisher selten direkt Lavabrocken bzw. Basaltgestein. Hier kommt man aus den Brocken gar nicht mehr raus. Und das Beste: Innerhalb der Steinwälle bauen sie hier Wein an. Und es ist der bekannteste Wein der Azoren. Und an der Küste kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus, weil überall die Meereswellen brodeln und gegen die Klippen schlagen. Fantastisch!!!

Mal sehen, was uns morgen auf der anderen Seite der Insel erwartet. Die Bergspitze vom Pico haben wir bei den heutigen Wolken natürlich noch nicht gesehen. Den Anblick hatten wir ja schon aus der Ferne von der Nachbarinsel São Jorge. Jetzt legen wir die Füße hoch und lassen den Tag mit einem kleinen Bierchen ausklingen.

7. Tag

Pico

Ein wundervoller Tag ist wieder zu Ende. Wir haben wieder viel Schönes gesehen und erlebt, auch wenn der heutige Tag leider sonnenlos war. Schade, denn für die vielen Naturschönheiten der Insel, ist das Sonnenlicht eigentlich unverzichtbar. Aber wir haben das Beste daraus gemacht und haben die halbe Insel umrundet.

Wieder früh ging es in den Frühstücksraum, unsere erste Mahlzeit am Tag. (Die zweite ist das Mittagsmenü und danach gibt es nichts mehr...!) Auch hier im Hotel fanden wir wieder ein reichhaltiges Angebot vor, doch auch hier kaum Gäste. Es ist eben keine Touristenzeit.

Unser Plan für heute stand eigentlich schon gestern fest, nämlich die Südküste soweit es geht zu befahren. Und das haben wir gemacht. Wir sind gegen 9.30 Uhr abgefahren, sind über São Mateus und São Joas gefahren, und haben für die Strecke von ca. 35 km bis Lajos do Pico 3.5 Stunden gebraucht. Fast unverständlich. Aber wir schaffen sowas, da wir an jeder Ecke halten und jeden möglichen Abzweig abfahren, um die Schönheiten der Insel zu sehen und in Bildern festzuhalten. Das Wetter war uns nicht wohlgesonnen, der Nebel zog auf und der Wind wehte merklich. Je weiter wir in den Süden kamen, umso dichter wurde der Himmel.

Insgesamt war es eine fantastische Tagestour. Das Rauschen und Schlagen der Wellen an der Küste gegen die Felsen beeindruckte uns überall. Und nicht nur das! Die Lavebrocken und Lavasteinwälle findet man auf der ganzen Insel. Und dazwischen immer wieder die Weinreben, die zwischen den Lavawänden vor Wind geschützt sind. Schade, dass jetzt keine Erntezeit ist und nicht alles grünt und blüht. In Lajes do Pico angekommen, haben wir eine einheimische Kneipe aufgesucht, um uns wenigstens einen Kaffee zu genehmigen und zu überlegen, ob wir die Inselrunde vollständig machen oder doch über das Hochland verkürzen und wieder auf die Nordseite fahren.

Wegen der Wetterverhältnisse haben wir uns für die Abkürzung entschieden und sind bei Nebel und Regen quer bis São Roque do Pico gefahren (unser Ankunftshafen). Der Berg Pico hatte sich total verhüllt. Und aus dem Wind wurde schon fast ein Sturm. Ja, auch unser Magen rebellierte ein wenig und wollte beruhigt werden. Doch vorher sind wir nochmals die supertolle Küstenstrecke von gestern gefahren und haben wiederholt immer wieder gehalten und gestaunt. Den fehlenden Rest der Insel machen wir dann beim nächsten Besuch dieser Insel, denn dazu haben wir uns heute entschlossen ;-).

In unserem Ort, Madalena, angekommen, haben wir zunächst wieder Benzin nachgetankt für die morgige Abgabe, den PKW im Hotel abgestellt und sind dann aber auf dem kürzesten Weg zu dem Lokal von gestern marschiert. Nein, heute keine Rinder auf dem Teller, lach. Stattdessen für mich Fisch "Bacalao", dieser bekannte portugiesische Trockenfisch (Kabeljau), und für Dagmar Pizza (sie isst kein Fisch!). Ich hatte diese Sorte Fisch doch etwas anders in Erinnerung, aber man muss ja alles Landestypische mal probieren. Dafür war Dagmars Pizza spitzenmäßig. Sie hatte eine "Small" bestellt, aber als die ankam, sah es wie eine Familienpizza aus. Ich durfte dann ihre Reste essen, so opfert man sich halt, lach!

Jetzt, im Hotel, bereiten wir uns für den morgigen Inselwechsel per Fähre nach Faial vor. Hoffentlich ist der Wind bis dahin erträglich und lässt die Fähre sanft über die Wellen des Atlantiks gleiten, hm! Den PKW können wir auf dem Parkplatz des Hotels stehen lassen, bringen nur den Autoschlüssel zum Büro des Vermieters. - Inzwischen war der Zimmerservice schon da und wollte unsere Betten zwecks Nachtruhe aufdecken. So`n Blödsinn. Aber so ist das manchmal bei den Hotels mit **** Sternen. Dann mal bis morgen - Internet vorausgesetzt.

