August 2012

Auf zur Perle Sibiriens! Erleben Sie auf dieser einzigartigen Reise eine Fahrt mit der legendären Transsibirischen Eisenbahn. Über 9.000 km führt die Transsibirische Magistrale, die längste Bahnverbindung der Welt, durch die Weiten Russlands & Sibiriens.

Ihr Chronist

Liebe Reisefans!

Ich möchte Euch die nächsten 11 Tage auf meine Reise in die Weite Sibiriens mitnehmen. Ich heiße Jutta, bin laut Pass 56 Jahre alt, fühle mich allerdings nur 20 Jahre jung.

„Transsibirische Eisenbahn“, einer unserer großen Träume, die mein Mann Joe und ich uns irgendwann einmal erfüllen wollten.

Angefangen hat alles mit meinem Patenonkel, der im Februar beschlossen hatte, diese Reise durchzuführen. Nach kurzer Rücksprache mit Joe einigten wir uns gleich auf das Datum im August und so buchte ich spontan gemeinsam mit meinen Verwandten diese Rundreise.

Wir werden nicht nur das Abteil im Zug teilen, sondern auch im Viererpack entscheiden, welche Bilder und welchen Bericht ich weitergeben werde. Und der Spass ist bei unserer kleinen Gruppe sowieso vorprogrammiert. Bin schon gespannt, wer sonst noch in unserer Reisegruppe mitfährt.

Als Freizeitsportlehrerin bei den US Streitkräften in Deutschland habe ich lange Sportreisen für die Soldaten organisiert und durchgeführt. Durch meinen Mann, der meine Reiselust teilt, habe ich mir bislang viele Reisewünsche erfüllen können, wobei definitiv Alaska und Nepal mit Trekking zum Mt. Everest die Höhepunkte waren. Ich denke, dass Russland sich auf gleicher Höhe einreihen wird.

Seit Einführung der Digitalkamera ist die Anzahl meiner Urlaubsfotos enorm gestiegen; genial, dass man die Bilder gleich auswerten kann. Und noch schöner ist es dann, zusammen die Bilder als Show auf dem großen TV-Monitor sehen und kommentieren zu können.

Kameras sind gepackt, Batterien geladen. Brauche ich sonst noch etwas? Ach ja, Visum, Pass und Flugtickets. Juchhuu!!! Es kann losgehen!!!

Viel Spaß beim Ansehen der Bilder und Lesen der Berichte!

1. Tag: Es geht los

Früh fing der Tag an, schon angepasst an die Moskauer Zeit, die uns 2 Stunden voraus ist. Um 4.45 Uhr ging der Zug von Bingen nach Düsseldorf durchs leider noch dunkle Rheintal über Koblenz, Bonn und Köln. Mit der Schwebebahn ging es vom Düsseldorfer Flughafenbahnhof zum Flughafenterminal.

Nachdem es kurzfristig aussah, als ob wir mit Verspätung starten würden, schaffte es der Pilot von Air Berlin dann doch, uns pünktlich in die Luft zu heben. Ein 3-stündiger Flug mit wunderschönen Wolkenbildern brachte uns dann nach Moskau.

Wie gewohnt durfte ich hier mal wieder Leithammel für unsere kleine Gruppe spielen. Passkontrolle und Gepäckausgabe erfolgten recht zügig. Dann fing der Spass, d. h. die Suche nach unserer Reiseleiterin, an. Die Reihe der wartenden Reiseleiter war lang, aber keiner von Berge und Meer dabei.

Auf meiner weiteren Suche fand ich dann eine nette Dame mit einem Zeichen für LI-Reisen. Schnell kombiniert, dass dies für Lernidee Reisen steht, sprach ich sie an und traf damit ins Schwarze. Sie, Galina, war es, die wir suchten. Also postierten wir uns zur Seite, da ihrer Information nach noch 24 weitere Touristen eintreffen sollten.

Während sie weiter das LI-Zeichen in die Höhe hielt, trafen bei unserer Gruppe weitere Reiseteilnehmer ein, die uns an unserem Kofferanhänger erkannten. Also gab ich Galina meinen Anhänger, was dann auch recht gut wirkte. (Wäre sinnvoll, wenn entweder LI-Reisen alle Subunternehmer auflistet, oder die anderen Reisegesellschaften den Teilnehmern sagen, dass sie nach LI.Reisen Ausschau halten sollen.)

Ein toller Mercedes-Bus brachte uns dann zum Alfa-Hotel, ****.

Die Fahrt zum Hotel gab uns einen ersten Eindruck vom chaotischen Verkehr und der enormen Größe von Moskau. Der reinste Wahnsinn!!! Es gibt 4 Millionen Fahrzeuge in Moskau, davon sind zu Arbeiterverkehrszeiten ca. 3 Millionen auf der Straße, in 90% nur mit einem Passagier besetzt. Die 22 km zum Hotel dauerten „nur“ 2 volle Stunden. So viele Autos habe ich nicht mal in Los Angeles gesehen.

Mit den umliegenden Ortschaften hat Moskau heutzutage ca. 20 Mill. Einwohner, die in der Stadt in riesigen Hochhauskomplexen wohnen. Der Bedarf an Wohnraum ist so groß, dass ein Quadratmeter Wohnfläche in Moskau im Schnitt 4.000 € kostet.

Nach dem Einchecken aller 28 Teilnehmer in tolle Zimmer im 14. Stockwerk ging es sofort ins Restaurant, wo uns ein super Buffet erwartete. Wir freuen uns alle auf den zweiten Tag, u. a. mit Stadtrundfahrt durch Moskau, Besuch des Kremls und des roten Platzes. Um 10 Uhr Moskauer Zeit geht es morgens los, Galina wird unsere Reiseleiterin sein.

