Interview mit Berge & Meer-Unternehmensgründer Klaus Scheyer

Anlässlich unseres 40. Firmenjubiläums haben wir uns mit Unternehmensgründer Klaus Scheyer (im Bild mit Geschäftspartner Reiner Meutsch, rechts) zum Interview getroffen. Lesen Sie hier, was er über die Anfänge von Berge & Meer erzählt:

Sie haben 1978 Berge & Meer als Ein-Mann-Unternehmen gegründet. Können Sie sich noch an die erste Reise erinnern, die Sie organisiert/veranstaltet haben?

Natürlich! Es war eine Gruppenreise nach Korsika.

1979 haben Sie schon mit 30 Charterflugzeugen 5000 Gäste nach Korsika gebracht. Warum Korsika? Was verbindet Sie persönlich mit der Mittelmeerinsel?

Ich hatte einfach gute Kontakte auf der Insel, kannte jemanden, der einen Bus besaß und die Ausflüge und Transfers für mich organisierte. Außerdem wollte ich etwas anderes machen, etwas, dass ich noch selbst gestalten konnte - unabhängig von den großen Reiseveranstaltern. Das war auf Korsika damals noch möglich, dort konnte ich zu der Zeit einfach perfekt auf die Wünsche meiner Gruppen eingehen. Die Insel war 1979 noch mehr als urwüchsig und wir hatten unweit des heutigen Ferienhotels Maristella Unterkünfte für unsere Gruppen - einfach, aber herrlich gelegen

Seit 1985 gibt es den Firmennamen Berge & Meer - geht dieser wirklich auf das erste große Charterziel Korsika, die Insel zwischen Bergen & Meer, zurück?

Ja, Berge & Meer, das ist das, was man sieht, wenn man über Korsika fliegt und aus dem Fenster des Flugzeugs schaut.

In Zeiten als noch keine Reisen über das Internet gebucht werden konnten, sondern traditionell im Reisebüro, setzen Sie auf den Direktvertrieb. Waren Ihnen hier auch großer Versandhändler wie Quelle oder Otto ein Vorbild?

Nein, aber es war die Zeit, in der man als kleiner Veranstalter im Reisebüro keine Chance hatte. Der Reisebürovertrieb trug die Nase hoch – frei nach dem Motto: „Noch einen Prospekt? Brauchen wir nicht!“ 15 bis 18 Prozent Provision waren absolut üblich. Und die wollte ich auch auf keinen Fall hergeben. So entwickelte sich parallel zum Gruppengeschäft der Direktvertrieb. Hier waren wir damals absolute Outlaws, die nicht im großen Becken der Konkurrenz mitschwammen.

Die erste Rundreise, die Berge & Meer auflegte?

Auch die Rundreisen hatten ihren Anfang auf Korsika.

Der Westerwald ist Ihre Heimat, der Sie nie den Rücken gekehrt haben. Noch heute leben Sie unweit der Firmenzentrale von Berge & Meer. Gab es Menschen, die Sie für verrückt erklärt haben, ausgerechnet in diesem Kaff weit weg vom nächsten Flughafen ohne Bahn- und mit schlechter Busanbindung einen Reiseveranstalter zu gründen?

Ich bin kein Großstadtmensch und habe meine Wurzeln im Westerwald. Rengsdorf lag in den Gründerjahren strategisch sehr gut zwischen den beiden wichtigen Flughäfen Frankfurt und Düsseldorf. Der Kölner Flughafen spielte damals noch keine Rolle. Die ersten Berge & Meer-Charterflüge starteten in Düsseldorf.

Heimat, was ist das für Sie?

Meine Heimat war immer die Welt, auch wenn ich bis heute in Rengsdorf lebe. Erst hat mich der Sitz meiner Firma dort gehalten, später dann die Enkelkinder. Ich könnte aber auch irgendwo anders auf der Welt leben, es hat sich halt nur nicht ergeben

Wenn Sie sich heute eine Berge & Meer-Reise aussuchen sollten, welche würden Sie wählen?

Ich bin wieder häufiger auf Korsika, so ein bis zwei Mal im Jahr. Ansonsten würde ich eine USA-Rundreise wählen.

Drei Dinge, die Sie den beiden Berge & Meer-Geschäftsführern für die nächsten zehn hoffentlich weiterhin erfolgreichen Jahre mit auf den Weg geben möchten.

Pflegen Sie den Markenkern von Berge & Meer und rennen Sie nicht jedem Trend hinterher! Berge & Meer ist keine fancy Veranstaltung, sondern hat Werte, die bewahrt werden müssen. Reisen für Entdecker, das trifft es noch immer. An zweiter Stelle steht für mich gutes Marketing und zum Schluss noch Human Resources. Gute und zufriedene Mitarbeiter sind das Herz von Berge & Meer.