Juli - August 2017

USA & Island - Atemberaubende Landschaften & imposante Metropolen

Vom Big Apple bis zur Insel aus Feuer & Eis - begleiten Sie unsere Chronisten auf Ihrer Reise. Imposante Metropolen wie New York City oder Washington D. C. oder eiskalte Gletscher und Vulkane auf Island warten auf Sie - was wird Ihr Highlight werden?

Chronistin Tagrid in den USA und Island
Mein Tipp

Ihr Chronist

Hallo Weltreisende!

Mein Name ist Tagrid und neben meinem Beruf, in dem mich Menschen aus vielen Kulturen, Religionen und Ländern umgeben, ich mich um sie und ihre Angelegenheiten kümmere, reise ich gerne, um genau dieses "Andere" etwas besser kennen zulernen.

Wie das erste Foto zeigt, habe ich einen Anhänger mit der Aufschrift "Schlüsselerlebnis" an meinem Koffer - sicherlich unterschiedlich zu interpretieren, aber bei jeder Reise gibt es eben genau diese Schlüsselerlebnisse, die besonders in Erinnerung bleiben oder aufhorchen lassen. Ich hatte auch das eine oder andere Schlüsselerlebnis auf dieser Reise, die ich in diesem Reisebericht erzählen werde. Vielleicht lassen Sie sich davon inspirieren.

In jedem Fall wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und beim Betrachten der Fotos.

Vor der Reise:

Ankunft in New York

Die Aufregung steigt – Mit dem „Zug zum Flug“ geht es ab Duisburg nach Frankfurt Flughafen, natürlich nicht ohne Verspätung der Deutschen Bahn. Als wir die Reise, auf der Suche nach unserem Ziel für den Jahresurlaub entdeckt haben, war unser Erstaunen groß: Was für eine Kombinationsreise USA, Kanada und Island? In 11 Tagen? Geht das überhaupt? Wir wagten und buchten!

 

In Frankfurt angekommen geht es nach dem Check in mit Islandair nach Reykjavik und von dort aus nach New York. Am Abend wurden wir am John F. Kennedy Flughafen von unserer wunderbaren Reisebegleiterin Lee und unserem tollen Busfahrer John erwartet. Durch die Rush Hour ging es ins Hotel nach New Jersey.