Um 23.45 Uhr werden wir dann unsere Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn beginnen. Mal sehen, ob ich mich wieder von einem der Bahnhöfe melden kann, ansonsten von Irkutsk, wo wir am 19.8. morgens eintreffen werden.

Hat gerade angefangen zu regnen. Ich hoffe, dass ist nur eine vorübergehende Erscheinung.

2. Tag: Moskau an einem Tag

Es gibt soooo viel zu sehen in Moskau! Dank unserer Reiseleiterin Galina und ihres großen Wissens über die Geschichte der Stadt Moskau haben wir viel erfahren und sehen können. Ich kann hier nur Bruchstücke davon berichten.

Nach einem tollen Frühstücksbuffet ging es mit komplettem Reisegepäck zum Bus. Um 10 Uhr fing unsere Stadtrundfahrt an. Zunächst kämpfte sich unser Busfahrer wieder durch den heftigen Verkehr ins Stadtzentrum. Bewundernswert, wo er überall mit dem Bus durchkam, und wie er auf die chaotische Fahrweise der Russen reagierte. Seit März diesen Jahres gibt es übrigens keine militärische Aufsicht in den Straßen sondern nur noch Polizei.

Erster Halt war die orthodoxe Christ Erlöser-Kathedrale. Wunderschön die mit Gold überzogenen Kuppeldächer. Das Innere der Erlöserkirche ist äußerst prachtvoll ausgestattet. Leider darf in Russland in vielen Kirchen nicht fotografiert werden. Anders als bei uns gehen die Gläubigen zur Kirche, beten über mehrere Stunden lang, Messe wie bei uns wird nicht gelesen.

Auffällig ist, wie viele Russen die Schreine, Bilder oder auch den Boden der Kirchen küssen, sich bekreuzigen, bis sie die Kirche rückwärts gehend wieder verlassen haben. Auch werden sehr viele Kerzen angezündet.

Nachdem unter Stalin viele Kirchen zerstört oder für andere Zwecke missbraucht wurden, sind doch viele wieder hergestellt worden. Kirchen in Russland werden nicht vom Staat unterstützt, es gibt keine Kirchensteuer, die Finanzierung erfolgt rein über Spenden der Gläubigen. In Moskau gibt es ca. 600 Kirchen, davon blieben unter Stalin nur 40 offen für religiöse Zwecke.

Über den Sperlingsberg, ca. 70 m hoch, mit Lomonossov Universität, Skisprungschanzen und schöner Aussicht auf Stadion und Stadt ging es dann zum Neujungfrauenkloster, wunderschön an einem kleinen See gelegen. Die Zaren schickten ihre Töchter, die sie nicht standesgemäß verheiraten konnten, ins Kloster. Daher hat Moskau einige Frauen-, aber auch Männerklöster. Hinter dem Kloster liegt der Prominentenfriedhof, auf dem u. a. Chruschtschow und Jelzin begraben sind.

Weiter ging es dann zur Besichtigung des Kremls. Es dürfen keine großen Rucksäcke mit hinein genommen werden. Natürlich nahm dann eine unserer Reiseteilnehmerinnen doch einen, ihrer Meinung nach kleinen Rucksack mit. Leider war das Kontrollpersonal anderer Meinung. Sie musste ihren Rucksack draußen lassen. Im Kreml darf nur die rechte Seite des dreieckig angelegten Geländes besichtigt werden.

Jeder, der eine Linie auf der Straße in Richtung Regierungsgebäude nach links überschreitet, wird gleich zurückgepfiffen. Um die Gruppe zusammen zu halten, wurde von Galina, die uns mit erhobenem Regenschirm führte, die Regel ausgegeben, erst die Erklärung abzuwarten, dann 3 Min. Fotopause. Klappte ganz gut, denn wir haben keinen verloren.

Erstaunlich ist, dass die Glocke und die Kanone vor der Erzengel Michael Kathedrale nie zum Einsatz kamen, sondern nur als Zeichen der Handwerkskunst der Russen ausgestellt werden. Interessant: Durchmesser der Kanone: 98 cm, Durchmesser der Kanonenkugeln: 100 cm, Abschießen funktioniert also nicht.

Anschließend besichtigten wir die benachbarte Mariä-Entschlafens-Kirche von innen: 69 Fresken in Reihen bis unter die Decke. Außerdem hatten hier während der Zarenzeit der Zar, die Zarin und der Patriarch jeder einen eigenen „Betenplatz“. Der Sommerpalast der Zaren beendete unseren Gang durch den Kreml. Viele, auch ich, hatten sich den Kreml anders vorgestellt, duster, keine Kirchen, sondern nur Regierungsgebäude. Dabei ist er wirklich schön.

Den roten Platz mit GUM, dem riesigen Kaufhaus und Basiliuskathedrale besichtigten wir dann selbstverständlich auch noch vor dem Abendessen. Morgens hatten wir hier Reihen von Audis im Vorbeifahren gesehen. Unser Busfahrer brachte dann in Erfahrung, dass die olympischen Medaillengewinner an dem Morgen ihre Preise, nämlich ein Auto und Geld für die erkämpften Medaillen in Empfang genommen hatten. Einige der Athleten bekamen wir zu sehen, als sie im Kreml in ihre Busse stiegen. Zurzeit stehen vor der Kathedrale hohe Tribünen, bereit für ein großes Militärmusikfestival.

