April - Mai 2011

Erleben Sie Sydney sowie die mystische Traumwelt der Aborigines im Roten Zentrum Australiens. Entdecken Sie im Anschluss das größte Korallenriff der Erde und den Regenwald, bevor Sie das kontrastreiche Neuseeland erreichen.

Ihr Chronist

Auf dieser Australien-/Neuseeland-Rundreise darf man es sein: Journalist. Genauer gesagt – im Auftrag des Frankfurter Fachverlags EW Medien und Kongresse aktuell verantwortlicher Redakteur eines wöchentlichen Online-Newsletters zum Thema „Wasserstoff, Brennstoffzelle + Elektromobilität“. Ein Fachgebiet, das nicht nur angesichts der dramatischen Ereignisse in Fukushima zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Außerdem Chef vom Dienst der Fachzeitschrift „Felsbau Magazin“, die sich überwiegend mit Beiträgen rund um den Tunnelbau beschäftigt. Fand ich anfangs gar nicht so spannend, aber bei genauerem Hinsehen ein Fachgebiet mit vielen Facetten. Oder hätten Sie beispielsweise gedacht, dass ein weltbekannter Modeschmuck-Hersteller ordentlich Geld auch im Bereich unterirdischer Straßenverkehrsanlagen (Fachbegriff!) verdient? Wer Genaueres wissen will, kann sich zwecks Aufklärung gern an mich wenden.

Ja, und jetzt temporär auch noch Reisejournalist? Gut, in der FAZ habe ich schon unter anderem einen Bericht über den Oman geschrieben. Titel: „Blondschöpfe in Sindbads Reich“. Und vor längerer Zeit über den Norden Indiens – speziell Ladakh und die dortigen Klöster.

Nun also Australien und Neuseeland direkt nach Ostern (vom 26.04. bis 19.05.2011). Das waren nach Indien, Vietnam, China, Nepal, Pakistan, Karibik mit Jamaika und Dominikanischer Republik oder Mexiko, Südafrika, Zimbabwe und Ägypten schon immer zwei ganz besondere Wunschziele.

Ich werde berichten, was wir vor Ort erleben werden. Selbstverständlich offen und ehrlich. Und ich werde mir erlauben, auch die eine oder andere Stimme von Mitreisenden einzuholen. Meine Frau Monika wird mich dabei mit ihren Fotos unterstützen.

Ach, ja, fast vergessen: Ich heiße Werner aus Heusenstamm bei Offenbach/Frankfurt am Main (im Unruhestand).

1. Tag: Start in den Fernreise-Urlaub

Es war sicher unser bisher kürzester Urlaubstag. Genau eine Viertelstunde. Und dennoch fünf Minuten länger als geplant, denn QF 006 koppelte bereits um 23.45 Uhr statt zehn Minuten vor Mitternacht von Gate D5 des Terminals 2 am Frankfurter Flughafen ab.

Die Crew kündigte einen rund zwölfstündigen Flug an. Ehe dann der Quantas-Jumbo abhob, war Urlaubtag Nummer 1 bereits vorbei…

Deshalb gleich weiter zum Tag 2, dem 27.04.2011, und dem nächsten (ebenso noch) Kurzbericht von

Werner

2. Tag: Zwischenstation Temasek

Temasek? Nie gehört? Temasek bedeutet „Stadt am Meer“ und soll der Name des heute kleinsten Insel- und Stadtstaats Südostasiens bei seiner Besiedlung im 7. und 8. Jh. gewesen sein.

Aus dem damaligen Fürstentum ist heute eine der weltweit quirligsten und wichtigsten Handels-, Wirtschafts- und Bankenmetropolen geworden: Singapur. Auch Singapur heißt nicht einfach Singapur, sondern hat ebenfalls eine besondere Bedeutung: „Löwenstadt“ – zusammengesetzt aus „Singha“ (Löwe) und „Pura“ (Stadt).

Wir waren vor etwa zwei Jahrzehnten schon einmal dort, auf dem Weg nach Indonesien. Und wir sind sehr gespannt, ob wir von dem damaligen Singapur noch etwas wiedererkennen. Zum Beispiel das reizvolle, alte chinesische Viertel. Zwischenzeitlich sollen ja viele dieser ursprünglichen Häuser mit den zahlreichen Geschäftchen und deren teilweise skurrilen Auslagen – zumindest für europäische Touristen – modernen Hochbauten geopfert worden sein. Bis man dann wohl zur Kenntnis nehmen musste, dass damit ein besonders bei den Gästen aus aller Welt beliebtes Besuchsziel verloren gegangen war und die weitere Zerstörung Chinatowns gestoppt hat.

Gespannt sind wir auch, ob uns die Zeit bleibt, Singapurs berühmtestes Hotels zu besuchen und eine „Teatime“ zu erleben. Damals wurde das Haus grunderneuert und war leider geschlossen. 1819, so ist nachzulesen (und ich zitiere hier „Wikipedia“) gründete Sir Thomas Stamford Raffles, Agent der britischen Ostindischen Handelskompanie, am alten Handelssitz Singapur die erste Niederlassung. Die Insel soll zu jener Zeit nur von 20 malaiischen Fischerfamilien bevölkert und ein übles Seeräubernest gewesen sein. Raffles gilt somit als Begründer des modernen Singapur.

Übrigens wurde im Raffles der unter Kennern sehr geschätzte „Singapur Sling“ erstmals gemixt. Dies ist ein klassischer Cocktail aus Gin, Cherry-Brandy (einem Kirschlikör) und weiteren Zutaten. Er wurde gegen 1915 in der Long Bar des Hotels von deren Barkeeper Ngiam Tong Boon erfunden.

Singapurs Strafrecht ist sehr streng, Vergehen werden bisweilen mit horrenden Strafen belegt. So können wir bereits auf unserer Einreiselegitimation lesen: „WARNING. DEATH FOR DRUG TRAFFICKERS UNDER SINGAPORE LAW“. Das sollte genügend abschrecken. Herum gesprochen hat sich hierzulande, also in Old Germany, dass das Wegwerfen von Kaugummi mit saftigen Geldstrafen belegt wird. Von 1992 bis Mai 2004 war der Verkauf von Kaugummi sogar strikt verboten.

Nun wollen wir uns aber erfreulicheren Dingen zuwenden und am morgigen 28. April, dem dritten Tag auf unserer  Australien-Neuseeland-Rundreise, die von unserem Reiseleiter angekündigte, rund dreistündige Stadtrundfahrt genießen und dann je nach Zeit und Wetter (Singapur hatte uns unfreundlich mit Regen begrüßt) noch selbst auf einen Streifzug gehen.

Dann soll, wird es auch Bilder geben. Denn bisher haben wir nur Dunkelheit erlebt. In der Nacht in Frankfurt abgeflogen, am Abend in Singapur, das Deutschland um sechs Stunden voraus ist, angekommen. Aber vielleicht ist die nächste Meldung auch erst einen Tag später fällig – denn erneut reisen wir abends ab, und dann kann der Bericht vermutlich nicht an Berge & Meer gefunkt werden.

Bis dann also
Werner

3. Tag: Besuch bei Frau Thatcher

Wir haben bei unserer Singapur-Stadtrundfahrt Margaret Thatcher getroffen. Die ehemalige Regierungschefin Großbritanniens hatte ja als „Eiserne Lady“ seinerzeit Europas Politiker bisweilen arg ins Schwitzen gebracht und auch einmal zornig mit der Handtasche auf den Tisch gehauen. Doch heute sahen wir sie friedlich und schön als „Dendrobium Concham X Dendrobium lasianthera“ wieder. Als Orchidee also im National Orchid Garden des Botanischen Gartens.

Vielen weiteren Prominenten kann man dort blumig begegnen - wie etwa Gyula Horn, dem früheren ungarischen Premierminister oder einer prächtigen Palme die nach Reichskanzler Bismarck benannt ist. Man soll laut Reiseleiter bedauern, dass Angela Merkel noch nicht zu einem Staatsbesuch in Singapur gewesen sein soll, um dann im VIP-Bereich des Orchid Garden ebenfalls Namensgeberin einer Orchidee zu werden.

Es heißt, wer zwei Jahrzehnte lang nicht in Singapur gewesen ist, kennt den Stadtstaat nicht wieder. Wir können das nur bestätigen. Wo bei unserem Besuch damals noch große Parkanlagen waren, wo wir freien Blick auf den Hafen hatten, stehen jetzt ein paar Hochhäuser mehr. Die Stadt vergrößert sich ständig durch Sandaufschüttungen, und auch das berühmte „Raffles“, einst ein Strandhotel, steht jetzt mitten in der Stadt (zur Teatime hat die Zeit leider nicht gereicht).

Besonderes Highlight unter den „Neubauten“ ist das seit 2010 geöffnete 2.561-Zimmer-Resort Marina Bay Sands, dessen drei säulenartige Hoteltürme von einem 340 m langen SkyPark in Form eines Schiffes überspannt werden. Mittendrin, auf knapp 200 m Höhe, das vermutlich höchst gelegene Schwimmbecken der Welt.

Was übrigens auffällt: Singapur ist Grafitti-frei. Jedem, der beim Sprühen erwischt wird, drohen drakonische Strafen. So etwa einem Schweizer, der nach stärkerem Alkoholgenuss zur Spraydose gegriffen hatte und für diese Missetat mit zehnmonatigem Gefängnis und einer schmerzhaften Prügelstrafe verurteilt worden war. Auch fürs Spucken in der Öffentlichkeit sind mindestens 500 Singapur-$ (rund 275 €) Strafe fällig.

Zu den Singapurer Besonderheiten zählt beispielsweise auch, dass Autos kaum älter als zehn Jahre alt werden. Grund: Der nur für diese Zeit gültige Erlaubnisschein für 47.000 A$ (25.820 €), um überhaupt einen Wagen kaufen zu dürfen, müsste für eine immens größere Summe verlängert werden. Da lohnen sich Verschrotten und Neukauf eines Pkw, wobei selbst ein Kleinwagen preislich zu einer Luxuskarosse wird! Und in Chinatown gibt es als Kuriosität des Österreichers Erich „letzte Würstelbude vor dem Äquator“, die stets stark frequentiert sein soll. Als wir dort kosten wollten, war der Stand leider geschlossen…

Summa summarum: An einem Tag kann man in Singapur nur hineinschnuppern. Ein längerer Erlebnisaufenthalt würde sich sicher lohnen. Wir aber fliegen am Abend weiter – nach Sydney.

Bis dann
Werner (Text) und Monika (Foto)

4. Tag: Sydney, oh, Sydney

Liebes Sydney,

wir sind so hoffnungsvoll zu Dir gekommen. Meine Frau Monika schwärmt geradezu von Dir. Bei den Olympischen Sommerspielen, die bei Dir im Jahr 2000 stattgefunden haben, hat sie immer wieder gesagt: Dort will ich mal hin, die Oper sehen, die Harbour Bridge, die jedes neue Jahr mit einem großen Feuerwerk begrüßt…

Und was machst Du mit uns? Du empfängst uns mit einem Platzregen nach dem anderen. Die Reiseleiterin Anja Soll behauptet, dass es diese Regengüsse bereits seit Ostermontag gibt – ohne Unterlass! Aber nach unserer Neuseeland-Tour kommen wir wieder, und dann erwarten wir besseres Wetter. Basta.

Das wünscht sich der Chronist und die gesamte 20-köpfige Berge & Meer-Reisegruppe.