1. Tag:

New York, New York

Einst besang Frank Sinatra die Weltstadt "New York, New York, …" - heute heißt es, man benötigt mehr als ein Leben, um New York richtig kennenzulernen. Wir haben aber nur einen Tag Zeit, also was bietet sich besser an als eine vierstündige Stadtrundfahrt, um zumindest einige Attraktionen zu sehen und einen kleinen Überblick zu bekommen.
Nach dem Frühstück geht es los. Hinein in das Leben der Weltmetropole New York, was mit dem Straßenverkehr beginnt. Gut, dass unser Bus eine extra Busspur benutzen kann. Durch den Hudson Tunnel überqueren wir die Grenze zwischen New Jersey und New York. New York hieß früher New Amsterdam, benannt nach dem Entdecker, der das heutige Manhattan für Waren im Wert von 60 Gulden den Ureinwohnern abgekauft hat. Später wurde die Stadt in Manhattan und schließlich ins heutige New York umbenannt. Ein unglaubliches Gewusel erwartet uns: Menschen aus allen erdenklichen Ländern: In Manhattan leben 1.5 Millionen Menschen, an einem normalen Arbeitstag befinden sich allerdings 5 - 6 Millionen Menschen in der Stadt, wobei 8 - 9 Millionen Menschen insgesamt in New York leben. Im Staat New York leben fast 20 Millionen Menschen.
Leider haben wir heute nicht allzu viel Glück mit dem Wetter, es ist nebelig und der Himmel ist grau verhangen, so dass man auf den Fotos einen immer bedeckten Himmel sieht. Dennoch sprechen die Bilder für sich: Der erste Stopp ist an einem der Trump-Gebäude (Trump International Hotel & Tower New York), vor dem die Weltkugel zu sehen ist. Sie liegen am Columbus Cricle, dessen Mitte vom Kolumbusdenkmal geschmückt wird.
Über den Broadway, vorbei an den vielen Hochbauten New Yorks und den belebten Straßen geht es zum Central Park. Hier spazieren wir gemeinsam ein Stück durch den Central Park, vorbei am Denkmal von John Lennon und am Luxus Appartementhaus The San Remo. Erbaut wurde dieses Haus vom Architekten Emery Roth. Besonders an diesem Haus sind die beiden Türme und die teuren Luxuswohnungen, die zwischen 3 und 24 Millionen Dollar kosten und daher nur von Bruce Wills, Dustin Hoffmann oder Steven Spielburg bewohnt werden. Gesehen haben wir sie allerdings nicht.
Leider können wir nicht an jedem tollen Gebäude oder Denkmal in New York halten. Aber an einigen Stellen schafft es unser Busfahrer doch, einen Parkplatz zu ergattern oder auch für einen illegalen Fotostopp uns kurz aus dem Bus zu lassen! So fahren wir über die 5th Avenue, vorbei an den vielen Museen, über den Broadway, auf dem heute grüne Erholungsinseln zum Ausruhen und Entspannen einladen. Dieser Einladung folgen wir, nachdem wir vorher das Empire State Buildung erklommen haben. Von dort oben hat man die beste Aussicht auf New York. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.
Natürlich geht es auch vorbei am Rockefeller Center, Chinatown, der Wall Street und der Times Square, der Ort, der mich am meisten fasziniert hat. Oft im Fernsehen gesehen und Schauplatz vieler Filme, aber selbst dort zu stehen, auf den roten Sitzen kurz zu verweilen, die Menschenmassen zu beobachten und die vielen bunten und leuchtenden, ständig wechselnden Werbeplakate zu beobachten, wahr ein besonderes Erlebnis.
Natürlich gehört zu einem New York Besuch auch ein Abstecher zu Grand Zero. Hierzu erhalten wir von unserer fachkundigen Reisebegleitung wertvolle Hintergrundinformationen zum 11. September 2001, zu den Denkmälern die dort entstanden sind, dem neuen Bahnhof (Transportation Hub) und den neuen Towern, mit Tower 1 (One World Trade Center), mit 541 m dem heute höchsten Gebäude der USA. Beeindruckend waren die beiden Gedenkstätten die an den Orten entstanden sind, an denen vorher die beiden Türme standen. Zwei große Wasserbecken, in denen durch 9 m hohe Wasserfälle das Wasser in die Becken fällt und von dort aus in einen leeren Raum. Die Namen der Opfer finden sich auf den Bronzebändern die den Beckenrand darstellen. Ein sehr emotionaler Besuch.
Optional konnte auch eine Circle Line Bootsfahrt gebucht werden. Hier konnte man einen Blick auf New York vom Wasser aus genießen. Ein Spaziergang am Hafen und am Battery Park ließ einen Blick auf die Freiheitsstatue zu. Der größte ehemalige Flugzeugträger, die USS Intrepid, umgebaut als Museumsschiff, konnte am Hafen ebenfalls bewundert und auch besucht werden. Ein weiteres Highlight waren für mich die vielen orangen New Yorker Taxis und die "Flotte" der New Yorker Polizei (NYP). Am frühen Abend geht es zurück zum Hotel. Auch ein Besuch bei Victoria`s Secret ist nicht zu verhindern. Natürlich kommt "Frau" da nicht mit leeren Händen raus!

2. Tag:

Auf nach Kanada zu den Niagarafällen! - Lang, länger, am längsten gemischt mit All you can eat

