Bolivien - unvergessliche Naturschauspiele und ursprüngliche Traditionen. Lassen Sie sich von der Unberührtheit und Authentizität des Landes verzaubern! Erleben Sie eines der ursprünglichsten und authentischsten südamerikanischen Länder. Gehen sie in wunderschönen kolonialen Städten wie La Paz, Sucre und Potosí auf die Suche nach kulturellen Schätzen. Doch vor allem sind die faszinierenden Landschaften, die Bolivien zu einem einzigartigen Reiseziel machen.

Können Sie sich ein anderes Land auf der Welt vorstellen, wo man durch eine Salzpfanne wandern kann und sich gleichzeitig vor der atemberaubenden Kulisse von schneebedeckten Sechstausendern vorfindet? Auch der Titicaca-See und die Isla del Sol bieten auf 4.000 m ein unglaubliches Panorama, welches noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Inhaltsverzeichnis

Steckbrief

Fläche
1.1 Mio. km²

Regierungssitz
La Paz

Einwohnerzahl
9.5 Mio. (Schätzung 2003) Knapp 60 % der Bevölkerung gehören zu den Quechua und Aymara-Stämmen.

Hauptstadt
Sucre

Telefonvorwahl
00591

Strom
Die Netzspannung beträgt 220 Volt, in La Paz 110 V. Für eigene elektrische Geräte benötigen Sie einen Adapter (US-amerikanischer Flachstecker).

Klima & Reisezeit

Allgemein betrachtet liegt Bolivien in der tropischen Klimazone. Durch seine Nähe zum Äquator und die enormen Höhenunterschiede weist das Land jedoch eine Vielfalt klimatischer Zonen auf. Innerhalb des Landes kommt es zu beachtlichen Temperaturunterschieden. Auf dem Altiplano herrscht ein gemäßigtes Höhenklima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von ca. 10 °C. Die Temperaturschwankungen zwischen den Jahreszeiten sind nicht sehr ausgeprägt. Der Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperatur ist dafür umso prägnanter.

An den östlichen Andenhängen wechselt das Klima in den warmen, gemäßigten bis subtropischen Bereich. Auch hier sind die Temperaturschwankungen zwischen den Jahreszeiten nicht besonders hoch. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind weniger ausgeprägt als im Hochland. Im Regenwald herrscht tropisches Klima mit ganzjährig heißen Temperaturen und einer Luftfeuchtigkeiten von mehr als 80 %. Die Region im Südosten weist ein trockenes Savannenklima mit Durchschnittstemperaturen von ca. 28 °C auf.

Städte & Regionen

La Paz
Die im 16. Jahrhundert gegründete Stadt auf der Hochebene Altiplano (3.800 m) ist die wichtigste des Landes und zugleich Regierungssitz. Die offizielle Hauptstadt Boliviens ist jedoch Sucre. La Paz zählt über eine Million Einwohner, wenn man El Alto in der Hochebene auf 4.082 m mitrechnet. In La Paz strebt man nicht nach Höherem - ganz im Gegenteil: je niedriger gelegen, desto angenehmer das Klima und desto wohlhabender die Bewohner.

Die Stadt bietet viele Museen und es gibt es zahlreiche Plätze, auf denen Sie Indígenas in ihren traditionellen Trachten mit Hut, langen Zöpfen und farbenfrohen Reifröcken begegnen. Der interessanteste Markt ist ohne Zweifel der Hexenmarkt ("Mercado de las Brujas"): eine Straße, in der neben gestrickten Mützen, Lamateppichen und anderen Souvenirs auch Schlangenfleisch, getrocknete Kröten und andere bizarre Attribute des hiesigen Aberglaubens verkauft werden.