Fast sieben Stunden sind wir wieder mit Qantas QF 6 durch die Dunkelheit geflogen. Es war dieselbe Crew, die uns bereits von Frankfurt nach Singapur begleitet hatte. Man kannte uns schon und wusste, dass ich den Kaffee mit Milch, aber ohne Zucker trinke. Wenn das kein guter Service ist!

Morgens um 5.00 Uhr Ankunft in Australiens größter Stadt. Nach Singapur-Zeit nochmals zwei Stunden voraus – die Nacht war also ziemlich kurz. Ein bisschen Krippeln im Bauch kommt hinzu, weil die Einreisebestimmungen ziemlich streng sind. Kurz und bündig „no food“, und eine Reihe weiterer Dinge stehen auf der Verbotsliste. Medikamente zum Beispiel können zum Problem werden, wenn sie nicht zuvor deklariert wurden, um sie überprüfen zu lassen. Da kommen schnell mal ein paar hundert Australien-Dollar als Strafe zusammen, wenn man „erwischt“ wird.

Mit einer um diese Nachtstunden erstaunlich wachen Reiseleiterin starteten wir nach einer persönlichen „Grundreinigung“ unter der Hotel-Dusche die Stadtrundfahrt nicht erst am Nachmittag, sondern bereits um 9.00 Uhr. Weil, wie Frau Stoll sagte, wir dann noch (relativ) munter seien und vor allem auch wegen des Lichts. Denn für die Fotografen sind in den Morgenstunden Sydneys „attraktivste“ Kameraobjekte, die Oper und die Harbour Bridge, besonders gut beleuchtet. Wenn dann mal die Sonne scheint!

Aber wir hatten Glück, denn hie und da riss die Wolkendecke auf und gab einen sonnigen Blick auf die begehrten Fotomotive frei.

Was wissen wir im Schnelldurchgang von Sydney? Dass James Cook als Entdecker der Region Sydney gilt. Das war 1770, aber er kam dort nicht so recht voran. Erst Arthur Phillip erkundete mit der First Fleet das Gebiet um die Botany Bay genauer und kam dabei auch in eine weitere Bucht, der er den Namen des damaligen britischen Innenministers Thomas Townshend Sydney gab.

Sydney Cove also, so fanden in jener Zeit die Engländer, genauer am 26.01.1788, ist ein idealer Platz, um die lästigen Gefangenen aus dem Mutterland unterzubringen. Seither ist dieser Tag Nationalfeiertag in Australien. Nicht besonders glücklich über die teilweise zwangsimmigrierten Einwanderer waren wohl die seit rund 20.000 Jahren dort ansässigen Aborigines, die dann auch sehr schnell an den gesellschaftlichen Rand gedrängt wurden. Noch heute ist das Verhältnis zwischen den „alten“ und „neuen, weißen“ Bevölkerungsgruppen nicht ganz ungetrübt.

Das hatte 2000 Australiens Sportidol und Leichtathletik-Weltmeisterin Cathy Freeman deutlich kritisiert, als sie „die Unterdrückung der Aborigines zum Schwerpunkt-Thema bei den Olympischen Spielen von Sydney“ gemacht hatte, wie es in den Medien hieß. Ihr Goldmedaillen-Gewinn dann über 400 m wurde von den Ureinwohnern als Sieg ihrer Kultur und als wichtiges Signal an die Regierung verstanden.

Nach diesem kleinen Exkurs noch kurz zu den genannten Bau-Highlights. Das segelförmige Opera House musste nach zeitweise klammen Geldmitteln über eine Lotterie finanziert werden und kostete schließlich 102 Mio. A$. Am 20.10.1973 wurde es von Königin Elisabeth II. feierlich eröffnet. Die Harbour Bridge mit dem Spitznamen „Kleiderbügel“, 135 m hoch, ist 41 Jahre älter. Sie wurde am 19.03.1932 eingeweiht.

Auf besonderem Höhenflug ist der Sydney Tower, der 305 m aus dem Boden wächst. Er bietet eine Besucherplattform und zwei Drehrestaurants. Ein Aufstieg lohnt sich, heißt es. Wir sahen den Turm nur aus der Ferne. Vielleicht gelingt uns das „Entern“ bei unserem zweiten Sydney-Aufenthalt im Rahmen dieser Rundreise.

Stichwort Rundreise. Morgen um 9.45 Uhr steht der Weiterflug zum Ayers Rock auf dem Programm. Wir sind auf Australiens bekanntesten und sicher auch berühmtesten Rock sehr gespannt.

Bis zum nächsten Bericht
Werner (Text) und Monika (Fotos)

PS:
Übrigens – vom heutigen Großereignis, der Hochzeit von Kate und William, war hier zumindest für uns nichts zu spüren. Sollen wir sagen, dass wir das nach den unendlichen Vorberichten nicht bedauert haben?

5. Tag: Naturwunder Ayers Rock und Kata Tjuṯa

Schon vom Flugzeug aus konnten wir einen ersten Blick auf das weltberühmte Naturwunder mitten auf dem australischen Kontinent werfen: Ayers Rock. Später dann standen wir vor dem „einsamen“ Berg, rot leuchtend und eigentlich – so war’s geplant – von den letzen Sonnenstrahlen des Tages beleuchtet. Doch der Himmelskörper spielte nicht so recht mit und versteckte sich meist hinter Wolken.

Aber: Die Erhabenheit des grandiosen Anblicks im schwindenden Tageslicht machten das gewisse Manko der mangelnden Sonne zur Kleinigkeit. Es war schon wundersam, wie die vielen Menschen aus zahlreichen Nationen diese wenigen Minuten in besonderer Atmosphäre nahezu schweigsam beobachteten.

Am Nachmittag zuvor hatte uns Reiseleiterin Ramona Peters zu den allgemein als „Die Olgas“ bekannten Steinformationen ganz in der Nähe geführt, die sich ebenso wie der Ayers Rock auf dem etwa Mitte der achtziger Jahr an die Ureinwohner zurückgegebenem Territorium befinden.

Heute jedoch ist es nicht nur für Ramona Peters, die bereits rund zweieinhalb Jahrzehnte in Australien lebt, tabu, von den „Die Olgas“ zu sprechen, wie sie einst von dem europäischen Entdecker Ernest Giles nach der Königin Olga von Württemberg benannt wurden. Der ursprüngliche Begriff der Ureinwohner, „Kata Tjuṯa“, so sagt sie, deren Engagement für die Aborigines und deren Rechte in jedem Vortrag deutlich wird, ist jetzt die korrekte Bezeichnung. Dabei steht „Kata“ für Kopf und „Tjuta“ für viele, also „viele Köpfe“, was den Berg bestens beschreibt. Die Gebirgsformation besteht nämlich aus 36 einzelnen Kuppen und kann zwischen den Domen teilweise erwandert werden.

Zurück zum Ayers Rock, den die Ureinwohner „Uluru“ nennen. Es ist Tradition, das Erlebnis Sonnenuntergang in Fotografierabstand zu diesem einzigartigen Naturschauspiel mit einem Glas Sekt zu begleiten. Der Chronist will nicht verschweigen, dass der glückliche Zufall es wollte, just an diesem Tag und vor dieser einmaligen Kulisse mit seiner Frau Monika den 40. Hochzeitstag – ja ein wenig – feiern zu können. Wir wollen auch nicht verschweigen, dass uns die herzlichen Glückwünsche von Ramona Peters und der gesamten Reisegruppe sehr berührt hat…

Morgen dann der ebenso eindrucksvolle Sonnenaufgang und noch ein bisschen mehr zum Uluru von

Ihren Chronisten Werner + Monika (Fotos)

6. Tag: Sonne ziert sich am Uluru

7.07 Uhr – offizielle Zeit des Sonnenaufgangs am Uluru, dem Berg der Berge. Doch die Sonne ziert sich. Zwar kündigt sie mit blutrotem Himmelszauber zunächst an, dass sie die hoffnungsvollen Erwartungen der mehrere hundert Fotografen und Filmer erfüllen und den Uluru in ein rostrotes Kleid stecken wird, doch dann verbirgt sie sich doch wieder hinter Wolken. Nur ein paar Strahlentupfer wirft sie auf den Felsen, um dann endgültig zu verschwinden und um später sogar Regentropfen zuzulassen.

Enttäuscht? Keineswegs. Selbst in mehr oder weniger Schatten gehüllt, strahlt der Uluru Großartiges, Einmaliges, Unvergessliches aus. Mit Recht heißt es, dass eine Australien-Visite ohne Besuch des Uluru eigentlich keine gewesen sein kann.

Der Uluru misst in seiner gesamten Schönheit rund drei Kilometer, ist etwa bis zu 2 km breit und hat einen Umfang von rund 9 km. Man kann ihn also ganz gut „umrunden“. Entstanden ist er wie auch Kata Tju (viele Köpfe) vor ungefähr 550 Mio. Jahren. Der Uluru ist, obwohl vielfach so beschrieben, kein Monolith, also kein eigenständiger Gesteinskörper, sondern Teil einer unterirdischen Gesteinsschicht, die ebenso wie die „vielen Köpfen“ an die Erdoberfläche tritt.

Inzwischen hat der Zahn der Zeit ordentlich an dem Sandsteinfelsen genagt, wie die vielen Abtragungs- und Abspaltungsspuren bei „näherer Betrachtung“ zeigen. Denn es lohnt sich, von dem Fernblick der Fotografen von diversen Parkplätzen aus direkt an den Uluru heran zu gehen. Dabei ragt der Berg für den Betrachter immer höher hinaus und wird fast zu einem mächtigen Gebirge.

In einer Höhle, in die uns Reiseleiterin Ramona führt, sind einige Höhlenzeichnungen zu bewundern. Ein paar hundert Meter gibt es ein Wasserloch, das zu nächtlicher Stunde von einigen Tierarten als Tränke genutzt werden soll. Auch von Kängurus, die uns wohl aus diesem dunklen Grund bisher nicht begegnet sind. Ebenso machen sich vermutlich auch die besonders giften Schlangen und Skorpione, die es in Australien gibt, gut versteckt unsichtbar, um dem Strom insbesondere fernöstlicher Gruppen nicht in die Quere zu kommen.

Der Uluru kann von besonders Wagemutigen und körperlich Fitten am langen Seil bestiegen werden. Doch die Ureinwohner sehen dies aus mythischen Gründen gar nicht gern. Sie begründen dies unter anderem damit, dass sie in Trauer fallen, wenn dort Menschen tödlich abstürzen. Und dies ist bis 2010 leider schon 35-mal geschehen.

Die Ausgangstelle für den Aufstieg war bei unserem heutigen Besuch geschlossen – diesmal wegen des zu erwartenden Regenwetters, das dann auch prompt eintraf.

Nach dem Frühstück um 9.00 Uhr (Ramona hatte uns zu nachtschlafender Stunde aus dem Bett gejagt, um jeweils vor den Völkerwanderungen an den markanten Punkten zu sein) waren wir dann in einer Kunstausstellung mit Bildern einheimischer Künstler, die auch international immer mehr Anerkennung findet. Wir haben dort bei Denella ein Bild des 1943 geborenen Malers Rolley Mintuma erworben, dessen Name schnell auch über Google gefunden werden kann. Ein faszinierendes Originalbild, das wir uns nach Deutschland schicken lassen. Nachdem mit tatkräftiger Hilfe von Ramona geklärt war, auf welchem Kontinent Germany liegt. Wenn Sie sich einmal mit Rolley Mintuma unterhalten wollen: Seine Sprache ist Pitjantjatjara!