Nach dem Frühstück geht es los Richtung Kanada. Eine lange Busfahrt, bei gutem Durchkommen, von ca. 6.5 Stunden liegt vor uns. Die Fahrt mit dem Bus geht quer durch die Bundesstaaten Pennsylvania und New York, vorbei an einer großartigen Landschaft mit vielen großen Seen. Am Lake Seneca, einer der größten von 11 Finger Lake Seen im Staate New York, machen wir einen Zwischenstopp, um uns am Hafen umzuschauen. Diese Seen sind in der letzten Eiszeit entstanden, übrigens alle nach einem Indianerstamm benannt. Das spannende an dieser gesamten Landschaft ist, dass mittlerweile große Weinanbaugebiete dort zu finden sind. Die Deutschen waren es, die die ersten Bioweingüter angebaut haben, aber Libanesen aus Frankreich haben mit dem Weinbau begonnen. Mittlerweile hat man auch angefangen Bier zu brauen und Weinproben anzubieten. Anders als bei uns, sind es hier keine Weinberge, sondern Weinfelder. Spezialisiert hat man sich hier auf Eisweine. Auch das war für mich eine neue Erkenntnis.
Irgendwann gegen Mittag erreichen wir unsere Raststätte: Wie sollte es auch anders sein, ein "All you can eat" Lokal. Und jetzt aufgepasst: Für alle, die zum ersten Mal in die Staaten oder nach Kanada reisen, in allen öffentlichen Gebäuden laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren. Für Frostbeulen wie mich, fast tödlich, denn trotz Jacke, war es eisig!
Von Lee, unserer Reiseführerin erfahren wir so unwahrscheinlich viel vom Land, den Menschen und der Geschichte, dass es trotz der langen Busfahrt nie langweilig wird. Geprägt ist dieses Land auch durch die vielen Golfgebiete. Hier hat man in der Schule das Sportfach "Golf". Wir erfahren auch, dass sich hier viele Amish und Mennoniten angesiedelt haben. Bestimmte Erkennungsmerkmale, an denen man eine Amish Haus von einem "normalen" Haus unterscheiden kann, lernen wir kennen: z. B: hängen die Amish die Wäsche im Garten auf, die "Anderen" benutzen einen Wäschetrockner. Auf der Rückfahrt nach Washington haben wir Gelegenheit an einem Amish Haus zu halten und deren Produkte einzukaufen.
Am frühen Abend erreichen wir schließlich die Niagara Fälle, eines der großen Weltwunder unserer Erde. Am Abend besteht noch Gelegenheit die Stadt Niagra Falls zu erkunden. Hier erlebt man nicht nur eine große Menge an Touristen, sondern auch, dass die Niagra Falls ihr 150 jähriges Bestehen feiern. Dazu werden die Niagarafälle bunt beleuchtet und es findet allabendlich ein Feuerwerk statt. Die Frage die sich mir hier stellt: Natürlich mag das schön sein, aber muss es sein? Schließlich will ich ja das Naturwunder erleben! Aber vielleicht muss ich mit dem kleinen Beigeschmack leben.

3. - 4. Tag:

Niagarafälle bunt, knallig und aus allen Perspektiven – Super Kurztrip nach Toronto – PUH!