Ein absolutes Highlight zum Abschluss unseres Tages war eine neue Disziplin, wir tauften sie „Metro-Hopping“. Um uns viele wunderschön ausgestattete und erstaunlich saubere Metrostationen zu zeigen und das System der Ringe bzw. Linien zu erklären, fuhren wir eine Station nach der anderen ab. Hauptmaterial zum Bau der Metrostationen und auch vieler normaler Bahnhöfe ist Marmor, von dem Russland genug besitzt und der auf lange Sicht wegen der Haltbarkeit am günstigsten ist. Da die Züge alle 2 Minuten fuhren, schafften wir es trotz mehrmaligen Umsteigens rechtzeitig zum Komsomolskaja-Platz, dem Platz der 3 Bahnhöfe.

Wir starteten dann um 23.45 Uhr vom Jaroslav-Bahnhof unser Abenteuer mit der Transsibirischen Eisenbahn.

3. Tag: Tag 1 auf der Transsibirischen Eisenbahn

Wir wurden von Galina, unserer Reiseleiterin in Moskau vorgewarnt: keine Zeit auf der Bahn, Stress von morgens bis abends. Sie hatte recht. So viel zu sehen, dazu zwischendrin Mahlzeiten im Speisewagen oder Bahnhofsaufenthalt mit Luftschnappen, dabei acht geben, dass der Zug nicht ohne einen abfährt. Dazu aufpassen, dass man mit den Zeitzonen nicht durcheinander kommt. Alle Zugzeiten werden in Moskauer Zeit angegeben. Lokale Zeiten ändern sich dann täglich, sodass man endlich in Irkutsk 5 Stunden vor Moskauer Zeit ist. Da bleibt wenig Zeit zum Lesen oder für andere Aktivitäten.

Und als Fotograf hat man so seine Probleme (geht netterweise auch meinen Mitreisenden so!). Da man im fahrenden Zug nur nach hinten fotografieren kann, um scharfe Bilder zu bekommen, fliegen viele Motive einfach so vorbei oder die nächste Baumreihe versperrt die Sicht. Dann ist meistens im unpassenden Augenblick das den Zug begleitende Elektrokabel im Bild, oder, sobald man die Kamera in die Hand nimmt, kommt garantiert auf der Gegenschiene ein Frachtzug durch. Der ist natürlich so lang, dass das Motiv, das man fotografieren will, hinter einem liegt. Oder man hat die Brückenpfeiler mitten im Bild. Also: Hunderte von Fotos schießen, und dann aussortieren!

Landschaftlich bestimmen Birken und Kiefern das Bild. Die Birkenrinde sieht in Russland wie gewaschen aus, das Weiß blendet. Der Kontrast mit den braunen Stämmen der Kiefern sieht toll aus. Die Rinde der Birken soll auch viel weicher sein als die der deutschen Birke. Die Russen haben daraus früher unter anderem Schuhe hergestellt.

Unsere Waggons außer dem Speisewagen sind wohl die moderneren. Unsere Gruppe von 28 Reisenden ist auf drei verschiedene Waggons aufgeteilt, einige teilen sich das 4er-Abteil mit russischen Reisenden. Pro Waggon gibt es 2 Toiletten/Waschräume, was bei insgesamt 9 Abteilen mit je 4 Gästen nur morgens nach dem Aufstehen zu kleinen Staus führt. Die Toiletten dürfen nur außerhalb der Ortschaften benutzt werden, da der Abfluss direkt nach unten auf die Schienen geht. Zwei nette Schaffner verwöhnen uns mit Angeboten von Tee, Kaffee und Gebäck, und verschließen unsere Abteile, sobald wir in den Speisewagen oder auf den Bahnhof gehen. Steckdosen sind in jedem Abteil und funktionieren ohne Adapter.

Auf den Bahnhöfen erwarten uns die einheimischen Damen mit Backwaren, geräuchertem Fisch, Heidelbeeren, Himbeeren, Melonen und Strickwaren aus Wolle. Auf manchen Bahnhöfen gibt es Kioske mit Getränken und Andenken. Viele der Bahnhöfe sind wie die Metro in Moskau mit Marmor gebaut und haben Stuckdecken. Sauberkeit wird hier sehr groß geschrieben.

Schade ist nur, dass bei dieser Tour auf Grund der Abfahrtszeit einige der großen Bahnhöfe nachts angefahren werden. Heute haben wir z. B. Novgorod und die Fahrt über die Wolga verpasst. Da ich aber den Fahrplan im Reiseführer gefunden habe, werde ich die nächsten Nächte spät aufbleiben, um Fotos zu schießen.

4. Tag: Tag 2 auf der Transsibirischen Eisenbahn

Der heutige Tag hat sehr früh angefangen. Einige von uns wollten unbedingt den Bahnhof von Ekaterinburg sehen und den Wechsel von Europa zu Asien, der gerade vor Ekaterinburg ist, erleben. Laut Fahrplan war die Ankunftszeit 1.38 Uhr morgens. Diese Uhrzeit ist wie alle Zeiten auf den Bahnhöfen der Transsibirischen Eisenbahn Moskauer Zeit (2 Stunden vor MEZ). Unser Essensplan richtete sich aber nach lokaler Zeit, also noch mal 2 Stunden voraus, d.h. es war 3.38 Uhr, als wir in Ekaterinburg einfuhren, und 30 min. später ging es dann endlich ins Bett.

