Steckbrief
Ecuador
Fläche: 283.560 km² (inklusive Galápagos-Inseln)

Hauptstadt: Quito (1.6 Millionen Einwohner)

Einwohnerzahl: 14.8 Millionen (Schätzung 2010)
Ethnische Zusammensetzung: 65 % Mestizen, 25 % Indigenas, 7 % Weiße und 3 % Schwarze. In Ecuador gibt es eine stark zunehmende Landflucht. Zurzeit liegt der Anteil der Stadtbewohner bei 66 %.

Religion: Der Großteil der Bevölkerung ist römisch-katholisch (gut 70 %). Daneben gibt es eine protestantische Minderheit sowie traditionelle indianische Religionen.

Sprache: Auch wenn Spanisch die offizielle Amtssprache ist, ist Kichwa mit etwa 2 Millionen Sprechern vor allem im Hochland weit verbreitet. Kichwa ist ein Dialekt des Quechua, das schon zu Zeiten der Inkas bekannt war. Daneben werden in der nördlichen Küstenregion und im Osten auch einige lokale indigene Sprachen und Dialekte gesprochen. In den großen Städten wie Quito, Guayaquil und Cuenca hört man auch häufig Englisch.

Telefonvorwahl: 00593

Strom: Die Netzspannung beträgt im Allgemeinen 110 V. Ein Adapter ist erforderlich (US-amerikanischer Flachstecker).

Trinkgelder: In den meisten gehobenen Restaurants ist das Trinkgeld in Höhe von 10 % schon im Preis inbegriffen. Ein weiteres Trinkgeld oder ein Aufrunden des Betrages wird trotzdem gerne gesehen. Generell ist die normale Trinkgeldrate in Restaurants 5 bis 10 % vom Rechnungsbetrag. Portiers sollten ein Trinkgeld von US$ 1.- pro Service bekommen. In Taxen ist jedoch kein Trinkgeld notwendig. Normalerweise wird am Ende der Reise ein Trinkgeld für Reiseleiter sowie Fahrer gegeben. Dies ist keineswegs obligatorisch, wird aber als Anerkennung für gute Leistungen gerne angenommen. Wir empfehlen als allgemeinen Richtwert US$ 3.- bis 5.- pro Person und Tag.

Währung und Zahlungsmittel: Seit dem Jahr 2000 ist der US-Dollar die offizielle Währung in Ecuador. Es gelten die amerikanischen US$-Scheine und Cent-Münzen. Es gibt aber auch Münzen, die in Ecuador geprägt werden und nur hier gültig sind. Aus Angst vor Fälschungen werden oft keine 50- oder 100-Dollarnoten angenommen, was beim Umtausch vor der Anreise berücksichtigt werden sollte. In den meisten Fällen ist es besser, Kleingeld bei sich zu tragen und aus Sicherheitsgründen auch nicht in großen Mengen. Der Euro wird in Wechselstuben und Banken getauscht, kann aber nicht als Zahlungsmittel verwendet werden.

Visa und MasterCard werden in den größeren Städten problemlos akzeptiert. Außerdem können Sie auch mit Ihrer Maestro–EC–Karte an den Bankautomaten Geld abheben. Auch Reisechecks können in den größeren Städten eingelöst werden (gegen Gebühr).

Zeitunterschied zu Deutschland: - 6 Stunden während des europäischen Winters und während der Sommerzeit - 7 Stunden. Von Galápagos sind es im europäischen Winter - 7 Stunden und während der Sommerzeit
- 8 Stunden.

Flüge und Steuern: Internationale Flüge von und nach Europa werden unter anderem von Iberia/Lan und KLM sowie mit Lufthansa und Air France über Bogota und Delta oder American Airlines über die USA angeboten. Inlandsflüge werden von TAME zu allen Zielen gehandhabt, manche Destinationen werden auch von Aerogal, Icaro, Lan Ecuador oder VIP durchgeführt. Bei der Ausreise werden folgende Flughafensteuern erhoben: Guayaquil International: US$ 28.50, Quito International: US$ 40.80 (Änderungen vorbehalten, Bezahlung nur in Bar mit US$ möglich).

Fluggepäck: Je nach Fluggesellschaft liegen die Gepäckbestimmungen zwischen 1 x 22 kg bis 2 x 23 kg pro Person. Ein Stück Handgepäck (8 kg) ist im Normalfall zusätzlich erlaubt. Jedes weitere Gepäckstück ist gebührenpflichtig. In jedem Fall ist es empfehlenswert, die zuständige Fluggesellschaft im Vorfeld der Reise zu kontaktieren. Bei Inlandsflügen und insbesondere bei Flügen auf die Galápagos-Inseln sind nur ein Gepäckstück von max. 20 kg und ein Handgepäckstück erlaubt. Auch in diesem Fall kann, je nach freier Kapazität der Fluggesellschaft, jedes weitere Gepäckstück gebührenpflichtig mitgeführt werden.