Am frühen Morgen geht es wieder los. Mit einer Rundfahrt an den Niagarafällen der kanadischen Seite entlang sowie durch die Stadt Niagra Falls beginnt dieser Tag. Ein unglaubliches Erlebnis. Dieses Wasser, wie es tosend runterrauscht und einen Wassernebel verursacht, dass man fast nass wird. Wenn man auf der kanadischen Seite der Wasserfälle steht, befinden sich die kanadischen Wasserfälle auf der rechten Seite und die amerikanischen auf gegenüber bzw. linken Seite (eigentlich sind es sogar drei Wasserfälle). Die Wasserfälle sind Wasserfälle des Niagaraflusses, die an der Grenze des US Bundesstaates New York und der kanadischen Provinz Ontario liegen. In den Wänden der Niagarafälle findet man Wasserkraftwerke, die früher mal aktiv waren. Das auf der kanadischen Seite ist noch vorhanden, dass auf der amerikanischen Seite bereits zerstört. Mittlerweile gibt es schon neue Wasserkraftwerke, an denen wir auch vorbeifahren.
In der Stadt selber (übrigens existiert auf USA Seite die Schwersterstadt) gibt es natürlich einen Tower, den Skylon Tower, von dem man aus die Niagarafälle beobachten kann. Man kann aber auch, das habe ich getan, einen Hubschrauberrundflug über die Niagarafälle unternehmen und mit einem Boot ganz nah an die Fälle heran fahren. Beides einmalige Erlebnisse, wobei man bei der Bootstour damit rechnen muss, dass man den Wasserfällen nicht nur sehr nahe kommt, sondern auch nass werden kann. Was ich sehr auffällig wahrgenommen habe, ist die strikte Trennung zwischen den amerikanischen und den kanadischen Gästen bzw. Fällen. Auf den Booten konnte man das sehr gut sehen: Die amerikanischen Bootsgäste trugen blaue Regencapes, die kanadischen rote! Ich hoffe, dass diese Trennung nicht so strikt ist, wenn jemand ins Wasser fällt.
Im Zentrum befinden sich viele Hotels und Restaurants und auch das Crown Plaza Hotel, in dem Marylin Monroe bei den Dreharbeiten zu "Niagra" geschlafen haben soll. Auch einen Golfplatz gibt es in dieser kleinen Stadt und eine schöne Blumenuhr (Floral Clock). Sie wurde 1950 gebaut und ist mit ihren 12 m Durchmesser eine der größten Blumenuhren weltweit. Am Abend konnte man wieder die bunte Lichtershow und das Feuerwerk besuchen.
Nach dem Besuch der Wasserfälle ging es in die 150 km entfernte Großstadt Toronto. Eine Stadtbesichtigung in der Hauptstadt von Ontario, mit ca. 5 Millionen Einwohnern im Großraum Toronto. So wie alle Großstädte finden wir auch hier Wolkenkratzer und einen Tower, der ebenfalls dazu einlädt, Toronto von oben zu betrachten. Wer nicht auf den Tower möchte, kann die Stadt auf eigene Faust erkunden. Am Wasser entlang laufen, etwas essen gehen oder einfach die Sonne genießen. Ein Stopp an der Hockey Hall of Frame ist ein Muss, ebenso wie am eindrucksvollen Rathaus der Stadt. Hier waren tolle Kunstprojekte aus dem Brain Projekt ausgestellt, ein Projekt in dem Studenten Gehirne künstlerisch dargestellt haben. Natürlich waren wir auch hier in Chinatown. Besonders prachtvoll war das Eaton Centre, ein sehr gut gestaltetes und einladendes Einkaufszentrum.
Anders als die letzten Tage, hatten wir heute mal Sonnenschein! Natürlich war der Tag sehr anstrengend, viel Fahrzeit, viel Stau, viele Eindrücke, viele Menschen aber dennoch ein tolles Erlebnis. Man kann sich also überlegen, ob man nach Toronto möchte oder lieber an den Niagarafällen bleibt und dort die Gegend erkundet. Eigentlich kann man fast sagen, hast du eine Wolkenkratzerstadt gesehen, brauchst du keine andere mehr. Dennoch, jede Stadt für sich hat ihr gewisses Extra! Am späten Nachmittag geht es wieder zurück nach Niagra Falls.

5. Tag:

Fahrt nach Washington – Acht Stunden im Bus – Wetter durchwachsen

Mit einem guten Frühstück im Magen geht es zur nächsten Großstadt, in die Hauptstadt nach Washington D.C. Hier muss man darauf achten, ob man vom Bundesstaat Washington spricht oder von der Hauptstadt, an die das D.C. gehangen wird. Eine lange Fahrt durch die Bundesstaaten Pennsylvania und Maryland erwartet uns. George Washington hat das Gebiet, auf dem die Hauptstadt heute steht, ausgesucht. Washington ist auf Land gebaut worden, das Maryland zur Verfügung gestellt hat und nach George Washington benannt wurde.

 

Auf unserem Weg nach Washington D.C. machen wir einen Stopp an einem Amish Bauernhof und kaufen dort selbst angebautes Obst und lassen uns von den tollen selbstgemachten Backwaren und Kunstwerken zum Einkaufen verführen. Die Amish legen viel Wert auf die Natur und das natürliche Leben, auf die Ehe, Kinder und die Familie. Sie leben nach strikten Rollen, die man auch dort sehen und erleben kann: keine Technik, einfache Kleidung, keine Fotos von Menschen. Am frühen Abend erreichen wir unser Hotel am Rande von Washington D.C.