8. Tag

Pico - Faial

Nach einer langen geruhsamen Nacht, ein attraktives Frühstück, einer problemlosen Ab-/Übergabe unseres PKWs, einer unausweichlichen Wartezeit im Hotel, standen wir pünktlich um 11.00 Uhr am Hafen, um mit der Fähre nach Faial überzusetzen.

Der Atlantik hatte sich im Vergleich zu gestern ein bisschen beruhigt, aber trotzdem kam die Fähre schaukelnd in den Hafen eingefahren. Wir denken, dass diese Fähren auch bei starken Stürmen ihre Fahrzeiten einhalten, denn sie sind wirklich robust gebaut. Unsere Koffer kamen wieder in einen Container, der dann als Sammelfracht an Bord gebracht wurde. Insgesamt fast eine Ausstattung wie an einem modernen Flughafen. Die Fahrt dauerte nur 25 Minuten, aber unterwegs ging es rauf und runter. Wir saßen ganz hinten im Freien des Schiffes, dort wo sich auch die Einheimischen aufgehalten haben. Aber wir alle wurden doch ganz schön durchgeschaukelt.

In Faial angekommen, funktionierte die Übernahme des PKWs wieder hervorragend. Wir gingen an den entsprechenden Schalter, gaben unseren Voucher ab, machten eine kurze Inspektion des Wagens und fertig. Die Dame erklärte uns noch, wie wir zu unserem Hotel kommen würden, da auf der Strecke eine Baustelle sei, die man großräumig umfahren muss. Unser Hotel "Azoris Faial Garden" ist wieder super ausgerüstet, hat 4 Sterne und wir haben ein Zimmer mit dem Blick auf den Hafen und auch auf die Nachbarinsel Pico mit dem gleichnamigen Berg. Nur die Bergspitze hat sich auch heute nicht blicken lassen, stattdessen sahen wir aber einen wunderschönen doppelten Regenbogen.

Und dann folgte unser kurzes Tagesprogramm für heute. Schon auf der Fahrt zum Hotel, natürlich mit einer kleinen, unnötigen Irrfahrt, sahen wir die bekannteste Kneipe der Azoren direkt am Hafen "Peter Sport/Cafe". Das, die Lage, hatten wir uns unabhängig voneinander sofort gemerkt. Aber zuerst fuhren wir zum Hotel. Wieder einmal ein Spitzenhotel, dass man uns ausgesucht hatte. Mehrere Wohneinheiten zeichnen die Hotelanlage aus. Wir wohnen jedoch im Haupthaus nahe zur Hotelbar, lach.

Unser nächster Gedanke war "Peter". Schon auf der Insel São Miguel hatte man uns die Küche des Lokals empfohlen. Sowas merkt man sich eben. Also, nix wie hin. Dort angekommen, fühlten wir uns auf Anhieb wohl, weil alles so unkompliziert und gemütlich war. Und die Speisekarte war auch vielversprechend. Wir bestellten wieder einmal unsere "Rinder", aber mit unterschiedlichen Soßen. Dazu unseren Rotwein, der hier eigentlich wie übliche Tischgetränke getrunken bzw. serviert wird. Wir bestellten eine Karaffe mit einem 1/2 Liter. Was kam? Eine Karaffe mit einem ganzen Liter. Da wurden wir wohl sehr missverstanden! Aber wir haben dann mal nicht protestiert und das so hingenommen, lach-lach.

Zahlreiche Fotos haben wir in der Kneipe geschossen. Das musste sein. Und wir glauben, dass man das von den Touristen dort auch erwartet. Diese Kneipe "Peter Cafe" ist ursprünglich eine Kneipe der Fischer gewesen. Inzwischen ist sie eine Kultkneipe mit zivilen Preisen. Segler haben schon in frühen Jahren dort ihre Wimpel hinterlassen, um zu zeigen, wo sie herkamen.

Danach gingen wir noch in den Hafen, um dort die Hafenmalereien zu besichtigen. Hunderte "Gemälde" kann man dort bestaunen, die von Seglern kunstvoll an die Mauern gemalt wurden. Ein weiteres Programm stand für den heutigen Tag nicht mehr auf unserem Plan. Also zurück zum Hotel und einfach mal gefaulenzt. Morgen werden wir die Insel umrunden und uns insbesondere von der "Lavawüste" im Westen der Insel begeistern lassen.

9. Tag

Faial

Was für ein Tag! Es ging wieder rauf und runter...! Und (fast) immer hatten wir den Atlantik im Auge...! Aber wieder von Anfang an...!

Gestern Abend waren wir noch an der Bar des Hauses. Das konnten wir uns nicht verkneifen. Jeder von uns schlabberte ein einheimisches Bier, das nach dem gestrigen Tag auch richtig schmeckte. Heute früh haben wir wie üblich schon zeitig unser Frühstück eingenommen, denn die Tage sind ja hier für uns gezählt. Unser Ziel heute waren zwei außergewöhnliche Landschaften: Den Vulkan im Westen der Insel mit seiner Lavawüste und die Caldera im Zentrum.