Valle de la Luna
Nur 10 km von La Paz entfernt finden Sie eine bizarre Mondlandschaft bestehend aus tausenden Felsen, Felsspalten, Erdhügeln und kraterähnlichen Formationen. Die Türme und Pyramiden sind graubraun bis rötlich und fast ohne Bewuchs. Das Valle de la Luna wurde im Laufe von Millionen Jahren durch Erosion und Klimagegensätze gebildet.

Cochabamba
Cochabamba ist die drittgrößte Stadt Boliviens und liegt auf einer angenehmen Höhe von 2.570 m. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist die 40 m hohe Christusstatue, die nach dem Vorbild des Corcovado in Rio de Janeiro erbaut wurde. Die Statue wurde 1988 anlässlich des Besuchs von Papst Johannes Paul II. errichtet. Eine Gondelbahn führt auf den Berg mit seinem beeindruckenden Panoramablick. Die Umgebung von Cochabamba ist auch berühmt für die zahlreichen bunten Märkte.

Potosí
Die Einwohner von Potosí sind stolz auf den Titel der "höchstgelegenen Stadt der Welt" (4.065 m). Anfang des 17. Jahrhunderts war Potosí aufgrund des hohen Silber- und Zinnvorkommens eine der reichsten Städte der Welt. Die gut erhaltenen Bauten jener Zeit zählen dementsprechend zu den prächtigsten ganz Südamerikas. Doch Potosí hat auch seine dunkle Seite: Der "Cerro Rico" (reicher Berg, oder auch Silberberg genannt) ist eine Silbermine, in der bis heute noch etwa 15.000 Männer und auch Kinder ab 11 Jahren unter für uns unvorstellbar schlechten und gefährlichen Bedingungen arbeiten. Sie verdienen für bolivianische Verhältnisse recht gut, aber regelmäßig sterben Minenarbeiter an Staublunge oder bei Unfällen und Explosionen. Der "Mercado de los Mineros", ist der Markt der Minenarbeiter. Hier können Touristen, die sich für 2 Stunden in die Mine wagen, Geschenke für die Arbeiter kaufen, wie z. B. Erfrischungsgetränke und Zigaretten.

Titicaca-See
Der Titicaca-See ist Südamerikas größter See, mit einer Fläche von 8.288 km³ ist er fast 13 Mal so groß wie der Bodensee.

Er befindet sich auf dem Altiplano, der Hochebene der Anden, der westliche Teil des Sees gehört zu Peru, der östliche zu Bolivien. Der Titicaca- See ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Er liegt auf einer Höhe von 3.821 m über dem Meeresspiegel. Mehr als 25 Flüsse fließen in den Titicaca-See.

Auf dem See lebt das Volk der Uros auf schwimmenden Inseln. Ganz aus Totora-Schilf bauen sie nicht nur die Inseln, sondern auch die Hütten und die Boote. Der Schilfboden der Inseln setzt sich aus 2 m aufgeschichtetem Schilf zusammen. Die Inseln müssen nach ca. 2 Jahren neu gebaut werden, da der Schilf von unten wegfault.

Salar de Uyuni
Mit etwa 12.000 km³ ist dies der größte Salzsee der Welt und eins der wichtigsten Highlights Südamerikas. Der Salar de Uyuni, benannt nach der nahegelegenen Stadt Uyuni liegt auf ca. 3.670 m Höhe im bolivianischen Südwesten. Der Salar entstand durch das eintrocknen riesiger urzeitlicher Binnenseen, die das Hochland vor etwa 100.000 Jahren bedeckten. Zeugen dieser wasserreichen Vergangenheit sind z. B. die gut sichtbaren Korallenbänke auf der Insel Inkahuasi.

Da das bolivianische Hochland ein abflussloses Gewässersystem bildet, füllt sich der Salar jedes Jahr zur Regenzeit, zwischen Februar und April mit Wasser welches bis Mai wieder verdampft. Im Süden des Salar de Uyuni liegen die spektakulären, bizarren Vulkan- und Wüstenlandschaften der Lipezprovinzen. Sie sind Heimat vieler geschützter Tierarten wie die Vicunhas oder die zahlreich in den Lagunen der Region vertretenden Flamingos.