6. Tag:

Arlington Friedhof - Washington D.C., der Stadt des mächtigsten Mannes der Welt

Heute wird unsere Reisleiterin von Claudia abgelöst, einer Expertin für Washington D.C. Das ist nicht mein erster Aufenthalt in Washington D.C., aber erst heute habe ich erfahren, warum es in Washington D.C. keine Wolkenkratzer gibt. Heute erfahren wir, dass kein Gebäude höher sein darf als das Capitol. Und dann sag mal einer, Reisen bildet nicht! Es geht vorbei am Pentagon, in welchem 26.000 Menschen arbeiten. Um dem Verbot zu entgehen, höher als das Capitol zu bauen, haben sich die Amerikaner etwas einfallen lassen: Sie bauen einfach nach unten! Deshalb hat das Pentagon 5 Etagen unter und 5 Etagen über der Erde. Ideen muss man haben, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Wir beginnen unsere Besichtigungstour heute auf dem Arlington Friedhof. Wir erfahren, dass es ein aktiver Friedhof ist, auf dem sich 40.000 Gräber befinden. Um auf diesem Friedhof begraben zu werden, muss man mindestens 20 Jahre im Militärdienst gedient haben. Auf diesem Friedhof finden wir auch das Grab von John F. Kennedy, seiner Frau, seinen Kindern und seinen zwei Brüdern. Claudia erzählt uns sehr ausführlich, dass Jaqueline Kennedy das Grab der Familie entworfen hat. Es ist ganz schlicht gehalten mit einem Licht, das immer brennt. Es soll die Seele symbolisieren, die auch nach dem Tode eines Menschen immer weiterlebt. Ein sehr beeindruckendes Erlebnis.
Nach dem Besuch des Friedhofs geht es weiter zum Lincoln Denkmal. Vorher allerdings laufen wir am Denkmal von Einstein vorbei und natürlich am Vietnam-Veteranen-Kriegsdenkmal vorbei. Ein sehr beeindruckendes Denkmal: Die Namen aller Opfer (58.261) wurden auf zwei versunkene Granitwände so gestaltet, dass sich die Umgebung in ihnen spiegelt.
Von dort aus geht es zum Lincoln Denkmal. An manchen Stellen hab ich immer wieder gefragt, woher kommen nur all diese Menschen? Nun ja, jetzt stehe ich auch davor und gehöre zu diesen Menschen. Die 36 Säulen um das Memorial erinnern an die ersten 36 Staaten, die zur Amtszeit des 16. Präsidenten Abraham Lincoln, die Staaten die Vereinigten Staaten bildeten. Später wurden die weiteren 12 Staaten um das Dach des Denkmals herum eingemeißelt, um schließlich noch später die beiden letzten Staaten Hawaii und Alaska mit zwei Tafeln auf dem Boden zu verewigen. Hier findet man auch die berühmte Gettysburg Rede von Lincoln und die eine knapp 6 m hohe Statue von Lincoln.
Natürlich kann man von hier aus ganz wunderbar das Washington Denkmal, ein weißer Marmorturm in der Form eines Obelisken, sehen. Es ist 170 m hoch und wenn man genau hinschaut, kann man auch erkennen, dass es in zwei Etappen gebaut worden ist, weil die Steine des unteren Drittels dunkler sind als die im oberen Bereich. Zwischen Lincoln Memorial und Washington Denkmal befindet sich der sog. Reflecting Pool, ein Wasserbecken, in dem die Denkmäler sowie die Umgebung wunderbar reflektiert werden.
Anschließend geht es zum Capitol, dem Sitz des amerikanischen Kongresses. Was soll ich sagen: Wieder mal ein gigantisches Bauwerk, welches von 1793 bis 1823 erbaut wurde, später erweitert wurde und heute ca. 229 m lang ist, bis zu 107 m breit und an der höchsten Stelle über 80 m hoch ist. Der Name Capitol kommt aus dem römischen und geht auf einen der sieben Hügel Roms, dem Kapitolinischen Hügel zurück.
Schließlich geht es von dort aus zum Weißen Haus, dem Regierungssitz des amerikanischen Präsidenten. Den Namen erhält das Haus von Theodore Roosevelt, aufgrund seines weißen Anstrichs (übrigens erfahren wir, dass die Farbe aus Deutschland kommt). Ob auch hier französische Gebäude als Vorbild dienten, ist noch unklar. Sicher ist allerdings, dass man mit dem Bau um 1800 begonnen hat, es zwischendurch zerstört wurde aber immer wieder aufgebaut und kernsaniert wurde. Was mich faszinierte, war nicht unbedingt das Weiße Haus (ich war schon mal in Washington), sondern vielmehr die Tatsache, dass Friedenaktivisten, die ich schon vor 15 Jahren dort gesehen habe, immer noch dort sitzen und für den Frieden demonstrieren. Wir erfahren aber, dass die Frau, die das seit 30 Jahren gemacht hat, in diesem Jahr verstorben ist und von einem Kollegen abgelöst wurde. Es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die für eine Sache einstehen und nicht aufgeben, daran zu erinnern. Also auch ein weiteres Schlüsselerlebnis für mich!
Am Ende dieser Tour verabschieden wir uns von unserer Reisebegleiterin Claudia und begeben uns in die Museumsmeile der Stadt. Zwei Stunden Aufenthalt sind nichts! Alle Museen sind kostenlos zu besuchen, alleine für die Wartezeit benötigt man nicht nur viel Geduld sondern auch viel Zeit. Dazu kommt, dass man sich ja nicht entscheiden kann, in welches Museum man gehen möchte. Das Luft-und Raumfahrtmuseum wird das Ziel meines Mannes und mir. Sicherheitskontrollen (übrigens überall), sehr viele Menschen aber auch spannendes aus der Geschichte der Luft- und Raumfahrtechnik zu sehen. In jedem Fall einen Besuch wert. Am Nachmittag geht es dann weiter nach Philadelphia, einer weiteren geschichtsträchtigen Stadt auf unserer Ostroute! Es geht vorbei an Baltimore, an Salz- und Kohlelager und an der John Hopkins University. Unser Hotel liegt in einen kleinen Vorort von Philadelphia, King of Prussia.