Und weiter geht die Reise am Nachmittag nach Cairns, wovon wir gern berichten werden

Ihre
Werner (Text) und Monika (Fotos)

7. Tag: Am Great Barrier Reef

Es war „Ruhetag“ heute. Aber wieder Wecken zu „nächtlicher Stunde“ und kurze Fahrt mit dem Bus zum Reef-Terminal in Cairns, der Stadt im Norden von Queensland. Einige Freunde und Bekannte hatten mich gefragt, ob ich denn keine Angst hätte, in ein Gebiet zu reisen, in dem tropische Wirbelstürme wie erst kürzlich keine Seltenheit sind. Antwort: nein! Erstens muss man den Teufel nicht immer an die Wand malen und zweitens haben Zyklone in dieser Jahreszeit keine „Saison“.

Klar, unsere Gruppe war auch an diesem Morgen nicht allein. Mit uns wollten viele Touristen auf ihrem Ganztages-Ausflug zum Great Barrier Reef, dem weltgrößten Riff. Der Segelkatamaran „Ocean Spirit Cruises“ brachte uns nach rund zwei Stunden vor Michaelmas Cay, eine Sandbank im Riff, die sich eine Vogelkolonie friedlich mit den Wasserfreunden teilt. Erstaunlich, wie beide „Seiten“ sich an die Abgrenzungen halten!

Ein Traum für Taucher und Schnorchler – denn wohl nirgends sonst gibt so viele Tiere und vor allem Korallen aller Größen und Formen zu beobachten. Wer davon nicht genug bekommt oder sich erst gar nicht ins Meer wagt, kann mit der „Semi-Submarine“ die einmalige Vielfalt der Wasser-Unterwelt im sicheren „Unterseeboot“ mit großen Glasscheiben genießen. Manchmal trübt das Wasser allerdings etwas den Blick, sodass die Fotos nicht durch allzu üppige Farbenpracht glänzen.

Rückkehr am späten Nachmittag, manche mit etwas mehr „Farbe“ auf der Haut als am Vormittag, weil die Sonne Australiens bekanntermaßen ziemlich kräftig mit UV-Strahlen einheizt.

Das Riff ist im Lauf der Jahrtausende auf inzwischen mehr als 2.300 Kilometer angewachsen – vom 10. bis zum 24. südlichen Breitengrad. Im Jahr 1981 wurde es zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Leider zeigt es an einigen Stellen durch Umwelteinflüsse nicht zu übersehende, beachtliche Schäden.

Wer Cairns einmal besuchen will, was sich sicher lohnt, kann das Erlebnis Great Barrier Reef am 14.11.2012 mit einem weiteren verknüpfen: einer totalen Sonnenfinsternis.

Morgen bleiben wir noch in Cairns und machen einen Ausflug – versuchen Sie erst gar nicht, es auszusprechen – in den Wooroonooran National Park, einem „atemberaubenden Regenwald“, wie es in der Ankündigung heißt.

Bis dann also
Ihre Werner + Monika

8. Tag: Im „Wooroonooran National Park“

Haben Sie schon einmal ein Känguru oder einen Dingo gestreichelt oder ein Krokodil in den Händen gehalten? Nein? Ich schon! Zugegeben, das Krokodil war noch recht klein und seine Schnauze hatte man sicherheitshalber zugebunden. Denn messerscharfe Zähne haben auch die jungen Tiere. Stars des „Johnstone River Crocodile Park“ waren allerdings die ganz Großen.

So wie „Aussie“, der mit seinen fünf Metern und 450 kg zu den Mächtigsten in der Krokodilfarm zählt. Er schnappte bei der Fütterung mit einem Hühnchen blitzschnell und lautstark zu, was schnell erklärt, warum selbst kräftige Beute den Fängen nicht entkommen kann. Auch „Georgie“ kann sich sehen lassen – er war allerdings ziemlich fressfaul. Die Sonne hatte ihn noch nicht richtig aufgewärmt.

Zur Mini-Safari in den Nationalpark hatte sich am Morgen Reiseleiterin Karin Schulz-Trauden persönlich ans Steuer des Kleinbusses gesetzt: „Wir werden heute wohl 240 km fahren.“ In der Beschreibung zu dieser Tagestour heißt es: „Sie finden dort atemberaubenden Regenwald mit fantastischen Weltnaturerbe-Attraktionen.“ In der Tat, Natur pur, in ihrer wilden, grün angestrichenen Schönheit.

Der erste Gang führte durch naturbelassenen Wald, dessen umgestürzte Bäume ihre Besonderheit zeigen. Sie haben nämlich keine Jahresringe, da es dort eben keine Jahreszeiten im europäischen Sinne gibt. Weiter dann noch zu den „Josephine Falls“, die aus verschiedenen Blickwinkeln und ein wenig kaskadenartig zu bestaunen sind.

Nach der Krokodilfarm mit beeindruckenden „Demonstrationen“, ein bisschen Streichelzoo und dem immer seltener vorkommenden Ur-Vogel „Cassowary bird“ (ein Besuch lohnt sich wirklich) schließlich noch der „Mamu Rainforest Canopa Walkway“. Fast auf Baumwipfelhöhe wird hier der Regenwald bis zu einer Höhe von 30 m durchwandert, der in einen 100-stufigen Aussichtsturm mündet.

Noch ein Hinweis: Auf der Farm können Produkte aus Krokodilleder gekauft werden, da die Tiere dort gezüchtet werden und nicht aus freier Wildbahn stammen. Es ist aber wichtig, sich für Zoll-Nachfragen ein Zertifikat ausstellen zu lassen.

Am morgigen Mittwoch werden wir über Sydney Australien für mehrere Tage verlassen und nach Neuseeland fliegen.

Wir melden uns vor dort wieder

Werner (Text) und Monika (Fotos)

9. Tag: Fliegen in die Tornado-Stadt Auckland

Hört sich dramatisch an. War es am 03.05.2011 auch für die Bewohner Aucklands. So titelte „The New Zealand Herald“ auf Seite 1: „TORNADO TERROR“. Und auf der zweiten Seite: „Fatal Twister – 200+ km/h Wind Speeds, 1 Dead, 14 Injured“. Aus Deutschland erreichten uns besorgte Anrufe: „Seid Ihr betroffen? Geht es Euch gut?“ Wir konnten schnell beruhigen, denn unser Flug nach Auckland war erst für heute, einen Tag später geplant. Und von Reiseleiterin Karin erfuhren wir, dass weder der Flug ausfalle, noch dass der Wirbelsturm unser Hotel in Mitleidenschaft gezogen habe.

Wie uns Reiseleiter Roger (eigentlich Robert Thomas) dann der Ankunft in Auckland berichtete, hat der Tornado doch beträchtlichen Schaden in der Stadt angerichtet. Zumal niemand mit diesem Unheil gerechnet hatte, denn der letzte Sturm dieser Art habe es hier vor ungefähr 20 Jahren gegeben. Auckland sei deshalb im Prinzip kein Wirbelsturm-Gebiet.

Viel aufregender für uns war an diesem langen Flugtag von Cairns über Sydney nach Auckland (Ankunft um Mitternacht Ortszeit = Sydney + zwei Stunden, Deutschland + zehn Stunden) allerdings die Einreise in Neuseeland. Ein langer Zettel mit vielen – sagen wir einmal – ungewöhnlichen Fragen musste bei dem – sagen wir noch einmal –sehr gewissenhaften Passkontrolleur abgegeben werden. Dann die Zollkontrolle. Hier wurde –sagen wir ein drittes Mal – im wahrsten Sinne des Wortes nach den Krümeln gesucht. Ob das da im Koffer Wanderschuhe seien (es könnte ja ein Sandkorn aus einem anderen Land eingeführt werden). Das Öffnen des Gepäcks blieb uns dann letztlich erspart, weil sich das Schloss auf die Schnelle nicht entriegeln ließ.

Unser Fazit bestätigt die Mahnungen, besser Warnungen unserer Reiseleiter: Es ist nicht ohne Risiko, verbotene Waren wie Lebensmittel, Nüsse und Ähnliches oder selbst Medikamente aus pflanzlichen Stoffen mitbringen zu wollen. Es muss sogar angegeben werden, ob man in den vergangenen zwölf Monaten in einem Gefängnis gesessen habe. Also bei Unsicherheit die entsprechende Rubrik mit „Yes“ ankreuzen, dann kann nichts passieren. Wer allerdings ohne entsprechende Deklaration erwischt wird, muss nicht selten eine saftige Strafe zahlen, manchmal droht sogar Freiheitsentzug oder sofortige Ausweisung.

Noch ein Tipp für künftige Neuseeland-Reisende: Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte sich sicherheitshalber von seinem Arzt eine Bestätigung (in Englisch) ausstellen lassen.

Man kommt jedoch schon ins Grübeln, was die jeweiligen Behörden (man kennt diese Einreisezettel ja auch aus Australien, Indien, den USA beispielsweise) letztlich damit anfangen…

Nun also die beiden Inseln Neuseelands, von denen einige Mitreisende in den höchsten Tönen schwärmen. Wir sind gespannt.

Werner (Text) und Monika (Fotos)

10. Tag: Rundreise-Start im Kiwi-Land

Nun also sind wir im Kiwi-Land. Kiwi heißt der flugunfähige, nachtaktive Vogel, Kiwi die Kletterpflanze mit den schmackhaften grünen, eiförmigen Früchten, die zumeist aus Neuseeland nach Deutschland kommen, und Kiwi nennen sich die knapp vier Millionen Inselbewohner selbst.

Bevor ich aber über unsere Stadtrundfahrt in Auckland kurz berichte, sollen auch Mitreisende einmal zu Wort kommen. Heute: Ise und Uwe Thonack aus Gütersloh. Ich habe sie gebeten zu schildern, was ihr ganz persönliches Highlight während der ersten Etappe Australien war. Für Uwe Thonack steht fest, dies war vor allem die Exkursion zum Great Barrier Reef.

Hier sein persönlicher Erlebnisbericht:
„Schon seit meiner Jugend träume ich davon, die Korallenbänke des Great Barrier Reefs vor der australischen Ostküste in natura zu bestaunen - begeistert von etlichen Bildbänden über diese weltweit einzigartige Unterwasserwelt.

Nun erfüllte sich mein Traum auf der dreiwöchigen Rundreise ‚Australien – Neuseeland’ des Veranstalters ‚Berge & Meer’.

Ein Boot bringt uns Reiseteilnehmer, darunter auch meine Frau Ise, zur Insel Michaelmas Cay, eine schneeweiße Sandbank im türkisfarbenen Wasser des Pazifiks. Hunderte von Seeschwalben begrüßen uns mit ihrem Gekreische. Nach kurzer Einweisung lassen wir uns - mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen ausgestattet - ins 28 Grad C warme, kristallklare Wasser gleiten.

Nach wenigen Metern sind die ersten Korallenstöcke erreicht, und es bietet sich uns ein einzigartiges farbenprächtiges Bild: Korallen in verschiedensten Farben und Formen und ebenso viele Fische, große und kleine, bunte und einfarbige, gestreifte und changierende. Je nachdem, wie das Sonnenlicht einfällt.

