September 2019

Entdecken Sie das traumhafte Baltikum zusammen mit unserem Chronisten auf Wanderpfaden. Interessante Städte, die Sie durch ihre Geschichte und die vielen prachtvollen Bauwerke beeindrucken. Bei den geführten Wanderungen durch eine unberührte Natur geht Ihnen das Herz auf!

Ihr Chronist

Brigitte und Karl-Heinz aus Süddeutschland. Wir freuen uns, dass wir als Reiseberichterstatter andere Menschen auf diese Reise mitnehmen dürfen. "Ferne" Länder erkunden, andere Kulturen und Sitten kennenlernen - darauf freuen wir uns.

Wir lieben das Reisen. Unsere Welt ist so unvorstellbar schön, abwechslungsreich und sehenswert. Eins steht eindeutig fest: Die Natur ist der einfallsreichste und größte Architekt auf unserer Erde!

Nach einer Rundreise , die uns letztes Jahr durch fünf Balkanstaaten geführt hat, haben wir uns entschieden dieses Jahr das Baltikum mit den drei Staaten Lettland, Estland und Litauen zu erkunden. Einige Höhepunkte auf dieser Reise waren für uns schon lange erstrebenswerte und verlockende Ziele.

1. Tag: Anreise

Da jede Stunde ein Zug von Basel nach Frankfurt/Flughafen fährt haben wir eine Auswahl freundliche und stressfreie Anreise mit dem "Zug zum Flug-Ticket". Abflug in Frankfurt um 18.45 Uhr nach Lettland und Landung nach 2 Stunden in Riga.

Nach der schnellen Einreiseabfertigung werden wir von unserer deutschsprachigen Reiseleitung begrüßt. "Die Deck Crew". Tiiu unsere Reiseführerin und der Busfahrer Vallerie. Auf der Fahrt in das Hotel bekommen wir die ersten Informationen und werden auf die Reise eingestimmt. Wie bei allen Flughäfen kämpfen wir uns 7 km durch den stockenden Verkehrsstau zu unserem Hotel Vilmaja. Leider ist uns dieses Hotel, wahrscheinlich durch die Anreise und der späten Ankunftszeit, nicht in Erinnerung geblieben.

2. Tag: Riga - Pärnu - Tallin (ca. 300 km)

Früh am ersten Morgen begrüßte uns ein Mix aus Wolken und blauem Himmel. Nach dem Frühstück fahren wir von Riga im Morgenstau über Pärnu durch die malerischen Regionen an der Ostseeküste nach Tallinn. Bald darauf überqueren wir die lettisch - estnische Grenze. Auf der Straßenseite sehen wir Lagunen. Der Wettergott hat Regen angesagt, aber ein blauer Himmel beherrscht die Wolken. In der Ferne jedoch sind dunkle Regenwolken zu sehen.

Wir erreichen Pärnu in Estland und das Seebad macht seinem Ruf als Sommerhauptstadt Estlands alle Ehre. Sehr schade, dass es ab 10.00 Uhr an fängt zu regnen. Mit dem Bus machen wir eine Besichtigungstour durch die Stadt um uns eine Übersicht zu verschaffen.

Tiiu zeigt uns die Sehenswürdigkeiten und erzählt die Geschichte von Pärnu. Diese Mittelalterliche Stadt, gegründet im 12. Jahrhundert vom Deutschen Orden hat eine romantische Eleganz und bietet sich als Zwischenstopp an der schönen estnischen Ostseeküste an. Wie viele Hansestädte hat Pärnu eine lange und wechselhafte Geschichte. Bei schönem Wetter lädt die Strandpromenade mit dem weißen Sandstrand zum Spazieren gehen ein. Die farbenfrohe hübsche Altstadt und der Stadtkern sind rasch besichtigt. Die historische Geschichte und die bemerkenswerte Gegenwart hat für jeden Geschmack etwas zu bieten und wir erkunden alles in Regencapes und mit Regenschirmen.

Sehenswert ist das barocke Sakralgebäude der Elisabethkirche erbaut 1750. Die Katharinenkirche wurde auf Veranlassung der Zarin Katharina II. 1768 erbaut. Sie ist die älteste, stilechteste und prunkvollste Kirche in Estland. Schöne alte Häuser aus verschiedenen Epochen haben in der Rüttli Strasse überlebt. Auf kleinstem Raum finden wir architektonisch schöne, alte Gebäude. Das Mohrsche Haus mit den Hufeisen in den Fassaden und ein sehenswertes Denkmal ist das klassizistische Rathaus von 1797. Der rote Turm ist ein Teil der Stadtburg aus dem 15. Jahrhundert und das Tallinner Tor stammt aus dem 17. Jahrhundert. Von dort führte die Poststraße nach Tallinn. Die Hauptattraktion ist die Stadt selbst. Sogar bei Regen - aber mit Sonne im Herzen.

Auf der Weiterfahrt nach Tallinn erklärt uns Tiiu die Estnische und Lettische Historie und die baltische Art zu denken und zu fühlen. Wir fahren durch Feuchtgebiete, die wichtige Rastplätze für die Zugvögel nach Europa sind und die im Nationalpark Matsalu eine Pause einlegen. Die Landschaft ist ursprünglich und wildromantisch. An Regentagen wie heute, ist die dunstige Ebene ein Märchenland. Moosbewachsene Bäume werfen ihre Schatten auf unseren Bus und dichtes Laubwerk versperrt die Sicht auf den Himmel. Es macht traurig, dass viele Gäste die interessanten Berichte und die schöne Fahrt durch diese beeindruckende Natur verschlafen.

Schon von weitem begrüßt uns Tallinn, die Hauptstadt Estlands mit ihren zahlreichen Verteidigungstürmen und der beeindruckenden Stadtmauer. Der Regen hat aufgehört und die Sonne streift mit einem hellen Licht die Steinbögen und Zinnen der Stadt. Im Hafen machen wir eine kurze Pause bevor wir Tallinn besichtigen. Richtungsschilder weisen den Weg nach Stockholm und Helsinki. Diese Stadt bietet eine aufregende Mischung aus Alt und Neu, Moderne und Märchen. Sie ist die Hauptstadt und das kulturelle Zentrum Estlands und wurde im frühen Mittelalter gegründet. Ihre bestens erhaltene Altstadt ist eindrucksvoll und lässt uns ehrfürchtig staunen. Die engen Gassen hinter der Mauer verleihen unserem Spaziergang den richtigen, mittelalterlichen Zauber. Es gibt Gänge mit dem Durchmesser eines Fasses und wenn man hindurchschlüpft befindet man sich in einem schattigen, von der Außenwelt völlig abgeschotteten Biergarten.

Die Pikk ist eine der schönsten Straßen Tallinns. Die Fassaden mit ihren hellen Tönen wetteifern mit dem blassblauen Himmel über uns. Das Nordende der Pikkstraße wird von zwei eindrucksvollen Verteidigungsanlagen bewacht. Die große Strandforte und der "Dicken Berta". Die Altstadt teilt sich in Ober- und Unterstadt. Als erstes erkunden wir die Oberstadt. Hier hielten sich im Mittelalter der Klerus und der Adel auf. Also rauf auf den Domberg. Von hier oben gibt es die beste Aussicht auf die Stadt. Der Höhepunkt ist die Alexander - Newski - Kathedrale, eine orthodoxe Kirche. Ein Innenbesichtigung würde sich sicher lohnen. Dieses spektakuläre Gebäude mit seinen Zwiebeltürmen und seinen 11 Glocken hat uns sehr beeindruckt. Der lange Herman überragt alles. Über altes Kopfsteinpflaster und an uralten Bäumen vorbei laufen wir auf den "kurzen Beinen" in die Unterstadt, welche den Kaufleuten gehört.