Von Horta aus fuhren wir zunächst westlich an der Küste entlang, bogen dann ab Richtung Morro de Castelo Branco. Naja, im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte, eigentlich ein Nichts. Danach fuhren wir zunächst über die "normale Straße" Richtung Ribeira do Cabo weiter, um aber kurz danach abzubiegen nach Ponta do Varadouro. Von da ab ging es durch eine Art Naturschutzgebiet über eine unbefestigte Straße weiter bis zu einem Leuchtturm bei dem Ort Capelo. Von da ab fuhren wir zurück zur Nationalstraße, um aber bald wieder abzubiegen, um in Porto do Camprido anzukommen. Natürlich haben wir zwischendurch immer wieder mal versucht, sogenannte "Abkürzungen" zu suchen und zu finden, sind aber jedesmal gescheitert und mussten immer wieder aufgeben und drehen.

Verpassen darf man auf keinen Fall Ponta dos Capelinhos. Da geht die Post ab. Jedenfalls wellenmäßig. Der Atlantik tobt sich dort so richtig aus. Und nicht nur das! Man durchfährt dort eine Lavawüste, die wirklich eine Reise wert ist. Wieder fantastisch! Alles rund um den alten Leuchtturm (müssen wir noch genauer nachlesen...) ist eine Wucht. Nur wenn man versucht, über den Lavaboden zu gehen, sackt man ein. Leider war das Lokal (Infocenter?) nahe eines großen Parkplatzes geschlossen. Wir fuhren nach einer gewissen Zeit um den Vulkan herum, schließlich wollten wir ja weiter, um dann nach Faja abzubiegen. Wieder eine tolle Küste! Die gleiche Strecke mussten wir dann aber wieder bis zur Nationalstraße zurückfahren.

Irgendwo auf der Weiterfahrt war uns nach einem Kaffee zu Mute, es kam uns dann auch eine Kneipe in Praia do Norte entgegen (;-), wir hinein und ... hörten deutsche Worte. Klar, man kommt dann ins Gespräch. Es waren zwei Ehepaare, die hier seit 18 bzw. 28 Jahren auf der Insel leben und immer noch von dieser Insel begeistert sind. Und so erfuhren wir u .a., dass hier auf der Insel mindestens 50 Deutsche fest leben. Bei der Weiterfahrt hielten wir noch an zwei Aussichtspunkten, aber wir folgten dann letztlich dem "Caldera"-Wegweiser. Und auf dieser Strecke kam dann eine Abfahrt mit einem Weg, der auf der Karte wie Treppenstufen aussah. Aber es stand ein verwitterter Wegweiser dort. Wir kurzentschlossen abgebogen. Und das war gut so. Über einen roten Teppich..., äh, Lavaboden, fuhren wir von Serpentine zu Serpentine und arbeiteten uns so von einer Höhe von knapp 600 m NN auf knapp 900 m NN hoch. Empfehlenswerte Strecke, schöner als die Nationalstraße, die wir anschließend herunter gefahren sind. Oben an der Caldera angekommen, pfiff uns der Wind nur so um unsere Ohren. Aber der Wettergott hatte uns den Blick auf die Caldera freigehalten. Hat Seltenheitswert! Wir gingen durch einen kurzen Tunnel und konnten so eine steile Treppe nach oben vermeiden. Und der Blick lohnte! Wunderschön! Einige wenige Wanderer kamen uns entgegen, die total verfroren aussahen. Da waren wir mit unserem PKW wohl besser bedient!

Mit dem Blick auf die Caldera war dann unser zweites Tagesziel erreicht. Während wir dann uns weiterbewegten, zurück Richtung Horta, überlegten wir, was man vielleicht noch anhängen könnte. Da fiel uns spontan Cafe Peter ein. Lach, lach, lach. Wir also wieder hin und wieder die Speisekarte studiert, diesmal ein (Nudel...-)Tagesgericht und einen Käse- und Schinkenteller bestellt und dazu wieder unseren Rotwein. Menge? Lassen wir offen ;-).

Leider konnten wir heute nicht in das kleine Museum der Kneipe, weil das nur unter Aufsicht/Guide möglich ist. Aber eine Aufsicht war nicht da. Irgendwann fuhren wir dann wieder zurück zum Hotel und uns beiden war nach einem verspäteten Mittagsschlaf. Schließlich muss man ja bei Kräften bleiben.

Morgen fahren wir mit dem PKW bis zum kleinen Flughafen, geben dort den Wagen ab und fliegen dann bis Terceira. Der Flughafen in Terceira ist uns nicht unbekannt, wie unsere Leser ja wissen. Diesmal steigen wir weder zu früh noch zu spät aus unserem Flugzeug aus. Versprochen. Und dann schaun wir mal weiter.

10. Tag

Faial - Terceira

Heute war für uns ein langer Tag. Lang deswegen, weil nicht alles so lief, wie wir es uns erhofft hatten. Wieder früh los, das Hotel verlassen, aber wir hatten bis zum Flug um 15.05 Uhr nach Terceira noch viel Zeit. Also sind wir erst mal durch die Stadt Horta gefahren, um auf die westliche Halbinsel zum Monte da Guia zu fahren. Vorbei an herrlichen Lavaformationen mit vielen Blicken auf die Küste. Das Aquarium haben wir aber dort nicht besucht. Es blieb immer noch viel Zeit bis zum Abflug. Deswegen sind wir erst mal in ein kleines Cafe gegangen und haben wieder einmal dort unseren Kaffee getrunken, aber diesmal auch kleine Küchlein dazu bestellt. Hm, könnte man sich dran gewöhnen.