Alles scheint zum Greifen nah, und die Fische scheinen keine Angst vor uns zu haben. Meine Frau führt mich mit Zeichensprache zu einem besonders prächtigen Exemplar eines Clownfisches. Ich wiederum habe einen riesigen Schwarm neonfarbiger, winziger Fische ausgemacht, den ich ihr zwischen abgestorbenen Korallenstöcken in zwei Meter Tiefe zeigen kann.

Wir sind restlos begeistert; es ist nicht unser letzter Tauchgang gewesen. Denn wir sind infiziert.“

Da hat die Welt einen neuen Korallentaucher für sich gewinnen können!

Auckland, so konnten wir von Roger auf der Stadtrundfahrt hören, ist auf 51 Vulkanen gebaut, die das Bild der Stadt prägen. Wir waren auf einem dieser Feuerberge, eher ein Hügel von etwa 200 m über dem Wasserspiegel, dem Mount Eden. Grandios dort der Blick in den gleichmäßigen, grün bewachsenen Trichter des ehemaligen Kraters. Man kann sich vorstellen, welch ein riesiges Feuerwerk einst aus diesem Kegel gespuckt wurde.

Die Vulkane als ehemals „überragende“ Objekte mussten diesen Status inzwischen dem weit höheren Blickfang „Sky Tower“ weichen. 328 m reckt sich dieser Spargel seit 1997 in die Höhe, selbstverständlich den Turm in Sydney übertreffend, und – so Roger – weil man gerade dabei war, auch den Eiffelturm in Paris.

Die Stadt, mit 1,3 Mio. Einwohnern die größte Ansiedlung Neuseelands, hat aus meiner Sicht noch ein wahrhaft herausragendes Juwel zu bieten: das Auckland War Memorial Museum, das unter anderem Sammlungen zu Geschichte und Kultur der Maori sowie zur Natur Neuseelands beherbergt. Wir trafen dort einen Vertreter dieser so genannten indigenen (deutsch: eingeborenen) Inselbevölkerung, die Auckland (Tamaki Makau Rau) um das Jahr 1350 besiedelten. Er zeigte sich der Kamera, wie die Maori früher ihren Gegnern das Fürchten lernten: mit weit aufgerissenen Augen, diabolisch verdreht und mit ausgestreckter Zunge.

Wenn ich den Reiseverlauf richtig gelesen habe, werden wir noch viel von den Maori hören und sehen. Morgen geht es erst einmal per Bus weiter. Als Gäste auf einer Farm werden wir dort auch übernachten.

Demnächst mehr
Werner (Text) und Monika (Fotos)

11. Tag: Zu Gast bei Clair, Derek & Ethan Finlay

Es ist eine ausgezeichnete Idee von Berge & Meer, auf dieser Reise einen Einblick hinter die Kulissen einer neuseeländischen Farmerfamilie zu ermöglichen. Wir waren zusammen mit Reiseleiter Roger bei Clair & Derek Finlay und dem neunjährigen Sohn Ethan einen Spätnachmittag und über Nacht ganz sicher willkommene Gäste. Was wir erlebt haben, wie wir bewirtet wurden und wie wohl wir uns bei der Farmerfamilie gefühlt haben, darüber später mehr.

Leider, leider durften wir zu Beginn unserer Fahrt von Auckland nach Puketaha, was zur Stadt Hamilton gehört, in den „Waitomo Glowworm Caves“ die Glühwürmchen Arachnocampa Luminosa weder fotografieren noch filmen. Vermutlich weil es die spinnenähnlichen, Licht erzeugenden Larven mit ihren langen, klebrigen Fangfäden zu sehr stören würde (und weil man dann wohl auch nicht so viele Postcards im Store verkaufen könnte).

Also kann ich nur schildern, was wir in der von Stalaktiten und Stalagmiten übersäten 1910 entdeckten Höhle gesehen haben. Dort sang dann unsere Reisegruppe in akustisch perfekter Umgebung das alte Bundespräsidenten-Lied Walter Scheels „Hoch auf dem gelben Wagen“, was Uwe Thonack mit „Dona nobis pacem“ stimmgewaltig toppte. Neben den Kalksteinformationen in vielfältigen Formen und Gestalten waren die türkisschimmernden Larvenlichtchen das besondere Besuchserlebnis. Während einer stillen Kahnfahrt „unter Tage“ spannte sich über uns ein prächtiger Himmel aus Tausenden von Glühwürmchen-Laternen. Wer sich selbst ein „Licht“-Bild machen möchte:  www.waitomocaves.co.nz..

Dem Prospekt entnehmen wir, dass die Glowworms, die mit unseren europäischen Glühwürmchen nicht verwandt sind, das Larvenstadium eines zweiflügeligen, streichholzgroßen Insekts sind, das sein Licht abgibt, um andere Fluginsekten als Nahrung anzulocken. Zum Überleben brauchen die Tiere ein sehr spezielles Zuhause: Feuchtigkeit (damit es nicht austrocknet), eine geschützte Fläche (an der es hängen und seine klebrigen Angelschnüre aufhängen kann), eine windstille Atmosphäre (damit sich die Leinen nicht verwirren), Dunkelheit (um das Licht leuchten zu lassen) und reichlich Insekten (die der Höhlenfluss in großen Mengen mitbringt).

Weiterfahrt zur „Hobbiton Farm“. Dort wurde ein Teil des filmischen Welterfolgs „Der Herr der Ringe“ gedreht. Seit dieser Zeit hat die Schaffarm marketingorientiert diesen Namen. Ranchmitarbeiter Damian führte uns vor, wie in rekordverdächtiger Zeit eins der 3.500 Schafe um rund zwei Kilogramm Wolle befreien kann.

Der zweite Höhepunkt des Tages war der Farmbesuch bei den Finlays. Clair hatte uns - wie auch die anderen Reiseteilnehmer von ihren fünf weiteren Gastgebern - am Treffpunkt abgeholt. Nach knapp einer halben Stunde Ankunft im sehr schönen Farmhaus im landestypischen Stil, dann Gang über die Wiese zum Kuhmelken, Traktorfahrt zum Füttern der Tiere, während Clair ein üppiges Abendessen zubereitet hatte. Lammkeule mit Kartoffeln, Süßkartoffeln, ganze Zwiebeln und Karotten aus dem Backofen – köstlich, köstlich!

Und vor dem Nachtisch hatte Derek eine Überraschung parat: Oldtimer, die er aus nahezu „Schrotthaufen“ vollständig und eigenhändig restauriert hatte – einen Dodge 1927 und einen Dodge 1923. Von einem 1921-er Modell dieser Marke gibt es zurzeit nur ein „Gerippe“, das ebenfalls „Wiederauferstehung“ feiern wird. Derek ließ sich dann nicht davon abhalten, mit Roger, Monika und mir eine abendliche Spritztour mit dem Dodge Baujahr 1927 zu unternehmen.

Das Dessert eine einzige süße Verführung unter anderem mit Eis und „Pavlova-Törtchen“ – ein rundes Eischnee-Gebäck, gefüllt mit Sahne und mit einer Kiwischeibe als Häubchen.

Allein wegen dieser Nachspeise sollte man zumindest einmal im Leben nach Neuseeland reisen!

Werner und Monika

12. Tag: Abschied, Maori-Tänze und mächtige Geysire

Am Morgen, nach Tiefschlaf im Gästebett und wieder viel zu frühem Wecken, ein nicht weniger üppiges Frühstück. Und schließlich, leider nach den nur wenigen Stunden, ein Abschied von Clair, Derek und Ethan Finlay, von wirklich neuen Freunden, die wir gern wieder – warum nicht in Deutschland – treffen würden, um uns ein wenig für diese liebevolle und herzliche Gastfreundschaft revanchieren zu können…

Und weiter geht’s nach Rotorua, Clairs Heimatstadt. Man kann den Ort „erriechen“. Ein leichter Geruch irgendwie nach faulen Eiern empfängt uns bereits kurz zuvor – im „Wai-O-Tapu Thermal Wonderland“. Eine Wanderung durch eine fast skurrile Landschaft von Kratern, Höhlen, Teichen und Schwefelhügeln. Die Aussichtpunkte tragen dementsprechende Namen wie „Teufelsbad“ (Devil’s Bath), „Schwefelhöhle“ (Sulphur Cave), „Infernokrater“ (Inferno Crater) oder „Austernteich“ (Oyster Pool). Die Bilder des Tages sprechen für sich…

Wir lernen, dass das Waiotapu-Thermalgebiet sich über eine Fläche von 18 km² erstreckt. Der erste Vulkan brach dort vor ungefähr 160.000 Jahren aus, die hydrothermale Aktivität entwickelte sich vor etwa 15.000 Jahren. Der nahe gelegene Ort Rotorua ist auf Feuer gebaut. Die Erdkruste ist hier fast beängstigend dünn, und überall dampft und brodelt es. Nach einem Stadtrundgang mit Blick auf das 1908 erbaute Kurhaus Fahrt zum „Te Puia Reservat“ der Maoris, wo der oberflächennahe Vulkanismus seine ganze, gefährlich-schöne Pracht entfaltet.

Wir wandern durch eine Welt von Schwefeldampf – das Einatmen soll gesund sein! – und blubbernden, kochenden Schlammtümpeln, durch ein rekonstruiertes Maori-Dorf und durch ein abgedunkeltes Kiwi-Haus, das zwei der vom Aussterben bedrohten nachtaktiven Laufvögel beherbergt. Man bekommt sie selten zu Gesicht, doch wir hatten Glück – ein Kiwi lief hinter der Glasscheibe auf und ab.

Und schon von weitem rauschten im Tal mehrere Geysire, wovon der Pohutu der größte ist. Er bricht ein- bis zweimal in der Stunde aus und kann eine Höhe von 30 m erreichen. Erstaunlich, dass die Wohnhäuser bis dicht an diese sprudelnde Naturkulisse heranreichen – mit einem gehörigen Gottvertrauen, wie es heißt.

Ein Sondererlebnis am Abend:
Das traditionelle Begrüßungsritual der Maoris, anschließend eine Vorführung von Tanzszenen, Songs mit den furchterregenden Grimassen, so genannte Poitänze der Frauen, traditionelle Stockspiele und einen aktionsgeladenen Kriegstanz „Haka“. Mit einem reichhaltigen Büffet im Pohutu-Café und einem nächtlichen erneuten Gang zum nun voll aktiven Geysir endet ein ziemlich langer und anstrengender Tag.

Morgen fahren wir nach Wellington, die Hauptstadt Neuseelands und Endstation unserer Reise auf der Nordinsel.

Werner und Monika

13. Tag: Fahrt nach Wellington

Heute fahren wir ans südliche Ende der neuseeländischen Nordinsel und gleichzeitig in die Hauptstadt des Landes – Wellington. Es ist eine lange, sehr lange Fahrt mit dem Bus, rund 500 km. Wir sehen viel, wir hören viel auf dieser Strecke. Roger weiß alles, kennt alles – jede Historie, jeden Baum und Strauch, jede gesetzliche Verordnung, jeden Berg, hat eine Antwort auf jede Frage.

Wir selbst machen Beobachtungen. So sind wir auf der Schwelle vom Frühling in den Sommer nach Australien und noch spürbarer nach Neuseeland in den Spätherbst gereist. Die Blätter sind bunt, manche Bäume recken sogar schon ihre kahlen Äste in den Himmel. Die Temperaturen sind manchmal noch recht gemütlich, manchmal auch nasskalt. Und immer wieder schauert es kräftig.