Die besten Bäcker und Händler wetteifern um die Gunst der Kundschaft. Tallinn ist aber so kompakt, dass viele Sehenswürdigkeiten in kurzer Zeit bequem erkundet werden können. Der Marktplatz mit zahlreichen Cafes und Geschäften, der Verteidigungsturm Kiek in de Kok aus dem 15. Jahrhundert, der historische Rathausplatz mit dem gotischen Rathaus und dem 64 m hohen Turm aus dem 13. Jahrhundert. Dann besichtigen wir auch noch die Nikolaikirche aus dem 13. Jahrhundert und beenden unsere Tour im "Garten des dänischen Königs". Wir machen eine kleine Pause, denn Tallinn hat nicht nur schöne Bauwerke, sondern auch herrliche Parkanlagen zum Entspannen und wunderschöne Cafés laden auf einen besonderen Café ein. Eigentlich war für heute noch die Besichtigung des Schlosses Katharinental eingeplant. Aber es ist schon spät und wir werden morgen früh die Besichtigung nachholen.

Nach einem bemerkenswerten Tag fahren wir zu unserem Hotel Dzingel. Es liegt in einem grünen Viertel und ist in einem ehemaligen Plattenbau untergebracht. Die Zimmer haben noch einen Rest Ostblockcharme. Der Tag war anstrengend, wir haben Hunger, brauchen eine Dusche und eine Mütze Schlaf. Das Personal war hilfsbereit und freundlich. Das Essen war gut - estnische Hausmannskost. Das estnische Bier ist besonders köstlich.

3. Tag: Tallinn - Nationalpark Lahema - Tartu (ca. 185 km)

Nach einem ausgiebigen, aber frühen Frühstück sieht uns ein blassblauer Himmel auf dem Weg in den nordwestlichen Stadtbezirk Kadriorg. An schönen alten und kunstvoll erbauten Holzvillen vorbei, kommen wir an den Haupteingang zum Park und dem barocken Schloss Katharinental. Die Äste der massigen Eichen neigen sich über die Strasse als wollten sie die Residenz von der Außenwelt abschirmen. Auf diesem Pflaster sind schon die Kutschen des 18. Jahrhundert gefahren. Zar Peter der Große errichtete in den frühen Jahren des 18. Jahrhundert einen Landsitz mit einem Park auf diesem Gelände mit Teichen und Springbrunnen. Natürlich drehen auch wir eine Runde um den Schwanenteich. Das Schloss Kadriog ist eine großzügig gut erhaltene Sommerresidenz vom Anfang des 18. Jahrhundert. Es ist ein Lustschloss zu Ehren Katharinas und wir haben ein gutes Gefühl auf den gepflegten Parkwegen auf denen Peter der I. schon gegangen ist - von der Vergangenheit zu träumen und gute Gedanken in die Zukunft zu schicken.

Vorbei an Holzvillen fahren wir weiter zum Nationalpark Lahema an der Nordküste Estlands. Der Park ist der größte und älteste Nationalpark Estlands, ein Land für Naturliebhaber und Abenteurer. Der erste Eindruck - Bäume bis zum Horizont mit Mooren, Sümpfen, Flüssen und Wasserfällen. Tiiu erzählt uns, es ist die Heimat von Braunbären, Elchen, Rehen, Luchsen und Wölfen. Der Anblick dieser Landschaft wirkt wie Meditation und lässt in uns tiefe Ruhe einkehren.

Ein Grund diese Reise zu buchen war unser Traum von einer Moorwanderung. Das Hochmoor Vira ist ein Gemisch von vielfältigen Wald - und Moorlandschaften. Ein Rundweg auf Holzbohlen führt uns an dunklen Moorseen und blühenden Moorpflanzen vorbei. Über die nahen Wasserflächen schwirren Libellen. Wir sind begeistert von den Farben der Natur und die Wolken spiegeln sich in den Mooraugen. Die leuchtend grünen Moosflechten und die Moorseen wechseln die Farbe je nach Tageszeit von schwarz, violett und blau oder je nach Sonne und Wolken werden sie grün, schwarz oder goldgelb. Von einem Aussichtsturm in der Mitte des Moores werfen wir einen Blick auf die vielfältige Landschaft. Großartig ist es auf der Plattform zu stehen, mit nichts als dem nackten Himmel über und der grandiosen Natur unter uns. Gespinste von Moos hängen von den Bäumen. Uns wird die Pflanzen- und Tiervielfalt erklärt und wir bekommen einen eindrucksvollen Überblick über die Wichtigkeit des Hochmoores für die Lebensumwelt. Hier gibt es viele geschützte Pflanzen und hunderte von Vogelarten. Die bizarre Schönheit, die sumpfigen Stellen unter dem gelbbraunen Pfeifenputzergras, den Torfmoosen, dem Wollgras, das rötlich gefärbte Heidekraut, die spiegelnden Tümpel und die Moorblumen übertreffen unsere Erwartungen. Ein Juwel und ein "Muss" auf jeder Rundreise durch Estland und dem Baltikum. Ein magischer Ort, wenn gute Gedanken und Gefühle nahezu schwerelos werden und auf die Reise gehen...

Wir fahren weiter und machen einen Stopp beim Gutshaus Palmse aus dem 18. Jahrhundert. Es ist das geschichtsträchtige Herrenhaus einer adligen Familie. Es wurde zu einem Museum umgebaut und ist gut erhalten. Man bekommt einen lebendigen Eindruck über das Leben des baltischen Adels. Sehenswert sind alte Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert. Palmse vereinigt bauliche Pracht und pfleglichst gehütete Parkanlagen. Es ist touristisch voll erschlossen.

Unseren nächsten Halt machen wir in Käsmu, einem verschlafenen Küstendorf mit schmucken Häuschen, das in der eisblauen Bucht von Käsmu liegt. Dort,wo das Wasser den Himmel einfängt. Auf unserer Wanderung schlagen die Wellen rhytmisch gegen das Ufer und das Strandgras bewegt sich in den Dünen. Bernsteine haben wir leider nicht gefunden. Ein einzigartiges Findlingsfeld eiszeitlicher Gletscher ist ein beeindruckendes Bauwerk der Natur. Oft kann etwas einfaches, ganz viel bedeuten. Es ist recht heilsam, dass uns die gewaltigen Kräfte der Natur daran erinnern, dass wir Menschen nichts für die Ewigkeit errichten, auch wenn wir uns manchmal für so mächtig halten. Auf einem der Findlinge ruhen sich Komorane aus.

Felsen und Bäumen mit geknickten und wild verdrehten Baumstämmen - lassen tiefe Ruhe in uns einkehren. Birken und Kiefern biegen sich im Wind. Die Gerüche die diese Landschaft ausströmt, salzig nach Meer und dem Duft der Kiefern, sind schwer und berauschend. Wir genießen die beeindruckende Idylle, auf einem Stückchen der vielen Wanderwege. Dieser Platz verströmt eine Atmosphäre der friedlichen Abgeschiedenheit. Unsere Strandwanderung beenden wir an einem riesigen Steinhaufen für den der schwedische König verantwortlich sein soll. Laut Legende hat er dort den ersten Stein abgelegt!? Wir legen den zweiten und den dritten.

Bevor wir Lahemaa verlassen, besichtigen wir die Gutshofanlage Vihula. Alles ist in helles, Licht getaucht, das durch die uralten Bäume fällt. Diese wird 1501 erstmals erwähnt und gehörte dem Baron von Lohe. Wunderschön gelegen und mit viel Liebe zum Detail wurde der historische Gutshof Vihula restauriert. Er wurde während des Nordischen Krieges niedergebrannt und in den Jahren 1820 - 1880 wieder aufgebaut. Dieses Herrenhaus - Hotel ist sicher der perfekte Rückzugsort von der Hektik des Alltags. An einem idyllischen Örtchen, in der antiken Wassermühle, trinken wir mit unseren neugewonnenen Freunden einen Kaffee. Auf dem Weg zu unserer Übernachtung nach Tartu fahren wir über die historische Stadt Racvere. Die Burgruine Wesenberg thront auf einem baumlosen Hügel und grüßt uns aus der Ferne. Wie ein Wächter steht sie da, aufrecht und stolz, ihre Sockel überwuchert von Efeu und Gras. Der dänische König hat sie dem deutschen Orden verkauft.

