Hütten in Äthiopien©luisapuccini-stock.adobe.com

Äthiopien
Reisetipps & Infos

Reiseführer für Ihren Urlaub in Äthiopien

Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen für Ihre Reise nach Äthiopien. Die älteste Nation Afrikas überrascht ihre Besucher mit einer kulturellen Vielfalt und einem tiefreligiösen Glauben, der seinesgleichen sucht. Die Felsenkirchen Lalibelas sind dafür ein beeindruckendes Zeugnis. Auch die Weiten des Hochlands, wo der Kaffee seinen Ursprung hat, sowie mächtige Flüsse und unberührte Seen machen Äthiopien zu einem unvergesslichen Reiseziel. Informieren Sie sich jetzt ausführlich und bereisen Sie mit uns Äthiopien

Warum Äthiopien?

8 Highlights, die das Land so besonders machen

Frauen in Äthiopien©Bartosz Hadyniak
Berglandschaft in Äthiopien©siempreverde22@stock.adobe.com
Affe in Äthiopien©zlikovec@stock.adobe.com
  • Panoramablick vom Mount Entoto
  • UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Debre Berhan Selassie
  • Eindrucksvolle Berglandschaften im Simien Nationalpark
  • Felsenkirchen von Lalibela
  • Historische Stadt Axum
  • Addis Mercato - Afrikas größter Straßenmarkt
  • Ruinen in Gondar
  • Lucy - Skelett eines Frühmenschen

Steckbrief

Was muss man über Äthiopien wissen?

Amtssprache

Amharisch. Daneben existieren schätzungsweise 80 weitere Sprachen mit rund 200 Dialekten. Englisch ist als Bildungssprache und an den höheren Schulen verbreitet.

Einwohnerzahl

Ca. 99.3 Millionen (Stand 2015)

Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat mit mehr als 80 ethnischen Gruppen. Politisch und kulturell dominieren die Amharen, deren Sprache auch Amtssprache ist. Die Oromo wiederum bilden mit über 20 Millionen Menschen die zahlenmäßig größte Gruppe.

Flugdauer 
ca. 13 Stunden ab/bis Deutschland
Angrenzende Länder Im Norden Eritrea, im Süden Kenia, im Osten Dschibuti und Somalia sowie im Westen Sudan.
Hauptstadt

Addis Abeba

Fläche 1.1 Mio. km²
Staatsform

Parlamentarische Republik

Stromspannung 200 V, 2-polige Stecker, Adapter empfohlen.
Telefonvorwahl 00251

Währung & Zahlungsmittel

Äthiopischer Birr. Es gibt Banknoten im Wert von 1, 5, 10, 50 und 100 Birr sowie Münzen im Wert von 1, 5, 10, 25 und 50 Cent. 100 Cent ergeben 1 Birr.

Zeitzone MEZ + 2 Stunden

Äthiopien

Wann ist die beste Reisezeit?

Die beste Reisezeit für Äthiopien sind die Monate Oktober bis Mai, da diese Monate außerhalb der Hauptregenzeit liegen. Von November bis Januar sind die Temperaturen am angenehmsten. In diesen Monaten ist auch die Anzahl der Sonnenstunden mit durchschnittlich 10 Stunden täglich am höchsten. Daneben gibt es ein paar regionale Unterschiede: Die historische Route im Norden bereisen die meisten zwischen September und April. Für das Omo-Land im Süden sind die Monate Ende Juli bis Mitte Oktober sowie Ende November bis Mitte Februar die beliebteste Reisezeit.

Wie ist das Klima & Wetter in Äthiopien?