Geografie

Ecuador liegt im Nordwesten Südamerikas am Pazifik und grenzt im Norden an Kolumbien und im Osten und Süden an Peru. Obwohl das Land relativ klein ist, ist es landschaftlich sehr abwechslungsreich und es lassen sich 4 geografische Regionen unterscheiden.

Das Andenhochland Ecuadors umfasst 2 Gebirgsketten, die parallel von Nord nach Süd verlaufen, und deren Gipfel zwischen 3.000 und 6.000 m hoch sind. Die Andenregion ist jedoch keinesfalls einheitlich, sondern von einer unglaublichen Vielfalt: Hier finden sich Nebelwälder, Gebirgsseen, Vulkane, Kolonialstädte und Indianermärkte.

Zum Pazifik hin besitzt Ecuador eine etwa 640 km lange und 100 km breite Küstenlinie. Diese Gegend wird v. a. landwirtschaftlich genutzt (Anbau von Bananen, Kaffee, Kakao, Zuckerrohr und Reis). In der nördlichen Küstenregion hat sich jedoch auch eine ursprüngliche Natur in Form von Mangrovenwäldern erhalten.

Östlich der ecuadorianischen Anden beginnt der spektakuläre Amazonas-Regenwald, der für seine schier unerschöpfliche Artenvielfalt berühmt ist. Der dichte Wald bedeckt zwar fast die Hälfte der Landesfläche, aber nur ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung lebt hier.

Etwa 1.000 km westlich der Küste liegen die großartigen Galapágos-Inseln, die über ein ganz eigenes Ökosystem verfügen und deshalb bei Besuchern und Forschern aus aller Welt ein beliebtes Ziel sind. Der Archipel besteht aus 13 Hauptinseln und vielen kleineren Inseln mit einer Gesamtfläche von gut 8.000 km².



Kultur

Traditionelle Feste
Añosviejos. Silvester wird im ganzen Land eher moderat gefeiert. Eine Besonderheit ist jedoch die Verbrennung von Puppen, die beispielsweise Politiker oder Berühmtheiten aus Fernsehen oder Sport darstellen. Abgesehen von Feuerwerken werden hier auch die “Castillos“, nachgestellte Burgen aus brennbarem Material, abgebrannt. Die Castillos finden sich auch auf anderen Volksfesten wieder.

Karneval von Guaranda. Guaranda ist die Hauptstadt der Provinz Bolívar westlich von Riobamba und hier findet der vielleicht lebendigste und traditionellste Karneval im ganzen Land statt. Wer hierher kommt, muss darauf gefasst sein, nass zu werden, denn hier wird viel mit Wasser gespielt. Samstags findet der Umzug mit der indigenen Bevölkerung statt, bei dem Sie die farbenfrohe Kleidung und die traditionellen Rhythmen erleben können. Am Tag darauf steht der Umzug der Karnevalstruppen auf dem Programm.

Fiesta de las frutas y de las flores. Das Blumenfest von Ambato fällt gewöhnlich mit Karneval zusammen. Höhepunkt ist der Umzug “Corso de las Flores y la Alegría“ mit Karnevalstruppen, Musikern und Karnevalswagen. Außerdem gibt es Shows von Orchestern und Artisten, eine Ausstellung von Agrarprodukten, Tänze, Sportwettkämpfe und ein Folklorefestival zu sehen.

Dia de Difuntos. Der Dia de Difuntos wird im ganzen Land am 2. November gefeiert. An diesem Tag gehen die Familien auf die Friedhöfe und bringen den Verstorbenen Essen und Getränke. Eine besondere kulinarische Spezialität dieses Feiertages ist die “Colada Morada“, ein dickflüssiges Getränk aus schwarzem Maismehl, Brombeeren und Gewürzen, in die die “Guaguas de pan“, verzierte Brotfiguren, getunkt werden.

Fiesta de la Mama Negra. Dieses Festival wird Mitte November in Latacunga in der Provinz Cotopaxi gefeiert. Die Mama Negra wird von einer Persönlichkeit der Stadt dargestellt, die sich als Frau verkleidet und schwarz geschminkt ist, sowie eine schwarze Puppe mit sich trägt. Das Fest geht zurück auf die arabische Tradition des Maurenkönigs und feiert die Fruchtbarkeit der Erde.