Ein Blick auf die Benzinpreise: 221,9 A$-Cent (etwa 122 €-Cent) für einen Liter Benzin, 163,9 A$-Cent (gleich ein wenig mehr als 90 €-Cent) für einen Liter Diesel. Man kommt ins Träumen. Wir lernen die – im Prinzip – höflichen Autofahrer hierzulande kennen. Brummis beispielsweise weichen bei günstiger Gelegenheit schnelleren Fahrzeugen aus, lassen sie passieren und ziehen keine langen Autoschlangen hinter sich her.

Und Roger erzählt uns etwas über Forellen in Neuseeland, was uns verwundert. Denn diese Fische gibt es auf keiner Speisekarte. Sie stehen unter strengem Schutz. Nur Angler mit entsprechender Lizenz dürfen sie für den Eigenverbrauch fangen. Wer beim „wilden Fischen“ erwischt wird, muss mit empfindlicher Strafe rechnen. Dazu kann gehören, dass alles, was zum Fangen mitgebracht wurde, konfisziert wird – die gesamte Ausrüstung und selbst das Fahrzeug…

Auf dem Weg nach Wellington waren wir an den gar nicht so hohen „Huka Falls“, die aber dennoch 200.000 ltr. Wasser pro Sekunde in die „Tiefe“ stürzen lassen. Wir waren am „Lake Taupo“, den größten Binnensee Neuseelands. Dabei handelt es sich um einen ehemaligen Vulkankrater mit den unglaublichen Ausmaßen von 600 km². Wir sehen schließlich auch den höchsten Vulkan des Landes, der sich rund 2 .800 m über dem Meeresspiegel erhebt. Er heißt „Mount Ruapehu“, ein beliebtes Ziel von Skifahrern.

Der Tag endet mit einem 360-Grad-Ausblick auf Wellington und einer kleinen Stadtrundfahrt mit Blick auf das Parlament. Dabei hören wir, dass Neuseeland das erste Land weltweit gewesen ist, das 1893 das Wahlrecht für Frauen eingeführt hat. Zu verdanken ist das einer Frau namens Kate Sheppard, die den damaligen Regierungschef Richard John Seddon von der Richtigkeit dieser Entscheidung überzeugt hatte.

Morgen verlassen wir nun mit einer Fähre die Nordinsel.

Und wir berichten – aus unserer persönlichen Sicht - weiter

Werner (Text) und Monika (Fotos)

14. Tag: Jetzt auf der Südinsel

Nach 1.079 km Bustrecke auf der Nordinsel Neuseelands sind wir nach einer gut dreistündigen Überfahrt mit der „Kaitaki“ (Challenger, Herausforderung in der Maori-Sprache) und zuletzt entlang des Queen Charlotte Sound auf der Südinsel, in Picton angekommen. Wir hatten Glück: Am Fährterminal in Wellington war „Moderate“ angeschlagen, was eine ruhige Passage ankündigte. Im Bauch des Schiffes mit zehn Decks in einem Lastwagen unsere Koffer. Neben den 600 möglichen Fahrzeugen auf drei Decks können 1.650 Passagiere mitfahren, die von 60 Besatzungsmitgliedern betreut werden. Die „Kaitaki“ wurde 1995 in den Niederlanden gebaut und fuhr zuerst unter anderem Namen.

In Picton ein neuer Fahrer im gleichen Bus – und mit ihm zunächst auf einen Aussichtspunkt über der Stadt Nelson, in der wir auch übernachten werden. Zuvor aber Besuch des Weinguts Seifried in der Nähe zu einer Weinprobe mit drei Weiß- und zwei Rotweinen. Besitzer Hermann Seifried stammt aus der Steiermark und spricht noch recht gut deutsch. Seine Tochter Anna indessen kaum ein Wort. Seit Ankunft auf der Südinsel fallen die großen Flächen mit Rebstöcken auf, die es auf der Nordinsel nicht gibt. Rund um Nelson wachsen die Trauben besonders gut – die Stadt hat den Ruf, von der Sonne besonders häufig bedacht zu werden.

Auch an diesem Tag, denn ein Hoch macht sich breit, das Trockenheit und für die spätherbstliche Zeit erstaunlich hohe Temperaturen verspricht (na, ja, 18 bis 19 Grad C sind für diese Region in dieser Jahreszeit nicht gerade alltäglich). Erneut großes Glück für uns, denn die Woche zuvor soll es tagelang ausgiebig geregnet haben! Und diesmal ist auch unser Hotel mehr als erwähnenswert: das „Monaco Nelson Grand Mercure“. Eine wunderschöne Anlage, wie auch die Fotos beweisen sollen.

Diesmal heißt es auch nicht in aller Frühe (z. B. 6.15 Uhr): Koffer packen und vor die Tür stellen. Wir bleiben einen weiteren Tag am Ort und werden morgen mit dem Schiff am „Abel Tasman Nationalpark“ entlang gleiten, worüber wir dann berichten werden.

Werner + Monika

15. Tag: Gespaltener Apfel und schläfrige Pelzrobben

Die Erde in der Region Christchurch gibt einfach keine Ruhe. Mitten in der Nacht gab es heute erneut ein Beben der Stärke 5.3 auf der Richterskala. Janey, die Frau unseres Reiseleiters Roger die dort im gemeinsamen Haus wohnt, wurde wieder einmal unsanft geweckt. Bis zum Wert 4.5, so Roger, sind die Erdbeben in aller Regel kaum oder gar nicht zu spüren.

Wir wurden schon einmal auf die kommenden Tage in diesem Gebiet mit ausführlichen Informationen vorbereitet. Wenn ich Roger richtig verstanden habe, gilt wirklich als Regel Nummer eins: raus aus dem Haus. Wenn man dann kann. Mitreisende, die schon einmal in Neuseeland Urlaub gemacht hatten und von einem Erdbeben überrascht worden waren, haben uns erzählt, dass es bei dem kurzen, aber doch heftigen Gewackele einfach nicht möglich gewesen sei, überhaupt das Bett zu verlassen.

Auf dem Tagesprogramm am Standort Nelson stand die Küstenfahrt entlang des „Abel Asman Nationalparks“. Der Katamaran „Vista“, eine Art Seetaxi, schipperte uns von Kaiteriteri bis nach Totaranui vor einer bunt wechselnden Kulisse. Einer der markanten Punkte war der „Split Apple Rock“. Der Fels sieht tatsächlich wie ein gespaltener Apfel aus. Er ist ebenso aus Granit wie das meiste Gestein an dieser Küste, das rund 135 Mio. Jahre alt ist. An natürlich vorkommenden Linien bricht der Granit und zerfällt dann zu dem goldenen Quarzsand, der charakteristisch für die Strände dieser Gegend ist.

Auf einer kleinen vorgelagerten Insel räkelten sich schläfrige Pelzrobben in der Sonne, die sich auch heute nach anfänglichem Zögern hinter Wolkenfeldern doch wieder ausgiebiger zeigte. Ein Teil der Reisegruppe ließ sich auf der Rückfahrt absetzen, um dann bis zum nächsten Haltepunkt, am „Medlands Beachs“, etwa zweieinhalb Stunden zu wandern. Die restlichen sieben Nichtwanderer, wozu auch der Chronist zählte, machten es sich auf der „Vista“ gemütlich, sonnten sich, ließen sich ein Süppchen zubereiten, erledigten versprochene Postkartenpost… Eine ziemlich bequeme Alternative zu einem Aufstieg gleich zu Beginn des Wanderwegs, der – so die Berichte – doch ziemlich anstrengend gewesen sein soll. Begleitet von Guide John, dessen besonderes Steckenpferd es wohl war, Orchideen im Makrobereich aufzuspüren und zu erklären.

Was soll man sonst noch sagen? Ach, ja, wir haben im Hotelrestaurant köstlich gespeist. Selbstverständlich fangfrischen Fisch die einen oder zartestes Lamm die anderen. Auch das sind Spezialitäten, die allein schon eine Reise in dieses Land lohnen…

Jetzt aber „Gute Nacht“!
Monika + Werner

16. Tag: Pfannkuchenfelsen und Baumlawinen

Nein, nein, eine Baumlawine gab es nicht. Von solchen Ereignissen hatte ich bisher noch nichts gehört. Unser Reiseleiter Roger erzählte davon. Es kommt also vor, dass in höheren Bergregionen auf Grund starken Regens (er fällt im Westen Neuseelands gern oft und reichlich) und wenig „Mutterbodens“ ein Baum entwurzelt wird und in einer Kettenreaktion andere mitreißt. Es entstehen dabei regelrecht Schneisen, wie nach Schneelawinen oder Murren, und es dauert dann viele Jahrzehnte, ehe die Lücken von der Natur wieder geschlossen werden können.

Attraktion unserer heutigen, rund 500 km langen Tour von Nelson nach Fox Glacier am Fuß des gleichnamigen Gletschers waren einhellig die „Pancake Rocks“ in Punakaiki, die Pfannkuchenfelsen. Das Naturwunder gehört zum umliegenden „Paparoa National Park“. Diese weltweit einzigartigen Kalksteinformationen sind das Resultat beharrlicher Erosionskräfte. Und manchmal erinnert die eine und andere Struktur an Tiergestalten. Da sich die Tasmansee an diesem Tag ziemlich ruhig zeigte, blieb dort ein weiteres Schauspiel aus: die Gischt aus den „Blowholes“ – Meerwasser, das durch die Öffnungen der Felsen fontänenartig gepresst wird.

Das nächste Zwischenziel, das Örtchen Hokitika, ist ein Zentrum für Jade und Gold. Letzteres wird in der dortigen Region noch immer gewaschen und kann neben verarbeitetem Schmuck mit Goldstaub auch als Nuggets erworben werden. Als die ersten weißen Siedler an der Westküste Neuseelands ankamen, so eine Beschreibung, bemerkten sie, dass die Maoris einen widerstandsfähigen, harten Stein zur Herstellung von Waffen, Schneide- und Schnitzereiwerkzeugen benutzten. Sie nannten den Stein „Pounamu“, was so viel wie „grüner Stein“ heißt. Die Neuankömmlinge bezeichneten ihn als „Greenstone“ und ahnten zunächst nicht, dass es sich dabei um Jade handelte.

Aus den großen Lagerstätten des Steins in den Bergen nahe Hokitika müssen die zum Teil riesigen Jadeblöcke bis zu einem Gewicht von 10 to. mit einem Helikopter abtransportiert werden, da es keinen anderen Transportweg aus den zerklüfteten Ablagerungen gibt.

Angekommen in Fox Glacier scheinen die Wetterfrösche doch noch Recht zu behalten: Regen, Regen, Regen, nachdem es tagsüber meist bewölkt, aber trocken blieb. Nun hoffen wir inständig, dass der Wettergott mit uns ein Einsehen hat und uns morgen einen Rundflug über den „Fox Glacier“ und den „Franz Josef Glacier“ mit Ausstieg auf einem dieser beiden Gletscher ermöglichen wird.

Das wünschen sich sehr
Werner (Text) und Monika (Fotos)

17. Tag: Schlecht gelaunter Wettergott und herrliche Landschaften

Der Wettergott hat es nicht gut mit uns gemeint. In der Nacht rüttelte er mit mächtigem Sturm am Holzbalkon unseres Hotels und schüttete gleichzeitig kübelweise Wasser aus den Wolken.