Sprache

Die Amtssprache in Bolivien ist Spanisch. Daneben existieren auch noch die Indianersprachen Aimará, Quechua und Tupi-Guarani. Einige Beamte und Geschäftsleute sprechen Englisch.

Religion

95 % der bolivianischen Bevölkerung sind römisch-katholisch. Die übrigen 5 % sind teils protestantisch oder gehören anderen Glaubensrichtungen an, darunter Urreligionen, Mennoniten, Bahai und Islam.

Kultur

Die traditionelle Musik weist deutliche regionale Unterschiede auf: Die auf dem Charango (Saiteninstrument, dessen Klangkörper aus dem Panzer eines Gürteltiers besteht) und der Flöte gespielten Klänge des Altiplano sind eher klagend und traurig, während in den wärmeren Gegenden fröhlichere Töne angeschlagen werden. Volkstümliche Tänze, die Namen wie auqui-auqui, cueca und tinku tragen, spielen in der Alltagskultur und bei den traditionellen Festen eine wichtige Rolle. Weitere Ausdrucksformen der Volkskunst sind Weben und Spinnen; die Muster und Farben der Textilien lassen sich zwar je nach Region unterscheiden, haben sich jedoch im Laufe der letzten 3.000 Jahre nur wenig verändert.

In den menschenleeren Weiten Boliviens lassen sich faszinierende Landschaften von majestätischen Andengipfeln über die Hochebene Altiplano bis ins tropische Tiefland entdecken. Schließlich leben hier auf einer Fläche, die etwa dreimal so groß ist wie Deutschland, nur knapp 10 Millionen Menschen.

Bolivien gilt als das höchstgelegene und abgeschiedenste Land Südamerikas. Hier finden Sie noch unverfälschte indianische Kulturen und Sprachen.

Essen & Trinken

Hauptbestandteile der bolivianischen Küche sind Kartoffeln und Quinoa, die sogenannte Andenhirse. Diese Hirseart wächst selbst auf kargen Böden und auf Höhen von bis zu 4.000 m. Auch Bohnen und Mais kommen häufig auf den Tisch, meist serviert mit einem Stück selbstgemachtem Hochlandkäse. In der Hochebene Altiplano wird sehr scharf gegessen. Meist stehen die scharfen Gewürze und Soßen jedoch separat auf dem Tisch, damit jeder selbst über die Schärfe seiner Mahlzeit entscheiden kann. Im Tiefland hingegen legt man weniger Wert auf Schärfe. Hier werden vor allem viel frisches Obst, Gemüse und Fleisch serviert. Eine Spezialität rund um den Titicaca-See ist fangfrische Forelle, trucha genannt.

Das Nationalgetränk der Bolivianer ist ein Traubenschnaps, der sogenannte Singani. Außerdem gibt es einige einheimische Biersorten. Ein ganz besonderes Geschmackserlebnis ist das aus Mais gebraute Chicha. In der traditionellen Herstellung wird der Mais erst gekaut und anschließend wieder ausgespuckt. Dies soll den Gärungsprozess in Gang bringen und sorgt für den einzigartigen, säuerlichen Geschmack. Die Coca-Pflanze ist fester Bestandteil der bolivianischen Kultur. Die traditionelle Verwendung hat jedoch nichts mit der gefährlichen Droge Kokain zu tun. Die Bolivianer kochen aus den Blättern der Pflanze Tee. Dieser hilft dabei, sich an die Höhenluft zu gewöhnen. Das Kauen von Coca-Blättern wirkt belebend und steigert die Leistungsfähigkeit.