Frühstück um 9 Uhr hieß gerade mal 5 Stunden Schlaf. Während dieser Zeit durchfuhren wir den Ural und landeten morgens in der ersten Großstadt hinter dem Ural, Tjumen, auch „Mutter der sibirischen Städte“ genannt. Über Omsk, zweitgrößte Stadt Sibiriens mit Riesenhafenanlagen am Fluss Irtys ging es nach Barabinsk. Hier hatten wir einen Aufenthalt von 30 min. und damit die Chance, mal in den Ort zu gehen. Die Hauptstrasse war gepflastert, die Nebenstraßen Schotter. Hunde laufen frei herum. Viele Häuser sind von außen sehr heruntergekommen. Alte Holzhäuser werden mit Ziegelverblendsteinen wieder aufpoliert, verschönert und besser isoliert. Aber die Kirche sieht wieder toll aus. Dafür ist selbst in kleinsten Gemeinden Geld da.

Auf der Strecke waren heute auch weite offene Flächen zu sehen, mehr Dörfer und auch Rinderherden, die noch heute mit Pferd getrieben werden (russische Cowboys!). Auch kleine Gruppen Gänse werden in Häusernähe gehalten. Menschen sieht man ganz selten; Autos nur an ganz wenigen Bahnübergängen, bei denen, wenn der Zug kommt, nicht nur die Schranke herunter, sondern auch aus dem Boden eine Sperre hochgeht.

5. Tag: Tag 3 auf der Transsibirischen Eisenbahn

Unser letzter Tag auf der Eisenbahn. Nachdem ich mir wieder spät in der Nacht einen der großen Flüsse Russlands, den Ob und den Bahnhof in Novosibirsk angesehen hatte, erwartete uns strahlender Sonnenschein am Morgen.

Die Landschaft ändert sich auf diesem Stück, dem Mittelsibirischen Teil der Transsib von Novosibirsk bis Irkutsk. Es gibt jetzt öfter mal Hügel oder Berge, ähnlich wie im Schwarzwald. Die Zahl der Birken lässt nach, dafür sieht man mehr Nadelbäume oder offene Ebenen, die echte Taiga. Auch sieht man öfter riesige Gebiete mit Getreide oder Mais. Teilweise ist die Ernte im Gang. Viel Holz wird hier verarbeitet. Ca. 25 Fußballplätze voll Holzstämmen werden täglich zu Essstäbchen für China verarbeitet. Es gibt auf diesem Abschnitt mehr Ortschaften.

Neben alten Mini-Holzhäuschen mit Gartenzaun, schön angestrichen entstehen heutzutage teilweise sehr moderne Häuser. Beim Holzhäuschen erkennt man noch manchmal den alten Brunnen, der mit Sicherheit noch in Betrieb ist. Und auch die kleinen Häuschen, bei uns „Plumpsklo“ genannt, stehen noch in den Gärten und werden sicher noch benutzt.

Viel Mühe geben sich die Bewohner bei der Bearbeitung der Gärten, Kostproben davon können wir am Bahnhof direkt kaufen oder im Restaurant testen. Denn sogar unsere Restaurantleiterin kauft hier eimerweise Nahrungsmittel für unser Essen ein.

Heute wurde von vielen Gästen der Wunsch nach Haare waschen laut. Die Waschbecken sind dazu zu klein. Duschen gibt es in unserem Zug nicht. Eine Mitreisende hatte die Idee, einen rollenden Frisörsalon in den Zug zu integrieren. Hielten wir alle für eine Superidee. Auch der Vorschlag, die Türgriffe an der Außenseite klappbar zu machen, damit man sich beim Passieren eines anderen Gastes nicht immer anhaut, stieß auf volle Begeisterung. Vielleicht könnte man das den Eisenbahnausstattern mal vorschlagen.

Nach dem Abendessen ging es dann an die Vorbereitungen für das Verlassen des Zuges am nächsten Morgen in Irkutzk, Ankunftzeit: 7.30 Uhr! Das hieß, Koffer packen, Schaffner informieren, dass er weckt, aufgelaufene Rechnung bei ihm bezahlen, ihn für seinen Service und die Sauberkeit in unserem Waggon loben. Die Summen, die man im Zug ausgibt, sind recht niedrig. Wir haben in unserem Abteil, allerdings ohne Wodka, in den 3 Tagen für vier Personen nicht mal 20 € bezahlen müssen.

Es gab allerdings auch Gäste, die sich zusätzlich mit Essen versorgt haben, da sie mit den Portionen im Speisewagen nicht satt wurden. Ich war froh, dass ich nicht so viel essen musste, da wir ja doch relativ wenig Bewegung hatten. Nach einigen lustigen Gesprächen auf dem Flur ging ich dann das erste Mal in vier Tagen wieder zu normaler Zeit ins Bett.

6. Tag: Irkutsk - „Paris von Sibirien“

Nach unserer Ankunft um 7.30 Uhr wurden wir gleich zum Hotel Victoria gefahren, bekamen Frühstück und hatten Zeit, uns frisch zu machen, bevor es zur Stadtrundfahrt durch das wunderschöne Irkutsk losging. Im Bus begrüßte uns Tatjana, die Chefin der lokalen Reiseagentur. Zuerst mussten wir den Gott des Baikalsees ehren.

Dies geschieht folgendermaßen: man nimmt einen Becher Wodka in die rechte Hand, taucht den linken Ringfinger in den Wodka und spritzt etwas Wodka nach Norden für schönes Wetter, nach Westen für ein gutes Programm, nach Süden für Gesundheit und nach Osten für noch mehr Reichtum. Falls wir es falsch machten, beruhigte sie uns, der Fahrer hatte es schon für uns getan.

Einen weiteren wichtigen Tipp gab sie uns mit auf die Reise zum Baikalsee. Pro 10 min Baden im See wird man 10 Jahre jünger.