In Äthiopien herrscht ein durchaus gemäßigtes Klima, obwohl es im tropischen Afrika liegt. Wie in den Tropen üblich, gibt es nur geringe Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter, dafür steigen die Temperaturen auf dem Weg vom Hoch- ins Tiefland rasch an. Die klimatischen Unterschiede innerhalb Äthiopiens sind nämlich im Wesentlichen von den verschiedenen Höhenlagen beeinflusst. Im Allgemeinen ist das Klima in Äthiopien gemäßigt. Die unterschiedlichen Höhenlagen sind jedoch für drei unterschiedliche Klimazonen verantwortlich. Bis zu einer Höhe von 1.000 m herrscht feuchtes oder trocken-heißes Klima (tropisch-heiße Zone). Zwischen 1.000 und 2.500 m ist das Klima gemäßigt mit angenehmen Durchschnittstemperaturen von 20 bis 25 °C (warm-gemäßigte Zone). Über 2.500 m herrschen deutlich kühlere Temperaturen (kühle Zone). Eine Sonderstellung nimmt die Danakil-Wüste im Drei-Länder-Eck Eritrea, Dschibuti und Äthiopien ein, die als einer der heißesten Orte der Welt gilt. In dieser geologisch aktiven Zone herrschen zum Teil Tagestemperaturen von über 50 °C im Schatten. Die Niederschlagshöhe variiert stark in Abhängigkeit von den vorherrschenden Winden und der Höhe. Sie schwankt zwischen durchschnittlich 500 mm jährlich in den Niederungen und 2.000 mm in den Bergregionen. In den Wintermonaten steht Äthiopien unter dem Einfluss des Nordost-Passats, welcher der Region am Roten Meer etwas Regen bringt. In den Sommermonaten strömt der Passat nach Nordafrika, was zu reichlich Niederschlag im nördlichen Hochland führt. Die Niederschläge fallen nicht gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt, sondern konzentrieren sich auf zwei Regenzeiten. Die längere Hauptregenzeit fällt in die Monate Juni bis September. Im Anschluss folgt eine längere Trockenperiode. Zwischen Februar und März ereignet sich schließlich eine kleinere Regenzeit, auf die eine erneute Trockenzeit bis Juni folgt.

Äthiopien Jan Feb Mrz Apri Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temp. in °C 23 24 25 25 25 23 20 20 21 22 22 22
Min. Temp. in °C 6 7 9 11 10 10 11 11 10 7 6 6
Sonnenstunden 9 7 8 7 8 6 4 4 5 7 8 9
Regentage 2 5 8 10 8 15 26 25 17 3 2 2

Welche sehenswerten Städte gibt es in Äthiopien?

Addis Abeba

Die Hauptstadt des Landes markiert in der Regel Anfang und Ende jeder Äthiopien-Reise, denn hier befindet sich der einzige internationale Flughafen des Landes. In Addis Abeba leben etwa 3.5 Millionen Menschen auf einer Fläche von 530 km². Die Stadt liegt zentral in Äthiopien, am Fuße des Mount Entoto, und erstreckt sich auf Höhen von 2.200 bis 3.000 m. Damit ist sie die dritthöchste Hauptstadt weltweit. Vom 3.000 m hohen Plateau des Berges Entoto haben Sie den besten Panoramablick über ganz Addis Abeba. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt die Addis Abeba Universität, die 1950 gegründet wurde. Das palastähnliche Gebäude beherbergt auch das Ethnologische und das Nationalmuseum, wo u. a. das Skelett des Frühmenschen "Lucy" zu bewundern ist. Verpassen Sie auch nicht die Dreifaltigkeitskathedrale, die größte und prächtigste moderne Kirche des Landes. Sie ist zwar im europäischen Stil erbaut, im Inneren ist Sie jedoch mit typisch äthiopischen Wandmalereien verziert. Großer Beliebtheit erfreut sich auch der Mercato, der größte Markt der Stadt und einer der größten Freiluftmärkte Afrikas. Hier wird alles Mögliche verkauft, vom Vieh über Kunst und Schmuck bis hin zum Computer.

Aksum

Die historisch bedeutende Stadt Aksum, oder auch Axum geschrieben, im Norden Äthiopiens zählt mit ihren gigantischen Stelen, Obelisken und königlichen Grabmälern zum UNESCO-Weltkulturerbe. Einzigartige Zeugnisse aus vergangenen Tagen dokumentieren noch heute den einstigen Glanz und die Macht des axumitischen Königreiches. Axum kontrollierte bereits im 2. Jahrhundert nach Christus den Zugang zum Roten Meer, was den Handel mit Persien, Arabien, Indien und Ceylon ermöglichte. Im 4. Jahrhundert wurde das Christentum Staatsreligion und Axum auch religiöses Zentrum, im 10. Jahrhundert schließlich zerfiel das Reich. Der Legende nach brachte König Menelik I. die sagenumwobene Heilige Bundeslade mit den beiden Tafeln der Zehn Gebote von Jerusalem nach Axum. Seitdem wird sie in der Kathedrale der Heiligen Maria von Zion aufbewahrt, die jährlich Ziel Tausender von Pilgern ist. Der Stelenpark ist eine weitere berühmte Sehenswürdigkeit. Viele Stelen, die zwischen dem 3. und 10. Jahrhundert errichtet wurden, dienten als Grabsteine, unter denen sich die Gräber von Fürsten und Königen befinden.