Dann standen da noch einige Kirchen im Raume, die wir ursprünglich besuchen wollten. Nicht alle sind geöffnet, aber die sogenannte Hauptkirche war es dann doch. Aber da gibt es noch eine klitzekleine Hl. Geist-Kapelle, die wir aber nicht fanden. Also was tun? Da mussten Einheimische her. Und was stellten wir dann fest? Die Einheimischen kannten diese kleine Kapelle, die älteste Kirche der Azoren, auch nicht. Erst mit Hilfe eines Stadtplanes konnte man uns erklären, wo sie zu finden war. Wir hin, und sie war geschlossen.

Danach wollten wir tatsächlich noch einen weiteren Blick werfen auf "rauschende Wellen" an der Küste. Dazu fiel uns dann Praia do Almoxarife ein, die Küste, die wir bisher noch nicht angefahren waren. Das war dann doch ein Knaller! Wellen, stark, laut, mächtig, überdimensional, fast Angst einflößend. Wir hatten fast Angst, von ihnen erfasst zu werden. Solche Riesenwellen können schon furchteinflößend sein (...natürlich von uns als Filmchen konserviert!).

Nun aber noch den Benzintank (1.38 €/l) aufgefüllt und dann die 10 km bis zum Flughafen zurückgelegt. Der PKW musste noch offiziell übergeben werden, nur, es war noch niemand für eine Abnahme da. Also warten bis 14.00 Uhr. Aber trotzdem alles kein Problem.

Danach dann unsere Koffer eingecheckt, und wir in die Cafeteria zwecks Zeitüberbrückung. Ein Flugzeug, das vorher noch nach Lissabon sollte, hatte Verspätung und wurde bevorzugt behandelt. Also wieder warten. Mit min. 30 Minuten Verspätung hoben wir dann von der Startbahn ab. Eine kleine Propellermaschine mit maximal 40 Personen an Bord war auch für uns eine neue Erfahrung. Das Wetter war natürlich nicht das freundlichste. Und so schaukelte die Propellermaschine schon ein bisschen unsanft durch die Lüfte.

Nach ca. 25 Minuten Flugzeit landeten wir schon auf Terceira. Am Flughafen kannten wir uns ja schon aus, lach. (Die Story lassen wir mal für heute gut sein) und dann sahen wir, dass eine Maschine von Ryanair vor uns gelandet war mit vielen Menschen. Und ein großer Teil von ihnen stand am Schalter von Ilha-Verde, unser Autovermieter. Ganze 60 Minuten dauerte es, bis wir endlich auch zum Zuge kamen. Dafür, als Entschuldigung, teilte man uns einen Ford-Fiesta zu, den Dagmar auf dem Abstellplatz holen konnte. Doch, der Wagen war nicht zu finden. Ich habe dann 1/2 Stunden warten müssen, bis Dagmar dann in Begleitung eines Angestellten mit dem Wagen erschien. Man kann ein Auto einfach nicht finden, wenn es nicht da ist, wo man es abgestellt hat.

Naja, dann also, inzwischen müder und hungriger, über die Schnellstraße vom Flughafen bis in die Stadt Angra Do Heroismo, um zum Hotel Azoris Angra Garden zu kommen. Und hier gibt es keine offiziellen Parkplätze. Riesiges Hotel, aber kein einziger Parkplatz! Nur öffentliche, gebührenpflichtige Plätze in Gehweite. Bis um 8.00 Uhr früh ist man vor einem Öffentlichen Gebäude geduldet, danach wird's teuer. Dagmar muss also früh raus und dann auf Suche gehen.

Wir haben unser Gepäck erst mal auf´s Zimmer gebracht, Internet getestet und den Rezeptionisten bedrängt, unser Internet lauffähig zu machen. Es scheint reine Glückssache zu sein. Ähnlich einem Roulette-Spiel. Mal sehen, wie das in den nächsten zwei Tagen funktionieren wird. Und dann, um die Ecke herum, haben wir eine kleine Snackbar gesehen, die wir aufgesucht haben. Dort haben wir dann unseren Hunger gestillt. Und nicht mal schlecht. In der Hotelbar haben wir noch ein Bier genommen, aber die Bar sagt uns absolut nicht zu. Und es war furchtbarer Lärm dort. Das, was die bisherigen Hotels zu wenig an Gästen hatten, ist hier einfach zu viel. Mal sehen, was so die nächsten Tage bringen. Sollte das vielleicht eine Insel sein, die wir aus unserem Gedächtnis streichen. Nein, das glauben wir nicht.

11. Tag

Terceira

Wir sind verunsichert ;-)! Verunsichert, weil wir nicht mehr sagen können, ob die Insel Pico alleine unsere Trauminsel ist. Nach dem gestrigen Tag dachten wir, dass wir die Insel Terceira abhaken und dann war es das. Nein, das war es nicht. Wir haben heute einen "wunderschönbombigtollen" Tag erlebt.