Die Stadtrundfahrt übernahm wieder Katharina, unsere Reiseleiterin von der Transsib. Gebürtig in Irkutsk zeigt und erklärte sie uns verschiedene Kirchen, u. a. orthodoxe, Epiphani und katholische Kirche, Universität, Kultureinrichtungen und Statuen. Viele der Kirchen wurden unter Stalin für andere Zwecke missbraucht, ähnlich wie in Moskau.

Die katholische Kirche, von Polen gegründet, wurde den Katholiken zwar zurückgegeben, wird aber immer noch für Konzerte der Irkutsker Philharmonie benutzt. Wir besichtigten das Heimatmuseum mit verschiedenen Zimmereinrichtungen und Gerätschaften und das Museum der Dekabristen (nach Sibirien verbannte Adlige, die versucht hatten, das Zarentum abzuschaffen).

Sehr interessant sind die vielen kleinen Holzhäuser, die selbst in der Stadtmitte erhalten werden. Sie stehen unter Denkmalschutz, müssen aber von den Bewohnern selbst wiederhergestellt werden. Viele sind durch Erdbeben abgesunken, so dass die Fensterbank unter Straßenniveau liegt.

Ein Gang über den Bauernmarkt beschloss den Nachmittag.

Da wir am nächsten Morgen zum Baikalsee fuhren, und überschüssiges Gepäck im Hotel lassen durften, hieß es nach dem Abendessen, neu packen.

7. Tag: Irkutsk - Baikalsee

Heute ging es mit dem Bus los entlang des Flusses Angara Richtung Baikalsee. Die Straße zum See ist eine Sackgasse, endet am Schiffsanleger in Listwjanka. Als erstes hielten wir im Freilichtmuseum mit vielen verschiedenen Holzbauten von russischen und sibirischen Stämmen. Der Regenschauer zu Anfang war nur von kurzer Dauer.

Die Frage kam auf, warum die Häuser immer eingezäunt sind. Zum einen war dies Schutz vor wilden Tieren, aber auch vor Fremden. Für diese wurde auf einer Bank außerhalb des Zaunes Essen und Trinken hingelegt, damit sie nicht heimlich einbrechen und klauen mussten.

Es folgte eine Fotopause am Eingang der Angara in den Baikalsee. Markiert wird dies durch den Schamanenstein, der aus dem Wasser herausragt. Im Baikal-Museum bekamen wir viele wissenschaftlichen Informationen zum Baikalsee.

Der See hat offiziell 336 Zuflüsse, aber nur einen Abfluss, die Angara. Bedingt durch ein eigenes Mikroklima ist es am See im Sommer ca. 7 Grad kühler, im Winter 7 Grad wärmer als im Inland. Vier Monate lang ist der See im Winter gefroren. Es gibt hier 30 verschiedene Winde, der angenehmste heißt Barguzin, der gefährlichste ist der Sarma mit ca. 40 m/s.

Die Berge rund um den See sind vulkanischer Herkunft, auf der Ostseite bis zu 2800 m hoch. Der Boden ist in stetiger Bewegung, da hier tektonische Platten aufeinandertreffen. Einzigartig auf der Welt ist der Fisch Omul, der nur hier vorkommt.

In Listwjanka, am Ende der Straße von Irkutsk bestieg unsere Gruppe zwei Kutter. Wir fuhren am Ufer entlang 75 km bis zur akademischen Bucht, wo sich unser Holzhaushotel befand. Diese Bucht ist nur per Schiff zu erreichen. Es dauerte einige Zeit bis zum Mittagessen auf dem Kutter, das aber dann umso gemütlicher in einer kleinen Kajüte hergerichtet war.

Das Wetter war wechselhaft, nach vorn schauend blauer Himmel und Sonne, nach hinten schwarze Wolken und Regenvorhänge. Bei der Ankunft in der Bucht wurden wir von einem Komitee von vier Mädchen erwartet, die dann die Gäste in ihre jeweiligen Holzhäuschen brachten.

Einige Gäste buchten Banja, d. h. die russische Sauna für abends und gingen sogar zwischen den Saunagängen kurz in den nur 11 Grad kalten See. Von der Verjüngung (s.o.) haben wir aber bis jetzt noch nichts bemerkt.

8. Tag: Baikalsee

Heute Morgen um 10 Uhr wurde uns Gnadi vorgestellt, unser Wanderführer, urig in kurzer Hose, Wanderschuhe, mit Bart und braun gebrannt. Wie er uns später am Lagerfeuer erzählte, fühlt er sich im heutigen Russland nicht mehr zu Hause. Er ist in der Sowjetunion geboren und da es die nicht mehr gibt, hat er keine Heimat mehr.

Der im Reiseverlauf angekündigte Spaziergang wurde zu einer herausfordernden Wanderung mit Wegen, die direkt und gerade den Berg hinauf und hinunter führten. In Russland geht man nicht im Zickzack den Berg hinauf, um die Beine zu entlasten. Pech für Wanderer mit Schuhen ohne Profil. Nicht alle aus der Gruppe gingen mit, und drei Wanderer kehrten unterwegs um.

Ich hatte meine Wanderstöcke zur Schonung für mein Knie mitgenommen, war aber heilfroh, dass ich sie dabei hatte. Durch sie konnte ich die Rutscher vermeiden, mit denen einige meiner Mitwanderer zu kämpfen hatte. Lange Äste wurden als Wanderstockersatz eingesetzt. Angesagt waren ca. 6 km. Ich weiß nicht, ob es so viele waren, aber wir waren jedenfalls 3 Stunden unterwegs, mit relativ wenig Pausen. Natürlich lohnte sich der Weg landschaftlich, und der Ausblick von der Bergspitze auf den See und auch in die Berge war einfach überwältigend.