Bahir Dar

Die kleine Stadt Bahir Dar liegt südlich von Gondar am Ufer des idyllischen Tanasees im Hochland von Abessinien. Hier segeln einheimische Fischer noch mit traditionellen Papyrus-Booten über das Wasser des Sees. Die Stadt entstand einst aus einer Jesuitensiedlung und dient heute den meisten Besuchern als Ausgangspunkt für einen Ausflug zu den spektakulären Nilwasserfällen. Der Blaue Nil stürzt nur 30 km von hier die Tis Isat-Fälle ("Rauchendes Wasser") hinab und bietet dem Betrachter ein unvergessliches Naturschauspiel. Auch der Tanasee mit seinen Inseln ist ein beliebtes Ausflugsziel. Dort gibt es jahrhundertealte Klöster zu entdecken, die Kunstschätze, Ikonen und kostbare Handschriften beherbergen. Einige der Klosterinseln sind jedoch nur für Männer zugänglich.

Gonder

Die Stadt Gonder mit ihren Burgen und Schlössern liegt auf etwa 2.000 m am Fuße des Simien-Gebirges. Im 17. Jahrhundert war Gondar die Hauptstadt des Landes, gegründet von Kaiser Fasilidas. Zu dieser Zeit entwickelte sich die Stadt zu einem einflussreichen Handelszentrum. Der Palastbezirk in der Stadtmitte wurde innerhalb einer imposanten, 900 m langen Stadtmauer mit zwölf Toren über hunderte von Jahren von verschiedenen Herrschern ständig erweitert. Zu den bedeutendsten Bauten zählen der aus dem Jahr 1632 stammende Palast des Fasilidas, die Bibliothek von Kaiser Yohannes I. sowie der Palast der Kaiserin Menteweb. Eine zentrale Rolle spielt auch heute noch das Bad des Fasilidas, ein Bassin, in dessen Mitte sich ein Wasserschloss erhebt. Jedes Jahr zum Timkat-Fest wird das Becken mit Wasser gefüllt und mit Prozessionen und Zeremonien an die Taufe Jesu Christi im Jordan erinnert.

Harar

Die Altstadt gehört seit 2006 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Hinter ihrer Stadtmauer verbergen sich zahlreiche Moscheen, islamische Heiligenschreine, historische Gebäude und ein großer farbenfroher Kat-Markt. Kein Wunder, dass unter den Muslimen diese als vierte heilige Stadt nach Medina, Mekka und Jerusalem kommt. Mythen gehören zu der äthiopischen UNESCO-Welterbestadt Harar wie das bunte Gassengewirr und die duftenden Altstadtmärkte. Auf eine dieser Legenden geht die abendliche Fütterung von Hyänen zurück, eine wahre Mutprobe. Die Raubtiere nähern sich den Besuchern bis auf wenige Zentimeter. Die Hyänen werden von den Menschen mit einem zwischen den Zähnen eingeklemmten Stöckchen, an dem ein Fetzen Kamelfleisch hängt, gefüttert.

Lalibela

Der für seine Felsenkirchen berühmte Wallfahrtsort Lalibela liegt auf etwa 2.500 m im Norden Äthiopiens. Die elf monolithischen, in leuchtend roten Tuffstein gehauenen Kirchen wurden im 12. und 13. Jahrhundert nach Christus geschaffen und gehören heute zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Gotteshäuser blieben über die Jahrhunderte weitestgehend unversehrt, wodurch originale Gemälde, Fresken und Handschriften immer noch bestaunt werden können. Der Legende nach hatte König Lalibela von Gott selbst den Auftrag erhalten, diese Kirchen zu bauen, und die Gläubigen waren von den Meisterwerken so beeindruckt, dass der Mythos entstand, Engel wären am Bau beteiligt gewesen. Auch in der heutigen Zeit sind die Kirchen Orte gelebter Gottesverehrung. Ein Besuch zum Timket- oder Genna-Fest ist daher besonders zu empfehlen. Das Hochland, das Lalibela umgibt, eignet sich zusätzlich hervorragend für Ausflüge in die Natur und Trekking-Touren. Unternehmen Sie z. B. eine Wanderung durch die wunderschöne Berglandschaft zur Felsenkirche Mariam, die auf etwa 3.000 m am Berg Asheten über Lalibela liegt. Auch die Höhlenkirche Nakuto La’ab ist einen Besuch wert. Im Kloster können Sie eine Sammlung antiker Kreuze, illustrierter Handschriften und Ikonen besichtigen. Die Kirche ist zudem berühmt für ihre heilige Quelle, die seit dem 13. Jahrhundert noch nie versiegt sein soll.

Welche besonderen Nationalparks gibt es in Äthiopien?

Zum Schutz der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt hat Äthiopien 15 Nationalparks etabliert. Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Auswahl daraus genauer vor.