Fiestas de Quito. Das Stadtgründungsfest von Quito findet von Ende November bis Anfang Dezember statt. Einer der Höhepunkte sind die Stierkämpfe am 6. Dezember, an dem bekannte spanische Matadoren teilnehmen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Tanzvorführungen, Konzerte und Umzüge mit den traditionellen “Chivas“, offenen Lastwagen mit Bänken für die Passagiere und Musik. Getrunken wird “Canelazo“, ein heißes Getränk aus dem Saft der Naranjilla mit Aguardiente-Schnaps und Zimt.

Essen und Trinken

Kulinarische Vielfalt

Als allgemeine Hauptnahrungsmittel gelten Reis (arroz) und Kartoffeln (papas), die zu den Hauptgerichten als Beilagen serviert werden. Weitere Kohlenhydratlieferanten sind Nudeln (fideos), Yuca (stärkehaltiges Knollengemüse) und Mais (maíz oder sara), sowie die verschiedenen Bananenarten (plátanos). Je nach Region variieren die traditionellen Speisen jedoch sehr stark.

Im Hochland ist vor allem die Kartoffel ein typisches Nahrungsmittel und dient als Beilage zum Hauptgericht, meist Schweinefleisch, wobei zuvor meist eine Suppe serviert wird. Eine besondere Leckerei sind bizcochos (aus Mehl, Butter und Zucker hergestellte Kekse), die an jeder Straßenecke noch ofenwarm erworben werden können. Probieren sollten Sie dazu unbedingt manjar de leche (Karamelcreme).

Typisch für die Küstenregion Ecuadors ist die riesige Auswahl an frischem Fisch und Meeresfrüchten (mariscos). Ob frittiert (frito), paniert (apanado), gekocht (sancochado) oder gegrillt (a la plancha). Charakteristisch ist der Verzehr von Yuca und grünen Kochbananen anstatt Kartoffeln.

Die Küche des Regenwaldes ist der Küste sehr ähnlich. Allerdings werden im Regenwald mehr Süßwasserfische und Wild verzehrt. Eine besondere Spezialität ist el Maito de la Cachama (Süßwasserfisch aus Amazonasgebiet). Der Fisch wird in bijao-Blätter (Blätter einer Palmenart) eingewickelt und dann gedämpft. Dazu gibt es grüne Kochbananen. Nicht zu vergessen ist die Vielzahl an Früchten, die größtenteils in Ecuador angebaut werden. Einige werden nicht importiert und existieren nur hier, wie beispielsweise die naranjilla oder die guanábana. Typische ecuadorianische Getränke sind die vielen verschiedenen Varianten von Jugos (Säften) und Batidos (Säfte mit Milch). Als Getränk der indigenen Bevölkerung bekannt ist Chicha: bei der traditionellen Zubereitung wird Mais oder Maniok mit Speichel fermentiert. Bei Straßenfesten gibt es häufig auch Canelazo, heißer Schnaps mit Zimtstangen und Naranjilla-Saft.

Typische Gerichte

Vorspeisen:
Ceviche. Fisch, der in Limonen- und Orangensaft mariniert ist. Wird mit Zwiebeln, Salz, Pfeffer und ají (eine Chilisorte) gewürzt und gewöhnlich mit Brot oder geröstetem Mais serviert.

Empanadas. Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen, wie zum Beispiel Reismehlteig mit Hühnerfleischfüllung, Weizenmehlteig mit Käse oder Kochbananenteig mit Hackfleisch oder Käse.

Humitas. Süßer Maisteig, gefüllt mit gemahlenen Erdnüssen, Eiern und geriebenem Käse, der umhüllt wird mit einem in Wasserdampf gedämpften Bananenblatt.

Suppen:
Caldo de gallina. Hühnersuppe, die populärste Suppe Ecuadors.

Locro de queso. Suppe aus Kartoffeln, Mais, Zwiebeln, Käse und Milch.

Hauptgerichte:
Arroz colorado. Reisgericht mit Bratbananen, Hackfleisch, hart gekochten Eiern, Erbsen und Karotten.

Chancho hornado. Gebackenes Schweinefleisch. Wird serviert mit gekochtem und geschältem Mais, Bratbananen, Avocado und Tomaten.

Churrasco. Gegrilltes Rippenstück vom Rind. Wird mit Tomaten, Reis, Zwiebeln und Avocado serviert.

Nachspeisen:
Quimbolitos. Aus gesüßtem Maismehl hergestellte Teigtaschen, mit Rosinen und Zuckerrohrschnaps.

Torta de Maqueño. Bananenkuchen.