Allseits bedauerte Folge 1:
Die Helikopterflüge über den Fox Glacier und den Franz Josef Glacier mussten ausfallen, weil noch dicker Nebel über den Gletschern hing.

Folge 2:
Da wegen des starken Regens die Flüsse ringsum stark angeschwollen waren, musste später auch noch die geplante Jetboot-Fahrt abgesagt werden.

Um uns nicht ganz zu vergraulen, zog der Wettergott ein paar Wolken über dem Fox Glacier zur Seite und gab so fern und nah den Blick auf die gewaltige Eiswand frei. Dann aber machte der Regenwald seinem Namen alle Ehre – immer wieder schauerte es.

Und so zeigte in Folge 3:
auch der „Thunder Creek Falls“ (Donnerfall), was er kann, als er sprudelnd und fauchend seine Wassermassen in den „Haast River“ schießen ließ.

Dennoch:
Der Regenwald des westlichen Neuseelands, wie man sie wohl kaum ein zweites Mal auf diesem Globus erleben kann, bezauberte die gesamte Reisegruppe. Baumfarne, seltene Pflanzen, rote Vogelbeeren, Moose oder Flechten in wildem Durcheinander, durchtränkt von den Regengüssen, ließen selbst unangenehme Kühle und Nässe vergessen.

Und plötzlich waren wir in einer anderen Welt. Kaum war der nur 564 m hohe Haast-Pass überwunden, zeigte sich mehr und mehr die Sonne. Bis schließlich ein strahlender Himmel die großen Seen Makarora, Hawea und Wanaka mit tiefem Blau färbte. Die Fotostopps hätten uns sicher noch besser gefallen, wenn sich nicht die lästigen, fast unscheinbaren Sandfliegen der Touristen bemächtigt hätten. Kaum hatte sich die erste auf die Hand, ins Gesicht oder auf die Beine gesetzt, um das begehrte Blut zu saugen, folgten ihr viele andere, um Gleiches zu tun. Irgendwie scheint die Kommunikation unter den ungebetenen Fluggästen perfekt zu funktionieren…

Morgen Start von Wanaka über Queenstown mit Ziel Te Anau. Unterwegs können Wagemutige in den Abgrund springen – von jener Brücke, auf der das „Bungy Jumping“ erfunden wurde. Wir werden lieber zuschauen.

Werner und Monika

18. Tag: Stefan Wöll wagt Sprung in die Tiefe

Wir haben ihn mit viel Beifall empfangen – Stefan Wöll aus Kördorf in der Nähe von Bad Ems. Er war so wagemutig, sich von „Worlds First Bungy“-Brücke, der „Kawarau Bridge“, zu stürzen. Er hat den Sprung aus 43 m Höhe gewagt. Sein Kommentar: „Ich würde es jederzeit wieder tun!“ Mit offenen Augen sei er gesprungen, habe jeden Sekundenbruchteil seines „Bungy Jumping“ genossen und sei ganz sanft abgefangen worden. Allerdings habe das gewünschte Eintauchen in den Fluss nicht geklappt. Ise Thonack ist der Schnappschuss vom Sprung gelungen.

Wir sind auf dem Weg von Wanaka nach Te Anau. Unterwegs waren wir in der Goldgräberstadt Arrowtown. Man denkt an Kinofilme und fühlt sich im Wilden Westen Amerikas. In einem Goldshop kann man hochkarätige Nuggets in die Hand nehmen. Zum Beispiel einen 198 gr. schweren Klumpen. Immer unter den wachsamen Augen unseres Reiseleiters Roger. Im „üblichen Abstand“ von der Innenstadt das (historische) Chinesenviertel. Rund 8.000 Menschen aus dem fernen Osten sollen es einst gewesen sein, die hier unter menschenunwürdigen Zuständen gelebt haben, wie die beiden Fotos zeigen.

Dann ein Halt in Queenstown mit Seepromenade, schicken Hotels und Einkaufsstraßen. Ganz auf Touristen eingestellt, wobei sich dort das Saisonende bemerkbar macht. Es ist „draußen“ auch stets etwas frischer geworden, die Tage werden merklich kürzer. Wir sind ja auch „nur noch“ rund 4.700 km vom Südpol entfernt! Und der Winter naht! Auf dem See wird soeben ein „Jet Boat“ klargemacht, das in abenteuerlicher, düsengetriebener Fahrt durch die Engen des „Kawarau River“ rasen wird.

Und wieder habe ich einen Mitreisenden nach seinen Eindrücken unserer Tour durch  Australien und Neuseeland gefragt:

Peter Swolschak aus München, begleitet von Brigitte Hiebl-Leipold. In seinem ausführlichen Bericht, der in zwei Teilen wiedergegeben wird, schilderte er ein „ernstes Problem“ zu Beginn der Rundreise; er fand kein zufriedenstellendes Fischrestaurant:

  • Tag 4, Sydney – Nach der umfangreichen Stadtbesichtigung der Abend zur freien Verfügung. Spaziergang durch den Hafen. Die ganze Jugend bis zum Mittelalter hat die Hafenrestaurants besetzt. Grelles Licht, geschlossene Gesellschaften, hoher Lautpegel, keine Gemütlichkeit. Es gab auf der Speisekarte auch vereinzelt Fisch. Wir suchten aber eine andere Auswahl.

  • Tag 5, Ayers Rock – Am Ende der Welt, Western Restaurants mit Schnellimbiss. Kein Fisch.

  • Tag 6 bis 8, Cairns – Night Market mit verschiedenen Schnellimbissen, mit Spuren von Fisch. Großer Bogen um ein bekanntes Schnellrestaurant.

  • Tag 9, Auckland – Ganztagstour von Cairns über Sydney. Zu später Stunde zu müde für ein gemütliches Abendessen.

  • Tag 10, Auckland – Am Morgen Stadtrundfahrt mit Besuch des Auckland-Museums. Alles wunderbar, Stimmung auf Höhenflug. Freier Nachmittag, Spaziergang über die Hauptstraße bis zum schönen Hafengebäude. Leute haben Feierabend und schwirren zu den Booten, die sie nach Hause bringen, in alle Richtungen. Weiter bis zu einem bekannten Hotel in der Form eines riesigen Schiffes. Die Empfangsdame im Restaurant hat noch keine Gäste und ist nur für uns da. Fischmenü mit acht Gängen, 129 neuseeländische Dollar. Sie sagte, es wäre nicht zu viel, danach könnte man noch eine Hauptspeise bestellen…

Wie die Fisch-Geschichte weitergeht? Dazu mehr morgen, wenn wir von einer sicher tollen Erlebnisfahrt in den "Milford Sound" in unserem Hotel in Queenstown angekommen sind.

Werner (Text) und Monika (Fotos) ; Ise (Jumping-Foto)

19. Tag: Erlebnistag „Milford Sound“

Die Hin- und Rückfahrt durch den „Milford Sound“ war Höhepunkt des Tages. Er ist der schönste aller neuseeländischen Fjorde, heißt es. An diesem regnerischen Tag schossen Hunderte von größeren und kleineren Wasserfällen die Bergwände hinunter. Der berühmteste und mächtigste von allen ist der „Stirling Falls“ (Wai Maanu – „Auf dem Meer ruhender Wal“). Unser Schiff, die „Milford Monarch“, fährt direkt unter den aus 155 m fallenden Wasserschwall. Gern hätten wir ein Bild geschossen, aber in Sekundenschnelle waren die Fotografen und Filmer nassdurchtränkt, die Linsen „gewässert“. Aber auch der „Bowen Falls“ - auf unserem Foto - an Start und Ziel der Sound-Fahrt kann sich sehen lassen…

Neben der beeindruckenden Landschaft, die hinter jeder Kurve ein neues Bild zeigte, tauchten neben dem Schiff plötzlich neugierige Delfine auf. Und auf dicken Steinen räkelten sich Pelzrobben. Und überall dichter Regenwald. Kein Wunder!

Auf der Fahrt überquerten wir den 45. südlichen Breitengrad in Richtung Norden. Überhaupt hatten wir bereits den südlichsten Punkt unserer gesamten  Australien-Neuseeland-Rundreise erreicht. Jetzt keimt wieder Hoffnung auf etwas wärmere Temperaturen auf. Auf den Bergen hatte es schon Neuschnee gegeben. Und mehrere vertikale Schneisen im Regenwald waren zu sehen, welche die in einem früheren Beitrag dieses Reiseblogs erwähnten Baumlawinen gerissen hatten.

Und wieder hatte uns unser Fahrer Murray Mckinlay sicher durch die zahlreichen Straßenbiegungen gesteuert. Er leistet in diesen Tagen Schwerstarbeit und war, wie er sagte, nach der längsten Fahrt auf der Südinsel (kurvenreiche rund 500 km) sehr ruhebedürftig.

Fortsetzung der Reisestory von Peter Swolschak, die gestern mit dem Satz endete: „Sie sagte, es wäre nicht zu viel, danach könnte man noch eine Hauptspeise bestellen…“ Es war in einem Hotelrestaurant in Auckland, in dem ein Fischmenü mit 8 Gängen 129 A$ kosten sollte.

„Dieser Preis weckte Erinnerungen an ein Lokal (in Aschau) eines berühmten Drei-Sterne-Kochs. Viele Gänge, große Teller, kleine Portionen, Haute Cousine. Hat nur geschmeckt, weil uns der Schwiegervater eingeladen hatte.

Also, im Restaurant grelles Licht, Klimaanlage auf etwa 16 Grad C eingestellt. Wir wollten noch etwas spazieren gehen und dann eventuell wiederkommen. Nein, reservieren wollten wir nicht. Weiter durch den Hafen, es wird dunkel. Ein Restaurant direkt am Wasser. Der indische Kellner wirkt überzeugend. Er stellt uns draußen, direkt am Wasser einen Heizstrahler auf. Meine Frau Brigitte bestellt Pasta mit Meeresfrüchten. Viele Muscheln, ausgeschälte Scampis, eine Kokosnuss-Soße schön scharf abgestimmt. Vereinzelt waren auch Bandnudeln zu finden. Ich bekam eine Seezunge, zerging auf der Zunge.

Vor uns, etwa 2 m entfernt, ein Segelboot, geschätzte 12 m lang, mit einem hohen Mast, der in den kleinen Wellen beachtlich hin und her schwankte. Auch die anderen Segelboote ließen gelegentlich Laute von klirrenden Stahlseilen hören. Das Kerzenlicht auf dem Tisch sahen wir nach dem zweiten Glas Wein etwas verwischter. Wir steckten die Köpfe zusammen und priesen unser Schicksal.

Es war unser bisher schönster Tag auf dieser Reise!“

Ganz, ganz langsam geht unsere Rundreise zu Ende. Morgen ist unser letzter Tag auf Neuseeland. Am Montag dann steht nur noch die Fahrt zum Flughafen nahe Christchurch an. Wir bedauern sehr, dass wir die Stadt selbst nicht besuchen können. Das Sperrgebiet nach dem schweren Erdbeben darf nicht betreten werden. Erst etwa im Oktober wieder, so Reiseleiter Roger, soll die Stadt geöffnet werden – nachdem rund 900 Gebäude abgerissen worden sind! Ein Jammer!