Abijatta-Shalla Nationalpark

Der Abijatta-Shalla Nationalpark liegt in der Region Oromia im Great Rift Valley, dem großen afrikanischen Grabenbruch. Der Nationalpark umfasst ca. 900 km², wovon etwa die Hälfte von Wasser bedeckt ist. Benannt wurde er nach den beiden im Park liegenden Seen Abijatta und Shalla. Der See Abijatta ist von sanften, grasbedeckten Hängen und Akazienwäldern umgeben. Im Kontrast hierzu steht Lake Shalla, welcher im Krater eines erloschenen Vulkans entstand. Der See ist von steilen schwarzen Felsen und Gipfeln umgeben, die sich eindrucksvoll in den Gewässern spiegeln. Heiße Schwefelquellen, die am Ufer an die Oberfläche blubbern, gelten als heilend und verleihen dem See seinen geheimnisvollen Charakter. Darüber hinaus beheimatet der Nationalpark über 400 Vogelarten, vor allem eine große Anzahl an Flamingos versammelt sich hier. Rosapelikane und eine Vielzahl von anderen Wasservögeln haben ebenfalls hier ihr zu Hause.

Awash Nationalpark

Der Awash Nationalpark erstreckt sich über eine 756 km² große Fläche und wird vom 2.000 m hohen Vulkan Fantale geprägt, der sich imposant aus der Mitte des Landes erhebt. In dem Park leben heimische Tiere, die sich an die langen Trockenzeiten angepasst haben, wie beispielsweise Wasserböcke, Erdferkel, Antilopen und Gazellen. Im Westen des Areals können Sie wild lebende Zebras beobachten. Hinzu kommen zahlreiche Affenarten, Leoparden und Geparden. Zudem ist die Gegend ein Paradies für Vogelfreunde, da die Vogelwelt bunt gefächert ist. Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten gehören die beeindruckende Awash-Schlucht, die heißen Quellen im Norden und die rauschenden Wasserfälle im Süden.

Nechisar Nationalpark

In unmittelbarer Nähe zur Stadt Arbaminch liegt im Süden des Landes dieser gut 500 km² große Park. Hier sind Tierarten wie Kuhantilope, Steppenzebras, Dikdiks und Kudus beheimatet. Im Nationalpark befindet sich der Chamosee, wo Sie Krokodile, Flusspferde und verschiedene Vogelarten wie Pelikane beobachten können.

Mago Nationalapark

Im Südwesten Äthiopiens ist der 2.160 km² große Mago Nationalpark zu finden, der durch eine Savannenlandschaft geprägt ist. Wie die meisten der Nationalparks wurde auch dieser zum Schutz von besonderen Tierarten gegründet. Vor allem Büffel, Elefanten und Giraffen sollen in diesem Park Schutz finden. Insgesamt sind hier über 80 Säugetier- und 250 Vogelarten beheimatet. In der Region des Parks lebt das Volk der Mursi, bekannt für ihren auffälligen Körperschmuck.

Simien Nationalpark

Der knapp 180 km² große Nationalpark befindet sich im Norden Äthiopiens und ist insbesondere für seine Berglandschaften bekannt, die zu Wanderungen oder mehrtägigen Trekking-Touren einladen. Er beheimatet unter anderem Dscheladas (Blutbrustpavian), den Äthiopischen Steinbock sowie den Äthiopischen Wolf. Diese Tiere wollte man bereits bei Gründung des Nationalparks 1969 schützen und man hat diese Aufgabe bei manchen Tierarten bis heute erfolgreich gemeistert.

Omo Nationalpark

Dieser Park im Südwesten des Landes wurde 1959 gegründet und ist somit der älteste Nationalpark des Landes. Die Vegetation des rund 4.000 km² großen Parks ist geprägt von einer Gras- und Buschsavanne sowie von großen Wäldern. Tierliebhaber können dort Elan-Antilopen, Büffel, Elefanten, Giraffen, Geparden, Zebras, Topi-Antilopen und Guereza-Affen sowie mehr als 300 Vogelarten beobachten.

Blauer Nil

Zu den wichtigsten und bekanntesten Flüssen des Landes gehört der Blaue Nil. Seinen Namen verdankt er den dunklen, erdigen Sedimenten, die er aus seinem Ursprungsgebiet im Hochland wegschwemmt. Er durchfließt den Tanasee und stürzt anschließend bei Tis Isat 42 m in die Tiefe. Diese Wasserfälle sind ein beeindruckendes Naturschauspiel, das jährlich viele Besucher anzieht. Zum Nil vereinigt sich der Blaue mit dem Weißen Nil schließlich bei Khartum im Sudan. 

Tanasee

Der größte See des Landes und gleichzeitig der höchstgelegene See Afrikas liegt auf 1.830 Metern und besitzt eine Fläche von mehr als 3.000 m². Der Abfluss des Sees ist der Blaue Nil beim Ort Bahir Dar.