7. Tag:

Rocky und ich und die Unabhängigkeitserklärung

Das ich mal die Treppen "Rocky Steps" hochrenne, wie Rocky, auch das hätte ich nicht gedacht (Schlüsselerlebnis) – aber, ich tue es, sogar zweimal hintereinander! Das Denkmal von Rocky steht in der Nähe des Philadelphia Museum of Art, zu dem diese Treppen gehören (es stand mal am Ende der Treppen, angeblich hat es dort gestört, so dass man einen anderen Platz wählte). Übrigens bin ich nicht die einzige, der es in den Füßen kribbelt und die Treppen hochläuft.
Von dort aus geht es weiter in die City rein, vorbei an vielen Kunstdenkmälern bis hin zur Liberty Bell, der Independence Hall und auf den Spuren von Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten. Er war es, der den Frieden von Paris und damit die amerikanische Unabhängigkeit brachte, aus der letztlich die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und Verfassung entstanden sind, an deren Ausarbeitung auch Franklin beteiligt war. Wir besuchten die Liberty Bell (Freiheitsglocke), die als Symbol der Unabhängigkeitskriege durch das Land gereist war und sich heute in einem eigens für sie gebauten Museum befindet. Hier kann man die Geschichte der "Glocke" nachlesen, denn sie ist es, die geläutet wurde, als die Unabhängigkeitserklärung am 08. Juli 1776 zum ersten Mal auf dem Independece Square in der Öffentlichkeit verlesen wurde. Diese Glocke hat auch etwas Besonderes: Einen Riss im Klangkörper, der die Glocke damit funktionslos macht. Ich kann Lee an dieser Stelle nicht oft genug danken, die uns so wunderbar an der Geschichte durch ihre Erzählungen teilhaben ließ.
Nach dem sehr geschichtlichen Ausflug geht es nun zurück nach New York, mit einem Zwischenstopp zum letzten Bummeln oder Shoppen in Down Town, bevor es dann zum Flughafen geht.

8. Tag:

Ankunft am Flughafen Keflavik – Besichtigung von Reykjavik und Ankunft Hotel in Hafnarfjördur