Wir fahren durch eine wunderschöne Hügellandschaft mit Wäldern und spiegelnden Seen und erreichen Tartu. Tartu ist die älteste Stadt des Baltikums und die "intellektuelle Hauptstadt" Estlands. Gleich kommen wir an unserem Hotel "Tartu" an. Das Gebäude hat ein bisschen Kasernencharakter. Um so überraschter sind wir von einem modernen Empfangsbereich und dem freundlichen Personal am Empfang.. Das Hotel bietet allen Komfort den man braucht. Nach dem Abendessen nehmen wir noch einen Absacker am Universitätsplatz.

4.Tag: Tartu - Sigulda (ca. 210 km)

Gestärkt von einem umfangreichen und leckeren Frühstücksbuffet erreichen wir nach einem Spaziergang am Fluss entlang die nahe gelegene Altstadt. Ein wolkenverhangener Himmel wölbt sich über uns und wir beginnen unseren Rundgang am Rathausplatz. Mit seiner mittelalterlichen Kultur strahlt diese Stadt eine unbeschreibliche Ruhe und Gelassenheit aus. Ein Brunnen wird von einem Standbild - unbeeindruckt vom Wasser - eines küssenden Pärchens überragt. Sehr auffallend ist das Museum, das sich deutlich sichtbar, wegen des moorigen Untergrundes, nach links neigt. Genannt "Schiefes Haus von Tartu". Einige Schritte weiter erreichen wir die Einkaufsstraße - die Rüütli.

Wir passieren die von sehr schön renovierten Altbauten gesäumte Straße und erreichen die mit einem Säulenportal geschmückte Universität. Davor steht das majestätische Standbild des schwedischen Königs Gustav II Adolf. Er war der Gründer der Universität. Am meisten gefällt uns am Reisen, dass wir dadurch Menschen näher kennenlernen. Reale wie auch Historische. Am Aufgang zum Domberg steht das mittelalterliche Rathaus, das auf einem Fundament aus Erlenholz gebaut und 1786 fertiggestallt wurde. Durch einen schönen Park erreichen wir den Domberg mit seinen Denkmälern und Skulpturen und den eindrucksvollen Ruinen einer großen gotischen Domkirche die im 13. Jahrhundert begonnen und bereits im 16. Jahrhundert wieder zerstört wurde. Leider fängt es wieder an zu nieseln. Wir blicken zu den uralten, von moosbedeckten Wasserspeiern und verschnörkelten Verzierungen gekrönten Rundbögen, die die Ruine aus bröckelnden Stein umrahmen. Der stolze Dom strahlt immer noch Kraft aus und erfüllt die ganze Umgebung damit. Unser nächstes Ziel ist die im gotischen Stil erbaute Johanniskirche aus dem 14. Jahrhundert. Bis heute sind beinahe 1000 Terrakotta - Skulpturen erhalten geblieben - diese sind ungefähr 700 Jahre alt. Wir genießen nicht nur die Stille, die das uralte Gemäuer ausstrahlt, wir genießen vor allem das Lied, welches uns Tiiu vorsingt. Danke Tiiu. Es war wunderschön!! Diese Kirche ist ein bemerkenswertes Zeugnis der Backsteingotik. Viele Einheimische und Fremde bevölkern die Gassen. Nach einer kleinen Freizeit fahren wir weiter.

Wir sortieren unsere Notizen und genießen das Ausruhen im Bus der uns über Turaida nach Sigulda bringt. Kontrollen zwischen Estland und Lettland gibt es keine.

Die Region durch die wir fahren wird wegen ihrer reizvollen Landschaft auch als "Lettische Schweiz" bezeichnet. Hügellandschaften mit tiefen Tälern und urige Wälder mit bizarren Bäumen ziehen an uns vorüber und deshalb wird Sigulda auch "das Tor in die Märchenwelt" genannt. Trolle haben wir leider nicht gesehen, dafür viele Storchennester.

Turaida ist ein Ortsteil von Sigulda und besteht hauptsächlich aus der Burg von Turaida, die sich mächtig über den Fluss erhebt. Sie war Sitz eines Fürstengeschlechtes. Diese Bischofsburg ist eine der bekanntesten Burgen und diese wollen wir sportlich erwandern. Sie wurde im 13. Jahrhundert an Stelle einer Holzburg errichtet. Die rotbraune Silhouette thront über dem imposanten, malerischen und einzigartige Gaujatal. Von einem 27 m hohen Aussichtsturm haben wir eine grandiose Aussicht auf die imposante Fluss- und die riesigen Waldlandschaften.

Auf dem Rückweg zum Ausgang bewundern wir den Skulpturengarten. Anschließend machen wir eine Wanderung über 220 Stufen zur größten Höhle im Baltikum. Unweit der Burg befindet sich die Gutmannshöhle in der eine Quelle entspringt. Die Höhlenwände sind über und über mit Nachrichten,Wappen, Botschaften und Namen versehen, welche bis in das 17. Jahrhundert zurückreichen. Der Anblick der 10 m hohen als Mundloch beschriebenen Höhlenöffnung ist überwältigend. Heiler haben das Wasser der Quelle benutzt um Krankheiten zu heilen. Heute wird das Wasser mit dem Wunsch getrunken, dass Liebe und Leidenschaft ewig andauern. Die Besichtigung dieser Höhle hat sich gelohnt und wir wandern zurück nach Sigulda.

In Sigulda machen wir eine Stadtrundfahrt um uns einen Überblick zu verschaffen. Sigulda nennt sich gerne Hauptstadt der lettischen Schweiz. Auf Grund der reizvollen Landschaft zu Recht und wegen ihrer bewegten Geschichte gibt es in der Umgebung eine Reihe von Burgen und Schlössern.

Über einen Weg mit vielen Stufen kommen wir vom Parkplatz hoch zu den Burgruinen von Sigulda, den krönenden Abschluss eines sehr ereignisreichen Tages. Die Kreuzritterburg zählt zu den Deutschordensburgen, die im 13. Jahrhundert entstanden ist. Im weitläufigen Hof erfahren wir die ereignis- und abwechslungsreiche Geschichte der Burg. Eisentore hängen schief in verrosteten Angeln und werden von uralten Vorhängeschlössern gehalten. Vom Aussichtsturm haben wir eine gute Sicht auf die Bischofsburg Turaida und auf das Gutshaus Grimulda. Wir finden es schön, das Urstromtal der Gauja zu genießen und den Geist der Altertümlichkeit zu spüren bevor wir die Burg verlassen.

Gegen Abend senkt sich der Himmel tiefer und rechtschaffen müde, aber zufrieden fahren wir zu unserem Hotel Aparjots. Die Gaststätte und die Hotelanlage, ist in landestypischer Art schön gebaut. Die Zimmer sind gemütlich, das Restaurant ist urig, das Essen ist gut und das einheimische Bier lecker.

5. Tag: Sigulda - Vilnius (ca. 350 km)

Im Morgengrauen, als sich der Himmel mit dem roten und goldenen Licht der aufgehenden Sonne krönte, wartete der Bus schon auf uns.