Welche Flora & Fauna gibt es in Äthiopien?

Geprägt ist Äthiopien in erster Linie durch sein Hochland, hier befindet sich das größte zusammenhängende Hochplateau Afrikas auf 1.200 bis 3.500 m. Der Großteil des Hochlands von Abessinien hat Mittelgebirgscharakter, das jedoch an einigen Stellen mehrere hundert Meter steil abfällt. Hier haben die großen Flüsse Nil, Omo und Takaze tiefe Schluchten in den Fels hinein geschnitten. Eine weitere naturräumliche Besonderheit ist der große afrikanische Grabenbruch, der sich von Süd-West nach Nord-Ost durch das Land zieht. Hier, im Rift-Valley, befindet sich die sagenumwobene Quelle des Blauen Nils. Aus diesen Gegebenheiten resultieren die großen Kontraste zwischen Bergen, die bis auf über 4.500 m über das Hochplateau ragen, und Senken, die z. T. unter dem Meeresspiegel liegen. Die abwechslungsreiche Topographie und unterschiedlichen Klimate sorgen für eine vielseitige Pflanzenwelt. In Äthiopien finden Sie Bergregionen mit alpiner Vegetation, Savannen und immergrüne Feuchtwälder. Insbesondere das Hochland ist biologisch interessant, denn von den etwa 7.000 höheren Pflanzenarten sind gut 10 % endemisch. Baum- und Straucharten wie Akazien, Wacholder, Affenbrot- und Maulbeerfeigenbäume sind nach wie vor häufig anzutreffen, auch wenn die Bestände seit Anfang des 20. Jahrhundert durch Rodungen dezimiert werden. Durch die Aufforstung mit schnell wachsenden Eukalyptusbäumen dominieren diese inzwischen in machen Regionen. Nicht zuletzt ist Äthiopien auch das Ursprungsland von Kulturpflanzen wie Kaffee und der Getreideart Teff. Zur artenreichen Tierwelt Äthiopiens zählen verschiedene Insekten- und Spinnenarten, Reptilien wie Krokodile sowie Vogelarten wie Reiher, Marabus, Pelikane und Flamingos. In den Savannen der Nationalparks sind auch Großwildarten wie Elefanten, Büffel und Flusspferde anzutreffen. In den Bergregionen schließlich sind Affen, Luchse und Gazellen beheimatet. Eine vom Aussterben bedrohte Primatenart ist der Dschelada (Blutbrustpavian), der nur im Hochland Äthiopiens vorkommt. Er ist im Simien Nationalpark unter strengen Schutz gestellt.

Was sollte man über die Kultur & Geschichte Äthiopiens wissen?

Das Land, auf dem sich heute der Staat Äthiopien befindet, war bereits vor 3.5 Millionen Jahren besiedelt. Die Überreste von "Lucy", das 3 Millionen Jahre alte und damit älteste weitgehend erhaltene Skelett eines Hominiden, wurden hier gefunden. Heute ist es im Nationalmuseum der Hauptstadt Addis Abeba ausgestellt.

Geschichte

Der Überlieferung zufolge geht die Geschichte des Staates Äthiopien bis ins 10. Jahrhundert vor Christus zurück, als die legendäre Königin von Saba nach Jerusalem reiste, um den weisen König Salomon zu treffen. Ihr gemeinsamer Sohn Menelik I. wurde der Stammvater der äthiopischen Könige und somit der Gründer einer lang anhaltenden und bedeutenden Dynastie. Aus dieser Legende entwickelte sich bis in die heutige Zeit ein Vielvölkerstaat aus mehr als 80 ethnischen Gruppen und ebenso vielen Sprachen. Auch die Traditionen, Brauchtümer und Lebensstile sind sehr facettenreich. Gerade im Süden von Äthiopien leben die kontrastreichen Stämme nahezu unberührt von Einflüssen der modernen Außenwelt.

Kultur

Äthiopiens Kultur entwickelte sich vorwiegend im Norden des Landes, wo faszinierende Städte heute die einmalige "Historische Route" bilden, die Besucher in ihren Bann zieht. Das Land ist zudem die älteste unabhängige Nation Afrikas und unterscheidet sich dadurch deutlich vom Rest der schwarz-afrikanischen Länder. Im Zuge des Kolonialismus geriet Äthiopien zwar immer wieder unter europäischen Einfluss, wurde jedoch nie vollständig erobert.

Was sind die wichtigsten Feiertage in Äthiopien?