Eigentlich waren wir heute früh geneigt, nur einen Stadtbummel zu machen, denn die Stadt "Angra do Heroismo" gehört zum Weltkulturerbe und hat tatsächlich viele schöne Dinge zu bieten. Aber es kam natürlich anders.

Wir fuhren von unserem seltsamen Parkplatz fort, in den nahen Hafen, hatten einen schönen Blick auf die Altstadt und wollten dann nur noch den "Monte Brasil" erfahren. Aber die Sicht war natürlich eingeschränkt wegen der Wolken. Also fuhren wir einfach weiter in den Westen Richtung Cinco Ribeiras. Von dort weiter bis Santa Barbara. Und ehe wir uns versahen, befanden wir uns auf einer Straße zur Serra Santa Barbara. Von dort hat man einen weiten Blick auf die Caldera. Aber je höher wir fuhren, umso dichter wurde der Nebel. Uns blieb vernünftigerweise nur noch die Umkehr zur Küste, denn dort war die Sicht inzwischen gut. Und manchmal schien sogar die Sonne dort. Über den Ort Serreta fuhren wir weiter bis zum Leuchtturm Ponta do Queimado. Eine einzige Enttäuschung. Aber unsere Neugierde trieb uns ein Stückchen weiter bis an die tiefere Küste. Eine wundervolle Küste mit Lavabrocken. Unsere Blicke konnten sich nicht satt sehen. Und im Hintergrund das Rauschen des Meeres. Bombastisch. Aber das sollte noch nicht der Höhepunkt des Tages sein.

Ja, hier auf der Insel können wir auch wieder sagen, es ist eine sehenswerte Vulkaninsel. Man sieht insbesondere an den Küsten immer wieder die Lavafelder und auch oft Basaltklötze. Manchmal auch Weinstöcke in den "rechteckigen Lavazäunen". Und mit dem satten Grün der Wiesen sind die Lavabrocken für unsere Augen ein großer Genuss. Wir fuhren dann natürlich irgendwann weiter, geht ja auch nicht anders, bis zum Ponta do Raminho. Auch nicht schlecht der Ausblick.

In Altares kam uns gerade eine typische einheimische Kneipe recht, um dort unseren Kaffee zu trinken. Ausnahmsweise orderten wir noch zwei Gebäckstücke dazu. Wie immer alles spottbillig, jedenfalls in solchen Lokalen. Wieder munter, fuhren wir dann bis Biscoitos. Zwischen Biscoitos und Quatro Ribeiras geht wieder die Post ab. Oder besser gesagt, der Bär ist hier absolut los. Kräftige Wellen, erschreckend hoch und gefährlich! Zwischen den Lavabrocken dann sogar noch freigegebene Badeflächen für Gäste. Wir waren beeindruckt.

Bis hier hatten wir also die 1/2 Insel umrundet. Wer hätte das heute früh gedacht! Wir nicht! Nun stand eine neue Überlegung an: Wie fahren wir weiter? Gelesen hatten wir, dass die Stadt "Praia da Vitoria" an der Ostküste besonders schön sein sollte. Das war also unser Ziel für den Rest des Tages. Und das war gut so. Der Ort am Meer gefällt uns und ist nicht so überlaufen wie Angra do Heroismo. Insgesamt ist viel Jubel und Trubel auf der Insel. Terceira ist auch bei den Amerikanern beliebt und mit ca. 4 - 5 Stunden Flugzeit ein begehrtes Reiseziel. Nun wissen wir auch endlich, warum Englisch auf den Azoren schon fast die Umgangssprache ist!

In Praia da Vitoria suchten wir uns an der Strandpromenade ein (amerikanisch-orientiertes) Lokal aus und bestellten unser Rind. Diesmal in Form von Hamburgern ;-)))! Wir wollten unserer Essgewohnheit hier auf den Azoren treu bleiben. Inzwischen hatte die Sonne sich im Küstenbereich durchgesetzt und 20 °C war uns sicher. Angenehm warm und kaum Wind.

Von dort fuhren wir dann aber über die Schnellstraße zurück zu unserem Hotel (ca. 20 km) und mussten wieder kreisen, um einen freien Parkplatz zu finden. Wir glauben, dass die Stadt ein wirklich großes Parkplatz-Problem hat, denn in allen Straßen stehen die Autos dumm herum. Und das auch noch kostenpflichtig!

So, was wir morgen machen? Sollte sich das Wetter stabilisieren, unternehmen wir nochmal einen Versuch, ins Hochland zu kommen, um einen Blick in den Krater zu werfen und auch um einige (unwichtige) Fumarolen zu sehen und zu riechen.

12. Tag

Terceira

Heute war dann doch für uns ein geruhsamer Tag, denn es war schon früh klar, dass der heutige Tag ein wolkiger werden würde. In Ruhe haben wir heute früh im Hotel gefrühstückt. Das Hotel hat mehr Gäste als die bisherigen, aber bei den anderen "Azoris-Hotels" war der Service erheblich besser. Aber wir möchten uns hiermit nicht beklagen, denn insgesamt gesehen war die bisherige Organisation bestens. Glücklicherweise konnten wir ja gestern unseren PKW nahe beim Hotel parken, gebührenfrei am Wochenende, so dass wir mit unserem Tagesgepäck (Fotosachen und ein wenig mehr.) nicht weit gehen mussten. Unser heutiges Ziel war der Monte Brasil und dann zur Südostküste der Insel, bis zur Stadt Praia da Vitoria, die uns gestern so gut gefallen hat.