Wir laden wieder unser Gepäck ein, denn heute haben wir eine lange Fahrt von Sigulda in Lettland nach Vilnius in Litauen. Wir fahren mitten durch den Gauja Nationalpark und können den herrlichen Anblick auf die wunderschöne, lettische Natur genießen. Bauska ist der letzte Ort in Lettland und eine wunderschöne Orthodoxe blaue Kirche mit goldenen Zwiebeltürmen fordert uns auf sie zu begrüßen. Die Grenze zwischen Lettland und Litauen ist noch deutlich zu erkennen, aber Kontrollen gibt es keine mehr. Nach Vilnius sind es noch ca. 230 km. Jetzt haben wir Zeit unsere Fotos und Notizen in richtiger Reihenfolge und zeitlich einzuordnen. Bei der Fülle der Eindrücke und Notizen ist das schrecklich schwierig, da wir schon Mühe haben uns an den gestrigen Tagesablauf zu erinnern. Tiiu überbrückt die längere Fahrzeit mit Infos und einen Film über das Baltikum. Diese Fahrt gibt uns einen hervorragenden Einblick in die wildromantische Natur Litauens. Vorbei an ruhigen Dörfern, in denen sich das Leben in den vergangenen Jahrhunderten kaum geändert hat. Tiefe Kiefernwälder, mystische Moore, romantische Seen und eine atemberaubende Natur. Wie uns Tiiu erklärte leben in den bewaldeten Hügellandschaften mit ihren zahlreichen Seen Hirsche, Wildschweine, Rehe, Elche, Wölfe und Luchse und für Vogelfreunde ist es ein echtes Paradies. Auffallend die vielen Storchennester, die Störche selbst sind schon in den Süden abgereist. Wenn man an überfluteten Wiesen vorbeifährt, kann man davon ausgehen, dass Bieber dahinterstecken.

Nach dieser schönen erhol- und unterhaltsamen Fahrt erreichen wir die Stadt Vilnius, die 40 km von der weißrussischen Grenze entfernt liegt. Litauens Hauptstadt hat einiges zu bieten und gehört eher zu den unbekannteren Städtereisezielen.

Auf einer ereignisreichen Entdeckungsreise, mit der einheimischen Fremdenführerin Irene, werden wir die Stadt erkunden. Gebäude drängen die Straßen zu immer engeren Gassen und Gängen zusammen bis wir die Altstadt erreichen, in der sich 50 Sakralbauten dicht an dicht tummeln. Egal wo man sich im Kreis dreht, sieht man immer eine Kirche. Unser erstes Ziel war der Kathedralenplatz auf dem sich majestätisch die klassizistische St. Stanislauskathedrale wie ein griechischer Tempel erhebt. Daneben steht der außenstehende Glockenturm und fordert uns auf ihn zu besteigen. Vorbei am Präsidentenpalast laufen wir Richtung Universität. Dahinter steht der neu restaurierte "Palast des Großfürsten". Durch die Gassen der Altstadt mit Häusern aus Gotik und Barock erreichen wir die gotischen Zwillinge der Anna - und Bernhardinen-Kirchen. Die St. Annenkirche ist von außen atemberaubend, die Bernhardiner ist von innen viel schöner als die recht dunkle St. Annenkirche. Unsere nächste Station ist das Universitätsviertel mit der 500 Jahre alten Universität und ihren 13 Höfen und der unglaublich prunkvollen Johanniskirche. Weitere Höhepunkte sind die barocke Hl. Kasimirkirche, eine der ältesten Kirchen und die Peter und Paul Kirche, eine der bedeutendsten Kirchen in der Hauptstadt.

Ein Spaziergang zum "Tor der Morgenröte" ist ein absolutes Muss und ist das letzte noch erhaltene Stadttor, welches Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut wurde. Es beherbergt ein weltbekanntes Madonnenbild das mit Blattgold verziert ist. Vilnius hat mit seinen geschätzten 50 Kirchen und zahllosen Jugendstilgebäuden architektonisch und auch kulturell einiges zu bieten. Nicht zu vergessen sind die zahllosen Holzkirchen, die uns begeistern und einen ganz eigenen Charme verbreiten. Jetzt verstehen wir warum diese Stadt "Rom des Ostens" genannt wird - kein Wunder ¾ der Einwohner sind Katholiken.

Während einer kleinen Freizeit entspannen wir in einem der vielen Cafés in einem versteckten Hinterhof. Die Cafés strahlen eine Eleganz nachmittäglicher Teegesellschaften aus und wir sind mittendrin. Wunderschön - im Hintergrund befindet sich ein steinernes Tor, halb verborgen hinter Kletterpflanzen und Hecken. Weiter geht’s mit einem Bummel durch die originellen Boutiquen und Geschäfte. Alkohol ist unglaublich billig. Generell ist Vilnius ein Geheimtipp und wird auch ein solcher bleiben.

Aufgetankt mit seelischer und körperlicher Energie fahren wir zu unserem Hotel. Man fühlt sich frei wie die rufenden Wildenten über uns, die anscheinend den gleichen Weg haben wie wir. Das "Karolina Park Hotel" liegt in einer ruhigen Parkanlage. Das Personal war freundlich und zuvorkommend. Das Frühstücksbuffet war in Ordnung und das Abendessen gut.

6. Tag: Vilnius - Trakai - Klaipeda (ca. 350 km)

Nach einer traumlosen Nacht und einem stärkenden Frühstück kündigt sich auch dieser Tag in einem weichen morgentlichen Sonnen-/ Wolkenmix an und wir sind auf dem Weg nach Klaipeda.

Wir wechseln unseren Bus und fahren mit Edgar weiter. Den Galve See mit seinen 21 Inseln erreichen wir nach einer halben Stunde. Als erstes Ziel erwandern wir die Pilgerkirche Maria Heimsuchung, in der lettische und polnische Gottesdienste abgehalten werden.

Auf einer dieser Inseln/Halbinseln, westlich von Vilnius zwischen Hügeln, Wäldern und Seen ist die alte Stadt Trakai angesiedelt, die von mehreren Seen umspielt wird. Diese für ihre einmalige Landschaft und der legendären Burg Trakai bekannte Stadt ist die Wiege Litauens. Schon aus der Ferne erblicken wir die aus rotem Backstein erbaute Wasserburg von Trakai. Sie ist eine der schönsten litauischen Sehenswürdigkeiten des gesamten Baltikums. Sie liegt malerisch inmitten der Seenlandschaft umgeben von einer fantastischen Natur. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, unter Fürst Kestutis erbaut und hat eine sehr wechselhafte Geschichte. Eine Brücke führt zum Torhaus durch die äußere Befestigungsmauer mit Wehrgängen und wuchtigen Ecktürmen. Mann sollte sich nicht daran stören, dass auch andere Menschen, sehr viele, diesen historischen Ort sehen wollen. Wir genießen die Umgebung die aussieht wie hingemalt, umrunden die Burg und erkunden in der Freizeit das Innere der Wasserburg. Was sich seit dem 16. Jahrhundert angesammelt hat ist sehenswert. Ein Ort, an dem man in Tagträume versinkt, wenn die guten Gedanken auf die Reise gehen. Diese Wanderung hat sich wirklich gelohnt und das Spiegelbild der Burg im See wird wohl immer in unserem Gedächtnis bleiben.

Wir fahren über Kaunas, der zweitgrößten Stadt des Landes, in dem sich in einem Tal die Flüsse Neris und Nemunas vereinigen und als Memel weiterfließt. Auf einer hügeligen Strasse mit wenig Verkehr kommen wir gut voran.

Weiter geht’s in Richtung Norden zu unserem heutigen Ziel Klaipeda, die Hafenstadt an der litauischen Ostseeküste. Wir fahren zum Hotel, checken ein und machen bei Regen eine Stadtführung. Die Altstadt, klein aber fein, ist wunderschön und wir können die im 18. Jahrhundert erbauten Fachwerkhäuser im deutschen Stil bewundern. Die kleinen Gassen mit den Cafés und Boutiquen, dem Standbild "Ännchen von Tharau" und der Simon - Dach - Brunnen vor dem alten Stadttheater sind beeindruckend.