  • 07. Januar: Genna (Weihnachten)
  • 18. + 19. Januar: Timkat (Fest der Taufe Jesu)
  • April/Mai: Hosanna (Palmsonntag)
  • 11. September: Enkutatash (Neujahr)
  • 27. September: Meskal (Kreuzerhöhungsfest)
  • 29. + 30. November: Hidar Zion (Marienfest)

Unserem Gregorianischen Kalender läuft die äthiopische Zeitrechnung um 7 Jahre und 8 Monate hinterher. Das Kalenderjahr beginnt in Äthiopien am 11. September, bzw. in Schaltjahren am 12. September. Während also der Rest der Welt mit dem Jahreswechsel 1999/2000 das Millennium feierte, befand sich Äthiopien immer noch in den 1990er Jahren. In Äthiopien gibt es 12 Monate mit je 30 Tagen und einen Schaltmonat am Jahresende mit 5 bzw. 6 Tagen (abhängig davon, ob es sich um ein Schaltjahr handelt oder nicht). Damit ist Äthiopien das Land der 13 Monate, wodurch es auch mit dem Attribut "13 months of sunshine" versehen ist. Durch internationale Verbindungen wie dem Flugverkehr herrscht in Äthiopien ein Nebeneinander beider Kalender, und im ganzen Land sind Kalender mit beiden gültigen Daten erhältlich. Unterschiede gibt es weiterhin in der Rechnung der Tageszeiten, wobei der äthiopische Tag um 6.00 Uhr mit der Stunde Null beginnt.

Welche Naturvölker gibt es in Äthiopien?

Ari

Die Ari leben im Mago Nationalpark im Süden Äthiopiens. Mit einem der größten Stammesgebiete im Omo Valley-Tal bieten sich dem Volk weitreichende Anbaumöglichkeiten. Sie bauen vor allem Kaffee, Getreide, Früchte, Mais, Kardamom und andere Wurzelpflanzen an. Die Frauen der Ari sind bekannt für die Herstellung von außergewöhnlichen Keramiken und Töpfereiern. Sie stellen Platten um Kaffee zu rösten her und bemalen diese, aber auch andere Behälter für Nahrung und Wasser sind im alltäglichen Gebrauch.

Dorze

Das Leben der Dorze ist durch Arbeitsteilung gekennzeichnet. Während die Frauen vorrangig für die Familie sorgen, indem sie die Kinder erziehen und behüten, Feuerholz sammeln, kochen und Erfolge der Ernte oder Baumwollweberei auf Märkten verkaufen, sind die Männer für das Weben von bunten Tüchern und Geweben zuständig. Ihre Stoffe sind sehr farbenfroh und begehrt in ganz Äthiopien. Außerdem sind die Dorze für ihre einzigartigen, bienenstockförmigen Hütten bekannt. Diese sind aus geflochtenem Bambus gefertigt und werden ca. 10 m in die Höhe gebaut.

Hamar

Der Stamm der Hamar ist eine kleinere Bevölkerungsgruppe im Südwesten Äthiopiens. Eine Besonderheit im Leben der Hamar ist der wöchentliche Wochenmarkt. Hier können kostbare Waren wie Fleisch, Getreide und Milch ergattert werden. Das Volk versteht das Töpferhandwerk außerdem sehr gut. Die Naturverbundenheit hat es ihnen schon früh ermöglicht, den Umgang mit Lehm und Ton zu üben. Wunderschöne Krüge und verzierte Schalen sind daher keine Seltenheit. Die enge Verbundenheit zu Ton und Lehm zeigen die Hamar auch in ihrer Haarpracht. Sind sie von Natur aus mit schwarzen Haaren bestückt, tragen die Frauen meist rote Haare, welche durch roten Ton, Butter oder Ocker gefärbt werden.

Konso

90 km südlich von Arba Minch und des Chamosees, inmitten von grünen, fruchtbaren Berghängen, lebt das Volk der Konso. Über die Stammesgrenzen hinaus ist es für seine handwerkliche Geschicklichkeit bekannt. Die Männer weben Stoffe und verarbeiten Metall und Holz, ihre Frauen gerben Leder und stellen Tongefäße her. Zudem sind sie Meister des Ackerbaus. Insbesondere Gemüse, Getreide, Hirse, Kaffee, Baumwolle und Tabak werden angebaut. Das Handwerk sowie die Landwirtschaft werden seit Generationen weitergetragen und traditionell tief verankert.

Mursi

Bekannt ist der Stamm der Mursi vor allem für seinen außergewöhnlichen Körperschmuck. Er verleiht ihnen ein bizarres Aussehen und einen Wiedererkennungswert auf der ganzen Welt. Vor allem die großen Tonscheiben, die sich viele Frauen in ihre Unterlippe einsetzen, Schmucknarben, Körperbemalung, ausgefallene Frisuren sowie Kopfschmuck haben zum Teil magische Bedeutung oder dienen dazu, sich von anderen Volksstämmen zu unterscheiden.