Aber vorher wollten wir noch den Monte Brasil mit dem PKW "erklimmen". Der Monte Brasil ist ein Vulkankegel, der bis oben befahrbar ist und auch eine Militärstation hat. Na, ob das wirklich gelohnt hat, zweifeln wir im Nachhinein doch an.

Dann wollten wir noch die Kathedrale der Stadt besichtigen. Haben wir natürlich auch gemacht, denn heute gab es dort in der Frühe viele freie Parkplätze. Es gibt sehr, sehr viele Kirchen auf allen Inseln. Jeder Ort hat so seine eigene Kirche. Und es gibt unzählige kleine Kapellen, äußerlich immer erkennbar. Und immer bunt bemalt. So wie die Häuser insgesamt auf der Insel sehr farbenfroh gestaltet sind. Äußerlich wirken die Kirchen sehr mächtig, innen sind jedoch die meisten von ihnen sehr bescheiden ausgestattet.

Wir teilten unserem Navi mit, dass es uns direkt an die Küste bringen und auch dort weiterfahren sollte ohne uns immer wieder in Einbahnstraßen leiten zu wollen. (Das Update "alle Europastaaten" ist ganz frisch vom Navi!) Diese Eigenart hat es sich auf allen Inseln zu eigen gemacht.

Irgendwo hatten wir gelesen, dass die Südostküste der Insel ebenfalls besonders sehenswert sein sollte. Und das wollten wir überprüfen. Wir fuhren nahe am Wasser entlang über Porto Judeu bis zum Leuchtturm "Ponta das Cavadas". Kurz vorher sahen wir eine untypische Kneipe am Strand, gegenüber von einem "Naturschwimmbecken". Wir haben gehalten und unseren Kaffee bestellt und wieder unsere Pasteten dazu. Die Bedienung zeigte uns einen Zimtstreuer, den wir für die Pasteten benutzen sollten. Haben wir natürlich probiert und tatsächlich, sehr lecker! Aber auch hier haben wir wieder einmal festgestellt, dass die portugiesische Sprache für uns sehr schwer ist. Wir glauben, dass unser Ehrgeiz maximal für die allernötigsten Worte reicht. Und das macht denn die Dagmar, denn sie tut sich da leichter als ich und plaudert gerne mit den Menschen ;-))))!

Nach unserem Kaffee fuhren wir weiter an der Küste entlang, sahen wieder Lavabrocken im und am Wasser liegen und stehen, die Wellen waren jedoch heute dezenter als gestern. In Porto Martins sahen wir am Strand eine hübsche Tonne, die sofort unsere Aufmerksamkeit weckte. Inzwischen war der Wind mehr geworden, und wir wollten weiter bis Praia da Vitoria.

Dort angekommen, waren aber die Winde so stark, dass der einzige Sandstrand der Insel uns mit einem Sandsturm begrüßte. Na, das musste nicht sein. Wir ab in die gestrige Kneipe, unseren Snack gegessen und gehofft, es würde besser. Nein, wurde es nicht. Im Gegenteil, der Wind nahm zu und die Wolken kamen immer tiefer. Das war für uns das Zeichen, umzukehren und zurück zum Hotel zu fahren. Morgen müssen wir früh raus, vor 8.00 Uhr unseren PKW von unserem Parkplatz bewegen, weil anschließend Gebühren erhoben werden, so die Aussage des Rezeptionisten des Hotels. Unser Flugzeug hebt gegen 10.35 Uhr ab. Bis zum Flughafen sind es ca. 20 km, dort können wir dann auch den PKW übergeben. Unser Flug geht zurück zu unserer ersten Insel: São Miguel.

13. Tag

Terceira - São Miguel

Heute gibt es nicht viel zu berichten. Wir fuhren früh zum Flughafen, gaben unseren PKW ab und warteten auf unseren Abflug zur Insel São Miguel. Diese Insel hatten wir als erste Insel besucht. Von hier aus fliegen wir übermorgen auch wieder nach Deutschland zurück, mit Air Berlin als Direktflug. Der Flug dauerte nur ca. 30 Minuten und war wie immer problemlos. Am Flughafen übernahmen wir wieder einen PKW und fuhren damit zu unserem Hotel "Azoris Royal Garden" in Ponta Delgada.

Inzwischen war es fast 12.00 Uhr und der halbe Tag stand uns noch zur Verfügung. Da stand dann auf jeden Fall unsere noch nicht besuchte Ananasplantage an und eine bekannte Kirche Nossa Senhora da Paz in Vila Franca, ca 25 km vom Hotel entfernt. Das Wetter war sehr wechselhaft und blieb so auch den Tag über. Innerhalb von wenigen Minuten wechselten sich Sonne, Wolken, Wind und auch Regen ab. Unterwegs bei Lagoa bogen wir von der Schnellstraße ab, um uns heute eine Pizza zu genehmigen. Unser Navi sagte uns wohin, auch wenn es, wie meistens, Einbahnstraßen einfach ignorierte. Da müssen wir und das Navi wohl noch dran arbeiten.