Klaipeda ist auch die Stadt der Skulpturen. Die Maus: Hand drauflegen und sich etwas wünschen. Gedanken werden zu Worte und Worte werden zur Wirklichkeit. Der Briefkasten der Wünsche. Ein richtiger Brief würde nie ankommen. Der beliebte und belebte Theaterplatz, der wichtigste Treffpunkt der Stadt. Ein paar Schritte weiter befindet sich das "Memelis" ein alter Speicher direkt am Fluss. Auch das historische Segelschiff und berühmte Wahrzeichen der Stadt "Meridianas" liegt hier vor Anker. Weil es richtig plästert, gehen wir zurück ins Hotel. Schade ich hätte den Hafen noch gerne gesehen.

Unsere Übernachtung ist auch in Klaipeda und wir bleiben zwei Tage im Klaipeda Hotel Ibis Styles Klaipeda Aurora am Rande der Kurischen Nehrung. 5 Minuten zur Fähre und 2 km zur Altstadt. Modernes und ordentliches 3 Sterne Hotel mit Blick zur Hafeneinfahrt. Sehr netter Empfang durch das freundliche und hilfsbereite Personal. Modern und in warmen Farben gestaltete Zimmer mit Blick auf den Hafen. Das Essen war sehr gut. Wir lassen uns von der Dunkelheit und vom Schlaflied der nächtlichen Geräusche und vom Wasser ins Nichts versinken, tief und traumlos, ohne Sorgen. Ein besonderes Ereignis ist es am frühen Morgen vom Balkon in die Ferne zu schauen und als einer der ersten den Sonnenaufgang zu sehen und die Ankunft der Schiffe zu begrüßen.

Unser Zimmer war im 7. Stock und wir haben keine unangenehmen Hafengeräusche gehört.

7. Tag: Klaipeda - Nida - Klaipeda (ca. 120 km)

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der Kurischen Nehrung. Nach dem Frühstück, ohne Kofferpacken, fahren wir mit der Fähre auf die 98 km lange Halbinsel. Wie Bernsteine reihen sich Dörfer hintereinander und wir erreichen Juodkrante. Die schönen, farbigen Holzhäuser verleihen diesem Ort einen eigenen Charm.

Als erstes erwandern wir den märchenhaften Hexenberg auf einer dichtbewaldeten Dünenlandschaft. An den Wanderwegen stehen über 70 Holzfiguren, darunter Kobolde, Teufel, Hexen, die jahrhunderte alten Sagen und Märchen Leben einhauchen. Es ist meine feste Überzeugung Tiiu kennt jede einzelne Geschichte und dadurch werden die Sagen und Märchen so lebendig. Auch der Teufel ist in diesen Ländern nicht unbedingt böse, sondern eher ein Schelm. Wir erreichen wieder die Ostsee. Nach einem zünftigen Fisch- Mittagessen fahren wir weiter.

Wir haben Glück und der Himmel mit weißen Wolken begrüßt uns und auch die größte Wanderdüne Europas, die uns scheinbar allein gehört. Tausend Tonnen Sand unter den Füßen, die Sonne lacht und es weht eine sehr kräftige Brise. Von oben haben wir einen atemberaubenden Blick über die einzigartige Dünenlandschaft der Wanderdünen Auf die Ostsse und den Ort Nida mit dem Thomas Mann Haus auf dem "Schwiegermutterberg". Wir schauen auf die Ostsee und auf das Haff.

Im ehemaligen Ferienhaus des deutschen Schriftstellers befindet sich das litauisch- deutsche Kulturzentrum. 1929 kam Thomas Mann nach Nida und ließ sich ein Sommerhaus mit Blick auf das Haff und das Memeldelta bauen. Die Ausstellung im Haus ist informativ und gut dargestellt. Die kurische Nehrung zeigt sich von ihrer schönsten Seite und fordert uns auf diese einmalige Landschaft zu entdecken und wir wandern im Gebiet der großen Düne.

Wir besichtigen einen Friedhof und besuchen ein Bernsteinmseum. Mit einem kleinen Segelschiff machen wir einen Ausflug bis zur russischen Grenze mit Blick auf die malerische Schönheit des Naturreservats.

Von der Großen Düne haben wir wieder einen einzigartigen Blick. Die Skulptur von Sartre "Gegen den Wind" empfängt uns und die Sonnenuhr sagt wie spät es ist. Natürlich machen wir noch eine Strandwanderung. Die Häuser an der Strandpromenade sind vom Wind und Wasser so weiß gewaschen, als wären sie aus dem Meer herausgewachsen, dazwischen bemalte Badehütten, blitzend bunt wie Bonbons.

Wir sind von dieser Wanderung begeistert. Leider haben wir die drei Elche die hier leben sollen nicht gesehen. Vögel fliegen in V-Formationen Richtung Süden, was bedeutet, dass der Sommer bald zu Ende geht. Vollgepackt mit neuen Eindrücken, im flachsgelben Licht des späten Nachmittags fahren wir zurück zu unserem Hotel in Klaipeda.

8. Tag: Klaipeda - Rundale - Riga (ca. 340 km)

Unsere sympatische, furchtbar zuverlässige Gruppe ist nach dem Frühstücksbuffet schon wieder pünktlich auf dem Weg von Klaipeda nach Riga. Auf der Fahrt erzählt uns Tiiu die Geschichte vom "Baumkuchen".

Nach ca. 2 Stunden, 150 km unweit von Siauliai, einer Stadt im Norden, liegt an der Strasse unser erstes Ziel auf einem mittelalterlichen Berghügel. Hier befindet sich das nationale Wahrzeichen und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Litauens - der Berg der Kreuze - ein katholischer Wallfahrtsort. Im Mittelalter war dieser mystische Ort eine Gebets- und Opferstätte und verschiedene Legenden erzählen wie der Berg der Kreuze entstanden ist. Es ist doch egal warum und wieso dieser geschichtsträchtige Ort entstanden ist, wir sind gekommen um seine Mystik zu spüren und unsere innere Ruhe zu finden. Wie viele Kreuze es sind lässt sich kaum zählen, man muss es gesehen haben um einen Eindruck von der überwältigenden Vielfalt zu bekommen. Bei dem leisen Klappern der Rosenkränze an den Querstreben schwankt man zwischen Ehrfurcht und Gänsehaut.

Mittendrin im "Kreuzfeuer" beeindrucken Kruzifixe, Gebetsstöcke, Betsäulen, Bilder und Skulpturen von Heiligen. Wir lassen unsere Minikreuze an diesem Ort der Ruhe, Geistigkeit und sakralen Atmosphäre mit den besten Wünschen für alle unsere Lieben an die wir denken, auf dem Berg zurück.

Unsere Weiterfahrt nach Bauska in Lettland dauert etwas länger, was an Baustellen und oft recht holprigen Straßen lag. Die Festungsburg Bauska grüßt uns aus der Ferne. Die Stadt liegt am Zusammenfluss der Flüsse Mu´sa und Me´mele. Jetzt sind es nur noch wenige km bis Rundale, das wir kurz darauf auch erreichen. Als Versailles des Baltikums wird das Schloss Rundale bezeichnet. Dieses Märchenschloss sollte auf jeder Lettlandreise stehen und jeder Umweg dorthin, lohnt sich. Erbaut in den Jahren 1736 bis 1740 für den Adligen Ernst Johann von Biron von der Zarin Anna Iwanowna! In einer wunderschönen angelegten Parkanlage mit einem französischen Garten, steht dieses herrliche Schloss mit zahlreichen Prunk und Privaträumen.