Für heute Ende der Tageserinnerungen

Werner und Monika

20. Tag: Tag der Berühmtheiten

Auf dem heutigen Weg von Queenstown nach Ashburton durch die Südinsel und das „MacKenzie Country“ standen mehrere Berühmtheiten auf dem Programm. Da war als Nummer 1 zunächst der Supermarkt mit einer unglaublichen Fülle an Früchten und Nüssen. Großes Bedauern, dass man sich hier nicht in großem Umfang „eindecken“ konnte. Weil man halt Lebensmittel nicht auf dem morgigen Flug nach Sydney mitnehmen darf (strenges australisches Einreiseverbot!).

Im Supermarkt gleich noch die Nummer 2: ein riesiger Tannenzapfen von der „Coulter Pine“ (Pinie), die einst aus Amerika nach Neuseeland kam. Sein Preis: stolze 20 NZ$ (etwas mehr als 11 €).

Auf dem Lindis-Pass in einer Höhe von 965 m Nummer 3 auf einem Bild: Shrek! Nicht die bekannte Zeichentrickfilm-Figur, sondern Neuseelands berühmtestes Merino-Schaf. Roger erzählte uns die Geschichte von dem Bock, der es verstanden hatte, sich mehrere Jahre vor den Schafscherern zu verstecken. Seine Haare konnten so ungehindert wachsen, bis sie ihm die Augen verdeckten. Dann wurde er doch noch erwischt und letztlich als Foto- und Pressestar, über den in aller Welt berichtet wurde, vor Kameras geschoren und seine kiloschwere Wolle für gute Zwecke verkauft.

Schließlich noch Nummer 4, die „Church of the Good Shepherd“. Auf der Gedenktafel steht, dass sie in Erinnerung an die Pioniere im MacKenzie Country errichtet wurde. Die Kirche geht als beliebtes Postkarten-Motiv in alle Kontinente. Gleich in der Nachbarschaft steht das etwas ungewöhnliche Hunde-Denkmal.

Unterwegs zeigten die Berge ersten Neuschnee, womit die Wetterfrösche Recht behielten. Sie hatten sich auf unserer Reise allerdings desöfteren, aber für uns sehr erfreulich, geirrt. Die Prognose des Tages lautete, dass die Schneefallgrenze auf bis zu 300 m sinken werde. Da dachte mancher Mitreisender mit gewisser Vorfreude daran, dass es doch bald wieder in etwas wärmere Regionen gehen wird…

Anita und Karl-Heinz Lorenz aus Zwickau-Planitz jedenfalls hatten es nicht bereut, nach 2005 erneut nach Neuseeland gekommen zu sein. Auch damals schon hatten sie Roger als Reiseleiter. Ihr Kommentar (warum man ein zweiten Mal in dieses Land reist):

„Neuseeland ist ein Traumland. Es hat alles zu bieten, was es an Natur gibt: zum Beispiel Gletscher, Fjorde, Vulkane, Geysire, schneebedeckte Berge, türkisfarbene Seen und Flüsse, weiße Strände. Eine ungewöhnlich vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Mammutbäume, Kauribäume und vor allem der Regenwald mit seinen Riesenfarnbäumen haben uns wirklich erneut sehr beeindruckt.“

Morgen also heißt es Abschied nehmen von Neuseeland. Wir fliegen zurück nach Sydney. Dort gibt es – einen Tag später - noch einen attraktiven Ausflug, über den wir abschließend berichten werden.

Werner (Text) und Monika (Foto)

21. Tag: Abschied von Neuseeland, Roger und Murray

An einem Denkmal für den Lachs (siehe Bild) gab es während eines Komfort-Stopps (so lautete hier die freundliche Umschreibung des Toilettengangs) den „offiziellen“ Abschied von Neuseeland, Murray – dem Fahrer und von Roger Thomas – unserem Reiseleiter. Zwölf Tage hatten sie uns auf 2.382 Bus-Kilometern (zusammen mit der Nordinsel insgesamt 3.461 km) durch die Südinsel sicher und zuverlässig gefahren und mit unerschöpflichen Informationen begleitet.

Roger, einst als gebürtiger Karlsruher ins Land gekommen, ist heute Neuseeländer durch und durch. Sein Wissen über dieses Land, das er ins Herz geschlossen hat, ist lexikonreif. Nein, das wäre zu wenig. Er kennt jeden Strauch, jeden Baum, jeden Grashalm. Kein See, kein Fluss, kein Berg ist ihm unbekannt. Und all diese Informationen würzt er mit Geschichte und Geschichten, wie die gestrige vom Merino-Schaf Shrek.

Ein Reiseleiter ist auch ein „Kümmerer“. Und diese Aufgabe hat Roger perfektioniert. Rund um die Uhr stand er der Gruppe zur Verfügung, löste kleinere und größere Probleme ohne großes Aufsehen mit einer gewinnenden Freundlichkeit. Und selbst an den regenreichsten Tagen wusste er, wie man diesem nassen Geschehen noch etwas Positives (von ihm Bonus genannt) abgewinnen konnte.

Ich bin zum Schluss der Neuseeland-Tour davon überzeugt, dass Roger den Namen jedes der geschätzten 34 Mio. Schafe im Land zu sagen weiß. Und wenn es noch die rund 70 Mio. Tiere von ehedem gäbe – dann auch die Rufnamen von diesen. Warum es heute so „wenige“ Schafe in Neuseeland gibt? Selbstverständlich gibt es dazu von Roger ebenfalls eine Erklärung. Weil man aus Vermarktungs- und Kostengründen es geschafft hat, Mutterschafe mit einem Gen zu züchten, das Zwillingslämmer erzeugt. So lässt sich die Zahl der Tiere reduzieren, ohne tatsächlich weniger Schlachtvieh zu produzieren.

Anita und Karl-Heinz haben es im gestrigen Blog gesagt:
Neuseeland lohnt jeden Besuch, auch wenn hier und da der Klimawandel nicht verleugnet werden kann. Erkennbar wird das insbesondere an den Gletschern, die sich seit dem Besuch der Lorenz im Jahr 2005 erneut deutlich zurückgezogen haben. Sie beschreiben damit einen Prozess, der schon viel früher begonnen hat – mit üppiger Vegetation dort, wo sich einst die Gletscherzunge befand.

Die nächste Berge & Meer-Reisegruppe in wenigen Tagen kann sich auf Neuseeland und den Reiseleiter Roger freuen.

Auf Wiedersehen (?) Neuseeland
Werner und Monika

22. Tag: Blaue Berge und Sydney am Abend

Sydney hat wohl meine Kritik zum Beginn unserer Reise (Regen, Regen) sehr ernst genommen und uns an den beiden letzten Tagen unserer  Australien-Neuseelandtour mit strahlend blauem Himmel verwöhnt. Diese „Entschuldigung“ haben wir dankend angenommen.

Und so waren die „Blue Mountains“, zu denen wir am heutigen Tag mit dem Bus fuhren, besonders blau und machten ihrem Namen alle Ehre. Wir sahen auf einem Hochplateau den dunstig-blauen Horizont und in der canyonartigen Landschaft in tiefgrüne Eukalyptuswälder. Eine außergewöhnliche Felsformation wurde mit Fantasie „Die drei Schwestern“ getauft.

Zuvor waren im „Featherdale Wildlife Park“ ausschließlich einheimische Tiere, vielfach freilaufend, nicht nur zu sehen, sie konnten auch gestreichelt werden: Kängurus, die sich ums Futter balgten, verträumte Wombats – und als Höhepunkt Koalas, die mit großer Gelassenheit die Touristenhände, auch die des Chronisten, (er)duldeten. Weniger streichelfreudig sind im Reptilienhaus die zehn gefährlichsten Schlangen der Welt: zum Beispiel „Inland Taipan“ als Nummer 1 unter den Giften und „Tiger Snake“ als Nummer 4.

Am frühen Abend dann auch, auf Empfehlung von Reiseleiterin Anja Soll, eine kleine Hafenrundfahrt mit einem Schaufelraddampfer. Im Visier und „unterfahren“ die berühmte „Harbour Bridge“, auf der alljährlich an Sylvester das fernsehbekannte Feuerwerk abgebrannt wird. Vorbei dann an einer weltberühmten Kulisse – an dem von J. Utzon erbauten, muschel- und segelförmigen Wahrzeichen Sydneys, dem „Opera House“.

Noch eine Nacht, und dann startet am Nachmittag des folgenden Tages der Rückflug nach Frankfurt am Main über Singapur. Um 6.00 Uhr am Morgen (19.05.2011.) endet eine unvergessliche, bestens organisierte, erlebnisreiche Reise ans andere Ende der Welt. Jetzt müssen die Erinnerungen sortiert werden – im Gedächtnis sowie die unzähligen digitalen Fotos und „kilometerlangen“ Szenen, die von der Filmkamera aufgenommen worden waren.

Damit endet auch meine, unsere Chronik in Text und Bild. Wir haben sicherlich nicht alle Eindrücke der vergangenen Wochen in die Reiseblogs hineinpacken können. Wir haben unsere ganz persönlichen Erlebnisse und Wertungen aufgeschrieben, die unsere Mitreisenden ganz sicher vielfach auch anders aufgenommen haben. Wir wollten auch nicht einfach den vorliegenden Reiseverlauf wiederholen. Ob uns das gelungen ist, mögen die Reiseteilnehmer bewerten.

Fazit:

Berge & Meer ist es gelungen, mit Hilfe der örtlichen ausgezeichneten Reiseleiter und mit vielen Details eine Rundreise zusammenzustellen, die uns den fünften Kontinent und Neuseeland als „Land der langen weißen Wolke“ zumindest ein wenig erschlossen hat. Vielleicht kommt man noch einmal in diese Länder, wie einige der Mitreisenden es diesmal getan haben, um Gesehenes zu wiederholen und zu vertiefen oder um Neues kennen zu lernen.

Es war schön, aufregend, bunt und auch Überraschungen, sagen die
Chronisten Werner (Text) und Monika (Fotos)

Ihre Reiseleiter

Frau Schulz-Trauden hat im Jahr 1997 das Fernweh gepackt. Nach einem 3-jährigen Aufenthalt in Vietnam hat sie sich für das Land der Koalas und Känguruhs entschieden.
Seidem ist Australien ihr Zuhause. Fau Schulz-Trauden ist seit dem Jahr 2000 in Australien im Tourismus tätig.

"Liebe Berge und Meer Reisegäste!
Australien war für mich eine große Herausforderung; Ich wusste ja nicht so genau was mich dort erwartet, doch die liebenswerte Art der Menschen, die atemberaubende Natur und die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut haben es mir leicht gemacht, mich hier in Downunder einzugewöhnen.

Noch heute fasziniert mich dieses vielseitige Land. Durch Fortbildungskurse, intensives Reisen und soziales Engagement habe ich mir ein großes Wissen über Land und Leute angeeignet. Dieses würde ich ich gerne mit Ihnen teilen.

Ich freue mich schon sehr darauf, Sie in meinem Paradies, Cairns, begrüßen zu duerfen.

Herzlichst, Karin Schulz-Trauden"

 

Geboren wurde ich 1956 in Lippstadt/ Westfalen. Seit 1981 lebe ich in Sydney. 1998 habe ich als Reiseleiterin in Sydney sowie Australien ausgefangen. Ich bin Mitglied von IATG (Institute of Australien Tour Guides).

Was gibt es schöneres als den Gästen dieses wunderbare , vielfältige Land vom Reef bis zum Rock, von Darwin bis nach Tasmanien etwas näher zu zeigen.