Welche Speisen & Getränke sind für Äthiopien bekannt?

Das Nationalgericht in Äthiopien ist "Injera", ein Fladenbrot aus Sauerteig, das aus einem krautartigen Getreide namens "Teff" zubereitet wird. Injera wird zu Fleisch oder Gemüse und zusammen mit verschiedenen würzigen Saucen ("Wot") serviert. Der Fladen ersetzt Teller und Besteck, gegessen wird traditionell mit den Fingern der rechten Hand. Durch das Gewürz Berbere ist das äthiopische Essen im Allgemeinen würzig scharf. Die scharfe Berbere-Soße wird meist separat in kleinen Schalen gereicht.

Als beliebte traditionelle Getränke gelten der süße Honigwein Tej und das Hirsebier Talla. Natürlich muss auch erwähnt werden, dass Äthiopien das Ursprungsland des Kaffees ist, der hier "Buna" genannt wird. Der Legende nach entdeckte ein Ziegenhirte in der Region Kaffa die Wirkung der Kaffeefrüchte bei seinen eigenen Ziegen, die bis in die Nacht munter umher sprangen. Zu Beginn gossen dann äthiopische Mönche den ersten Kaffee auf. Aus dieser Zeit erhalten geblieben ist die traditionelle äthiopische Kaffeezeremonie als soziales Erlebnis, bei der frisch gerösteter Kaffee in einer besonderen Kanne (Jabana) ausgeschenkt wird.

Was sollte man vor einer Reise nach Äthiopien beachten?

Eine Gelbfieberimpfung ist bei Einreise aus Infektionsgebieten vorgeschrieben. Bei direkter Einreise aus Deutschland sind keine besonderen Impfungen notwendig. Empfohlen sind die Standardimpfungen des Robert-Koch-Instituts sowie als Reiseimpfungen solche gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Meningokokken-Krankheit (ACWY).

Die Ausweisdokumente müssen bei Einreise nach Äthiopien noch mindestens sechs Monate gültig sein. Ein Visum ist für Äthiopien erforderlich. Das Visum ist bei Einreise vor Ort am Flughafen gegen eine Gebühr von zur Zeit 50 US$ pro Person (auch zahlbar in Euro, ca. 40 € pro Person) erhältlich oder kann bei der äthiopischen Botschaft in Berlin oder dem äthiopischen Generalkonsulat in Frankfurt beantragt werden. Halten Sie Ihre Hotelliste am Flughafen bereit, denn zur Visumbeantragung benötigen Sie den Namen des Hotels in Addis Abeba.

In den tieferen Regionen ist eine leichte, strapazierfähige Kleidung in hellen Farben, beispielsweise aus Baumwolle, ratsam. Mit langen Ärmeln und Hosen sollten Sie sich tagsüber vor der Sonne und abends vor den Moskitos schützen. Im Hochland brauchen Sie ganzjährig warme, wasserabweisende Kleidung. Eine Sonnenbrille gehört grundsätzlich ins Reisegepäck.

Als Besucher sollten Sie immer um Erlaubnis bitten, bevor Sie Einheimische fotografieren. Die meisten werden damit einverstanden sein, einige werden jedoch einen kleinen Geldbetrag als Gegenleistung verlangen. In Kirchen ist das Fotografieren ohne Blitz in der Regel erlaubt, für Videos fällt oft eine Gebühr an. Vom Fotografieren von Regierungsgebäuden, Polizeistationen und militärischen Einrichtungen sollten Sie absehen, hier gelten strenge Verbote.

können Sie die Einheimischen finanziell unterstützen und die Erhaltung der handwerklichen Traditionen fördern. Denken Sie jedoch daran, dass antike Stücke nicht ausgeführt werden dürfen. Es ist ratsam, sich beim Kauf von Kunsthandwerk von fachkundigen Einheimischen beraten zu lassen, um sich vor überhöhten Preisen zu schützen.

Bargeld

Die Landeswährung und das zugleich offizielle Zahlungsmittel ist der Äthiopische Birr. Dieser unterteilt sich in 100 Santim. Erhältlich ist die Landeswährung in Münzen und Scheinen. Der Euro kann nur in der Hauptstadt zuverlässig in die Landeswährung gewechselt werden. Außerhalb gibt es nur wenige Städte in Äthiopien, in denen der Euro für den Umtausch in die Landeswährung akzeptiert wird.