Wissenswertes von A - Z

Geografie
Bolivien ist ein Binnenland, welches von Brasilien im Nordosten, Paraguay und Argentinien im Süden sowie Chile und Peru im Westen umschlossen wird. Geografisch lässt sich das Land in 3 Zonen einteilen. Im Westen erstreckt sich das Andenhochland Altiplano auf einer Höhe zwischen 3.000 und 4.000 m. In der Hochebene befinden sich 2 der bedeutendsten touristischen Ziele Boliviens, die Salzseen und der Titicaca-See, der höchstgelegene kommerziell schiffbare See der Welt. Im Osten wird das Altiplano begrenzt von einem Gebirgszug der Anden. Einige der Gipfel sind bis zu 6.500 m hoch. Beide Landschaften zusammen bilden etwa ein Drittel der Landesfläche.

Die dritte geografische Zone ist das Tiefland. Im direkten Anschluss an die Anden befinden sich die sogenannten Yungas, der Regenwald. In den höchstgelegenen Bereichen ist der Regenwald geprägt von Berg- und Nebelwäldern. Unterhalb von 1.000 m beginnt die tropische Zone mit typischen Regenwaldpflanzen, Kautschukbäumen und Palmen. Im Osten der Tiefebene befindet sich ein großes Sumpfgebiet, das Pantanal. Im Südosten erstreckt sich eine Mischung aus dorniger Buschsteppe und Trockenwäldern.

Souvenirs
Bolivien hat einiges zu bieten: Kostbares wie Gold- und Silberschmuck oder Mode aus feiner Vicuñawolle und kulturell Wertvolles wie Kunsthandwerk, dessen Wurzeln Jahrtausende zurückreichen. Es gibt Souvenirs, die Glück bringen, und andere, die einfach nur glücklich machen, weil sie noch lange den Zauber der Anden verbreiten. Auf Märkten sollten Sie den überhöhten Erstpreis herunterhandeln. In den Läden werden die gängigen Kreditkarten meist nur gegen einen Aufschlag akzeptiert.

Währung und Zahlungsmittel
Die Währung in Bolivien ist Boliviano (BOB), umgangssprachlich auch Peso genannt. Ein Boliviano ist in 100 Centavos unterteilt. Die Währung ist an den US-Dollar gebunden. Banknoten gibt es im Wert von 200, 100, 50, 20 und 10 BOB, Münzen in den Beträgen 2 und 1 BOB sowie 50, 20 und 10 Centavos. Die Möglichkeit, Geld in Reiseschecks oder Fremdwährungen zu wechseln, haben Sie in den großen Städten in Banken, Wechselstuben und auch in Hotels. Am einfachsten sind US-Dolllar in kleinen Stückelungen zu wechseln. Die gängigen Kreditkarten, wie MasterCard, Visa, American Express und Diners Club werden in den größten Städten in Restaurants, Einkaufszentren und großen Hotel als Zahlungsmittel akzeptiert. In abgelegenen Städten und kleinen Geschäften werden Kreditkarten jedoch meist nicht angenommen. Mit der EC- oder Maestro-Karte sowie mit Karten mit dem Cirrus-Symbol kann man an vielen Geldautomaten Bargeld in der Landeswährung abheben. Reiseschecks können in Banken, Wechselstuben und Hotels der großen Städte eingetauscht werden. Sie sollten in US-Dollar ausgestellt sein, auch wenn zunehmend auch Schecks in Euro akzeptiert werden.

Zeitunterschied zu Deutschland
während der europäischen Sommerzeit -6 Stunden, während der Winterzeit -5 Stunden. In Bolivien gibt es keine Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit.

Reiseberichte & -Experten

Unser Chronist Bernd -  Südamerika - Auf der anderen Seite der Welt

Oktober - November 2015
Auf den Spuren der Inka in Peru, die malerischen Anden in Bolivien, eine feurige Tangoshow in Buenios Aires oder heiße Samba Rhythmen in Brasilien - Für was können Sie sich begeistern? Die südamerikanische Vielfalt erwartet Sie.