In Keflavik angekommen, werden wir von unserer Reisebegleiterin empfangen und zu unserem neuen Zielort geführt. Und ich sage ihnen hier eins: Einen krasseren Unterschied gibt es nicht. Gerade New York, dann Island! Wolkenkratzer fehl am Platze, Menschenmassen ebenfalls nicht zu finden. Aber man sieht Schafe und atmet frische Luft. Wir erfahren im Bus, dass wir nicht ins Hotel können, da unsere Zimmer erst am Nachmittag fertig gestellt werden. Ich schaue in müde und erschöpfte Gesichter. Das bedeutete für uns, kein Ausruhen sondern direkt nach einem Stopp für ein Frühstück in einem kleinen Kaffee in der Stadt Hafnarfjördur zur Stadtbesichtigung nach Reykjavik.
Wir erinnern uns, viele vielleicht nur dunkel, an die Europameisterschaft 2016, bei der die unbekannte Mannschaft aus Island bis ins Viertelfinale kam und die sympathischste Mannschaft war, vor allem die Fans. Komisch, dass ich sofort das Bild vor Augen habe: Stolze Fans und ein "Hu – Hu – Hu!" Nun bin ich in Reykjavk, eine Stadt, die jetzt nicht unbedingt auf meiner Urlaubsliste stand. Deshalb fand ich die Kombireise so spannend. Anders als in den USA hat Island insgesamt 340.000 Einwohner. Es ist das in Europa am dünnsten besiedelten Land. Die meisten Menschen leben um Reykjavik (der Name bedeutet Rauchbucht, vermutlich von den umliegenden Dämpfen der heißen Quellen).
Schon beim Frühstück im Cafe stellen wir alle fest, Amerika war schon teuer, aber Island legt da noch etwas drauf. Immerhin hat Island einen der höchsten Pro-Kopf-Lebensstandards. Wir erfahren, dass es hier regelmäßig Erdbeben gibt, weil sich gerade unter Island zwei tektonische Platten berühren, die amerikanische und die eurasische. Jedes Jahr wird Island um ca. 2 - 4 cm auseinander gerissen. Unser Fußmarsch durch die Stadt führt uns vorbei am neuen Konzerthaus und Konferenzzentrum von Reykjavik. Das Besondere ist die wunderbare Glasfassade, die aus 20.000 Glasscheiben besteht. Sie bietet Platz für 1.600 Gäste und liegt natürlich direkt am Wasser.
Von hier aus geht es weiter zur Statue des ersten Siedlers Arnarson im Stadtzentrum. Natürlich war er Wikinger! Vorbei am Sitz des isländischen Premierministers, welches ursprünglich ein Gefängnis für Kleinkriminelle war führt uns unser Weg zum Parlamentsgebäude. Das Parlament (Althing) geht auf das Jahr 930 zurück und ist damit das älteste bestehende Parlament der Welt. Erstaunlich und auffällig ist, keine Polizei, kein Sicherheitspersonal, auch nicht vor dem Sitz des Premierministers. Ein weiteres Schlüsselerlebnis! Weiter geht es zum Dom von Reykjavik und von dort zum neuen Rathaus der Stadt, ein architektonisch interessantes und schönes Gebäude, welches am Stadtsee Tjörnin liegt, nicht vergleichbar mit dem Rathaus in Toronto!
Mit dem Bus machen wir einen Abstecher zur Hallgrimskirkja, das größte evangelisch-lutherische Kirchengebäude Islands. Es befindet sich auf einem Hügel im Zentrum der Stadt und hat einen Turm mit einer Höhe von 73 m. Vor dem hohen Turm steht eine Statue von Leif Eriksson der im Jahre 1000 als erster Wikinger nach Nordamerika segelte. Gestiftet wurde diese Statue von den Amerikanern zum 1000 jährigen Jubiläum des Parlaments. Auf mich wirkt der hohe Turm der Kirche wie das Space Shuttle, oder was meinen Sie? Im Anschluss geht es zur Kuppel Perlan, ein Gebäude, welches aus mehreren Heißwassertanks besteht. Von der Plattform aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und das Umland. Am Mittag geht es zum Hotel und endlich nach, ich nenne es mal einer überdimensional langen Partynacht, ins Hotel. Der Rest des Tages steht zur freien Verfügung.