Kredit- und EC-Karten

Bargeldlose Bezahlung ist in Äthiopien kaum verbreitet. Nur in der Hauptstadt oder in Hotels werden Kreditkarten akzeptiert. EC-Karten werden nirgendwo in Äthiopien akzeptiert.

Reisechecks

Reiseschecks werden aufgrund der hohen Fälschungsrate in Äthiopien nicht mehr akzeptiert.

Die Netzspannung beträgt 220 V bei einer Frequenz von 50 Hz. Da die Netzspannung mit der in Deutschland, 230 Volt, fast identisch ist, können Sie Ihre Elektrogeräte dort benutzen. Allerdings empfiehlt sich ein Reiseadapter des Typs C, D, F, J oder L, da die Abdeckung der Typen C und F nicht bei 100 % liegt. 

Die Amtssprache in Äthiopien ist Amharisch. Jedoch werden noch über 80 weitere Sprachen mit mehr als 200 Dialekten gesprochen, die zu zwei Sprachfamilien gehören. Es gibt die afroasiatische Sprachfamilie, hierzu gehören u. a. die Semitisch- und Omotischen Sprachen sowie die Familie der nilosaharischen Sprachen, hierzu gehören u. a. Kunama und Anyak/Anwak. 

Die beiden großen Glaubensgemeinschaften bilden äthiopisch-orthodoxe Christen (gut 40 %) sowie sunnitische Muslime (etwa 35 %). Daneben existieren äthiopisch-evangelische Christen, Katholiken, Anhänger von Naturreligionen sowie Juden. Etwa 90 % der Einwohner gehören verschiedenen Glaubensgemeinschaften an. Die Religionszugehörigkeit ist so unterschiedlich wie die ethnische Zusammensetzung.

Expertentipps von Berge & Meer-Mitarbeitern

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Mein Tipp
Mohamed Bayoumi - Produktmanager Äthiopien

Äthiopien hat mich überrascht und begeistert: Landschaftliche Extreme und die jahrtausendealte christliche Kultur prägen das Land am Horn Afrikas. Die Natur und die Landschaft Äthiopiens sind einmalig, genauso wie die Menschen und die Geschichte des Landes. Auf einer Rundreise mit Berge & Meer bereisen Sie die alte Hauptstadt Gondar, die seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, die Felsenkirche der heiligen Stadt Lalibela sowie die antike Metropole Axum. Für mich unvergesslich: der Blick auf die Tis Isat-Wasserfälle des Blauen Nils. Wassermassen stürzen die tiefe Schlucht hinab und das Rauschen des Wassers erfüllt die Luft. Einfach faszinierend! Die Bootsfahrt auf dem Tanasse, Äthiopiens größtem See, bleibt ebenfalls unvergessen. Die malerischen Inseln inmitten des Sees beherbergen alte Klöster und ihre Schätze. Stille Zeitzeugen ehemaliger Herrscher - eine Zeitreise in die äthiopische Vergangenheit!

 

Meine Empfehlung: Lassen Sie sich genauso von Äthiopien überraschen und begeistern. Weg mit all den Klischees, Ängsten und Vorurteilen. Sie werden mit einem Herz voller unvergesslicher Erlebnisse und toller Begegnungen aus Ihrem Urlaub zurückkehren.

Ihr Mohamed Bayoumi

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Mein Tipp
Reiseleiter Getnet Mulugeta

Mein Name ist Getnet Mulugeta, ich bin 24 Jahre alt und in der Nähe von Bahir Dar geboren. Ich habe ein Diplom im Tourismus und spreche amharic, deutsch und englisch. Bei einer Rundreise durch den Norden Äthiopiens erfahren meine Gäste mehr über die äthiopisch-orthodoxe Religion und Tradition. Wir sehen 700 Jahre alte Klöster im Tanasee. Die aus Lehm gebauten Rundkirchen liegen auf 20 Inseln in einer Wasserfläche, die sechs mal so groß wie der Bodensee ist. Das Highlight des religiösen Teils der Rundreise ist die Kleinstadt Lalibela mit ihren elf bis zu 800 Jahre alten in den Fels gehauenen Kirchen. Jede Felsenkirche hat nach wie vor einen Priester und es werden Messen zu orthodoxen Feiertagen zelebriert. Mein Land besteht aber nicht nur aus Klöstern und Kirchen. Auf den langen Strecken zwischen den Städten und Sehenswürdigkeiten gewähre ich meinen Gästen tiefe Einblicke in die Sitten und Gebräuche sowie das alltägliche Leben Äthiopiens. Wir besuchen zum Beispiel eine Bauernfamilie, Volksschulen und schauen beim Dreschen einer Kath-Plantage zu.