Nach dem "Mittagsmahl" fuhren wir dann zur besagten Kirche Nossa Senhora da Paz , die wir schon von weitem hoch auf dem Berg sahen. Nur von der Schnellstraße wollte kein Weg dahin führen. Also wieder unser Navi gefragt, wie man denn auf die andere Seite der Schnellstraße kommen könnte. Es hat reagiert. Man kann sich also doch darauf verlassen, lach. Oben angekommen, waren wir beeindruckt von der Kulisse der Kirche, die aber leider geschlossen war. Bevor wir die Treppenstufen hochgingen, hörten wir deutsche Laute... und man/wir reagierte/n. Es gibt sie also doch die deutschen Touristen auf den Azoren. Übrigens hat man uns heute auf den "Grünen Azorenwein" aufmerksam gemacht. Hatten wir total vergessen und aus dem Gedächtnis verloren. Holen wir morgen nach!!! Die Treppenstufen haben wir nicht gezählt, denn ... wir waren ja mit anderen Dingen beschäftigt: Fotografieren. Seltsam, aber auf dem Rückweg von der Kirche sahen wir dann plötzlich die Hinweisschilder.

Danach stand noch die Ananasplantage an. Dafür mussten wir zurück fahren nach Ponta Delgada. Ungefähr wussten wir die Lage, aber nix genaues. Statt unser Navi einzusetzen, fragten wir einen jungen Burschen, wo die Plantage denn sei. Kurzentschlossen bot er sich an, uns bis da hinzuführen. Er setzte sich ins Auto und fuhr mit, gegen ein geringes Taschengeld versteht sich. Vor Ort konnte man dann in den "Treibhäusern" die Ananasgewächse sehen und bestaunen. Sie sind übrigens sehr süß, süßer als die, die wir in Deutschland kennen. Allerdings erheblich kleiner. (Auch wie die Bananen, die hier kleiner sind.) Im Shop der Anlage konnten wir Ananaslikör probieren, der uns aber viel zu süß ist. Und man bot uns Ananas-Senf zum Kauf an. Oh, interessant, denn es gibt ja inzwischen unzählbare Sorten von Senf.

Aber allmählich hatten wir genug vom Tag und wollten nur noch die Füße hochlegen und einfach nix tun (außer Bericht und Fotos ins Internet setzen). Jetzt lassen wir den Tag ausklingen und überlegen, wie wir den morgigen, unseren letzten Reisetag, verbringen. Wird wohl vom Wetter abhängen.

14. Tag

São Miguel

Nein, das Wetter sah heute früh nicht aufmunternd aus. Vielmehr war es sehr dezent, um es freundlich auszudrücken. Was also tun? Ab ins Auto und losgefahren. Wir hatten uns die Landkarte vorher angesehen und für uns noch leere Flächen herausgesucht. Das war weitgehend der Osten der Insel Sao Miguel. Das Ziel sollte der kleine Ort Nordeste im Nordosten sein, obwohl es da keine bedeutende Sehenswürdigkeit gibt.

Von unserem Hotel aus fuhren wir östlich über die Schnellstraße über Lagoa, dann weiter bis Vila Franca und bogen notgedrungen ab Richtung Furnas. Dort hatten wir kurz überlegt, ob wir uns nochmal die heißen Wasserquellen ansehen sollten. Aber uns war nicht danach, weil es bei der fehlenden Sonne auch nicht viel Spaß gemacht hätte. Also fuhren wir großzügig dort vorbei und orientierten uns nach Povoacao. Aber auch hier war es eigentlich düster und unfreundlich, wegen der fehlenden Sonne. Aber wir merkten auch schnell, dass wir in einem siedlungsarmen Gebiet unterwegs waren. Es wirkte alles ein wenig dörflich.

Und bei der Durchfahrt sahen wir immer und überall Kühe auf den Weiden. Manche liefen frei herum, einige waren an der Leine. Wir diskutierten darüber noch, ob man sagen sollte "angeleint, angebunden, angekettet oder auch angeseilt". Ist egal, sie waren auf jeden Fall eingeschränkt in ihrer Bewegungsfreiheit.

Wir durchfuhren aber auch immer wieder Waldgebiete, dabei ging es rauf und runter und kreuz und quer. An besonders schönen Stellen haben wir auch heute wieder Grillplätze vorgefunden, meistens sogar mit sauberen und intakten WC-Häuschen. Gute Sache! Generell staunen wir immer wieder, wie freundlich die Menschen sind, und wie sauber alles hier auf den Inseln und gepflegt ist.

Aber heute müssen wir eine kleine Einschränkung machen, denn uns ist doch tatsächlich ein unfreundlicher Portugiese begegnet. Und zwar in Nordeste in einer "bürgerlichen" Kneipe. Es war der Wirt. Aber vielleicht war er nur mit uns unfreundlich? Aber wir haben doch nur einen Kaffee und eine angebotene "Tagessuppe" bestellt. Mehr gab es dort ja auch nicht, lach.