Ganz in der Ferne im Süden waren sogar noch schneebedeckte Gipfel zu entdecken. An Bäumen gibt es hier überwiegend Kiefern und teilweise Zedern in den höheren Gebieten. Die Bäume sind sehr schlank, da sie wegen des Frostes nur eine kurze Vegetationszeit und wenig Nahrung haben. Die Tiere verstecken sich im Wald, außer Vögeln, Schmetterlingen und Ameisen haben wir keine gesehen. Nur im Frühjahr kommen laut Gnadi auch die Bären mal an den See, da es dann eine spezielle Sorte Insekten gibt, die sie fressen.

Nach dieser recht anstrengenden Wanderung wurde nachmittags eine kurze leichte angeboten, die nur etwa drei Viertel der Gruppe mitmachten. Der Rest des Nachmittags stand dann zur freien Verfügung. Da wir super Wetter hatten, strahlend blauer Himmel und genug Wärme, um in kurzer Hose herumzulaufen, genossen einige von uns den Strand vor dem Hotel. Manch Mutige gingen sogar ins 11 Grad kalte Wasser.

Um 9 Uhr abends war Lagerfeuer angesagt. Nicht nur unsere Gruppe, sondern auch einige russische Gäste hatten viel Spaß am Lagerfeuer. Bänke wurden mit Isomatten abgedeckt, und Decken ausgeteilt, damit wir nicht froren, da es nach Sonnenuntergang doch recht kühl wurde.

Nach der obligatorischen Runde Baikalwasser (Wodka) wurden zwei große Kessel mit Wasser ins Feuer gehängt. Ins kochende Wasser wurden Kräuter geworfen, und ein wunderbar schmeckender Tee wurde allen ausgeteilt. Dies alles bei russischer und auch deutscher Musik, die von einem der Mitarbeiter auf der Gitarre begleitet wurde.

Eine russische Dame, die etwas später eintraf, trug noch zur allgemeinen Erheiterung bei, indem sie die Lieder, die die wenigsten von uns verstanden, mit Gestik lustig begleitete. Alles in allem ein runder Abend und ein super Abschluss eines perfekten Tages.

9. Tag: Baikal - Irkutsk

Heute hieß es Abschied nehmen vom Baikalsee. Wir hätten gerne noch ein paar Tage hier verbracht. Das Empfangskomitee winkte dieses Mal zum Abschied. Da wir bis zur Abfahrt der Schiffe noch Zeit hatten, wurde ein weiterer Spaziergang zum Kormoranfelsen mit nur zwei kurzen Steigungen angeboten.

Es wurde fast ein Rennen daraus, da wir um 12 Uhr zum Mittagessen zurück sein mussten. Gesehen haben wir nur wenige Kormorane. Die sind alle nach Deutschland ausgewandert, erklärte Gnadi, unser Führer. Kann ich verstehen, bei uns ist es ja auch viel wärmer. Dafür gab es Schwärme von Möwen.

Auch heute wurden wir wieder auf zwei Boote aufgeteilt. Das Tragflächenboot war wohl irgendwo anders unterwegs, also fuhren wir mit zwei „Schnellbooten“. Nun, sie waren wesentlich moderner, hatten eine größere und komfortablere Kajüte, eine normale Toilette statt Loch im Boden, und fuhren vielleicht auch etwas schneller als die alten Kutter auf der Hinfahrt.

In Bolschoje Goloustje, einer der wenigen Ortschaften am See wechselten wir dann in den Bus. Zum ersten Mal erwischten wir einen, der lange keine Putzfrau gesehen hat. (Haben wir vielleicht den falschen erwischt, und unseren guten Bus der russischen Gruppe nach uns überlassen?)

Richtig beeindruckend waren wir von der Straße nach Irkutsk. 126 km lang, fast die gesamte Strecke festgefahrene Schotterpiste. Aber, mitten in der Wildnis, nach welchen Kriterien ausgesucht, weiß wohl keiner, wurde ein kurzer Teil der Straße geteert. Unterwegs sahen wir Herden von freilaufenden Pferde und Kühen. Wie die wohl wieder eingesammelt werden?

3 Stunden lang war diese Schotterfahrt nach Irkutsk. Dann war auch schon wieder Zeit fürs Abendessen im Hotel, das wir schon kannten. Unser Gepäck stand noch im Vorraum. Räume wurden dieses Mal neu verteilt. Wie auch in den anderen Hotels hieß es auch dieses Mal wieder, Pässe abgeben. Die werden dann am nächsten Tag mit Bestätigung, dass man in dem Hotel war, wieder zurückgegeben.

Langsam schleicht sich das Gefühl an, dass der Urlaub bald zu Ende geht!

10. Tag: Besuch bei den Burjaten

Um 11 Uhr ging es heute im Super-Duper Bus (Kompensation für gestern?) zum Gebiet der Burjaten. Die Statue eines burjatischen Reiters zeigt an, dass man deren Gebiet betritt. Begrüßt wurde die Gruppe von einem Burjaten mit seiner Frau in voller Tracht.

Er hatte ein kleines Feuer zu seinen Füßen. Zuerst die Männer, dann die Frauen mussten mit beiden Füßen je einen Kreis über dem Feuer ziehen, um sich zu reinigen. Dann sang die Burjatin ein Willkommenslied. Erst danach durften wir das burjatische Anwesen betreten.

Drinnen standen Burjaten und Burjatinnen in zwei Reihen und wiesen uns den Weg zur Yurtha. Vom Schamanen erfuhren wir viel über die Sitten und Regeln des burjatischen Volkes. Er zeigte mit einem weißbärtigen Gast aus unserer Gruppe, wie sich die Burjaten begrüßen und führte dann das älteste Ehepaar aus unserer Gruppe, dem er burjatische Kleider anzog, auf den Ehrenplatz.