Die Zimmer und Räume sind faszinierend und aufwändig gestaltet mit wunderschönen Deckengemälden, antiken Möbeln, Gemälden, Porzellan, Silber und originalen Parkettböden. Luxuriöse Ankleide- und Schlafzimmer, riesige Ballsäle, der Goldene und Weiße Saal, die große Galerie, Studierzimmer, Bibliotheken, Empfangszimmer und Speisesäle sind üppig eingerichtet mit aufwendigen Wanddekorationen und Seidentapeten und immer mit Blick auf die Gärten. Von allen Seiten funkeln die vergoldeten Verzierungen und bemalten Ornamente und Fresken und lassen die Räume in einer unbeschreiblichen Schönheit und einem einzigartigen Glanz erstrahlen. Einer der fantastischsten Paläste, des Barocks und des Rokoko, die wir bis jetzt kennen lernen durften. Eindeutig ein Gebäude der Liebe.

Der Garten ist mit viel Liebe zum Detail angelegt worden, überall gibt es Torbögen und Bänke am Rand der steinernen Wege und Rosen, Rosen, Rosen.

Nach diesem weltweit einzigartigen und sehenswerten Erlebnis steigen wir in unseren Bus, lassen die Seele baumeln und fahren die restlichen 70 km bis Riga. Wieder vorbei an der schönen blauen orthodoxen Kirche. Wir fahren über die große Vans'u Brücke, auf der rechten Seite liegt ein Kreuzfahrtschiff und auf der linken Seite begrüßt uns die Altstadt von Riga. Auf der Fahrt zu unserem Hotel Ibis Styles Riga verschaffen wir uns einen Überblick. Wir sehen die Lettische Nationalbibliothek, die Markthallen, Blick auf die Altstadt und die Peterskirche. Fahren über die Steinbrücke und sehen die Domkirche und die Schlossresidenz. Das Hotel ist sauber und das Personal ist freundlich. Das Restaurant im 12 Stock hat eine wunderschöne Aussicht über Riga. Die Umgebung ist nicht aufregend. Leider ist es als Abschlusshotel nicht zentral gelegen. Mit der Tram Nr. 5, die nächste Haltestelle ist ca. 500 m entfernt, erreicht man die Altstadt in 10 min. Taxitarif 5 € von der Altstadt zum Hotel. Nach einem deftigen und reichlichen Abendessen und einem leckeren lettischen Bier geht’s ab in die Welt der Träume. Mein Freund Robert nimmt noch einen Absacker an der Bar.

9. Tag: Riga

Heute bleiben wir in Riga und Umgebung und deshalb - wie schön - keine Koffer packen, sie nicht vor die Türe stellen müssen sondern einfach nur..... Zähne putzen, duschen und frühstücken. Beim Frühstück herrscht Chaos, das liegt daran, dass mehrere Reisegruppen anwesend sind und sich keiner an seine angegebenen Frühstückszeiten hält. Mit dem Bus machen wir eine Erkundungstour um uns einen Überblick zu verschaffen und erfahren die wechselhafte historische Geschichte Rigas. Gegründet wurde Riga Anfang des 12. Jahrhunderts von deutschen Kaufleuten am Flüsschen Ri`dzene, deutsch Riga. Sie wurde Sitz der Erzbischöfe und wurde eine bedeutende Handelsstadt, die auch der Hanse angehörte. Riga war Zankapfel der verschiedensten Nationen. Mal wurde sie von Deutschen, Polen, Schweden und vom Zarenreich beherrscht und regiert. Seit 1991 ist Riga die Hauptstadt des lettischen Staates. Der Deutsche Orden, die Hanse, die Schweden und die Russen haben ihre Spuren hinterlassen.

Wir finden alle Baustile - von der Backsteingotik über die Renaissance, den Jugendstil und den stalinistischen Zuckerbäckerstil der Sowjetmoderne. Mit offenen Augen bestaunen wir die architektonische Schönheit der üppig verzierten Fassaden der Jugendstilhäuser.

Wir erfahren viel über die Entwicklung des Jugendstils und können uns an den wunderschönen Fassaden gar nicht satt sehen. Wir fahren weiter zur Altstadt. Wie wir gehört haben war Riga eine der wichtigsten Hansestädte. Entsprechend prunkvoll ist die Architektur und viele prachtvolle Gildehäuser prägen die Altstadt. Vom Rathausplatz beginnen wir unseren Rundgang. In der Mitte steht der Roland und blickt auf das originalgetreu aufgebaute Rathaus. Gegenüber bestaunen wir das prunkvolle Schwarzhäuserhaus, das mit dem angrenzenden Schwabenhaus ein wunderschönes Duo bildet. Wir besichtigen die Petrikirche und erreichen den Livenplatz mit den alten Gildehäusern und das Katzenhaus. Wir schlendern durch schmale Gassen mit Kopfsteinpflaster, vorbei an bunten Häusern, mit Geschäften, Bars und Restaurants zur Jacobikirche. Durch den Park spazieren wir zum Pulverturm und der alten Stadtmauer. Wir beenden unseren Streifzug durch die Altstadt am Domplatz. Zu den beeindruckendsten Bauten gehört der Rigaer Dom St.Marien aus dem 13. Jahrhundert im Stil der Bausteingotik, er ist der größte Kirchenbau in den baltischen Staaten mit einer fantastischen Orgel, mit einer einzigartigen Kanzel und zahllosen Mosaikfenstern. Die Sonne funkelt in den Mosaiken. Herzlichen Dank an Tiiu für die Auszeit im Rigaer Dom. Danke - wir durften in diesem einzigartigen Dom ein einzigartiges Orgelkonzert erleben. Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten, zudem das Wahrzeichen Rigas, gehört das gotische Meisterwerk, die St. Peter-Kirche. Sie zählt zu den prunkvollsten Kirchen der Stadt und von seinem 72 Meter hohen Aussichtsturm bietet sich sicher ein tolles Panorama. Bei einer kleinen Auszeit entdecken wir jede Menge Gassen, Wege, Winkel und Sträßchen und immer wieder gibt es Überraschungen und Zauberhaftes zu entdecken. Drei Musikanten haben sich auch eingefunden, wobei der Flötenspieler jedesmal wenn eine hübsche Frau vorbeistolziert, sich absichtlich verspielt, was bei den Umstehenden große Heiterkeit auslöst.

Vollgepackt mit neuen Eindrücken, die wir noch speichern und verarbeiten müssen, fahren wir weiter in das beschauliche Ostseebad Jurmala. Beim Stadtrundgang schlendern wir die Flaniermeile entlang. Hier gibt es zahlreiche Cafés und Verkaufsstände - hauptsächlich mit Bernsteinen. Bernsteine im Überfluss - die verschiedensten Formen, Größen und Farben. Und wir erkennen, vieles auf unserer Welt überdauert, wie die Insekten im Bernstein. Hält man ein Stück Bernstein gegen das Licht und dreht es, fängt es die goldenen Strahlen der Sonne ein. Er funkelt wie ein kostbarer Juwel. Auf dem Weg zum Strand stehen viele Villen in Holzbauweise und hübsche Holzhäuser. Wir laufen am schneeweißen Sandstrand und genießen die frische Meeresluft und die herrliche Aussicht auf die Ostsee.

Wir wandern am Strand und bewundern unterwegs das Meer, den Strand und die Dünen, welche von majestätischen Kiefern bewachsen sind. Wir atmen die Meeresluft gemischt mit den Aromen der Kieferwälder ein. Auch können wir die Möwen beobachten, wie sie vom Meer zum Ufer trudeln, in immer anderen Kurven und Drehungen. Sie sehen aus wie Trunkenbolde, die den geraden Weg nicht mehr finden. Ein himmlischer Ort, ein perfektes Aufeinandertreffen von Land und Meer.

Pünktlich zum Abendessen treffen wir uns wieder und lassen den letzten Abend bei regen Gesprächen ausklingen. Morgen bleibt uns noch der Vormittag für einen kleinen Stadtbummel.