9. Tag:

Heiß, heißer, Geysire und der Goldene Wasserfall

Am nächsten Morgen geht es los. Wir erkunden in einer Entfernung von ca. 250 km die Umgebung von Reykjavik. Unser Weg führt uns zu einem der größten Geothermiekraftwerke auf Island. Auf unserem Weg sehen wir eine Menge Schafe. Die Bauern lassen sie einfach frei und die Schafe lernen, sich selbst zu versorgen. Irgendwann werden sie wieder eingefangen und dann geschoren oder auch geschlachtet. Wir erfahren, dass auf Island ca. 70.000 Pferde leben und auf dem Lavagestein wächst das sog. Zackenmützenmoos. Das was wir als isländisches Moos kennen, ist eigentlich kein Moos, sondern eine Flechte.
Wir fahren weiter zur "Allmänner(menschen)schlucht". Ich habe ja schon erwähnt, dass Island irgendwie auseinander gerissen wird. Die Folge dieses Auseinanderreißens sind viele Spalten in der Erde. Die größte Spalte ist die Allmenschenschlucht. Sie liegt im Gebiet des Nationalparks Pingvellir. Diese Ort hat aber nicht nur geologisch eine hohe Bedeutung, sondern auch historisch. An diesem Ort wurde bereits zu Zeiten der Wikinger um 930 einmal im Jahr für zwei Wochen im Juni die traditionelle Versammlung abgehalten. Deshalb nennt man diesen Platz auch "Parlamentsplatz". An diesem Ort wurde im Jahre 1944 die Republik Island ausgerufen. Wir begegnen hier einer wundervollen Natur, unglaublich was sich in Jahrmillionen alles entwickelt hat und wie gravierend die Unterschiede zwischen unseren Urlaubskontinenten sind.
Es geht weiter mit dem Bus zum "Goldenen Wasserfall" (Gullfoss). Ein prachtvoller Wasserfall, an den man nur über einen Wanderweg, viel näher kommt, als an die Niagarafälle. Sehr gefährlich für die Fotografen! Anschließend geht es zu den Geysiren, den heißen Quellen. Fantastisch, was so aus dem Bauch der Erde nach oben geschossen kommt: 100°C heißes Wasser, im Abstand von wenigen Minuten. Am späten Nachmittag endet unser Ausflug.

10. Tag:

Jede/r wie sie/er mag: Baden in der Blauen Lagune, Wale beobachten oder sich einfach treiben lassen

Der Tag steht zur freien Verfügung. Ich entscheide mich, auf Walbeobachtung zu gehen. Ich werde morgens im Hotel abgeholt und zum Boot nach Reykjavik gebracht. Man sagt uns, dass es kalt werden könnte, draußen auf dem Meer, also ziehe ich es vor, einen speziellen Anzug zu tragen. Wir fahren raus. Das Wetter ist wunderbar: Klarer blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Es könnte nicht schöner sein. Übrigens haben wir alle Tage auf der Insel ein Wetter, was die Isländer nur alle Jubeljahre haben. Und tatsächlich, neben den vielen Vogelarten schwimmt eine ganze Weile lang eine Delphinfamilie mit uns mit. Wir sehen auch einen Minkywal, aber leider nur sehr kurz. Dennoch hat die Fahrt Spaß gemacht. Man kann ja schließlich die Tiere nicht auf Kommando bestellen!
Am Mittag bummle ich noch durch Reykjavik und erkunde am Nachmittag noch den Ort Hafnarfjördur. Neben dem tollen Wikingerdorf, zu dem es natürlich auch ein Wikinger Hotel gibt, stoßen wir ganz zufällig auf das Denkmal für die erste lutherische Kirche im Hafen von Hafnarfjödur. Enthüllt wurde das Denkmal vom damaligen Bundespräsidenten Johanes Rau. Diese erste Kirche wurde 1533 errichtet, die aber 70 Jahre später wieder abgerissen wurde. Erstaunlich finde ich, dass dieses kleine Dorf nicht sehr beachtet wird, obwohl es einen tollen Hafen hat und sehr romantisch ist. Auch künstlerisch und handwerklich hat es eine Menge zu bieten.

11. Tag:

Wenn i komm, wenn i komm, wenn i wieder, wieder komm, … - Abschied und Abreise

Heute geht es zurück nach Hause. Eine wunderschöne, anspruchsvolle und auch für den einen oder anderen anstrengende Reise geht zu Ende. Viele Eindrücke und Spuren hat diese Reise hinterlassen. Meine Erkenntnis ist, nach Island werde ich bald zurückkehren. Diese Insel gilt es etwas näher und tiefer zu erkunden. Ob ich mich allerdings an die Sprache gewöhne, ist eine andere Sache.
Ein großes Dankeschön noch einmal an dieser Stelle, von der gesamten Reisegruppe, an unsere wunderbare Reiseleitung Lee. Sie war einfach spitze! Denn auch mit einer Reiseleitung steht und fällt eine Reise.

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