Für uns alle vollführte er eine Zeremonie, die uns Glück auf unseren weiteren Reisen bringen soll. Beim Hinausgehen erklärte er, dass man nicht auf die Schwelle eines Hauses treten darf, da das Unglück bedeutet. (Wir sahen aber dann noch viele ausgetretene Schwellen) Die niedrige Höhe der Eingangstür, bei der jeder sich bücken musste, erklärte er damit, dass man in dieser gebückten Haltung immer Respekt erweist.

Auf dem Hof hörten wir dann burjatische Volkslieder und sahen Tänze. Die verschiedenen Instrumente wurden vorgeführt, eines davon sogar von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Einer unserer Gäste durfte sich in einem der drei Hauptsportarten der Burjaten, nämlich im Kämpfen erproben, und bekam für seinen Mut den Titel eines Falken. Die anderen zwei Sportarten sind Reiten und Bogenschießen.

Alle durften zum Abschluss beim Freundschaftstanz mitmachen. Im nebenan gelegenen burjatischen Museum hörten und sahen wir dann noch viel über Leben und Geschichte der Burjaten. Das typisch burjatische Mittagessen wurde von hübschen jungen Burjatinnen serviert.

Bedingt durch den Abendverkehr schafften wir es gerade noch pünktlich zum Abendessen, dieses Mal ein typisches Baikalessen. Hier verabschiedete sich unsere Reiseleiterin. Tatjana, die Chefin der lokalen Reiseagentur, heiterte die Gruppe mit ein paar Witzen auf, bevor sie die Abfahrtszeiten zum Flughafen verkündete.

Es wird ein langer Tag, da wir all die Zeit, d.h. die 7 Stunden, die wir bis Irkutsk verloren haben, morgen wiederbekommen. Unser morgiger Tag wird also 31 Stunden lang. Schade, ein wunderschöner, sehr informativer Urlaub geht zu Ende. Alle sind sich einig, dass jetzt eine Woche Erholungsurlaub am Baikalsee nicht schaden würden.

Ein letztes Mal werde ich mich dann übermorgen aus Deutschland melden.

11. Tag: Heimreise mit Hindernissen

Unser Abenteuer war Freitag noch nicht zu Ende. Wegen heftigen Nebels (in Sibirien sind in den letzten Jahren deswegen öfter Flugzeuge abgestürzt, deswegen die Vorsicht) wurde Freitag unser Flug aus Sibirien verschoben. Wir erfuhren davon beim Frühstück.

Dank Tatjana konnten wir bis 12 Uhr im Zimmer bzw. im Hotel bleiben statt am Flughafen herumzuhängen. Unser Flugzeug war morgens nicht rechtzeitig nach Peking geflogen, eben wegen Nebels, und war jetzt auf dem Weg zurück nach Irkutsk. Unser Flug wurde dann auf 17.10 Uhr verlegt.

Kurzfristig organisierte Tatjana Mittagessen im benachbarten Restaurant und bestellte den Bus für 14.30 Uhr. Am Flughafen erhielten wir dann noch ein Lunchpaket von der Airline S7 (Partner von Air Berlin in Sibirien), bevor wir eincheckten und schließlich den Flug nach Moskau starteten.

Trotz der Zeitverschiebung, wir bekamen unsere 5 Stunden Differenz zu Moskau zurück, erreichten wir Moskau zu spät, um noch einen Flug nach Deutschland zu erwischen. Gott sei Dank erwartete uns ein Vertreter von Lernidee Reisen, und dieses Mal war Berge und Meer schon ganz groß mit auf dem Schild.

Er half uns beim Beschaffen der Verlängerung unserer Visa - die Russen geben Visa nur für die tatsächliche Reisezeit und keinen Tag länger - und brachte uns dann ins Flughafenhotel, damit wir die Nacht nicht am Flughafen verbringen mussten. Vielen Dank für diesen Extraservice.

Ich glaube nicht, dass wir das so ohne Weiteres hinbekommen hätten. Im Flugzeug von Irkutsk hatte uns allerdings eine Deutsche, die in Moskau lebt, beruhigt. Sie meinte, dass die Russen Leute unseres Alters wohl sowieso nicht behalten wollten.

Morgens um 3.30 Uhr war dann Wecken angesagt, um 4.15 Uhr ging es zum Check-in. Die Straße zum Flughafen war schon um die Zeit wieder total zu. Unser Shuttle-Bus hatte allerdings Zugang zu allen möglichen Schleichwegen und brachte uns schnell zum Terminal. Innerhalb kurzer Zeit und nach vielen Sicherheitskontrollen blieb uns gerade noch Zeit für einen Cappuccino, bevor wir um 6.10 Uhr abflogen.

Ankunft in Düsseldorf nach einem ereignislosen Flug war dann kurz vor 8 Uhr. Mit dem Zug ging es dann nach herzlicher Verabschiedung in verschiedenen Richtungen weiter.

Es war eine wunderschöne, allerdings auch anstrengende Reise, deren Gesamteindruck auch einige wenige Kleinigkeiten nicht trüben konnten. Die Betreuung von Seiten der russischen Reiseleiter war großartig. Interessant war nicht nur die Information über die Sehenswürdigkeiten, sondern auch über das tägliche Leben in Russland.

Vorurteile wie Russland ist schmutzig oder unsicher, haben sich überhaupt nicht bestätigt. Ich habe mich keinen Moment der Reise unsicher gefühlt. Die Sauberkeit auf den Bahnhöfen und besonders in der Metro in Moskau hat mich sehr beeindruckt.