Geboren wurde ich in Karlsruhe. 1988 reiste ich durch Neuseeland und beschloss, dieses wunderschöne Land zukünftig als mein Zuhause zu betrachten. Ein Jahr später wanderte ich aus und absolvierte meinen Bachelor of Commerce (Tourismus) an der Lincoln University. Zwei Jahre später heiratete ich eine Kiwi und bin seitdem in North Canterbury / Christchurch zu hause.

1992 begann ich mich für den Tourismus zu engagieren und unternahm Führungen mit ausländischen Besuchern durch Neuseeland. So konnte ich meine tiefe Liebe und Begeisterung für das Land mit meinen Gruppen teilen.

Ich glaube, dass eine Reise durch unser Land ein einmaliges Erlebnis ist und in den Herzen der Besucher einen unauslöschlichen Stempel drückt.

Ihr Reiseverlauf

Erleben Sie auf dieser Reise die Faszination von Neuseeland und  Australien. Erleben Sie nach einem Stoppover in der quirligen Metropole Singapur Sydney mit seinem weitverzweigten Naturhafen sowie die mystische Traumwelt der Aborigines im Roten Zentrum Australiens. Entdecken Sie im Anschluss das größte Korallenriff der Erde sowie den Regenwald im tropischen Queensland, bevor Sie das kontrastreiche Neuseeland mit idyllischen Seen, einsamen Fjorden, mächtigen Gletschern und aktiven Vulkanen erreichen.

1. Tag - Anreise
Linienflug von Frankfurt nach Singapur.

2. Tag - Ankunft in Singapur
Empfang am Flughafen durch Ihre deutschsprachige Reiseleitung und Transfer zum Hotel.

3. Tag - Singapur - Sydney
Entdecken Sie am Vormittag die Sehenswürdigkeiten von Singapur auf einer halbtägigen Stadtrundfahrt. Der Rest des Tages steht Ihnen zur freien Verfügung, um die faszinierende Metropole auf eigene Faust zu entdecken. Das Singapore History Museum und das Asian Civilisations Museum laden zu hochkarätigen Sammlungen asiatischer und westlicher Kunst ein. Auch ein Besuch der vielen Tempel, von denen etliche seit über 100 Jahren unversehrt geblieben sind, ist zu empfehlen. Singapurs zahlreiche Einkaufszentren lassen die Herzen von Shopping-Begeisterten höher schlagen. Am Nachmittag Transfer zum Flughafen und Flug nach Sydney.

4. Tag - Sydney
Ankunft in Sydney. Die Zimmer stehen Ihnen sofort zur Verfügung. Am Nachmittag lernen Sie die faszinierende Metropole auf einer Stadtrundfahrt näher kennen. Sie besuchen u. a. die östlich gelegenen Strände Watsons Bay und Bondi Beach sowie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt. Unterwegs können Sie immer wieder beeindruckende Ausblicke auf Sydney genießen. Der Rest des Tages steht Ihnen zur freien Verfügung.

5. Tag - Sydney - Ayers Rock
Transfer zum Flughafen und Flug nach Ayers Rock. Nachmittags besuchen Sie die Olgas, eine Formation aus etwa 36 Kuppeln aus verbackenem Geröll, die von den Ureinwohnern Kata Tjuta genannt werden. Sie unternehmen eine ca. 1-stündige Wanderung zwischen den Domen. Anschließend Weiterfahrt zum Uluru/Ayers Rock, dem berühmten Felsen im roten Herzen Australiens. Bei schönem Wetter haben Sie Gelegenheit, einen wunderschönen Sonnenuntergang zu erleben. Mit einem Gläschen Sekt stoßen Sie auf den Abschluss des Tages an.

6. Tag - Ayers Rock - Cairns
Sie beginnen den Tag mit dem Sonnenaufgang am Uluru/Ayers Rock und erleben eine einzigartige Stimmung in dieser beeindruckenden Szenerie. Anschließend fahren Sie mit dem Bus rund um den Berg zu skurrilen Felsen, Höhlen und Wasserlöchern, wo Sie einige kleinere Wanderungen unternehmen, sowie zum Kulturzentrum. Im Anschluss Transfer zum Flughafen und Flug nach Cairns. Empfang durch Ihre Reiseleitung und Transfer zum Hotel.

7. Tag - Cairns - Great Barrier Reef - Cairns (fakultativ)
Der heutige Tag steht Ihnen zur freien Verfügung. Entdecken Sie Cairns, die Hafenstadt im tropischen Queensland, auf eigene Faust. Auf Wunsch können Sie an einem ganztägigen Bootsausflug zum Great Barrier Reef inklusive Mittagessen an Bord teilnehmen (fakultativ). Erleben Sie das größte Korallenriff der Erde und entdecken die unbewohnte Koralleninsel Michaelmas Cay. Sie haben die Möglichkeit, die wunderschönen Korallen des Riffs aus der Nähe zu betrachten, entweder von einem Unterseeboot aus oder beim Schnorcheln und Schwimmen. Abends Rückfahrt nach Cairns.

8. Tag - Cairns - Wooroonooran Nationalpark - Cairns (fakultativ)
Dieser Tag steht Ihnen zur freien Verfügung. Wir empfehlen einen ganztägigen Ausflug in den Wooroonooran Nationalpark (inklusive Mittagessen, fakultativ). Der Nationalpark, der in einem der üppigsten und ältesten Regenwälder der Erde liegt, beginnt ca. 25 km südlich von Cairns. Sie fahren zum spektakulären Mamu Rainforest Canopy Walkway, einem Weg etwa 30 m über dem Erdboden mitten durch die Baumwipfel. In dieser Region befinden sich die höchsten Berge Queenslands sowie unzählige Flüsse und Wasserfälle. Anschließend Rückfahrt nach Cairns.

9. Tag - Cairns - Auckland
Am Morgen Transfer zum Flughafen und Flug mit Zwischenstopp nach Auckland, wo Sie von Ihrer neuen Reiseleitung begrüßt werden. Transfer zum Hotel.

10. Tag - Auckland
Am späten Morgen halbtägige Stadtrundfahrt mit geführter Tour durch das Auckland-Museum. Der Nachmittag steht Ihnen zur freien Verfügung.

11. Tag - Auckland - Waitomo - Matamata - Cambridge (ca. 370 km)
Am Morgen geht die Fahrt nach Waitomo mit Besuch der Waitomo Glühwürmchen Grotte. Nach diesem Besuch lernen Sie das typisch ländliche Neuseeland bei Vorführung einer Schafschur auf einem Farmerbetrieb kennen. Am Nachmittag Weiterfahrt nach Cambridge. Von Ihren Gastgebern werden Sie willkommen geheißen und genießen mit ihnen ein hausgemachtes Abendessen. Die Übernachtung erfolgt heute auf der Farm.

12. Tag - Cambridge - Rotorua (ca. 90 km)
Genießen Sie heute Ihr Frühstück auf der Farm. Am Morgen Fahrt ins geothermale Zentrum Rotorua. Entdecken Sie Ort und Umgebung bei einer Orientierungsfahrt. Sie besuchen das Te Puia Reservat, hier fauchen Geysire und heiße Schlammpools. Ein Besuch der Maori Kunst- und Handwerksschule schließt sich an. Im Kiwi-Nachthaus können Sie mit etwas Glück den flugunfähigen Kiwi, das Wahrzeichen Neuseelands, beobachten. (fakultativ, Ausflug Hangi & Konzert)

13. Tag - Rotorua -Tongariro - Wellington (460 km)
Heute Morgen steht ein Besuch im Wai-o-tapu Thermal-Wonderland auf dem Programm. Fahrt durch den Tongariro Nationalpark nach Wellington, in die Hauptstadt Neuseelands. Bei Ankunft erfolgt eine kurze Stadtrundfahrt.

14. Tag - Wellington - Picton -Nelson (ca. 150 km)
Am Morgen Transfer zum Fährterminal und Fährfahrt über die Cookstraße und entlang des Queen Charlotte Sounds von der Nord- zur Südinsel nach Picton. Von hier geht es mit dem Bus weiter nach Nelson, die Stadt der Gärten, Galerien und Kunsthandwerker. Besuch eines bekannten Weingutes, wo Sie mehr über die vielen prämierten Spitzenweine der Region erfahren (Weinprobe inklusive).

15. Tag - Nelson - Abel Tasman Nationalpark - Nelson (ca. 80 km)
Von Nelson aus geht es nach Kaiteriteri. Mit dem Boot fahren Sie entlang der Küste des Abel Tasman Nationalparks. Unterwegs Möglichkeit zum Ausstieg, um auf einem Teil des berühmten Abel Tasman-Wanderweges zu laufen. Sehen Sie unterwegs goldene Strände und einsame Buchten.

16. Tag - Nelson - Punakaiki - Fox Glacier (ca. 500 km)
Heute führt Ihre Reise vorbei an den bekannten Punakaiki Pancake Rocks (Pfannkuchenfelsen) an die raue Westküste nach Fox Glacier.

17. Tag - Fox Glacier - Wanaka (ca. 260 km)
Der Vormittag steht Ihnen zur freien Verfügung für einen Besuch des Gletschers. Am Nachmittag Transfer nach Wanaka. Faszinierend ist der Klima- und Vegetationswechsel, der beobachtet werden kann.

18. Tag - Wanaka - Arrowtown - Queenstown - Te Anau (ca. 290 km)
Ihre heutige Etappe führt Sie von Wanaka nach Te Anau. Besuchen Sie unterwegs das historische Goldgräberstädtchen Arrowtown sowie das Zentrum des Bungy Jumping - Queenstown. Genießen Sie am Mittag einen ausgiebigen Spaziergang durch das Stadtzentrum mit vielen Geschäften und Restaurants. Am Nachmittag Weiterfahrt nach Te Anau.

19. Tag - Te Anau - Milford Sound - Queenstown (ca. 450 km)
Sie erleben auf einem Tagesausflug zum Milford Sound eine der schönsten Fjordlandschaften der Welt. Die Bootsfahrt durch den wildromantischen Fjordland Nationalpark, vorbei an sprühenden Wasserfällen und tiefgrünen Steilhängen, wird Sie begeistern. Anschließend Transfer via Te Anau nach Queenstown.

20. Tag - Queenstown - Christchurch (ca. 500 km)
Ihre Reise führt Sie heute quer über die Südinsel und durch das MacKenzie Country bis nach Christchurch. Bei Ankunft lernen Sie die Stadt bei einer kurzen Orientierungsfahrt kennen.

21. Tag - Christchurch - Sydney
Transfer zum Flughafen und Flug nach Sydney. Begrüßung durch Ihre neue Reiseleitung, Transfer zu Ihrem Hotel und Check-in.

22. Tag - Sydney - Blaue Berge - Sydney (fakultativ)
Der heutige Tag steht zur freien Verfügung. Erkunden Sie Sydney auf eigene Faust, die Stadt bietet Ihnen eine Vielzahl von Möglichkeiten. Alternativ haben Sie die Möglichkeit, an einem ganztägigen Ausflug in die Blauen Berge teilzunehmen (fakultativ). Auf der Fahrt in das Hochplateau der „Blue Mountains“ besuchen Sie einen Tierpark. Die Eukalyptuswälder dieser Region eignen sich für schöne Spaziergänge. Abends Rückfahrt nach Sydney.

23. Tag - Abreise
Transfer zum Flughafen und Rückflug mit Zwischenstopp nach Deutschland.

24. Tag - Ankunft in Deutschland