10. Tag: Abreise

Mit einem Stadtbummel durch Rigas Gassen beenden wir unseren Aufenthalt in dieser fantastischen Stadt. Am frühen Nachmittag nehmen wir nach ereignisreichen Tagen Abschied vom wunderschönen Baltikum. Heimflug nach Frankfurt, Pünktlich um 18.00 Uhr landen wir in Frankfurt und erwischen unseren Zug nach Basel.

Danke....

an die Gastfreundschaft der Länder, die wir besuchen durften. In diesen Ländern kann man sich gut vorstellen, dass alle Dinge eine Seele haben. (Das habe ich von Tiiu gelernt)

An Tiiu unsere großartige Reiseführerin, an unsere Busfahrer und an Petrus unseren Wettergott, der es doch gnädig mit uns gemeint hat.

Fazit:

Wiedermal fast 2.020 km pure Abwechslung, durch drei oft unterschiedliche Länder, davon ca. 100 km erwandert. Auch wenn man die Grenzen nicht mehr sieht, so hat jedes Volk seine Eigenheiten... und das ist gut so.

Wir wussten nicht viel über diese drei kleinen Staaten, die zusammen etwa halb so groß wie Deutschland sind, aber wir müssen keine Hellseher sein wenn wir prophezeien, dass diese Länder noch Großes vor sich haben. In diesen Ländern in denen kaum nennenswerte Bodenschätze vorkommen, sind Gastfreundschaft und Toleranz die wertvollsten Ressourcen.

Wir sind dankbar und wissen, dass es nicht selbstverständlich ist, die Welt in ihrer ganzen Schönheit entdecken und erkunden zu können. Wir sind um Vieles, Einzigartiges und Unbeschreibliches reicher geworden.

Ihr Reiseverlauf

1. Tag - Anreise
Flug nach Riga. Vor Ort werden Sie durch Ihre deutschsprachige Reiseleitung in Empfang genommen und es erfolgt der Transfer zum Hotel.

2. Tag - Riga - Pärnu - Tallinn (ca. 300 km)
Als erstes Ziel Ihrer Reise heißt Sie heute der Traditionsbadeort Pärnu willkommen! Beim Anblick des alten Parks, hübscher Holzvillen und schattiger Alleen wird schnell klar, warum Pärnu zu Estlands Hauptsommersitz geworden ist. Sie haben Zeit für einen kurzen Spaziergang durch die Stadt oder setzen Sie sich in eines der urigen Kaffees und beobachten Sie das alltägliche Treiben der Einheimischen. Gegen Mittag geht es für Sie weiter nach Tallinn! Hier angekommen führt es Sie in die zum UNESCO-Welterbe ernannte Altstadt. Bei einem Rundgang erfahren Sie mehr über die Vergangenheit dieses Stadtteils, die bis in das Mittelalter zurück reicht. Auf dem Domberg haben Sie die Chance, die schöne Domkirche zu besichtigen. Von der Aussichtsplattform des Domberges genießen Sie einen einmaligen Blick über das quirlige Stadtzentrum, den Hafen und den Meeresbusen. Weiter geht es in die Unterstadt. Das fast vollständig vom Verkehr befreite Zentrum lockt durch gotische Wohnhäuser, kunstvoll gearbeitete Portale und barocke Kirchen. Es gibt so viel zu bestaunen und zu entdecken! Ihr Bus bringt Sie anschließend in den Stadtteil Kadriorg. Bei einem Spaziergang durch den weitläufigen Schlosspark des Barockschlosses schreiten Sie auf den Pfaden von Zar Peter I. Wie mag es wohl gewesen sein, in diesem eleganten Ambiente zahlreiche Sommer verbringen zu dürfen?

3. Tag - Tallinn - Nationalpark Lahemaa - Tartu (ca. 185 km)
Nach dem Frühstück fahren Sie in den Nationalpark Lahemaa an die Nordküste Estlands. Diese gehört mit ihren runden Buchten, riesigen Findlingen und dem stillen Hinterland zweifellos zu den schönsten Regionen des ganzen Baltikums. Während Sie durch den Park laufen, hören Sie von den Wipfeln der Bäume unterschiedlichste Vogelgesänge und ab und zu vernehmen Sie leises Rascheln von Laub in Ihrer Nähe - eine Vielzahl an Tieren lebt in diesem Gebiet! Sie wollten schon immer mal eine Moorwanderung unternehmen? Hier bietet sich Ihnen die beste Gelegenheit, um sich diesen Traum zu erfüllen. Sie folgen einem langen Bretterpfad durch die Weite des Moores von Viru Raba (ca. 1 Stunde, Schwierigkeitsgrad: mittel). Spüren auch Sie diese mystische Schönheit, die ein Moor so einzigartig wirken lässt? Haben Sie schon die vielen außergewöhnlichen Pflanzen entdeckt, die in diesem Gebiet wachsen? Ihr Reiseleiter wird Ihnen gerne mehr über Moltebeeren, wilden Rosmarin und all die anderen interessanten Pflanzen erklären. Weiter geht es für Sie mit einer Rundfahrt, bei der Sie Halt am Herrenhaus Palmse machen. Anschließend bei einer Wanderung entlang der Bucht in Käsmu haben Sie Zeit, dieses besondere Erlebnis Revue passieren zu lassen (ca. 1.5 Stunden, Schwierigkeitsgrad: leicht). Bevor Sie Lahemaa verlassen, wird die Gutshofanlage Vihula besichtigt. Im Anschluss geht es über Rakvere nach Tartu, wo die Übernachtung erfolgt.

4. Tag - Tartu - Sigulda (ca. 210 km)
Ihr erster Weg führt Sie direkt in das Herz von Tartu, in die wunderschöne, historische Altstadt. Schon von weitem sehen Sie das Rathaus, das mit einem großen Vorplatz zum Zentrum der Altstadt geworden ist. Anschließend besichtigen Sie das Hauptgebäude der Universität und den Domberg. Auf diesem befindet sich ein großer Park, in dem immer noch beeindruckende Ruinen der Domkirche erforscht werden können. Sie werfen einen Blick ins Innere der Johanniskirche. Das Gotteshaus ist eines der bemerkenswertesten Zeugnisse der Backsteingotik in Nordeuropa. Ihre heute noch erhaltenen über 1.000 Terrakotta-Figuren sind in der europäischen Kunstgeschichte einmalig. Ihre Reise führt Sie weiter nach Turaida. Willkommen in der lettischen Schweiz! Ein weiterer Höhepunkt erwartet Sie - die Besichtigung der Bischofsburg von Turaida! Die rotbraune Silhouette thront über dem Gauja-Tal. Anschließend machen Sie eine Wanderung zur Gutmannhöhle, der größten im Baltikum. Viele Sagen und Mythen ranken sich um sie - welcher davon wollen Sie Glauben schenken? Ihre Wanderung (ca. 2 Stunden, Schwierigkeitsgrad: mittel) führt Sie nun zurück nach Sigulda, wo Sie eine kurze Stadtrundfahrt unternehmen, um sich einen ersten Eindruck dieser, im Gauja-Nationalpark gelegenen Stadt, zu verschaffen. Als krönenden Abschluss des Tages besichtigen Sie die Burgruinen von Sigulda. Genießen Sie den fantastischen Ausblick, der sich hier auf das Gauja-Tal bietet.