Auch die Idee, dass Sibirien immer kalt ist, stimmt nicht. Im Sommer gibt es auch 3 bis 4 Monate Hitze um die 30 Grad. Der Baikalsee heizt sich bis auf 17 Grad auf, was dann beim Baden ertragbar ist, wenn man sich unbedingt verjüngen möchte. Man sollte sich aber bewusst sein, dass die Temperaturschwankung von Tag zu Nacht größer als in Deutschland sind, d.h. es kann durchaus bei 28 Grad tagsüber bis auf 12 Grad herunterkühlen Fleecejacke für abends ist also Pflicht.

Apropos Fleecejacke: ich glaube, dass Sibirien auch im Winter eine Reise wert ist!

So, ich habe schon in von Freunden gehört, dass meine Berichte mit Spannung verfolgt wurden. Ich hoffe, alle hatten Spaß, uns bei dieser Reise zu begleiten und haben Appetit bekommen, sie selber mal auszuprobieren.

Berge-Meer danke ich für die Gelegenheit, Chronistin zu sein.

Liebe Grüße und immer gute Reise
Jutta

Ihr Reiseverlauf

Ihre Reise führt Sie von Moskau bis zum Baikalsee. Sie erleben echte “Transsib“-Atmosphäre, lernen das traditionsreiche Irkutsk kennen, wandern in der herrlichen Natur des Baikal-Ufers und gewinnen Einblicke in die Lebensweise der Burjaten, der Urbevölkerung des Baikalgebietes.

1. Tag - Anreise.
Flug nach Moskau, Empfang am Flughafen und Transfer zu Ihrem Hotel. Abendessen und Übernachtung in Moskau.

2. Tag - Moskau.
Ihr Tag beginnt mit einer Stadtrundfahrt durch Russlands geschichtsträchtige Hauptstadt, während der Sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen lernen. Sie sehen unter anderem den Roten Platz, die Basilius-Kathedrale, die Kremlmauer, die einstige KGB-Zentrale Lubjanka und das neue Stadtviertel Moskau City. Anschließend besichtigen Sie den Kreml und eine der prachtvollen Kreml-Kathedralen. Sie spazieren über den Roten Platz und durch das Altstadtviertel Kitai-Gorod und haben die Möglichkeit zu einem Bummel durch das Kaufhaus GUM. Nach dem Abendessen Transfer zum Jaroslawler Bahnhof und Bezug der Zugabteile.

3. - 5. Tag - Transsibirische Magistrale (ca. 5.155 km).
Die kommenden Tage verbringen Sie im Zug auf der weltlängsten Eisenbahnverbindung, der Transsibirischen Magistrale. Die Fahrt führt Sie durch die Städte Jekaterinburg, Omsk, Nowosibirsk und Krasnojarsk bis nach Irkutsk. Genießen Sie die faszinierenden Landschaften bei der Überquerung von Wolga, Irtysch, Ob und Jenissej.

6. Tag - Irkutsk.
Am Morgen erreichen Sie Irkutsk. Das Zentrum Ostsibiriens an der Angara gehört zu den ältesten und schönsten Städten in Sibirien. Während einer Stadtrundfahrt lernen Sie Irkutsk näher kennen. Danach besichtigen Sie das Dekabristenmuseum. Abendessen und Übernachtung in Irkutsk.

7. Tag - Irkutsk - Listwjanka – Baikalskie Djuni (ca. 140 km).
Mit dem Bus fahren Sie zum schönen Baikalsee, in das typisch sibirische Dorf Listwjanka. Sie besichtigen das Ethnographische Museum für sibirische Holzarchitektur und unternehmen anschließend einen Spaziergang durch das Dorf. Im Baikalmuseum erfahren Sie dann mehr über die Tier- und Pflanzenwelt des Sees, die Sie später bei einer ca. 5-stündigen Kutterfahrt über den See zur Bucht Akademitscheskaja selbst bewundern können. Abendessen und Übernachtung im schön gelegenen Holzhaus-Hotel Baikalskie Djuny.

8. Tag - Baikalskie Djuni.
Der Tag beginnt mit einem ausführlichen Spaziergang entlang des Sees, bei dem Sie diesen näher erkunden können. Am Nachmittag haben Sie Zeit zur freien Verfügung. Später erwartet Sie ein romantisches Picknick mit Lagerfeuer direkt am See. Übernachtung im Hotel Baikalskie Djuny.

9. Tag - Baikalskie Djuni - Bolschoje Goloustje - Irkutsk (ca. 260 km).
Mit dem Schiff fahren Sie heute zur Siedlung Bolschoje Goloustje, die direkt am Baikalsee liegt. Danach geht es mit dem Bus zurück nach Irkutsk. Am Nachmittag besuchen Sie einen traditionellen Bauernmarkt. Abendessen und Übernachtung in Irkutsk.

10. Tag - Irkutsk - Ust-Orda - Irkutsk (ca. 160 km).
Am heutigen Tag lernen Sie die Tradition der Burjaten, der Urbevölkerung des Baikals näher kennen. Sie unternehmen einen Ausflug in das 80 km entfernte Ust-Orda, den Hauptort des autonomen Gebietes der Burjaten. Nach Ihrer Ankunft wird Ihnen ein typisch burjatisches Mittagessen serviert. Im Anschluss können Sie eine farbenfrohe Folklore-Vorstellung genießen. Am Nachmittag besichtigen Sie das burjatische Nationalmuseum, bevor Sie wieder nach Irkutsk zurückfahren. Abendessen und Übernachtung in Irkutsk.

11. Tag - Abreise.
Am Morgen Transfer zum Flughafen und Rückflug über Moskau nach Deutschland.