Bei Sonnenschein ist diese Strecke an der Küste entlang vermutlich auch wunderschön. Nur eben sehr kurvenreich. Wir entschlossen uns nach dem köstlichen Mittagstisch (Eintopf-Suppe ohne Rind, lach!) an der Küste im Norden der Insel weiter zu fahren. Es gab noch einige schöne Ausblicke.

Ganz besonders hat uns der Strand in Maya gefallen. Dort scheint es sogar ein supermodernes Wohngebiet zu geben. In Porto Formosa haben wir nochmal gestoppt, um uns das Örtchen und die Küste anzusehen. Doch allmählich ließ unsere Lust und auch Konzentration nach. Wir wollten zurück zum Hotel, unterwegs vielleicht noch etwas Kleines essen. Also guckten wir mal in Lagoa nach. Aber heute war wohl nicht unser Tag. Entweder waren die Lokale geschlossen oder sahen aus, als wären sie gerade bei einer Renovierung.

Wir sind zum Hotel dann über die Schnellstraße zurück gefahren, mit dem Gedanken, heute später dann vor Ort ein Lokal aufzusuchen, um wenigstens gesättigt heute schlafen zu gehen. TV steht bei uns schon seit 14 Tagen nicht mehr an. Es gibt eh´ keinen deutschen Sender.

So, das wäre es für heute. Morgen fliegen wir gegen 12.00 Uhr Ortszeit (also 14.00 Uhr deutsche Zeit) hier ab und sind gegen 18.00 wieder in Deutschland.

15. Tag

São Miguel und Abreise

Wir sind auf dem Rückweg. Gegen 18.00 Uhr werden wir in Deutschland ankommen. (4 Std. Flugzeit.)

Rückblick und Fazit

Wir sind gestern gut und sehr pünktlich gelandet. 4 Stunden dauerte der Direktflug von São Miguel nach Düsseldorf. Wir waren natürlich wieder zeitig am Flughafen, trafen dort wieder einmal Touristen, die wir vor zwei Tagen unterwegs getroffen haben. Die Welt ist dort auch sehr klein. lach.

Insgesamt war unsere Rundreise eine ganz tolle Sache!

Wir haben viel gesehen, viel erlebt und eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht. Die Azoren sind zwar weit von uns entfernt, aber doch ein attraktives Ziel. Man kann stellenweise die vielen Grünflächen und auch die Küsten mit der auch schönen Landschaft Irlands vergleichen. Nur in Irland ist es doch vom Klima her relativ kühl, die Preise sind dort erheblich höher, und dann hat man natürlich als Autofahrer noch den Linksverkehr zu bewältigen.

Als Vulkaninseln, mit einem angenehmen Klima, bieten die Azoren fantastische Ausblicke incl. Krater, Vulkankegel, heiße Quellen und eine wunderbare Pflanzenwelt, die allerdings zur richtigen Jahreszeit. Aber das Wetter kann natürlich dort sehr launisch sein, und wenn die Wolken "tieffliegen", sieht man kaum was. Auch als Wandergebiet sind die Inseln ein Magnet für Wanderfreudige.

Wir haben die Inseln alle als sehr sauber empfunden, die Bewohner waren immer sehr freundlich und hilfsbereit, die Straßen i. d. R. gut ausgebaut, die Beschilderung sehr gut (wenn auch selten mit Kilometerangaben), und es gab immer wieder an besonders schönen Stellen Plätze mit Grill und auch Toiletten. Der Tourismus insgesamt ist hier natürlich noch nicht so sehr ausgeprägt, aber man arbeitet dran. Hotels und Restaurants/Kneipen sind aber ausreichend vorhanden. Im Vergleich zur ebenfalls sehr schönen Insel Madeira, die wirklich "touristisch erschlossen" ist, ist hier die Welt noch in Ordnung. Dazu kommt, dass Madeira von der Landschaftsform her viel steiler ist und alles ein bisschen hektischer/enger wirkt. Aber die Levada-Wanderwege auf Madeira sind dafür auch ein besonderer Anziehungspunkt.

Vielleicht sollten wir noch erwähnen, dass jede der 5 von uns besuchten Azoren-Inseln einen besonderen Charakter hat. Pico ist beispielsweise die Weininsel. Zwischen Lavasteinwällen wachsen die Weinreben. São Jorge ist bekannt für Käse und für die sogenannten Fajas (Landzungen). Auf Faial findet man eine beeindruckende Lavawüste und einen Krater, den man sogar umwandern kann. Auf Terceira findet man überall hautnah Lavagestein, auch an den Küsten mit mächtigen Wellen. Und die Hauptstadt Angra do Heroismo gehört zum Weltkulturwerbe. Und auf der "großen" Hauptinsel São Miguel werden Ananas, Bananen und Tee angebaut. Und hier kann man einen zweigeteilten Lavasee aufsuchen, der bei entsprechenden Lichtverhältnissen unterschiedliche Farben vorzeigt. Und, was schon etwas ganz Besonderes ist: Es gibt hier heiße Quellen, die von den Einheimischen als Kochstellen genutzt werden. Viele enge Straßen sind wir gefahren, haben farbenfrohe Häuser gesehen, und eigentlich findet man in jedem Ort mindestens eine Kirche.

Azoren... wir kommen wieder!

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