5. Tag - Sigulda - Vilnius (ca. 350 km)
Nur ca. 40 km von der weißrussischen Grenze entfernt liegt sie, die Hauptstadt Litauens - Vilnius. Eingebettet zwischen waldreichem Gebiet und an der Mündung zweier Flüsse heißt Sie die Stadt willkommen! Bei einer dreistündigen Entdeckungsreise vorbei an den schönsten Sehenswürdigkeiten erfahren Sie Interessantes über die Geschichte dieser Stadt. Erstaunlich, dass es hier über 30 Kirchen zu bewundern gibt! Die Einwohner behaupten, dass man von fast jeder Lage in der Stadt mindestens vier Kirchtürme erblicken kann. Probieren Sie es doch einmal aus! Die Stanislav-Kathedrale vermag ihre Besucher in Staunen zu versetzen - denn was auf den ersten Blick wie ein griechischer Tempel wirkt, ist in Wirklichkeit eine Kathedrale. Lassen Sie sich auch einen Besuch der Altstadt nicht entgehen! Sie ist eine der größten Europas und zählt zum UNESCO-Welterbe. In versteckten Innenhöfen warten Cafés nur darauf, Sie mit einheimischen Spezialitäten verwöhnen zu dürfen und originelle Geschäfte laden zum Bummeln ein. Sicher fällt Ihnen beim Schlendern durch die vielen Gassen sofort die kontrastreiche Architektur auf. Barocke Bauwerke wechseln sich mit klassizistischer, gotischer und moderner Architektur ab. Bestes Beispiel für das Zerschmelzen zahlreicher Architekturstile ist die über 500 Jahre alte Universität, die Sie besuchen werden. Übernachtung in Vilnius.

6. Tag - Vilnius - Trakai - Klaipeda (ca. 350 km)
Auf einer Insel mitten im Galve-See thront die gotische Wasserburg von Trakai. Mitten in diesem Insellabyrinth hat die Burg ihren Platz gefunden. Bei einer Außenbesichtigung der Burg begeben Sie sich auf die Spuren der Vorbesitzer - litauische Großfürsten. Solch eine Wasserburg erwies sich als guter Schutz gegen deutsche Ordensritter. Wussten Sie, dass dies die einzige erhaltene Wasserburg in Osteuropa ist? Nachdem der deutsche Orden in der Schlacht von Tannenberg 1410 besiegt wurde, verlor die Burg ihren Verteidigungscharakter. Sie wurde fortan als Gefängnis für Edelleute benutzt. Die lange Geschichte wird zur Nebensache, wenn man den Blick über die weite Seenlandschaft schweifen lässt. Verständlich, dass dies eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Litauens ist! Sie folgen dem Wanderpfad (ca. 2 Stunden lang, Schwierigkeitsgrad: leicht) durch die malerisch schöne Natur des Galve-Sees. Im ruhigen Wasser des Sees spiegeln sich die rötlichen Farben der Backsteinburg. Sie erweckt den Eindruck mitten aus dem Wasser zu ragen. Zeit zum Innehalten! Über Kaunas fahren Sie nach diesem ereignisreichen Tag nach Klaipeda, das Sie bei einer Stadtführung besser kennenlernen. Ihre Übernachtung erfolgt ebenfalls in Klaipeda.

7. Tag - Klaipeda - Nida - Klaipeda (ca. 120 km)
Ihr Morgen beginnt mit einem Ganztagsausflug auf die Kurische Nehrung. Im Ort Nida besichtigen Sie das historisch bedeutsame Thomas-Mann-Haus, in dem Thomas Mann mit seiner Familie die letzten unbeschwerten Sommer verbrachte. Von einer kleinen Aussichtsplattform aus, haben Sie einen atemberaubenden Blick über die Dünenlandschaft der Wanderdünen und den Ort Nida. An vielen kleinen Souvenirständen haben Sie die Möglichkeit, Mitbringsel für die Daheimgebliebenen zu kaufen. Wie wäre es mit Schmuck aus Bernstein, der heute überwiegend in Litauen gefunden wird? Genießen Sie bei Ihrer Wanderung auf den toten Dünen die frische Meeresbrise, die in der Luft liegt. Anschließend besuchen Sie Juodkrante, die zweitgrößte Siedlung der Kurischen Nehrung und den berüchtigten Hexenberg, den Sie bei einer Wanderung näher kennenlernen. Schauen Sie sich die vielen auf dem Berg verteilten Holzfiguren etwas näher an! Sie erzählen viel über den Mythos des Berges und den Glauben der Menschen. Der Sage nach haben Hexen und der Teufel hier Feste gefeiert. Heute versammeln sich die Litauer zum Feiern der Mittsommernacht (beide Wanderungen zusammen insgesamt ca. 2 Stunden, Schwierigkeitsgrad: mittel). Am Abend kehren Sie zurück nach Klaipeda. Übernachtung in Klaipeda.

8. Tag - Klaipeda - Rundale - Riga (ca. 340 km)
Nach dem Frühstück führt Sie Ihre Reise zu einer der bekanntesten Pilgerstätten des Landes - den Berg der Kreuze in der Nähe von Siauliai. Pilger aus aller Welt besuchen diesen sagenumwobenen Berg, um Kreuze für ihre Wünsche oder zum Dank aufzustellen. Anschließend geht es weiter nach Bauska, wo eine Besichtigung des faszinierenden Barockschlosses Rundale auf Sie wartet. Beim Betreten des "Goldenen Saals" verschlägt es Ihnen für einen Moment die Sprache. Von allen Seiten funkeln die goldenen Verzierungen und verleihen dem Raum einen einzigartigen Glanz. Beim Anblick der antiken Möbel und der vielen, rund 250 m² großen Deckengemälde fühlen Sie sich in die Vergangenheit zurück versetzt, als das Schloss noch Schauplatz rauschender Feste war und Tanzpaare durch die Räume wirbelten. Erbaut wurde das Schloss Rundale in den Jahren 1736 bis 1740 als Sommerresidenz für den Adligen Ernst Johann von Biron. In der "Großen Galerie" des Schlosses lernen Sie die hohe Kunst frühneuzeitlicher Raumgestaltung kennen. Nicht zu Unrecht wird die prächtige Anlage von zahlreichen Besuchern als das "Versailles des Baltikums" bezeichnet. Bevor Sie nach Riga weiter fahren, unternehmen Sie noch einen Spaziergang durch den zauberhaften Palastgarten. Wie muss das Leben der Menschen wohl gewesen sein, die schon vor Jahrhunderten Spaziergänge durch diesen Park gemacht haben? Am Abend erreichen Sie Riga, wo die Übernachtung erfolgt.

9. Tag - Riga
Gotische, vor 800 Jahren von den Gründern der Stadt gebaute Kirchen, eine mittelalterliche Altstadt, feine Jugendstilfassaden und einzigartige Holzarchitektur - das alles erwartet Sie heute in der Hauptstadt Lettlands. Ihr Tag beginnt mit einer dreistündigen Stadtrundfahrt mit Rundgang. Vorbei an den schönsten Sehenswürdigkeiten erfahren Sie viel über die Geschichte und die Menschen dieser Stadt. Staunend betrachten Sie die vielen architektonischen Meisterwerke, die Sie auf Ihrem Weg passieren. Die Domkirche, das Schwedentor, der Pulverturm, die große und kleine Gilde sowie die Jugendstilstraßen in der Neustadt sind nur einige der vielen Highlights dieser Stadt, die Sie besichtigen werden. Nachmittags führt Ihre Reise Sie weiter in das beschauliche Ostseebad Jurmala, das Sie sich bei einem spannenden Stadtrundgang näher anschauen. Wandern Sie entlang der grasbewachsenen Stranddünen und lauschen Sie dem Rauschen des Meeres. Der Strandpfad führt Sie von Pumpuri zum Hauptort Majori (ca. 1.5 Stunden, Schwierigkeitsgrad: leicht). Es folgt die Rückfahrt nach Riga und Übernachtung in Ihrem Hotel.

10. Tag - Abreise
Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.

Baltikum.

Wanderreise ab/bis Riga über Tallinn und Vilnius.
  • 10-tägig
  • Mittelklassehotels
  • Inkl. Frühstück
Frühbucher-Vorteil
Termine: Apr - Okt 2020
Reisecode: R7A015
p. P. ab 949 € 9 Nächte, Frühstück, Doppelzimmer, bei Belegung mit 2 Personen, inkl. Flug